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Autor Thema: Wie sagt man seiner SL sanft, das man Probleme mit seinen Leitstil hat?  (Gelesen 9396 mal)

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Offline Silent

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Hallo!

Der Titel sagt es schon fast aus, vielleicht nicht ganz so drastisch in meinem speziellen Fall, aber irgendwie muss man ja aussagekräftige Titel schaffen ;)

Ich bin in einer D&D3.5 Runde, die mir schon seit einigen Sitzungen keinen Spass mehr bereitet und am letzten Spielabend war ich schon fast soweit einen TPK zu provozieren, weil ein Mary Sue (in Form von Larry Stu, dem männlichen Pendant dazu) meinen Charakter krumm gekommen ist.

Da ich aber nicht ganz so arschig sein wollte den anderen Spielern gegenüber, habe ich dann doch meinen Frust runtergeschluckt und der Mary Sue ihren Glanz gelassen.

Es hätte ja gut sein können, dass es nur an mir und meinen Charakter liegt, daher habe ich die letzten Tage genutzt mal bei den anderen Spielern nachzuhaken. Ich konnte bisher nur zwei von drei Fragen, aber beide haben meinen Eindruck bestätigt. Einer hatte überlegt ob er spontan eine andere Runde vorbereiten sollte und der andere hatte in der Situation wo ich beinahe einen TPK provoziert habe schon mitbefiebert und war sogar etwas enttäuscht dass ich dann doch den Schwanz eingekniffen habe ;)

Das Problem liegt wohl im Moment daran, dass unsere Truppe ein Abenteuer mehr oder weniger abgeschlossen hat und einfach kein neues beginnen will. Es werden Reiseszenarios ala "Wir reisen von Stadt A nach Stadt B" in 2 1/2 Spielsitzungen ausgespielt und alles gerät gerade etwas ins Hartwurstige.


Hat irgendwer gute Ideen um damit umzugehen?

Das Negativbeispiel ist mir als SL passiert, da dachte ich ich würde ganz normal leiten, hatte meine ganzen Sachen eingepackt und wurde dann im Auto gefragt was ich denn spielen will. In meiner Verwirrung kam nur ein "Weiss noch nicht, was spielt ihr den?" und so habe ich erfahren, dass ich irgendwie abgesetzt wurde und dass man beschlossen hat ein anderes System zu spielen.

So ein Szenario würde ich gerne vermeiden ;)
« Letzte Änderung: 17.04.2012 | 19:17 von Althena »
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Offline Lichtschwerttänzer

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Offline ChaosAmSpieltisch (CaS)

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Dem Spielleiter sagen, dass einem A, B, C,... nicht passen, idealerweise mit einem Lob zu Anfang

Sprich, es ist ja schön dass ..., aber das ...

Ansonsten gibt das nur Stunk.
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Offline Tarin

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Ansprechen.

Und davon ab:
Zitat
Das Problem liegt wohl im Moment daran, dass unsere Truppe ein Abenteuer mehr oder weniger abgeschlossen hat und einfach kein neues beginnen will. Es werden Reiseszenarios ala "Wir reisen von Stadt A nach Stadt B" in 2 1/2 Spielsitzungen ausgespielt und alles gerät gerade etwas ins Hartwurstige.
Irgendwas anbieten, woraus man ein Abenteuer machen kann. Wenn der SL gerade auch keine Idee hat, was man so tun könnte, Vorschläge machen.
Es verstößt gegen die Hausordnung, aus dem Necronomicon zu zitieren.

Offline Pyromancer

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Offline Just_Flo

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Hm, bietet euch der SL keine Abenteuereinstiege oder nur keine, die euch passen? Da kann mithelfen oder OT nachfragen helfen.
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Wenn es nur mir so gehen würde, dann würde ich das glatt unterschreiben ;)
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Offline Teylen

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Wenn es nur mir so gehen würde, dann würde ich das glatt unterschreiben ;)
Du kannst dennoch erstmal nur fuer dich sprechen.
Und sich mit dem Rest der Spieler zusammen zu kluengeln kann ggf. etwas link wirken.
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Armut bringt außer Weisheit auch Verdruß, und Kühnheit außer Ruhm auch bittre Mühn.
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Offline Pyromancer

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Wenn es nur mir so gehen würde, dann würde ich das glatt unterschreiben ;)

Das ändert nichts daran, dass es erst einmal euer Problem ist, und nicht das Problem des Spielleiters.

Ich würde für einen sanften Anfang aber einfach mal den SL fragen, wie er mit der momentanen Lage zufrieden ist und zwanglos und ohne erhobenen Zeigefinger und anklagenden Blick mit ihm über das Spiel plaudern.

Offline Gaukelmeister

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Hilfreich ist auch zu formulieren, was du gerne hättest/wie du gerne spielen würdest. Anders gesagt: konstruktive Vorschläge zu unterbreiten, ist eine gute Idee. "Ich würde gerne mal ausprobieren ..." "Was haltet ihr davon, wenn wir mal ..."
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Offline kalgani

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Telefon in die Hand nehmen und den SL anrufen und locker drüber quatschen.

"Du hör mal ich hab ein problem mit meinem SC..."

Offline Feuersänger

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Ich bin auch gerade mit einem ähnlichen Problem am hadern. Zwar ist es nichts Akutes, weil wir momentan gar keine Runde laufen haben. Jetzt sieht die Situation so aus, dass wir mal wieder zocken wollen, aber nicht so recht wissen, was. Eigentlich ist D&D geplant (was ich leiten würde), aber einer der Mitspieler lässt durchblicken, dass er auf D&D nicht so den Bock hat.

Nun fürchte ich mich bereits davor, dass er sich erbötig macht, wieder zu leiten -- denn er ist zwar ein lustiger Geselle und als Spieler auch voll in Ordnung, aber mit seinem Leitstil komm ich nicht zurecht und will die zuletzt gemachten Erfahrungen nicht wiederholen. Da ich den Spieler schon lange genug kenne um einschätzen zu können, dass er seinen Leitstil nicht ändern wird, will ich einfach nicht mehr mit ihm als SL spielen.
Fragt sich also, wie ich es im Fall des Falles zur Sprache bringen sollte, ohne zu bewirken, dass er einschnappt und es mir persönlich übel nimmt. Denn seien wir ehrlich, niemand hört sich gerne ein "Tut mir leid, aber du leitest scheisse" anhören.
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Zitat von: ErikErikson
Thor lootet nicht.

"I blame WotC for brainwashing us into thinking that +2 damage per attack is acceptable for a fighter, while wizards can get away with stopping time and gating in solars."

Kleine Rechtschreibhilfe: Galerie, Standard, tolerant, "seit bei Zeit", tot/Tod, Stegreif, Rückgrat

Offline ChaosAmSpieltisch (CaS)

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Ich würde sagen:

Es ist ja schön, dass du dir so viel Mühe machen willst, aber dann müsstest du auf mich verzichten, mir ist nicht nachdem, was du vorschlägst.
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Offline Der Narr

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Wenn der SL männlich ist und ihr eine attraktive weibliche Mitspielerin habt, soll die es ihm sagen ;).

Ansonsten würde ich Pyromancers Vorschlag unterstützen und erstmal nachfragen, wie der SL selber das laufende Spiel sieht. Dabei kann gut rauskommen, dass er vielleicht gar nicht gerne leitet und selber unzufrieden ist. Manchmal kann man gar nicht so gut ändern, wie jemand spielleitet, vor allem, wenn andere SL-Vorbilder oder die theoretische Auseinandersetzung fehlen. Dann hilft es, den SL zu wechseln. Wenn er gerne spielleitet und es sonst niemand von euch übernehmen möchte, dann ist es wichtig, Feedback zu geben und auch einfach mal unabhängig von konkreten Spielsituationen ("das hast du doof gemacht") lieber einfach über die Vorlieben der Spieler zu reden und wie man gerne spielen würde.
Ich hatte neulich auch das Problem mit einem SL, mit dem einige Mitspieler unzufrieden waren. Ich wusste aber nicht, wie die anderen Spieler das sahen, sondern wusste erstmal nur, dass ich so nicht weiterspielen wollte. Habe dann vorsichtig angefragt, ob ich auch mal leiten könnte, da ist der SL sofort drauf eingestiegen und es kam dann raus, dass alle unzufrieden waren, also sowohl Spieler als auch Spielleiter.

@Kleiner Tiger: Euer Fall ist einfach. Wenn ihr den Spieler dabei haben wollt, spielt etwas anderes als D&D und du leitest trotzdem. Sieh es als Chance, vielleicht ein neues System kennenzulernen.
Buntes Rollenspiel. Gedanken, Anfänge und Abschiede rund um mein liebstes Hobby.

Spiele die ich mag: Arcane Codex — Basic Roleplaying — Beyond the Wall and Other Adventures — Lamentations of the Flame Princess — Marvel Heroic Roleplaying — Savage Worlds — Talislanta — Traveller
Im Moment spielleite ich: Beyond the Wall
Im Moment spiele ich: DSA5, Splittermond

Offline Gaukelmeister

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Etwas quer zum Thema noch einmal folgende Erfahrung: wenn der SL nicht gerade ein Neuling ist, sondern schon lange sein Ding macht, dann wird auch er dabei bleiben. Ich habe bisher jedenfalls Runden verlassen, weil mir der SL nicht gefiel - und er die Dinge, die mir nicht gefielen, nicht ändern konnte oder wollte. Ich habe aber noch nicht erlebt, dass ein SL seinen Stil massiv umstellt. Bevor man ganz geht, kann man natürlich auch anbieten, selbst den SL zu machen.
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Offline Agent_Orange

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Das kommt ja wohl drauf an ...


... was seid Ihr denn so für Typen? Antiautoritäre Kräuterteeschlürfer oder Klartext-Machos?
... habt Ihr schon im Vorfeld geklärt, wie das Spiel so sein soll?
... rührt der Spielleiter vielleicht selber schon das Thema an, was Ihr eigentlich wollt / Du eigentlich willst?
... wurden "Probleme" schon mal angesprochen, sind sie sogar Dauerthemen?
... hapert es an der Ideenlosigkeit des Spielleiters, der Spieler oder mehrerer/ aller Beteiligten?
...

Ich als Spieler würde mich mit dem SL treffen und mit ihm/ ihr drüber sprechen - aber nur, wenn es mich grundsätzlich und nicht nur aktuell stört, was da passiert. Bloß nicht mit Telefon oder Mails oder sonstigen "Medium-Dazwischenschalt-Quatsch" arbeiten ... Das wird schnell echt übel genommen oder falsch verstanden.

AO
« Letzte Änderung: 17.04.2012 | 16:33 von Agent_Orange »
Rollenspiele vor Gericht (mit besten Dank für den Hinweis an Boba Fett)
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Persönliche Anmerkung: Es ist ein erstinstanzliches Landgerichts-Urteil. Hinsichtlich einzelner Fragen beschränkt sich das Urteil auf Verweise; der Kläger hat "schlampig" gearbeitet. Fraglich ist deshalb, ob einzelne Urteilsaspekte in höherer Instanz anders bewertet worden wären.

Offline Luxferre

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Es wurde ja schon angedeutet, dass man Kritik immer zwischen zwei Lobs verpacken sollte.

Das kann aber sehr problematisch aufgenommen werden:

"Weißte, das Spiel bringt Spaß, ABER......."

klingt total bescheuert! Ich sage ja schon, dass man alles vor dem ersten "Aber" vergessen kann. Sind eh meist unnötige Höflichkeitsfloskeln.

Pyromancer schlägt es schon richtig vor. Locker, persönlich, ungezwungen und vor allem ohne großen Plan daran gehen. Projiziere die Problematik erstmal auf Dich selbst und im Laufe des Gespräches auf ihn. Dann wird das schon deutlicher, ohne ihm gleich an den Karren zu fahren.
ina killatēšu bašma kabis šumšu

Offline kalgani

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Ein ehrliches das macht irgendwie keinen Spaß, laß uns mal überprüfen wie wir das verbessern können ist besser als TPK provozieren!

Offline asri

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Ich würds machen wie Pyromancer und Luxferre. Außerdem nicht nur sagen, was man für ein Problem hat, sondern auch einen Wunsch äußern, welche (möglichst kleinen ;)) Änderungen eurer Meinung nach große, positive Wirkung haben würden. Dann kann die SL-ung immer noch entscheiden, ob sie das gut findet und machen möchte, oder ob es ihr den Aufwand nicht wert ist...

Offline Destroy all Monsters

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Jedenfalls ist außerhalb des Spiels besser als innerhalb des Spiels einen unnötigen TPK zu provozieren.

Wichtig ist es, glaube ich, nachdrücklich zu vermitteln, dass unterschiedliche rollenspielerische Vorlieben eben kein Beinbruch sind. Wenn der SL Mary Sues mag, sich seiner Mary Sues bewusst ist und zumindest einige Spieler auch daran Gefallen finden, dann ist das deren Ding und daran kann man nichts ändern - und sollte es vielleicht auch nicht.

Wenn der SL sich dessen aber nicht bewusst ist, hilft es oft, mal das Problem genau zu benennen - ich selbst merke als SL in einigen Systemen z.B. nicht, wenn ich zu "geizig" bin, wenn vom System her keine klare Schatzverteilungsregel besteht. Das kommt daher, dass ich persönlich den Typen des finanziell abgebrannten Abenteurers (hard boiled detectives) sehr mag, aber darauf steht eben nicht jeder. Sowas sind aber einzelne Punkte, die man korrigieren kann, ohne den Leitstil gravierend zu ändern.

Wenn dir allerdings der gesamte Leitstil nicht passt, oder es eine unüberschaubare Anzahl an einzelnen Unverträglichkeiten gibt, hilft alles nichts, dann muss man akzeptieren, dass nicht jeder Rollenspieler den gleichen Geschmack hat. Dann lieber aus dem Abenteuer aussteigen, anstatt sich zum Spielen zu zwingen.
Don`t you know I`m paranoid of blondes?

Offline Silent

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Soll ich den nächsten Spieltermin einfach kommen lassen und dann kurz vorm Spielen sagen:

"Können wir mal kurz die Kampagne/Das Abenteurer reflektieren?...

Mir hat X, Y und Z gefallen....

Aber A, B und C vermiesen mir die Lust am Spiel!"

Oder das ganze bis zum nächsten Spieltermin klären?

Mir gehts ja darum jemanden sanft mitzuteilen, dass seine Art zu spielen mindestens 3 von 4 Spielern keinen Spass macht.


Mir gefällt der Vorschlag die SL zu fragen ob er noch Spass am Spiel hat! Den Punkt hatte ich gar nicht bedacht, obwohl das mir auch schon passiert ist. Einfach weiterzuleiten, obwohl man keine Lust mehr hat, weil es ja kein anderer sonst macht...
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Offline Grey Ice

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Etwas quer zum Thema noch einmal folgende Erfahrung: wenn der SL nicht gerade ein Neuling ist, sondern schon lange sein Ding macht, dann wird auch er dabei bleiben.
Deckt sich mit meinen Erfahrungen.

Eine Idee, die mir mal in so einer Situation gekommen ist: einfach machen lassen und mich selber (und die anderen Spieler) einfach raus halten. Wenn der SL mit seiner Mary Sue glänzen will, ist es vielleicht das hilfreichste, ihn einfach machen zu lassen und nicht mit diesem einfach nur störenden selber-spielen-wollen in die Parade zu fahren. Die SC's vermeiden sämtliches Plot-bezogenes Spotlight und lassen den SL mit sich selber in Ruhe spielen. Ich selber neige dazu, so etwas gerne noch mit u.U. leicht sarkastischen OT-Kommentaren zu garnieren. "TPK, naja, ist ja nicht so wild. Den Protagonisten ist ja nichts passiert, denen können wir ja eh nichts. Geht die Kampagne halt mit neuen SC weiter, stört doch nicht."
In der Regel wird nach absehbarer Zeit dem SL selber klar, das da irgendwas schief läuft, und er selber wird das Gespräch suchen, warum ihr denn auf einmal so schlecht mitspielt.

Dazu will ich erst einmal ein paar Kontra-Punkte liefern:
1. Das ist zugegebenermaßen keine konstruktive (und imho vernüftige) Vorgehensweise
2. Diese Vorgehensweise - besonders der Sarkasmus dabei - ist alles andere als deeskalierend, und dürfte nicht nur dem SL das Spiel vermiesen (wie er es euch bis jetzt durch seine Aktionen vermiest hat), sondern auch euch selber auf den Zeiger gehen.

Als Pro bleibt eigentlich nur ein Punkt:
Der SL hatte selbst das Erlebnis gemacht, das etwas falsch läuft. Diese selbst gemachte Erfahrung kann den Lernprozess deutlich beschleunigen.

Generell muss ich hier aber allen Vorrednern beipflichten: an einem freundlichen und offenen Gespräch, höflich und möglichst ohne persönlich zu werden, daran führt imho kein Weg vorbei.

Offline Agent_Orange

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Soll ich den nächsten Spieltermin einfach kommen lassen und dann kurz vorm Spielen sagen:

"Können wir mal kurz die Kampagne/Das Abenteurer reflektieren?...

Mir hat X, Y und Z gefallen....

Aber A, B und C vermiesen mir die Lust am Spiel!"

Oder das ganze bis zum nächsten Spieltermin klären?

Mir gehts ja darum jemanden sanft mitzuteilen, dass seine Art zu spielen mindestens 3 von 4 Spielern keinen Spass macht.


Mir gefällt der Vorschlag die SL zu fragen ob er noch Spass am Spiel hat! Den Punkt hatte ich gar nicht bedacht, obwohl das mir auch schon passiert ist. Einfach weiterzuleiten, obwohl man keine Lust mehr hat, weil es ja kein anderer sonst macht...

Hi.

Ja, so kann man das machen - zu Beginn der Sitzung einfach mal "palavern" oder vor der nächsten Sitzung. Auch hier gilt das bisher empfohlene - piano und relaxed an die Sache rangehen ... Edit - Nachtrag : Ich würde nicht sagen, dass 3 von 4 Spieler da ihre Probleme haben; das könnte der SL in den falschen Hals bekommen - so nach dem Motto: hinter dem Rücken und so ... Wenn andere außer Dir echtetm Probleme haben, sollen sie selbst die Futterluken öffnen ...

AO
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Offline asri

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Naja, willst Du, dass der/die SL was ändert, oder dass ein Mitspieler was ändert?

Hast Du außerhalb das Spiels auch mit den Leuten Kontakt (Freundeskreis)? Dann sag es ihm gleich. Und wenn die anderen von sich aus nix sagen, dann ist es deren Sache - lass sie raus. Ich stelle es mir ziemlich unangenehm vor, zu Beginn einer Spielrunde einem Mitspieler zu sagen, dass sein Verhalten drei anderen Leuten keinen Spaß macht - jedenfalls würde ich nicht erwarten, dass der Abend dann wirklich toll wird. ::)

Offline Ludovico

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@Althena
Ich finde es super, dass Du Dich beherrschen konntest und keinen TPK verursacht hast. Außerdem finde ich es gut, dass Du Dir Gedanken darüber machst, wie man die Sache mit dem SL so besprechen kann, dass keine Gefühle verletzt werden.

Bevor Du in ein solches Gespräch steigst, würde ich an Deiner Stelle mir erstmal folgende Dinge verinnerlichen:
1. Wie Pyromancer bereits schrieb: Du hast ein Problem.
2. Du suchst nach einer Lösung für Dein Problem.
3. Sämtliche Gedanken a la "Da hat er Mist gebaut" werden gestrichen.

Oder knapp: Versuch eine ergebnisorientierte Einstellung zu entwickeln. Dieses Ergebnis sollte imho nicht sein, dem SL seine Fehler vor Augen zu führen, sondern Deinen Spielspass wiederherzustellen.

Wenn man so gepolt in ein solches Gespräch reingeht, kann imho nicht mehr viel passieren.

Ach ja, ich würde es nicht direkt zur nächsten Runde beginnen, sondern anderweitig mit dem Kollegen treffen. Sonst könnte es seine kompletten Pläne für die Runde über den Bord werfen.

Wenn Du Kritik aber üben möchtest, dann empfehle ich Dir folgende Methode:
1. Was fandest Du gut?
2. Was fandest Du verbesserungsfähig?
3. Wie würdest Du die Schwachpunkte verbessern?

Edit: Ach ja, auf alle Fälle alles persönlich abwickeln. Am Besten wäre ein direktes Treffen. Chat, E-Mail,... etc. gehen gar nicht.
« Letzte Änderung: 17.04.2012 | 17:23 von Ludovico »