Autor Thema: Übersetzungsklopse  (Gelesen 248011 mal)

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Offline carthinius

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Re: Übersetzungsklopse
« Antwort #400 am: 7.04.2010 | 11:26 »
Großartig fand ich in der Hinsicht ja die deutsche Betitelung der "Pirates of the Caribbean"-Filme.
Da wurde aus "Pirates of the Caribbean: The Curse of the Black Pearl" (ein Titel, der mir damals schon gesagt hat: "Obacht, das könnte eine Reihe werden!", bevor klar wurde, dass es Fortsetzungen geben würde; wohlgemerkt zog ich diesen Schluss als lediglich interessierter Zuschauer ohne das Wissen, dass es diese Disney-Attraktion gleichen Namens überhaupt gab) "Fluch der Karibik". Ist ja noch irgendwie okay, um es griffiger und kürzer zu machen; aber dann wurde es abstrus: Aus "Pirates of the Caribbean: Dead Man's Chest" wurde "Pirates of the Caribbean - Fluch der Karibik 2" (!) und aus "Pirates of the Caribbean: At World's End" "Pirates of the Caribbean - Am Ende der Welt" ohne irgendeine Zahl und Verweis auf den deutschen Erstfilm. WTF?! Sowas Inkonsistentes ist mir wirklich bisher kaum untergekommen.
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wjassula

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Re: Übersetzungsklopse
« Antwort #401 am: 7.04.2010 | 22:37 »
Zitat
Und bei solch einer KONSTANTEN VERSAGERQUOTE der beteiligten "Übersetzer" kann ich auch keinerlei Verständnis für die Härten des Übersetzer-Jobs aufbringen.

Ich gebe dir ja recht bei deinem Hass auf sinnentstellende Übersetzungen, allerdings nehme ich an, dass für Filmtitel die Marketing-Abteilung zuständig ist, und nicht der Übersetzer/die Übersetzerin. Bei Büchern macht das meiner Erfahrung nach auch der Verlag in Eigenregie und sucht einen Titel nach Vermarktungserwägungen aus.

Aktuelles (harmlose) Beispiele: Richard Morgan, The Steel Remains wird zu Glühender Stahl, Scott Bakkers Prince of Nothing wid zu Krieg des Propheten.

Etwas schlimmer schon die deutschen Titel von Justina Robsons Otopia-Reihe. Dort geht es nämlich an zentraler Stelle um die Geschicke eines Elfen-Rockstars, entsprechend auch die Titel Keeping it real, Selling out und Going under. Zu deutsch: Willkommen in Otopia, Unter Strom und Elfentod (!).

Skurrile Titel werden aber auch auf deutsch nicht besser: Alan Dean Fosters "Nor crystal tears" heißt eben auch übersetzt tatsächlich "Auch keine Tränen aus Kristall". Tja.

Nie werde ich aber Heyne verzeihen, dass man dort aus dem coolen "Perdido Street Station" gleich zwei nichtssagende Titel gemacht hat, nämlich "Die Falter" und "Der Weber". Und da hat die Übersetzerin sogar einen Preis für die Übertragung des Buchtextes bekommen, also können wir wohl davon ausgehen, dass die tumbe Umbenennung nicht an ihr lag.

Schönes Beispiel dafür, wie auch Starübersetzer mal daneben greifen, findet sich übrigens in der aktuellen Titanic. Harry Rowohlt machte aus Opas Schach- und Lebensweisheit "When in doubt, castle" nicht etwa das pragmatische "Im Zweifel immer Rochade", sondern ganz platt und leicht verwirrend: "Wenn du nicht weiterweißt, Turm" :).

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Re: Übersetzungsklopse
« Antwort #402 am: 7.04.2010 | 22:51 »
Aktuelles (harmlose) Beispiele: Richard Morgan, The Steel Remains wird zu Glühender Stahl

Na, da darf man wohl noch froh sein dass kein Oberexperte das in "Stählerne Überreste" übersetzt hat.
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wjassula

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Re: Übersetzungsklopse
« Antwort #403 am: 7.04.2010 | 23:08 »
Ach quatsch, das heißt "Riemen´s Stil"  :D.

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Re: Übersetzungsklopse
« Antwort #404 am: 7.04.2010 | 23:45 »
Bekloppte deutsche Titel sind im Grunde einen eigenen Thread wert ... :)
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Re: Übersetzungsklopse
« Antwort #405 am: 8.04.2010 | 09:19 »
@Jasper:

Die deutsche Übersetzung von Perdido Street Station ist nicht bei Heyne, sondern bei Bastei erschienen. Wobei dumme Titel auch bei Heyne vorkommen. Allerdings steht bei den Bastei-Büchern der Originaltitel "Perdido Street Station" seitlich auf dem Cover, quasi als Serientitel. Da Falter und Weber aber sehr groß und zentral gesetzt sind, macht (oder ergibt?) das keinen großen Unterschied.

Abercrombie hat die einzelnen Bände seiner Fantasy-Reihe ja nach irgendwelchen Zitaten benannt, zum Beispiel "Before they are hanged" oder "best served cold". Da glaube ich aber, dass Heyne den deutschen Fantasy-Lesern zurecht nicht zutraut, mit solchen Titeln klarzukommen. Deshalb heißen sie ganz langweilig Kriegsklingen, Racheklingen, etc. Was will man von einer Leserschaft, die Bücher mit Titeln wie "Die Zwerge" "Die Elfen" etc. zu Bestsellern macht, anderes erwarten?

Übrigens hat Jasper völlig recht, wenn er sagt, dass die Titel nicht von den Übersetzern (in den allermeisten Fällen nicht einmal von den Autoren) festgelegt werden.

Allerdings gab es da seinerzeit ja auch wirklich grandiose Titel, die die Originaltitel mitunter übertrafen. Meine Lieblinge: The Dispossessed seinerzeit: Planet der Habenichtse. Und The Space Merchants: Eine Handvoll Venus und ehrbare Kaufleute.
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wjassula

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Re: Übersetzungsklopse
« Antwort #406 am: 8.04.2010 | 09:44 »
Heyne hätte das aber auch hingekriegt  :gasmaskerly:.

"Planet der Habenichtse" ist aber wirklich großartig.

Wo ich grad ins Regal schaue: "Little, Big" wurde ja zu "Das Parlament der Feen". Wobei, "Klein, Groß" - ich weiß nicht, ob das ein Supertitel ist oder ein bescheuerter.

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Re: Übersetzungsklopse
« Antwort #407 am: 8.04.2010 | 11:34 »
Zitat
Heyne hätte das aber auch hingekriegt  Gasmaskerly.

Genau das meinte ich mit dem Satz:

Zitat
Wobei dumme Titel auch bei Heyne vorkommen.

Wenn man "Little, Big" überhaupt wörtlich übersetzen wollte (was eigentlich nicht geht, da hier ja eine Mehrdeutigkeit gewollt ist), müsste man sich doch wahrscheinlich auf die Hauptbedeutung konzentrieren: "Die Kleinen, die Großen." Dass nebenbei auch noch "klein, groß" und "Das Kleine, das Große" (irgendwo im Text wird ja mal gesagt, was auch die Struktur des ganzen Romans ausmacht, dass die Dinge größer werden, je mehr man ins Kleine geht, oder so ähnlich) gemeint ist, müsste man zwangsläufig unterschlagen. Von daher ist der Titel einfach "nicht wirklich" übersetzbar.
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Re: Übersetzungsklopse
« Antwort #408 am: 8.04.2010 | 21:19 »
Hah! Ich hab auch mal einen.

In einer Folge Deep Space Nine redet ein Charakter über einen alten Film: "Burt Lancaster, standing there, in the middle of Pearl Harbor, machine gun blazing, shooting down those Zeros."
Deutsch: "Burt Lancaster, Frank Sinatra, die mitten in Pearl Harbor stehen, Maschinengewehrfeuer, und schießen alle diese Nullen nieder."

Gemeint war allerdings diese Null.


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Re: Übersetzungsklopse
« Antwort #409 am: 8.04.2010 | 22:05 »
Mensch, wer das übersetzt hat, hat wohl auch nie Pazifikgeschwader 214 angeschaut.
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Re: Übersetzungsklopse
« Antwort #410 am: 8.04.2010 | 23:39 »
In einer Folge Deep Space Nine redet ein Charakter über einen alten Film: "Burt Lancaster, standing there, in the middle of Pearl Harbor, machine gun blazing, shooting down those Zeros."
Deutsch: "Burt Lancaster, Frank Sinatra, die mitten in Pearl Harbor stehen, Maschinengewehrfeuer, und schießen alle diese Nullen nieder."

Gemeint war allerdings diese Null.
Das wäre wieder Kontext-Fail. Aber man muss auch bedenken dass solche Sachen in der Übersetzung manchmal absichtlich komplett geändert werden weil der Satz ja nachher für ein andere Publikum Sinn ergeben (oder Sinn machen ;)) muss. Das könnte hier auch so gewesen sein.
Der Fehler wäre ja hier nur dass man hätte wissen müssen das die "Nullen" Flugzeuge sind, also hätte man im Deutschen korrekterweise sagen müssen "schießen die Nullen runter" (anstatt down - nieder, down - runter). Das hätte aber kein Deutscher kapiert, d.h. man muss was ganz anderes sagen und die Abwandlung ist einfach ein nahe liegender Satz mit anderer Aussage. Das kommt aber bei Synchros häufig vor wo es nicht immer auf die Aussage, sondern auf Synchronität ankommt.

Offline korknadel

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Re: Übersetzungsklopse
« Antwort #411 am: 9.04.2010 | 08:30 »
In dem Nuller-Beispiel hätte man sich vielleicht retten können, indem man den Begriff "Nuller" umschrieben hätte, sodass es jeder versteht, zum Beispiel die "japanischen Flieger/Bomber", keine Ahnung. Ist auch nicht so wichtig.

Nur dazu nebenbei gesagt etwas zu dem, was Jasper vor etlichen Posts zu den Arbeitsbedingungen von Übersetzern gemeint hat: Denn mit dem, was Dr. Boomslang hier angesprochen hat, haben wir ein gutes Beispiel für so etwas. Denn nicht nur wegen der Synchronität werden Bedeutungen manchmal geändert, sondern auch wegen des Publikums. Und da wird das dann eben auch in der Belletristik gemacht. Begriffe, Witze, Details, die in der Originalsprache jedem etwas sagen, die aber in der Zielsprache den meisten nicht  vertraut sind, werden von den Verlagen oft glattgebügelt, da die oberste Prämisse lautet, dem Leser keine Steine in den Weg zu legen. Und was auch total verboten ist, sind die "Anm. des Ü", die ich eigentlich sehr nützlich finde. Aber ganz gleich, welchen haarsträubenden Stuss der gemeine Konsument von Heyne, Goldmann, Bastei, Knaur, Lyx etc-Büchern zu sich nimmt, er darf um alles in der Welt nicht aus dem Text herausgerissen werden, indem man ihm klarmacht, dass da durch die Übersetzung eine zusätzliche Ebene in dem Quark drin ist. Deshalb hat man als Übersetzer gefälligst dafür zu sorgen, dass Verständnisbarrieren, die durch kulturelle Andersartigkeiten entstehen könnten, ausgeräumt werden. Deshallb könnte es auch in der Bellestristik durchaus vorkommen, dass man aus den "Nullern" lieber "Nullen" macht, bevor man sich die Mühe gibt, den Genossen zu erklären, dass so japanische Flieger hießen ...

Mittlerweile hat sich das teilweise gebessert, weil zumindest viele Amerikanisches zu uns durchgedrungen ist und sich mittlerweile die meisten etwas unter Letterman, Jock, QB u.ä. vorstellen können. (ich habe gehört, dass Letterman früher wohl mal als Gottschalk eingedeutscht worden ist, hihi.)
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Re: Übersetzungsklopse
« Antwort #412 am: 9.04.2010 | 10:03 »
Wegen der Synchronität ist vermutlich auch der gute Herr Sinatra in der deutschen Fassung in den Satz gerutscht, weil sonst nicht genug Text für den Sprecher dagewesen wär.

@korknadel: Ich kann mich erinnern schon Anmerkungen des Übersetzers gesehen zu haben, in einem alten Pratchett Buch (Die Nomen Trilogie, falls das jemandem was sagt). Da versuchten kleine Gnome was von den Menschen zu lernen und einer schließt aus einem Buch (sinngemäß) "Wir brauchen ein Gnu! Damit lassen sich alle Probleme lösen!". In der Anmerkung dazu stand dann, das der Gnom offensichtlich über einen Druckfehler gestolpert ist und in dem Buch eigentlich von einer "gun" die Rede war. Fand ich viel besser, als den Satz allein so stehen zu lassen, oder aber stattdessen "Wir brauchen eine Waffe!" zu schreiben.


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Re: Übersetzungsklopse
« Antwort #413 am: 9.04.2010 | 10:09 »
Was ich eigentlich weiter oben zum Ausdruck bringen wollte: ich möchte vermuten, dass die meisten Zuschauer von Star Trek auch gewusst hätten, was mit "Zeros" gemeint ist. Übersetzung also unnötig.

Zu dem, was korknadel gesagt hat: ich find's auch schade, dass es nicht öfter einfach "Anm.d.Ü." gibt -- dass sie verpönt sind, wusste ich gar nicht. Ich habe z.B. letztens drei Bücher des Wächter-Zyklus von Lukianenko gelesen und die sind, soweit ich das halbwegs beurteilen kann, ordentlich übersetzt. (Ich kann kein Russisch und habe daher keinen Vergleich.) Aber da wird halt oft direkt auf die russische Kultur Bezug genommen, _ohne_ irgendeine Hilfestellung oder Anmerkung für ausländische Leser. Aber wenigstens wird nicht Baba Yaga durch Hänsel und Gretel ersetzt.
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Re: Übersetzungsklopse
« Antwort #414 am: 9.04.2010 | 10:26 »
Was ich eigentlich weiter oben zum Ausdruck bringen wollte: ich möchte vermuten, dass die meisten Zuschauer von Star Trek auch gewusst hätten, was mit "Zeros" gemeint ist. Übersetzung also unnötig.
Ich wage zu bezweifeln, dass hierzulande viele Leute etwas mit den Flugzeugtypen anfangen können, die den Amerikanern von den Japanern  im 2. Weltkrieg entgegengesetzt wurden. Da kannst du schon froh sein, wenn man überhaupt "Pearl Harbor" kennt. Der Pazifikkrieg dringt einem nicht so ins kollektive Bewusstsein, wenn man davon Tausende Kilometer entfernt ist. Ich wage sogar zu behaupten, dass Anspielungen auf deutsche oder englische Flugzeugtypen aus dem WK2 hierzulande nicht flächendeckend verstanden würden, mich eingeschlossen, wenn es nicht grad Fokker sind.
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Re: Übersetzungsklopse
« Antwort #415 am: 9.04.2010 | 10:46 »
Mag vielleicht sein (Fokker im WK2 sind übrigens eine sehr marginale Randerscheinung), aber dann hätten sie halt wenigstens z.B. "schießen die ganzen Flieger ab" setzen sollen, und nicht "die Nullen nieder". Speziell das "nieder" ist für mich ein deutlicher Hinweis, dass der Übersetzer selbst nicht den leisesten Dunst hatte, was er da gerade macht.

Postscriptum: es ging wohl um diesen Film: http://www.imdb.com/title/tt0045793/
« Letzte Änderung: 9.04.2010 | 10:48 von Feuersänger »
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Re: Übersetzungsklopse
« Antwort #416 am: 9.04.2010 | 10:51 »
(Fokker im WK2 sind übrigens eine sehr marginale Randerscheinung)
QED.  ;D
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Re: Übersetzungsklopse
« Antwort #417 am: 9.04.2010 | 11:34 »
Wobei in anderen DS9 Folgen auch schon mal von der Luftschlacht um England auf dem Holodeck die Rede ist, und das sich die Charaktere dabei in "Spitfires" setzen und gegen deutsche kämpfen. Ich bin mir auch nicht sicher, ob dem durchschnittlichen Amerikaner die Zero geläufig ist.

Postscriptum: es ging wohl um diesen Film: http://www.imdb.com/title/tt0045793/
Jepp. Wird auch in dem Satz davor gesagt, aber der Titel wurde korrekt übersetzt mit "Verdammt in alle Ewigkeit" (wie der Film im deutschen heißt, auch wenn man über diese Titel-Übersetzung natürlich auch wieder diskutieren kann), deswegen hab ichs nicht dazugeschrieben. ;)


Bluerps
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Re: Übersetzungsklopse
« Antwort #418 am: 9.04.2010 | 17:15 »
Ich wage zu bezweifeln, dass hierzulande viele Leute etwas mit den Flugzeugtypen anfangen können, die den Amerikanern von den Japanern  im 2. Weltkrieg entgegengesetzt wurden. Da kannst du schon froh sein, wenn man überhaupt "Pearl Harbor" kennt.
Ich sag es ja auch immer: Rollenspieler, spielt mehr Weird Wars II - da lernt man dann SEHR GENAU die Flugzeugtypen, Panzertypen, Schiffstypen kennen, unterscheiden und zu vernichten.

Ich wage sogar zu behaupten, dass Anspielungen auf deutsche oder englische Flugzeugtypen aus dem WK2 hierzulande nicht flächendeckend verstanden würden, mich eingeschlossen, wenn es nicht grad Fokker sind.
Es könnte sogar eher so sein, daß der ERSTE Weltkrieg, der Krieg, in welchem die "Fokker-Plage" den Tommys zu schaffen machte, im hiesigen "nationalen Gedächtnis" BESSER verankert ist, weil dieser Krieg trotz Gas und Schützengräben noch ein "normaler" Krieg war, der ohne den UNTILGBAREN MAKEL des organisierten Völkermordes daherkommt.

Engländer können mit STOLZ auf ihre tapferen Spitfire-Piloten zurückblicken, die in der Stunde der Not England in der Luftschlacht um England gerettet hatten.
Amerikaner können mit STOLZ auf ihre tapferen Marines zurückblicken, die auf Iwo Jima unter hohem Blutzoll die Flagge der Freiheit gehißt hatten.
Russen können mit STOLZ auf ihre tapferen T-34-Panzerfahrer zurückblicken, die quer durch Osteuropa direkt ins Herz von Berlin geprescht sind, um dort die Rote Fahne des Sozialismus zu hissen.

Deutsche MÜSSEN sich für ALLES, was mit dem 2. Weltkrieg zu tun hat, schämen, denn JEDER - egal wie lange Zeit NACH dem 2. Weltkrieg er geboren sein mag - trägt die kollektive SCHULD an ALLEN Greueln des 2. Weltkriegs. - So ist das eben.

Und das verleitet die hiesigen, jüngeren Leute nicht gerade dazu, mit 2. Weltkriegs-Flugzeugmodellen zu spielen, oder die deutsche Seite bei den 2. Weltkriegs-Ego-Shootern zu spielen zu wünschen. - Man spielt halt doch lieber die GUTEN.

Bei einem US-Amerikaner kann man hingegen durchaus erwarten, daß bei all den Veteranen-Feiertagen, die dort zelebriert werden, auch die Kenntnis um japanische Maschinen aus dem 2. Weltkrieg verbreitet genug ist, daß man ein solches Zitat mit dem Begriff "Zero" versteht.



Eine jede Übersetzung hat ja IMMER eine Zielgruppe. - Wenn die Zielgruppe nun krasse Allgemeinwissenslücken gegenüber der originalen Zielgruppe des Originaltextes/-films/-usw. aufweist, dann muß sich der Übersetzer entweder bemühen diese Kontextinformation einzubauen, was bei Büchern leichter geht, als im Film, oder er ÄNDERT den Text so ab, daß die betreffende Anspielung einfach "umschifft" wird. - Nicht leicht, aber manchmal das Beste, was man machen kann.



Offline Buddy Fantomas

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Re: Übersetzungsklopse
« Antwort #419 am: 9.04.2010 | 17:37 »
Deutsche MÜSSEN sich für ALLES, was mit dem 2. Weltkrieg zu tun hat, schämen, denn JEDER - egal wie lange Zeit NACH dem 2. Weltkrieg er geboren sein mag - trägt die kollektive SCHULD an ALLEN Greueln des 2. Weltkriegs. - So ist das eben.

Nun ja, für diese Leute müsste man sich nicht schämen, wären nicht allzu viele davon heutzutage nicht deshalb trotzdem "böse", weil sie Sozialisten oder - Gott bewahre! - gar Kommunisten waren. ;)

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Re: Übersetzungsklopse
« Antwort #420 am: 9.04.2010 | 17:50 »
Nun ja, für diese Leute müsste man sich nicht schämen, wären nicht allzu viele davon heutzutage nicht deshalb trotzdem "böse", weil sie Sozialisten oder - Gott bewahre! - gar Kommunisten waren. ;)
Zum einen sind die so oder so dann die BÖSEN - und zwar ZURECHT. Ist mir doch egal WELCHES totalitäre, menschenverachtende Regime sie gegen welches andere eingetauscht haben! Zu den GUTEN macht es sie immer noch nicht.


Zum anderen: Sie ROCKEN NICHT!

Was rockt:



Was auch rockt:



Und was noch rockt:







Was hingegen überhaupt NICHT rockt:


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Re: Übersetzungsklopse
« Antwort #421 am: 9.04.2010 | 18:48 »
Sie haben einfach gewonnen.
Hätten wir WW II gewonnen, dann würden deutsche Panzer definitiv rocken ;)
Was nützt alle Magie der Welt, wenn man damit nicht mal ein Einhorn retten kann?

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Offline Zornhau

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Re: Übersetzungsklopse
« Antwort #422 am: 9.04.2010 | 19:52 »
Hätten wir WW II gewonnen, dann würden deutsche Panzer definitiv rocken ;)
Das Problem ist, sie ROCKEN immer noch, aber man darf das nicht sagen.

Offline carthinius

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Re: Übersetzungsklopse
« Antwort #423 am: 9.04.2010 | 21:04 »
Das Problem ist, sie ROCKEN immer noch, aber man darf das nicht sagen.
Tja, mich rockt da gar nichts, weder deutsche Panzer noch englische Flugzeuge noch amerikanische Gewehre.
Erst recht verstehe ich nicht, wie etwas rocken kann, was Menschen vernichten soll. Aber offenbar bin ich da einfach anders gepolt. Und ich finde es tatsächlich gut, wenn das offenbar hierzulande eher so ist als andersherum.
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Re: Übersetzungsklopse
« Antwort #424 am: 9.04.2010 | 21:14 »
Das ist ne komische Sache. Man muss halt unterscheiden zwischen Realität und Jungenphantasien. Ich hab beides, aber irgendwo getrennt. Also kann ein (deutscher) 2WPanzer gleichzeitig rocken und eine verachtenswerte Waffe sein. Aber laut sagen darf man das erste in D. echt nicht. Was aber auch wieder mehr Vor-als Nachteile hat.