Tanelorn.net

Autor Thema: [Fate-Adaption] Das Schicksal der Nibelungen  (Gelesen 652 mal)

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Offline Lichtbringer

  • Famous Hero
  • ******
  • Beiträge: 2.602
  • Geschlecht: Männlich
  • Username: Der_Lichtbringer
[Fate-Adaption] Das Schicksal der Nibelungen
« am: 6.09.2017 | 14:52 »
oder: das Nibelungen-Fate


Hallo Leute,

ich arbeite gerade daran, die typischen deutschen Sagen (z. B. Nibelungenlied) auf Fate zu adaptieren. Da "Der Herr der Ringe" auf solchen Mythen aufbaut, könnte man damit sozusagen Urfantasy im mythischen Europa spielen.

Deshalb wollte ich mal fragen, was ihr so für Ideen/Vorstellung dazu hättet.

Bereits herausgearbeitet habe ich folgende Punkte:
1) Wer wichtig ist, ist auch adelig oder zumindest ein Bastard. Große Macht kommt aus hohem Blut.
2) Magie tritt vor allem in Gegenständen auf. Zauberer im Fantasysinne gibt es fast gar nicht. Und wenn doch, sind sie selten Menschen.
3) Sex ist Macht. Mittelalterlich =/= viktorianisch. Sex wird häufig thematisiert. Magische Effekte sind oft an sexuelle Themen (z. B. Jungfräulichkeit) gekoppelt.
4) Christianisierung ist ein relativer Begriff. Auch wenn die Menschen Christen sind, treten die Figuren der alten Religionen (z. B. Zwerge, Trolle oder Elfen) als magische Wesen ohne den göttlichen Kontext dahinter auf. Ihre Gottheiten dagegen fehlen entweder oder sind zu magischen Wesen degradiert (z. B. war der magische Butt in "der Fischer und seine Frau" vermutlich ursprünglich ein Meeresgott).

Was sähet ihr noch gerne in dem Artikel? Findet ihr das überhaupt interessant?
Hanlons Prinzip: "Führe nie auf Böswill zurück, was adäquat durch Dummheit erklärbar ist."

Das Mantra der Wissenschaft: Wenn Theorie und Praxis nicht übereinstimmen, ist es nicht das Universum, das sich irrt.

Offline Swafnir

  • Manowar-Model
  • Famous Hero
  • ******
  • Beiträge: 3.637
  • Geschlecht: Männlich
  • Username: Swafnir
    • Rollenspielverein Kurpfalz
Re: [Fate-Adaption] Das Schicksal der Nibelungen
« Antwort #1 am: 6.09.2017 | 15:02 »
Ich finds sehr interessant  :d Wie siehst du in dem Kontext dann Brunhild als Walküre?
Rollenspielverein Kurpfalz - aleam inter seria exercemus

Offline Waylander#

  • Adventurer
  • ****
  • Beiträge: 762
  • Geschlecht: Männlich
  • Username: Waylander*
Re: [Fate-Adaption] Das Schicksal der Nibelungen
« Antwort #2 am: 6.09.2017 | 16:31 »
Die Welt des alten Glaubens ist aber nur existent für Nicht-Christianisierte.

https://www.youtube.com/watch?v=i3p9IeRRPjI

Vasallentum und Lehnstreue sollte auch ein zentrale Rolle spielen.

Offline Lichtbringer

  • Famous Hero
  • ******
  • Beiträge: 2.602
  • Geschlecht: Männlich
  • Username: Der_Lichtbringer
Re: [Fate-Adaption] Das Schicksal der Nibelungen
« Antwort #3 am: 8.09.2017 | 15:42 »
Vasallentum und Lehnstreue sollte auch ein zentrale Rolle spielen.

Ein sehr wertvoller Vorschlag. Der wird sofort notiert.


Die Welt des alten Glaubens ist aber nur existent für Nicht-Christianisierte.

Aus welcher mittelalterlichen Quelle kommt das jetzt?


Ich finds sehr interessant  :d Wie siehst du in dem Kontext dann Brunhild als Walküre?

Auch hier bin ich verwirrt. Im Niebelungenlied ist Brunhild keine Walküre. Es gibt Überlieferungen, die von einer Walküre namens Brunhild schreiben, aber das war wohl ursprünglich eine andere Figur. Insofern bin ich mir nicht sicher, was du mit der Frage meinst. Geht es darum, wie sehr ich auf Richard Wagner eingehen werde?

Die Antwort darauf lautet: gar nicht. Vor allem deshalb, weil es mir nicht um spezifische Geschichten geht (die wären ja schon erzählt und RSP dreht sich ja darum, neue Geschichten zu entwickeln), sondern darum, wie man dieses epische Gefühl der mittelalterlichen Sage im mytischen Europa abbilden kann.

Wie weit ich auf Details eingehen werde, weiß ich noch nicht. Aber vermutlich nicht zu tief, weil der Text ja nur auf die Seite soll. Wenn es jetzt eine gedruckte Abenteuerwelt würde, wäre das vielleicht etwas anderes. Aber das sollte mich doch eher überraschen, wenn das auf Interesse stieße. Ist ja nicht so, als gäbe es einen Mangel an Fantasywelten im Allgemeinen und für Fate im Speziellen.

Beantwortet das dein Anliegen?
Hanlons Prinzip: "Führe nie auf Böswill zurück, was adäquat durch Dummheit erklärbar ist."

Das Mantra der Wissenschaft: Wenn Theorie und Praxis nicht übereinstimmen, ist es nicht das Universum, das sich irrt.

Offline LordBorsti

  • Adventurer
  • ****
  • Malmsturm Regelfuzzi
  • Beiträge: 883
  • Geschlecht: Männlich
  • Username: LordBorsti
Re: [Fate-Adaption] Das Schicksal der Nibelungen
« Antwort #4 am: 8.09.2017 | 17:04 »
...
Was sähet ihr noch gerne in dem Artikel? Findet ihr das überhaupt interessant?

Also mich haste jetzt angefixt  :) :d
Malmsturm Regelfuzzi
www.Malmsturm.de

Offline Lichtschwerttänzer

  • enigmatischer Lensträger
  • Mythos
  • ********
  • Wo bin Ich, Wer ist Ich
  • Beiträge: 9.322
  • Geschlecht: Männlich
  • Username: Schwerttänzer
Re: [Fate-Adaption] Das Schicksal der Nibelungen
« Antwort #5 am: 8.09.2017 | 19:00 »
Die Welt des alten Glaubens ist aber nur existent für Nicht-Christianisierte.
passt nicht so wirklich ins Genre
Gurk zum anderen Gurk :" Was soll denn das für`ne Schlacht sein?
Wir sind 5000 und die sind zu acht!"
Anderer Gurk : " Du hast Recht: Wir sind verloren! Rennt um euer Leben!"

Offline Curwen

  • Survivor
  • **
  • Beiträge: 99
  • Geschlecht: Männlich
  • Username: Curwen
Re: [Fate-Adaption] Das Schicksal der Nibelungen
« Antwort #6 am: 17.09.2017 | 09:46 »
Das Thema finde ich sehr spannend und mir gefällt auch deine Herangehensweise. Ein Artikel darüber wäre hervorragend!  :d

Edit: Zum Lehnswesen finde ich leider immer nur spätere Quellen. Das Prinzip der Gefolgschaft gab es ja schon, aber mir ist so gut wie nichts zur Struktur des Adels in dieser Zeit bekannt. Gerade fürs Spiel ist die Gestaltung der Herrschaftsstrukturen wichtig. Da was drüber zu lesen, wäre toll.
« Letzte Änderung: 17.09.2017 | 09:56 von Curwen »

Offline Infernal Teddy

  • Katzenlady
  • Legend
  • *******
  • His demonic Personage
  • Beiträge: 4.100
  • Geschlecht: Männlich
  • Username: Infernal Teddy
    • Neue Abenteuer
Re: [Fate-Adaption] Das Schicksal der Nibelungen
« Antwort #7 am: 17.09.2017 | 09:53 »
I am interested, and wish to subscribe to your newsletter ;)
Rezensionen, Spielmaterial und Mehr - Neue Abenteuer

Offline Mondsänger

  • Experienced
  • ***
  • Beiträge: 259
  • Username: Mondsänger
Re: [Fate-Adaption] Das Schicksal der Nibelungen
« Antwort #8 am: 17.09.2017 | 10:34 »
Aus meiner Sicht wären folgende Themen(komplexe) noch wichtig für ein solches Setting

- Familiengeschichten (mitunter werden einzelne Geschichten ja über ganze Generationen getragen)
- Mensch-Götter Verhältnis. Die Asen waren sich ja nicht zu fein, immer mal wieder einzugreifen und ihre Streitigkeiten auch in Midgard auszutragen.
-Treue und Verrat. Gehört sicherlich auch zum Thema Lehns- und Vasallentreue.

Das nur mal so auf die Schnelle. Finde das Thema auch ziemlich interessant :-)
Hans Hermann Lohenstein
Professor für Historische Wissenschaften, 55
Charakter für das Tanelorn-Forenspiel Spawn of Azathoth

Offline Chruschtschow

  • HART! aber herzlich
  • Famous Hero
  • ******
  • Fate-Fanatiker
  • Beiträge: 2.970
  • Geschlecht: Männlich
  • Username: Chruschtschow
    • Die Rollenspielergilde e.V.
Re: [Fate-Adaption] Das Schicksal der Nibelungen
« Antwort #9 am: 17.09.2017 | 13:36 »
Edit: Zum Lehnswesen finde ich leider immer nur spätere Quellen. Das Prinzip der Gefolgschaft gab es ja schon, aber mir ist so gut wie nichts zur Struktur des Adels in dieser Zeit bekannt. Gerade fürs Spiel ist die Gestaltung der Herrschaftsstrukturen wichtig. Da was drüber zu lesen, wäre toll.

Das mit dem Lehnswesen bei den Nibelungen ist halt so eine Sache. Die primäre Schriftquelle kommt aus dem 13. Jahrhundert. Siegfried der Drachentöter beispielsweise scheint unter anderem Einflüsse von fränkischen Königen aus dem 5. und 6. Jahrhundert zu beinhalten. Dann gibt es wieder Elemente, die wahrscheinlich irgendwo karolingisch sind, also rund 200, 300 Jahre später. Die hatten aber jeweils eher eine Gentilgesellschaft und entwickelten so langsam das Ständesystem, das dann irgendwann mal zum mittelalterlichen Feudalwesen wurde, an das wir ehrlich gesagt auch nur eingeschränkt denken, wenn wir unser Bild von König, Ritter, Edelmann für's Rollenspiel nutzen.

Und mal davon ab hat die Nibelungentreue was sehr wagnersches. Mit Lehnstreue mag das was ab der Schriftform im 13. Jahrhundert zu tun haben, mangels voll ausgebildetem Lehnswesen aber weniger bei den Vorbildern.

Die Haushistorikerin hat mir gerade gesagt, dass Rudolf Schieffer: Die Karolinger wahrscheinlich eine gute Quelle für die frühmittelalterliche Gesellschaftsordnung sein könnte. Also wenn einer den Aufwand treiben mag. ;)

Aber letzten Endes schreiben im Nibelungenlied Leute des 13. Jahrhunderts über eine fiktive Vergangenheit, die sich aus mies belegten Ereignissen speist, die wiederum gerne mal über ein halbes Jahrtausend zurück liegen. Und das werden die Autoren wahlweise mit dem Gedanken getan haben zu unterhalten, einen Herrscher gut aussehen zu lassen oder auch einen Herrscher schlecht aussehen zu lassen.  ;)
« Letzte Änderung: 17.09.2017 | 13:54 von Chruschtschow »
Jeder Thread ist ein potentieller Fate-Thread. :d

Rollenspiel in und um Paderborn - Die Rollenspielergilde e.V. - www.rollenspiel-paderborn.de

Offline Curwen

  • Survivor
  • **
  • Beiträge: 99
  • Geschlecht: Männlich
  • Username: Curwen
Re: [Fate-Adaption] Das Schicksal der Nibelungen
« Antwort #10 am: 18.09.2017 | 10:28 »
Das hilft mir weiter, Chruschtschow. Gute Empfehlung zu den Karolingern, die Rezensionen lassen ebenfalls hoffen.  :)

Offline Lichtbringer

  • Famous Hero
  • ******
  • Beiträge: 2.602
  • Geschlecht: Männlich
  • Username: Der_Lichtbringer
Re: [Fate-Adaption] Das Schicksal der Nibelungen
« Antwort #11 am: 19.09.2017 | 16:35 »
Auf jeden Fall mal vielen Dank für das plötzliche Interesse. Ich schreibe dann mal. Von Fleiß kann allerdings keine Rede sein. So viel Zeit habe ich leider gerade nicht.


Aber letzten Endes schreiben im Nibelungenlied Leute des 13. Jahrhunderts über eine fiktive Vergangenheit, die sich aus mies belegten Ereignissen speist, die wiederum gerne mal über ein halbes Jahrtausend zurück liegen. Und das werden die Autoren wahlweise mit dem Gedanken getan haben zu unterhalten, einen Herrscher gut aussehen zu lassen oder auch einen Herrscher schlecht aussehen zu lassen.  ;)

Das ist tatsächlich ein wichtiger Punkt für mich. Die Adaption wird nicht in einem realistischen Europa spielen, weil die Sagen nicht in einem realistischen Europa spielen.
Deshalb werde ich eher (mit Hilfe meiner Frau, die Historikerin ist) kleine Details aufführen, die einen Realismus andeuten können.
Hanlons Prinzip: "Führe nie auf Böswill zurück, was adäquat durch Dummheit erklärbar ist."

Das Mantra der Wissenschaft: Wenn Theorie und Praxis nicht übereinstimmen, ist es nicht das Universum, das sich irrt.

Offline Chruschtschow

  • HART! aber herzlich
  • Famous Hero
  • ******
  • Fate-Fanatiker
  • Beiträge: 2.970
  • Geschlecht: Männlich
  • Username: Chruschtschow
    • Die Rollenspielergilde e.V.
Re: [Fate-Adaption] Das Schicksal der Nibelungen
« Antwort #12 am: 19.09.2017 | 17:29 »
[...] mit Hilfe meiner Frau, die Historikerin ist [...]

Hah, so eine habe ich auch. Sehr hilfreich für Spielvorbereitung. :d
Jeder Thread ist ein potentieller Fate-Thread. :d

Rollenspiel in und um Paderborn - Die Rollenspielergilde e.V. - www.rollenspiel-paderborn.de

Offline Lichtbringer

  • Famous Hero
  • ******
  • Beiträge: 2.602
  • Geschlecht: Männlich
  • Username: Der_Lichtbringer
Re: [Fate-Adaption] Das Schicksal der Nibelungen
« Antwort #13 am: 19.11.2017 | 17:30 »
Hanlons Prinzip: "Führe nie auf Böswill zurück, was adäquat durch Dummheit erklärbar ist."

Das Mantra der Wissenschaft: Wenn Theorie und Praxis nicht übereinstimmen, ist es nicht das Universum, das sich irrt.

Offline Lichtbringer

  • Famous Hero
  • ******
  • Beiträge: 2.602
  • Geschlecht: Männlich
  • Username: Der_Lichtbringer
Hanlons Prinzip: "Führe nie auf Böswill zurück, was adäquat durch Dummheit erklärbar ist."

Das Mantra der Wissenschaft: Wenn Theorie und Praxis nicht übereinstimmen, ist es nicht das Universum, das sich irrt.