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Pen & Paper - Rollenspiel- & Weltenbau / Re: Währungen in SF-Settings
« Letzter Beitrag von Feuersänger am Heute um 15:33 »Naja, vor Fiatgeld war das Problem ein bisschen anders gelagert, aber lief im Prinzip schon aufs Selbe raus. Vor 1971 war ja der USD _offiziell_ goldgedeckt, aber in Wirklichkeit war er das eben nicht, sodass es schon für eine große Verwerfung gesorgt hat als irgendwann (so um 1968 iirc) hat Frankreich die USA beim Wort genommen und wollte sich seine USD in Gold auszahlen lassen, und das ging nicht weil nicht genug Gold da war. Also eigentlich war da die Golddeckung schon längst Geschichte, Nixon hat es dann halt nur offiziell bestätigt.
Und auch wenn man noch weiter zurückgeht und direkt Edelmetalle als Währung nimmt -- es läuft immer wieder darauf hinaus, dass halt die Handelsbilanzen oft nicht ausgeglichen sind und so immer mehr Gold oder Silber aus Land A in Land B fließt und sich dann dort aufhäuft. Siehe zB Teehandel zwischen China und England. England wollte Tee, es gab aber absolut nichts was China von England hätte eintauschen wollen außer Silber. Dass dieser ständige Silberabfluss England bankrott zu machen drohte, führte letztendlich zu den Opiumkriegen.
Bitcoin halte ich letztendlich auch für Quatsch, ist aber wieder ein anderes Thema.
Eine Deckung durch andere Werte, wie Information in Battletech, halte ich durchaus für denkbar und passend. Ich tendiere hier zu einer Energiedeckung, da letztlich jedes Gut in Energieaufwand umgerechnet werden kann.
--
Anyway:
Ich habe noch ein wenig über das Problem nachgedacht. Unterm Strich ist die einzige Lösung - auch mit Einführung einer internationalen Handelswährung - dass jeder lokale Währungsraum eine ausgeglichene Handelsbilanz braucht. Aber natürlich nicht durch künstliche Drosselung der Exporte oder Protektionismus, sondern durch Anpassung der Binnennachfrage.
Dazu müsste man halt in einer stolzen Exportnation wie Deutschland erstmal realisieren und verinnerlichen, dass "Exportüberschuss" in Wirklichkeit ein Euphemismus für "Konsumdefizit" ist. Da kommen wir dann wieder zur Productivity Pay Gap, aber das möchte ich jetzt in diesem Thread gar nicht so sehr vertiefen.
Jedenfalls fügt sich das eigentlich ganz schön ins Gesamtbild der Neuen Ökonomischen Politik in Redshift: es wird nicht mehr gehortet, sondern verteilt. Und das könnte ungefähr so funktionieren:
Eine unabhängige Weltbank verwaltet "ICU" - die International Clearing Unit. Zentralbanken wie die US Fed, EZB oder PBC kaufen ICU mit ihrer Landeswährung. Mit diesen ICU werden nun internationale Geschäfte abgewickelt. ZB Autohändler in USA kauft für $10M ICU, und bezahlt damit die Mercedeslieferung, und Mercedes tauscht den Überschuss an ICU wieder in € um. Da die Weltbank aber weder $ noch € erschaffen kann, können (verkürzt gesagt) nur so viele € zurückgetauscht werden wie vorher eingezahlt wurden. Die EU muss also für eine ausgeglichene Handelsbilanz sorgen, und könnte dazu Instrumente wie Strafzinsen nutzen.
Das wirkt jetzt vielleicht auf den 1. Blick unnötig kompliziert und wie "Dollarwirtschaft mit Extra Steps", aber ich finde es macht Sinn wenn man die komplette Weltwirtschaft betrachtet. ICU ist ein internationaler Puffer, der erlaubt, dass Länder in unterschiedlichen Währungen handeln können, ohne dass jedes Währungspaar perfekt ausgeglichen sein muss.
Der Hauptbenefit ist, dass nicht mehr alles am USD hängt. Die USA könnten dann ihre Währung so verwalten, wie es für sie intern am sinnvollsten ist, und die anderen Blöcke sind nicht mehr gezwungen, haufenweise Treasuries zu kaufen weil sie nicht wissen, was sie sonst mit den USD anfangen sollen.
(Jetzt mal davon abgesehen, dass ich in der Welt von Redshift eh nicht mehr von so wenigen Superblöcken ausgehe, sondern annehme dass sie in kleinere, intern homogenere reorganisieren und auch die Währungen von neuen lokalen Währungen ersetzt werden.)
Und auch wenn man noch weiter zurückgeht und direkt Edelmetalle als Währung nimmt -- es läuft immer wieder darauf hinaus, dass halt die Handelsbilanzen oft nicht ausgeglichen sind und so immer mehr Gold oder Silber aus Land A in Land B fließt und sich dann dort aufhäuft. Siehe zB Teehandel zwischen China und England. England wollte Tee, es gab aber absolut nichts was China von England hätte eintauschen wollen außer Silber. Dass dieser ständige Silberabfluss England bankrott zu machen drohte, führte letztendlich zu den Opiumkriegen.
Bitcoin halte ich letztendlich auch für Quatsch, ist aber wieder ein anderes Thema.
Eine Deckung durch andere Werte, wie Information in Battletech, halte ich durchaus für denkbar und passend. Ich tendiere hier zu einer Energiedeckung, da letztlich jedes Gut in Energieaufwand umgerechnet werden kann.
--
Anyway:
Ich habe noch ein wenig über das Problem nachgedacht. Unterm Strich ist die einzige Lösung - auch mit Einführung einer internationalen Handelswährung - dass jeder lokale Währungsraum eine ausgeglichene Handelsbilanz braucht. Aber natürlich nicht durch künstliche Drosselung der Exporte oder Protektionismus, sondern durch Anpassung der Binnennachfrage.
Dazu müsste man halt in einer stolzen Exportnation wie Deutschland erstmal realisieren und verinnerlichen, dass "Exportüberschuss" in Wirklichkeit ein Euphemismus für "Konsumdefizit" ist. Da kommen wir dann wieder zur Productivity Pay Gap, aber das möchte ich jetzt in diesem Thread gar nicht so sehr vertiefen.
Jedenfalls fügt sich das eigentlich ganz schön ins Gesamtbild der Neuen Ökonomischen Politik in Redshift: es wird nicht mehr gehortet, sondern verteilt. Und das könnte ungefähr so funktionieren:
Eine unabhängige Weltbank verwaltet "ICU" - die International Clearing Unit. Zentralbanken wie die US Fed, EZB oder PBC kaufen ICU mit ihrer Landeswährung. Mit diesen ICU werden nun internationale Geschäfte abgewickelt. ZB Autohändler in USA kauft für $10M ICU, und bezahlt damit die Mercedeslieferung, und Mercedes tauscht den Überschuss an ICU wieder in € um. Da die Weltbank aber weder $ noch € erschaffen kann, können (verkürzt gesagt) nur so viele € zurückgetauscht werden wie vorher eingezahlt wurden. Die EU muss also für eine ausgeglichene Handelsbilanz sorgen, und könnte dazu Instrumente wie Strafzinsen nutzen.
Das wirkt jetzt vielleicht auf den 1. Blick unnötig kompliziert und wie "Dollarwirtschaft mit Extra Steps", aber ich finde es macht Sinn wenn man die komplette Weltwirtschaft betrachtet. ICU ist ein internationaler Puffer, der erlaubt, dass Länder in unterschiedlichen Währungen handeln können, ohne dass jedes Währungspaar perfekt ausgeglichen sein muss.
Der Hauptbenefit ist, dass nicht mehr alles am USD hängt. Die USA könnten dann ihre Währung so verwalten, wie es für sie intern am sinnvollsten ist, und die anderen Blöcke sind nicht mehr gezwungen, haufenweise Treasuries zu kaufen weil sie nicht wissen, was sie sonst mit den USD anfangen sollen.
(Jetzt mal davon abgesehen, dass ich in der Welt von Redshift eh nicht mehr von so wenigen Superblöcken ausgehe, sondern annehme dass sie in kleinere, intern homogenere reorganisieren und auch die Währungen von neuen lokalen Währungen ersetzt werden.)

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