Unbestritten ist, dass die Bewegung im Rondell bei
Monopoly von typischen Rennspielen inspiriert ist. Allerdings geht
Monopoly weit darüber hinaus und der Fokus verschiebt sich völlig - die Kernmechanik ist eine andere. Die ursprüngliche Version
The Landlord's Game hatte sogar schon Regeln für kooperatives Spiel. Falls man eine Kategorie "Lernspiele" annimmt, gehören vermutlich beide (
Monopoly und
Landlord's Game) da rein. Allerdings ist das dann eine Kategorie, die sich nach der Zielsetzung, nicht nach der Spielmechanik definiert. Kommt mir auch nicht sauber vor.
Ich finde übrigens auch nirgends was zur Eingruppierung von Monopoly als "Rennspiel" oder "racing game". Ist aber auch blöd zu suchen, weil es von
Monopoly ja wirklich zu jedem Thema eine Ausgabe gibt, darunter mehrere zum Thema Autorennen.
Allerdings muss man sagen, dass es auch den "Spezialisten" nicht leicht fällt, Spiele sinnvoll zu kategorisieren:
https://www.ludologie.de/fileadmin/user_upload/PDFs/211126_Kategorisierung_von_Spielen_Puzzles_und_Spielwaren.pdfDas ist Kraut und Rüben, wirft lustig diverse Kategorien durcheinander.
Insgesamt funktioniert die Zuordnung zu "Familien" von Spielen zueinander wohl ganz gut; also Spiele, die genealogisch miteinander verwandt sind. Es gibt aber dann immer wieder Spiele, die das durchbrechen (
Monopoly gehört, meine ich, dazu) und eine neue Linie aufmachen. Bei der Vielfalt der
Monopoly-Ausgaben könnte man fast überlegen, ob "Monopoly" eine eigene Spielefamilie sein sollte.
Ansonsten wäre ich bei Monopoly noch eher bei "Würfelspiel", aber auch das trifft es eigentlich nicht so recht.
Insgesamt lassen sich alte Spiele besser kategorisieren als neuere (20. JH und später). Für
Schach, Weiqi, Mühle, Puff Tric-Trac etc. ist es recht einfach. Ebenso bei traditionellen Kartenspielen (wobei es einige recht kleine Familien gibt, die auch eher darauf hindeuten, dass man hier einen Ausrutscher hat.
In den letzten Jahren ist es sehr schwierig geworden, weil Mechanismen sehr bunt gemischt werden. Auch die Grenze zwischen "eurogame" und "ameritrash" ist verschwommen. "German style board games" in Reinform gibt es auch nicht mehr viele.
Deswegen ist der Begriff "Gesellschaftsspiel" meiner Meinung nach besser (auch wenn ich da selber im normalen Sprachgebrauch immer noch "Brettspiel" verwende).
Der hat aber wieder den Nachteil, dass er Solo-Spiele nicht so recht erfasst.
Ich habe keinen besseren Vorschlag, aber jede Menge Probleme anzubieten
