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*bump*

Nachdem der Thread jetzt ein paar Tage brach lag -- huch waren ja 10 Jahre -- ist mir was eingefallen, was hier diskutabel wäre.

Im bisherigen Verlauf hatten wir ja gesagt: es gibt nicht eine einzelne Weltwährung; die verschiedenen Blöcke und Regionen haben immer noch ihre eigenen Währungen, auch wenn die anders heißen als unsere heute.
Nun bin ich aber bei meinen Recherchen auf das "Triffin Dilemma" gestoßen, welches da besagt: eine Währung kann nicht dauerhaft gleichzeitig eine stabile Landeswährung und internationale Reservewährung / globale Leitwährung sein. Denn für das eine muss ständig viel von diesem Geld ins Ausland fließen, was aber im inneren für Schwierigkeiten sorgt. (Sorry, so komplett steige ich da auch nicht durch, bin halt kein Ökonom.)

IRL haben wir da ja den USD als Anschauungsbeispiel. Ist globale Leitwährung, nicht zuletzt bedingt dadurch dass die USA einen Importüberschuss haben, also ständig USD ins Ausland fließen. Im Rest der Welt häufen sich also massenweise USD an, und weil Zentralbanken damit nicht viel anfangen können, kaufen sie dafür US Treasuries. Diese werfen moderat Zinsen ab, aber halt auch wieder in USD, womit man immer noch nicht mehr anfangen kann, also kauft man davon noch mehr Treasuries, ad nauseam.

[Sidebar: aktuell liest man immer wieder von Drohungen, die US-Treasuries zu "dumpen", um damit die USA wirtschaftlich zu ruinieren, aber so richtig verfängt die Drohkulisse nicht. Die Fed ist mit der Macht ausgestattet, nahezu unbegrenzt Treasuries zurückzukaufen, und dann sitzt halt der Dumper auf einem Riesenhaufen US-Cash, und was macht er dann damit. Dadurch mag der USD-Wechselkurs stark fallen, aber das ist ja auch wieder nicht im Sinne der anderen Länder, weil ihr Cash dann halt einfach weniger wert ist, während gleichzeitig ihre Exporte teurer werden und somit der Absatz in die USA sinken dürfte.]

Aber umgekehrt stellt sich dann halt auch für die anderen Länder die Frage, warum sie überhaupt noch USD annehmen sollten, wenn sie dann doch nichts damit anfangen können außer sie wieder der US-Regierung zu leihen.

Und an _dieser_ Stelle habe ich mir eben gedacht: wie wäre es denn, wenn man dieses Dilemma auflöst, indem man tatsächlich eine internationale Verrechnungswährung erschafft, die das Triffin-Dilemma auflöst, weil sie nicht gleichzeitig als Landeswährung fungiert? Nennen wir diese fiktive Welthandelswährung einfach mal "Terran Credits".
--> Dies wiederum führt mich zu der Frage, wie dies vonstatten gehen könnte. Und insbesondere, wie es da mit der Konvertierbarkeit aussieht. Denn solange es Länder gibt, die keine ausgeglichene Handelsbilanz haben, werden sich dort größere Credit-Reserven anhäufen, während importlastige Länder irgendwie Nachschub an Credits besorgen müssen. Wie bei so ziemlich Allem gilt ja auch hier: ich kann etwas nur kaufen, wenn es mir jemand anders verkauft.

Mal am Beispiel Handel USA - EU illustriert: Aktuell (2024 heisst das) beträgt die Handelsbilanz 290 zu 200 Mrd Euro pro Jahr; es häufen sich also jährlich USD im Wert von 90Mrd€ in Europa an, aktueller Gesamtbestand ca 2000 Mrd USD.
Und wie wäre das, wenn es von einer unabhängigen Weltbank kontrollierte Credits gäbe?
Dann müssten die Amerikaner Credits für USD kaufen, um die Europäer zu bezahlen, und die Europäer hätten dann diese Credits, die sie gerne in Euro eintauschen würden. Aber wo sollen diese Euros herkommen? Die Weltbank hat ja vor allem USD vorrätig, und besitzt schlicht nicht genug EUR um diese irgendwem für Credits zu verkaufen. Und wie gesagt, bitte bedenken dass dies ein verkürztes Beispiel ist; natürlich könnte man das mit Hinzunahme von China usw noch beliebig komplexer machen. Aber unterm Strich läuft es halt darauf hinaus, dass eine deutsche Firma ihre deutschen Arbeitnehmer in € auszahlen muss, weil diese beim Bäcker ihre Brötchen nicht mit USD oder RMB oder sonstwas bezahlen können.

An dieser Stelle stecke ich gerade fest. Kennt sich von euch jemand damit aus? Wie bekommt man das aufgelöst?
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Da muss ich für mich zumindest ein wenig widersprechen. Ich habe beides gespielt also Systeme mit ausufernden MM und ohne. Bei D&D muss ich aber sagen, dass ich es kaum für sinnvoll empfand Monster großartig zu verändern. Es gab sooooo viele davon das kaum mehrmals die selben auftauchten. Meistens boten die Monster dann genügend Optionen um Individuell genug zu erscheinen und das hat ein Jahrzehnt gut geklappt. Orksafari mal außen vorgenommen. Aber sowas ist zu platt.

Na ja -- im Gegenzug muß man halt gerade bei so was wie D&D statt dessen den Überblick darüber behalten, was es schon alles gibt, und dann beim Aussuchen potentieller Gegner nachhalten, was die jetzt vielleicht wieder Neues (oder zumindest Seit-sechs-Monaten-nicht-mehr-Verwendetes) drauf haben, das man im Kampf dann besser nicht vergißt. Zum Vergleich habe ich bei so was wie Fate erst mal gar kein fest voreingestelltes Setting oder Genre, für das es einen "offiziellen Standardkatalog" überhaupt geben könnte; dafür ist das Selberbasteln von NSC aller Art einigermaßen eingängig erklärt, und wenn ich einen so mal erstellten Werteblock ein paarmal klonen möchte ("Mal sehen, als 'Typen' will ich natürlich einmal 'normale' Orkkämpfer, dazu ein paar Orkbogenschützen, und als schwereres Kaliber den einen oder anderen Orkberserker...wie könnten die mechanisch so aussehen?"), kann ich das ja immer noch. Und da sie alle direkt auf meinem persönlichen Mist gewachsen sind, ist auch gleich das Risiko geringer, daß ich dann im Spiel irgendetwas Kritisches kurzerhand "übersehe".

Aber welche Arbeit man sich lieber macht, ist natürlich Geschmackssache, und daß sich irgendwer unbedingt alles auf einmal und mit scharf antun soll, verlangt ja hoffentlich auch niemand. :)
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Midgard / Re: MIDGARD Smalltalk
« Letzter Beitrag von Abd al Rahman am Heute um 00:43 »
Das Midgard-Forum wird 25. Schreibt heute was nettes über Midgard oder das Midgard-Forum und gewinnt was :)
Zum Glückwunschthema.
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Und wie ist das in einer primitiven, schriftlosen Kultur? Können die dann alle nie Lesen und Schreiben lernen?

Grundsätzlich würde ich mal davon ausgehen, daß einer, der Lesen und Schreiben kann, es anderen zumindest dann wenigstens in den Grundzügen beibringen kann, wenn sie dieselbe Sprache sprechen und beide Seiten das auch wollen.

Wieviel Bedarf daran in einer Kultur besteht, die Schreibmaterial nicht gerade als Massenware produziert, mag noch mal eine andere Frage sein. Generell neige ich allerdings zu der Ansicht, daß die heutige Geschichtswissenschaft den Anteil der Analphabeten in der Vergangenheit (speziell im Mittelalter) möglicherweise aus schlichtem Mangel an überlieferten Indizien ein gutes Stück weit überschätzt -- daß primär Schriftstücke "wichtiger" Leute die Jahrhunderte überdauert haben, kann ja auch einfach mit daran liegen, daß die sorgfältiger verwahrt und öfter bewußt mehrfach kopiert worden sind als das hypothetische Tagebuch einer Bauernfrau, das nur sie selbst und vielleicht noch ein paar andere Familienmitglieder interessiert hat und halt irgendwann verlorenging.

Nebenbei: erfunden wurde die Schrift ja schon im Altertum, und da wohl zunächst mal zu Verwaltungs- und bürokratischen Zwecken, weil's da natürlich nützlich war, wenn man das rein persönliche Gedächtnis noch durch entsprechende Notizen und Dokumente stützen konnte. Dafür hat aber prinzipiell jeder Verwendung, der auch nur einen eigenen Haushalt o.ä. führen muß.
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Andererseits wiederum gehört ein hochoffizieller und möglichst umfassend sein sollender Monsterkatalog gar nicht zwingend überhaupt zur Standardausstattung jedes Rollenspiels -- und wenn man von Systemen, die mehr oder weniger gut auch ohne auskommen, eh schon mal ein bißchen ans Improvisieren gewöhnt ist, dann verspürt man vermutlich auch bei einem Spiel, das so etwas doch mal hat, nicht gleich dieselbe Art von Zwang, sich sklavisch ans Schema F zu halten. :)

Da muss ich für mich zumindest ein wenig widersprechen. Ich habe beides gespielt also Systeme mit ausufernden MM und ohne. Bei D&D muss ich aber sagen, dass ich es kaum für sinnvoll empfand Monster großartig zu verändern. Es gab sooooo viele davon das kaum mehrmals die selben auftauchten. Meistens boten die Monster dann genügend Optionen um Individuell genug zu erscheinen und das hat ein Jahrzehnt gut geklappt. Orksafari mal außen vorgenommen. Aber sowas ist zu platt.

Ich fand es eher erleichternd nicht improvisieren zu müssen, sondern mir einfach ein Monster auszusuchen, das zu Kampagne / Abenteuer passt und dann zu schauen was kann es alles und das dann als SL im Kampf zu bringen. Ich improvisiere gerne bei Abenteuern, haben die Spieler eine gute Idee, kann genutzt werden um darauf aufzubauen, machen die Spieler etwas vollkommen außer der Reihe muss ich reagieren damit es weitergeht usw. Bei Monstern habe ich den Hang zur Improvisation eher selten verspürt. Also kann mich nicht wirklich daran erinnern. 

Meine Spieler (und ich als Spieler) haben gerne gekämpft (bei D&D; in anderen Systemen eher weniger) und mit wenigen Ausnahmen waren die Kämpfe gefühlt weder zu leicht noch zu stark. MERS war da was anderes, da war das Balancing schon schwieriger und die meisten Abenteuer hatten absurd starke Gegner.
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Hören / Re: Was hört Ihr gerade so?
« Letzter Beitrag von Andropinis am Heute um 00:09 »
Habe die LP auch hier (aber keinen Plattenspieler). Als meine Eltern vor 3 Jahren umgezogen sind, wollte mein Vater seine alten Platten verkaufen aber die habe ich mir unter den Nagel gerissen. Sowas wie Deep Purple, Black Sabbath, Nazareth usw. Habe das als kleines Kind schon gehört, Deep Purple war mal seine Lieblings-Band (aber mit dem Alter hat sich sein Geschmack verändert, ich höre das noch gerne).  :headbang:

Deep Purple - Fireball

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Midgard / Re: Eindrücke vom Midgard 6 Schnellstarter "Die Umstürmten"
« Letzter Beitrag von sma am Heute um 00:05 »
Vorteile/Nachteile  (ja, Gunst und Makel [...]
Diese Begriffe sind doch schon durch die Würfelmechanik belegt.

Lern doch einfach die Begriffe als Vokabeln. Hätte auch Grubu (plural Grubuti) und Badox (Badoxa) sein können. Kein Unterschied, sobald man sich einmal daran gewöhnt hat.

Zitat
Ein Makel fällt mir besonders in den Blick und das ist Analphabet. [...]
Wenn deine Spielfigur dann doch lesen lernen möchte, tauscht du einfach den Markel aus. Z.B. schlechte Augen, weil so lange bei Kerzenlicht das Lesen geübt, dass es jetzt Nachteil im Fernkampf gibt oder ähnliches. Da kann man doch beliebig kreativ sein.

Zitat
Soll damit ausgesagt werden, dass alle Analphabeten nicht in der Lage sind, Lesen und Schreiben zu lernen? (Mit Sicherheit natürlich nicht!) Das ist nämlich eindeutig falsch und auch ein Stück weit diskriminierend.
Aber du sagst es doch selbst, es soll nicht ausgesagt werden. Also musst du es schon explizit falsch verstehen, um sich dann im Anschluss darüber aufregen zu können. Und wenn der Begriff in einer Spielgruppe Probleme bereitet, dann meidet man ihn eben in dieser Gruppe und schreibt "kann weder lesen noch schreiben und wird es auch nicht können" in das kleine Feld.

Zitat
Bitte an die Midard 6 Redaktion weiterleiten, wenn jemand dahin Beziehungen hat…
Füll doch einfach den Playtest-Report aus und gib das am Schluss im Freitext als zusätzliches Feedback an.

Zitat
Die andere Frage, die mir da in den Sinn kommt: Wenn Legasthenie / nicht lesen (lernen) können ein Makel ist, dann bedeutet es, dass der Normalzustand der (erwachsenen) Bevölkerung ist, dass sie lesen und schreiben können? Also gibt es ein Schulsystem? Oder wer bringt es den Menschen bei?
Das ist IMHO die viel spannendere Frage bzw. eine, die wir uns beim Spielen auch gestellt haben. Die logische Konsequenz aus dem Markel wäre es – passt aber IMHO nicht so gut zu einer frühgeschichtlichen Welt, außer man ist wieder bei der "wir laufen in Kostüm mit der aufgeklärten Moralvorstellung des 21. Jahrhunderts in einer modernen Großstadt herum, die mit Kulissen vollgestellt ist." wie es aktuelles D&D vormacht.

Zitat
Wenn es einen Mond gibt, gibt es Ebbe & Flut.
Nope, nicht wenn der magisch ist. Oder wenn du wie bei Glorantha z.B. eine Welt hat die eben wirklich eine Scheibe ist, die die Oberkante eines Würfels bildet, worüber sich ein Gestirn gewölbt, in/an dem wirklich Götter langlaufen. Und auch bei Damatu ist der Mond ja in so fern magisch, dass er jedem anders erscheint und dann kann alles oder nix gelten. Naturgesetze sind ein unverbindliches Angebot.

Zitat
Und um einen Vorschlag zu machen: Menschen könnten das in den Tempeln ihrer Götter im „Sonntagsunterricht“ gelernt haben.
Das ist eine gute Idee.

Die sich daran anschließende Frage ist natürlich: Was machen die Leute denn mit dieser Fähigkeit? Briefe schreiben? Gibt es Papier? Bücher lesen? Gibt es Buchdruck? Auch schon mit bewegten Lettern? Lehmtäfelchen bestanzen? In einer Art Buchstabenkeilschrift? Verbreiten diese Schriften Ideen? Bildung? Gibt es zumindest schriftliche Verträge? Eine gut organisierte funktionierende Verwaltung? Eine Zeit der Aufklärung? Und wie beschleunigt das den Austausch von Wissen? Erfindungen? Technologie? Kann ich endlich meinen Artikel veröffentlichen, wie ich eine Fantasywelt durch die Einführung von Computern erschüttere? Für den einfachen Weg brauche ich nur NAND-Dämonen, die sich an Händen und Schwänzen halten können. Aber für den langweilig technischen Weg brauche ich minimal Storm und Relais und bessere wären Röhren.

Ich finde aber deine Beobachtung, dass dieser eine Markel eine gravierende Auswirkung auf die Spielwelt haben könnte, echt gut.
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Sehen / Re: Filme und Serien - Smalltalk
« Letzter Beitrag von Andropinis am Gestern um 23:59 »
Ich würde aber nicht sagen, dass Vikings nach Ragnars Tod schlecht war, der Flair hat sich halt etwas geändert. Aber es gab trotzdem einige Highlights auch in späteren Teilen. Und Alex Høgh Andersen ist ein krasser Schauspieler, würde gerne mal wieder eine größere Produktion mit ihm sehen.

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Midgard / Re: Eindrücke vom Midgard 6 Schnellstarter "Die Umstürmten"
« Letzter Beitrag von Eleazar am Gestern um 23:51 »
Und wie ist das in einer primitiven, schriftlosen Kultur? Können die dann alle nie Lesen und Schreiben lernen?
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Hängt ja von der Regeltreue ab mit der in der Gruppe gespielt wird. Ich wette es gibt auch Gruppen die veränderte Monsterwerte um Kämpfe "herausfordernden" zu gestalten als negatives Beispiel für Spielleiterwillkür erachten.

Standardwerte machen es dem SL am Ende auch einfacher. Wenn er denn weniger kreativ sein will.

Ich bin sicher, daß es die gibt, und ja, einfach nur vorgegebene Standardsachen 1:1 durchzupausen spart Aufwand, wenn man gerade nicht die Zeit, Energie, oder sonstwie Lust hat; für so etwas Nebensächliches wie diverse Mooks, die standardmäßig eh nur in Gruppenformation auftreten, mache ich mir die Mühe, jeden einzelnen von ihnen liebevoll im Detail auszuarbeiten, ja normalerweise auch nicht.

Andererseits wiederum gehört ein hochoffizieller und möglichst umfassend sein sollender Monsterkatalog gar nicht zwingend überhaupt zur Standardausstattung jedes Rollenspiels -- und wenn man von Systemen, die mehr oder weniger gut auch ohne auskommen, eh schon mal ein bißchen ans Improvisieren gewöhnt ist, dann verspürt man vermutlich auch bei einem Spiel, das so etwas doch mal hat, nicht gleich dieselbe Art von Zwang, sich sklavisch ans Schema F zu halten. :)
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