Ich bin unsicher, wohin genau mit diesem Beitrag aber er hat jedenfalls auch mit Daggerheart zu tun - aber ebenso mit D&D 5, womit ich beginnen muss: Gestern wurde ich von einem Kumpel zu einem Gastspiel in seine (lvl 4) D&D 5 (2024) Runde eingeladen. Er hatte mich von Anfang an in der Runde dabeihaben wollen, was bei mir aber terminlich leider nicht klappt. Diese Woche hatte ich aber Zeit für ein Gastspiel. Es war eine schöne Runde, am Ende bin ich noch bissel geblieben und wir haben über RPG Themen geredet. Er ist ein relativ frischer aber begeisterter SL, dessen Stil super mit Daggerheart kompatibel wäre. Viel Impro, wenig Regeln merken wollen aber auch nicht völlig regelfrei - gerade Kämpfe dürfen schon bissel taktisch und crunchy sein. Und er hält high level D&D 5 für unspielbar kompliziert.
Daher habe ich ihm wärmstens Daggerheart ans Herz gelegt. Daraufhin hat er wiederum u.a. eine Sorge geäußert, die ich mit euch teilen will: Er hat Angst, dass ihm Spieler weglaufen, weil sie D&D 5 schon kennen und sich in Daggerheart erst einarbeiten müssen. Lustigerweise spielt eine seiner Spielerinnen, die ich ganz gut kenne und mit der ich selbst in einer anderen Runde spiele, schon seit einer Weile Daggerheart. Aber die anderen sind in der Tat mehr oder weniger Neulinge, die bislang wohl nur D&D 5 kennen. Diese Sorge fand ich ganz interessant, weil sie nochmal ein Praxisbeispiel für Beharrungskräfte sind, die gerade ein Platzhirsch so verursacht.
Lustiger Nebenaspekt: Er sagte mir bei unserer Vorbesprechung zum Gastspiel, ihn würde ankotzen, dass der Charakterbau in D&D 5 Stunden braucht. Ich dachte mir so "Das ist jetzt bissel übertrieben". Am nächsten Tag habe ich meinen Level 4 Moon Druid erstellt...
Es hat mindestens zwei Stunden gedauert obwohl ich sehr D&D 5 erfahren bin und sogar schon mal einen Moondruid lvl 3 in einem Fewshot vor geraumer Zeit gespielt hatte. Es läppert sich dann halt doch: Attribute richtig auswählen, die passende Heritage und Spezies, welche Fertigkeiten, welche Talente, welche Ausrüstung, welche Zauber, welche Tierformen...
Ich habe mir erst vor einigen Monaten für meine zweite Daggerheart Runde einen Wizard erstellt. Obwohl ich nie einen Daggerheart-Wizard gespielt noch einem am Spieltisch erlebt habe und - zumindest in Relation zu D&D 5 - nur ganz wenig Erfahrung mit Daggerheart besitze, war das in einer halben Stunde durch. Und dabei habe ich etwa die Hälfte der Zeit meiner Mitspielerin bei ihrer Charaktererstellung geholfen sowie dem SL Dinge erklärt, da beide bis dahin Daggerheart Rookies waren. Zugegeben: Dass jede Klasse in Daggerheart einen eigenen Charakterbogen hat, beschleunigt die Charaktererstellung stark. Trotzdem finde ich die Differenz grass.
Edit: Wie fast immer Typos