4
« Letzter Beitrag von torben am Gestern um 22:50 »
EINSCHUB: Oh Mann, ich habe gerade festgestellt, dass ich aller Langsamkeit zum Trotz vergessen habe, die Session 126 hier einzustellen. Das wird hier nun gleich mal nachgeholt. Also ein kurzer Sprung zurück in die schwarze Ebene der Minen von Burskadekdar.
Session 126:
8.3.2789 3Z
Ramsarin
Die seit dem Eintritt in die schwarze Ebene brennende Kerze, anhand deren Brenndauer die Gefährten den Ablauf ihrer zwölfstündigen Frist für die Rettungsaktion abschätzen wollen, lassen sie bei Cobara zurück. Anschliessend betritt Tinulin als erster das dunkle Wasser, das den Damm etwa knietief überflutet. Hinter ihm drängen sich Khufur und Yuzuki, die nicht nur eines der beiden Bergmannslichter, sondern zusammen mit dem Zwerg auch die Holzplanke trägt. Ihnen folgen Bóin II. und Mo mit dem zweiten Bergmannslicht, gefolgt von Calendin und Arrohir. Nachdem sie eine ganze Weile durch die riesige Höhle gewatet sind, erreicht Tinulin schliesslich das Ende des Dammes und muss sich von Yuzuki das Bergmannslicht geben lassen, um die Fortsetzung des Weges erkennen zu können. Als er das andere Ende der zu überquerenden Unterwasserschlucht ausgemacht hat, richten er und Khufur die Holzplanke aus, worauf der Zwerg seinen Fuss darauf stellt. Da der Platz sehr beschränkt ist, benötigen die beiden zwei Versuche, bis die Planke richtig platziert ist und ihr anderes Ende über der Fortsetzung des Dammes schwimmt. Anschliessend betritt Tinulin vorsichtig die Planke, bis auch das gegenüberliegende Ende unter Wasser gedrückt wird und fest auf dem Damm aufliegt.
[An dieser Stelle ersparen wir uns die Diskussion darüber, ob Tinulin angesichs der elbischen Leichtfüssigkeit, welche die Erstgeborenen befähigt, sogar auf Pulverschnee zu laufen ohne einzusinken, die Holzplanke mit seinem Gewicht unter Wasser drücken kann oder nicht.]
Sobald der Noldo auf der anderen Seite angekommen ist, folgt ihm Khufur mit einem Bergmannslicht, während sich Yuzuki ebenfalls auf die Planke stellt, damit sie nicht davonschwimmt. Tinulin erkundet derweil schon ein bisschen den weiteren Verlauf des Dammes. Nachdem Bóin II. das zweite Bergmannslicht an Mo übergeben hat, windet er sich vorsichtig an Yuzuki vorbei und betritt die Planke. Während der Überquerung wird der Zwerg jedoch unsicher und bleibt mitten über der Schlucht aus Wasser stehen, als plötzlich mehrere rot glühende Lichterketten aus der Tiefe unter ihm emporschiessen. Bóin II. gelingt es gerade noch so rechtzeitig, seine Freunde zu warnen, dass Calendin einen Pfeil auf die Gefahr abfeuern kann. Sein glühendes Geschoss durchschlägt die Wasseroberfläche mit einem wütenden Zischen und spiesst sogleich einen der grossen, schlanken Raubfische auf, die sich mit ihren furchteinflössenden Zähnen auf Bóin II. stürzen. Glücklicherweise trägt der Zwerg von der ersten Attacke der Fische, deren Seiten mit rot leuchtenden Punkten versehen sind, nur leichte Verletzungen davon und kann seinerseits einen der Angreifer mit einem Hieb seiner Axt Kibil Burk verwunden. Mo wird angesichts der tödlich rasch durchs Wasser gleitenden Lichter von ihren Kindheitsängsten aus einer Höhle in Dunland eingeholt und bleibt wie paralysiert auf dem Brett stehen, unfähig auch nur einen Pieps zu sagen. Auf der anderen Seite schafft es derweil Khufur, mit einer engen Umarmung an Yuzuki vorbeizukommen und so den Platz bei der Planke und am nächsten zu seinem Meister einzunehmen. Auch Tinulin drängt sich noch an Yuzuki vorbei, um Bóin II. im Kampf zu unterstützen, doch sein Plan ändert sich rasch wieder, als plötzlich noch vier weitere Raubfische mit rotglühenden Flanken aus den dunklen Tiefen des Wassers emporschiessen und beinahe alle Gefährten gleichzeitig angegreifen. Dabei tragen Khufur und Tinulin nicht nur blutende Wunden davon, der Noldo muss sich vorerst auch ganz auf seine Verteidigung konzentrieren und kann nicht weiter angreifen. Mit einem Schuss auf einen der heranschwimmenden Fische kann Calendin derweil einen Angriff auf die noch immer regungslos dastehende Mo verhindern und die schöne Heilerin damit auch gleichzeitig aus ihrer Starre wecken. Wie von der Tarantel gestochen, schlägt sie, voller Zorn schreiend, mit ihrem Morgenstern nach den Fischen und kann wenig später einem von ihnen den Garaus machen. Immer noch kommen weitere Fische aus der Tief herauf und setzen vor allem Calendin und Yuzuki zu, die weniger gut gepanzert sind.
Nachdem die junge Händlerin trotz den Bemühungen der übrigen Gefährten bereits mehrere tiefe Bisswunden hinnehmen musste, gelingt es ihnen allmählich, die Gegner einen nach dem anderen zu erschlagen. Als wenig später mehrere rote Blitze durch die Tiefe des Wassers zucken und den Calatirnor einen kurzen Blick auf zahllose dunkle, sich eng umwindende aalartige Fische oder Arme freigeben, ziehen sich die Angreifer schliesslich zurück.
Auch wenn sich Calendin nicht sicher ist, ob sie nicht im nächsten Augenblick von etwas noch deutlich Grösserem angegriffen werden, mahnen Tinulin und auch Mo zur Eile. Wenig später haben alle Gefährten die Unterwasserschlucht mit Hilfe der Holzplanke überquert, und Arrohir hält den Balken mit einer Hand fest, während er das andere Ende hinter sich durchs Wasser zieht. Verfolgt von mehreren roten Blitzen aus der Tiefe des Wassers, drängen sich die Gefährten im Gänsemarsch so schnell es geht über den überfluteten Damm und erreichen schliesslich das andere Ende des Sees.
Während sich Mo darum kümmert, die blutenden Wunden ihrer Freunde mit ihren Heilkräften zu versorgen, konzentriert sich Calendin auf seine Selbstheilung, bis es allen so weit besser geht, dass sie ihre Suche nach den verschollenen Minenarbeitern fortsetzen können. Bevor sie nach einer guten Viertelstunde wieder aufbrechen, geht Mo zu Tinulin und Bóin II. und sagt mit ernster Miene: "Ich werde Euch hier herausführen, aber zuerst müssen wir die anderen finden."
Die Gefährten diskutieren noch kurz darüber, ob sie die Holzplanke auf dieser Seite des Sees in einer Felsnische zurücklassen könnten. Schliesslich entscheiden sie sich aber doch dafür, sie weiterhin mit sich zu tragen, wobei diese Arbeit nun Bóin II. und Khufur zufällt. Die Elben haben zudem frische, von Menschen gemachte Spuren gefunden, was die Gefährten optimistisch stimmt.
Als die Calatirnor bald darauf durch die fünfte Tiefe der schwarzen Ebene schleichen, hat Bóin II. grosse Mühe, mit dem Holzbalken nicht zu viel Lärm zu verursachen. Schliesslich legen die Zwerge das sperrige Holzstück doch in einer Nische ab und gehen ohne es weiter.
[Technisch gesprochen: Ja, Bóin II. hat beim Schleichen-Manöver ziemlich hoch gepatzt.]
Wenig später venimmt Tinulin aus einem gemäss ihrer Karte mit Kristallen besetzten Höhlenbereich leise Geräusche und mahnt seine Freunde daher zu noch grösserer Vorsicht. Am anderen Ende einer riesigien, von unzähligen Kristallen besetzten Halle stossen sie auf zwei mit Bergmannspickeln bewaffnete Männer, die ob dem Erscheinen der Gefährten mächtig erstaunt und verwirrt sind. Tinulin erklärt ihnen auf Ostron, wer sie sind und dass sie in Absprache mit Arang gekommen seien, um sie aus der schwarzen Ebene zu evakuieren. Auf seine Frage, ob noch weitere Minenarbeiter hier unten seien, sagen Kimo und Kapono, wie die beiden Männer heissen, dass die anderen Minenarbeiter noch in der sechsten Tiefe beim Goldvorkommen seien. Sie selbst seien gerade dabei gewesen, ein Fässchen mit sehr stark goldhaltigem Gestein nach oben zu schaffen. Wegen des Hochwassers seien sie arg in Verzug geraten und zu allem Unglück sei beim Angriff der Leuchtfische, der Cobara seinen linken Unterschenkel gekostet habe, auch noch ihr Holzbalken davongetrieben worden. Diese Nachricht veranlasst Calendin, die anderen darum zu bitten, den Holzbalken allen Umständen zum Trotz doch mitzunehmen, da sie ohne die Planke nur allzu leicht hier stranden könnten. Kurz entschlossen holen die Gefährten gemeinsam ihren Holzbalken und steigen anschliessend mit Kimo und Kapono, die das Goldfässchen in der Kristallhalle zurücklassen, in die sechste Tiefe hinab.
In der sechsten Tiefe der schwarzen Ebene übernehmen Kimo und Kapono, deren Sinne bestens an das Leben unter Tage angepasst sind, die Führung und geleiten die Gefährten leise und zügig zum grossen Goldvorkommen. Kurz vor der letzten Biegung des Ganges vernehmen sie vor sich plötzlich hektische Rufe, die rasch immer panischer und lauter werden. Sofort rennen Kimo und Kapono ihren verzweifelt schreienden Minenkumpels entgegen, gefolgt von Tinulin und Mo, denen Bóin II. und Khufur mit der noch immer geschulterten Holzplanke folgen. Hinter den Zwergen folgen schliesslich Arrohir, Yuzuki und Calendin. Gleich nach der Biegung kommen sie zu einer grossen natürlichen Halle, in deren Mitte am Boden ein von wenigen Bergmannslichtern erhelltes riesiges Goldvorkommen wie ein Bach in der Dunkelheit schimmert. Zu ihrem Entsetzen erkennen sie, dass die dort schuftenden Minenarbeiter gerade von Schwärmen etwa handteller grosser Spinnen mit dunklen Körpern überrannt und angegriffen werden. Von der gegenüberliegenden Seite der Halle kommend, bahnen sich die äussert flinken und an Masse nicht zählbaren Angreifer ihren Weg zu den Menschen nicht nur über den Boden, sondern auch entlang der Wände und der Decke. Gleich zu mehreren haben die Spinnen schon fünf der sieben Minenarbeiter befallen, die ob der schmerzhaften Bisse der Angreifer aufschreien.
Ohne zu zögern, wagt sich Tinulin bis zum Rand des breiten "Goldbaches" und ruft den Minenarbeitern auf Ostron zu, sie sollen mit ihren Bergmannslichtern so schnell wie möglich zu ihm kommen. Anschliessend reckt er sein Schwert Luinmacil, dessen Klinge blau in der Dunkelheit erstrahlt, in die Höhe und stimmt auf Quenya das Lied "Luinmacil ehrt Vardas Sterne" an. Darin besingt der Noldo die Schärfe und Härte des Sternenlichts und bittet alle Lichtquellen, das Licht von Varda in sich aufzunehmen und abzustrahlen. Durch das Leuchten seines Schwertes Luinmacil und der Gravuren aus Ithildin auf dem Helm seines Ahnen Findulin wird Tinulin selbst zu einer strahlenden Erscheinung in der Dunkelheit, und sein Gesang berührt Mo bis ins Innerste ihres Herzens und gibt ihr neuen Mut.
[Technisch gesprochen: Tinulin wirkt einen Gesangszauber, um die Moral seiner Verbündeten zu heben und ihnen damit einen Bonus auf sämtliche Aktionen zu geben. Beim Auswürfeln der Stärke des Einflusses würfelt Tinulins Spieler für Mo eine UM 100 - sie ist hin und weg.]
All ihren Ängsten zum Trotz, stellt sich die schöne Heilerin an Tinulins Seite und sieht ihn still und bewundernd an. Arrohir begibt sich ebenfalls zu Tinulin an die Front und nimmt dabei Mo in die Mitte zwischen sich und dem Noldo.
Der Anblick der alles überflutenden Spinnen ruft in Bóin II. und Calendin plötzlich Erinnerungen an ihre Expedition nach Belegost vor mehr als 35 Jahren hervor, als sie in den Tiefen der verschollenen Zwergenstadt ebenfalls von unzähligen Spinnen gejagt wurden. Sogleich schärft Bóin II. Khufur ein, den Holzbalken unter keinen Umständen loszulassen, da er ihr wertvollster Gegenstand überhaupt sei, wenn es darum gehe, diesen Ort jemals wieder lebend zu verlassen. Während sich Bóin II. den anstürmenden Angeifern stellen will, wird Yuzuki von Angst erfasst und zieht sich in den Gang zurück, von wo sie gerade erst gekommen waren. Die Minenarbeiter versuchen derweil verzweifelt, die Spinnen von ihren Körpern abzuschütteln und laufen dabei in Panik in alle Richtungen davon. Nur vier von ihnen sind genügend geistesgegenwärtig, um zu Tinulin zu gehen, der zusammen mit Arrohir und Mo bereits ebenfalls von kleinen Spinnen umgeben wird. Einer der Minenarbeiter, den Kimo beim Namen Konala ruft, flieht in blinder Panik in die Richtung, aus welcher die Spinnen gekommen sein müssen. Dabei läuft er geradewegs einem riesigen Exemplar in die Fänge, welches gut und gerne die Grösse eines Pferdes hat.
Angesichts der schieren Übermacht der Gegner ruft Tinulin in seinem Gesang zum Rückzug, worauf Mo einen Minenarbeiter namens Haku am Kragen packt und ihn zusammen mit Arrohir vom Ort des Schreckens fortzieht. Kimo springt derweil ins Goldbett und versucht, dem Minenarbeiter Analu zur Hilfe zu kommen. Bóin II., Khufur und Calendin wenden sich zur Flucht, wobei der Waldelb jedoch noch aus dem Augenwinkel mitbekommt, dass Konala von der riesigen Spinne mit etwas Netzartigem beworfen wird. Die Fäden dieses Netzes scheinen aus purer Schwärze zu bestehen, und der arme Mann stösst nur noch einen erstrickten Schrei aus, als er von undurchdringlicher Dunkelheit umfangen und verschluckt wird.
Tinulin, Arrohir und Mo müssen feststellen, dass sie wohl ein bisschen zu lange an der Front ausgeharrt haben, denn die Horden von kleinen Spinnen sind so flink unterwegs, dass sie die Gefährten einholen und angreifen können. Während die Biester Arrohir nichts anhaben können, widersteht Tinulin zwar ihrem Gift, muss aber eine blutende Wunde im Genick hinnehmen. Mo hat derweil weniger Glück und spürt plötzlich, dass das Gift der Spinnen all ihre Bewegungen verlangsamt und sie ihre Umgebung nur noch leicht verschwommen wahrnimmt. Nun sind es Haku und Arrohir, die gemeinsam Mo unter die Arme greifen und so rasch wie möglich versuchen, die Heilerin aus der Gefahrenzone zu ziehen. Nachdem Arrohir und Mo alle Spinnen von sich abgeschüttelt haben, flüchtet die Heilerin zusammen mit Haku weiter in den Gang, aus welchem die Gefährten hergekommen waren. Arrohir stürmt unterdessen nochmals nach vorne, um dem Minenarbeiter Akamu dabei zu helfen, sich ebenfalls von den zahlreichen kleinen Spinnen auf seinem Körpter frei zu machen. Während seines anschliessenden Versuchs, auch noch den Minenarbeiter Makaio von den giftigen Plagegeistern zu befreien, glaubt Arrohir, in der Ferne noch weitere, etwa wolfsgrosse Spinnen ausmachen zu können, die ihnen ebenfalls nachsetzen.
Während in der grossen Halle noch immer einige Minenarbeiter um ihr Leben kämpfen, ist es Calendin gelungen, die verängstigte Yuzuki einzuholen und dazu zu bewegen, auf die anderen Gefährten und Minenarbeiter zu warten. Es dauert nur wenige Augenblicke, bis die Zwerge mit der Holzplanke und kurz darauf auch Mo und Haku bei ihnen eintreffen. Als Mo bemerkt, dass Tinulin noch nicht angekommen ist, macht sie auf der Stelle kehrt und läuft ihm besorgt entgegen. Der Noldo wird noch immer von zahlreichen kleineren Spinnen bekrabbelt, und ihre fortlaufenden Bisse machen ihn benommen, weshalb er nur langsam durch den Gang kommt. Sobald ihn Mo erreicht hat, hilft sie ihm, die Spinnen abzuschütteln und mit den Füssen zu zertreten.
Arrohir ist noch immer in de Halle und versucht verzweifelt, sowohl sich selbst, als auch Makaio von den kleinen Spinnen zu befreien, die sie von allen Seiten anfallen und dabei selbst von der Decke herabkommen. Es gelingt ihm zwar, die meisten der ihn selbst angreifenden Spinnen abzuschütteln, aber nur zu bald muss der junge Dunadan erkennen, dass er dem hoffnungslos eingedeckten Makaio nicht mehr helfen kann. Kimo konnte zwar den wolfsgrossen Spinnen entkommen, wird aber schon wenig später unter zahllosen kleinen Spinnen begraben. Derweil stürzen sich die grossen Spinnen auf Makaio, der mit einem verwzeifelten Schrei in der Schwärze ihrer Netze verschwindet, worauf sich Arrohir rasch zu den übrigen Gefährten in den Gang zurückzieht.
Seit ihrem Rückzug haben die Gefährten den ganz zu Beginn des Spinnenangriffs in einen Seitengang geflüchteten Minenarbeiter Saravan nicht mehr gesehen. Da sein Schicksal angesichts der zahlenmässigen Übermacht jedoch besiegelt scheint und sie ohnehin nicht mehr bis zu ihm vordringen könnten, fliehen sie zusammen mit den fünf überlebenden Minenarbeitern Haku, Analu, Makani, Kapono und Akamu zur fünften Tiefe hinauf. Beim dort abgestellten Goldfass angekommen, begibt sich Tinulin noch immer singend ans Ende des Zuges. Nachdem er eine blutende Wunde mit etwas Harfyharz gestillt hat, hält er seine Hand kurz auf den kalten Boden. Rasch wird ihm klar, dass die Spinnen sie weiterhin verfolgen und bald einholen könnten. Bevor sie jedoch erneut aufbrechen, heilt auch Mo noch eine selbst erhaltene Blutung und behandelt anschliessend kurz Tinulins von den zahlreichen Spinnenbissen schmerzenden Nacken.
Sobald Haku und Kapono das schwere, mit dem sehr goldhaltigen Gestein gefüllte Fass mit Hilfe von zwei kleineren Balken transportfähig gemacht haben, fliehen die Gefährten mit ihnen sowie den übrigen Überlebenden durch die fünfte Tiefe, so schnell ihre Beine sie zu tragen vermögen. Auf ihrer Flucht folgen die Gefährten dem ihnen bereits bekannten Weg, auch wenn dieser etwas länger ist als die kürzeste Verbindung zur vierten Tiefe. Gleichwohl sind sie noch etwas schneller als die sie verfolgenden Spinnenhorden und gelangen so schliesslich zurück zum unterirdischen See in der vierten Tiefe der schwarzen Ebene. In Einerreihe betreten zuerst Calendin und Arrohir den gut kniehoch überspülten Damm mit der überlebenswichtigen Holzplanke, gefolgt von Yuzuki, die ein Bergmannslicht trägt, und Khufur. Hinter den beiden gehen Haku und Kapono mit dem schweren Goldfass, gefolgt von Mo sowie den übrigen Minenarbeitern, bevor Bóin II. und der noch immer singende Tinulin den Abschluss dieser Zeremonie bilden, die von gelegentlichen rötlichen Blitzen aus der Tiefe des Wassers begleitet wird.
// Metageblubber:
Die Rettungsaktion für die verschollenen Minenarbeiter ist in vollem Gange. Bei der Durchüberquerung auf dem Hinweg haben die Gefährten schon mal einen kleinen Vorgeschmack darauf bekommen, was ihnen auf dem Rückweg vielleicht noch bevorstehen könnte. Die Höhlenfische ("Red Jaws") haben ganz ordentliche Werte und stellen im Rudel eine ernstzunehmende Gefahr dar, vor allem wenn man als Abenteurergruppe einer neben dem anderen stehen muss wie Hühner auf der Hühnerleiter. Um das Vorankommen nicht schon an diesem Punkt allzu sehr zu erschweren, habe ich mich mit den Angriffen aber noch ziemlich zurückgehalten, schliesslich sollten sie nicht schon an diesem Punkt umkehren müssen.
Auch an diesem Punkt in der Kampagne hat sich für mich - ähnlich wie beim Zusammentreffen mit dem Drachen Smaug in Thal - die Frage des Timings gestellt: Wann zeigen sich die Spinnen? Greifen sie die Minenarbeiter schon an, bevor die Gefährten zu ihnen vorgestossen sind, treffen die Gefährten und die Spinnen gleichzeitig bei den Minenarbeitern ein, oder haben die Gefährten vielleicht sogar noch Zeit, den Minenarbeitern beim Goldeinsammeln zu helfen, bevor die Spinnen angreifen? Egal wofür ich mich entscheide und wie ich es auch mache, die Spieler können immer sagen: "Das war jetzt aber gescriptet und egal, was wir gemacht hätten, es wäre vom Spielleiter einfach entsprechend zu diesem Ergebnis gesteuert worden." Solche Situationen empfinde ich immer als etwas unglücklich, auch wenn sie genau genommen immer und überall in jeder Session auftauchen, nur halt nicht mit so starken Auswirkungen. Ich versuche daher, mich einfach mit allfälligen Kommentaren der Spieler zu arrangieren und nur etwas in der Art von: "Klar, was glaubt Ihr denn? Etwa dass sich die ganze Welt nur um die Gefährten dreht?" zurückzugeben, dann passt das schon :-)
Während der Vorbereitung hatte ich mich dazu entschlossen, die Spinnen gerade beim Eintreffen der Gefährten angreifen zu lassen, da ich diese Konstellation als am spannendsten empfand. Die ganze Sache war timingmässig eine ziemlich knifflige Sache, denn die Gefährten sollten unbedingt sehen, was dort unten wirklich für Monster hausen. Sie mussten also ein bisschen Widerstand leisten können, bis die grossen Spinnen erscheinen würden.