Autor Thema: Bezahltes Spielleiten?  (Gelesen 8179 mal)

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Offline zaboron

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Bezahltes Spielleiten?
« am: 21.12.2021 | 06:34 »
Hallo, was haltet ihr eigentlich von Spielleitern, die sich für ihre Arbeit bezahlen lassen?

In den USA/Angelsächsischen Raum scheint es online ja ziemlich normal zu sein. Habe mich mal bei einer solchen Kampagne angemeldet und war sogar positiv überrascht.

Die Runde hat 5-7 Spieler und der Obolus ist $15/Spieler/Termin (3h pro Sitzung). D.h. für den SL kommen bis zu $100 pro Sitzung zusammen, und für mich sind die $5/Stunde auch vertretbar die ich bezahle.
Angenehme Nebeneffekte: Dadurch dass jeder bezahlt sind auch alle engagiert dabei und erscheinen regelmäßig und pünktlich. Am Spieltisch wird auch eifrig gespielt und nicht rumgetrödelt. Der SL ist sehr gut vorbereitet und bringt jede Menge Material ein (Foundryvtt).

Was für Erfahrungen/Meinungen habt ihr?

Offline Cormac

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Re: Bezahltes Spielleiten?
« Antwort #1 am: 21.12.2021 | 06:49 »
Grundsätzlich sehe ich darin nichts unanständiges. Ob sich das für die Spieler letztlich lohnt kann ich mangels praktischer Erfahrung mit bezahlten Spielleitern nicht sagen. Ich glaube nicht dass eine allzu geschäftsmäßige Atmosphäre für mich persönlich das Richtige wäre.

Offline aikar

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Re: Bezahltes Spielleiten?
« Antwort #2 am: 21.12.2021 | 07:02 »
Ich sehe da mal nichts Verwerfliches, so lange die Spieler das Gefühl haben, auch was für ihr Geld zu kriegen.
25$ Stundensatz (Bei 5 Spielern) ist jetzt auch nicht gerade viel für einen Job. Wenn man die Vorbereitungszeit dazu rechnet, wird es deutlich weniger.

Für mich wäre es (als SL) nichts, weil ich glaube, es geht immer viel Motivation verloren, wenn aus einem Hobby ein Beruf wird. Und ich will mir auch aussuchen können, mit wem ich spiele.
Ich kassiere höchstens mal alle paar Monate mal "Spenden" von meinen Gruppen für Spielmaterial wie Battlemaps u.Ä.

Offline Kaskantor

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Re: Bezahltes Spielleiten?
« Antwort #3 am: 21.12.2021 | 07:08 »
Sehe ich so wie Aikar, was berufliches und Hobby angeht.

Wäre mal wirklich interessant, wie groß der Markt für sowas ist. Rollenspiel ist ja trotzdem noch eine Nische, auch wenn es derzeit einen Aufschwung hat.
"Da muss man realistisch sein..."

Offline klatschi

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Re: Bezahltes Spielleiten?
« Antwort #4 am: 21.12.2021 | 07:59 »
Ich empfinde es als positive Entwicklung.

Meiner Erfahrung nach gibt es immer mehr Spielinteressierte als Spielleitungen. Online ermöglicht es Interessierten auch, in Gruppen mitzuspielen, die sie interessieren (also auch mal Nischensysteme) und zu spielen, wenn sie niemanden vor Ort haben. Klar, oft werden dabei sicherlich Dinge wie DnD5 oder Cthulhu dominieren, weil es einfach die Standard-Systeme sind, aber ich kann mir vorstellen, dass man bezahlte GMs auch darauf ansetzen kann, dieses eine spezielle Ding zu leiten, das ich und meine Freunde so gerne mögen.
Die Preise sind eh bisher noch total moderat und wirklich viel bleibt bei den GMs dann ned hängen, und die positiven Effekte, wie du sie nennst, kann ich nachvollziehen.

Scheinbar gibt es eine ganze Ecke an GMs im Netz, die sich daran stören. Die Haltung kann ich nicht wirklich nachvollziehen, denn wenn sie es unbezahlt anbieten wollen, haben sie ja immer noch ihre "Kundschaft" und der bezahlte GM nimmt ihnen nix weg. Aber ist wohl immer so bei Umbrüchen.

Offline Metamorphose

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Re: Bezahltes Spielleiten?
« Antwort #5 am: 21.12.2021 | 08:08 »
Ich hab das schon mal vor Jahren gesehn und hatte ein komisches Gefühl dabei. Nicht falsch verstehn: Ich finds per se gut, somit kann man als Spieler*in auch in Systeme reinkommen. Persönlich verbinde ich mit Tischrollenspiel halt eine gemeinschaft von Freunden, halt was eher privates. Ich würde zwar schon online leiten, aber kein Geld dafür nehmen. Mir macht ja die Leitung ja auch Spass. Andererseits kann und sollte man ja auch mit Zeug was einem Spass macht Geld verdienen.

Sprich: Nix für mich, finds aber okay für andere.
« Letzte Änderung: 21.12.2021 | 08:13 von Metamorphose »
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Offline Feuersänger

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Re: Bezahltes Spielleiten?
« Antwort #6 am: 21.12.2021 | 08:16 »
Wär nichts für mich, weder als S noch als SL.
Wenn andere aus der Rollenspielrunde eine Geschäftsbeziehung machen wollen - okay, steht mir nicht zu das zu verbieten. Immerhin sind dann die Fronten geklärt von wegen Dienstleistungs-SL.

Ist zugegeben etwas komisch:
Aber ich würde dafür nicht sitzungsweise bezahlen, jdf nicht im 15€ Bereich. Und komm mir jetzt keiner mit Kino zum Vergleich, da geh ich auch nicht hin.
Andererseits was ich für Tischrunden schon Anfahrten in Kauf genommen und Sprit verfeuert hab... Tja. Live ist halt schöner.

Als SL wär es mir zu viel Druck, dann auch unbedingt liefern zu müssen.
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Online Weltengeist

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Re: Bezahltes Spielleiten?
« Antwort #7 am: 21.12.2021 | 08:19 »
Ein Problem habe ich damit überhaupt nicht - soll das doch machen, wer mag. Alles, was die Zahl der Spieler und der Spielleiter erhöht, ist gut. :d

Schwierig an dem "Geschäftsmodell" ist leider, dass es nicht als Vollzeitjob taugt. Die Zahlen von zaboron sind da schon ein guter Anhaltspunkt: wenn jeder Spieler einen Kinoeintritt (ca. 15 €) zahlt und der Spielleiter wirklich jeden Werktag eine Sitzung mit 5 Spielern leitet (wann auch immer er das vorbereitet), kommt er nicht mal auf 1700 € im Monat. Davon ziehen wir dann noch Kosten (Steuern, Sozialabgaben, Lizenzen etc.) ab, und es wird klar, dass das eher eine Aufwandsentschädigung ist als ein echtes Einkommen.

Spielleiten als prekäre Beschäftigung? Da leite ich lieber umsonst und verdiene mein Geld da, wo wirklich welches zu holen ist ;D
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Offline bobibob bobsen

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Re: Bezahltes Spielleiten?
« Antwort #8 am: 21.12.2021 | 08:29 »
Ich halte wenig davon sich für das spielleiten bezahlen zu lassen. Das hat für mich aber nur damit zu tun das ich nicht bereit wäre für so etwas Geld auszugeben und dementsprechend auch keines verlangen würde. 
Ich glaube auch der Druck auf die SL und die Erwartung der Mitspieler steigt enorm wenn der Faktor Geld ins Spiel kommt.

Offline 1of3

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Re: Bezahltes Spielleiten?
« Antwort #9 am: 21.12.2021 | 08:38 »
Klar, oft werden dabei sicherlich Dinge wie DnD5 oder Cthulhu dominieren, weil es einfach die Standard-Systeme sind, aber ich kann mir vorstellen, dass man bezahlte GMs auch darauf ansetzen kann, dieses eine spezielle Ding zu leiten, das ich und meine Freunde so gerne mögen.

Hast du das tatsächlich erlebt? Ich habe eher den umgekehrten Eindruck. Wenn es bezahlte Angebote gibt, dann nur für die großen Spiele. Was sicherlich daran liegt, dass große Spiele großen Aufwand haben. Wer Honey Heist spielt, braucht keinen virtuellen Spieltisch, designte Encounter oder ausgetüftelte Dungeons.

Offline Aedin Madasohn

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Re: Bezahltes Spielleiten?
« Antwort #10 am: 21.12.2021 | 08:46 »
...bezahlen...

Der SL ist sehr gut vorbereitet und bringt jede Menge Material ein (Foundryvtt).


vielleicht sollte man auch unterscheiden zwischen:

Gelderwerbsneigung

"Schutzgebühr"

nein, nicht im Mafiasinne  ;D

sondern:

im Sinne von
- er hat die Inhalte/Regeln zusammengesucht, aufbereitet und massiv Geld reingesteckt
- nach dem Aufbereiteten des Settings eine Kampagne darin zusammengebaut
- nimmt auch "Unbekannte" in seiner Runde auf
  = nicht unerhebliches Risiko, nachher mit Klarnamen als Shitstormopfer internetweit
      auf den digitalen Scheiterhaufen verbrannt zu werden
- und dann noch das quälend lange Termin finden, um Zusagen betteln und dann tauchen die Leutchen nicht auf...
  gibt dazu ja einen langen Klagefaden

da kann schon mal über den Preis sortiert werden. Was nichts kostet, ist für viele ja auch nichts wert.

also Preisschild drauf und die Wahrhaftgläubi... Interessierten können ohne ausgeberemst werden von den Wackelkanidaten zocken.

ab wann diese "Schutzgebühr" an einem Kampagnenende-Pizzaessen "rückerstattet" wird, wäre dann noch mal eine Frage zusätzlich

Offline unicum

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Re: Bezahltes Spielleiten?
« Antwort #11 am: 21.12.2021 | 09:39 »
Sehe ich ziemlich skeptisch.

Grund ist, neben anderem das ich bei zusammengewürfelten Gruppen, etwa auf Cons, schon viele "Blindgänger" erlebt habe - also Leute mit denen ich nicht (mehr) spielen will, und zwar von Seiten der Spielleitung als auch der Spieler. Wenn ich für etwas zahle dann ist meine Erwartungshaltung höher und mein Ärger wenn es schief geht ebenso.

Zugestanden es ist bisher nicht gerade oft vorgekommen, Probleme mit Spielern waren dabei gehäufter als die mit SL. Das kann ich in Privatrunden recht leicht ausbügeln - ich kenne meinen Bekanntenkreis und weis mit wem ich spielen will - und mit wem nicht.

Solange es in einem gewissen niederschwelligen rahmen bleibt ist aber nichts dagegen einzuwenden. Wenn ich an meine Anfangszeit denke dann war es immer ich als SL der Geld ausgegeben hat für die Regeln, die Würfel und natürlich die Abenteuer. Da war es dann wenigstens später schön wenn ich nicht auch noch alle anderen Kosten hätte tragen müssen - Fahrt, Essenbestellung, etc.

Online ghoul

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Re: Bezahltes Spielleiten?
« Antwort #12 am: 21.12.2021 | 09:51 »
Korruption!
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Gewinnorientierung bedeutet Masse statt Klasse, Publikumsgefälligkeit, Rule of Cool anstelle einer konsistenten Spielwelt, Showmaster statt "Referee".
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Offline Feuersänger

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Re: Bezahltes Spielleiten?
« Antwort #13 am: 21.12.2021 | 10:04 »
Korruption!
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Aber andererseits, bedenke doch was das für völlig neue Möglichkeiten eröffnet!
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Offline Ma tetz

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Re: Bezahltes Spielleiten?
« Antwort #14 am: 21.12.2021 | 10:08 »
Hab ich kein Problem mit. Als Happening würde ich sowas auch mal bezahlen. Auf regelmäßiger Basis ist das eher nichts für mich. Ich habe genug SL im Bekanntenkreis.

Ihr interessiert Euch für den Schatten des Dämonefürsten? Dann kommt zur Höllenpforte (Discordserver).

Offline Jiba

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Re: Bezahltes Spielleiten?
« Antwort #15 am: 21.12.2021 | 10:22 »
Rule of Cool anstelle einer konsistenten Spielwelt...

...mockierte der Mann, dem die Konsistenz zwischenmenschlicher Interaktionen in seinen eigenen Runden so vollkommen egal ist, dass er sowas empfiehlt:

Ich fände Interaktionstabellen mit NSCs gut. Wenn Spieler unbedingt "Roleplay" mit völlig unwichtigen NSCs machen wollen, verweist man sie an die Tabelle.
Eine Tabelle für Wirtshäuser, eine fürs Feilschen, eine fürs Flirten, eine für Vorführungen (durch den SC)...

Wenn man zwischen "wichtigen" und "unwichtigen" NSCs entscheidet (Wichtigkeit nach welchen Kriterien?), dann liegt der Verdacht nahe, dass nicht Konsistenz einer Spielwelt als Kriterium angelegt wird, sondern dass man seine eigene Rule-of-Cool benutzt. Wobei das Verständnis davon, was "cool" ist und damit eben im Fokus des Spiels stehen soll, sich dann einfach von dem Verständnis von Spielern mit anderen Spielvorlieben unterscheidet.

Mal abgesehen davon ist die ganze Auflistung oben PESA-pulistischer Käse:
Zitat
Korruption
Wo soll das denn korrumpieren? Wird die Spielleitung etwa dafür geschmiert, dass sie die Würfel dreht?

Zitat
Geld [...] verdirbt das Hobby
Starke Aussage aus einer Rollenspielrichtung, die immerhin $10 für ihr Fanzine verlangt. ;) Warum bietet denn die ARS-Szene nicht einfach ihr gesamtes Material umsonst an? Geld verdirbt doch das Hobby. ;)

Zitat
Gewinnorientierung bedeutet Masse statt Klasse
Auch Unsinn. Natürlich würde sich das Marktangebot auch im bezahlten SL-Bereich nach der Nachfrage richten. Und bei Dienstleistungen in anderen Bereichen zeigt sich ja auch: Preisunterschiede kommen nicht allein durch die Quantität der Leistungen zustande, sondern auch durch die Qualität. Wenn ich eine teure Sanitärfirma engagiere, um meine Dusche zu reparieren, kommt die nicht mit mehr Klempnern – sondern der Klempner macht dann bessere Arbeit und/oder nutzt bessere Materialien.

Zitat
Publikumsgefälligkeit
Ja, soll das Spiel dem "Publikum" (also den Mitspielenden) etwa nicht gefallen oder wie? Verrückte Welt...

Zitat
Showmaster statt "Referee"
1. Sollen Spiel-Referees etwa kein Geld für ihre Dienste erhalten dürfen? Na, da warten wir mal ab, wer dann noch die Bundesliga-Spiele pfeift.
2. Rollenspiel ist ein Spiel auf Basis von Kommunikation. Du willst, dass die Spieler richtig reinkommen in die Spielwelt. Dann setzt du beim Dämonenfürsten eine dunklere Stimme auf. Dann beschreibst du den Dungeon mit klaustrophobie-erzeugendem Vokabular. Beim Rollenspiel ist eigentlich immer Show dabei, weil du als Spielleiter immer auch Dinge präsentierst. Schon die selbstgezeichnete Karte zu präsentieren ist eine Form des "Showing Off". Und es ist auch nicht verwunderlich, dass viele reale "Showgrößen" Rollenspielerfahrungen gemacht haben. Z.B. Stephen Colbert oder Robin Williams. Das Hobby ist seit Bestehen offen für "showy" Menschen und die haben es mitgeprägt und in seiner Vielfalt mit ausgestaltet.   
« Letzte Änderung: 21.12.2021 | 10:32 von Jiba »
Robin's Laws Game Style: Storyteller 100%, Specialist 83%, Method Actor 67%, Tactician 33%, Casual Gamer 25%, Power Gamer 25%, Butt-Kicker 25%

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Re: Bezahltes Spielleiten?
« Antwort #16 am: 21.12.2021 | 10:36 »
Wäre nichts für mich persönlich, weder als Spieler (so locker sitzt das Geld bei mir nun auch nicht) noch als SL (ich denke, ich habe da eine einigermaßen realistische Vorstellung von meinen Leitkünsten... ;)). Aber wer's mag und für wen's auch funktioniert, dem werde ich bestimmt nicht mit der großen "so was geht doch nicht!"-Pseudomoralkeule ins Wort fallen -- wie auch, ich sitze ja eh nicht mit am Tisch. >;D

Online ghoul

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Re: Bezahltes Spielleiten?
« Antwort #17 am: 21.12.2021 | 10:37 »
Jiba, du hast ganz viel missverstanden. Der Reihe nach:
Zwischenmenschliche Beziehungen sind mir nicht egal, s. Spielbericht zu Pavillon Noir: 4 Spielerpersonnagen sind Beziehungen oder Ehen zu NSCs eingegangen.
Aber Roleplay-Fetisch auf Kosten anderer Spielteilnehmer ist einzudämmen, eines belanglos wird.
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Re: Bezahltes Spielleiten?
« Antwort #18 am: 21.12.2021 | 10:39 »
Würfeldrehen ist eine tatsächliche Gefahr bei bezahlten Storyonkels/-tanten. Damit ist das Spiel Erzählkäse statt RP Game.
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Offline flaschengeist

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Re: Bezahltes Spielleiten?
« Antwort #19 am: 21.12.2021 | 10:41 »

"Free to Play sind Champion Fighter, Life Cleric, Thief Rogue und Evoker Wizard. Andere Archetypen kosten 5€. Paladin, sagst du? 7,50€, alle Archetypen. Und auf Level 11 kannst du für 17,50€ einen Holy Avenger bekommen, der dir auch nie wieder weggenommen werden kann."

 ~;D :d
Perfektion ist nicht dann erreicht, wenn es nichts mehr hinzuzufügen gibt, sondern dann, wenn man nichts mehr weglassen kann (Antoine de Saint-Exupéry). Ein Satz, der auch für Rollenspielentwickler hilfreich ist :).

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Re: Bezahltes Spielleiten?
« Antwort #20 am: 21.12.2021 | 10:44 »
10$ für ein gedrucktes Fanzine in kleiner Auflage ist doch ok - vor allem mit so einem geilen Cover!
Das Geld geht an die Druckerei, nicht an die Autoren oder in die Taschen der Mitglieder der Pg ESA. Tatsächlich haben diese sogar Geld gespendet um das Cover-Bild von Kelly Coleman in Auftrag zu geben.
Gib zu dass es toll geworden ist, Jiba!
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Epaminondas

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Re: Bezahltes Spielleiten?
« Antwort #21 am: 21.12.2021 | 10:45 »
Aber andererseits, bedenke doch was das für völlig neue Möglichkeiten eröffnet!
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"Free to Play sind Champion Fighter, Life Cleric, Thief Rogue und Evoker Wizard. Andere Archetypen kosten 5€. Paladin, sagst du? 7,50€, alle Archetypen. Und auf Level 11 kannst du für 17,50€ einen Holy Avenger bekommen, der dir auch nie wieder weggenommen werden kann."

Tatsächlich schon im RPG Horror Stories Subreddit gelesen, dass es Spielleiter gibt, die magische Gegenstände oder Boni gegen Microtransactions anbieten. The end is nigh  :korvin:


@Thread
Ich seh das, wie die meisten hier: wers möchte, kanns gerne machen. Für SL, die vielleicht hunderte von Euro/Dollar in das Hobby gesteckt haben (Minis, Maps, Utensilien, Regelwerke auf DnD Beyond, VTT-Module etc.) ist es vielleicht ein ganz nettes Return of Investment. Mehr als ein Zubrot/Nebenverdienst ist es aber glaube ich nie.

Ich persönlich würde auch weder Geld nehmen, noch dafür bezahlen.

HEXer

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Re: Bezahltes Spielleiten?
« Antwort #22 am: 21.12.2021 | 10:48 »
Mein antikapitalistisches Konsumherz (sic!) sieht in dem Aufkommen von bezahltem Spielleiten sowie dem Spielleiten für online-Streams den Untergang des rollenspielerischen Abendlandes.

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Re: Bezahltes Spielleiten?
« Antwort #23 am: 21.12.2021 | 10:51 »
Und wer bei "Referee" an Fußball denkt und nicht an den DMG, ist irgendwie im falschen Hobby-Forum unterwegs.
 ~;D
« Letzte Änderung: 21.12.2021 | 10:53 von ghoul »
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Re: Bezahltes Spielleiten?
« Antwort #24 am: 21.12.2021 | 10:58 »
@HEXer: Also ich bin gar kein Antikapitalist. Aber man kann nicht alles durchkommerzialisieren, ohne dass die Natur der Dienstleistung davon beeinträchtigt wird.

@Epaminondas: Wenn ein SL möchte, dass sich die Spieler an den Kosten für Abenteuer, Tokens, VTT-Abo etc beteiligen, ist das eine Sache.
Aber wenn Dienstleister immer das gleiche Szenario leiten, für immer neue Spieler, und das zum Zwecke der Gewinnmaximierung, dann ist das nicht, was ich vom Hobby erwarte.
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