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« Letzter Beitrag von Eismann am Heute um 01:24 »
Mir macht das ganze Themenfeld "Indianer" immer noch etwas Unbehagen, ich habe mich aber entschieden das Thema Kopf voran anzugehen. Damit ist dann South Dakota fertig, inklusive Rapid City und den Black Hills. In Rapid City stehen über die Stadt verteilt lebensgroße Bronzestatuen der amerikanischen Präsidenten. Amerikaner...
Wie auch immer, mit dem nördlichen Ende der Hell Bowl bzw. der "unbefriedeten Gebiete" ist die Hintergrundbeschreibung vollständig, und die Ecke hat noch ein paar ganz interessante Konfliktlinien erhalten.
Ungefähr sieht das dann so aus:
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Das Ende der Reservate
Mit der Auflösung der Reservate waren ihre Bewohner Illegale im eigenen Land geworden, ohne irgendeinen rechtlichen Schutzstatus und gejagt von den Behörden von South Dakota. Sie wurden ausgebeutet, herumgeschubst und zu tausenden in Arbeitslager gesteckt. “No indians allowed” hing bald an vielen Ladentüren und Missbrauch, Drogenhandel und Lynchmorde waren an der Tagesordnung. Die Lager in Sioux Falls platzten aus allen Nähten und einige Leute machten eine Menge Geld mit der billigen Arbeitskraft der Gefangenen. Tausende amerikanische Ureinwohner wurden später in Lager nach Kolumbien verschifft, der Rest musste schuften oder zugrunde gehen. Viele Lakota und Dakota waren so gezwungen abzutauchen und wirkliche “Illegale” zu werden.
> Es war ein teuflischer Trick, die Bewohner der Reservate mit ein paar juristischen Winkelzügen zu Illegalen zu erklären. Keine Bürgerrechte, kein Wahlrecht, kein gar nichts. Jeder Sheriff mit schlechter Laune konnte nach Belieben mit ihnen umspringen und sie in Lager verfrachten. Für die meisten Weißen waren die Lakota vorher schon antriebslose, unbeherrschte Alkoholiker, die nicht mit den Ressourcen des Landes umgehen konnten und nur dem Staat auf der Tasche lagen. Und jetzt muss man nicht mal mehr ihren Namen sagen oder von “Natives” sprechen. Man sagt Illegaler, meint aber Rothaut.
> Criollo
> Das Sioux Correctional Camp 3 auf dem Gelände des ehemaligen Wild Water West Waterparks ist eines der berüchtigsten Lager, und es besteht bis heute. Die Gefangenen werden wie so oft miserabel versorgt und schuften in den umliegenden Betrieben. Es ist schwer zu sagen, was genau in den Lagern geschieht, aber so wie ich den Umgang mit Gefangenen auf der einen und mit “nichtweißen Minderheiten” auf der anderen Seite kenne, dürfte das eine menschengemachte Hölle sein. Zwar versucht das BHRP sowohl juristisch als auch mit Bestechung und politischen Kampagnen die Inhaftierten freizubekommen, aber die Schlipse in Pierre halten sie lieber als Druckmittel in der Hinterhand, während sie bei jeder sich bietenden Gelegenheit von der “Befriedung der Black Hills” fantasieren.
> Raised Fist
Die ganze Sache begann zu kippen, als zwei Dinge zusammenkamen: Die Regierung in Pierre erklärte die Regionen des East River zum “unbefriedeten Territorium”, und gleichzeitig begab sich das Black Hills Reclamation Project (BHRP) aus seiner Deckung. Die kanadische Regierung bezahlte die gleichen kolumbianischen Regierungsbehörden, die zuvor aus Pierre bezahlt wurden, nur diesmal nicht, um Indianer tausende Meilen fern der Heimat wegzusperren, sondern um sie zu einem “First Nations Education Project” einzuladen. Die befreiten “Illegals” wurden für kurze Zeit in Kanada betreut und dann an der Grenze zu South Dakota an Vertreter des BHRP übergeben. Die wiederum hatten über eine Reihe von Stiftungen und Scheinfirmen einen Großteil der Black Hills erworben und, das muss man ganz klar auch sagen, durch Druck, Anschläge und teils offenen Terrorismus einen guten Teil der bisherigen Bewohner der Black Hills vertrieben. Und während der Regierung in Pierre immer weiter die Zügel entglitten, übernahm das BHRP immer mehr Regierungsaufgaben. Innerhalb der “unbefriedeten Territorien” dürften die Black Hills einer der sichersten Orte sein, an dem man leben kann. Zumindest, wenn das BHRP einen als Bürger akzeptiert. Und das gilt üblicherweise nur für Abkömmlinge der Lakota, Dakota und einigen Winnebago, Omaha und Crow.
> Es leben tatsächlich einige hundert Crow, beziehungsweise Absarokee, in den Black Hills, hauptsächlich in der Region um Deadwood. Aber es gibt immer wieder Reibereien zwischen ihnen und den Lakota.
> Meat Eraser
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Ach ja: Ich hab noch ein paar weitere Skizzen erhalten. Ich warte noch ab, dass "mein" Illustrator selbst die Sachen online stellt, bevor ich die hier mit reinpacke. Er hat übrigens auch ein eigenes ganz cooles, rollenspielfähiges Setting, geht aber in eine völlig andere Richtung. Hat eine Menge Potential.