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Lesen / Re: Aufgegebene Bücher - nicht fertig gelesen
« Letzter Beitrag von Seraph am Heute um 06:51 »
Bei mir war es "Dune".
Ich hab nach den grandiosen Villeneuve-Filmen richtig Lust auf das Universum bekommen, fand die Verwendung östlicher/orientalischer Ästhetik ziemlich cool und mal was anderes, mochte die ganzen Namen und hatte schon gehört, dass in Buch X ein gewaltiger Monster-Mensch-Wurm die Galaxis beherrscht. Wie grotesk-gut ist das denn alles???

Tja und dann hat es sich leider recht schnell totgelaufen. Ich habe das erste Buch etwa zur Hälfte geschafft (bis zu dem Zeitpunkt, als Paul und Jessica ins Exil gehen), dann war es aber vorbei. Was mich am meisten überrascht und auch ein bisschen ernüchtert hat, dass es gefühlt fast nur Dialoge und/oder Gedankenbeschreibungen der Figuren gab. Es ist...wie soll ich das beschreiben...es ist fast nie richtig etwas PASSIERT. Ich habe wirklich lange auf ein paar Seiten gewartet, in dem mal beschrieben wird, wie eine Figur eine Stadt erkundet. Oder dass gekämpft wird. Oder reist. Oder sonst was AKTIVES macht. Aber das Ganze las sich für mich viel zu sehr nach Theaterdrehbuch, als nach Roman.

Fairerweise muss ich dazu sagen, dass ich das Ganze in einer Phase gelesen habe, in der ich auch Probleme mit dem Lesen hatte und jedes Kapitel eine richtige Hürde war. Spielte bestimmt auch mit rein
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OD&D/AD&D/Klone & OSR / Re: [Ich erzähle von] Wulfenwald
« Letzter Beitrag von Fezzik am Heute um 05:58 »
Wulfwald gefällt mir auch sehr gut. Top gemacht und auf jeden Fall als Ideensteinbruch super.
Habs mir irgendwann letztes Jahr gekauft.  :d
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Sehen / Re: Filme und Serien - Smalltalk
« Letzter Beitrag von 6 am Heute um 04:36 »
Kennst Du eigentlich Das Millionenspiel, die deutsche Fernsehfilmvariante aus den 70-ern?
(Dieter Hallervorden in einer ernsten Rolle und nach der Ausstrahlung der Sendung im Fernsehen hagelte es Bewerbungen als Gejagder, weil ne Menge Leute nicht verstanden haben, dass das ein Film war)
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Von Übertreiben würde ich persönlich sogar sehr ausgehen, ausgehend davon wie einseitig und enthusiastisch sie sich da ins Zeug werfen.

Sehe ehrlich gesagt keine Unterschiede zu anderen Rezensionen von den Orkenspaltern. Sie gehen darauf ein, wie das Produkt aufgebaut ist, sowie auf Mängel (da ist nicht mehr Enthusiasmus, als bei der Mängelbeschreibung von anderen rezensierten Produkten). Sie gehen sogar auf die Punkte ein, in denen das Scam-Produkt (halbwegs) funktioniert, die Besprechung ist also nicht einseitig.
Dass dieses Date Night Ding halt ein paar mehr negative Aspekte in der Umsetzung hat, liegt eben an der mangelhaften QC der Scammer, die wohl  niemals ein Interesse an einem funktionierenden Produkt hatten, und ist sehr konsistent mit dem, was ich von reinen LLM-Produkten (wie die von sma immer wieder in den KI-Threads geposteten Vaesen-"Abenteuer") bisher gesehen habe. Wenn du der Meinung bist, dass das übertrieben ist, dann steht es dir frei dir das PDF zu  besorgen, und eine "weniger übertriebene" Rezi zu verfassen. Oder ein anderes KI-Abenteuer zu rezensieren, um zu zeigen, dass die Mängel des "Date Night"-Scams nicht auf alle Produkte mit LLM-Nutzung zutreffen.
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OD&D/AD&D/Klone & OSR / Re: [Ich erzähle von] Wulfenwald
« Letzter Beitrag von sma am Heute um 01:26 »
Ich muss noch ergänzen, dass das Spiel versucht, vom Spielgefühl an Dave Arnesons Blackmoor-Kampagne anzuknüpfen, also pre 1974. Daher auch nur drei Stufen, weil das in Chainmail auch so war.

Doch nun zur Kampagnenwelt.

Die Karte ist schick. Kapitel 1 von Buch 3 beschreibt auf 20 Seiten neun Regionen durch meist eine Seite Beschreibung und eine Seite mit 2W6 Zufallsbegegnungen.

Im Osten liegt ein Menschenreich von König Beornheard und Königin Siwan, nahe dem Wilderwald wo die Elfen wohnen. Im Westen liegt das verfeindete Reich von König Cyneric, Sohn von Cedric und Königin Cynewise, zusammen mit den Vasallen Midlund (regiert von Sigward) und Suflund (regiert von Eomer). Königin Gisa herrscht in Middle Anglund, was an Geatlund grenzt, dessen kriegerische Horden die anderen Reiche ausrauben, wenn sie nicht gegen den Erzfeind Jutes ziehen, in dem zwei Könige um die Macht streiten. Das wird nur übertroffen durch das zentrale Wulfingas, nach dem nicht weniger als sechs Könige die Hand ausstrecken. Umschlossen wird dies durch die Grenzlande, die aus den Berge die Zwerge wohnen, den Ausläufern eines fernen Imperiums, den Wäldern der Elfen, dem Hochland der wilden Ré∂ealings und gefährliche Sümpfen bestehen.

Viel mehr als wer regiert oder regieren möchte und/oder andere besiegen oder überfallen möchte, erfährt man nicht. Doch die wenigen weiteren Worte reichen meist, um zusammen mit der Karte ein Bild dieser Region zu zeichnen. Und die Zufallstabellen fügen weiteres Flavor hinzu.

So kann man in den Sümpfen z.B. auf Männer von Eomer, König von Suflund treffen, 2W6 Fyrdmen und 1W3 Sölder (Spieldaten in Buch 5), die dem Rudel der Spielercharaktere mehr als Gewachsen sein sollte. Die spannende Frage (die Improvisationstalent erfordert) ist damit natürlich, was machen die so weit im Osten? Welche Geheimnisse birgt der Sumpf, das Eomer in Besitz bringen will und würde er das auch den SCs abkaufen, wenn diese es statt seiner Männer zu ihm bringen würden? Vielleicht das Ei eines Sumpfdrachens?

Kapitel 2 beschreibt als nächstes auf 8 Seiten Land und Leute und insbesondere ihre soziale Stellung in der Gesellschaft. Es gibt Háms mit vielleicht 150 Seelen, Túns mit 500-1000 Leuten und eine Stadt (in Westlund) mit 5000 Bewohnern. Alles Land gehört den Königen und wird dann verliehen. Sie reisen herum, halten Rat. Ihr kennt den Drill. Natürlich haben alle Ämter altenglische Namen. So würde ein Heah-Gerefan eines Shire einen Útlagan jagen, der sich erdreistet, Ceorl zu überfallen und das Geld den Buras zu geben (ich übernehme keine Garantie für die korrekte Singular/Plural-Form).

Und alles klein. Der König von Eastlund befiehlt vielleicht über 12 Heorþweru, persönliche ihm treu ergebene Krieger und sein Hof mag aus 15 Gesiths bestehen, die vielleicht alle noch noch 1W3 Kämpfer mitbringen können. Dazu kommen vielleicht 5 Söldner (so wie die Spielercharaktere).

Die Regeln erinnern auch noch einmal daran, dass die SCs Ausgestoßene sind, die nirgend willkommen und überall gefürchtet sind und selbst fürchten müssen, dass andere sie ohne Konsequenzen töten könnten. Leute halten zusammen, denn dieser Zusammenhalt ist alles, was sie haben und gibt nicht Sicherheit sondern auch Leumund, und das ist alles, was im Falle eines Falles zählt. Und wenn sie einen Sündenbock brauchen, dann sind das die SCs. Die Regeln zählen diverse Gründe auf, warum die SCs gehasst und wie Dreck behandelt werden … aber man kann alles auch übertreiben. Ich würde sagen, es ist für sie schwer, Freunde zu finden. Ich sehe jetzt kein Problem darin, eine Art Robin-Hood-Bande zu spielen, wenn man das möchte. Man muss ja nicht dem Vorbild moderner Fernsehserien folgen und alle Protagonisten zu unsympathischen Arschlöcher machen.

Kapitel 3 macht auf 12 Seiten dann einen Vorschlag, wie eine Kampagne aussehen könnte und betont, dass dies ein Vorschlag ist und man als SL sich da nicht nur was eigenes ausdenken kann sondern soll und sich so das Spiel zu eigen machen. Letztlich sollen die SCs in dem politischen Geflecht der Mächtigen das Zünglein an der Wage spielen und das tun, was ehrbaren Leute niemands täten … höchstens dafür sorgen, dass andere es für sie tun. Und weil die Welt klein ist und Drama persönlich ist, sollte es sich dabei auch um persönliches Drama drehen. Ich will hier aber jetzt nix spoilern.

Und dann war offenbar im Buch noch Platz und es folgen 16 Seiten mit optionalen Regeln. Die OSR-typische Reaktionstabelle macht den Anfang. Dann folgt eine Initiative-Regel. Dann ein sechsseitige Abenteuer (doch nicht nur Regeln). Dann aber doch wieder abstrakte Massenkampf und Belagerungsregeln. Den Abschluss macht eine Tabelle zum Auswürfeln von Mietlingen, wobei diese natürlich nicht von den SCs angestellt sind, sondern ihnen unterstellt wurden. Dennoch kann man deren Name, Persönlichkeit und Eigenschaft auswürfeln, was nett ist. Ach, und dann ist da noch eine Seite mit den Namen der 24 NSC-Herrscher des Wulfwalds. Ich lerne da, dass Æðelbeorht der Geliebte von Gisa ist, was aber wohl ein Geheimnis ist. Ups.

Und wie finde ich's? Die 13€, die mich das PDF gekostet hat, bereue ich nicht. Mir gefällt das Setting, auch – oder vielleicht weil – es sehr grob umrissen ist und noch viel Platz für eigene Ideen lässt. Spielfertig ist da nix. Es ist eher eine Sandbox, oder noch weniger, ein Platz, auf dem man Sand aufschütten kann. Aber mir gefällt, dass das System anders ist und ein noch eher unverbrauchtes Setting präsentiert, das nicht dem Trend folgt, verkleidet in einer ansonsten modernen denkenden und handelnden Welt herumzulaufen.

Magie ist böse (außer vielleicht die Runenmagie, die muss es nicht), Kampf ist tödlich, die Welt hart und unerbittlich. Und dennoch könnte, gerade wenn man das Rollenspiel nicht nur als Kämpfen zum Spaß auffasst und Eskapismus nicht nur als ich will mich groß und mächtig fühlen, dort spannendes Rollenspiel in einer kleinen Welt voller Gegensätze und Gefahren, in der man eigentlich nur überleben kann, wenn man Freunde hat – oder zumindest Leute, die einem noch einen Gefallen schulden. Es ist irgendwie schon Shadowrun, auf die gute Art.
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Sehen / Re: Filme und Serien - Smalltalk
« Letzter Beitrag von Outsider am Heute um 00:48 »
Ich habe zwischen den Tagen noch das Remake von Running Man und das Original einen Tag später gesehen.

Das Original ist zwar schlecht gealtert in meinen Augen, aber die Show war um längen besser dargestellt. Das Remake weiß manchmal nicht so recht ob es Satire sein soll. Und der Rahmen, 30 Tage in der Open World überleben ist einfach zu drüber wie da die Leute gefunden werden. Das zieht nicht und der Hauptchar hat 0 Sympathie- Punkte von mir bekommen. Interessant war zu sehen wie sie schon im Original mit Deep-Fakes gearbeitet haben, damals ein kleiner Vorgeschmack auf die Realität. Zumindest das hat 1a gestimmt.

Das Remake bekommt 4/10

Das Original (gemessen am Alter) immer noch 8/10 -> ohne Nostalgiebrille 6/10 weil wirklich nicht gut gealtert. Da merkt man ein wenig den B-Movie.
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Das Problem sind die Seiten in den Büchern, die deutlich besser bzw. relevanter fürs Spiel genutzt werden könnten. Aber so Geschichte schreibt sich halt schnell runter, weil sie nicht beim Spielgeschehen aneckt. Außerdem haben das früher alle so gemacht.
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Sauvage King kommt dann wohl am 4.2. in den Handel (oder ist zumindest bei Chaosium bestellbar):
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Die Hauptkritikpunkte in den ursprünglichen Zitaten waren ja, dass das ganze total dröge zu lesen ist und dass viele der beschriebenen Details für das Spiel bzw. die "aktuelle" Zeit des Settings völlig irrelevant sind.

Bedeutungsvolle historische Ereignisse in einem Setting finde ich schon wichtig (sowas von der Skalierung William the Conqueror, Gunpowder Plot und seine Folgen, 100 Jähriger Krieg, etc.), aber welche zwei schottischen Lords 1435 irgendwo in den Highlands miteinander Stress hatten ist für ein Abenteuer, das nicht in exakt diesem Gebiet spielt, echt komplett irrelevant.

Prinzipiell sind aus meiner Sicht solche kleinen Details und Anekdoten oft besser bei Ortsbeschreibungen aufgehoben.
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