Umfrage

Bereitet ihr wichtige Szenen intensiv vor, schafft nur den Rahmen oder improvisiert komplett?

Ich bereite wichtige Szenen intensiv vor
4 (28.6%)
Ich habe Notizen und Gedanken zu den wichtigsten Eckpunkten der Szene
5 (35.7%)
Mir genügt die Idee der Szene, alles weitere lasse ich geschehen und improvisiere dann
5 (35.7%)
Weiß nicht, mal so mal so
0 (0%)

Stimmen insgesamt: 14

Autor Thema: Wichtige Szenen vorbereiten, skizzieren oder improvisieren? Was macht ihr?  (Gelesen 187 mal)

schneeland, LivingFail und 7 Gäste betrachten dieses Thema.

Offline Namo

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Eine Frage die mir durch unseren letzten Rollenspielabend entstanden ist. Das Thema Vorbereitung vs. Improvisation in allen Zwischenstufen ist ja so alt wie das Rollenspiel selbst. Häufig geht es bei der Frage um ganze Abenteuer. Heute möchte ich aber spezifischer werden. Es soll um einzelne wichtige Szenen gehen. Vielleicht sogar Kampagnen bestimmende Szenen. Und um es nicht zu theoretisch zu gestalten, auch mal an einem praktischen Beispiel.

Da es schon in den Simpsons vorkam, sollte es kein Spoiler mehr sein: Ich rede von DER Szene von Star Wars: Das Imperium schlägt zurück! "Ich bin dein Vater, Luke!". Diese Szene nun mal ins Rollenspiel und die aktuelle Frage umgesetzt: Diese Situation wie Luke da hängt, geschunden, geschlagen aber noch voller Glaube - und dann thront da Darth Vader, siegreich, übermächtig und fügt ihm mit diesem Satz auch noch den psychologischen Todesstoß. Fantastisch und erinnerungswürdig?

Doch wie wäre diese Szene in unserem Rollenspiel zustande gekommen? Und wie wäre bei euch?

Für mich wäre sie so ein wichtiger Reveal mit Blick auf die Kampagne, dass ich diese Szene akribisch vorbereiten würde und auch zigmal im Geiste durch gehen würde und alle Eventualitäten planen würde - soweit möglich. Ich würde versuchen, den Spielern den Weg in ebenen jenen Raum erzählerisch oder durch die Umstände zu ebenen. Die Wortfetzen die Darth Vader sagen wird, würde ich vermutlich auch vorbereiten und zu Papier bringen - ob ich sie später brauche oder nicht. Die Szene kann auch nur in diesem Raum stattfinden. Vielleicht ist eine entsprechende Battlemap dafür vorbereitet. Beschreibungen aller Sinne sind zu Papier gebracht und entsprechende Musik ist vorbereitet um das Maximum an Atmosphäre zu erzeugen. Oft gelingt das alles dann auch, aber Spieler sind Spieler und dann kann auch mal alles anders laufen. Aber selbst dann hilft die Vorbereitung zumindest den eigentlichen Dialog und die Offenbarung gut rüber bringen zu können. Die Szene funktioniert ja eigentlich überall - hat dann eventuell etwas weniger Atmosphäre (man stelle sich vor, Luke würde die Flucht nochmal über einen Müllschacht versuchen und er und Darth begegnen sich in der Müllpresse für die Szene), da die Umstände nicht perfekt passen. Aber die Stärke des Inhaltes bleibt.

Und das ebnet eigentlich perfekt den Weg für die Überlegung zu Variante 2 und 3. Bei letzterer hat der SL vielleicht nur im Kopf: DV = Vater von Luke, könnte mal zur Sprache kommen wenn es sich ergibt. Vielleicht in diesem Abenteuer wenn es passt. Ich lasse mich überraschen ob es heute passiert.

In Variante 2 ist fix geplant das der Reveal kommt. Vielleicht auch mit ein paar Stichpunkten. Aber auch hier lässt man vielleicht eher mal laufen.

Also ihr Spielleiter des Tanerlorns - wie geht ihr damit um?

Offline Raven Nash

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Das Problem beim Vorbereiten ist, dass man dann auch drauf hin arbeiten muss. Und wenn die Gruppe partout nicht den Weg geht, der zur Szene führt?
Da behalte ich lieber den Fakt im Hinterkopf (Vader ist Lukes Vater) und knalle das rein, wenn die Situation mir dafür am besten scheint und den meisten Impact hat.
Wenn sich die Szene also ewig nicht ergibt - was soll's? Außer mir weiß ja niemand, dass es dazu kommen soll. Wenn es nie dazu kommt, auch gut. Es fehlt ja niemandem was.

Dafür fügt es sich dann aber organisch ins Spiel ein, wirkt nicht aufgesetzt oder gar gerailroaded.
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Online schneeland

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Tendenziell bin ich bei Variante 2, weil es mir leichter fällt, zu wichtigen Szenen/Locations/Personen zu improvisieren, wenn schon eine eine gewisse Basis da ist.
Einschränkung dabei: bei gewissen Szenen ist schon der Gedanke da, dass die wahrscheinlich stattfinden - wenn sich aber im Spiel ergibt, dass das nicht passiert, dann versuche ich nicht, das um jeden Preis zu erzwingen.
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Online 1of3

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Hey, Luke, was ist die schlimmste Offenbarung, die Darth Vader dir in dieser Situation machen kann?

Was kreuze ich da an?

Offline Outsider

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Für mich ist es Variante 2 ich weiß grundsätzlich über die Motivation und die Werte der Figuren in der Szene bescheid und habe einen groben roten Faden wie es geplant laufen könnte. Aber nicht mehr und wenn die Spieler sich anders entscheiden oder der rote Faden reißt oder gar nicht erst aufgegriffen wird ist das leider so.

Die von dir (Namo) beschriebene Szene entsteht bei mir nur zufällig. Ich kann als SL den Weg dahin ebnen und hoffen das es gut wird, aber mit meinem SL-Stil kann ich das nicht erzwingen.

Aktuelles Beispiel ist in meinem Forenspiel ( hier ab #39 ) die Szene zwischen Miri (junge Braut wider Willen) und Hirngar einem Holzfäller. Ich weiß wie Miri tickt, ich weiß was sie motiviert und über Wahrnehmungswürfe habe ich die Spieler auf eine Handlung aufmerksam gemacht. Und da zeigt sich schon die Crux der Spieler von Hirngar ist drauf eingestiegen, ein anderer Spieler hat trotz erfolgreichen Wurfs auf eine andere Szene nicht reagiert. Das habe ich schon mal nicht fest in der Hand.

Wie sich die Szene dann im Einzelnen entwickelt, hängt sehr von dem Spiel zwischen Spieler und SL ab. Mit viel Glück wird es eine Darth-Luke Szene, manchmal verpufft es auch vollkommen.

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass kann man nicht erzwingen. Wenn man etwas zu sehr will klappt es nicht. Daher gilt für mich lieber loslassen und Spielangebote machen, dann aber auf den Punkt einsteigen, wenn sie angenommen werden. Also wenn dann ein Spieler der Wahrnehmung / Eingebung etc. folgt dann ist es kein larifari 08/15 Gequatsche, sondern hat Bedeutung.
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Offline nobody@home

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Ich schwanke so zwischen 2 und 3. Wahrscheinlich näher an 3, weil ich erst gar nicht überhaupt gerne Szenen festlege, die dann im Spiel auch unbedingt vorkommen "müssen"; mir fallen zwar durchaus regelmäßig welche ein, die das recht passend könnten und sich dann auch ein Stück weit vorbereiten lassen, aber da mit dem Vorbereitungsaufwand auch die innere Tendenz steigt, mich ein bißchen zu sehr in den eigenen Plan zu verlieben und entsprechende "unvermeidbare" Eisenbahnschienen zu verlegen, habe ich lieber meinen Stall an vorbereiteten NSC, grob skizzierten plausiblen Handlungsorten, und sonstigen Ideen, und mische die Zutaten dann erst im Spiel geeignet zusammen oder arrangiere sie zumindest bei Bedarf spontan neu.

Wenn also in meinem Spiel Darth Vader Lukes Vater ist, dann gibt's mit Sicherheit auch mehr als nur eine Möglichkeit, wie Luke das angemessen dramatisch herausfinden kann -- beispielsweise wußten ja Obi-Wan und Yoda im Filmkanon auch schon längst, was Sache war, und haben bloß die Mäuler nicht aufgekriegt. Wie genau er letztendlich an diese Information kommt und was er dann damit macht, darf aber ruhig von den Entscheidungen von Lukes Spieler mitgetragen werden.

Online Zed

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Bei mir ist's exakt wie bei nobody:

Ich schwanke so zwischen 2 und 3. Wahrscheinlich näher an 3, weil ich erst gar nicht überhaupt gerne Szenen festlege, die dann im Spiel auch unbedingt vorkommen "müssen"; mir fallen zwar durchaus regelmäßig welche ein, die das recht passend könnten und sich dann auch ein Stück weit vorbereiten lassen, aber da mit dem Vorbereitungsaufwand auch die innere Tendenz steigt, mich ein bißchen zu sehr in den eigenen Plan zu verlieben und entsprechende "unvermeidbare" Eisenbahnschienen zu verlegen, habe ich lieber meinen Stall an vorbereiteten NSC, grob skizzierten plausiblen Handlungsorten, und sonstigen Ideen, und mische die Zutaten dann erst im Spiel geeignet zusammen oder arrangiere sie zumindest bei Bedarf spontan neu.

Offline Namo

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Hey, Luke, was ist die schlimmste Offenbarung, die Darth Vader dir in dieser Situation machen kann?

Was kreuze ich da an?

 ;D So "modern" spielen wir nicht. Dazu sind wir zu klassisch unterwegs. Hatte mir gerade gestern noch ein Spieler geschrieben, als ich etwas in dieser Richtung von ihm wollte. Da war er total überfahren und überfragt, da "kreative" Spielermitgestaltung der Welt für meine Spieler eher schwer ist und nicht die Richtung ist die ihnen Spaß macht. Oder nicht die Richtung die wir bewusst spielen.

Insofern touché, aber fühl dich verstanden. An diese Möglichkeit habe nicht gedacht. Aber die würde sowieso maximal ans Ende von Variante 3 mit Richtung 4 fallen - die dann wiederum Beginn der Skala für die entsprechenden Spieler wäre: "Wie bereitet ihr euch auf wichtige Szenenanfragen der Spielleitung vor die ihr gestalten sollt?" A: Ich habe mir Karten für alle möglichen Szenen vorgeschrieben um schnell flüssig etwas erzählen zu können bis zu C.

Offline sindar

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Unter der Maßgabe, daß ich schon ziemlich lange nicht mehr gespielt, geschweige denn geleitet habe: Auch bei mir ist das ähnlich wie bei nobody. Wenn ich nicht gerade Kaufabentuer leite, habe ich für gewöhnlich nicht viel mehr im Kopf als eine Ausgangssituation und eine Entwicklung (in SEHR groben Zügen), die ohne die Spieler passieren könnte. Tatsächlich habe ich bisher meistens Gruppen gehabt, die aktiv nach Wegen gesucht haben, ihre Ziele zu erreichen (die nicht immer die waren, mit denen ich gerechnet habe) und deren Ideen ich dann spontan verwursten konnte. Vorgeplante Szenen habe ich dann kaum, wenn überhaupt.

Bei den wenigen Kaufabenteuern, die ich bisher geleitet habe, haben sich die Spieler immer recht gut an den vorgegebenen Roten Faden gehalten, da hatte ich bisher auch eher wenig Probleme.
Bewunderer von Athavar Friedenslied

Offline unicum

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Dinge von denen ich fast sicher weiß das sie passieren bereite ich detaliert vor. Aber ansonsten wird eben auch viel improvisiert wenn die Spieler andere Wege beschreiten.

Aber wenn ich einen Chliffhanger habe weiß ich ja das ich etwa die Klippe ausarbeiten könnte.

Hängt aber viel einfach an der Zeit die ich habe und wie gut ich meine Pappenheimer kenne.