Autor Thema: Uhrwerk ist insolvent  (Gelesen 99487 mal)

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Offline Little Indian #5

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Re: Uhrwerk ist insolvent
« Antwort #525 am: 6.07.2019 | 14:13 »
Show me?

Steht z.B. im Projektgründer-Handbuch:
https://www.kickstarter.com/help/handbook/updates?ref=handbook_fulfillment

Aber wir sollten hier nicht über allgemeine Pflichten aus Crowdfundings diskutieren, sondern über den speziellen Fall Uhrwerk
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Online Gunthar

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Re: Uhrwerk ist insolvent
« Antwort #526 am: 6.07.2019 | 14:14 »
Und Gläubiger haben das Recht zu wissen, was die Gründe und wie die Situation sind. Damit abgeschätzt werden kann, ob es zu einem Verlust des Geldes kommen wird.
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I propose that we rename the game "The One Ring" to become "The Eleven Ring" ;)
Three Rings for the Elven-kings under the sky,
Seven for the Dwarf-lords in their halls of stone,
Nine for Mortal Men doomed to die,
Eleven Rings to roleplay the one...

Online Weltengeist

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Spielt derzeit: Das Horn von Hur'Adhaar (Savage Worlds - Eberron)
In Vorbereitung: Die Quelle des Lebens (Savage Worlds - Hollow Earth)

tassander

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Re: Uhrwerk ist insolvent
« Antwort #528 am: 6.07.2019 | 16:08 »
Ich habe nie behauptet, ein Anrecht auf vertrauliche Informationen zu haben. Aber als Unterstützer mehrerer Crowdfundings von Uhrwerk und Feder&Schwert habe ich sehr wohl einen Anspruch darauf, dass die von mir bestellten Produkte auch geliefert werden. Wenn es dabei Probleme gibt, dann ist das Unternehmen auch dazu verpflichtet, die Backer über die genaue Art des Problems zu informieren. Bei kickstarter ist das, meines Wissens, sogar Teil der Geschäftsbedingungen.

Ich habe hier übrigens auch nie gefordert, dass Uhrwerk mehr an Informationen herausgibt als sie es getan haben (geschweige denn mehr als sie dürfen). Ich habe nur meine Überraschung darüber zum Ausdruck gebracht, dass der ganz überwiegende Teil der Community hier uneingeschränkt zufrieden ist mit dem Verhalten von Uhrwerk, dort offensichtlich auch keinerlei Verschulden für die Insolvenz sieht und stattdessen aufwändige Rettungsmaßnahmen plant.

Nicht falsch verstehen: Wer den Verlag unterstützen will, obwohl die Hintergründe der Insolvenz noch völlig unklar sind, der soll das gerne tun. Wenn es dazu beiträgt, ein Unternehmen zu retten, das in der Vergangenheit tolle Produkte herausgebracht hat und das m.E. für die deutsche Rollenspielszene wichtig ist, umso besser.

Aber wahrscheinlich sind das vor allem Leute, die - anders als ich - nicht bereits ein paar hundert Euro in Crowdfundings der insolventen Verlage investiert haben Für das “Roll inclusicve“-Projekt (für das übrigens immer noch mit Jan Kern auf der Tanelorn-Startseite geworben wird) habe ich sogar aktiv Werbung gemacht, was ich sonst eigentlich nie tue. Jetzt kann ich nur hoffen, das niemand auf meine Empfehlung hin dort investiert hat.
Ich muss jetzt aber davon ausgehen, dass ich für einen Großteil meines Geldes nie einen Gegenwert sehen werde. Darauf zu vertrauen, dass ein insolventer Verlag alle Crowdfunding-Projekte vertragsgemäß erfüllen wird, ist schon sehr ... optimistisch. Auch Patrick gibt ja zu, dass er nicht sagen kann, wie das mit den Crowdfundings laufen wird. Ich glaube ihm, dass er gerne alle Produkte herausbringen möchte wie geplant, aber das kann er eben nicht mehr selber entscheiden, sondern der Insolvenzverwalter. Und dass der sein okay dafür gibt, dass z.B. Bücher teuer gedruckt werden, wenn damit gar keine großen Einnahmen mehr erzielt werden können (weil die ja schon bezahlt sind), ist nicht selbstverständlich.

Dass ich mir da ein wenig mehr Klarheit darüber wünsche, was mit meinem Geld (und dem vieler anderer) passiert ist und warum trotz der guten Einnahmen eine Insolvenz erforderlich war, dürfte doch verständlich sein. Dass ich diese Information wahrscheinlich nie erhalten werde, ist mir klar. Und dass wohl auch kein Rechtsanspruch darauf besteht, dass mag auch der Fall sein. Aber anders als viele andere hier bin ich mit dieser Situation eben nicht zufrieden.

Nochmal: Wer den Verlag unterstützen will, der soll das gerne tun. Damit tut man auf jeden Fall Gutes (auch für mich übrigens, da dies doch die Wahrscheinlichkeit dafür erhöht, dass die von mir mitfinanzierten Projekte tatsächlich erscheinen).
Aber ich werde ganz bestimmt dem Geld, das der Verlag schon von mir hat, nicht noch mehr hinterherwerfen. Auf jeden Fall solange nicht, solange ich nicht weiß, ob der Verlag das auch verdient. Denn ein weiteres Superschurken-Hauptquartier möchte ich nicht mitfinanzieren.

Um es abschließend ganz deutlich zu sagen: Ich will keine Informationen, schon gar keine Interna. Was ich will, sind die Produkte, die mir versprochen wurden und die ich schon bezahlt habe. Aber wenn ich die nicht bekomme, dann will ich wissen warum. Das halte ich für eine angemessene Transparenz.

EDIT:
Hinweis auf Bannerwerbung und Fazit ergänzt.

Freut mich sehr, dass Du das so ausgewogen ausgedrückt hast. Das ist exakt auch meine Meinung.

Ich hatte mich, ehrlich gesagt, nach dem Bohei um das Aktenzeichen, nicht mehr getraut, das hier im  :t: zu schreiben und mir meinen Teil gedacht.

Hoffen wir mal, dass wir Glück haben und noch einen Gegenwert für unser Geld sehen.

Offline Lichtschwerttänzer

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“Uh, hey Bob?”
“What Steve?”
“Do you feel like we’ve forgotten anything?”
Sigh. “No Steve. I have my sword and my bow, and my arrows and my cloak and this hobbit here. What could I have forgotten?”
“I don’t know, like, all of our stuff? Like the tent, the bedroll, my shovel, your pot, our cups, the food, our water, your dice, my basket, that net, our spare nails and arrowheads, Jim’s pick, my shovel, the tent-pegs…”
“Crap.”

tassander

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Re: Uhrwerk ist insolvent
« Antwort #530 am: 6.07.2019 | 16:19 »
Wo?
https://www.kickstarter.com/terms-of-use?lang=de

Unter 4.) findest Du die (relativ allgemein gehaltene) Passage.

Edit: hm, der Link spinnt, hier das Zitat:

"Falls ein Projektgründer sein Projekt nicht erfolgreich zu Ende bringen und die versprochenen Belohnungen nicht aushändigen kann, so hat er damit wesentliche Verpflichtungen der Vereinbarung zwischen ihm und seinen Unterstützern nicht erfüllt. Um dies wiedergutzumachen, sollte er sich nach besten Kräften bemühen, das Projekt auf andere Weise zu einem für seine Unterstützer bestmöglichen Abschluss zu bringen. Ein Projektgründer in dieser Position hat die Situation erst dann geklärt und seine Verpflichtungen gegenüber seinen Unterstützern erfüllt, wenn er die folgenden Schritte erledigt hat:

Er informiert seine Unterstützer, welche Projektaktivitäten bereits durchgeführt wurden, für welche Zwecke das Projektbudget genutzt wurde und warum das Projekt nicht wie geplant abgeschlossen werden kann.
Er arbeitet eifrig und in gutem Glauben daran, das Projekt innerhalb eines seinen Unterstützern mitgeteilten Zeitrahmens zu einem bestmöglichen Abschluss zu bringen.
Er kann nachweisen, dass das Projektbudget zweckmäßig genutzt und jede mögliche Anstrengung unternommen wurde, um das Projekt wie versprochen zu Ende zu bringen.
Er war seinen Unterstützern gegenüber stets ehrlich und hat keine wesentlichen Falschdarstellungen kommuniziert.
Er bietet an, das verbleibende Projektbudget an die Unterstützer auszuzahlen, die ihre Belohnungen noch nicht erhalten haben (im Verhältnis zu den jeweils geleisteten finanziellen Beiträgen), oder er erklärt, wie dieses Budget verwendet wird, um das Projekt auf andere Weise zu Ende zu bringen."
« Letzte Änderung: 6.07.2019 | 16:23 von tassander »

Offline Lichtschwerttänzer

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Re: Uhrwerk ist insolvent
« Antwort #531 am: 6.07.2019 | 16:20 »
We can’t find this page, but we can show you a new creative project you can help bring to life.
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tassander

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Re: Uhrwerk ist insolvent
« Antwort #532 am: 6.07.2019 | 16:24 »
We can’t find this page, but we can show you a new creative project you can help bring to life.

Ich habe den Link geändert und die Stelle zudem zitiert.

Offline Lichtschwerttänzer

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Re: Uhrwerk ist insolvent
« Antwort #533 am: 6.07.2019 | 16:26 »
https://www.kickstarter.com/projects/174015938/roll-inclusive-diversity-und-reprasentation-im-rol/posts/2526791

Die Essays für das Projekt sind bereits fertig geschrieben und zum Teil auch schon lektoriert. Selbstverständlich müssen wir aber mit unseren Projektpartner*innen, insbesondere auch den beteiligten Autor*innen, absprechen, wie es nun weitergehen soll. Hierzu müssen wir aber natürlich auch mit dem*der uns in Kürze zugeteilten Insolvenzverwalter*in Rücksprache halten.
“Uh, hey Bob?”
“What Steve?”
“Do you feel like we’ve forgotten anything?”
Sigh. “No Steve. I have my sword and my bow, and my arrows and my cloak and this hobbit here. What could I have forgotten?”
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Offline PaterLeon

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Re: Uhrwerk ist insolvent
« Antwort #534 am: 6.07.2019 | 19:52 »
Anstatt hier rund um Hypothesen ganze Diskussionen aufzubauen, könnten alle auch einfach einmal tief durchatmen und abwarten. Ist ja nicht so, als wäre die Insolvenz-Ankündigung schon ewig her -  es ist erst ein Monat vergangen.

Just_Flo

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Re: Uhrwerk ist insolvent
« Antwort #535 am: 6.07.2019 | 19:56 »
Wenn du dies getan hättest wäre dieser Thread 2 Beiträge kürzer :Ironie:

Offline D. Athair

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Re: Uhrwerk ist insolvent
« Antwort #536 am: 6.07.2019 | 23:23 »
Aber als Unterstützer mehrerer Crowdfundings von Uhrwerk und Feder&Schwert habe ich sehr wohl einen Anspruch darauf, dass die von mir bestellten Produkte auch geliefert werden. Wenn es dabei Probleme gibt, dann ist das Unternehmen auch dazu verpflichtet, die Backer über die genaue Art des Problems zu informieren. Bei kickstarter ist das, meines Wissens, sogar Teil der Geschäftsbedingungen.
Korrekt. Allerdings ist das Insolvenzrecht an der Stelle maßgeblich.

Ich habe nur meine Überraschung darüber zum Ausdruck gebracht, dass der ganz überwiegende Teil der Community hier uneingeschränkt zufrieden ist mit dem Verhalten von Uhrwerk, dort offensichtlich auch keinerlei Verschulden für die Insolvenz sieht und stattdessen aufwändige Rettungsmaßnahmen plant.
Es ist dein gutes Recht dich zu wundern. Deine Deuteleien und Unterstellungen sind zwar unschön, aber für mich eine v.a. verstehbare emotionale Abwehrreaktion. Fair gelesen hat Uhrwerk die Insolvenz überrascht. Die Kommunikation und Offenheit des Verlages über Jahre verfolgend (inkl. der Schwierigkeiten und der Kommunikation bezüglich des Numenera-CF), sind bislang keine Anhaltspunkte vorhanden an ihrer (nicht sehr schmeichelhaften) Selbstdarstellung zu zweifeln.

[...] obwohl die Hintergründe der Insolvenz noch völlig unklar sind [...]
Wer ein bißchen Kenntnisse über Insolvenzen und die Rollenspielbranche hat, kann mit der Info "überraschend" durchaus was anfangen. Es ist nicht die Schuld der Verlage A) momentan aus strategischen und/oder rechtlichen Gründen nicht mehr sagen zu können und B) dass Dir wohl die Kenntnisse abgehen.

Für das “Roll inclusicve“-Projekt (für das übrigens immer noch mit Bannern auf der Tanelorn-Startseite geworben wird) habe ich sogar aktiv Werbung gemacht, was ich sonst eigentlich nie tue. Jetzt kann ich nur hoffen, das niemand auf meine Empfehlung hin dort investiert hat.
Warum kannst Du nur hoffen? Das Engagement der Autor.inn.en sowie das Volumen des CF-Projektes (und damit Interesse und Marktvolumen für das fertige Buch) lassen begründet annehmen, dass "Roll inclusive" auf jeden Fall fertig gemacht werden wird. (Was natürlich nicht automatisch bedeutet, dass es ohne finanziellen Schaden der Unterstützer abgehen wird.)

Ich muss jetzt aber davon ausgehen, dass ich für einen Großteil meines Geldes nie einen Gegenwert sehen werde.
OK. Es ist also hauptsächlich Angst ... um das investierte Geld?
Das hättest Du auch einfacher sagen können.


 
Dass ich mir da ein wenig mehr Klarheit darüber wünsche, was mit meinem Geld (und dem vieler anderer) passiert ist und warum trotz der guten Einnahmen eine Insolvenz erforderlich war, dürfte doch verständlich sein.
Es sieht keineswegs so aus als hätten Misswirtschaft oder Probleme mit den Crowdfundings zu den Problemen geführt.

Steuerschulden sind z.B. übliche insolvenz-auslösende Gründe. Sowas kann auch über Steuernachforderungen geschehen. Wenn z.B. das Finanzamt plötzlich - spät aber innerhalb gesetzlicher Fristen - bemerkt, dass es ursprünglich eine größere Summe an Steuern zu wenig verlangt hat.
Andere Fälle sind, dass ein Kreditgeber sich - aufgrund eigener Schwierigkeiten - plötzlich zurückzieht und die Bedienung des Kredits fordert.


Aber anders als viele andere hier bin ich mit dieser Situation eben nicht zufrieden.
Nachvollziehbar. Einfach weil - neben all den Querelen mit Prometheus und nach Insolvenzen von ICE, Citadel/Laurin, ... - hier nochmal klar wird: CF und Vorbestellungen sind im Rollenspiel-Bereich besonders risikobehaftete Investitionen. Wenn das plötzlich klar wird, ist das eine unschöne Erkenntnis. Gerade wenn man viel Geld in die Hand genommen hat.



EDIT:
Ansonsten sollte man auch mal die kritischen Meinungen respektieren, finde ich.
Auf jeden Fall!
Es bedeutet nur nicht, dass man gleichzeitig die Kritik als als begründet anerkennen muss.
An der prinzipiellen Zulässigkeit der emotionalen Reaktion besteht aber kein Zweifel. Die darf genau so ausfallen.
« Letzte Änderung: 7.07.2019 | 00:02 von D. Athair »
"Man kann Taten verurteilen, aber KEINE Menschen." - Vegard "Ihsahn" Sverre Tveitan

Swafnir

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Re: Uhrwerk ist insolvent
« Antwort #537 am: 6.07.2019 | 23:29 »
Wo sind da bitte Deuteleien und Unterstellungen?!

Offline Ifram

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Re: Uhrwerk ist insolvent
« Antwort #538 am: 6.07.2019 | 23:40 »
 :think: "hauptsächlich geht es Little Indian #5 ums Geld" wäre eine.

Offline Teerabe

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Re: Uhrwerk ist insolvent
« Antwort #539 am: 6.07.2019 | 23:42 »
"Falls ein Projektgründer sein Projekt nicht erfolgreich zu Ende bringen und die versprochenen Belohnungen nicht aushändigen kann, so hat er damit wesentliche Verpflichtungen der Vereinbarung zwischen ihm und seinen Unterstützern nicht erfüllt."

Erstmal Durchatmen ist immer ein guter Rat. ;-)

Und manchmal bringt es etwas, wenn man sich ein paar Sachen klarmacht:

- Gerichtliche Verfahren brauchen ihre Zeit (und das ist IMHO meistens auch ganz gut so). Zeit meint in diesem Zusammenhang eher Wochen und Monate, nicht Stunden und Tage. In der Zwischenzeit kann aber noch niemand sagen, ob und wenn ja wie es weitergehen wird.

- Online sind wir inzwischen ganz andere Reaktionszeiten gewöhnt, das beißt sich häufiger mal.

- Ob die oben zitierte Bedingung eingetreten ist, ist noch unklar und wird das IMHO auch noch ein bisschen bleiben.

- Natürlich möchten die Unterstützer jedes Projektes (ich gehör da teilweise zu) gerne wissen, ob bzw. wie das jetzt weitergeht. Kann aber leider gerade keiner so genau sagen. Und ja: Insolvenz bedeutet im Regelfall auch, dass es unwahrscheinlicher geworden ist. Und Insolvenz bedeutet auch immer, dass Sachen ins Stocken geraten. IMHO gibt es tatsächlich bei Crowdfundings ein Informationsrecht der Unterstützer bzw. eine entsprechende Informationspflicht. Aber nicht ständig, nicht sofort und nicht bis ins letzte Detail. Ich habe für mich bislang den Eindruck, dass Uhrwerk dem im Rahmen des Möglichen nachkommt, teilweise auch mehr kommuniziert, als das erforderlich wäre. Das finde ich persönlich ziemlich großartig.

- Ich kann ein wenig dazu beitragen, dass ein positives Ende wahrscheinlicher wird, indem ich weitere Produkte des Verlags kaufe. Solange ich dafür meinen Gegenwert aka Produkte bekomme, finde ich es persönlich auch gar nicht schlimm, dafür Geld auszugeben.  ;)
« Letzte Änderung: 6.07.2019 | 23:48 von Teerabe »

Offline D. Athair

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Re: Uhrwerk ist insolvent
« Antwort #540 am: 6.07.2019 | 23:53 »
Wo sind da bitte Deuteleien und Unterstellungen?!

Nochmal aufgedröselt:

Aber als Unterstützer mehrerer Crowdfundings von Uhrwerk und Feder&Schwert habe ich sehr wohl einen Anspruch darauf, dass die von mir bestellten Produkte auch geliefert werden. Wenn es dabei Probleme gibt, dann ist das Unternehmen auch dazu verpflichtet, die Backer über die genaue Art des Problems zu informieren. Bei kickstarter ist das, meines Wissens, sogar Teil der Geschäftsbedingungen.
Das ist die Unterstellung Uhrwerk/F&S würden nicht im Rahmen des Nötigen informieren.

dass der ganz überwiegende Teil der Community hier uneingeschränkt zufrieden ist mit dem Verhalten von Uhrwerk, dort offensichtlich auch keinerlei Verschulden für die Insolvenz sieht und stattdessen aufwändige Rettungsmaßnahmen plant.
Die von mir fett markierten Stellen sind Deuteleien.


Aber ich werde ganz bestimmt dem Geld, das der Verlag schon von mir hat, nicht noch mehr hinterherwerfen. Auf jeden Fall solange nicht, solange ich nicht weiß, ob der Verlag das auch verdient. Denn ein weiteres Superschurken-Hauptquartier möchte ich nicht mitfinanzieren.
Uhrwerk ist lange genung am Markt, dass man sich eine solide Meinung gebildet haben könnte. Noch mehr gilt das für den Inhaber Patric Götz, der noch viel länger in der Branche beruflich aktiv ist. An der Stelle schreiben letztlich Ingnoranz (= selbstverschuldete Unwissenheit) und Verägerung über andere Verlage (für die Uhrwerk nicht verantwortlich ist).


:think: "hauptsächlich geht es Little Indian #5 ums Geld" wäre eine.
Das ist ne unzulässige Verkürzung.  Dass es um das investierte Geld bzw. dessen Gegenwert geht, steht so im Text:
Was ich will, sind die Produkte, die mir versprochen wurden und die ich schon bezahlt habe.
« Letzte Änderung: 7.07.2019 | 00:49 von D. Athair »
"Man kann Taten verurteilen, aber KEINE Menschen." - Vegard "Ihsahn" Sverre Tveitan

Offline D. Athair

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Re: Uhrwerk ist insolvent
« Antwort #541 am: 7.07.2019 | 00:22 »
Was ich mit den letzten Beiträgen zeigen will ist Folgendes:

1) Ja, man darf mit der Situation unzufrieden sein.
2) Es ist keine gute Idee emotionale Befindlichkeiten in vermeintliche Fakten zu kleiden. Das zu tun ist nachvollziehbar, aber nicht konstruktiv.
3) Ein Verschulden anzunehmen ist nicht unbedingt angemessen.
4) Ja, es tut mir ein bißchen Leid Little Indian #5 auseinanderzunehmen (vorzuführen?). Ich kann den Ärger nachvollziehen.
Keine Ahnung ob es der richtige Weg ist in der Spiegelung zu zeigen, dass Verfahrensfairness wichtig ist. 
5) Die beiden Kommentare sind NICHT als persönliche Abwertung zu verstehen, sondern als spitze Bemerkungen gegen ein Vorgehen.
Ganz im Sinn von "Man kann Taten verurteilen, aber keine Menschen".

Uhrwerk und F&S stehen natürlich in der Verantwortung.
So wie ich Patric erlebe nimmt er sich die jedoch eh sehr zu Herzen.
Fehler und unvorhergesehene Dinge passieren. So ist der Lauf der Welt.
« Letzte Änderung: 7.07.2019 | 00:31 von D. Athair »
"Man kann Taten verurteilen, aber KEINE Menschen." - Vegard "Ihsahn" Sverre Tveitan

Just_Flo

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Re: Uhrwerk ist insolvent
« Antwort #542 am: 7.07.2019 | 06:59 »
Auch wenn ich D. Althairs emotionale Reaktion gut verstehen kann und er sie sehr gut rationalisiert und meiner Meinung nach im Rahmen des konstruktiven Miteinanders bleibt, lese ich immer noch ein nett verpacktes "Ey, Alter, vertrau denen halt endlich". (Was ich persönlich tue.)

Offline Sashael

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Re: Uhrwerk ist insolvent
« Antwort #543 am: 7.07.2019 | 08:40 »
Auch wenn ich D. Althairs emotionale Reaktion gut verstehen kann und er sie sehr gut rationalisiert und meiner Meinung nach im Rahmen des konstruktiven Miteinanders bleibt, lese ich immer noch ein nett verpacktes "Ey, Alter, vertrau denen halt endlich". (Was ich persönlich tue.)
Naja, wenn er das genau so geschrieben hätte, wäre nicht mal im Ansatz das rausgekommen, was er schlußendlich vorgebracht hat. ;)
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Offline NurgleHH

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Re: Uhrwerk ist insolvent
« Antwort #544 am: 7.07.2019 | 12:23 »
Naja, wenn er das genau so geschrieben hätte, wäre nicht mal im Ansatz das rausgekommen, was er schlußendlich vorgebracht hat. ;)
Also ich muss gestehen, dass ich Altair’s Threadantwort eher verstehen kann als Little Indians Beiträge, die ich persönlich als unnötiges Stänkern und Nachtreten eines Unzufriedenen empfinde, der in allem eine Verschwörung und Bösartigkeit zu sehen scheint. Aber das ist mein persönlicher Eindruck, den ich nicht diskutieren will und werde!!!!
Bisher kommen Informationen, meine Bestellungen sind gekommen, die Termine der CF sind nicht überschritten und Niemand von Uhrwerk hat Schuldzuweisungen für die Insolvenz ausgesprochen und der geschlossene Shop ist wieder offen.

Offline Little Indian #5

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Re: Uhrwerk ist insolvent
« Antwort #545 am: 7.07.2019 | 13:24 »
Ich bin ja schon ein wenig geschmeichelt, dass meinen Beiträgen hier offenbar ein so hoher Stellenwert eingeräumt wird, dass D.Athair sie einer fast schon literaturwissenschaftlichen Satz-für-Satz-Analyse zuführt.

Ich möchte jetzt nicht in ähnlicher Weise reagieren, weil das nur zu einem erneuten Ausbruch der alten Tanelorn-Krankheit führen würde, dass Beiträge (unter Missachtung ihrer Intention) zerpflückt, analysiert und interpretiert werden, man sich schließlich in Definitionsstreitigkeiten und Fachdiskussionen ergeht und das eigentliche Thema der Diskussion völlig außer Acht gerät.

Eine abschließende Bemerkung kann ich mir aber doch nicht verkneifen:

Mir ist aufgefallen, dass eine derart intensive analytische Betrachtung (um es einmal sehr höflich zu formulieren) im Zusammenhang mit der Uhrwerk-Insolvenz nur solche Beiträge erfahren, die auch nur ansatzweise als kritisch verstanden werden können und sich nicht auf Sympathiebekundungen und Hilfeaufrufe beschränken.
Dies hat bereits dazu geführt, dass zwei Tanelorn-Mitglieder, die in der Vergangenheit durchaus wertvolle Beiträge verfasst haben (der Läuterer und Joran), das Forum verlassen haben. Und gerade bei Joran hat mich die Heftigkeit der Reaktionen schockiert, da er noch nicht einmal echte Kritik geäußert sondern nur ein Aktenzeichen mitgeteilt hat.
Der Uhrwerk-Verlag und die dahinter stehenden Personen haben hier - völlig zu Recht - viele Fans. Aber vielleicht sollte man auch ab und zu einmal die rosarote Fanboi-Brille absetzen und erkennen, dass Kritik (auch wenn man sie nicht teilt) durchaus sachlich berechtigt sein kann.
"I want to live forever or die trying." (Groucho Marx)

tassander

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Re: Uhrwerk ist insolvent
« Antwort #546 am: 7.07.2019 | 13:48 »
Also ich muss gestehen, dass ich Altair’s Threadantwort eher verstehen kann als Little Indians Beiträge, die ich persönlich als unnötiges Stänkern und Nachtreten eines Unzufriedenen empfinde, der in allem eine Verschwörung und Bösartigkeit zu sehen scheint. Aber das ist mein persönlicher Eindruck, den ich nicht diskutieren will und werde!!!!
Bisher kommen Informationen, meine Bestellungen sind gekommen, die Termine der CF sind nicht überschritten und Niemand von Uhrwerk hat Schuldzuweisungen für die Insolvenz ausgesprochen und der geschlossene Shop ist wieder offen.

Record of Dragon War war für die Buchmesse Leipzig angedacht. Sehr optimistisch, dachte ich mir. Innerhalb eines guten Vierteljahres ein Produkt zu konzipieren, zu illustrieren, zu layouten... Aber: ist keine neues System, nur S&W, das wird Dirk schon übersetzt und teilweise umformuliert in der Schublade liegen haben, dachte ich mir. Die Uhrwerk-Leute wissen ja auch, was sie tun, dachte ich mir.

Naja.

Leipziger Buchmesse wurde als Termin nicht eingehalten.

Als neuer Termin "mit ausreichendem Puffer " (Zitat kickstarter update) wurde Mai genannt.
Ende April vermutete Uli Lindner auf kickstarter, "dass wir in zwei Wochen die Daten der Box in den Druck geben können". Das war am 26. April.

Mai wurde als Termin nicht eingehalten.

Das nächste Update informierte über die Insolvenz. UND: gleichzeitig wurde mitgeteilt, dass der Text doch noch nicht fertig ist.
Über diese Ereignisfolge wenig begeistert zu sein, ist nachvollziehbar.

Ich denke, dass es interessant und relevant ist, mitzuteilen, dass nicht jeder vorbehaltlos die Daumen drückt.

Diese Erkenntnis kann man auch als Fan sicherlich aushalten.
Das muss nicht als "Stänkern" verunglimpft werden.

International ist die Stimmung auch etwas differenzierter als hier im  :t:, das ja den Uhrwerk-Verlag immerhin als "Partner" führt:
https://forum.rpg.net/index.php?threads/let’s-talk-about-dark-conspiracy-fourth-edition.844477/
https://www.therpgsite.com/showthread.php?40686-Clockwork-Publishing-Robs-us-with-promises-of-new-Dark-Conspiracy

Romaal

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Re: Uhrwerk ist insolvent
« Antwort #547 am: 7.07.2019 | 14:04 »
Zitat von deinem zweiten Link:

"Clockwork Publishing takes all our money and files for "insolvency"... How do you become insolvent 30 days after you make $40k? Tough $90 lesson..."

Voll differenziert, und so...

tassander

  • Gast
Re: Uhrwerk ist insolvent
« Antwort #548 am: 7.07.2019 | 14:11 »
Zitat von deinem zweiten Link:

"Clockwork Publishing takes all our money and files for "insolvency"... How do you become insolvent 30 days after you make $40k? Tough $90 lesson..."

Voll differenziert, und so...

Die Frage ist aber nachvollziehbar, oder?

Abgesehen davon ist dir natürlich klar, dass ich die Spannbreite der Reaktion meinte, nicht einzelne Antworten für sich genommen.

Edit: und "differenzierter" war von mir als Euphemismus gemeint, ich hätte ein :Ironie: einfügen sollen, ich weiß, ich weiß.
« Letzte Änderung: 7.07.2019 | 14:14 von tassander »

Offline Sir Mythos

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Re: Uhrwerk ist insolvent
« Antwort #549 am: 7.07.2019 | 14:44 »
Die Frage ist aber nachvollziehbar, oder?

Wenn man sich mit Insolvenzrecht auskennt, dann nicht.
Selbst wenn du gerade 5 Mio. Euro auf dem Konto liegen hast, kann es sein, dass du wegen Zahlungsunfähigkeit Insolvenz anmelden musst, weil du 5,1 Mio. Euro zu bezahlen hast.
Aber da keiner von uns die Situation bei Uhrwerk genau kennt, bringt es auch nichts, zu viel zu grübeln.

Ich denke, dass es interessant und relevant ist, mitzuteilen, dass nicht jeder vorbehaltlos die Daumen drückt.

Aber gerade diejenigen, die von Uhrwerk noch Produkte und ähnliches erwarten müssten doch die Daumen drücken. Denn genau dann bekommen Sie doch ihr Produkt, dass sie haben wollten.
Und darauf hoffe ich mal für alle, die noch Kickstarter bei Uhrwerk offen haben.

Genauso wie ich hoffe, dass Uhrwerk aus der Insolvenz gut rauskommt.  :d
Who is Who - btw. der Nick spricht sich: Mei-tos
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