Autor Thema: Player walk-outs - Ein unvermeidbares Risiko oder einfach A****loch-Verhalten?  (Gelesen 26587 mal)

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Offline Conan der Barbier

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Da sich die Beiträge hier rascher vermehren, als ich mit dem Lesen nachkomme (nein, keine Leseschwäche - Zeitmangel ;)), und die Diskussion - ich formuliere bewusst positiv - von einigen sehr engagiert geführt wird, kann die Erfahrung des Threaderstellers irgendwie kein so seltenes Phänomen sein, wie ich ursprünglich dachte. Mir ist es wie gesagt noch nie passiert, dass Spieler sich plötzlich verabschiedet haben, weder als SL noch als Mitspieler, und ich erinnere mich auch nicht, ähnliches an Nachbartischen beobachtet zu haben. Hatte ich da einfach bislang unglaubliches Glück? Ein paar Cons habe ich im Laufe der Jahre nämlich schon besucht (und dabei auch einige wirklich unangenehme Zeitgenossen zumindest am Rande mitbekommen).
Furztrocken!

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Offline Kriegsklinge

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Leicht neben dem Threadthema: Cons sind halt auch ein völlig dysfunktionales Setting. Leute, die sich nicht kennen, sollen was machen, was völlig unscharf abgegrenzt ist, um ein Erlebnis zu produzieren, das sie selbst in den seltensten Fällen beschreiben könnten. Da wäre ja anonymer Sex mit Außerirdischen bei völliger Dunkelheit im Vakuum lustversprechender. Obwohl, irgendwie halt auch geil. Nur eine total seltsame Idee ...

alexandro

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Also ich habe aus dieser Diskussion einiges gelernt, was mich vorsichtig gesagt überrascht hat. Zum Beispiel, dass Rollenspiel scheinbar von ziemlich vielen eben nicht als Teamsport aufgefasst wird. Und dass es gesellschaftlich völlig akzeptabel geworden ist, öffentlich zu sagen: "Natürlich bin ich mir wichtiger als die anderen." Wow. Wieder was gelernt.

Interessant. Wenn jemand sagt, "ich will meine eigenen Interessen nicht komplett der Gruppe unterordnen" (was in einem Team - wenn es den Namen verdient - ohnehin nicht passieren dürfte) machst du daraus "ich bin wichtiger als andere".

Ich sehe walk-outs nicht als Problem für die Gruppe (u.U. für das Ego des SL, aber das muss jeder selbst entscheiden), weil das Spiel auch ohne ein oder zwei Spieler weitergehen kann (und selbst wenn nicht (unflexibler SL): es ist nur ein Spiel - nicht das Ende der Welt).

Offline bobibob bobsen

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Das gleiche Phänomen kannst du auch bei einer Home Runde haben. Vor einem 3/4 Jahr hatte ich mal wieder eine neue Runde ins Leben gerufen und einer der Mitspieler hatte nach zwei Stunden mitten in einer Schlacht plötzlich keine Lust mehr und packte seine Sachen. Kommentar von ihm:  wir würden Pathfinder falsch spielen da in der unsere Geschichte Personen sterben, das sei grundsätzlich falsch auch und erst recht im Rollenspiel.

Ich habe ziemlich viel darüber nachgedacht, es aber verworfen Pathfinder ganz ohne Kämpfe zu spielen. Dafür gibt es besser geeignete Systeme.

Offline YY

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anonymer Sex mit Außerirdischen

Versteht sich ja wohl von selbst...ich kenne jedenfalls keine Außerirdischen mit Namen ~;D


Aber der ganze Gedankengang ist natürlich ein riesiges Lob an all jene, die trotzdem irgendwann mal auf einem Con ihren Spaß hatten ;D


einer der Mitspieler hatte nach zwei Stunden mitten in einer Schlacht plötzlich keine Lust mehr und packte seine Sachen. Kommentar von ihm:  wir würden Pathfinder falsch spielen da in der unsere Geschichte Personen sterben, das sei grundsätzlich falsch auch und erst recht im Rollenspiel.

Und den kanntest du schon länger und bis dahin hat er sich nie dahingehend geäußert?

Natürlich gibt es so was auch in anderen Runden.
Die Leute leben ja nicht durchgehend auf Cons.
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- Pyromancer

Offline bobibob bobsen

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Zitat
Und den kanntest du schon länger und bis dahin hat er sich nie dahingehend geäußert?

Nö mir komplett fremd aber im Vorgespräch ist wohl Jeder davon ausgegangen das man Pathfinder so richtig Sinnvoll nur auf eine Art spielen kann. Ich hatte darauf hingewiesen das ich es gern auch mal dreckiger mag, die Spieler aber jederzeit durch die Situation verändern können.

Offline Swafnir

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Ich finde einerseits wird hier schon ganz schön auf die SLs geschossen, auf der anderen Seite wäre auf SL Seite auch mal ein wenig Demut angebracht. Aber ich bleibe dabei: Wenn sich der SL oder die Mitspieler nicht total daneben benehmen, versuche ich eine Runde mit Anstand zuende zu bringen. Müdigkeit, Notfälle oder Unwohlsein kann ich als Ausrede jederzeit akzeptieren wenn ich SL bin (ist mir egal ob wahr oder nicht).

Auf SL Seite wäre häufig ein wenig Kritikfähigkeit ganz schön, solange sich diese in einem gewissen Rahmen bewegt. Ich versuche sowas immer umzusetzen, aber ich halte mich auch selbst nicht für einen supertollen SL. Ich leite halt, damit überhaupt jemand leitet.
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Offline Feuersänger

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Ich bin jetzt nicht so der häufige Con-Gänger, aber ich nehm mal an, dass das oft so organisiert sein wird wie auf dem :T:-Treffen, dass die Slots z.B. im 4h-Takt vorgegeben sind. Wenn man da also nach 2h aussteigt, dann dürfte einem klar sein, dass es gerade eh nichts Anderes zu tun gibt und man quasi weitere 2h Leerlauf haben wird, die man irgendwie totschlagen muss.
Um also in Kenntnis dieses Umstands dennoch zur Halbzeit aus einer laufenden Runde auszusteigen, muss m.E. der Leidensdruck schon _sehr_ groß sein. So groß, dass man tatsächlich und buchstäblich lieber der Farbe beim trocknen zusehen würde als weiter an diesem Tisch zu sitzen.
Das sollte man sich vielleicht gerade als betroffener SL mal bewusst machen, ehe man solche "Walk-Outs" als "unvermeidbares Risiko oder A...verhalten" abqualifiziert und somit die Verantwortung von sich schiebt.
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Zitat von: ErikErikson
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"I blame WotC for brainwashing us into thinking that +2 damage per attack is acceptable for a fighter, while wizards can get away with stopping time and gating in solars."

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Offline GustavGuns

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Es ist ja wieder das Übliche - hier klingt das alles Superkrass, in Wirklichkeit kommt das eigentlich auf Cons ziemlich selten vor.

Verhältnismäßig am Häufigsten ist der Grund tatsächlich, dass die Leute sich für was Anderes eingetragen haben, der SL nicht rechtzeitig fertig wird, und die Leute sind extra für die andere Runde bzw. die Leute in der Runde angereist. Wenn man also überziehen will, ist es immer ne gute Idee, die Leute zu fragen, ob sie die Zeit auch haben, und als Spieler ist es auch net, den SL zu informieren wenn man zeitig weg muss.

Dieses In-der-Mitte-der-Runde-aufhören habe ich in 15 Jahren vielleicht 2x oder so gemacht, und auch wirklich selten erlebt. Kommt ausser in den extremsten Fällen so gut wie gar nicht vor.
Peng! Du bist tot!

alexandro

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@Feuersänger: Bei einigen Cons (u.a. dem hier benannten Dreieich) sind die SL bei den Anfangszeiten ihrer Runden nicht an Slots gebunden und können sie jederzeit starten lassen. Das hat einerseits den Vorteil, dass man auch bei leichter Verspätung noch Runden findet und nicht bis zum nächsten Slot warten muss (bzw. dass das "Einschreibe-Rugby" etwas reduziert wird), andererseits kann es aber auch vorkommen, dass man zwischen dem Ende der einen und dem Beginn der anderen Runde ein paar Stunden "tote Zeit" hat. Diese aber durch Teilnahme an einer anderen Runde füllen zu wollen, OHNE den SL und die Mitspieler darüber in Kenntnis zu setzen, dass sie nur "Lückenfüller" sind, halte ich persönlich doch für ziemliches A-Loch-Verhalten.

Offline Minne

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Ich habe genau einmal eine Runde ohne Entschuldigung verlassen, weil der Spielleiter ohne jegliche Vorwarnung die Runde zur Bühne für seine Fantasiepornos gemacht hat, was zumindest für mich eine Grenzverletzung war. Auch wenn es es zweifellos nicht höflich ist, einfach den Spieltisch zu verlassen, gibt es doch meines Erachtens nach Situationen, wo Unhöflichkeit vollkommen gerechtfertigt ist.

Offline Feuersänger

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kann es aber auch vorkommen, dass man zwischen dem Ende der einen und dem Beginn der anderen Runde ein paar Stunden "tote Zeit" hat. Diese aber durch Teilnahme an einer anderen Runde füllen zu wollen, OHNE den SL und die Mitspieler darüber in Kenntnis zu setzen, dass sie nur "Lückenfüller" sind, halte ich persönlich doch für ziemliches A-Loch-Verhalten.

Da stimme ich dir prinzipiell zu, habe ich aber selber auch noch nie erlebt. Wie gesagt, ich bin nur sporadisch auf Cons. Dort kam es auch durchaus schonmal vor, dass Spieler nicht über die volle Strecke gehen konnten -- aber die haben das auch vorher gesagt bzw gefragt ob es okay wäre, wenn sie nur die halbe Zeit dabei sind.
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Zitat von: ErikErikson
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Wulfhelm

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Da stimme ich mal Swafnir und den ähnlichen Postings zu. (Um das auch mal "anthropologisch" zu sehen: Sehr interessant, dass ich bei diversen Postings nur aufgrund des Urhebers blind buchen konnte, welcher Meinung sie zuneigen würden...)

Es gibt vier vorstellbare Gründe, aus denen mir eine Con-Runde keinen Spaß machen könnte:

1.) Weil es mir persönlich nicht gut geht (Krankheit, Sorgen etc.) - in diesem Falle wäge ich ab, und wenn ich mich zum gehen entschließe, lege ich den Grund dar und bitte natürlich um Entschuldigung. Ist aber noch nie passiert.

2.) Weil mich Spielleiter oder Mitspieler persönlich beleidigen, ärgern oder sonstwie durch ihr Verhalten schädigen (zum Beispiel durch Grenzverletzungen im oben genannten Sinne.) Klare Sache, das muss ich mir nicht bieten lassen - dann gehe ich. Ist aber auch noch nie im Rollenspiel passiert (nur im Online-Spiel.)

3.) Weil der Spielleiter (oder vielleicht die Mitspieler) nicht zum konstruktiven Spiel in der Lage sind. Das hatte ich schon mal: Keine Vorbereitung, kein Material, Charaktere noch nicht erschaffen, Spielsystem selber kaum beherrscht. War in diesem Falle ein Bekannter von mir (Ursache für alles: Begeisterte Selbstüberschätzung), darum habe ich es unklugerweise über mich ergehen lassen. Aber besser wäre vermutlich der konstruktive Vorschlag gewesen, stattdessen etwas anderes zu machen (für solche Fälle habe ich auf jeder Con Brett- oder Kartenspiele dabei.)
Falsche Ankündigung würde eventuell auch in diese Kategorie fallen. Also wenn Superhelden angekündigt wurden, aber Detektive gespielt werden sollen, aber natürlich auch, wenn schon am Anfang klar ist, dass der Zeitrahmen gesprengt wird. Da ist es völlig klar, dass der Spielleiter da nachsteuern muss oder es zumindest einen Kompromiß zu finden gilt.

4.) Weil mir der Spielstil nicht zusagt. So, und da beiße ich in den sauren Apfel und sehe es in der Tat als Arschloch-Verhalten an, wenn man deswegen einfach (oder vielmehr überhaupt) weggeht. Es gibt andere Spielstile als meinen. Auch solche, die ich zum Kotzen finde. Aber wenn ich nicht bereit bin, mich darauf einzulassen, habe ich auf einer Con-Runde halt nichts zu suchen (es sei denn, ich spiele immer nur auf den Runden meiner Haus-SL...)
Den Einwand, weggehen sei immer noch besser, als durch Miesepeterei alles kaputtzumachen, kann ich nur als lächerlich betrachten: Man macht natürlich weder das eine noch das andere, sondern gute Miene zum bösen Spiel. Und wenn es noch so ein railroadender würfeldrehender Highlord ist. Ich hätte selber auch keinen Bock darauf, dass die Hälfte der Spieler plötzlich aufsteht und sagt, der Spielleiter erzählt ihnen zu wenig, und es gibt keine klaren Vorgaben, und darum gehen sie jetzt.

Im Grunde ist das nichts anderes, als wenn die SL sagt: "Ihr leistet als Spieler nicht das, was ich mir vorgestellt habe, darum falte ich jetzt den Schirm zusammen und gehe Animes gucken." Oder gar: "Du, du und du: Ihr drei spielt nicht so wie ich möchte. Geht bitte. Jetzt. Oder bleibt, aber ich werde euch ab jetzt ignorieren. Und stört nicht die tatsächlichen Mitspieler, okay?"
« Letzte Änderung: 26.11.2014 | 17:17 von Wulfhelm »

Offline YY

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Es gibt andere Spielstile als meinen. Auch solche, die ich zum Kotzen finde. Aber wenn ich nicht bereit bin, mich darauf einzulassen, habe ich auf einer Con-Runde halt nichts zu suchen

Wenn man Sachen tatsächlich zum Kotzen findet, braucht man sich da auch nicht drauf einlassen, sofern das im Vorfeld bekannt ist.

Und das Allermeiste kann man ja im Vorfeld erfragen.
Wobei ich es dann auch schon wieder in Ordnung finde, die Notbremse zu ziehen, wenn das tatsächliche Spiel grob von der Ankündigung abweicht.
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Wulfhelm

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Detailliertes zum SL-Spiel steht meiner Erfahrung nach selten in der Ankündigung (leider und interessanterweise.) Bestenfalls Parolen wie "Kein stumpfes Dungeongemetzel" oder so.

Offline YY

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Deswegen sprach ich ja auch von "erfragen".

Auch wenn bestimmte Begrifflichkeiten gar nicht bekannt sind, kann man immer noch vermitteln, auf was man hinaus will.
Hilft natürlich nicht gegen (unabsichtlich) falsche Angaben, aber dann sind wir schon wieder bei sehr kleinen Wahrscheinlichkeiten.
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Offline Swafnir

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Ich kann mich zum Beispiel nicht erinnern, dass mich je jemand auf ner Con nach meinem SL-Stil gefragt hat.

Aber zum Thema Zeitmanagement: Das ist einfach auch schwer. Ich hab auf der RPC und auf der Dreieich Con das gleiche Abenteuer geleitet. Auf der RPC hatte ich alle Begegnungen und alles drin und hab 2,5 Stunden gebraucht. Auf der Dreieich Con musste ich zwei Sachen weglassen (hab gemerkt dass es knapp wird) und hab ziemlich exakt 4 Stunden gebraucht (angegeben hatte ich jeweils 3-4 Stunden).

Es hängt also auch sehr stark von der Gruppe ab und wie spielfreudig/prakmatisch die ist. Wenn es aber klar am SL liegt weil er zum Beispiel schlecht vorbereitet ist, dann kann ich den Ärger bei den Spielern verstehen. Gerade auch wenn man auf einer Con ist, bei der die nachfolgenden Runden zeitig anfangen und man dann vielleicht in die Röhre schaut.
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Offline 6

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@Wulfhelm:
Um Deine Vorstellungskraft noch zu erweitern. (Keine Erwiderung, reine Info)
5. Ein SL der Mitglied im ortsansässigen Shadowrunclub und die Präsi davon spielt mit. Präsi hat 3 Vorlieben: 1. Zeichnen. 2. Bilder des letzten Clubtreffen, auf die sie während der Runde regelmässig von Zuschauern angesprochen wird. 3. Handy, das regelmässig klingelt. Präsi hat den SL in der Tasche (Traut sich nicht dem Treiben Einhalt zu gebieten und lässt den Präsi eine Mary Sue spielen.)

Das war übrigens die schlimmste Con-Runde, an der ich teil nahm. Ich habe damals die Runde nicht verlassen. Dafür ein Mitspieler. Im Endeffekt hätte ich das auch machen sollen.
Ich bin viel lieber suess als ich kein Esel sein will...
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Nicht Sieg sollte der Zweck der Diskussion sein, sondern
Gewinn.

Joseph Joubert (1754 - 1824), französischer Moralist

Wulfhelm

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Ich kann mich zum Beispiel nicht erinnern, dass mich je jemand auf ner Con nach meinem SL-Stil gefragt hat.
Das funktioniert ja auch meistens nicht, da richtet man sich nach der Ankündigung. Wenn es möglich oder vernünftig wäre, die Runden alle durch persönliche Spieler-SL-Abstimmung zusammenzustellen, bräuchte man dieses Verfahren nicht. Viele nervige Sachen haben ihre Ursache sowieso eher in den anderen Spielern - soll man sich mit denen auch vorher absprechen?
Aber ich bin ja halt Spielstil-tolerant, insbesondere auf Convention-Runden. Ein radikal anderer Spielstil kann auch mal interessant sein, selbst wenn er nicht im FUN-Sinne Spaß macht.

Offline Swafnir

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Das funktioniert ja auch meistens nicht, da richtet man sich nach der Ankündigung. Wenn es möglich oder vernünftig wäre, die Runden alle durch persönliche Spieler-SL-Abstimmung zusammenzustellen, bräuchte man dieses Verfahren nicht. Viele nervige Sachen haben ihre Ursache sowieso eher in den anderen Spielern - soll man sich mit denen auch vorher absprechen?
Aber ich bin ja halt Spielstil-tolerant, insbesondere auf Convention-Runden. Ein radikal anderer Spielstil kann auch mal interessant sein, selbst wenn er nicht im FUN-Sinne Spaß macht.

Wir haben mal mit ner Gruppe Stimmungsspieler auf der RPC bei dem Labyrinth Lord-Turnier mitgemacht. Spaß hatten wir alle, unsere Urkunden mit einem epischen Negativergebnis zeugen davon ~;D Ich teste auch gerne auf Cons. Mir geht es da eh eher darum Systeme zu testen die ich noch nicht kenne. Für gutes und stimmungsvolles Spiel hab ich meine Heimrunden.
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Offline D. Athair

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Warum bist Du der Meinung, dass Du für Cons gut geeignet bist? Offensichtlich hast Du einen ganz besonderen Leitstil, den wenige Leute wirklich zu schätzen wissen. Wäre eine private Runde nicht für alle Beteiligten viel frustfreier. Wäre meiner Meinung nach eine Überlegung wert.
Hmm ... würde ich nicht sagen. Soweit ich das beurteilen kann, hängen die Runden von Jed auch sehr von den Spielern ab, bzw. deren Fähigkeiten sich einzubringen und als Gruppe ein passendes Abenteuer-Pacing zu betreiben. Das können nur einige Spieler nicht. Insbesondere Menschen mit Shadowrun- oder DSA- oder German-Cthulhu-Sozialisation. Die warten darauf, dass die Spielleitung den "Plot" vorantreibt. Langjährige SL-zentrierte Kampagnen lassen mMn auch eher die Spielerfähigkeiten verkümmern, die gebraucht werden.

Insofern sind Cons nicht die schlechtete Spielwiese. Jedenfalls wenn Charakterbau und Regel-/Hintergrunderklärungen größtenteils ausfallen.
"Man kann Taten verurteilen, aber KEINE Menschen." - Vegard "Ihsahn" Sverre Tveitan

Offline Uisge beatha

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Wir haben mal mit ner Gruppe Stimmungsspieler auf der RPC bei dem Labyrinth Lord-Turnier mitgemacht. Spaß hatten wir alle, unsere Urkunden mit einem epischen Negativergebnis zeugen davon
Jau, -65 von knapp 600 möglichen Punkten...  >;D
Wobei man sagen muß, daß da im Vorfeld alle wussten was auf sie zukommt (Euch war klar, daß es Geschnetzeltes im Dungeon gibt und daß eure Gruppe nach Ablauf der Zeit an den bis dahin erledigten Aufgaben bewertet wird; mir war klar, daß diese Runde nicht ganz so fokussiert und ergebnisorientiert angegangen wird wie die anderen.) und daß es zwischenmenschlich trotz unterschiedlicher Spielvorlieben/-stile gepasst hat.
The proper drinking of Scotch whisky is more than indulgence: it is a toast to civilization, a tribute to the continuity of culture, a manifesto of man’s determination to use the resources of nature to refresh mind and body and enjoy to the full the senses with which he has been endowed.
- David Daiches

Offline Jed Clayton

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Hmm ... würde ich nicht sagen. Soweit ich das beurteilen kann, hängen die Runden von Jed auch sehr von den Spielern ab, bzw. deren Fähigkeiten sich einzubringen und als Gruppe ein passendes Abenteuer-Pacing zu betreiben. Das können nur einige Spieler nicht. Insbesondere Menschen mit Shadowrun- oder DSA- oder German-Cthulhu-Sozialisation. Die warten darauf, dass die Spielleitung den "Plot" vorantreibt. Langjährige SL-zentrierte Kampagnen lassen mMn auch eher die Spielerfähigkeiten verkümmern, die gebraucht werden.

Insofern sind Cons nicht die schlechtete Spielwiese. Jedenfalls wenn Charakterbau und Regel-/Hintergrunderklärungen größtenteils ausfallen.

Ausnahmsweise noch eine kleine Antwort, weil sie hier gerade passt:

Ich spiele seit etlichen Jahren auf Cons, weil ich die Atmosphäre und die ganze "Art" von Conventions an sich mag (im Prinzip so eine Mischung aus Party, Rockkonzert, Klassenfahrt, Kurzurlaub, Messe und einfach mal woanders als zu Hause Herumhängen und Fachsimpeln ...). Außerdem gehe ich auf die Cons, weil ich sowieso seit über 10 Jahren deutliche Probleme habe, in meiner Stadt so etwas wie eine regelmäßige Gruppe zusammenzustellen. Alle früheren Gruppen sind durch Jobs, Umzüge, Familien, Beziehungen, sich ändernde Hobby-Prioritäten und den anderen Real-Life-Kram auseinandergegangen. Ansonsten hätte ich nur Möglichkeiten, DSA, Shadowrun oder Vampire Live mitzuspielen, in lang etablierten Gruppen, auf die ich keine Lust habe. Der dritte wichtige Punkt ist, dass ich bestimmte Spiele und/oder Settings von Freunden und Kollegen gern in diesem Rahmen bekanntmachen möchte. Darum eben Conventions.

Noch einmal zur Orientierung: In diesem jüngsten Fall war die Charaktererschaffung lang im Voraus erledigt, weil ich offizielle Charaktere aus einem PDF-Büchlein mitgebracht hatte. Genau genommen wurden dann noch 2 neue Charaktere erstellt, weil das PDF nur 4 Spielercharaktere enthielt, aber sechs Spieler anwesend waren. Nächstes Mal bringe ich sechs SC mit, um auch diese Hürde zu nehmen.

Lediglich die Tatsache, dass das PDF bzw. die Werteblöcke auf den Vordrucken in englischer Sprache waren, könnte für Verzögerungen gesorgt haben, weil ich ein paar englische Wörter einfach erklären musste (... und damit meine ich nicht stundenlanges Vokabelerklären, ob ihr es mir nun glaubt oder nicht ...).

Den Plot habe ich ebenso wie 4 von 6 Charakteren relativ genau vorgegeben, und schwierig war er auch nicht, aber man wird schon gemerkt haben, dass dies nicht Aventurien oder SR oder was auch immer war. Ist es denn in Zeiten von FATE, Fiasco und so weiter wirklich so schwer zu verstehen, dass SC die Handlung massiv mitbeeinflussen können und dass auf den Charakterbögen der SC schon Hinweise und Tipps stehen, wie man die Handlung verändern kann?

Es ist - dieses Mal - nicht so gewesen, dass über eine Dauer von 3 oder mehr Stunden Charaktere gebaut wurden. Auch war es kein Szenario, in dem ich die Arme hinterm Kopf verschränkt und gesagt habe, "Ach, denkt euch doch selbst mal aus, wie der nächste Tag jetzt so abläuft und wie das Dorf aussieht." Das wiederum habe ich von anderen SL inzwischen auch gehört, so oder so ähnlich formuliert.
"Somewhere there is danger, somewhere there's injustice, and somewhere else the tea is getting cold."

(Doctor Who, Survival, 26th season, serial 4, part 3)

Offline Bad Horse

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Den Plot habe ich ebenso wie 4 von 6 Charakteren relativ genau vorgegeben, und schwierig war er auch nicht, aber man wird schon gemerkt haben, dass dies nicht Aventurien oder SR oder was auch immer war. Ist es denn in Zeiten von FATE, Fiasco und so weiter wirklich so schwer zu verstehen, dass SC die Handlung massiv mitbeeinflussen können und dass auf den Charakterbögen der SC schon Hinweise und Tipps stehen, wie man die Handlung verändern kann?

Versteh ich nicht. Wenn du den Plot relativ genau vorgegeben hast, wozu brauchst du dann noch Spieler, die ihn massiv beeinflussen oder verändern? Wenn die Spieler von sich aus nicht mitziehen, dann kannst du doch einfach deinen Plot machen. Oder hattest du relativ genau vorgegeben, wie die Spieler den Plot jetzt verändern sollen?
Zitat von: William Butler Yeats, The Second Coming
The best lack all conviction, while the worst are full of passionate intensity.

Korrekter Imperativ bei starken Verben: Lies! Nimm! Gib! Tritt! Stirb!

Ein Pao ist eine nachbarschaftsgroße Arztdose, die explodiert, wenn man darauf tanzt. Und: Hast du einen Kraftsnack rückwärts geraucht?

Offline Jed Clayton

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Versteh ich nicht. Wenn du den Plot relativ genau vorgegeben hast, wozu brauchst du dann noch Spieler, die ihn massiv beeinflussen oder verändern? Wenn die Spieler von sich aus nicht mitziehen, dann kannst du doch einfach deinen Plot machen. Oder hattest du relativ genau vorgegeben, wie die Spieler den Plot jetzt verändern sollen?

Das ist vielleicht nicht geschickt formuliert gewesen. Ich hätte anstatt Plot wohl Szene, Ausgangsbasis, Problemstellung, Gefahr usw. schreiben können.
Jede Fertigkeitsanwendung und letztlich jedes Mal Würfeln beeinflusst einen Plot doch auch ... oder SOLLTE es definitiv in jedem RPG, das Würfelwürfe verwendet. :)

- Stolperst du über einen Stein oder springst du flink darüber? - Jede der beiden Möglichkeiten beeinflusst etwas in der Geschichte.

- Haust du einem Monster mit einem Schwerthieb die Rübe ab oder verletzt du dich mit dem Schwert etwa selbst?

- Gewinnst du die Gunst des edlen Fürsten bei Hofe oder verärgerst du ihn?

- Zündest du den vernichtenden Sprengsatz in deinem Rucksack oder sagst du dir vielleicht "Nein, nicht hier und nicht jetzt ... ich hebe mir den Sprengstoff noch auf"?

Aber damit sind wir meiner Meinung nach schon bei einer so fundamentalen Diskussion von Bestandteilen des Rollenspiels, das ich das nicht auch noch diskutieren möchte.

Auf Welten und Geschichten, die sich sowieso per Metaplot in eine ganz bestimmte Richtung entwickeln und nicht abgewandelt werden können, egal was die Gruppe der SC nun eigentlich tut oder unterlässt, hatte ich doch noch nie Lust. Das kann ich mit Bestimmtheit sagen. Diese Meinung hatte ich auch schon 1991.
"Somewhere there is danger, somewhere there's injustice, and somewhere else the tea is getting cold."

(Doctor Who, Survival, 26th season, serial 4, part 3)