Autor Thema: Weltengeists Abenteuer-Rezensionen  (Gelesen 117587 mal)

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Offline Feuersänger

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Re: Weltengeists Abenteuer-Rezensionen
« Antwort #400 am: 22.09.2022 | 22:38 »
Oder sehr gerne nen eigenen Thread :))
Der :T:-Sprachführer: Rollenspieler-Jargon

Zitat von: ErikErikson
Thor lootet nicht.

"I blame WotC for brainwashing us into thinking that +2 damage per attack is acceptable for a fighter, while wizards can get away with stopping time and gating in solars."

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Offline Weltengeist

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Re: Weltengeists Abenteuer-Rezensionen
« Antwort #401 am: 23.09.2022 | 07:04 »
Vielleicht möchtest du ja einen kleinen Exkurs zur System-Rezension in diesem Thread machen? Würde mich auch interessieren.

Oder sehr gerne nen eigenen Thread :))

Das würde ich mir nie anmaßen, weil ich dafür einfach zu wenig "Blick für Systeme" habe. Es gibt ja Leute, die haben nach zweimal Durchblättern raus, wo die Stärken und Schwächen eines Regelwerks (jedenfalls für ihren eigenen Spielstil) liegen - ich brauche dagegen 300 Stunden tatsächliche Spielzeit dafür. Ich merke jede Macke erst, wenn sie zum ersten Mal aufgetreten ist. Von daher: nein, System-Rezensionen wird es von mir keine geben.

Höchstens zwei Ultrakurzanmerkungen:
  • Ich habe mir Pathfinder nicht zugelegt, um es am Spieltisch zu bespielen (als Spielleiter überblicke ich Systeme dieser Größenordnung einfach nicht und vergesse ständig alles mögliche), sondern zum Solospielen. Daheim und wenn ich genug Zeit und Muße habe, mag ich crunchige Systeme deutlich lieber als in der Hektik der Spielsitzung.
  • Zumindest auf den ersten Blick gefällt mir PF2 deutlich besser als das hochgejubelte D&D 5, weil es die Dinge, die mich an der 5E am meisten stören (Skillproben, Regeneration) mehr nach meinem Geschmack macht. Es gibt zwar auch genug Dinge, von denen ich jetzt schon weiß, dass ich sie nicht mag (Klassensystem, Heldenpunkte), aber irgendwas ist ja immer.
So, und das muss dann auch erstmal reichen ;D.
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Re: Weltengeists Abenteuer-Rezensionen
« Antwort #402 am: 11.10.2022 | 21:38 »
#132: Cradle of Quartz (Outlaws of Alkenstar #2)

Autor: Scott D. Young
System: Pathfinder
Erschienen: 2022
Umfang: Mittel (ca. 12-16 Stunden Spielzeit)

Warum habe ich das AB gelesen?

Weil mich das Setting "Alkenstar" (eine Mischung aus Steampunk- und Wildwest-Stadt) interessiert hat.

Plot

Die SC sind weiterhin auf der Jagd nach dem Gangsterboss, der sie zu Gesetzlosen gemacht hat, und zugleich nach einem Rezept für den Supersprengstoff "Pyronit", das in die falschen Hände geraten ist.

Eindruck

Ach Mann...

Da hatte ich nach dem ersten Teil mal die Hoffnung, dass dieser Abenterpfad anders sein könnte als die anderen, aber das war dann wohl mal wieder nichts. Ich bin ziemlich enttäuscht von diesem zweiten Teil, mit dem ich überhaupt nichts anfangen kann.

Da ist zunächst einmal der Plot, der nicht nur hanebüchen unlogisch ist, sondern zudem immer wieder Spieler frustriert und ihre Entscheidungen entwertet, indem er dafür sorgt, dass das Ergebnis ohnehin immer das gleiche ist, egal was man macht. Immer wieder enden Abschnitte mit den Worten "Hier finden die SC die Information X, und falls sie das nicht geschafft haben, dann bekommen sie sie stattdessen von ihrer Auftraggeberin". Auch stellt sich heraus, dass man den großen, gefürchteten, über zwei Abenteuer hinweg gejagten Gangsterboss am Ende als Gefangenen eines genauso mächtigen Gangsterbosses (was ist eigentlich die weibliche Form von "Gangsterboss"? :think:) findet - im Extremfall kann man ihn einfach abkaufen und an Ort und Stelle erschießen. Super-Finale, gell? Ach so, ja, der Gangsterboss hat noch eine Verbündete unter den verfeindeten Gangstern gewonnen, die im geeigneten Moment zu ihm überläuft und ihre bisherigen Kumpels verrät. Warum auch immer - aber klar, wenn der Plot es verlangt, dann entscheidet man sich schon mal für den Typen, der gefangen und pleite ist und stellt sich gegen die deutliche Übermacht der eigenen Leute, gell?

Oder die Pyronit-Geschichte (Vorsicht, dicke Spoiler voraus): Im ersten Abenteuer hat die Gruppe den Erfinder des Sprengstoffs in Sicherheit gebracht, damit seine Erfindung nicht in die falschen Hände fällt, und außerdem einen Konkurrenten ausgeschaltet, der diese Erfindung ebenfalls haben wollte. Zu Beginn des zweiten Teils erfahren sie dann, dass doch noch jemand anderes die Formel kennt (hat ihm Nyarlathotep eingeflüstert - kein Scherz!). Sie ziehen also bis in die Wüste, um diesen Mitwisser zu finden - und erfahren dann, dass in er Stadt schon längst ihr Hauptgegner, der besagte Gangsterboss, in den Besitz der Formel geraten ist. Also zurück in die Stadt, den Gangsterboss finden und stellen - um dann zu erfahren, dass er die Formel schon längst verkauft hat und wir erneut zwei Mitwisser haben, die wir jagen können... als Spieler käme ich mir spätestens hier verarscht vor.

Auch sonst ist es mit der Logik nicht so weit her, wie ich fand, sowohl in den Hintergründen als auch in den Aktionen der NSCs. Beispiel: Eine stadtbekannte Gangsterbande plant einen Pyronit-Anschlag (wir erinnern uns: Supersprengstoff, gell?) auf eine örtliche Kneipe. Unsere SC arbeiten übrigens indirekt für die Stadtherrin. Aber Unterstützung? Nicht doch. Oder Hilfe von Seiten der Kneipenbesitzerin? Kommt ja gar nicht in Frage. Lieber lassen wir unseren Laden in die Luft jagen - soll ja auch nicht zu einfach werden für die Helden, gell?

Leider wurden diese Logikmängel diesmal auch nicht durch lauter großartige Schauplätze und Szenen ausgeglichen. Die Dungeons hier sind eher von der Stange (und auch in sich wieder nicht sonderlich logisch - irgendwelche Aneinanderreihungen von Gängen und Räumen mit Monstern eben) und passen nicht halb so gut zum Alkenstar-Setting wie im ersten Abenteuer. Wirklich schade.

Und auch auf die Gefahr hin, dass ich mich hier in Sachen "Pathfinder-Abenteuerpfade" zum x-ten Mal wiederhole, aber ich komme hier auch mal wieder mit dem Thema Stufenanstieg nicht wirklich klar. Um das Finale dieses zweiten Abenteuers bestehen zu können, müssen die SC auf Stufe 7 aufgestiegen sein. Sie haben somit von Stufe 1 bis Stufe 7 keine 3 Wochen gebraucht. Und was das Tollste ist: Sie haben gar nicht wirklich was davon, weil die Gegner mal wieder einfach mitwachsen. Im ersten Abenteuer waren die Gangster Stufe 0 oder 1, jetzt sind sie halt Stufe 5 (oder im Fall der Anführer Stufe 7 - davon gibt's übrigens gleich drei Stück). So einfach ist das. Auch der Gangsterboss, den wir zwei Abenteuer lang gejagt haben, wird mMn auf diese Weise völlig entwertet, weil er nämlich auch nur Stufe 7 ist und somit gegen die anderen Gangster im diesem Abenteuer gar keine Chance hätte. Und das soll der Typ sein, den wir alle als das ultimative Böse in unsere Vorgeschichten reingeschrieben haben? Als Spieler käme ich mir... aber das sagte ich ja schon.
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Re: Weltengeists Abenteuer-Rezensionen
« Antwort #403 am: 13.10.2022 | 09:37 »
Die Rezi zum ersten Teil der Kampagne hat sich ja fast schon wie die eines gutes Abenteuers gelesen. Umso enttäuschender dass es dann doch wieder auf "Standard Pathfinder 0815" hinaus zu laufen scheint.

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Re: Weltengeists Abenteuer-Rezensionen
« Antwort #404 am: 13.10.2022 | 09:48 »
Die Rezi zum ersten Teil der Kampagne hat sich ja fast schon wie die eines gutes Abenteuers gelesen. Umso enttäuschender dass es dann doch wieder auf "Standard Pathfinder 0815" hinaus zu laufen scheint.

Das ist ja im Grunde ein wiederkehrendes Problem bei Kampagnen, die von verschiedenen Autoren geschrieben werden (gibt's auch bei anderen Systemen): Da sind oft Perlen dazwischen, aber die Kampagne als Ganzes ist trotzdem nicht ohne massives Umschreiben spielbar, weil wichtige Teile schwach sind.
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Re: Weltengeists Abenteuer-Rezensionen
« Antwort #405 am: 13.10.2022 | 10:35 »
Wie war denn der Ruins of Azlant AP? Der sieht interessant aus. Ich spiele ja mit dem Gedanken eine Ixalan Kampagne zu machen und den AP dafür auszuschlachten.
Ich spiele lieber AD&D statt Pathfinder und Cyberpunk 2020 statt Shadowrun.

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Re: Weltengeists Abenteuer-Rezensionen
« Antwort #406 am: 13.10.2022 | 11:41 »
Wie war denn der Ruins of Azlant AP? Der sieht interessant aus. Ich spiele ja mit dem Gedanken eine Ixalan Kampagne zu machen und den AP dafür auszuschlachten.

Das kann ich dir nicht sagen, weil ich den nicht habe. Aber ja - grundsätzlich stehe ich ja auf solche Entdecker-Geschichten vor exotischer Kulisse. Wenn du dir also ein Bild gemacht hast, lass mal hören ;D
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