Aber wenn ich Solo unterwegs bin, hab ich ja ein gewisses Interesse, dass mir die Ergebnisse passen. Wie sorgt man denn für eine gewisse Fairness/Neutralität?
Schummelst du bei Brett- oder Kartenspielen für einen Spieler? Oder bei Videospielen?

Wenn Fairness und Neutralität dein Anspruch an den Quaint unter dem SL-Hut ist, dann bedienst du den mehr oder weniger automatisch.
Umgekehrt kannst du dir immer sicher sein, dass alle am Tisch mit Würfeldrehen/Ergebnisse ignorieren u.Ä. einverstanden sind - zumindest im Moment. In der Retrospektive mag man das anders sehen und sich wieder vornehmen, das in Zukunft nicht mehr zu machen.
Allgemein gilt wie für den entsprechenden SL-Stil im "normalen" Spiel: man legt vor dem Wurf die Parameter fest und steckt den Ergebnisrahmen im Kopf ab. Und wenn das einmal steht, dann hält man sich auch an das Ergebnis des folgenden Wurfes.
Wenn ich nicht mit allen potentiellen Ergebnissen einverstanden bin, muss ich den Rahmen vorher anders abstecken. Und wenn ich als SL-Hälfte einen in meiner Vorstellung perfekt passenden weiteren Verlauf im Kopf habe, dann spare ich mir den Wurf ganz.
Dazu auch:
nicht, dass das Orakel jetzt für dich einen unbestechlichen Spielleiter ersetzt, gegen den du kämpfen und gewinnen kannst. Wenn du das suchst, brauchst du wohl eher ein Computer-RPG.
Der große Vorteil gegenüber dem Computer ist, dass man auch als programmiertechnisch unbedarfter Laie mit wenig Zeit maximalen Einfluss auf das Spiel hat. Wohlgemerkt im Vorfeld und dann nicht mehr in der eigentlichen Durchführung. Wenn ich das Spielfeld und den Rahmen inklusive Gegnerziele und -verhalten abgesteckt habe, dann muss ich den SL-Hut ablegen, das Ding laufen lassen und nur noch bei unbedingtem Bedarf minimalistisch lenkend eingreifen.
So kann man auch brauchbare taktische Herausforderungen aufziehen und alleine bespielen.
Und so ergeben sich dann nach und nach irgendwelche Geschehnisse und Erlebnisse und man ist als Solospieler irgendwo zwischen SL und Spieler, aber Zufall und Tabellen und sowas geben halt neue Impulse, so dass es auch deutlich anders ist als einfach eine Geschichte zu schreiben.
Kommt das halbwegs hin?
Jep.
Und das liest sich jetzt nicht großartig anders als ein Kurzabriss des Spiels in der Gruppe

Ich sage oft: wer spielleiten kann, kann auch solo spielen. Ob ich den Spagat zwischen SL-Rolle und NSC-Verkörperung oder zwischen SL und SC mache, ist letztlich unbedeutend.
Und ganz allgemein sind viele "richtige" Solospiele mMn etwas überkandidelt und verrennen sich in ihrer Überspezialisierung.
Mit einem simplen Würfel von "nein und..." bis "ja und..." und den bekannten Zwischenschritten kommt man schon sehr weit. Ergänzend kann man noch einen Kartensatz dazu nehmen. Nur für recht spezielle Konstellationen, die ich fein austariert haben will, erstelle ich passende Tabellen. Das kann mir dann aber auch keine generische Tabellensammlung abnehmen, das muss ich selbst machen.
Der Solo-Part von Twilight: 2000 4e hat in meinen Augen genau die richtige Ausrichtung und den passenden Umfang; mehr braucht es mMn echt nicht.
Ansonsten wäre mein Tipp (und auch das wieder analog zum Spiel in der Gruppe): mach dir ruhig einen groben Ablaufplan, was du spielen/erleben willst. Aber sei jederzeit bereit, das ganze Ding bei entsprechenden Ereignissen über den Haufen zu werfen und auf dem bisherigen tatsächlichen Verlauf weiter aufzubauen.