Meine Jüngste wünschte sich aus heiteren Himmel in "Supergirl" gehen zu dürfen. Wir wissen gar nicht wo das herkommt, Superhelden waren bei uns nie das Thema, so haben wir sie nicht erzogen.

(nur Spaß, der Grund war schnell gefunden: eine Freundin aus ihrer Klasse hat ihr von dem Film erzählt, und sie neugierig darauf gemacht).
Also auf ins Kino, mit mir als Begleitung. Trotz meiner generellen Abneigung gegen das Thema muss ich sagen, dass ich den Film tatsächlich nicht schlecht fand. War so gar nicht wie die Superheldenfilme die ich gesehen habe, und ging eher in die Richtung einer Mischung aus "Lost in Space" und "Das Fünfte Element", was das Setting angeht.
Die Geschichte war auch gut, auch wenn es im Grunde nur eine Neuauflage von Der Marshall/True Grit war, aber das Ganze diesmal im Weltraum und mit einer jungen Hauptfigur in der Rolle von John Wayne/Jeff Bridges. Ein bißchen John Wick war auch mit drin (nicht nur weil der Böse einen Hund verletzt, die ganze Art wie der Schauspieler von Kremm seine Rolle anlegt, hat mich sehr an "Theon Greyjoy" aus dem ersten Film erinnert). Insgesamt also nicht unbedingt überraschend, aber wenn die Mischung funktioniert... warum nicht. Auf jeden Fall ist der Film gut angekommen, und meine Tochter will jetzt auch noch "Superman" sehen.

Ein paar Kritikpunkte habe ich als alter Nörgelpapa dann doch:
- dass Kara am Ende den Bösewicht tötet (nachdem sie so sehr über "keine Rache üben, das macht dich fertig" geredet hat) fand ich unpassend
- Lobo war ziemlich überflüssig und diese ganzen "dysteren" Antihelden (Lobo, Spawn, Deadpool...) finde ich generell peinlich; ein paar Freunde haben mir in den 90ern diese Comics aufgedrängt mit den Worten "Das sind endlich Comics für Erwachsene" und ich habe sie gelesen... nö, an sinnloser Gewalt und peinlichem Rumgepose ist nichts erwachsenes (das erinnert mich eher an 9jährige, die glauben ein schlimmes Schimpfwort gelernt zu haben, und dieses wieder und wieder wiederholen, um zu provozieren) - bei Lobo ist es doppelt peinlich, weil er ausgedachte Kleinkindworte (Frägg, Bastich, etc.) benutzt, damit er zwar fluchen kann, aber die Comics trotzdem noch an Kinder verkauft werden dürfen (zugegebenermaßen benutzt er die Kleinkindsprache im Film etwas weniger, als in den Comics - den Filmschaffenden war wohl klar, dass das sonst zu albern wird, und selbst Momoa das Gugu-Gaga von Lobo nicht glaubwürdig verkaufen kann)
Trotzdem: kurzweiliger Actionfilm, mit interessanter Prämisse und Schauspielern die einen sehr guten Job machen. Kann man sich ansehen.