Neueste Beiträge

Seiten: [1] 2 3 ... 10
1
Ja, ''Gandalf for president'' war der Hippie-Slogan. Für Tolkien war Mittelerde aber nur ein ''Abfallprodukt'' für seine Kunstsprachen, die ja irgendwo gesprochen werden sollten. Und ohne den Sohn des Verlegers und fragenden Leserbriefen, hätte sich Tolkien nach dem Hobbit vielleicht gar nicht mehr zum Herrn der Ringe hinreißen lassen. Sein eigentliches Baby war ja immer das Silmarillion - das nur mit starken Magenschmerzen schließlich verlegt wurde. Damit will ich nur sagen, Tolkien war niemand der sich überlegt hat, jetzt schreibe ich mal eine ganz tolle Fantasy-Trilogie - selbst das Erscheinen in drei Teilen war ja nur den damaligen Papierpreisen geschuldet. Der Herr der Ringe ist Weltliteratur und eine zutiefst christlich geprägte Geschichte vom Kampf gegen das Böse. Da kannst du jeden Ork und alles Gelichter bedenkenlos erschlagen, denn die sind eh unrettbar verloren und wollen dir schließlich ans Leder. Insofern wurde Mittelerde zum dicken Fundament für Epic- und von mir aus auch High Fantasy. Die Dungeoncrawls von D&D, wo es um schnöde Bereicherung geht, haben aber viel eher mit dem Wilden Westen, amerikanischem Freiheitsgefühl und -Unternehmertum zu tun, als mit den Schicksalskämpfen der altnordischen Mythologie. D&D steht trotz der Elfen, Zwerge und Halblinge den Pulps viel näher als erhabenen Werken. Was ist denn Conan anderes als ein Dungeon delver, eine Karawanenwache, ein Pirat oder ein Thronräuber - alles Rollen, die auch Charaktere in D&D Kampagnen ausüben könnten. Außerdem war der Erfolg eines vollblütigen Mittelerde-Rollenspiels (MERP, TOR, etc ...) zwar ordentlich, doch immer eher bescheiden im Vergleich zum Erfolg der Forgotten Realms, Ravenloft und anderen großen D&D Settings.
2
mal meine 50 Cent

- Tolkien hatte einen akademischen TITEL
- das waren BÜCHER

die anderen? waren Normalos

schlimmer noch...

...sie schrieben FÜR GELD!!!
und dafür mussten SIE GEFALLEN!!!!
einem Publikum, dass "Pulp"Groschenhefte kaufte! am KIOSK!!!
und das endete als Vorlage für COMICS!

blanker Untergang des Abendlandes  ;D ;D ;D ;D ;D

wer sich DARAUF bezieht, in welchen Trüben-Gewässern mag der noch gefischt haben?Eins11!  ~;D

also, Werbebotschaft und Zensurvermeidungsstrategie der 70er ist dann doch klar? oder? 
egal wie viele Kettenbikini-Grafiken dann rausgehauen werden  >;D

und Conan wurde erst durch Arni publikumswirksam aus dem Nerdkeller reanimiert.


3
Die Frage ist natürlich theoretischer Natur und betrifft vor allem D&D, aber warum wurde Tolkiens EDO zum Fantasy Standard? Warum nicht die Humanozentrik von Fahrd, dem grauen Mausling, Conan und Elric? Warum Elfen, Zwerge und klischeehafte böse Orks statt verschiedener Menschenvölker und unnatürlichen Kreaturen? Und warum Feuerball Magie statt die viel interessanteren Alternativen aus Sword & Sorcery von Lovecraft, Robert E. Howard, Moorcock, Leiber und Clark Ashton Smith?  Angeblich war Gygax nämlich nicht so angetan von Der Herr der Ringe und wurde dazu überredet die Völker von Mittelerde als Klassen einzubauen.

Das liest sich jetzt vielleicht nach Trollpost oder Ragebait aber ich bin an euren Gedanken und Meinungen dazu interessiert. (Lieb sein in den Kommentaren!)

Ich würde sagen, der Grund liegt in eher willkürlichen Entscheidungen von Gygax. Außerdem ist die Reisegruppe der fellowship of the ring gut an den Wohnzimmertisch übertragbar, weil sie einfach viele Mitfahrgelegenheiten im Sinne von Rollen anbietet.

Conan funktioniert nicht gut im Rollenspiel, denn es kann nicht jeder Conan sein. Leiber ist nicht selten zäh wie Leder, weil er sich oft in seinen komischen Gedankengängen verliert (für mich war sein schwerer Alkoholismus eine erhellende Information). Vielleicht fehlt da eine ausreichend leichte Zugänglichkeit. Lovecraft hat doch seine Rollenspiele bekommen, ist also auf eine schräge Art und Weise auch ein 'Standard' geworden, wenn auch nicht im Bereich EDO?

Ist DnD denn heutzutage überhaupt noch so krass Tolkien?
4
DSA - Das schwarze Auge / Re: DSA-News Diskussion
« Letzter Beitrag von Megavolt am Heute um 16:18 »
Na, das überrascht mich jetzt aber  ;D

Och, es ist ja nur für mich persönlich vielleicht eher nichts.

Auf einem abstrakteren Level bin ich schon gespannt, ob das zündet und freue mich natürlich, wenns irgendwie klappt.

In einem positiven Multiversen-Strang könnte ich mir vorstellen, dass es eine Schnittmenge an Leuten gibt, die DSA-Lore mit DnD-Regeln verbunden sehen wollen. Im Negativszenario wird ein grauenerregender Mutant erschaffen.  ~;D Toi, toi, toi!

Die hohe Varianz bei DSA beißt sich ja mit den eisernen Korsetten bei DnD. Wie erschafft man denn die ganzen schönen schrulligen Heldenfiguren bei DSA5e? Einen Taugenichts, einen Schlachtenmaler, den einarmigen, ex-adeligen Falkner und solche Sachen? Sind das dann alles einfach Barden, die allesamt 1W4 bardic insulting damage machen? Du brauchst es mir nicht auseinanderzusetzen, ich werde es ja dann irgendwann sehen.
5
"Warum ist Tolkien so fundamental für Fantasy?" hat meines Wissens auch damit zu tun, dass der Herr der Ringe ein Kultbuch der 68er-Bewegung war und erst als solches seinen Durchbruch hatte.

Das ist bedingt richtig. Speziell im deutschen Sprachraum hatte das Buch erst ab Ende der 60er seinen Durchbruch. Im englischen Sprachraum gab der Boom durch die 68er sicherlich einen Schub, einen sehr hohen Stellenwert mit Top-Kritiken und Auszeichnungen hatte Der Herr der Ringe aber von Beginn an.
6

Kontingenz heißt [...]: Ein System ist geeignet, ein Gefühl von Wirklichkeit der bespielten Welt zu vermitteln

Das finde ich einen interessanten Betrachtungswinkel. Vielleicht wäre dann Kontingenz als Begriff ein geeigneter Ersatz für das böse Wort "Realismus"?

Denke schon ... Realismus hat ja immer das Problem, dass unklar ist, ob etwas in Bezug auf unsere Wirklichkeit realistisch sein soll, in Bezug auf die Wirklichkeit der Spielwelt oder in Bezug auf den zu erwartenden Ausgang bei dem benutzten System. Das geht ja oft alles ziemlich durcheinander.
7
Für die Fantasy-Kultur ist Tolkien maßgeblich, weil er einen Kosmos von bis dahin unvergleichlicher Tiefe geschaffen hat. Und alles von unfassbarer Qualität.
Als ich den Herrn der Ringe Anfang der 80er zum ersten Mal gelesen habe, hatte ich den Eindruck, ich könnte an jeder Stelle der Geschichte anders abbiegen und höher steigen oder tiefer graben und würde mich immer noch in einer von Tolkien erdachten und konsistenten Welt aufhalten.

Hingegen sind viele andere klassische Fantasyromane viel weniger und weniger umfassend durchdacht. Da marschierst du durch Kulissen, die es für die Handlung braucht, die aber rings um den betrachteten Ausschnitt abbrechen und nicht wirklich durchdacht sind. Eben Pulp.

Dazu kommt, dass Tolkien sich mit Mythologie auskannte und deren Kraft wecken und transformieren konnte. Insofern bewegt man sich bei Tolkien gedanklich in und durch einen Mythos. Bei vielen anderen Autoren erscheint mir das viel platter und viel banaler.

Das ist auch der Grund, warum Religion explizit im Herrn der Ringe keine Rolle spielt. Der ganze Stoff, das ganze Drumherum ist ein apokalyptischer Endkampf. Aus dieser umfassenden Sicht einzelne Tempel, Kulte oder religiöse Überzeugungen rauszulösen und zum Inhalt der Story zu machen, würde den Mythos spieltechnisch verzwecken und seiner Kraft, Erhabenheit und Funktion berauben. Pulp würde genau das machen, aber Tolkien hat einfach ein besseres Gespür dafür. Und vielleicht hängt das eben auch mit seinem eigenen, christlichen Glauben, aber auch mit seiner Faszination für die nordisch-heidnische Sagenwelt zusammen: Was man liebt, das verzwergt man nicht gern. Man gibt ihm den Raum, den es verdient.

Und warum wurde der Herr der Ringe stilbildend auch für viele Rollenspiele? Weil es natürlich mehr hermacht, wenn man Qualität liefert und keinen zum Teil fadenscheinigen Schund. Und weil Mittelerde mit seiner kulturellen Dichte und Unterfütterung es trägt, dass Spieler in dieser Welt ganz andere und eigene Abenteuer bestehen wollen. Wo die Kulissen eben dürftiger und weniger stimmig sind, da kommt der Erfolg eher von einer haarsträubenden Story. Die nützt mir aber fürs Rollenspiel nichts. Eine bekannte Story kann ich nicht nachspielen.

Die Welt und ihre Geschichte liefern bei Tolkien die Inspiration. Die Handlung ist nicht annähernd so orignell oder einzigartig.
8

Diese Beschreibung strotzt für mich von Genre-Erwartung. Es gibt Zauberer. Und die sind schlecht im Nahkampf. Der Zauberstab verschießt Feuer. Es gibt Zweihänder. Das operiert für mich auf der Ebene von Fuck It! I Cast Fireball. Dass die Gardinen und mehr ggf. brennen ist so Teil der Genre-Erwartung, dass man es memifiziert verarbeiten kann. Du findest von Magiern, die Dinge in Brand setzen, noch unzählige weitere Videöchen.

Klar, die Ereignisse selbst bewegen sich im Rahmen der Genreerwartungen. Mir geht es um den Unterschied, inwiefern die Regeln das einhegen: Ich kann eine Mikrostruktur von Genreelementen haben (Zauberer haben keine Rüstung, Vorhänge fangen Feuer) und das dann in Verbindung mit Regeln auf die Spielwelt loslassen und sehen, wohin es führt. Dann habe ich Kontingenz - die Welt muss nicht realistisch oder klischeefrei sein, aber es muss den Raum sowohl für die Entfaltung von Eigenlogiken als auch für das Einbrechen des Unerwarteten geben, und all das muss einen spürbaren, wenn nicht gar entscheidenden Einfluss auf die Globalentwicklung der Ereignisse nehmen.

Wenn das wegfällt, weil die ganzen Eigenlogiken schon wieder eingehegt sind (der Zauberstab hat den gleiche Spieleffekt wie der Zweihänder), verliert die Spielwelt an Kontingenz. Egal, wie sehr die Details nun an Genreelementen angelehnt sind, sie verlieren an Bedeutung zugunsten einer relativ gleichbleibenden Erwartung an den Ablauf des Geschehens.
9
Literarische Qualität könnte eine Rolle spielen, zumindest für den Einfluss der Bücher.
Moorcock und Leiber sind sprachlich nicht gerade bemerkenswert. Die haben aber halt auch nicht ewig daran herumpoliert und man merkt die Herkunft aus der Groschenheft-Ecke ein wenig.

Für das Rollenspiel bin ich mir auch nicht sicher, ob der Einfluss Tolkiens wirklich so bedeutend ist.
10
Als "Gruppenelement" könnte ich mir Ereignisse vorstellen, die jede Figur in ihrer Entwicklung irgendwann betreffen. Zum Beispiel irgendwas zum Weltgeschehen (Machtergreifung eines Diktators, dann eine Hinrichtungswelle an den politischen Gegnern, dann eine Vertreibung, dann ein Kriegsbeginn ...).

Die Figuren durchlaufen eine bestimmte Laufbahn und wissen auch, wann die "Jetztzeit", also der Spielbeginn ist. Und dann können sie während der Entwicklung alle 2 Jahre Entscheidungen treffen (oder Würfelergebnisse interpretieren).
Seiten: [1] 2 3 ... 10