Wie geht Ihr mit Änderungen (plötzliche insbesondere) bei Satzungen Eurer Settings um?
Aus der Spielleiter-Perspektive: Ich liefere verlässliches Rollenspiel. Punkt!
Natürlich juckt es einem als kreativer Spielleiter auch mal in den Fingern durch einen Twist moralische Attitüden zu hinterfragen.
Aber das macht man nicht bei altetablierten Setting-Fakten.
Wenn ich so eine Idee hab, dann mach daraus eine neue Kampagne und mache in Session Zero klar, dass der bisherige Status Quo nicht gegeben sein muss, sondern auf Fehlinformationen resultieren kann. Und dann kann ich loslegen.
Und wenn jemand überrascht wird, und sich noch so verhält, wie jümmers, dann reagiere ich nicht vorwurfsvoll oder eingeschnappt. Was soll denn sowas?
Als Spieler fände ich es blöd - da kann ich konservatives Denken verstehen. Ich will Handlungssicherheit und wenn die Spielleitung meint, mir einen David Lynch Setting vorzusetzen, wo alle 10 Minuten irgendwelche skurilen Omas, die mit kurzgesägten Holz-Stämmen kuscheln, rückwärts sprechend die universellen Tatsachen des Settings verdrehen, dann soll er mir das
vorher sagen.
Und vor allem nicht hinterher damit kommen, dass ich abartig wäre, nur weil ich Laura Palmer mit der Schrotflinte erschossen hab - die ist schliesslich die Leiche und
who did it war die Prämisse. Wieso taucht die jetzt wieder auf? Und hey, es waren nur 16 Schrotpatronen. Zombies behandelt man so.
Lasst uns fahren, sonst ist kein Cherry Pie mehr da.