Ich habe ihn auch nur einmal gesehen, als er damals im Kino war, und bekomme es nicht mehr so ganz zusammen ... aber der Kern war doch: Die Bösen hetzen das dumme Volk zu politischen Protesten auf; irgendwelche Milliardäre müssen den ganzen Schlamassel dann unilateral niederschlagen. Klar, ein bisschen davon hat Batman automatisch im Gepäck, aber ich hatte den Eindruck, dass da die autoritären Aspekte der Figur völlig unkritisch hochgedreht wurden und man am Ende mit einer brutalen Law-and-Order-Message dastand.
Vielleicht war's ja auch alles eine kritische Reflektion, aber wenn ja, hat es sich mir nicht erschlossen ... ich weiß jedenfalls noch, wie ich im Kino vor Fremdscham über so viel Dummheit gepaart mit so viel Wichtigtuerei immer tiefer in meinem Sessel versackte.
Krass. Ich habe den ganz anders gelesen. Batman ist ein Sinnbild für Hybris. Nicht nur hat er sich psychisch und physisch völlig übernommen, sondern seine Entscheidung, was für die Menschheit das Beste ist (den Reaktor zu verstecken, Bane zu stellen) ist ein wichtiger Teil der Katastrophe und ermöglicht Bane erst seine finalen Taten. Dann gelingt es ihm auch nicht, die Menschen in seinem Umfeld zu verstehen und Freund und Feind zu erkennen. Er schickt Alfred weg und hilft unwissend der Gesellschaft der Schatten, weil er nicht in der Lage ist, andere Menschen zu verstehen. Seine Schwarz-Weiß-Sicht verwendet er als Schablone, um andere zu beurteilen.
Und dann noch Bane, der Freiheit einer Gesellschaft mit dem Recht des Stärkeren verwechselt, aber dem es andererseits gelingt diejenigen, die sich für stark halten (hier aber physische Stärke und Reichtum verwechseln), dazu zu bringen, ihr eigenes System zu vernichten.
Klar rettet der Superheld den Tag, sonst funktionieren solche Film nicht, und gleichzeitig geht aus meiner Sicht Nolan mit Batman und der Gesellschaft hart ins Gericht. Wo der 2. Teil das Gute im Menschen im Gegensatz zum Chaos zum Thema hat, ist der 3. Teil da ziemlich schonungslos. Gordon ist der einzige, den man als guten und rationalen Menschen beschreiben würde und selbst er hat diesen Schmutzfleck auf seiner Weste, der ihn quält.