Unser letztes Highlight kam unvorhergesehen und spontan, hier wurde improvisiert ohne Vorbereitung:
Ein Ex-Paladin, der vor Jahren seine ganze Gruppe an einen übermächtigen Feind verloren hatte, war von einem "Mafiaboss" aufgelesen worden, der es ihm ermöglichte, Rauschzustände aller Art zu finanzieren. Das nutzte der Ex-Paladin über die Maße aus, klar bei Verstand war er in den letzten Jahren nur noch selten. Meine Gruppe hatte den Ex-Paladin per Teleport an einen fernen Strand entführt - ohne Wissen um seine Hintergrundgeschichte - und der Ex-Paladin war nicht sehr zugänglich, auch nicht, nachdem ihn die Priesterin mit "Neutralize Poison" wieder ernüchtert hatte.
Meine Gruppe merkte, dass der Kerle für sein Leben keine Zukunft mehr sah. Sie waren einen Tick berührt, und das Thema "Folter" wurde mehrheitlich nicht weiter überlegt. Wir spielen Diplomatie ja aus, daher kamen sie bei ihm aktuell nicht weiter. Bis er sagte, er wolle in einem Duell um seine Freiheit kämpfen.
Er sagte, er wolle gegen den stärksten Kämpfer meiner Gruppe antreten: Würde er gewinnen, sollte er wieder zurück gebracht werden. Würde er verlieren, würde er sagen, was die Gruppe von ihm wissen will, und dann wolle er zum Sterben am Strand zurückgelassen werden.
Die Gruppe ließ sich darauf ein. Der Zwergenpriester (20. Stufe) und der Ex-Paladin (12. Stufe) einigten sich, ohne Magie und Rüstung gegeneinander anzutreten, um das Duell schnellstmöglich abzuwickeln.
Und siehe da: Der Ex-Paladin gewann die Initiative und landete in zwei Runden drei kritische Treffer. Hier begann die Improvisation, hier fügte sich alles, wie es "schon immer" sein sollte: Bei jedem Treffer schien ein hellerer Sonnenstrahl durch die Wolken auf dieses Duell - Hiltor, der Sonnengott, der Gerechte und die Gottheit der Paladine blickte mit Güte auf das, was geschah.
Unser Zwergenpriester traf kaum, und er gab auf, kurz bevor er ganz niedergestreckt wurde. Der Ex-Paladin aber sah in die Sonne, erblickte sein Spiegelbild in seinem Schwert, und er erkannte, dass er doch noch fähig war, etwas zu bewegen, und auch, dass Hiltor sein gnädiges Auge auf ihn geworfen hatte. Hatte er doch eine weitere Chance verdient und es die Jahre über "in Obhut des Mafiabosses" übersehen?
Der Ex-Paladin lief nun über, erzählte seine Geschichte, die die Gruppe sich schon ähnlich zusammengereimt hatte, und wandte sich gegen seinen "Gönner". Mit seiner Hilfe gelang der Gruppe ein sehr erfolgreicher, kurzer Heist gegen den "Mafiaboss", der dabei verstarb.
Das Duell war spontan entstanden, und aus dieser netten, aber nebensächlichen Idee wurde dank der kritischen Treffer und des eindeutigen Verlaufes die wichtigste Szene und das unvorhergesehene Highlight des Spieltages.
Der Paladin jedenfalls kommt auf die Verbündetenliste meiner Gruppe und wird sicher noch einmal auftauchen.