Autor Thema: Erzählt mir von Glorantha  (Gelesen 5200 mal)

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Offline korknadel

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Re: Erzählt mir von Glorantha
« Antwort #75 am: 29.01.2019 | 13:05 »
Ja, was ich von den alten WdS-Übersetzungen bisher gelesen habe, ist schon sehr gut. Man stößt sich halt trotzdem an dem einen oder anderen Begriff, auch wenn Kanon ganz schick ist. So kann ich zum Beispiel Apfelallee nicht schlucken, das ist einfach ein neuzeitlicher Begriff aus der Garten-/Landschaftsarchitektur, der zudem noch aus dem Französischen kommt und ganz stark entsprechende Assoziationen hervorruft. Das passt zum einen nicht zum englischen lane, das in seiner Bedeutung viel schlichter und allgemeiner als Allee ist, und zum anderen schon gar nicht in ein Bronzezeitsetting, wo es vielleicht in irgendwelchen Palastgärten von Bäumen beschattete Wege gab, aber bestimmt keine mit Vorbildern im französischen Barock und französischem Klang. Als ich das Abenteuer Apfelallee zum ersten Mal im Laden sah in den Neunzigern, dachte ich entsprechend auch, dass Glorantha ein weiteres Renaissance-/Fäntelaltersetting sein muss. Und selbst wenn Stafford das abgesegnet oder sogar gewünscht haben sollte: Es ist trotzdem schief.   8]

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Offline felixs

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Re: Erzählt mir von Glorantha
« Antwort #76 am: 29.01.2019 | 13:09 »
War mir noch nie aufgefallen, stimmt aber. Apfelallee ist nicht so geschickt. Der Name ist auch im Englischen ein wenig merkwürdig, wobei im Englischen Ortsnamen dieser Art wohl etwas häufiger auftreten.

Vielleicht wäre etwas in der Art von "Apfelweiler" oder "Apfelstedt" gut gewesen  ;)
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Offline Grubentroll

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Re: Erzählt mir von Glorantha
« Antwort #77 am: 29.01.2019 | 17:29 »
Bei so manchem Namen ist Glorantha allerdings wieder ein bisschen merkwürdig.

Dieses "Apple Lane" würde ich jetzt auch nicht in einem Bronzezeit-Setting vermuten...

Offline Xemides

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Re: Erzählt mir von Glorantha
« Antwort #78 am: 29.01.2019 | 18:32 »
Du meinst, Glorantha-Elben sind eigentlich bewusstseinserweiternde Drogen?

Ich muss zugeben, die Elben und Zwerge bei Glorantha stören mich. Die hätte man entweder normal belassen oder umbenennen sollen.

Sie heißen ja auch eigentlich Aldryami und Mostali.
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Offline korknadel

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Re: Erzählt mir von Glorantha
« Antwort #79 am: 29.01.2019 | 18:38 »
Sie heißen ja auch eigentlich Aldryami und Mostali.

In Elder Races aus der Box Elder Secrets wird differenziert zwischen Mostali und dwarfs. Müsste noch mal nachschauen, aber da heißen nur diejenigen, die noch in der Gottzeit aus den Kesseln kamen, Mostali und die Nachgeborenen dwarfs.
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Offline Weltengeist

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Re: Erzählt mir von Glorantha
« Antwort #80 am: 29.01.2019 | 19:24 »
Greg Stafford hat Glorantha als Welt für seine Mythen geschaffen. Die Mythen und deren wilder Auswurf sind der Zweck von Glorantha. In anderen Welten sind Mythen mehr oder weniger tote historische Gegenstände oder Artefakte.

Ob man das besonders reizvoll findet oder nicht - das ist natürlich eine Geschmacksfrage.

Eigentlich mag ich Settings mit starkem Eigengeschmack und einer Mythen- und Götterwelt, die man im Spiel wirklich merkt. Ich hatte nur nie das Gefühl, dass ich das auch selbst leiten könnte. Und in den Genuss, eine Runde von Greg Stafford geleitet zu kriegen, bin ich leider nie gekommen... Daher ist Glorantha bei mir mittlerweile raus.
Über Geschmack kann man nicht streiten. Aber auf Tanelorn hindert das niemanden daran, es trotzdem zu tun.

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Offline Grubentroll

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Re: Erzählt mir von Glorantha
« Antwort #81 am: 30.01.2019 | 09:42 »
Ich frag mich ja fast, wieso das "mythische Welt"-Modell keine Schule gemacht hat, und fast alle Settings zB auf ihrer doofen Kugelwelt beharren. Das "mythische Weltmodell" wirkt auf mich im Kontext eines Fantasyrollenspiels einfach wesentlich sinnvoller.

Evtl kommt man da aber eben mit diesen verschiedenen Sichtweisen aneinander, die Bewohner dieser Welt haben. Glorantha kann das ja anscheinend auch nicht so ganz auflösen, oder?


« Letzte Änderung: 30.01.2019 | 09:43 von Grubentroll »

Offline Lord Verminaard

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Re: Erzählt mir von Glorantha
« Antwort #82 am: 30.01.2019 | 11:09 »
Was ich daran insbesondere auch reizvoll finde, ist der spirituelle Aspekt, den auch Abenteuer ganz selbstverständlich haben können. Natürlich die Idee der Hero Quest, die ich großartig finde, aber auch ganz banal so Dinge wie in dem Einführungsabenteuer "The Broken Tower" im Quickstarter zum aktuellen RQ:G:

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Offline felixs

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Re: Erzählt mir von Glorantha
« Antwort #83 am: 30.01.2019 | 22:55 »
Was ich daran insbesondere auch reizvoll finde, ist der spirituelle Aspekt, den auch Abenteuer ganz selbstverständlich haben können.

Gerade das reizt mich nicht so sehr. Bzw. ich finde es etwas schwierig, dass das so großen Raum einnimmt.

Allerdings ist das eine reine Geschmacksangelegenheit. Wirklich bewerten will ich das nicht. Vielleicht gefällt mir das auch irgendwann.
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Offline Magister Ludi

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Re: Erzählt mir von Glorantha
« Antwort #84 am: 31.01.2019 | 10:13 »
Ich habe in den 80er Jahren mehrmals eine Kampagne im Umfeld Apple Lane - Borderlands - Pavis - Big Rubble geleitet. Es war gut, den mythologischen, kulturellen und politischen Hintergrund zu kennen und entsprechend Auskunft geben zu können, aber meine Spieler haben sich mit  wesentlich praktischeren Problemen beschäftigt ("Wie kommen wir an den Trollen vorbei?"). Und wir alle hatten Spaß.   

Offline korknadel

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Re: Erzählt mir von Glorantha
« Antwort #85 am: 5.02.2019 | 08:10 »
Was mir bei meiner -- vielleicht etwas erratischen, aber sehr bereichernden -- Lektüre immer wieder auffällt im Vergleich zu anderen großen Fantasy-Settings, die ich so kenne, das ist eine gewisse Schamlosigkeit bei Glorantha. Bei etlichen der "gewachsenen" Settings aus der Rollenspielpionierzeit wurde später öfter mal geretcont, überschrieben, geändert oder verschwiegen. Aventurien ist das wohl prominenteste Beispiel für so etwas. Werden dort Dinge aus dem ersten Dutzend Abenteuern ins aktuelle Aventurien übernommen,  merkt man der Sache oft ein gewisses Bemühen an, Dinge werden stark erklärt, umgedeutet oder gar abgeändert, damit sie auch für die reifen, anspruchsvollen Settingliebhaber von heute erträglich sind.

Bei Glorantha dagegen habe ich den Eindruck, dass es sich keiner seiner vielleicht manchmal etwas jugendlich-leichtsinniger Ideen schämt. Sicher kann man heute in den super ausgetüftelten Heldenkrieg in Drachenpass einsteigen und Weltgeschichte schreiben, aber -- zumindest wirkt es auf mich so -- die Kasernenruine im Großen Schutt mit ihren Monstern und Balastors Axt als Hauptgewinn ist deshalb noch lange nicht passé.

Was ich daran insbesondere auch reizvoll finde, ist der spirituelle Aspekt, den auch Abenteuer ganz selbstverständlich haben können. Natürlich die Idee der Hero Quest, die ich großartig finde, aber auch ganz banal so Dinge wie in dem Einführungsabenteuer "The Broken Tower" im Quickstarter zum aktuellen RQ:G:

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Das ist so ein Punkt, wo, finde ich, die mythische Qualität des Settings deutlich wird. Wenn man bei Aventurien von "mythisch" spricht, dann meint man geheimnisvoll, traum- und nebelhaft. Das ist in Glorantha viel weniger gegeben, weil hier eben bereits zahlreiche Alltagshandlungen in irgendeiner Weise göttlich/magisch sind. Das Spannungsfeld profan-magisch gibt es in Glorantha nicht in dem Maße. Aventurien gibt sich selbst das Label des phantastischen Realismus, und hier bedeutet es, dass alles, auch das Phantastische, Magische auf Plausibilität etc. abgeklopft wird, Magie und Phantasie werden "realistisch" gezähmt. Für Glorantha fände ich den Begriff magischer Realismus auch in gewisser Weise passend, allerdings vollkommen anders ausgelegt: In Glorantha ist nämlich nichts real, wenn es nicht magisch ist. Magie erschafft die Realität von Glorantha. Gut, das könnte man aufgrund irgendwelche Schöpfungsmythen bei anderen Settings auch pauschal sagen, aber anderswo zieht sich dieses Konzept nicht so durch jedes Detail der Spielwelt und ist nicht so dauerhaft spürbar.

Die Ruinen der Gebäude im Großen Schutt, die aus der Zeit des Gotthelden Pavis stammen, sind aus den Überresten einer riesigen Steinstatue errichtet. Diese Statue brachte Pavis aus dem Reich der Trolle mit, und mit ihrer Hilfe konnte er die zuvor an dem Ort befindliche Stadt einnehmen und auf ihren Ruinen seine eigene bauen. Das ist, als wären die Griechen auf dem Trojanischen Pferd in die Schlacht geritten ... Immer wieder diese starken Ideen und Bilder.

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Offline Chiarina

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Re: Erzählt mir von Glorantha
« Antwort #86 am: 5.02.2019 | 08:31 »
Ja, mich spricht das auch an. Hier ein kleines Zitat aus Montgomerys Blog, das in eine ähnliche Richtung geht und eine starke Resonanz in mir hervorgerufen hat:

Zitat
A character will know all sorts of magic not covered by the rules; a warding hand gesture against spirits of disease when someone sneezes, a plow blessing before a field is tilled, a mother’s soothing charm to lull a baby to sleep.

Besonders diese Szene mit dem Säugling! Das ist doch super, oder?
[...] the real world has an ongoing metaplot (Night´s Black Agents, The Edom Files, S. 178)

Offline Weltengeist

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Re: Erzählt mir von Glorantha
« Antwort #87 am: 5.02.2019 | 08:33 »
Ja, mich spricht das auch an. Hier ein kleines Zitat aus Montgomerys Blog, das in eine ähnliche Richtung geht und eine starke Resonanz in mir hervorgerufen hat:

Besonders diese Szene mit dem Säugling! Das ist doch super, oder?

Jetzt braucht man nur noch eine Runde, in der die Leute sowas auch wirklich ausspielen...
Über Geschmack kann man nicht streiten. Aber auf Tanelorn hindert das niemanden daran, es trotzdem zu tun.

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Offline Bildpunktlanze

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Re: Erzählt mir von Glorantha
« Antwort #88 am: 5.02.2019 | 08:38 »
OT: gibt es noch andere Bronze Zeitalter RPG Welten die erwaehnenswert sind?
Handgemachte Rollenspiel Pixelart auf TANELORN  | TWITTER  | TUMBLR

Spielbericht  Dungeon World - Schwarze Schuppen

Offline AndreJarosch

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Re: Erzählt mir von Glorantha
« Antwort #89 am: 5.02.2019 | 09:47 »
OT: gibt es noch andere Bronze Zeitalter RPG Welten die erwaehnenswert sind?

Thennla!

Thennla begann in den 80ern als Welt in der Hauskampagne des Autoren Jonathan Drake für RuneQuest.

Jetzt ist es eine Welt für MYTHRAS (Die Küsten von Korantia, Das Taskanische Imperium, Kakhun erwacht, Der Tribut der Arakuliner und dan Thennla-Heft).

Offline felixs

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Re: Erzählt mir von Glorantha
« Antwort #90 am: 5.02.2019 | 10:08 »
Jetzt braucht man nur noch eine Runde, in der die Leute sowas auch wirklich ausspielen...

Denke auch, dass das der Punkt ist. Das kann alles nur dann wirken, wenn die Leute zumindest halbwegs eingelesen sind - oder wenn der SL sehr viel erklärt (und sich selbst entsprechend gut auskennt).

Und natürlich gilt das irgendwie für die meisten Spielwelten: Es gibt eine Menge Alltagsmagie, Alltagswissen, Traditionen etc. die sich nicht in den Regeln wiederfinden. Sowas zumindest gelegentlich mit reinzubringen, fördert den immersiven Spielspaß sehr, finde ich.

Wenn man das weglässt - was man natürlich machen kann - dann gibt es doch handlichere Welten als gerade Glorantha.
« Letzte Änderung: 5.02.2019 | 10:11 von felixs »
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Offline korknadel

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Re: Erzählt mir von Glorantha
« Antwort #91 am: 5.02.2019 | 10:48 »
Denke auch, dass das der Punkt ist. Das kann alles nur dann wirken, wenn die Leute zumindest halbwegs eingelesen sind - oder wenn der SL sehr viel erklärt (und sich selbst entsprechend gut auskennt).

Und natürlich gilt das irgendwie für die meisten Spielwelten: Es gibt eine Menge Alltagsmagie, Alltagswissen, Traditionen etc. die sich nicht in den Regeln wiederfinden. Sowas zumindest gelegentlich mit reinzubringen, fördert den immersiven Spielspaß sehr, finde ich.

Wenn man das weglässt - was man natürlich machen kann - dann gibt es doch handlichere Welten als gerade Glorantha.

Wobei RQ:G ja durchaus so designt ist, dass man gar nicht so wahnsinnig viel wissen muss und die ganze Zeit lauter Kram machen muss, der fürs Abenteuer nicht viel bringt, sondern nur die Immersion und "Stimmung" fördert. Man spielt ja von vornherein Eingeweihte irgendeines Kults mit den entsprechenden Geister- und Runenzaubern. Und dann wird der SC ja auch auf dem Charakterblatt von seinen Runen definiert. Das heißt, die magische Matrix des SCs liegt ständig schon vor dir, du hast sowieso ständig mit Göttern zu tun, spätestens, wenn du ausgegebene Runenpunkte zurückerlangen willst. Und die NPCs kommen auch alle mit ihren Zaubern daher, von daher wirst du da auch automatisch immer mit anderen Kulten konfrontiert. Und die -- auch alltäglichen -- Details der Spielwelt spielen zumindest in den offiziellen Abenteuern ja durchaus auch immer wieder eine Rolle. Also selbst der uneingelesene Spieler, der nur irgendwo auf der Jagd nach magischen Schätzen ist, wird andauernd mit dem ganzen Kram konfrontiert und steckt zwangsläufig irgendwie drin in der Mythensuppe.
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Offline AndreJarosch

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Re: Erzählt mir von Glorantha
« Antwort #92 am: 5.02.2019 | 11:12 »
Denke auch, dass das der Punkt ist. Das kann alles nur dann wirken, wenn die Leute zumindest halbwegs eingelesen sind - oder wenn der SL sehr viel erklärt (und sich selbst entsprechend gut auskennt).

Und natürlich gilt das irgendwie für die meisten Spielwelten: Es gibt eine Menge Alltagsmagie, Alltagswissen, Traditionen etc. die sich nicht in den Regeln wiederfinden. Sowas zumindest gelegentlich mit reinzubringen, fördert den immersiven Spielspaß sehr, finde ich.

Wenn man das weglässt - was man natürlich machen kann - dann gibt es doch handlichere Welten als gerade Glorantha.

Gerde RuneQuest: Roleplaying in Glorantha und das Glorantha Sourcebook konzentrieren sich auf einen noch überschaubaren Teil Gloranthas. Und gerade  RGQ nimmt die Spieler schon direkt bei der Charaktererschaffung an die Hand und vermittelt während dieser viel was das Spielflair ausmacht.

Offline Mithras

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Re: Erzählt mir von Glorantha
« Antwort #93 am: 9.02.2019 | 10:39 »
Nachdem ich mir den kompletten Thread hier nochmal durchgelesen habe und ein paar Bilder und Rezensionen zu diversen Glorantha Büchern gesehen und gelesen habe werde ich dem Setting mal eine Chance geben (trotz Enten) und warte gespannt auf das deutsche Crowdfunding dazu. Die Bebilderung der neuen Edition ist ja super und ich habe eine Schwäche für W100 Systeme! Aber vor einem Kauf der englischen Version schrecke ich zurück und die deutsche RQ3 Ausgabe erscheint mir wenig Sinnvoll bzw. zu teuer mit den ganzen Büchern und Boxen die ich dazu bräuchte um mich mal richtig einzulesen: Regelwerk, Götter und Welt, dazu noch das Bestiarium. Warum muss das alles immer Sammelpreise haben?


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Offline felixs

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Re: Erzählt mir von Glorantha
« Antwort #94 am: 9.02.2019 | 11:14 »
Aber vor einem Kauf der englischen Version schrecke ich zurück und die deutsche RQ3 Ausgabe erscheint mir wenig Sinnvoll bzw. zu teuer mit den ganzen Büchern und Boxen die ich dazu bräuchte um mich mal richtig einzulesen: Regelwerk, Götter und Welt, dazu noch das Bestiarium. Warum muss das alles immer Sammelpreise haben?

Die Götter-Box bekommt man immer noch für ca. 15 € neu oder in sehr gutem Zustand. Man braucht nur ein bißchen Geduld.
Die Regeln findet man wirklich leicht, eigentlich noch leichter als die Götter-Box.
Das Bestiarium könnte ich Dir günstig überlassen. Ich hatte mal Glück und habe das zu einem fairen Preis bekommen - würde ich weitergeben.
Eine richtige Weltbeschreibung gab es damals allerdings nicht. Das ist ein recht dünnes Heft in der Götter-Box und einige verstreute Informationen.
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Offline Mithras

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Re: Erzählt mir von Glorantha
« Antwort #95 am: 9.02.2019 | 21:16 »
Ich habe vorhin mal bei Drosi recherchiert, da ist eine Glorantha Box auf deutsch gelistet. Ich dachte das ist der Settingteil. Aber anscheinend kam RQ3 im Refelbuch wohl ohne größeren Hintergrund daher und dann bleibt wohl wirklich nur die Götter Box. Danke für das Angebot mit dem Bestiarium aber ich warte wirklich lieber auf die deutsche Ausgabe.

Dazu habe ich eine Frage zu den alten Runequest bzw. Glorantha Produkten auf englisch. Gibt es da irgendwelche "Must have" die in der aktuellen Version nicht veröffentlicht wurden und damit auch nicht auf deutsch kommen werden? Ich meine speziell River of Cradle und Pavis Stadtbeschreibung und ähnliches. Ich weiss allerdings nichts über die beiden Boxen/Bücher und hier kann mir doch bestimmt dazu geholfen werden.




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« Letzte Änderung: 9.02.2019 | 21:29 von Mithras »
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Offline Colgrevance

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Re: Erzählt mir von Glorantha
« Antwort #96 am: 10.02.2019 | 08:27 »
Für eine deutsche Weltbeschreibung gibt es doch noch Glorantha - Die epische Welt des Greg Stafford.



Caveat: Ich habe es nie gelesen und kann daher nicht beurteilen, ob es was taugt.

Offline Xemides

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Re: Erzählt mir von Glorantha
« Antwort #97 am: 10.02.2019 | 12:23 »
Es gab für Glorantha https://rpggeek.com/rpgitem/48351/glorantha-genertela-crucible-hero-wars Wars schon zu RQ3 Zeiten. Das war damals das Referenzwerk für die Welt.

River of cradles ist eine Regionalbeschriebung und Kampagne, die heute nicht mehr kanonisch ist.

Must haves von Klassikern sind alle Classic Produkte:

https://www.chaosium.com/glorantha-classics/

An Pavis arbeitet Robin Laws gerade. Es ist nur die Frage, wann es fertig ist und schreint ;-).


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Offline Grubentroll

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Re: Erzählt mir von Glorantha
« Antwort #98 am: 10.02.2019 | 13:20 »
War Glorantha eigentlich schon immer so "mesopotamisch" angehaucht?

Ich kann mich an Cover von Publikationen erinnern, die bei mir eher den Eindruck von Frühmittelalter erweckt haben.
War das dann fehlgeleitete Cover-Art, oder hat sich das Setting stilistisch gewandelt über die Jahre?

Offline felixs

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Re: Erzählt mir von Glorantha
« Antwort #99 am: 10.02.2019 | 13:32 »
Für eine deutsche Weltbeschreibung gibt es doch noch Glorantha - Die epische Welt des Greg Stafford.



Caveat: Ich habe es nie gelesen und kann daher nicht beurteilen, ob es was taugt.

Ich habe es teilweise gelesen.
Die Übersetzung ist größtenteils gruselig, die Informationen sind recht abstrakt und schwer verdaulich präsentiert. Die Karten weitgehend unbrauchbar.
Ich fand das schmal Heft in der alten Götter-Box nützlicher. Sogar die Informationen in dem deutschen Hero-Quest-Band (also dem ersten Band der Ausgabe, von der Glorantha - die epische Welt des Greg Stafford der zweite Teil ist) fand ich nützlicher.

Würde ich nicht empfehlen.
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