Autor Thema: Uhrwerk ist insolvent  (Gelesen 97242 mal)

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Offline Toa

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Re: Uhrwerk ist insolvent
« Antwort #550 am: 7.07.2019 | 15:01 »
Steuerschulden sind z.B. übliche insolvenz-auslösende Gründe. Sowas kann auch über Steuernachforderungen geschehen. Wenn z.B. das Finanzamt plötzlich - spät aber innerhalb gesetzlicher Fristen - bemerkt, dass es ursprünglich eine größere Summe an Steuern zu wenig verlangt hat.
Ich halte Steuerschulden auch für den wahrscheinlichsten Auslöser, auch wenn die eigentlich alles andere als überraschend kommen sollten – und selbst wenn, hat man entsprechende Zahlungsfristen. Allerdings haftet bei Steuerschulden der Geschäftsführer der GmbH, woraus sich auch die Folgeinsolvenz von Uhrwerk (Einzelunternehmen) ergibt. GmbH sind eigentlich zur Veröffentlichung eines Abschlussberichts zum Vorjahr verpflichtet, und F&S kam dieser Pflicht schon 2018 und 2019 nicht mehr nach – insofern lässt sich das leider nicht nachvollziehen.

Offline D. Athair

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Re: Uhrwerk ist insolvent
« Antwort #551 am: 7.07.2019 | 16:12 »
Ich denke, dass es interessant und relevant ist, mitzuteilen, dass nicht jeder vorbehaltlos die Daumen drückt.
Ich seh die große Vorbehaltslosigkeit nicht. Nur weil kleinere Vorbehalte nicht an die große Glocke gehängt werden, heißt das nicht, dass sie nicht da sind. Ich sehe auch keinen Nutzen darin diese breit zu kommunizieren. Im schlimmsten Fall schadet das den Verlagen. Aber als Maßnahme der Psycho-Hygiene kann man das - bei Bedarf - schon mal machen.

Dass F&S und Uhrwerk von der Insolvenz überrascht wurden, heißt nicht automatisch, dass keine Fehler gemacht wurden.
Und wenn Fehler gemacht wurden, heißt das nicht automatisch, dass diese auf Inkompetenz, Schusseligkeit oder Böswilligkeit beruhen.
Manche Fehler basieren auf falschen Annahmen, Daten, Modellen. Und sie sind nicht zwangsläufig bei den Leidtragenden zu suchen.

Schon hier haben wir so viele Variablen drin, dass man eigentlich keine begründeten Vermutungen treffen kann.
Die Konstruktion von linearen Ursache-Wirkung-Ketten funktioniert hier (wie eigentlich ganz oft) nicht.
(Auch wenn wir genau das z.T. aus psychologischen Gründen trotzdem tun.)


Was wir wissen ist, dass Uhrwerk sich stets bemüht hat a) aus Fehlern zu lernen und b) diese in einer offenen Weise kommuniziert wurden, die das branchenübliche Maß weit hinter sich lässt. Gleichzeitig wissen wir auch, dass Uhrwerk-Crowdfundings auch mal Probleme hatten und dass manches nicht so zeitnah wie wünschenswert kommuniziert wurde.

Kurz: Was Verlässlichkeit angeht gehört Uhrwerk - alles in allem - zu den vertrauenswürdigsten Verlagen. Das kann man auch an den Rückmeldungen der Angestellten und Freelancer ablesen. Nackter Stahl, Prometheus, das alte 13Mann-Team, Ulisses, ... stehen da z-T. deutlich schlechter da. Andere Verlage sind für mich zu klein (Hobbytätigkeit), zu jung oder ich habe keinen Einblick, weil das Portfolio an mir vorbei geht.
 
Ich halte Steuerschulden auch für den wahrscheinlichsten Auslöser, auch wenn die eigentlich alles andere als überraschend kommen sollten – und selbst wenn, hat man entsprechende Zahlungsfristen.
Da gibt es allerdings durchaus eine Reihe größerer Unwägbarkeiten. Inklusive der, dass unberechtigte Steuerforderungen trotzdem zunächst in angegebener Höhe beglichen werden müssen und die Fristen gar nicht so großzügig sind. Aus der sozialen Arbeit weiß ich, dass staatliche Regelungen durchaus Fallstricke haben und auch immer wieder Ergebnisse produzieren, die auch die Regelgebenden gerade nicht intendiert hatten.

Und zu guter Letzt:
Natürlich ist die Frage des Verschuldens interessant. Für manche macht das einen Unterschied, ob sie den Verlagen helfen wollen oder nicht. Die Kommunikationsweise der Verlage macht einen Unterschied, ... Und, und, und ...

Nur: Die Informtions- und Handlungsfreiheit liegt bis auch Weiteres beim Insolvenzverwalter. Die Verlagsmitarbeitenden können derzeit wenig tun.
"Man kann Taten verurteilen, aber KEINE Menschen." - Vegard "Ihsahn" Sverre Tveitan

Offline Zohltan

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Re: Uhrwerk ist insolvent
« Antwort #552 am: 7.07.2019 | 16:28 »
Ich hatte mich, ehrlich gesagt, nach dem Bohei um das Aktenzeichen, nicht mehr getraut, das hier im  :t: zu schreiben und mir meinen Teil gedacht.

Jo, da gehe ich mit. Wollte auch was zu sagen, lasse das aber mal lieber und bleibe beim passiven Lesen bzw. reduziere es. Ist gesünder.

Offline Blechpirat

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Re: Uhrwerk ist insolvent
« Antwort #553 am: 7.07.2019 | 16:34 »
GmbH sind eigentlich zur Veröffentlichung eines Abschlussberichts zum Vorjahr verpflichtet, und F&S kam dieser Pflicht schon 2018 und 2019 nicht mehr nach – insofern lässt sich das leider nicht nachvollziehen.

Für 2019 kann der Abschlussbericht nicht fertig sein - denn 2019 ist noch eine Weile aktuell. Wie der Name schon sagt: Ein Abschluss schließt das Jahr ab.

Wer seinen Bericht für 2018 schon raus hat, ist übrigens sehr fix. Die GmbH, für die ich arbeite, hat den Abschlussbericht gerade eben fertiggestellt - er geht jetzt zum Prüfer. Veröffentlicht wird erst danach. Denn selbst wenn das Jahr rum ist, der Bericht benötigt viele, viele Angaben Dritter, die erst nach Jahresende eingehen.

Insofern ist deine Behauptung "der Pflicht wäre nicht nachgekommen worden" unzutreffend und sehr unfreundlich.

Just_Flo

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Re: Uhrwerk ist insolvent
« Antwort #554 am: 7.07.2019 | 17:03 »
Solange der Bericht nicht da ist ist der Pflicht nicht nachgekommen dies ist ein Fakt.


Das dafür die Frist noch nicht abgelaufen ist ist auch ein Fakt.

Ich lese nirgends das eine Nichteinhaltung der Frist oder nichtfristgerecht unterstellt wurde ...

Aber die Diskussion zum Umgang mit abweichenden Meinungen führen wir besser im Diskussionskulturthread :)

Offline Blechpirat

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Re: Uhrwerk ist insolvent
« Antwort #555 am: 7.07.2019 | 17:11 »
Ich habe zahlreiche Beiträge hierher verschoben. Bitte denkt daran, die Insolvenz in diesem Thema, nicht im Partnerthema zu diskutieren. Danke.

Offline Sashael

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Re: Uhrwerk ist insolvent
« Antwort #556 am: 7.07.2019 | 17:50 »
Solange der Bericht nicht da ist ist der Pflicht nicht nachgekommen dies ist ein Fakt.
 
So lange der Bericht vor Ablauf der Frist nicht da ist, weißt du nicht, ob der Pflicht nachgekommen wurde.
DAS ist ein Fakt. Das andere eine Vermutung.
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Offline thorin

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Re: Uhrwerk ist insolvent
« Antwort #557 am: 7.07.2019 | 17:51 »
Außerdem fangen jetzt auch schon langsam die Widersprüche an. Nachdem ursprünglich gesagt wurde, ein einzelnes Ereignis sei die Ursache für die Insolvenz gewesen, beruht sie jetzt auf einer “Gemengelage“. Vor allem in diesem Punkt hätte ich mir etwas mehr Transparenz gewünscht.

Dieser Wiederspruch ist mir auch direkt aufgefallen und hat mich tatsächlich gestört.

Ich kann Dir in allem zustimmen (auch den folgenden Beiträgen). Meine Konsequenz ist eine etwas andere: Auch ich erkenne, dass der Verlag keinesfalls genau mitteilt, was denn nun los ist. Im Orkenspalter-Interview macht Patric unzweifelhaft klar, dass er nicht mitteilen möchte, was denn nun der Anlass für die Insolvenz ist.

Ich bin hier ein wenig im Zweifel, weil auch ich dem Verlag Geld anvertraut habe und die Lieferung der Gegenleistung derzeit unklar ist. Manchmal denke ich mir schon: Habe ich hier nicht ein berechtigtes Interesse, zu erfahren, warum mein Geld möglicherweise weg ist?

Nun ist mein finanzieller Beitrag in Crowdfundings so klein, dass ich daneben Patrics Interesse an der Vertraulichkeit seiner Finanzen und der Hintergründe akzeptiere. Aber das kann man eben auch anders sehen, vor allem, wenn man deutlich mehr Geld investiert und womöglich versenkt hat.

Daher ist mein Fazit: Ich gebe mich mit den bisherigen Informationen zufrieden. Aber die oft gerühmte Transparenz kann ich seit einiger Zeit nicht mehr feststellen.

Daher finde ich Deine Haltung total legitim und im Übrigen auch angemessen formuliert.

Offline Toa

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Re: Uhrwerk ist insolvent
« Antwort #558 am: 7.07.2019 | 18:10 »
Für 2019 kann der Abschlussbericht nicht fertig sein - denn 2019 ist noch eine Weile aktuell. Wie der Name schon sagt: Ein Abschluss schließt das Jahr ab.
Ich sprach von den Berichten fürs Vorjahr, also die Jahre 2017 und 2018. Aber ja, daß die Frist tatsächlich bis Jahresende läuft, war mir nicht bewusst (die vorherigen wurden direkt im Januar und Februar eingereicht), dementsprechend ist für den 2018er-Bericht noch Zeit. Dass für 2019 selbst noch kein Bericht existiert, ist selbstverständlich.

Edit: Gerade eben mal nachgesehen: Die Frist ist für kleine Gesellschaften sechs Monate, für mittlere und große drei Monate. Also ist der Abschlussbericht für 2018 doch auch schon fällig, meine obige Aussage hat demnach Bestand.
Edit2: Und mir fällt jetzt erst auf, dass die letzten Berichte nicht fürs Vorjahr veröffentlicht wurden, sondern zwei Jahre später. Der letzte Bericht ist also der aus dem Jahr 2015.

Just_Flo

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Re: Uhrwerk ist insolvent
« Antwort #559 am: 7.07.2019 | 18:20 »
So lange der Bericht vor Ablauf der Frist nicht da ist, weißt du nicht, ob der Pflicht nachgekommen wurde.
DAS ist ein Fakt. Das andere eine Vermutung.

Verstehe ich dich richtig un du argumentierst mit einem zukünftigen Ereignis über dessen Eintreten oder nicht Eintreten wir nur Vermutungen abgeben können und möchtest dadurch Aussagen über die Gegenwart und die Vergangenheit treffen?

Lass uns dies mal temporal betrachten. Es gibt die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft.

Die Vergangenheit ist alles, was sich schon auch nur minimal vor dem Punkt der als Gegenwart betrachtet wird befindet. Die Zukunft ist alles, was sich noch auch nur minimal vor dem Punkt, der als Gegenwart betrachtet wird befindet. Der Zeitpunkt, der die Gegenwart darstellt wandert mit jeder Zeitspanne, die vergeht weiter und die Vergangenheit wird mehr.

Die wenn der Bericht bis jetzt nicht vorliegt, dann ist die Pflicht zur Berichtsvorlage jetzt in der Gegenwart nicht erfüllt. (Dies bestreitest du strenggenommen)
Wenn der Bericht zu einem Zeitpunkt in der Zukunft (fristgerecht) erscheint, dann ist die Pflicht ab diesem Zeitpunkt erfüllt. Zu behaupten, dass dies rückwirkend dafür sorgt, dass der Bericht schon am Vortag erschienen und die Pflicht schon am Vortag erfüllt wurde ist genauso korrekt wie 2 Sekunden vor dem Vorliegensein des Berichts zu behaupten, dass weil der Bericht gestern nicht da war er nie erscheinen wird.


Offline Viral

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Re: Uhrwerk ist insolvent
« Antwort #560 am: 7.07.2019 | 18:26 »
Record of Dragon War war für die Buchmesse Leipzig angedacht. Sehr optimistisch, dachte ich mir. Innerhalb eines guten Vierteljahres ein Produkt zu konzipieren, zu illustrieren, zu layouten... Aber: ist keine neues System, nur S&W, das wird Dirk schon übersetzt und teilweise umformuliert in der Schublade liegen haben, dachte ich mir. Die Uhrwerk-Leute wissen ja auch, was sie tun, dachte ich mir.

Naja.

Leipziger Buchmesse wurde als Termin nicht eingehalten.

Als neuer Termin "mit ausreichendem Puffer " (Zitat kickstarter update) wurde Mai genannt.
Ende April vermutete Uli Lindner auf kickstarter, "dass wir in zwei Wochen die Daten der Box in den Druck geben können". Das war am 26. April.

Mai wurde als Termin nicht eingehalten.

Das nächste Update informierte über die Insolvenz. UND: gleichzeitig wurde mitgeteilt, dass der Text doch noch nicht fertig ist.
Über diese Ereignisfolge wenig begeistert zu sein, ist nachvollziehbar.

Ich denke, dass es interessant und relevant ist, mitzuteilen, dass nicht jeder vorbehaltlos die Daumen drückt.

Diese Erkenntnis kann man auch als Fan sicherlich aushalten.
Das muss nicht als "Stänkern" verunglimpft werden.

International ist die Stimmung auch etwas differenzierter als hier im  :t:, das ja den Uhrwerk-Verlag immerhin als "Partner" führt:
https://forum.rpg.net/index.php?threads/let’s-talk-about-dark-conspiracy-fourth-edition.844477/
https://www.therpgsite.com/showthread.php?40686-Clockwork-Publishing-Robs-us-with-promises-of-new-Dark-Conspiracy

Das ist tatsächlich sehr unbefriedigend bezüglich Record of Dragon Wars. Sehr unglückliche Ereigniskette, die nüchtern betrachtet auch etwas merkwürdig wirkt. Ich selber hab das Projekt auch untestützt, war quasi das erste Uhrwerk-Produkt, das mich wirklich angesprochen hat.
Bei Dark Conspiracy hab ich drüber nachgedacht. Bin jetzt sehr froh nicht investiert zu haben.

Meine persönliche Meinung:
Wenn das Crowdfunding-Geld direkt bei Uhrwerk auf nem Konto liegt, würde ich das Ganze abschreiben. Wennn Uhrwerk nur Partner war und die Kohle separat verwaltet wird, würd ich davon ausgehen, dass das Projekt zu retten ist.  Man darf nicht vergessen, dass so ein Insolvenzverwalter auch ne Stange Geld kostet und bei den Margen im RPG-Bereich verbraucht der mal schnell so ne Summe, die bei nem Crowdfunding zusammenkommen sind.

Ich hab nicht viel Geld beim Uhrwerkverlag gelassen. Ärgern würde es mich aber trotzdem, wenn RoDW nicht ausgeliefert wird. Ich finde es gibt auch genügend Gründe eine kritische Meinung zu der Sachlage zu haben. Entsprechende Beiträge dann gleich in feinster Tanelorn-Manier zu sezieren ist halt Tanelorn.

Ich wünsche Uhrwerk und allen Beteiligten, dass sich das Regeln lässt.

@Bericht: Das kann tatsächlich länger dauern. Mit Insolvenz kann das bis in den Herbst dauern. Der Bericht muss auch korrekt sein und unter den Bedingungen einer Insolvenz, ist das natürlich schwieriger. Da würde ich jetzt nicht viele Gedanken dran verschwenden ...

Offline Harlekin78

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Re: Uhrwerk ist insolvent
« Antwort #561 am: 7.07.2019 | 18:37 »
Ich sprach von den Berichten fürs Vorjahr, also die Jahre 2017 und 2018. Aber ja, daß die Frist tatsächlich bis Jahresende läuft, war mir nicht bewusst (die vorherigen wurden direkt im Januar und Februar eingereicht), dementsprechend ist für den 2018er-Bericht noch Zeit. Dass für 2019 selbst noch kein Bericht existiert, ist selbstverständlich.

Edit: Gerade eben mal nachgesehen: Die Frist ist für kleine Gesellschaften sechs Monate, für mittlere und große drei Monate. Also ist der Abschlussbericht für 2018 doch auch schon fällig, meine obige Aussage hat demnach Bestand.

In allen Quellen die ich gefunden habe beträgt die Frist grundsätzlich 12 Monate, Ausnahmen gibt es für große Kapitalgesellschaften und ähnliches.

Der Uhrwerk Verlag ist keine Kapitalgesellschaft sondern eine Einzelunternehmung und muss rein gar nichts veröffentlichen. Lediglich der Verlag Feder & Schwert GmbH ist eine Kapitalgesellschaft mit Veröffentlichungspflichten und hier aktuell das Jahr 2017 offen, für welches die Frist abgelaufen zu sein scheint. Allerdings habe ich keine Lust zu recherchieren ob es im Neueintragungsjahr abweichende Fristen gibt.
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Offline Toa

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Re: Uhrwerk ist insolvent
« Antwort #562 am: 7.07.2019 | 18:40 »
In allen Quellen die ich gefunden habe beträgt die Frist grundsätzlich 12 Monate, Ausnahmen gibt es für große Kapitalgesellschaften und ähnliches.

Der Uhrwerk Verlag ist keine Kapitalgesellschaft sondern eine Einzelunternehmung und muss rein gar nichts veröffentlichen. Lediglich der Verlag Feder & Schwert GmbH ist eine Kapitalgesellschaft mit Veröffentlichungspflichten und hier aktuell das Jahr 2017 offen, für welches die Frist abgelaufen zu sein scheint. Allerdings habe ich keine Lust zu recherchieren ob es im Neueintragungsjahr abweichende Fristen gibt.
Ich habe in meinem ursprünglichen Beitrag auch nur von F&S gesprochen. :)

Wie oben ergänzt: Der letzte Abschlussbericht von F&S bezieht sich auf das Jahr 2015.

Welche Fristen da eingehalten werden oder nicht, ist mir persönlich letztendlich egal. Ich habe das lediglich im Kontext der Erklärung von Steuerschulden herangezogen, die in Folge auch Uhrwerk betroffen hätten. Sprich: Es gibt keine aktuellen Daten, anhand derer man eine zuverlässige Aussage in der Hinsicht treffen könnte. Das ist alles, was ich damit sagen wollte.

Offline Kreggen

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Re: Uhrwerk ist insolvent
« Antwort #563 am: 7.07.2019 | 18:46 »
Wie oben ergänzt: Der letzte Abschlussbericht von F&S bezieht sich auf das Jahr 2015.

Wobei zu bedenken ist, das Uhrwerk aka Patric Götz Feder&Schwert erst 2016 übernommen hat.
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Offline KhornedBeef

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Re: Uhrwerk ist insolvent
« Antwort #564 am: 7.07.2019 | 19:51 »
Hanebüchen.
Transparenz ist erst, wenn man rechtsbrecherisch und zum eigenen Schaden Infos an irgendwelche besorgten Unbeteiligten rausgibt oder was ist der Goldstandard?
Und angesichts der AGB bin ich auch unsicher, ob Backer Gläubiger sind. Laut Kickstarter gibt es einen Rechtsanspruch auf "sich Mühe geben" und "sagen was schief läuft und was man dagegen macht". Finde ich schwer mit dem Insolvenzrecht zu interpretieren, das ich leider nur brockenweise kenne.
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Offline thorin

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Re: Uhrwerk ist insolvent
« Antwort #565 am: 7.07.2019 | 20:12 »
Hanebüchen.

Derartige Formulierungen machen den eigenen Standpunkt nicht stärker oder besser.

Transparenz ist erst, wenn man rechtsbrecherisch und zum eigenen Schaden Infos an irgendwelche besorgten Unbeteiligten rausgibt oder was ist der Goldstandard?

Zunächst mal: Ich habe in meinen Beitrag oben kein bißchen rechtlich argumentiert. Denn das will ich nicht, mein Verhältnis zum Verlag ist zwar auch von Verträgen geprägt, ich diskutiere das aber nur unter dem Aspekt des gegenseitigen Umgangs und nicht rechtlich.

Und im Umgang miteinander habe ich denke ich schon ein berechtigtes Interesse, zu wissen was denn mit meinem Geld passiert ist und warum ich womöglich hierfür keine Gegenleistung bekomme. Auf der anderen Seite hat Patric ein Interesse, dass die Leute nicht zu tief in seine Finanzen und persönlichen Umstände reinschauen können. Ich hatte ja geschrieben, dass ich das akzeptiere und mich deshalb mit den bisherigen Infos zufrieden gebe. Ich wüsste nicht, was daran hanebüchen wäre. Nur weil ich es nachvollziehbar finde, wenn andere, die mitunter deutlich mehr investiert haben, das anders sehen?

Und was die viel gelobte Transparenz betrifft: Was wissen wir denn bislang vom Verlag? Nur, dass es die Insolvenz gibt und ein Verwalter eingesetzt ist. Ich habe nicht das Gefühl, mehr zu wissen. Und das ist doch eigentlich das absolute Minimum. Ansonsten gibt es eine Ankündigung, dass man noch mehr mitteilen will, wenn man etwas weiter ist. Transparenz bedeutet für mich, mehr Blick hinter den Schleier als das, was man rechtlich ohnehin mitteilen muss oder was ohnehin allgemein zugängliche Infos sind.

Ich mag den Verlag ja auch und hoffe, dass er das alles gut übersteht. Aber die Reaktionen hier auf alle, die das eine oder andere kritisch sehen finde ich überzogen.

Es geht u.a. um Leute, die vielleicht nicht unbedeutende Beträge dort investiert haben, nun befürchten müssen, dafür nichts mehr zu bekommen und letztlich nicht im geringsten wissen, warum. Wenn jemand damit unzufrieden ist und sich mehr Transparenz wünscht, muss man den nicht so anmachen. Und mich auch nicht, nur weil ich Verständnis hierfür äußere.


tassander

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Re: Uhrwerk ist insolvent
« Antwort #566 am: 7.07.2019 | 20:26 »

Und was die viel gelobte Transparenz betrifft: Was wissen wir denn bislang vom Verlag? Nur, dass es die Insolvenz gibt und ein Verwalter eingesetzt ist. Ich habe nicht das Gefühl, mehr zu wissen. Und das ist doch eigentlich das absolute Minimum. Ansonsten gibt es eine Ankündigung, dass man noch mehr mitteilen will, wenn man etwas weiter ist. Transparenz bedeutet für mich, mehr Blick hinter den Schleier als das, was man rechtlich ohnehin mitteilen muss oder was ohnehin allgemein zugängliche Infos sind.


+1. Genauso sehe ich das auch.

Offline Schlangengott

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Re: Uhrwerk ist insolvent
« Antwort #567 am: 7.07.2019 | 20:33 »

Dann muss wohl mal der Uhrmacher ran...  :think:
"Die Menschen sterben und sind nicht glücklich"

Albert Camus

"Auf jeden Fall ist dieser "Auteur" (Schlangengott) ein echtes Phänomen. Eine Art Rollenspielentwickler-Kaspar-Hauser-Kaiser-Caligula-Chimäre. Da DARF, nein da MUSS man gespannt sein."

Zornhau

Offline Rhylthar

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Re: Uhrwerk ist insolvent
« Antwort #568 am: 7.07.2019 | 20:35 »
Zitat
Es geht u.a. um Leute, die vielleicht nicht unbedeutende Beträge dort investiert haben, nun befürchten müssen, dafür nichts mehr zu bekommen und letztlich nicht im geringsten wissen, warum.
Naja, doch...sie wissen, warum. Eben Insolvenz/(drohende) Zahlungsunfähigkeit.

Transparenz sehe ich auch nicht dahingehend, dass Gründe/Ursachen aufgezeigt werden sollten/müssten/etc. Die Transparenz kann lediglich dahin gehen, zu zeigen, ob und wie es weitergeht. Und da muss der Verlag wohl selbst erstmal abwarten, was der Verwalter machen kann/macht.

Allerdings sollte man natürlich nicht die Leute angehen, die Bedenken haben.
“Never allow someone to be your priority while allowing yourself to be their option.” - Mark Twain

"Naja, ich halte eher alle FATE-Befürworter für verkappte Chemtrailer, die aufgrund der Kiesowschen Regierung in den 80er/90er Jahren eine Rollenspielverschwörung an allen Ecken wittern und deswegen versuchen, möglichst viele noch rechtzeitig auf den rechten Weg zu bringen."

Für alle, die Probleme mit meinem Nickname haben, hier eine Kopiervorlage: Rhylthar.

Offline Little Indian #5

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Re: Uhrwerk ist insolvent
« Antwort #569 am: 7.07.2019 | 20:37 »
Ich dachte, das Verschieben von Beiträgen wird vom Moderator angezeigt...

Inhaltlich ist es sicherlich korrekt, dass ein Teil der Diskussion aus dem Uhrwerk-Thread in diesen verschoben wurde (und man kann den Betreff-Zeilen der Beiträge ja auch noch entnehmen, aus welchem Thread sie ursprünglich stammen). Trotzdem wäre ein entsprechender Hinweis sinnvoll gewesen.
"I want to live forever or die trying." (Groucho Marx)

Offline D. Athair

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Re: Uhrwerk ist insolvent
« Antwort #570 am: 7.07.2019 | 20:39 »
Dieser Wiederspruch ist mir auch direkt aufgefallen und hat mich tatsächlich gestört.
Tatsächlich frage ich mich: Handelt es sich hier inhaltlich um einen Widerspruch oder ist das bloß ein sprachlicher?

Fakt ist: Wir wissen es nicht bzw. können es nicht wissen.
Es kann gleichzeitig DEN einen Grund geben UND viele Erzeugungsfaktoren.
(Tatsächlich machen wir es uns viel zu oft viel zu einfach, wenn wir linear und binär denken. Die Realität ist viel komplexer.)


Und was die viel gelobte Transparenz betrifft: Was wissen wir denn bislang vom Verlag? Nur, dass es die Insolvenz gibt und ein Verwalter eingesetzt ist.
Was die Insolvenz angeht, wissen wir bisher so ziemlich genau das. Und, dass für Uhrwerk und F&S durch das Amtsgericht Köln derselbe vorläufige Insolvenzverwalter bestellt wurde.

Und das ist doch eigentlich das absolute Minimum.
Stimmt. Und mehr gibt es momentan auch nicht zu wissen. Interna zu verlangen wäre auch utopisch. So funktionieren sie Spielregeln des Marktes nicht. Edit: Siehe Rhylthars Beitrag.


Es geht u.a. um Leute, die vielleicht nicht unbedeutende Beträge dort investiert haben, nun befürchten müssen, dafür nichts mehr zu bekommen und letztlich nicht im geringsten wissen, warum.
A) Kann ich nachvollziehen und B) geht es auch hier um das rechte Maß.

Dazu noch was zu den Fakten:
1) Investitionen in Produktionen von Klein(st)produzenten sind grundsätzlich risikobehafteter (sh. dazu Bankrott-Fälle deutscher und internationaler RSP-Verlage in der Vergangenheit).
2) Bei Rollenspielkram handelt es sich letztlich um Luxus-Güter. Nicht zuletzt, weil man sich auch mit kostenlosem Kram versorgen kann.

Edit: Natürlich ist es scheiße, wenn Dinge schief gehen! Man darf sich auch trotz der Rahmenbedingungen ärgern.


@ Kritik derjenigen, die sich gegenüber Uhrwerk kritisch äußern:
Ich sehe keine faktisch fundierte Uhrwerk-Kritik. Ich sehe Wünsche und Interessen, die jenseits dessen liegen, was von einer Firma im Insolvenzfall verlangt werden kann. Und genau das bemängle ich. Die Unzufriedenheit selbst und die Emotionalität dagegen gehen in Ordnung.
« Letzte Änderung: 7.07.2019 | 21:31 von D. Athair »
"Man kann Taten verurteilen, aber KEINE Menschen." - Vegard "Ihsahn" Sverre Tveitan

Offline Nordwaldwolf

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Re: Uhrwerk ist insolvent
« Antwort #571 am: 7.07.2019 | 20:42 »
...... Allerdings haftet bei Steuerschulden der Geschäftsführer der GmbH, ......

Das ist so nicht richtig. Es ist keine automatische Haftung. Der Geschäftsführer kann als gesetzlicher Vertreter für Steuerschulden in Haftung genommen werden (§ 69 Abgabenordnung).
Hierfür müssen aber weitere Voraussetzungen vorliegen, z.B. Verschulden (Verletzung der Geschäftsführer-Pflichten)

Offline thorin

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Re: Uhrwerk ist insolvent
« Antwort #572 am: 7.07.2019 | 20:51 »
Transparenz sehe ich auch nicht dahingehend, dass Gründe/Ursachen aufgezeigt werden sollten/müssten/etc. Die Transparenz kann lediglich dahin gehen, zu zeigen, ob und wie es weitergeht. Und da muss der Verlag wohl selbst erstmal abwarten, was der Verwalter machen kann/macht.

Naja, aber was für mich schon sehr wichtig wäre: War es nun ein plötzliches Ereignis oder eine Gemengelage? Und wenn es eine Gemengelage gab, wann gab es die ersten Warnsignale?

Allerdings sollte man natürlich nicht die Leute angehen, die Bedenken haben.

Danke, darum ging es mir.

Offline Toa

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Re: Uhrwerk ist insolvent
« Antwort #573 am: 7.07.2019 | 20:54 »
Stimmt. Und mehr gibt es momentan auch nicht zu wissen. Interna zu verlangen wäre auch utopisch. So funktionieren sie Spielregeln des Marktes nicht.
Auch wenn ich mich nicht zu jenen zähle, die die Veröffentlichung von Interna verlangen: Utopisch? Zumindest im Prometheus-Games-Thread ist das eher alltäglich. ;) Insofern überrascht es mich jetzt nicht, dass es hier schlussendlich nicht anders läuft (wenn auch mit Verzögerung).

Offline Mr.Fabouless

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Re: Uhrwerk ist insolvent
« Antwort #574 am: 7.07.2019 | 20:57 »
Das Wort Transparenz ist tatsächlich nicht richtig. Sind insolvent und haben einen Insolvenzverwalter. Nicht mehr Infos als man rechtlich rausgeben muss. Ja,  das muss man.

Wenn ich mich recht entsinne von den drei Insolvenzen, in die ich als Arbeitnehmer involviert war:

- Lösung A) Das Unternehmen schafft es in einer Frist alle offenen Forderungen zu begleichen und die Insolvenz ist abgewendet und die offenen Bestellungen/ Crowdfundings müssen noch ausgeliefert werden.

- B) Sie schaffen es nicht,  dass gesamte noch vorhandene Geld kommt in einem Topf und die Gläubiger,  auch Crowdfunder, stellen sich in eine Reihe und wenn das Geld alle ist, gibt's nichts mehr. Ganz vorne stehen Finanzamt, Krankenkassen, Sozialkassen.
Gleichzeitig wird irgendjemand denn Uhrwerk 2 Verlag gründen, aus der Insolvenz Masse die Rechte rauskaufen und ohne Schulden und Verbindlichkeiten neu anfangen. Wenn man dann noch was vom Crowdfunding sieht ist es Kulanz.