Autor Thema: Übersetzungsklopse  (Gelesen 248173 mal)

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Re: Übersetzungsklopse
« Antwort #325 am: 25.02.2010 | 09:57 »
Für jemanden, der vermutlich viele aus dem Englischen übersetzte Filme/Serien schaut bzw. Romane liest, mag das aus Gewohnheit durchaus richtig erscheinen.
Vielleicht, die praegnanteste Verwendung der Ruecken Metafer waere fuer mich noch Dune.
Was waere deiner Meinung nach die bessere Uebersetzung?

Zitat
Tatsächlich ist es so, dass schlechte Übersetzer diese Phrase - ebenso wie "Nicht wirklich.", "Du hast mein Wort dafür." und andere Vergewaltigungen der dt. Sprache - importiert haben.
Ich finde "nicht wirklich" nicht wirklich schlimm und auch "Ich gebe dir mein Wort darauf" erscheint mir nun nicht falsch  :-\ Klingt fuer mich nun eher als haette jemand den Moechtegern-Klugscheisser der Zwiebelfischkolumne zu ernst genommen  :P [Bei dessen Vergewaltigung der deutschen Sprache sich mir fast ebenso sehr die Zehnaegel hochklappen wie bei der Uebersetzung von Futurama]
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Re: Übersetzungsklopse
« Antwort #326 am: 25.02.2010 | 10:23 »
"Pass auf deinen Rücken auf" versteh ich immer eher als, dass man drauf achten soll, seinen Rücken nicht zu sehr zu belasten, also als gesundheitlichen Tipp. "Nicht wirklich" hab ich schon immer benutzt.
Aber es heisst auch für mich "Da hast du mein Wort drauf" nicht "dafür" (Wobei ich eher zu einem "Versprochen" tendiere  :) )

An "it" hatte ich natürlich gar nicht mehr gedacht und der englisch-Unterricht liegt auch schon viel zu lange zurück.

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Re: Übersetzungsklopse
« Antwort #327 am: 25.02.2010 | 10:34 »
Ich denke das es Kontext Abhaengig ist.
Zumal selbst Siegfried schon besser auf seinen Ruecken haette achten sollen ^^;
Wenn man es einem alten Mafia Paten sagt kann es gar doppeldeutig gemeint sein :D

Zumal es doch auch die Wendung "Jemand in den Ruecken fallen" gibt. Im englischen nicht ganz so vorhanden bzw. spricht man dort dann von "backstabbing",.. was auf Deutsch wohl eher der Dolchstoss waere @_@
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Re: Übersetzungsklopse
« Antwort #328 am: 25.02.2010 | 11:28 »
Ich finde "nicht wirklich" nicht wirklich schlimm und auch "Ich gebe dir mein Wort darauf" erscheint mir nun nicht falsch  :-\ Klingt fuer mich nun eher als haette jemand den Moechtegern-Klugscheisser der Zwiebelfischkolumne zu ernst genommen  :P [Bei dessen Vergewaltigung der deutschen Sprache sich mir fast ebenso sehr die Zehnaegel hochklappen wie bei der Uebersetzung von Futurama]

Zwei Herzen schlagen in meiner Brust. Als Germanist sehe ich manche dieser Schöpfungen nicht gerne, andererseits gehöre ich zu der Fraktion, die Sprache als etwas Dynamisches auffasst.

Mit "Nicht wirklich." kann ich mich anfreunden, wobei die deutsche Sprache mit "Eigentlich/Im Grunde nicht." bereits eine feste Wendung für solche Situation anbietet. "Nicht wirklich" bedeutet streng genommen "unwirklich" und gerät somit schon auf die metaphysische Ebene.

Bei "Du hast mein Wort dafür." kräuseln sich mir sämtliche Nägel. Selbst "Du hast mein Wort darauf." ist immer noch suboptimal, entweder sagt man "Darauf gebe ich Dir mein Wort." oder prägnanter "Du hast mein Wort.". Schwer umgangssprachlich ist noch ein verknapptes "Mein Wort darauf!" zulässig.
« Letzte Änderung: 26.02.2010 | 09:24 von Xanaboy »
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Re: Übersetzungsklopse
« Antwort #329 am: 25.02.2010 | 23:52 »
Ich meine, für "Watch your back" ist vielleicht das (etwas umständig klingende) "Halt dir den Rücken frei" die bessere Übersetzung.

Zweitens: "Nicht wirklich" verwende ich selber auch seit langem sehr oft. Zumal ich das Wort "eigentlich" absolut nicht leiden kann und mich immer selber schelte, wenn es mir entschlüpft.

Drittens: bei Tolkien gibt es definitiv keine bösen Elben. Dunkelelben (Moriquendi) gibt es, das sind im engeren Sinne jene Elben, die sich nie auf den Weg nach Westen gemacht haben (Avari); im weiteren Sinne einfach all jene, die niemals das Licht der Zwei Bäume gesehen haben. Nach dieser Lesart ist z.B. auch Legolas mit seinen schlappen ~3000 Jahren ein Dunkelelb.
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Re: Übersetzungsklopse
« Antwort #330 am: 26.02.2010 | 01:50 »
Vielleicht, die praegnanteste Verwendung der Ruecken Metafer waere fuer mich noch Dune.
Was waere deiner Meinung nach die bessere Uebersetzung?
Ich finde "nicht wirklich" nicht wirklich schlimm und auch "Ich gebe dir mein Wort darauf" erscheint mir nun nicht falsch  :-\ Klingt fuer mich nun eher als haette jemand den Moechtegern-Klugscheisser der Zwiebelfischkolumne zu ernst genommen  :P [Bei dessen Vergewaltigung der deutschen Sprache sich mir fast ebenso sehr die Zehnaegel hochklappen wie bei der Uebersetzung von Futurama]
Die passende Übersetzung für "Watch your back" wäre wohl "Pass auf deinen Arsch/Hintern auf.", aber Rücken für back wäre in dem Zusammenhang schlicht falsch, da in diesem Zusammenhang der back als "verlängerter Rücken" zu betrachten ist, da die Amis&Engländer für Hintern und Arsch gern "back" oder "behind" verwenden, weils nicht ganz so vulgär und profan klingt.

Edit: Feuersängers Ansatz wäre mMn schon mehr Transkription als wirkliche Translation... Obwohl er damit die Semantik besser trifft  als "Pass auf deinen Rücken auf"(Wer kommt eigentlich auf so gestelzte "Übersetzungen"?)...
 
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"Et wirklich" gabs bei uns in Ba-Wü schon recht lange.
Das hatte sich AFAIR bereits in meiner Kindheit etabliert, und könnte ggf. auch nach Norden geschwappt sein.
Nicht immer sind die Amis oder Engländer schuld.

Aber "Pass auf deinen Rücken auf" ist schlimm.
Fast so schlimm wie diese... "Das ist XY.... nicht!"-Unart...

Yerho, was soll "Du hast mein Wort dafür" aussagen?
o.O
Etwa "Darauf gebe ich dir mein Wort"?
« Letzte Änderung: 26.02.2010 | 01:52 von Heretic »
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Re: Übersetzungsklopse
« Antwort #331 am: 26.02.2010 | 01:57 »
Die passende Übersetzung für "Watch your back" wäre wohl "Pass auf deinen Arsch/Hintern auf.", aber Rücken für back wäre in dem Zusammenhang schlicht falsch, da in diesem Zusammenhang der back als "verlängerter Rücken" zu betrachten ist, da die Amis&Engländer für Hintern und Arsch gern "back" oder "behind" verwenden, weils nicht ganz so vulgär und profan klingt.


Das ist schlichtweg falsch. Es geht wirklich um den Rücken, in den dir niemand fallen soll.
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Re: Übersetzungsklopse
« Antwort #332 am: 26.02.2010 | 02:09 »
Das ist schlichtweg falsch. Es geht wirklich um den Rücken, in den dir niemand fallen soll.

Das ist Auslegungssache.
Im militärischen Sinne bedeutet er, dass man die Augen offen halten soll.

Oder mit welcher Bestimmtheit kannst du sagen, dass es falsch sei?

ErikErikson: Ich weiss immer noch nicht, wie ich meinen Speer am besten einführe.
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Re: Übersetzungsklopse
« Antwort #333 am: 26.02.2010 | 02:23 »
Zitat von: Feuersänger
Zweitens: "Nicht wirklich" verwende ich selber auch seit langem sehr oft. Zumal ich das Wort "eigentlich" absolut nicht leiden kann und mich immer selber schelte, wenn es mir entschlüpft.

So wie Heretic würde ich das auch eher regional bzw. zu bestimmten Dialekten zuordnen (bei uns komplett in weich: "ned werglich" :) )und nicht als einen der unglücklichen Importe aus dem Englischen betrachten.


Statt "eigentlich" sagt man in den meisten Fällen besser "quasi". Das ist NOCH inhaltsleerer und mit ein bisschen Übung kann man da in unterschiedlichsten Spielarten nebulös und/oder total verwirrt klingen  ;D
"Kannst du dann bitte mal kurz beschreiben, wie man deiner Meinung bzw. der offiziellen Auslegung nach laut GE korrekt verdurstet?"
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Re: Übersetzungsklopse
« Antwort #334 am: 26.02.2010 | 08:09 »
Das ist Auslegungssache.

Im militärischen Sinne bedeutet er, dass man die Augen offen halten soll.
Es ist keine Auslegungssache.
Weil es gerade im militärischen Sinne bedeutet das man darauf achten soll das einem keiner in den Rücken fällt oder andersweitig überrascht. Wurde bisher auch so in sämtlichen Büchern oder Filmen wo ich es sah nie anders gebraucht.

Analog zu dem "Watch your back" als Tipp drauf zu achten das einen keiner in den Rücken fällt gibt es schließlich auch noch die Wendung das aufgefordert wird "Watch my back" - was dann soviel heißt wie "Gib mir Rückendeckung".

Die allgemeine Aufforderung aufzupassen wäre eher ein "Watch out!" oder ähnliches.


Zum "nicht wirklich" passt meiner Meinung nach "unwirklich" nicht zu der Aussage die man mit nicht wirklich trifft. Bei:
"Er ist unwirklich geeignet die Aufgabe auszuführen",
"Das glaubst du doch unwirklich" [..]
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Re: Übersetzungsklopse
« Antwort #335 am: 26.02.2010 | 09:54 »
Zum "nicht wirklich" passt meiner Meinung nach "unwirklich" nicht zu der Aussage die man mit nicht wirklich trifft. Bei:
"Er ist unwirklich geeignet die Aufgabe auszuführen",
"Das glaubst du doch unwirklich" [..]
Rollt sich zumindest mein Sprachgefühl erschreckt, fötal zusammen.

Eben! Deshalb ist es ja falsch.

Das Gegenteil von "wirklich" ist nun einmal "unwirklich", und wenn die Gegenprobe - die Du ja oben durchgeführt hast - nach Blödsinn klingt, ist das ein sicherer Indikator dafür, dass man mit dem Begriff auf dem Holzweg ist, auch wenn er aus Gewohnheit stimmig klingt. Bezeichnenderweise sind die erste Phrase ohnehin Hohlsprech, was man daran merkt, dass das komplette Weglassen des Wortes die Aussage nicht ändert: "Er ist wirklich geeignet die Aufgabe auszuführen." - Merkst Du was? Eine komplett überflüssige Verstärkung. Entweder ist das Subjekt geeignet, die Aufgabe auszuführen, oder eben nicht.

Dein anderes Beispiel "Das glaubst du doch unwirklich." ist ebenfalls von vornherein Unfug, weil du statt "wirklich" die ganze Konstruktion "nicht wirklich" ersetzen müsstest. Außerdem ist die Phrase inhaltlich schlicht falsch, weil sie in der Praxis ja nicht zur Feststellung von (Un-) Wirklichkeit dient, sondern zur Feststellung des Wahrheitsgehalts. Also sagt man beispielsweise "Das glaubst Du doch nicht tatsächlich?", wenn man an den Fakten zweifelt, oder "Das glaubst Du doch nicht ernsthaft?", wenn man vermutet, dass das Gegenüber scherzt. Ansonsten hieße es "Du glaubst doch nicht, dass das wirklich/unwirklich ist?".

Und noch einmal: In der Umgangs- und Gebrauchssprache geht praktisch alles. Besonders, weil zur Umgangssprache nun einmal auch sprachliche "Grauimporte" gehören. Das heißt, wenn Leute in Filmen und Serien so reden oder es in wörtlicher Rede in Romanen vorkommt, ist das absolut legitim. :)
Kommt es jedoch im Erzähltext eines Romans vor, ist es schlichtweg falsch. Dann haben entweder der deutschsprachige Autor oder der Übersetzer Mist gebaut - außer, es ging gezielt darum, eine bestimmte Sprachkultur zu vermitteln (Autobiographien, Szene-Romane etc.). :P
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Re: Übersetzungsklopse
« Antwort #336 am: 26.02.2010 | 11:40 »
Hm, also hier in Franken sagt man gerne "fei wergli" (wobei "fei" absolut keine Entsprechung im Hochdeutschen hat, sondern einfach Bekräftigung ausdrückt). Also sinngemäß "Aber wirklich". "Ned wergli"/"Nicht wirklich" ist da vielleicht einfach eine Analogisierung, obwohl ich sagen muss, dass ich das bisher immer nur hochdeutsch ausgesprochen gehört habe. Der Dialektsprecher sagt statt "nicht wirklich" wohl eher "Gschmärri" oder "Ach Gwaaf". ;)
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Re: Übersetzungsklopse
« Antwort #337 am: 26.02.2010 | 16:12 »
Ah, gerade wieder so ein schönes Ding gefunden:

"This makes sense" wird gerne mit "das macht Sinn" übersetzt, ergibt für mich jedoch keinen Sinn.

Sinn zu machen, wo in der Natur keiner vorkommt, überlassen wir besser der Politik. ;D
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Re: Übersetzungsklopse
« Antwort #338 am: 26.02.2010 | 16:41 »
Es macht Sinn ist aber, Zwiebelkolmunen zu trotz, dennoch nicht falsch.
Denn ob der Sinn nun gemacht wird oder sich so spontan mal ergibt ist einerlei.

Das Gegenteil von "wirklich" ist nun einmal "unwirklich", und wenn die Gegenprobe - die Du ja oben durchgeführt hast - nach Blödsinn klingt, ist das ein sicherer Indikator dafür, dass man mit dem Begriff auf dem Holzweg ist, auch wenn er aus Gewohnheit stimmig klingt.
"Er ist unta(tsa)e(ch)lich geeignet die Aufgabe auszufuehren."
Klappt ebensowenig wie:
"Er ist unernst(haft) geeignet die Aufgabe auszufuehren."

Insofern kann ich das Beispiel nicht nachvollziehen.
Auch das Verstaerkungen oder Abmilderungen ueberfluessig sind.

Just als Beispiel aus der Praxis:
"Mein Fuehrerschein ist nicht geeignet um meine Identitaet zu beweisen."
Denn sie haben ihn auf der Bank abgelehnt.

"Meine belgische Verbleibskarte ist nicht wirklich geeignet um meine Identitaet zu beweisen."
Eigentlich braucht man zur Beweis der Identitaet einen Reisepass oder Personal Ausweis.
Da jedoch beides abgelaufen war, und der Fuehrerschein keine akzeptabele Alternative darstellt, wurde meine belgische Verbleibskarte, zumindest vorrueber gehend als Identitaets Nachweis angenommen. Obwohl sie in Wirklichkeit keiner ist und nicht garantiert wurde das ich eins auf den Deckel kriege weil ein tatsaechlich wirkungsvoller Identitaetsnachweis fehlt.

Wuerde ich dort "tatsaechlich" als Begriff verwenden wollen ergaeben sich gaenzlich andere Konstrukte um die selbe Aussage zu treffen und ich muesste eher auf ein "eigentlich" aus weichen.
Was aber aussen vor liess das sich die Wirklichkeit in Bezug auf die Akzeptanz von Identitaets-Beweisen sowie der Identitaets-Beweis-Fertigkeit der Verbleibskarte einer Beugung unterziehen musste.
Zitat
Also sagt man beispielsweise "Das glaubst Du doch nicht tatsächlich?", wenn man an den Fakten zweifelt, oder "Das glaubst Du doch nicht ernsthaft?", wenn man vermutet, dass das Gegenüber scherzt. Ansonsten hieße es "Du glaubst doch nicht, dass das wirklich/unwirklich ist?".
Es hiesse:
"Du glaubst doch (nicht) das dies der Wirklichkeit (oder den Tatsachen) entspricht?"
Ob man an der Wirklichkeit des Gesamtkonstrukt oder den einzelnen Tatsachen zweifelt (oder nicht) ist dann doch eher eine Frage des inhaltlichen "Geschmacks"?
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Offline THEonlytrueSHADOW

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Re: Übersetzungsklopse
« Antwort #339 am: 26.02.2010 | 17:34 »
*schaut kurz um die Ecke, wirft einen Link in den Thread und verschwindet ganz schnell wieder*
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Re: Übersetzungsklopse
« Antwort #340 am: 26.02.2010 | 19:15 »
Ich find's immer wieder herzerfrischend, wenn Autoritäten ins Feld geführt werden, deren Wirkenszeit vor der Vereinheitlichung der deutschen Schriftsprache liegt. Diese lässt sich im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts verorten. ;)

Und selbst wenn dem nicht so wäre: Jemand wie Lessing wird in seiner privaten Korrespondenz doch niemals Fehler gemacht haben. Lessing doch nicht! Und natürlich würde es Lessing (!!!!11!!einself!) niemals so gehalten haben wie so ziemlich jede literarische Geistesgröße vor Beginn des 19. Jahrhunderts: Schreib wie du redest! :D
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Re: Übersetzungsklopse
« Antwort #341 am: 27.02.2010 | 01:45 »
Gerade in Heartbreak Ridge:

'Ich will, dass jeder einzelne Ring Munition gezählt wird'  ::)
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Re: Übersetzungsklopse
« Antwort #342 am: 27.02.2010 | 02:40 »
Gerade in Heartbreak Ridge:

'Ich will, dass jeder einzelne Ring Munition gezählt wird'  ::)



Das ist ja genau so gut wie der "Mist" bei Star Trek.
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Re: Übersetzungsklopse
« Antwort #343 am: 27.02.2010 | 03:55 »
Gerade in Heartbreak Ridge:

'Ich will, dass jeder einzelne Ring Munition gezählt wird'  ::)
Häh?
Was war denn bitte da der Ausgangssatz?
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Re: Übersetzungsklopse
« Antwort #344 am: 27.02.2010 | 06:31 »
"I want each round of ammunition counted and returned in the exact condition in which it was received."

Besonders ein allein stehendes "round" (eben im Sinne von: Patrone) wird in PC-Spielen gerne mal geradlinig mit "Runde" übersetzt.
So ist das halt, wenn man Leute übersetzen lässt, die kein bisschen Ahnung haben, worum es überhaupt geht...


Themenspagat:

Wir haben ja keinen Übersetzungs-Lob-Thread, daher hier:

Bei Future Weapons wurde letztens doch tatsächlich einmal "IED" nicht wie sonst überall stumpf übernommen, sondern völlig korrekt mit "USBV" übersetzt  :d
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Re: Übersetzungsklopse
« Antwort #345 am: 27.02.2010 | 09:45 »
Müsste IED direkt übersetzt nicht eher ISK heißen? Was soll USBV denn heißen? Klingt nach ner Mischung aus Flugdrohne und Mehrzweckraum.
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Re: Übersetzungsklopse
« Antwort #346 am: 27.02.2010 | 14:28 »
Unkonventionelle Spreng- und Brandvorrichtung.

Kommt eigentlich aus dem polizeilichen Bereich und ist von dort aufgrund der großen Schnittmengen bzw. der zahlreichen Kontakte auch in die private Sicherheit gewandert.

Den Begriff gibt es schon seit Ewigkeiten, nur weiß das i.d.R. keine (militärische) Sau und eiert dann mit einer halbgaren Übersetzung herum oder lässt IED einfach so stehen.
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Re: Übersetzungsklopse
« Antwort #347 am: 19.03.2010 | 22:09 »
Wäre die sinnvolle Übersetzung für "Watch your back" nicht ein einfaches "Hinter dir", wenn es wirklich darum geht, dass hinter ihm etwas ist, oder ein "Pass auf dich auf", wenn es um generelle Vorsicht geht?

@"nicht wirklich": Wollt ihr jetzt wirklich eine Diskussion darüber führen? Nein? Dann wollt wir wohl nicht wirklich eine Diskussion darüber führen...  ;) Das würde ja auch keinen Sinn machen, sondern eher Unsinn. Und Unsinn machen ist ja unerwünscht. Oder?
Zitat von: William Butler Yeats, The Second Coming
The best lack all conviction, while the worst are full of passionate intensity.

Korrekter Imperativ bei starken Verben: Lies! Nimm! Gib! Tritt! Stirb!

Ein Pao ist eine nachbarschaftsgroße Arztdose, die explodiert, wenn man darauf tanzt. Und: Hast du einen Kraftsnack rückwärts geraucht?

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Re: Übersetzungsklopse
« Antwort #348 am: 19.03.2010 | 22:48 »
@"nicht wirklich": Wollt ihr jetzt wirklich eine Diskussion darüber führen? Nein? Dann wollt wir wohl nicht wirklich eine Diskussion darüber führen...  ;)

Nein, wir wollen nicht wirklich eine Diskussion darüber führen, weil wir lieber wirklich keine Diskussion darüber führen wollen. Ergibt das für Dich Sinn? :D
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Re: Übersetzungsklopse
« Antwort #349 am: 19.03.2010 | 22:57 »
Ergibt das für Dich Sinn? :D

Nicht wirklich.