So, nachdem ich mehr oder weniger zufällig entdeckt habe, dass Joker 2 auf netflix verfügbar ist, hab ich ihn mir mal angesehen. Den ersten Film hab ich damals im Kino gesehen und fand ihn großartig, aber als ich erfahren habe dass der zweite ein Musical ist/sein soll, hab ich Abstand davon genommen, weil ich für gewöhnlich mit Musicals so gar nichts anfangen kann.
Im Nachinein bedauere ich das fast ein bisschen.
Die inhaltlichen Punkte pack ich mal in Spoiler für die, die den Film noch sehen wollen (auch wenn das nicht viele sein werden), aber ich kann schonmal sagen, dass der Film, genau wie der erste, absolut Bildgewaltig ist. Das ist so beeindruckend und schön gefilmt, das hat mich richtig gefesselt. Allein der Bilder wegen ist es die Zeit wert den Film zu sehen.
Joaquin Phoenix spielt erneut grandios und der Film fügt sich nahtlos an den ersten an. Das fand ich schon beeindruckend.
Und dann - als letztes ohne Spoiler - noch ein Wort zu den Musicalelementen. Ja, im Film wird gesungen. Nichtmal wenig. Aber aus irgendeinem Grund, der sich mir ehrlich gestanden nicht erschließt, hat mich das 0 gestört. Es hätte für mich nicht sein müssen, aber das ist echt der erste Musical Film bei dem ich sage: Kann so bleiben. Hat dem Film nicht geschadet.
Auch das hat mich sehr überrascht.
Zum Inhalt: Das ganze Court-Drama, die Dynamik zwischen Joker und Harleen, das fand ich tatsächlich sehr gut gemacht. Wie schon in Teil 1 darf man das nicht zu streng in Bezug auf die Batman Lore sehen, aber ich war 3/4 des Films wirklich gut unterhalten, phasenweise sogar richtig gefesselt. Das hat mir wirklich gefallen.
Was mich gestört hat, war dann die komplette Dekonstruktion der Figur im Abschlussplädoyer und die 10, vielleicht 15min danach. Das fühlte sich einfach nach einem billigen Ausweg an bei finanziellem Erfolg nicht einen dritten Teil drehen zu müssen. Ich finde, sie hätten bei der Entscheidung bleiben sollen, dass Fleck DER Joker ist.
Die Abschlussszene, in der er im Gefängnis abgestochen wird und man im Hintergrund sieht, wie sich sein Mörder die aus der Dark Knight Trilogie bekannten, charakteristischen Narben in die Mundwinkel schneidet, hat ein klein wenig versöhnt. Aber die 10 min davor, in der es einfach nur eine schnelle Dekonstruktion der Figur gab, hat ihr in meinen Augen leider die Bedeutung genommen. Das hätte man nur auffangen können, wenn man die Geschichte seines Mörders etwas weiter erzählt hätte.
Aber gut, ist wie es ist.
Alles in allem würde ich dem Film immernoch gute 7 von 10 Clownsnasen geben. Ein Film den ich, wenn ich in der richtigen Stimmung bin, sogar ein zweites mal schauen würde.