Inwieweit das Einander-Anspielen abseits der "precious hack time" (oder auch mal mittendrin) praktiziert wird, hängt ja stark auch vom Spielermaterial ab: Besteht spielideologisch überhaupt Interesse daran? Außer in einigen sehr homogenen Runden wird das Interesse ungleich verteilt sein. Aber da kennt Ludovico seine Runde selbst am besten. Ich persönlich mag das sehr gern, suche aber eher den heiteren oder skurrilen Moment als gemeinsame tiefenpsychologische Auslotung inkl Tränen und Umarmungen. (Ich drücke das bewusst so extrem aus, um die Vektoren zu verdeutlichen. Die Wahrheiten liegen irgendwo dazwischen, das haben ja schon Sculder und Mully bewiesen.)
Einmal angenommen, dass grundsätzlich Hoffnung auf "völlig sinnlose"

Interaktionen besteht, kann man als SL vorbereitend helfen, indem man auch in den "harten Plotphasen" Szenen einstreut, die SC abseits davon miteinander verbinden. Und zwar durch Konflkte miteinander verbinden. Das kann die Hauteng-Braut sein, die erst dem einen SC Avancen macht und später dem anderen. Man kann jemanden aus der Vergangenheit eines SC auftauchen lassen, der erfundene (?) Peinlichkeiten herausposaunt (die dann hoffentlich hängenbleiben). Und man kann vielleicht die Spieler zu Flashbacks animieren: "Überlege heute doch mal, welche Situation aus der Vergangenheit dem SC in einer kritischen Situation plötzlich in den Sinn kommen könnte und ob ihn das vielleicht beeinflusst!") Ganz allgemein ist Status - dh echter oder gefühlter ungleicher Status - ein hervorragender Motor für Interaktionen zwischen SC. Das Beispiel mit dem Typ, der Peinliches erzählt, geht in diese Richtung. Aber es müsste doch auch in dieser schrecklich inklusiven Star-Trek-Crew habituelle Unterschiede geben, mit denen sich Leute gegenseitig ankeksen können.
Am leichtesten ist es eben, wenn die Spieler das sowieso wollen. Normalerweise achten die dann aber - schon allein aus kreativer Freude daran - während der Generierung darauf, sich ein runderes Hintergrundbild des SC zu machen inkl der Vorstellungen, wen oder was man nicht bzw besonders gut leiden kann, und von wem deswegen Blicke zu erwarten sind.
Ganz allgemein würde ich raten: Man erwarte nicht zu viel und freue sich über alles, was dann doch kommt. Liest sich wie ein Satz fürs Phrasenschwein, kann aber echt verkrampftem Spiel vorbeugen. So wie bei den angeblich "am schwierigsten umsetzbaren" (TM) Theman überhaupt: Horror und Humor (Grusel und Grumor?). Da ist es auch besser, unverkrampft aufzuspielen und nicht den großen Unterschied zu erwarten, sondern sich über jeden Moment zu freuen, der dann "wider aller Wahrscheinlichkeit" ("Unerreichbar!") und "trotz aller Unfähigkeit" ("Ich bin eine SL-Wurst!") dennoch eingetreten ist.