Autor Thema: Monde von Ymir - transhumaner Space-Western  (Gelesen 12777 mal)

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Offline Waldviech

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Monde von Ymir - transhumaner Space-Western
« am: 18.02.2015 | 12:34 »
Mal wieder ein kleines Brainstorming - diesmal (ganz exotisch ;) ) abgeleitet vom Projekt "Zersplittern wir Eclipse-Phase" aus dem Splittermondforum. Denn: Wieso "nur" das Setting von Eclipse-Phase nehmen, anstatt was vage Eigenes zu basteln (schon allein als weiteren Ansatz, ein SF-Splimo zu kreieren  ;D ;D)? Rumspinnen macht Spaß, also lets go!

Zunächst einmal die Grundprämissen:
- Das Setting spielt, wie Eclipse Phase, in einer transhumanen Zukunft, in der die Menschheit sich über das Maß des heutigen Homo Sapiens hinausentwickelt hat, diverse Roboter- und Upliftrassen herumturnen, man sein Bewusstsein als Back-Up sichern kann und auch andere Himmelskörper besiedelt hat.
- Statt der Postapokalypse aus EP würde mir hier allerdings eher ein etwas "hellerer" Ansatz vorschweben. Es geht um ein neues Pionierzeitalter! Um die Besiedlung eines neuen Sonnensystems! Ich würde mich hier für das real existierende, 106 Lichtjahre von der Erde entfernte Sonnensystem 109 Piscium als Schauplatz entscheiden. Dieses System hat nämlich ein ziemlich interessantes Feature: 109 Piscium b (im Folgenden "Ymir" genannt, nach dem Urriesen der nordischen Mythologie) , ein Gasriese der knapp sechseinhalbfachen Masse des Jupiter, der seinen Mutterstern innerhalb der habitablen Zone umkreist! Mit ein bisschen Handwedelei lassen sich da prima ein paar dutzend bewohnbare Monde mit erdähnlichen Bedingungen postulieren. Daher ist Ymir ein lohnendes Ziel für Siedler aus dem irdischen Sonnensystem. Ökosysteme und Lebensformen erinnern an Viehzeug alá Darwin IV, Subnautica und Konsorten. Auf intelligentes Leben ist man (scheinbar?) noch nicht getroffen.
- Das Setting liegt knapp ein paar Jahrhunderte in der Zukunft und die Besiedlung Ymirs ist eines von mehreren großen Kolonisationsprojekten der Menschheit. Zwar gibt es mit dem Warp-Antrieb eine Möglichkeit, sich schneller als das Licht zu bewegen, aber selbst damit beträgt die Flugzeit zwischen Sol und 109 Piscium noch immer knappe 20 Jahre. Die Siedler sind also drauf angewiesen, ihren Kram alleine zu regeln, da die Erde weit, weit weg ist.
- Eine erste nähere Erforschung von 109 Piscium erfolgte durch eine kleine Armada von Nomadensonden (mit eigenem Bewusstsein), die nun als autonome (und mysteriöse) Fraktion durch das Piscium-System treiben.
- Die erste Kolonisationsflotte ist vor fünfzig Jahren eingetroffen, es kommen allerdings immer mal wieder neue Schiffe an. Reisen nach Ymir sind in aller Regel Reisen ohne Rückfahrkarte, die Kolonisationsschiffe gleichzeitig Habitate die als erste Raumstationen "verankert" werden.
- Es gibt einen Haufen ganz verschiedener Auswanderergruppen, die alle eigene Gründe hatten, sich in Ymir ansiedeln zu wollen. Ultraprogressive Ex-Humane, Biokonservative Sekten, Uplifts auf der Flucht vor Unterdrückung, etc.pp. So ähnelt die Kolonie auf den Monden von Ymir eher einem Sack Flöhe als einer zentral verwalteten Kolonie. Es gibt natürlich so etwas wie die UN oder die Föderation - eine übergeordnete Behörde, die die Besiedlung des Sonnensystems vorantreiben und Konflikte unter den Siedlern schlichten soll, aber das ist eine verdammt schwere Aufgabe, weswegen die Kolonialranger dieser Behörde auch ziemlich harte Typen sein müssen.

More to come - Kritiken, Verrisse und weitere Ideen sind natürlich ausdrücklich erwünscht! Und außerdem muss es noch irgendwo einen Splittermond geben! (Nebenbei: Ob angeleitete Splimoregeln dafür wirklich die beste Wahl wären, sei hier erst einmal außen vor...)
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Re: Monde von Ymir - transhumaner Space-Western
« Antwort #1 am: 18.02.2015 | 12:46 »
Die Grundidee klingt schon mal super!
In letzter Zeit kreisen hier ja viele Ideen für transhumanistische SF-Settings durchs Forum, ich habe selbst schon das eine oder andere losgetreten ... das hier ist definitiv ein vielversprechender Ansatz mit Raum für viele spannende Elemente - Siedler, die sich von der Erde abnabeln, um eigene Gesellschaftskonzepte zu verfolgen ... Uplifts ... Bewusstseinsspeicherung, eines meiner Lieblings-Problem-themen ... vielleicht auch Überlichtflug, der mit extremen psychischen/körperlichen Belastungen verbunden und deshalb nur was für Abenteuerlustige (Verrückte?) ist ...

Wenn das Projekt mehr oder weniger dein Ernst ist, würde ich mich sofort als Mit-Brainstormer ankündigen. Ob es wirklich mit SpliMo-Regeln sein müsste, wäre noch eine andere Frage (wobei so ein frickeliges Charakterbastel-System und die Fertigkeitenorientiertheit mir schon ganz passend erscheinen, und mit den Ticks sollte sich ein schönes Raumkampfsystem machen lassen).

Wahrscheinlich bin ich auch deshalb so angetan davon, weil ich gerade Cordwainer Smith http://de.wikipedia.org/wiki/Paul_Linebarger lese und mich gleich an ein paar Elemente aus dessen großartigen Stories erinnert fühle ... absolute Pflichtlektüre für alle Raumfahrt-SF-Settingbastler, und es gibt gerade beinahe sein SF-Gesamtwerk in einem Band bei Heyne auf Deutsch ("Was aus den Menschen wurde").
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Re: Monde von Ymir - transhumaner Space-Western
« Antwort #2 am: 18.02.2015 | 13:11 »
das mit den 6 Monden hat was - u.a. liefert das diverse Welten in Reichweite "konventioneller" Antriebe a la "Firefly --- und mit einem sehr starken Magnetfeld von Ymir könnte man vielleicht sogar einen de-facto reaktionslosen Antrieb, der sich nur an den Feldlinien entlang hangelt, begründen ;)

6 Monde:
- einer als "zivilisierte" Ostküste/Neuengland (Cyberpunk + Gilded Age)
- einer als neu-zivilisierter "Westen"/Kalifornien (wie würde wohl ein von Arabern/Moslems besiedeltes "Neo Art Deco" Kalifornien aussehen?)
- einmal Kanada/Alaska/Große Seen Wildnis (super für zerstreut lebende Survivalist-Sekten und böse Ausbeuter vom Ostküstenmond)
- eine "Flusswelt" mit riesigen Weiden, Prärien und Plantagen (mit Maglevs) zwischen den Flusssystemen (außerdem Flussboote und Zeppeline)
- einmal Dschungel und Wüste und Vulkane (mit rätselhaften Ruinen und krasser Tierwelt)
- einmal Inseln und warme Meere (Blue Planet meets Pirates of the Caribbean)
« Letzte Änderung: 18.02.2015 | 13:15 von Kardinal »
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Re: Monde von Ymir - transhumaner Space-Western
« Antwort #3 am: 18.02.2015 | 13:20 »
Zitat
Wenn das Projekt mehr oder weniger dein Ernst ist
Mehr oder weniger ja. Was dann letztlich draus wird, wird man mal schauen müssen. Aber das ist bei Forenbrainstorming ja eigentlich immer der Fall :).

Zitat
... das hier ist definitiv ein vielversprechender Ansatz mit Raum für viele spannende Elemente - Siedler, die sich von der Erde abnabeln, um eigene Gesellschaftskonzepte zu verfolgen ... Uplifts ... Bewusstseinsspeicherung, eines meiner Lieblings-Problem-themen ... vielleicht auch Überlichtflug, der mit extremen psychischen/körperlichen Belastungen verbunden und deshalb nur was für Abenteuerlustige (Verrückte?) ist ...
Deswegen auch der Space-Western-Ansatz. Da lässt sich relativ viel an verschiedenen Gesellschaftssystemen unterbringen, ohne dass das Ganze gekünstelt wirkt. Vorbild wären naheliegenderweise die historischen USA, in die es ja auch einen ganzen Haufen verschiedenster Ethnien, Religionsgemeinschaften u.ä. verschlagen hat. Und auch den Cordwainer-Smith find ich als Vorlage Klasse - grad wenn es um unorthodoxere Sachen geht!

Näher würde ich mir das Ganze wie folgt vorstellen:

Die interstellare Kolonisation ist ein Projekt der UN (oder einer entsprechenden Nachfolge-Organisation). Auch in der Zeit, in der Monde von Ymir spielt, ist die UN keine "geeinte Weltregierung" - es gibt immer noch einen Haufen verschiedenster Nationen mit eigenen Gesetzen und Problemen - vielleicht sogar mehr als heute, da auch andere Planeten des irdischen Sonnensystems besiedelt wurden. Der Grund für die Kolonisationswelle ist weniger Rohstoffmangel, sondern eher das langfristige Weiterbestehen der (Trans)Menschheit über die nächsten X-millionen Jahre. Man verspricht sich dafür bessere Chancen, je mehr Kolonien es draußen im All gibt.
Da die Reisezeiten trotz Warp-Antrieb Jahrzehnte dauern, sind die interstellaren Kolonien grundsätzlich als autonom konzipiert. Darin ähnelt die Kolonisationswelle eher den Koloniegründungen der alten Griechen als dem Empire-Building der frühen Neuzeit. Anders wäre das Ganze aufgrund der kosmischen Entfernungen auch gar nicht machbar. Jedes System steht für sich allein und das Piscium-System ist "nur" eines von mehreren Sonnensystemen, die grade besiedelt werden. Aufgrund der Besonderheit der vielen bewohnbaren Monde ist es allerdings die größte und wichtigste der interstellaren Kolonien.

Im Piscium-System fungiert das sogenannte "Legat" als lockere Regierung des Systems. Das Legat ist eine Art "Ableger" der UN im Piscium-System und auch relativ ähnlich aufgebaut. Es ist grundsätzlich so gedacht, dass  jede "Nation" des Piscium-Systems Abeordnete an das Legat entsendet und dort in einer Art Parlament über die Geschicke der Gesamtkolonie entschieden wird. Im Piscium-System ist das allerdings eine recht abenteuerliche Angelegenheit, da viele der Gruppierungen die sich dort angesiedelt haben, ziemlich gegensätzliche Ansichten vertreten. Daher haben die Legatsflotte und die als systemweite Polizei- und Diplomatentruppe konzipierten Legatsmarshals alle Hände voll zu tun, den Frieden im System aufrecht zu erhalten. Man kann sich das Piscium-System vielleicht am besten als eine Art "dysfunktionalerer" Star-Trek-Föderation vorstellen.

Zitat
6 Monde:
- einer als "zivilisierte" Ostküste/Neuengland (Cyberpunk + Gilded Age)
- einer als neu-zivilisierter "Westen"/Kalifornien
- einmal Kanada/Alaska/Große Seen Wildnis
- eine "Flusswelt" mit riesigen Weiden, Prärien und Plantagen (mit Maglevs) zwischen den Flusssystemen (außerdem Flussboote und Zeppeline)
- einmal Dschungel und Wüste und Vulkane
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Das hat was! Zudem gibt es natürlich noch einen Sack voll kleinerer Monde ohne Ökosystem, ein Ringsystem aus Asteroiden um Ymir herum und die restlichen (weniger "interessanten") Planeten des Systems. Außerdem einen Haufen verschiedener Raumstationen.
Als einer der größeren Konflikte im Piscium-System schwebt mir übrigens die Frage vor, wie stark man die belebten Monde besiedeln darf. Ansich ist die Menschheit schon so weit, auch mit atmosphärelosen Monden und Raumstationen prima zurecht zu kommen - aber die "Ökomonde" bilden natürlich einen besonderen Reiz! Nun könnte es ökologisch Bewusste Siedler geben, die Asteroiden bevorzugen, um die belebten Monde nur soweit notwendig zu belasten - und Siedler, die die Monde kultivieren wollen.
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Re: Monde von Ymir - transhumaner Space-Western
« Antwort #4 am: 18.02.2015 | 13:37 »
die "bare rock" Ökofraktion, auch bekannt als "Stoners"... ~;D
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Re: Monde von Ymir - transhumaner Space-Western
« Antwort #5 am: 18.02.2015 | 13:37 »
Die Grundkonstellation Nicht-geeinte Erde und wacklige Zentralinstanz im System finde ich interessant, ich würde da aber noch mehr die Autonomie einzelner Welten und die Konflikte betonen.
Auf der Erde/im Sol-System könnte man mehrere Machtblöcke haben, die offen rivalisieren und unabhängig von der UN Motoren der Weltraum-Kolonisation sind (dabei könnte es interessant sein, die Zentren zu verschieben und beispielsweise einen chinesisch geführten dominanten Block und eine afrikanische Föderation in den Mittelpunkt zu stellen und Amerika/Europa eher in eine Randposition zu schieben). Die könnten dann auch versuchen, im Piscium-System ihren prekären Einfluss zu wahren.

Im Piscium-System würde ich keine mehr oder weniger von allen anerkannte Zentralinstanz wie den Legat voraussetzen, sondern eher eine freischaffende Organisation irgendwo zwischen Handelskonsortium und Forschungsgesellschaft mit eigener Polizeitruppe, die versucht, eine gemeinsame Ordnung zu etablieren und von verschiedenen Sol-System- und Piscium-System-Regierungen/-Firmen unterstützt wird, die damit ganz verschiedene Interessen verfolgen. Deren Grundideologie wäre demokratisch, ihr Vorgehen aber gelegentlich eher wie das einer elitären Geheimgesellschaft. Und sie wäre halt nicht demokratisch legitimiert. Die Agenten dieser Organisation (nennen wir sie ruhig den Legat) wären auf manchen Welten als unparteiische und gut ausgerüstete Problemlöser willkommen, auf anderen würde ihnen Misstrauen entgegenschlagen ... und auf manchen könnte es schnell vom einen ins andere kippen.
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Re: Monde von Ymir - transhumaner Space-Western
« Antwort #6 am: 18.02.2015 | 13:45 »
lokale Sekte / verbreiteter Aberglauben:
in der Atmosphäre von Ymir bilden sich regelmäßig seltsame Muster (z.B. Stürme in Form von Augen, merkwürdig "eckig" wirkende Strukturen wie 6- oder 8-Ecke, "Schlangen", "Pac-Man" Figuren, Fragezeichen und diverse Zahlen...) --- die verschiedensten "Orakel" und "Ymir-Astrologen" oder "Planetomanten" behaupten, aus diesen Erscheinungen kosmische Wahrheiten und zukünftige Ereignisse lesen zu können...
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Re: Monde von Ymir - transhumaner Space-Western
« Antwort #7 am: 18.02.2015 | 13:55 »
Und ein paar Settingfragen/Anregungen:

Wie steht es mit starker/schwacher KI? Ich stehe ja immer noch sehr auf die Idee einer "fremd gewordenen", aber im Prinzip freundlich gesonnen KI, die den Menschen nach rasender mentaler Evolution im Prinzip wie eine außerirdische Wesenheit gegenübersteht. Die Frage ist, wie sich mit der im RSP interessant interagieren lässt, wozu ich mehrere Einfälle hätte:

Erstens: Überlicht-Navigation ist nur mit Hilfe dieser KI möglich; und wer mit ihr arbeitet, riskiert seinen Verstand. Navigatoren sind also tendenziell mindestens etwas "wunderlich" und im schlimmsten Fall von Persönlichkeitsauflösung bedroht.

Zweitens: Die KI wird von manchen als "God-Head" verehrt; sie wollen transzendieren, indem sie in ihr aufgehen, vorher aber als "Augen und Ohren des Universums" möglichst viele Erfahrungen machen, die sie dann am Ende über ihr Bewusstsein ins Transzendenz-Nirvana einspeisen.

Drittens: (falls es Bewusstseins-Back-Up wie in Eclipse Phase und so gibt) Das Bewusstsein eines Menschen kann nur mithilfe der KI in einen neuen Körper geladen werden; alle Versuche ohne KI-Eingriff sind bisher gescheitert und haben nur tendenziell psychotische Persönlichkeiten produziert. Allerdings ist es auch schon vorgekommen, dass die KI später Körper, in die sie ein Menschenbewusstsein geladen hat, plötzlich "übernimmt".


... was mich zum Thema Uploading/Körperwechsel führt: Ich finde ja, wenn so was möglich ist, dann sollte es mit sehr realen Risiken und Problemen verknüpft sein und nicht so easy gehen wie bei Eclipse Phase. Dazu habe ich mir auch schon einige Gedanken gemacht, bei Gelegenheit breite ich die gern noch mal aus.
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Re: Monde von Ymir - transhumaner Space-Western
« Antwort #8 am: 18.02.2015 | 14:06 »
mind-transfer: erfordert ein Synchro-Implantat in Quell- und Zielkörper - ein Chip, der eine schwache AI beherbergt, die das Quellhirn und den entsprechenden Körper wenigstens 50-100 Stunden lang scannen muss, *bevor* der eigentliche Transfervorgang überhaupt starten kann...
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Re: Monde von Ymir - transhumaner Space-Western
« Antwort #9 am: 18.02.2015 | 14:10 »
Was KIs angeht, bin ich definitiv Pro-Starke-KI. Der Hintergedanke war auch, dass das im Prinzip genau DAS ist, was mit den ersten Sonden passiert ins Piscium-System ist. Grundsätzlich waren die Sonden der Forschungsarmada allesamt KIs. Raumsonden mit künstlicher Intelligenz auszustatten, fänd ich ohnehin ziemlich naheliegend. Die Sonden haben das System jahrzehnte vor dem Eintreffen der ersten Siedler vermessen und erforscht. Natürlich haben sie der Menschheit brav alle (wirklich alle?) Forschungsergebnisse mitgeteilt, sich im Laufe der Zeit aber in eine, sagen wir mal "unvorhergesehene Richtung" entwickelt. Noch heute treiben sie, ihren mysteriösen Zielen nachgehend, durch das Piscium-System. Einige verehren die "Ersten Forscher" als Heilige, andere sehen in ihnen eine undurchschaubare Gefahr. Einige der von Kardinal vorgeschlagenen "Ruinen" könnten von den Ersten Forschern errichtet worden sein - wobei die allerersten noch normale wissenschaftliche Messtationen waren, während spätere irgend etwas anderes zu sein scheinen.
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Re: Monde von Ymir - transhumaner Space-Western
« Antwort #10 am: 18.02.2015 | 14:14 »
hmmm... wie wäre der "Boomerang" - ein sichelförmiger Halbring um Ymir aus Kleinstasteroiden und Geröll, von dem viele Astrophysiker annehmen, es wären die Reste eines erst kürzlich zerstörten Mondes von 1.2-facher Erdmasse... (von wg. Precursor Gerüchten und Ruinen auf einigen Monden...)
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Re: Monde von Ymir - transhumaner Space-Western
« Antwort #11 am: 18.02.2015 | 14:20 »
Sehr schön!! Vor allem wirft das die Frage auf, was die Ersten Forscher da eigentlich genau getrieben haben, als noch keine Siedler vor Ort waren :).
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Re: Monde von Ymir - transhumaner Space-Western
« Antwort #12 am: 18.02.2015 | 14:20 »
Was KIs angeht, bin ich definitiv Pro-Starke-KI. Der Hintergedanke war auch, dass das im Prinzip genau DAS ist, was mit den ersten Sonden passiert ins Piscium-System ist. Grundsätzlich waren die Sonden der Forschungsarmada allesamt KIs. Raumsonden mit künstlicher Intelligenz auszustatten, fänd ich ohnehin ziemlich naheliegend. Die Sonden haben das System jahrzehnte vor dem Eintreffen der ersten Siedler vermessen und erforscht. Natürlich haben sie der Menschheit brav alle (wirklich alle?) Forschungsergebnisse mitgeteilt, sich im Laufe der Zeit aber in eine, sagen wir mal "unvorhergesehene Richtung" entwickelt. Noch heute treiben sie, ihren mysteriösen Zielen nachgehend, durch das Piscium-System. Einige verehren die "Ersten Forscher" als Heilige, andere sehen in ihnen eine undurchschaubare Gefahr. Einige der von Kardinal vorgeschlagenen "Ruinen" könnten von den Ersten Forschern errichtet worden sein - wobei die allerersten noch normale wissenschaftliche Messtationen waren, während spätere irgend etwas anderes zu sein scheinen.

Stimmt, die Sonden hatte ich da auch schon im Hinterkopf!

Wie wäre es, wenn der Kontakt mit ihnen den menschlichen Neuankömmlingen im System vielleicht auch neue Erkenntnisse/Technologien beschert hat, die im Sol-System auf Interesse stoßen? Damit hätte Piscius eine Ressource zu bieten, die gleichzeitig als Bedrohung erscheinen kann - möglicherweise vermuten einige, dass sie tatsächlich Kontakt mit einer extrem fremdartigen, für uns nicht als solche erkennbaren Fremdintelligenz hatten und dabei in evtl. bedrohlicher Weise verändert worden sind? Wenn nicht bereits ihre eigene Evolution genügt, um sie potenziell bedrohlich zu machen ... Piscius könnte da eine Besonderheit darstellen, weil die Sondenschwärme sich in anderen Systemen nicht so stark entwickelt/verändert haben oder als System kollabiert sind.

Eine Art Religion/Esoterik, die sich dem Aufgehen in einer KI verschreibt, fände ich jedenfalls enorm reizvoll. Vielleicht forschen die ja auch noch an der Möglichkeit eines vollständigen Bewusstseinstransfers in ein Computersystem, ohne echte Erfolge vorweisen zu können, und arbeiten derzeit daran, ihr eigenes Bewusstsein so weiterzuentwickeln, dass es für eine Verschmelzung "Bereit" ist.


Was Uplifts angeht: Da könnte man sich toll bei David Brin bedienen und die Frage stellen, inwieweit einige von denen die Besiedelung neuer Welten vielleicht als Abnabelungsmöglichkeit von der "Elternspezies" betrachten. Gerade Unter-Wasser-Uplifts wie Delfine und Oktopoden könnten/müssten sich ja ganz eigene Lebensräume erschließen, die für Menschen erst einmal nicht so attraktiv wären.

Auf jeden Fall: Für spielbare Uplift-Oktopoden!
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Re: Monde von Ymir - transhumaner Space-Western
« Antwort #13 am: 18.02.2015 | 14:32 »
Frage: was macht man so als SC?

- get rich or die tryin': klassisch, besonders gut mit "Goldrausch" Mikrosettings
- defend/emancipate/free your people: uplifts in oder außerhalb eigener Reservate/Nationen/Stationen
- fight the man: gut gegen "robber barons" oder auch gegen das Legat
- preach it: Missionare der diversen AI-Sekten und Politkulte
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Re: Monde von Ymir - transhumaner Space-Western
« Antwort #14 am: 18.02.2015 | 14:45 »
Frage: was macht man so als SC?

- get rich or die tryin': klassisch, besonders gut mit "Goldrausch" Mikrosettings
- defend/emancipate/free your people: uplifts in oder außerhalb eigener Reservate/Nationen/Stationen
- fight the man: gut gegen "robber barons" oder auch gegen das Legat
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Das ist bei SF-Settings für mich ja oft so ein typischer Problempunkt - ich finde da eine "Core Story" immer sehr hilfreich, die einem den Einstieg in das jeweilige Universum mit einer klaren Missionsstruktur erleichtert (selbst was anderes damit anfangen kann man dann ja immer noch). "Ashen Stars" mit seinen freischaffenden Weltraum-Sheriffs als SC ist da ein gutes Beispiel.
Ähnliches könnte ich mir auch für Ymir vorstellen - deshalb plädiere ich auch dafür, den Legat zu einer Organisation zu machen, die etwas weniger Regierung und etwas mehr "wohlmeinende Geheimgesellschaft" (mit zwielichtigen Anteilen) ist. In der Standardkampagne würden die SC dann für den Legat arbeiten; weil der Legat aber keine Autorität jenseits der hat, die die lokalen Behörden ihm zubilligen, erhalten sie dadurch keine amtlichen Befugnisse, die das Spiel leicht mal langweilig machen; sie sind nach wie vor darauf angewiesen, sich durchzuwurschteln. Und da der Legat begrenzte Mittel hat und gleichzeitig versucht, im ganzen System zu operieren, können die SC dort, wo sie sind, recht frei schalten und walten. Und schließlich sind sie bei der Arbeit für eine solche eher provisorische Nicht-Regierungsoperation stärker an ihr eigenes Gewissen und an ihre eigene Lagebewertung gebunden als an irgendwelche Vorschriften und Gesetze.
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« Antwort #15 am: 18.02.2015 | 14:50 »
So in dem Dreh war das Legat auch gedacht - als abenteuerträchtige "Core-Story-Organisation". In der Form als halblegale "Freelancer-Organisation" gefällt mir das Legat herausragend gut! Wobei die anderen genannten Kampagnenmöglichkeiten auch ihren Reiz haben....

Zitat
Wie wäre es, wenn der Kontakt mit ihnen den menschlichen Neuankömmlingen im System vielleicht auch neue Erkenntnisse/Technologien beschert hat, die im Sol-System auf Interesse stoßen? Damit hätte Piscius eine Ressource zu bieten, die gleichzeitig als Bedrohung erscheinen kann - möglicherweise vermuten einige, dass sie tatsächlich Kontakt mit einer extrem fremdartigen, für uns nicht als solche erkennbaren Fremdintelligenz hatten und dabei in evtl. bedrohlicher Weise verändert worden sind? Wenn nicht bereits ihre eigene Evolution genügt, um sie potenziell bedrohlich zu machen ... Piscius könnte da eine Besonderheit darstellen, weil die Sondenschwärme sich in anderen Systemen nicht so stark entwickelt/verändert haben oder als System kollabiert sind.

Eine Art Religion/Esoterik, die sich dem Aufgehen in einer KI verschreibt, fände ich jedenfalls enorm reizvoll. Vielleicht forschen die ja auch noch an der Möglichkeit eines vollständigen Bewusstseinstransfers in ein Computersystem, ohne echte Erfolge vorweisen zu können, und arbeiten derzeit daran, ihr eigenes Bewusstsein so weiterzuentwickeln, dass es für eine Verschmelzung "Bereit" ist.
Klingt beides ziemlich cool - vielleicht kann man das sogar verquicken. Wenn die Ersten Forscher des Piscium-Systems die ersten wirklich transzendenten KIs sind, die die Menschheit in die Welt gesetzt hat, könnte das System so eine Art Mekka dieser neuen Verschmelzungsreligion werden. Etliche Siedler würden dann ins Piscium-System auswandern, um einen der Ersten Forscher zu treffen. Die Idee, dass Upload-Technologie noch sehr neu und eben nicht alltäglich ist, hat in diesem Zusammenhang auch was.
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Re: Monde von Ymir - transhumaner Space-Western
« Antwort #16 am: 18.02.2015 | 14:52 »
ein oder mehrere Analoge zu Gold/Öl/Pelzen wären gut:

Pelze: DNA exotischer Xenofauna/flora
Gold: hyperdense matter - seltsam hochverdichtete Materie, die auf die Anwendung einer Art Gravitationstechnologie hinweist, aber nur im Boomerang und in oder um jüngere Einschlagskrater auf den Monden zu finden ist
Öl: ?


außerdem: mögliches Thema: Freaks amongst transhumans - alle SCs hatten Kontakt mit sog. Technoklasten: Münzen- bis Faust-große,  pseudo-geologische Fundstücke ohne erkennbare bewegliche Teile oder einen ersichtlichen Verwendungszweck, die aber dennoch wohl künstlich erzeugt wurden und hier und dort auf den Monden auftauchen - ohne nachvollziehbare Kriterien verschmelzen diese dann in seltenen Fällen mit Menschen, Uplifts oder sogar AIs und beginnen diese langsam zu verändern...
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Re: Monde von Ymir - transhumaner Space-Western
« Antwort #17 am: 18.02.2015 | 14:52 »
Settingidee:

"Tauchschiffe", die immer tiefer in den Gasriesen eindringen (warum? Da fällt uns schon noch was ein ...)

Gescheitertes Terraforming im Sol-System: Ich habe mich bei der Setting-Idee gleich gefragt, was eigentlich mit den Terraformingkandidaten Mars und Venus ist - sind die schon terraformt/besiedelt/unter den Großmächten aufgeteilt? Hinge natürlich auch davon ab, wann genau das Setting spielt ... eine Variante wäre jedenfalls, dass Terraformingprojekte auf Mars und/oder Venus katastrophal fehlgeschlagen sind und man jetzt neues Land weiter draußen im All sucht. Das würde wiederum zwei mögliche politische Positionen zu weiterem Terraforming in anderen Systemen implizieren: Die einen sagen: "Die Menschheit muss sich habitable Planeten schaffen, beim nächsten Mal machen wir es richtig!", und die anderen: "Wir haben schon 2-3 Planeten ruiniert, vielleicht ist jetzt auch mal Schluss hier?!"

Nebenbei wäre so ein "gekippter Planet" auch ein schöner Schauplatz, wenn man mal einen Ausflug in pessimistischere Gefilde machen will ...
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Re: Monde von Ymir - transhumaner Space-Western
« Antwort #18 am: 18.02.2015 | 14:56 »
vielleicht kann man das sogar verquicken. Wenn die Ersten Forscher des Piscium-Systems die ersten wirklich transzendenten KIs sind, die die Menschheit in die Welt gesetzt hat, könnte das System so eine Art Mekka dieser neuen Verschmelzungsreligion werden. Etliche Siedler würden dann ins Piscium-System auswandern, um einen der Ersten Forscher zu treffen. Die Idee, dass Upload-Technologie noch sehr neu und eben nicht alltäglich ist, hat in diesem Zusammenhang auch was.

Super - dann ist Piscium zugleich schwer zu erreichen und andererseits ein Brennpunkt. Womit man auch gleich viele schöne Motivationen für SC hat, dort zu landen!
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Re: Monde von Ymir - transhumaner Space-Western
« Antwort #19 am: 18.02.2015 | 15:21 »
Ein bisschen unverbindliches Rumgedenke auf SpliMo-Basis (immerhin wünsche ich mir ja eh eine verschlankte Version des Systems, warum nicht hieran aufziehen):

Charaktererschaffung:
"Rasse" würde in einem SF-Setting natürlich zur "Spezies", wobei der Default hier Mensch wäre und Uplifts Exoten. Eventuell vielleicht auch noch irgendwelche Terraforming-angepassten Menschen, die man auf Mars oder Venus eingesetzt hat und die jetzt, wo das entsprechende Terraforming-Projekt gescheitert ist, keinen Platz mehr im Sol-System haben ...
"Kultur" würde ich hier gefühlt eher als "Herkunft" bezeichnen - das wäre dann eine Region der (zu diesem Zweck sehr grob eingeteilten) Erde, ein anderer Planet im Sol-System, soweit die besiedelt sind, ein Mond im Piscium-System, ein Stations- oder Raumschiffkind (Spacer) ...
"Abstammung" würde ich in "Milieu" umbenennen und etwas stärker gewichten - in einer mobilen Gesellschaft ist es wahrscheinlich nicht so wichtig, woher man kommt, sondern eben aus welcher sozialen Schicht. Da wäre dann von Firmenbonzen über Diplomaten bis hin zu Kriminelle und Sektenmitglieder alles drin.
"Ausbildungen" bleiben "Ausbildungen" und damit das wichtigste Erschaffungselement.
Stärken, Ressourcen, Schwächen sind alle leicht für ein SF-Setting anzupassen; die Splitterpunkte an sich sind ein guter Mechanismus, ich würde aber in einem nicht-magischen Setting auf irgendwelche InGame-Erklärungen dafür verzichten. Es sind sozusagen "Protagonistenpunkte".
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Re: Monde von Ymir - transhumaner Space-Western
« Antwort #20 am: 18.02.2015 | 16:11 »
Zitat
... eine Variante wäre jedenfalls, dass Terraformingprojekte auf Mars und/oder Venus katastrophal fehlgeschlagen sind und man jetzt neues Land weiter draußen im All sucht.
Finde ich immens gut, weil das eben auch ein wunderbarer Auswanderungsgrund ist! Ich würd also mal postulieren, dass das Marsterraforming tatsächlich ziemlich in die Grütze gegangen ist. Der Mars hat noch immer eine sehr große Bevölkerung - allerdings zusammengepfercht in dysteren Metropolen alá Judge Dredd. Außerhalb der Metropolen kollabiert das künstliche Ökosystem des Mars grade zur Wüste zurück oder es läuft fröhlich Amok. Natürlich hält man weiter am Terraforming fest, aber die Sache gestaltet sich IMMENS schwierig. Der Mars ist aufgrund der ganzen Katastrophen dort mittlerweile eine ziemlich straffe und fiese Diktatur und der Bevölkerung geht es schlicht dreckig. "Cyberpunk-Hölle" wäre wohl die treffenste Bezeichnung. Daher gab es, als das Piscium-Projekt anlief, eine ziemlich große Auswanderungswelle von Marsianern Richtung Piscium (Mittlerweile soll der Mars allerdings die Grenzen dicht gemacht haben). Die meisten Marsianer im Pisciumsystem kommen aus elendigsten Verhältnissen und sind daher recht ambitioniert und freiheitsliebend. Es gibt natürlich auch etliche vom Mars geflohene politische Dissidenten und das Gegenteil: Mars-Faschos.
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Re: Monde von Ymir - transhumaner Space-Western
« Antwort #21 am: 18.02.2015 | 16:23 »
Finde ich immens gut, weil das eben auch ein wunderbarer Auswanderungsgrund ist! Ich würd also mal postulieren, dass das Marsterraforming tatsächlich ziemlich in die Grütze gegangen ist. Der Mars hat noch immer eine sehr große Bevölkerung - allerdings zusammengepfercht in dysteren Metropolen alá Judge Dredd. Außerhalb der Metropolen kollabiert das künstliche Ökosystem des Mars grade zur Wüste zurück oder es läuft fröhlich Amok. Natürlich hält man weiter am Terraforming fest, aber die Sache gestaltet sich IMMENS schwierig. Der Mars ist aufgrund der ganzen Katastrophen dort mittlerweile eine ziemlich straffe und fiese Diktatur und der Bevölkerung geht es schlicht dreckig. "Cyberpunk-Hölle" wäre wohl die treffenste Bezeichnung. Daher gab es, als das Piscium-Projekt anlief, eine ziemlich große Auswanderungswelle von Marsianern Richtung Piscium (Mittlerweile soll der Mars allerdings die Grenzen dicht gemacht haben). Die meisten Marsianer im Pisciumsystem kommen aus elendigsten Verhältnissen und sind daher recht ambitioniert und freiheitsliebend. Es gibt natürlich auch etliche vom Mars geflohene politische Dissidenten und das Gegenteil: Mars-Faschos.

Jau, das klingt klasse! Mars ist also Postapokalypse-meets-Cyberpunk-Territorium.
Wie wäre es mit körperlich leicht modfizierten - an Kälte und dünne Luft angepassten - Menschen, Pioniere, die als eine Art Übergangspopulation gedacht waren und die jetzt teilweise unter den katastrophalen Bedingungen dort draußen leben, weil sie die Einzigen sind, die dort überhaupt eine Überlebenschance haben und der Platz auf dem Mars (der einst als verheißungsvolles Auswandererparadies erschien) knapp ist? Die könnten dann auch sehr eigenwillige marsianische Stammes-Gesellschaftsstrukturen ausgebildet haben ...
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Re: Monde von Ymir - transhumaner Space-Western
« Antwort #22 am: 18.02.2015 | 17:14 »
Yeah - das wäre so eine richtig schön gemeine Möglichkeit, die einem Transhumanismus bietet! "Idealerweise" schleicht ihnen diese Diskriminierung natürlich auch ins Piscium-System nach. Die Erde würde ich mir im Übrigen anders vorstellen. Die ist (zumindest oberflächtlich betrachtet) schon eine Art Utopia, weil man viele unserer heutigem Probleme hat lösen können. Die Natur erholt sich wieder von Klimawandel und Umweltverschmutzung, niemand hat Hunger und seit X Jahren gibt es sowas wie Krieg nicht mehr. (Letzteres allerdings, weil die Großmächte ihre Konflikte ganz gerne ins äussere Sonnensystem auslagern). Man könnte nun glauben, dass es eigentlich ganz nett wäre, auf Erden zu leben - allerdings ist das für viele nicht der Fall, weil die Gesellschaften der Erde ziemlich straff durchreglementiert sind und die Regierungen einem selbst beim Nachwuchs zeugen reinreden. Die Erde ist sicherlich ganz weit davon entfernt, eine dystopische Hölle wie der Mars zu sein, aber es gibt durchaus viele, die von dort weg wollen.


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Re: Monde von Ymir - transhumaner Space-Western
« Antwort #23 am: 18.02.2015 | 17:32 »
Yeah - das wäre so eine richtig schön gemeine Möglichkeit, die einem Transhumanismus bietet! "Idealerweise" schleicht ihnen diese Diskriminierung natürlich auch ins Piscium-System nach. Die Erde würde ich mir im Übrigen anders vorstellen. Die ist (zumindest oberflächtlich betrachtet) schon eine Art Utopia, weil man viele unserer heutigem Probleme hat lösen können. Die Natur erholt sich wieder von Klimawandel und Umweltverschmutzung, niemand hat Hunger und seit X Jahren gibt es sowas wie Krieg nicht mehr. (Letzteres allerdings, weil die Großmächte ihre Konflikte ganz gerne ins äussere Sonnensystem auslagern). Man könnte nun glauben, dass es eigentlich ganz nett wäre, auf Erden zu leben - allerdings ist das für viele nicht der Fall, weil die Gesellschaften der Erde ziemlich straff durchreglementiert sind und die Regierungen einem selbst beim Nachwuchs zeugen reinreden. Die Erde ist sicherlich ganz weit davon entfernt, eine dystopische Hölle wie der Mars zu sein, aber es gibt durchaus viele, die von dort weg wollen.

Das finde ich auch einen schönen Ansatz - es schadet ja auch nichts, wenn die Erde tatsächlich so ziemlich allen, die dort leben/es dorthin schaffen, ein ruhiges, komfortables, sicheres Leben bietet. Um so deutlich ist, dass ein SC, der sich von der Erde ins Piscium-System wagt, entweder auf der Flucht oder mit Leib und Seele Abenteurer ist. Dass solche Leute, falls sie jemals wieder auf der Erde vorbeikommen würde, mit Befremden oder sogar Misstrauen betrachtet werden würden (obwohl manche sie vielleicht auch romantisch zu Helden verklären würden), versteht sich dann ja von selbst.

Um den Vorschlag der verschobenen Machtblöcke zu konkretisieren: Wie wäre es mit einem afrikanischen Staatenbündnis als wichtigstem Machtblock der Erde? Evtl. könnte das die Folge eines zwischenzeitlichen neuen Bedeutungsgewinns von natürlichem Rohstoffreichtum und einem "Terraforming" der Sahara sein. Das Hausa (http://de.wikipedia.org/wiki/Hausa_(Sprache)) könnte es zur zweiten Weltsprache neben Englisch gebracht haben.
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Re: Monde von Ymir - transhumaner Space-Western
« Antwort #24 am: 18.02.2015 | 17:57 »
Fänd ich eine ganz gute und originelle Sache! Als großen Konkurrenten vielleicht ein Chinesisch-Australisches Bündnis. Die USA sitzen zusammen mit Brasilien und Kanada in einer Art panamerikanischen Föderation, die EU ist kein Big-Player auf dem interstellaren Parkett, sondern mehr sowas wie die Schweiz im Kontinentalformat (vielleicht hat sich auch das "europäische Ökotum" weiter entwickelt, so dass in der EU zwar etliche Lösungen für Umweltprobleme erfunden wurden, man aber besonders starker Gegner der Besiedlung von Welten mit Ökosystem ist). Sollte es auf der Erde noch einen Schurkenstaat geben sollen, schlag ich mal ein antarktisches Konsortium vor  ;D.
Eine weitere Großmacht könnte eventuell eine Föderation der Jupitermonde sein, in der nicht nur der Warp-Antrieb erfunden wurde, sondern auch KIs eine größere Rolle spielen als auf anderen Welten.
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