Der SL war's nur halt auch, der überhaupt erst entschieden hat, daß sie lieber lebendig verbrennen, als die Flucht durch einen der noch verbliebenen Ausgänge zu wagen. Das mag ihm in dem Moment am plausibelsten erschienen sein, ändert aber nichts daran, daß die Orks als NSC ja von vornherein keine andere Wahl hatten, als nach seiner Pfeife zu tanzen...hm, macht das dann nicht letztendlich irgendwie ihn zu ihrem "Dunklen Herrscher", der sie in diesem Fall ausdrücklich in den Selbstmord getrieben hat? ![Sneaky 8]](https://www.tanelorn.net/Smileys/default/sneaky.gif)
Das ist der Punkt: Ich vermute mal, dass ihr ja sogar darüber geredet habt, zu welchem Zweck ihr das Feuer gelegt habt, nämlich um sie zur Aufgabe und zum Abzug zu bewegen. Dass das tödlich endete, war die Entscheidung des SL.
Grundsätzlich sehen wir zu, dass das Setting und die Grundannahmen in einer Gruppe konsistent bleiben. Deswegen bespielt praktisch jeder SL seine eigene Welt und die SpielerInnen haben jeweils andere Figuren.
Konsistenz ist erst mal ein Wert an sich.
Das bedeutet jedoch nicht, dass sich das Verständnis einer Spielwelt nicht auch weiterentwickeln könnte. Dass es Abenteuer gibt, in denen die Spieler zusammen mit ihren Figuren schlauer werden können. Aber ohne moralischen Zeigefinger des SLs.
Wir haben mal eine Kampagne gespielt, in denen die Orks klar die Bösen waren und wir abenteuerweise Orktrupps erledigt haben.
Und dann sollten wir Gefangene aus einem Orkdorf in einer anderen Gegend befreien. Eigentlich Leute aus unserer Gruppe, die ne Sonderaktion gemacht hatten. Beim Anschleichen haben wir zwei Orks getroffen, die durch den Wald patroullierten. Denn einen haben wir im Fernkampf gekillt, den anderen schlafen gelegt, um ihn später zu verhören. Beim Verhör stellte sich raus, dass die beiden gar keine Wachen, sondern ein Liebespaar beim Spaziergang waren.
Der nächste Trupp waren kleinere Orks mit gezogenen Messern und Körben im Wald. Der Hinterhalt war schon gelegt, als einem von uns die Idee kam: "Oder die sammeln Pilze!" Der Angriff wurde abgeblasen und die Orkkinder wurden streng befragt, was in ihrem Dorf los war. Und dann erzählten uns die Kinder, dass böse Menschen ins Dorf eingedrungen wären und ohne Grund ein paar Erwachsene getötet hätte und jetzt sollte ihnen der Prozess gemacht werden.
Dann haben wir uns ein Dokument gefälscht und sind offiziell ins Dorf eingeritten und haben den Orkchef gebeten uns die gesuchten Mörder auszuliefern, damit ihnen ordentlich der Prozess gemacht werden könnte. Der Bluff hat funktioniert und wir haben die Gefangenen, gefesselt auf ihren Pferden aus dem Dorf geführt.
Seitdem habe ich noch nie wieder ein Dorf mit derart kultivierten und netten Orks getroffen. Und der Abend hat uns allen gewaltig Spaß gemacht.
Insofern sehe ich es nicht als Problem an, wenn ich in einem Abenteuer von falschen Annahmen ausgehe oder ein Verhalten sehr, sehr überraschend ist. Ich muss nur die Chance haben, das irgendwie zu erkennen, bevor ich komplett reinfalle. Und ich will nicht vom SL moralisch verurteilt werden.
Unserem SL wäre es nämlich auch wurscht gewesen, wenn wir die Gefangenen gewaltsam befreit hätten. Das wär nur riskanter und "rollenspielerisch" nicht so interessant gewesen.