Autor Thema: Vorurteile gegen Rollenspiele und Rollenspieler aus den USA  (Gelesen 1326 mal)

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Offline Runenstahl

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Gerade habe ich diese Aussage hier im T gelesen:

es ist ein System aus den USA ... die sind mit D&D großgeworden... in D&D IST sehr Kampfbetont und es gab wenig Settings die das nich betonten.

Es ist klar das ein Daggerheart ebenfalls im Kampf groß auftrumpft.

Aussagen wie diese liest man häufiger. Oftmals noch extremer formuliert nach dem Motto "die Amis kennen nur D&D". Gerne wird auch behauptet "Die Amis kennen RPGs nur von Critical Role und die spielen nur D&D". Ich halte diese Aussagen für schlichtweg falsch.

Fakt ist das D&D international Platz 1 ist, auch bei uns. Fakt ist auch das ein Großteil aller Rollenspiele aus den USA kommen, auch solche die eben nicht nur Kampfregeln beeinhalten (Cthulhu und Pendragon z.B). Noch ein Fakt ist das Critical Role One-Shots auch oft mit anderen Systeme spielt (Mothership, PbtA etc.).

Und ist die Situation bei uns hier denn soviel anders ? Waren die klassischen deutschen Systeme wie Midgard und DSA wirklich weniger Kampflastig als das D&D seiner Zeit ?

Die einzigen anderen größeren Systeme die mir einfallen bei denen Kampf zwar vorkommt aber nicht Zentral ist wären noch Vampire (Schwedischer Verlag aber viele US Designer) und Ars Magika (US Designer). Gibt es denn sonst noch Rollenspiele mit denen man groß geworden ist die Kämpfe nicht betonen ? Gibt es überhaupt nennenswerte Rollenspiele (die auch einen Markanteil haben) bei dem Kampf nicht die große Rolle spielt ?
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Offline Luxferre

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D&D ist ein kampflastiges System, welches man aber anders spielen kann.
D&D geht in neueren Editionen von einer festen Anzahl von Kämpfen pro Rast, kurzer Rast, Durchatmen, whatever aus.
Das ist doch kampflastig sein Vadder.

Midgard und DSA sind definitiv anders, vor allem europäisch mystischer, märchenhafter, pittoresker geprägt.
Und dennoch sichtbar Abkömmlinge von D&D.

Ich glaube dennoch, dass es Vorurteile gibt. weils die immer und überall gibt.
Nenn es Bubble oder Echokammer ... aber tendenziell neigen wir Menschen zu diesem Verhalten, unsere Vorurteile durch kleine Reaktionsräume bestätigt zu sehen.
Ein guter Weg daraus ist so ein Forum zB ;)
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Online Edgar Allan Poe

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Ein guter Weg tiefer rein ist aber auch so ein Forum ;)

Ich glaube gerade in frühen Editionen waren Midgard und DSA dem Original aus den USA noch deutlich näher. Wenn ich an DSA 2 oder sogar 1 denke, war das kaum was anderes.
Den Akkusativ zu nutzen ist sexy.

Online 1of3

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Vor allem sind DSA und Midgard für Leute, die heute anfangen ziemlich irrelevant. Pull-Faktor für Interessierte ist D&D und für einige gehts dann weiter an andere Spiele, die auch aus den USA kommen.

Offline Gunthar

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Und genau dieser Pullfaktor auf D&D kann vergessen lassen, dass da auch bessere Systeme auf dem Markt sind. Midgard ist mein Favorit, weil es auch das Spielen ausserhalb von Kämpfen gut ermöglicht.
Spieler in D&D 5e: "8 + viel, trifft das?"

Stoßseufzer angesichts der ersten Kampfszene, nachdem sich die Sitzung bislang ziemlich zäh hingezogen hat: "Es geschehen doch noch Leichen und Wunden!"

Offline Raven Nash

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Ich denke, es ist ein eher deutschen Phänomen, grundsätzlich über den Teich zu schauen, bzw. vor allem zu übersetzen.
Wenn man sich die schwedische oder französische RPG-Szene ansieht, dann ist D&D sicher bedeutend aber nicht ganz so übermächtig, vor allem historisch. Die Schweden hatten zwar RQ als Vorbild, sich aber mit Drakkar och Demoner schnell emanzipiert.
In Frankreich ist Cthulhu, iirc, die beherrschende Größe - und es gab und gibt jede Menge erfolgreiche Eigenproduktionen.
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Offline felixs

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Das ist ungefähr so wahr, wie lange Zeit wahr war, dass in Deutschland halt DSA gespielt wurde: Es ist für den Großteil der Leute schon wahr. Und dann gibt es noch andere Nischen.
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Offline Galatea

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D&D ist ein kampflastiges System, welches man aber anders spielen kann.
D&D geht in neueren Editionen von einer festen Anzahl von Kämpfen pro Rast, kurzer Rast, Durchatmen, whatever aus.
Das ist doch kampflastig sein Vadder.
D&D hat halt auch zusätzlich noch das Problem, dass es dazu tendiert Subsysteme die nicht mit Kampf zu tun haben (z.B. Survival) beim nehmen der relevanten Skills/Zauber zu trivialisieren oder als Gameplayelement effektiv aus dem Spiel zu entfernen (looking at you, Goodberries).

Midgard und DSA sind definitiv anders, vor allem europäisch mystischer, märchenhafter, pittoresker geprägt.
Und dennoch sichtbar Abkömmlinge von D&D.
Midgard ist vor allem (zumindest auf den niedrigen bis mittleren Stufen die ich gespielt habe) sehr viel gefährlicher. Nicht unbedingt in der Form, dass Charaktere sofort drauf gehen, aber die Chance sich Verletzungen zuzuziehen, die einen für Wochen praktisch kampfunfähig machen, ist nicht sooo gering. Da überlegt man sich schon sehr viel genauer, ob man sich auf einen Kampf einlassen möchte.
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Online nobody@home

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Ich meine, klar, natürlich ist die amerikanische Rollenspielkultur nicht einfach genau 1:1 dieselbe wie hier bei uns. Das fängt ja schon wie im praktisch ganzen Rest der Unterhaltungsbranche damit an, daß wir wesentlich mehr nach "drüben" schielen als die umgekehrt zu uns. ;)

Inwieweit auf der anderen Seite des großen Teichs allerdings speziell D&D "schon immer" der große Gigant war oder ob sich das nicht doch erst im Lauf der Zeit so entwickelt hat...das will ich jetzt unbekannterweise nicht unbedingt beurteilen, weil ich da einfach nicht dabei war, eventuelle Prozesse nur mehr oder weniger schlecht aus der Entfernung mitbekommen habe, und sich auch einfach meine persönliche Wahrnehmung im Lauf der Zeit und Ladenbesuche verändert haben mag. Meine eigenen Vorurteile habe ich jedenfalls definitiv auch, aber das bezieht sich dieser Tage meist mehr auf die USA und ihre Eigenheiten allgemein, seltener direkt aufs Hobby und dann insbesondere weniger auf das Thema "Kampforientierung"; ein bißchen nuancierter als einfach bloß "Amis wollen immer kämpfen, wir eher nicht" sind die Einflüsse dann doch.

Offline Outsider

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Einmal den Blick, weggenommen von D&D kann ich sagen, dass zumindest die Alien-Spieler in den USA mit denen man sich so austauscht in erster Linie eher Fans der Filme sind (so kommt es mir vor) und Aliens das RPG mehr als Gesellschaftsspiel verstehen, ähnlich wie „Mensch ärgere dich nicht“. Da entstehen tolle Tische, die Leute sitzen in WeYu-T-Shirts da, es gibt Patches usw. Der Fokus dort (was man in Socmed so mitbekommt) liegt klar auf den cinematischen One Shots. Von daher kann ich da wenige echte Vorurteile ausmachen.
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Offline Quaint

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Ich spiele meist auf Deutsch, hab daher wenig bis nichts mit amerikanischen Spielern zu tun. Und bissle kampflastig leite ich selbst, vielleicht nicht immer soviel wie von DnD eigentlich gefordert, aber ich hab schon viele Spielabende mit Kampf.
Aber ich denke eigentlich nicht, dass die alle nur Critical Role und DnD kennen.
Besucht meine Spielkiste - Allerlei buntes RPG Material, eigene Systeme (Q-Sys, FAF) und vieles mehr
,___,
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-"--"-

Offline unicum

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Ich meine das D&D eben immer noch weltweit gesehen der Platzhirsch Nummer eins ist, hatten wir hier nicht mal eine Statistik aus Roll20 dazu?

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Ich denke, wenn ich ein halbwegs grundsätzliches Vorurteil über US-Rollenspiel und -spieler habe, dann ist es eine gewisse Unterstellung von "Wild-West-Denke". Um's mal kurz und halbwegs schlagkräftig zu illustrieren, stellen wir mal kurz zwei Strohpuppen jeweils dieselben Fragen...

Frage: "Was liegt hinter den nächsten Bergen?"

Europäische Strohpuppe: "Na, das Nachbarkönigreich natürlich!"

US-Strohpuppe: "Unerforschte Wildnis, die von der Zivilisation (d.h. uns) erst noch erschlossen werden will!"

Frage: "Und was bräuchte es wohl, um die Kontroile über diese Gegend zu erlangen?"

Europäische Strohpuppe: "Also, entweder mindestens eine anständige Armee, wenn wir's militärisch versuchen wollen, oder viel Vitamin B, ein paar wirtschaftliche Druckmittel, und ein gutes Diplomatenkorps...und selbst dann schadet die Armee als Rückhalt für den Notfall nichts. Und wenn wir doch mal 'Wildnis' erkunden wollen, dann schicken wir doch mindestens eine möglichst gut ausgerüstete größere Expedition los."

US-Strohpuppe: "Bah, das macht 'ne kleine Gruppe von bunt zusammengewürfelten Möchtegernhelden mal eben im Alleingang -- der Rest kann dann nachkommen!"

Ich hoffe, das verdeutlicht den (wirklich nur in meinem Kopf existenten?) Unterschied ein wenig. ;)

Offline Outsider

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Also in meiner persönlichen Vorurteilswelt würde die US-Strohpuppe, die ja eigentlich nur ein unreifes Abbild der Europäischen-Strohpuppe ist:

Herz und Kopf der Einwohner des unbekannten Landes für sich gewinnen in dem sie die Gegend entlauben, alle Wilden in „zivilisierte“ Gegenden umsiedeln und dann für sie die wichtigen Rohstoffe in der unerschlossenen nicht mehr so wilden Wildnis abbauen :D Da man die Wilden nicht mir derlei Dingen belasten will verwaltet man die Rohstoffe dann für sie und gibt ihnen ersatzweise Dinge die sie „besser“ gebrauchen können. Alkohol und mit für sie neue Krankheiten verseuchte Decken :D

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Offline General Kong

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Ich denke, wenn ich ein halbwegs grundsätzliches Vorurteil über US-Rollenspiel und -spieler habe, dann ist es eine gewisse Unterstellung von "Wild-West-Denke". Um's mal kurz und halbwegs schlagkräftig zu illustrieren, stellen wir mal kurz zwei Strohpuppen jeweils dieselben Fragen...

Frage: "Was liegt hinter den nächsten Bergen?"

Europäische Strohpuppe: "Na, das Nachbarkönigreich natürlich!"

US-Strohpuppe: "Unerforschte Wildnis, die von der Zivilisation (d.h. uns) erst noch erschlossen werden will!"

Frage: "Und was bräuchte es wohl, um die Kontroile über diese Gegend zu erlangen?"

Europäische Strohpuppe: "Also, entweder mindestens eine anständige Armee, wenn wir's militärisch versuchen wollen, oder viel Vitamin B, ein paar wirtschaftliche Druckmittel, und ein gutes Diplomatenkorps...und selbst dann schadet die Armee als Rückhalt für den Notfall nichts. Und wenn wir doch mal 'Wildnis' erkunden wollen, dann schicken wir doch mindestens eine möglichst gut ausgerüstete größere Expedition los."

US-Strohpuppe: "Bah, das macht 'ne kleine Gruppe von bunt zusammengewürfelten Möchtegernhelden mal eben im Alleingang -- der Rest kann dann nachkommen!"

Ich hoffe, das verdeutlicht den (wirklich nur in meinem Kopf existenten?) Unterschied ein wenig. ;)

Den Mentalitätsunterschieed aufgrund historischer Begebenheiten schön zusammengefasst. In Europa ist seit sehr langen NIEMAND mal als allererster wo. Da war immer schon wer vorher.
Und. Man kommt auch überall hin. Klar, kann dauern und beschwerlich und gefährlich sein, aber die Berge kann man überwinden, die Sümpfe umgehen und riesige Wüsten gibt es nicht. Alles ist überschaubar und beschaulich.
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Offline Jiba

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Man kommt auch überall hin. Klar, kann dauern und beschwerlich und gefährlich sein, aber die Berge kann man überwinden, die Sümpfe umgehen und riesige Wüsten gibt es nicht. Alles ist überschaubar und beschaulich.

Und mit diesen Sätzen ließe sich ja Aventurien auch hinreichend beschreiben, oder?

Damit wir uns in der Fantasy vorstellen können, dass in ganzen Landstrichen mal einfach nichts ist, müssen wir Europäer zuvor erst noch ein paar Zivilisationen untergehen lassen. (Professor Tolkien könnte da die ein oder andere Vorlesung zu halten.)
Engel – ein neues Kapitel enthüllt sich.

“Es ist wichtig zu beachten, dass es viele verschiedene Arten von Rollenspielern gibt, die unterschiedliche Vorlieben und Perspektiven haben. Es ist wichtig, dass alle Spieler respektvoll miteinander umgehen und dass keine Gruppe von Spielern das Recht hat, andere auszuschließen oder ihnen vorzuschreiben, wie sie spielen sollen.“ – Hofrat Settembrini

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In Europa ist seit sehr langen NIEMAND mal als allererster wo. Da war immer schon wer vorher.

Ebenso in den USA. Archäologisch ist da völlig klar, dass überall schon die Erstbesiedler da waren.
Das mit dem "von Menschen unberührt" ist nur ne Fehlwahrnehmung der Siedler und Pioniere da drüben, für die zählten "die Wilden" einfach nicht.
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Online tartex

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Midgard und DSA sind definitiv anders, vor allem europäisch mystischer, märchenhafter, pittoresker geprägt.
Und dennoch sichtbar Abkömmlinge von D&D.

Ich würde eher sagen: buchhalterischer, kleinteiliger, mühsamer. Eurogames sind das definitiv nicht. Sie laufen einfach dem amerikanischen Mainstream immer so ziemlich 5-15 Jahre hinten nach.

Wer in den 1990igern (zu AD&D2-Zeiten) Dragon Magazine gelesen hat, weiß dass es da auch der TSR-Redaktion fast nur um Dramaturgie, ökologischen Realismus und Ablehnung von Dungeons ging.
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Offline treslibras

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Ich denke, es ist ein eher deutschen Phänomen, grundsätzlich über den Teich zu schauen, bzw. vor allem zu übersetzen.
Wenn man sich die schwedische oder französische RPG-Szene ansieht, dann ist D&D sicher bedeutend aber nicht ganz so übermächtig, vor allem historisch. Die Schweden hatten zwar RQ als Vorbild, sich aber mit Drakkar och Demoner schnell emanzipiert.
In Frankreich ist Cthulhu, iirc, die beherrschende Größe - und es gab und gibt jede Menge erfolgreiche Eigenproduktionen.

KA woher Du diese Infos hast, aber die französischen "Rôlistes" sind der Deutschen - und internationalen - RPG-Szene mittlerweile doch sehr ähnlich. (Minus DSA, dafür halt ein paar französische Eigenproduktionen, die aber alle eher sehr klein sind.)

DnD ist auch in FR klar der Platzhirsch - auch mit dessen französischem SRD-Ableger "Chroniques Oubliées", und ansonsten ist der Markt genauso dominiert von internationalen Publikationen. Ja, es gibt ein paar mehr französische Kleinsysteme, auch weil a) solche Sachen da etwas besser gefördert werden, und b) die Franzosen generell sehr frankophil sind.
Aber das Gros sind Übersetzungen von internationalen Rollenspielen amerikanischer und schwedischer Provenienz.
Star Wars Genesys ist in FR noch / wieder deutlich aktiver als hier, weil EDGE sich die letzten Jahre da ja fast ausschließlich auf die Übersetzung ins Französische konzentriert hat.

Philibert hat gerade seine Beststellerliste 2025 im Bereich Rollenspiele veröffentlicht.
"I don't care to belong to any club that will have me as a member." (Groucho Marx)

Offline Skaeg

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Fakt ist das D&D international Platz 1 ist, auch bei uns.
Das stimmt, aber in der Rollenspiel-Forenszene sind eine Menge Leute noch aus einer Generation, die eher DSA-sozialisiert ist. Und das ist schon ein anderes Ding, das muss man fairerweise sagen.

Zitat
Und ist die Situation bei uns hier denn soviel anders ? Waren die klassischen deutschen Systeme wie Midgard und DSA wirklich weniger Kampflastig als das D&D seiner Zeit ?
Doch, durchaus. Nicht unbedingt weniger kampflastig, aber anders kampflastig.
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Offline D. M_Athair

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Fakt ist auch das ein Großteil aller Rollenspiele aus den USA kommen, auch solche die eben nicht nur Kampfregeln beeinhalten (Cthulhu und Pendragon z.B).
Deine Beispiele sind jetzt gerade Spiele, die insbesondere die britische ... und z.T. in Folge europäische (v.a. schwedische) Szene und deren Eigenentwicklungen gepägt haben.

Dem aktuellen Runequest wird sein "europäisches" Artwork in den US gern entweder angekreidet oder hoch angerechnet.
Moon Design Publications ... die ja später Chaosium verstärkt/geerbt haben ... war ne britische Firma. Und so weiter ...
Wobei ... Chaosium, auch weil gerade Cthulhu noch andere regionale Schwerpunkte hat (allen voran: Japan!) eh mehr echte internationale Einflüsse hat, als D&D.


Ich würde auch generell sagen, dass die (zunehmend weniger) nationalen Szenen sich unterscheiden.
Und ich glaube da kommt die Kritik an D&D & Co auch hauptsächlich her:
Denn sowohl im Regeldesgn als auch in der Spielkultur von D&D (und seinen spirituellen Ablegern) stecken spezifisch weiße, US-amerikanische Metaerzählungen.
"Wild West Frontier", From Zero to Hero/Powerfantasy, The winner takes it all, (Melting Pott) ... all das muss man halt auch mögen.


Das steckt mMn eigentlich hinter der Kritik "zu kampflastig. Natürlich kommen da noch Vorurteile und Kulturverachtung dazu (die ja auch ne Reaktion auf Kulturimperialismus sind) ... und ggf. eine Ablehnung von kompetitivem Rollenspielen (was ja immer Teil von kampflastigem Spiel/Spielen ist).



Das schreibe ich jetzt als Person, die spielemäßig am ehesten in der brit. RSP-Kultur beheimatet ist, die OSR sehr mag, New School D&D und Co. (mit Ausnahme von 4E) nicht mag und mit Indies - gerade auch aus den US - ziemlich viel anfangen kann.
« Letzte Änderung: Gestern um 22:10 von D. M_Athair »
"Man kann Taten verurteilen, aber KEINE Menschen." - Vegard "Ihsahn" Sverre Tveitan

Offline Taktikus

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Ich bin großer Fan von Baldurs Gate 1, habe das Spiel ca. 50 mal durchgespielt (und mehr als 100 angefangen). In dem Spiel gibt es Halborks, die ST +1 und KO +1, aber INT -2 haben. Welche damalige Bevölkerungsgruppe in den USA der 80er und 90er wurde damit wohl abgebildet?

Ohne Mods, die den Scheiss abstellen, wäre das Spiel nicht mal halb so gut.

Rassismus ist in den USA systemimmanent, bis heute.
Veni, Vidi, Vomiti

Ich kam, ich sah, ich übergab mich

Online Maarzan

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Ich bin großer Fan von Baldurs Gate 1, habe das Spiel ca. 50 mal durchgespielt (und mehr als 100 angefangen). In dem Spiel gibt es Halborks, die ST +1 und KO +1, aber INT -2 haben. Welche damalige Bevölkerungsgruppe in den USA der 80er und 90er wurde damit wohl abgebildet?

Ohne Mods, die den Scheiss abstellen, wäre das Spiel nicht mal halb so gut.

Rassismus ist in den USA systemimmanent, bis heute.

Wie rassistisch ist es doch bei solchen Attributsmodifikatoren dies unbedingt auf reale Menschen beziehen zu wollen!
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Offline Eleazar

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Ich habe mal in den 90ern ein Abenteuer aus dem Dragon gelesen mit einer genialen Grundidee= Abenteurer werden in einen Mikrokosmos gezogen. Die Ausführung war schauderhaft: "Du triffst auf XY. Sie greifen die Abenteurer sofort an." Bei intelligenten Gegnern. Null Motive, null Alternativen, einfach nur metzeln. In weiteren D&D-Abenteuern, die ich gespielt habe, genau das Gleiche.

Da war Midgard zu der Zeit um Längen weiter. Auch was den Stellenwert von Fertigkeiten außerhalb des Kampfes angingen.

Offline unicum

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Ich bring jezt doch mal das ein was mir eingefallen ist als ich den Betreff das erste mal las:

also: "Vorurteile gegen Rollenspiele und Rollenspieler aus den USA" und zwar in den USA,...

Eben diese mit dem stark plakativen Vorurteil "alles Satanisten". Ich könnte mir auch vorstellen das dies etwas durch das was in den USA seit einiger Zeit passiert noch angetrieben werden könnte, vieleicht auch unterhalb des Radars.

Online Swanosaurus

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Ich überlege gerade verzweifelt ... ich kenne verhältnismäßig wenig US-amerikanisches RPG-Material. Auch bei den alten Sachen. Ganz viel, was mir vertraut ist, kommt aus England (MERS, Fighting Fantasy). Sonst habe ich früher viel im Original deutsches gespielt (DSA, Midgard). Auch heute dominiert in dem, was ich so lese, die europäische Herkunft (Dragonbane, Against the Darkmaster aus Italien, Broken Lands aus Spanien, Troika! aus England).

Das US-amerikanische Rollenspiel, das ich über die längste Zeit stark rezipiert und gespielt habe, ist Call of Cthulhu, gefolgt von RuneQuest. Und gerade CoC hat ja ganz viele "Tugenden", die eher die deutschen Rollenspieler*innen für sich beanspruchen.

Tatsächlich habe ich glaube ich auch nicht viele Vorurteile bezüglich RSP aus den USA, außer, dass dort oft Trends gesetzt werden. Insbesondere negative Vorurteile habe ich eher gegen D&D, das ist in meinem Empfinden aber losgelöst von "US-amerikanischem RSP".
Ehemals Rumpel/Achamanian

Meine Veröffentlichungen:
Season of the Snail für Troika!: https://www.drivethrurpg.com/de/product/524068/season-of-the-snail
Lover's Gaze für Cloud Empress: https://www.drivethrurpg.com/de/product/515643/lover-s-gaze-for-cloud-empress
Hidden Depths für Ashen Stars: https://www.drivethrurpg.com/de/product/300541/hidden-depths

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Bei allen eventuellen Vorurteilen gegenüber der US-Rollenspielkultur fallen mir zwei Punkte ein, die ich ihnen zumindest für mich selbst entgegenhalten muß.

1.) Längst nicht alles US-Rollenspiel ist gleich D&D oder auch nur krampfhaft in derselben Nische verankert -- und ohne US-Importe, ob nun Original oder übersetzt, wäre mein eigener Rollenspielhorizont schon geradezu schmerzhaft kleiner. Selbst mein aktuelles Lieblingssystem stammt ja von dort.

2.) Wie wir als Gruppe konkret spielen wollen, ist immer noch uns selbst überlassen. Selbst mit D&D in welcher Edition auch immer geht allemal mehr als nur "Vier Mörderhobos auf der Jagd nach Plussen" (egal, ob das jetzt der ab Werk voreingestellte Spielmodus ist oder nicht >;D), und mit hinreichend anderen Spielen auch aus den USA dann sowieso.

Tatsächlich mache ich für das "Mörderhobo-Problem" nicht mal unbedingt so sehr D&D als Regelsystem verantwortlich als vielmehr die allgemeinere Kaufabenteuer-Unsitte, die zugegebenermaßen mit ihm als Urgroßvater des Rollenspiels schon angefangen hat. Wer regelmäßig von den Launen der Spielleitung von einem Fertigszenario zum nächsten quer durch die ganze Spielwelt gejagt wird, der wird nun mal vermutlich nirgends so recht heimisch werden oder großartig längerfristige Beziehungen zu Leuten anfangen, die man wie die meisten NSC beim nächsten Wechsel eh wieder hinter sich zurücklassen muß...und das schafft von vornherein eine gewisse Distanz.

Offline Prisma

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Ich bin großer Fan von Baldurs Gate 1, habe das Spiel ca. 50 mal durchgespielt (und mehr als 100 angefangen). In dem Spiel gibt es Halborks, die ST +1 und KO +1, aber INT -2 haben. Welche damalige Bevölkerungsgruppe in den USA der 80er und 90er wurde damit wohl abgebildet?

Ohne Mods, die den Scheiss abstellen, wäre das Spiel nicht mal halb so gut.

Rassismus ist in den USA systemimmanent, bis heute.

Den Schluss das (Halb)Orks eine outgame Ethnie darstellen halte ich, ganz neutral gesehen, für falsch. Eine politisch motivierte Opferkonstruktion, um gesellschaftliche Vorteile außerhalb des Spiels zu gewinnen. Da wird das Spiel bloß als Vehikel benutzt.
Von einem Uni-Professor aus dem angloamerikanischem Bereich wurde das auch schon mal vor Jahren sachlich widerlegt. Das Video wurde seinerzeit auf Facebook in den RPG-Bereichen verlinkt. Leider wird diese Konstruktion immer weiter getragen, weil es besonders leicht ist dies zu tun.
 
Du schreibst ja selbst das der Halbork +2 und -2 bekommt. Er ist eher kräftiger und gesünder, ist aber dafür ein eher schlechterer Magier. Wenn ihm diese Klasse zur Verfügung steht. Das sagen die Werte aus. Zudem hat er andere Vorteile wie z.B. Dunkelsicht. Andere Nicht-Menschen habe auch Boni und Mali um ihre anderen Vorteile auszugleichen. Menschen kriegen in BG1 ja nichts, iirc.

Orks, oder andere Antagonisten, wie z.B. Dunkelelfen, haben in D&D nie echte Menschen repräsentiert. Doch dann kam WotC. Erst das angeblich so bedachte WotC hat Orks mit echten Menschen, bzw. Menschengruppen/Ethnien gleichgesetzt. Siehe mexikanische Orks. WotC hat das aktiv in ihr 5E+ Spiel hineingetragen. Wenn es also eine D&D Edition gibt die man als "rassistisch" bezeichnen kann, dann ist es 5E+.
Mit einem 7er-Set, stehen ganze Universen offen.

Online korknadel

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Ich überlege gerade verzweifelt ... ich kenne verhältnismäßig wenig US-amerikanisches RPG-Material.

Fantasy Age ist amerikanisch, oder? Zumindest Green Ronin sitzen in den USA. Mit Shadow of the Demon Lord hast Du Dich ja auch mal länger beschäftigt. Und mit Numenera. Also kennst Du doch das eine oder andere.
Hipster

Otherland Buchhandlung Rumspielstilziels und korknadels SF- und Fantasy-Buchladen in Berlin.

Online tartex

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Ich überlege gerade verzweifelt ... ich kenne verhältnismäßig wenig US-amerikanisches RPG-Material. Auch bei den alten Sachen. Ganz viel, was mir vertraut ist, kommt aus England (MERS, Fighting Fantasy). Sonst habe ich früher viel im Original deutsches gespielt (DSA, Midgard). Auch heute dominiert in dem, was ich so lese, die europäische Herkunft (Dragonbane, Against the Darkmaster aus Italien, Broken Lands aus Spanien, Troika! aus England).

MERS (und folglich auch Against der Darkmaster) ist doch wirklich amerikanisch. Soviel Tolkien ist da auch sicher nicht drin, dass man ableiten könnte, es wäre kein amerikanisches Spiel.

Und Dragonbane ist ja jetzt auch hauptsächlich Drakar och Demoner und das hatte eine Chaosium-Lizenz und sogar die RuneQuest-Enten, oder?
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Amis hauen aber auch recht originelles Zeug wie Fading Suns raus, und das ist dort auch gar nicht mal so schlecht angekommen.
Den eindimensionalen RPG-Hillbilly mag es dort auch geben, aber den gibt es in entsprechenden Geschmacksrichtungen auch bei uns in Europa.
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Offline Skaeg

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Gar keine?

Zitat
Rassismus ist in den USA systemimmanent, bis heute.
DSA4 hatte explizit Werteboni und -Mali für verschiedene, als solch bezeichnete, "Rassen" von Menschen. Und das ist weniger lange her. Das würde ich die Steinschleuder im Glashausschrank lassen.
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Am Beispiel HârnMaster möchte ich eine weitere Perspektive öffnen:

der Verlag sitzt heute in Blaine, Washington und scheint somit erstmal "USA".
Aber ... HârnMaster selbst wurde von einem Briten erdacht und mithilfe seiner Freunde aus diverserherrenländer entwickelt. Sie hatten ihre erste Basis in Kanada. Und der jetztige Kopf (Greg Dalgliesh, Sohn des Mitbegründers Tom Dalgliesh) ist schottischer Abstammung.

Zu was macht es das Spiel? Und welche Vorurteile habe ich denn nun? ;)
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Offline Skaeg

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Amis hauen aber auch recht originelles Zeug wie Fading Suns raus, und das ist dort auch gar nicht mal so schlecht angekommen.
Den eindimensionalen RPG-Hillbilly mag es dort auch geben, aber den gibt es in entsprechenden Geschmacksrichtungen auch bei uns in Europa.
Joa. Kenne diverse Spieler, die nur oder praktisch nur DSA spielen, seit Jahrzehnten teilweise.

Und ganz ehrlich: Welche Innovation im Pen&Paper-Bereich kommt denn nicht aus den USA? Gibt es irgend ein mittlerweile etabliertes Rollenspielgenre, für das zuerst in Japan oder Europa ein Spiel erschien? Mir würden da höchstens noch aus UK wirklich eigene Richtungen (Warhammer, Fighting Fantasy) einfallen, die einen speziellen Stil etabliert haben.

EDIT: Ja, Kanada mit Hârnmaster auch noch, wie von Luxferre erwähnt.
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Offline Jiba

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Und ganz ehrlich: Welche Innovation im Pen&Paper-Bereich kommt denn nicht aus den USA? Gibt es irgend ein mittlerweile etabliertes Rollenspielgenre, für das zuerst in Japan oder Europa ein Spiel erschien?

Najaaaaaa, du hast die gesamte Scandinavian School (Jeepform, etc.), die durchaus in der Forge-Zeit rollenspielerische Entwicklungen beeinflusst hat.

Und Outgunned, das gerade slow-burning populärer wird, ist ein italienisches Spiel. FreeLeague ist ein schwedischer Verlag und "THE ONE RING", das dort erscheint, wurde ebenfalls von einem Italiener gemacht.

Und die "City of Mist" und Konsorten, die gerade PbtA in eine Richtung durchwirbeln, stammen meines Wissens nach aus Israel.
Engel – ein neues Kapitel enthüllt sich.

“Es ist wichtig zu beachten, dass es viele verschiedene Arten von Rollenspielern gibt, die unterschiedliche Vorlieben und Perspektiven haben. Es ist wichtig, dass alle Spieler respektvoll miteinander umgehen und dass keine Gruppe von Spielern das Recht hat, andere auszuschließen oder ihnen vorzuschreiben, wie sie spielen sollen.“ – Hofrat Settembrini

Online nobody@home

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Was die Ismen angeht, sind zumindest manche Leute in den USA wohl einfach tatsächlich sensibler als hierzulande, was angesichts ihrer Geschichte und immer noch offensichtlicher aktiver Probleme dieser Art in ihrer heutigen Gesellschaft nicht wirklich verwunderlich ist.

Klar: man kann sich allemal auf den bequemen Standpunkt stellen, daß ein Ork nun mal kein Mensch ist und also auch gar nicht erst als Sinnbild für einen menschlichen Phänotypus mißverstanden werden "kann". Nur, wenn der Ork dann halt stärker und dümmer und ganz offensichtlich, weil ja bloß "Monster", im Dreierpack weniger wert ist als ein einzelnes Menschenexemplar und ihm wahrscheinlich gleich auch noch ein größerer Schniedel nachgesagt wird, dann finden sich eben doch gewisse unschöne Parallelen zu historischen Behauptungen über real existierende Bevölkerungsgruppen -- insbesondere aus US-Sicht mit der von manchen Leuten dort immer noch romantisiert-verklärten Sklavenhaltervergangenheit.

Offline felixs

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Und ganz ehrlich: Welche Innovation im Pen&Paper-Bereich kommt denn nicht aus den USA? Gibt es irgend ein mittlerweile etabliertes Rollenspielgenre, für das zuerst in Japan oder Europa ein Spiel erschien? Mir würden da höchstens noch aus UK wirklich eigene Richtungen (Warhammer, Fighting Fantasy) einfallen, die einen speziellen Stil etabliert haben.

Kommt darauf an, wie man die Frage versteht.

Ich würde sagen, dass DSA einen sehr eigenen Stil hat. Und zwar sowohl in seiner frühen Form (1. und 2. Edition), in seiner Zwischenform (3. Edition) und seiner Spätform (4. und 5. Edition). Das wäre der "typisch" deutsch-österreichische Stil.
Midgard ist auch eine ziemlich eigene Sache, aber sicher kein eigenes Genre und wahrscheinlich weniger stilbildend als DSA.

Aus Frankreich kommt eine ganze Menge Zeug, welches aber halt meist nur auf Französisch herausgegeben wird.

Sicher ist es richtig, dass sehr viel aus den USA kommt. Richtig ist auch, dass es noch vieles anderes gibt. Kommt dann darauf an, wie man die Gewichtung versteht.
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Offline tarinyon

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Am Beispiel HârnMaster möchte ich eine weitere Perspektive öffnen:

der Verlag sitzt heute in Blaine, Washington und scheint somit erstmal "USA".
Aber ... HârnMaster selbst wurde von einem Briten erdacht und mithilfe seiner Freunde aus diverserherrenländer entwickelt. Sie hatten ihre erste Basis in Kanada. Und der jetztige Kopf (Greg Dalgliesh, Sohn des Mitbegründers Tom Dalgliesh) ist schottischer Abstammung.

Zu was macht es das Spiel? Und welche Vorurteile habe ich denn nun? ;)

Genau dieses cultural melting-pot hat die USA ja zum Innovationstreiber gemacht, mMn. Abgesehen von UK (wie hier schon im Thread erwähnt wurde) gibt's ja keine Innovationen aus Old Europe (und vonwonaders her sowieso nicht, weil RPG in seiner Urform ist nunmal was sehr angloamerikanisches-westliches).

Es ist eher so, dass es in Europa eine von den angloamerikanischen Gamern unabhängige Kultur des Spielens gab, wo zwar teilweise auch Wargaming gemacht wurde (siehe ewiges Spiel), wo mMn aber das Verkleiden und so-tun-als-ob in romantischer Tradition im Vordergrund stand. Diese Sachen haben dann ja letztendlich auch in das moderne LARP gemündet, wo du Leute hast, die in ihrem Leben noch kein "echtes" Rollenspiel gemacht haben, sondern nur LARPen. Ich denke, das hat viel mit dem NS zu tun, denn Krieg spielen war in Deutschland (paradoxerweise, wurde ja endsviel für Militär ausgegeben) eher gesellschaftlich tabu. Und einen Großteil unserer kulturellen und wissenschaftlichen Eliten haben wir ja in die Emigration gezwungen. Anstatt einer kritischen Auseinandersetzung mit der jüngeren Vergangenheit, hat man sich halt wieder auf das Mittelalter bezogen. Und da kann man wunderbar den Bogen zum in Deutschland sehr beliebten LARP spannen, wo die Leute halt im Endeffekt nix anderes machen als romantisierendes Mittelalter-Cosplay (wie im 19. Jh.). Wenn man sich vor ca. 10 bis 15 Jahren in eine X-beliebige DSA-Runde gesetzt hat, dann haben die mMn oft auch dasselbe getan und dazwischen ein bisserl gewürfelt. Mathematik und Simulation stören da wohl nur.

Warum ist nun D&D hierzulande nun genauso beliebt wie in den USA? Zum Einen dürfte da wohl die Globalisierung ausschlaggebend sein und zum Anderen machen die Leute bei Critical Role ja auch nix anderes als sich Geschichten am virtuellen Lagerfeuer zu erzählen mit bissi Würfeln. Vielleicht kann man da von einer LARPisierung oder Banalisierung des RPG sprechen, wo das Äußere (also attraktive Darsteller, coole Props und Visuals und eine coole Geschichte) wichtiger sind als das eigentliche Game.

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Fantasy Age ist amerikanisch, oder? Zumindest Green Ronin sitzen in den USA. Mit Shadow of the Demon Lord hast Du Dich ja auch mal länger beschäftigt. Und mit Numenera. Also kennst Du doch das eine oder andere.

Stimmt, die hatte ich vergessen - Numenera passt jetzt nicht unbedingt ins kampfzentrierte amerikanische Klischee, ist zwar auch nicht kampfarm, aber schon sehr darauf ausgerichtet, alle möglichen Arten von Herausforderungen gleichberechtigt zu behandeln. FantasyAge schon eher.

Aber ich glaube, so richtig bekomme ich keine "Vorurteile gegen US-Amerika-RSP" rausdestilliert. Ich hänge da auf meinen "Vorurteilen gegen (modernes) D&D", die aber eine andere Kiste sind.
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Season of the Snail für Troika!: https://www.drivethrurpg.com/de/product/524068/season-of-the-snail
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MERS (und folglich auch Against der Darkmaster) ist doch wirklich amerikanisch. Soviel Tolkien ist da auch sicher nicht drin, dass man ableiten könnte, es wäre kein amerikanisches Spiel.

Und Dragonbane ist ja jetzt auch hauptsächlich Drakar och Demoner und das hatte eine Chaosium-Lizenz und sogar die RuneQuest-Enten, oder?

Ist Iron Crown Enterprises nicht englisch? Zumindest das jetzige ... war das alte ICE eine amerikansiche Firma?
EDIT: Gerade ergoogelt, die alten waren tatsächlich in Virginia, das neue ICE ist in den UK. Dachte, es wäre immer eine UK-Firma gewesen.

Und Dragonbane blickt jedenfalls auf eine langjährige europäische Geschichte zurück, klar, irgendwelche US-Wurzeln hat das mit RQ auch, aber wenn wir danach gehen, dann ist Rollenspiel entweder ur-US-amerikanisch oder ur-britisch, je nachdem, wie man will ...

Na ja, mein Gefühl ist tatsächlich, dass sich die Stile immer fröhlich gemischt haben und in jeder "Rollenspiel-Nationalkultur" allerlei Strömungen vertreten waren und sind.
« Letzte Änderung: Heute um 13:15 von Swanosaurus »
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Offline Feuersänger

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Naja, Vorurteile... ich kann halt nur von dem ausgehen, was ich so über die Jahre mitbekommen habe in diversen RPG-Foren mit starkem US-Nutzeranteil und so weiter. Achja und einige Erfahrungen die ich so in CRPGs auf Rollenspielservern gemacht habe.
Disclaimer aber, es scheint sich da in den letzten 10 Jahren oder so einiges gewandelt zu haben, vielleicht so eine Generationenfrage.

Früher habe ich da so starke Deal with it! Vibes mitbekommen. Stark zufällige Charaktererschaffung, mit entsprechend hoher Wahrscheinlichkeit mit irgendeinem lebensuntauglichem Gemüse ins Spiel zu gehen, naja dann verreckt der halt in der ersten Sitzung, better luck next time. Es wurde jedenfalls der Eindruck vermittelt, dass mit hoher Letalität gespielt wird, man jeden Erfolg der Spielwelt abtrotzen muss, und alle damit d'accord sind, und sich auch keiner beschwert wenn es ihn fickt.

Dann kam so vor etwa 7-10 Jahren die New Wave und auf einmal wurde erwartet, dass Dungeons rollstuhlgerecht sind, ihr versteht hoffentlich was ich meine.

Achja und dann hab ich auch gelernt dass Amis keine Würfelbecher kennen.  ;D
Der :T:-Sprachführer: Rollenspieler-Jargon

Zitat von: ErikErikson
Thor lootet nicht.

"I blame WotC for brainwashing us into thinking that +2 damage per attack is acceptable for a fighter, while wizards can get away with stopping time and gating in solars."

Kleine Rechtschreibhilfe: Galerie, Standard, tolerant, "seit bei Zeit", tot/Tod, Stegreif, Rückgrat

Offline Fezzik

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Also ich hab persönlich nicht viele Bekannte die in den USA unterwegs sind, aber ich spiel schon laaange nur noch OSR Mischmasch und verfolge die entsprechenden Blogger ( l cast Light !, Methods and Madness, ten foot polemic, wrathofzombie etc.)
Ich habe nie den Eindruck das die nur Kampfbetontes Spiel kennen und die sind ja D&D sozialisiert.
Ich halte das auch für Quatsch das D&D nur Kampf kann, weil wir in unserer Runde auch nicht so spielen und ich auch im Verein nicht so leite.
Ich genieße die Freiheit eines regelleichten Systems mit altem D&D Grundgerüst, das genau das verregelt hat was ich brauche um als SL frei atmen zu können.

Klar können manche Leute von viel Kampfregeln auf nur Kampf schließen. Aber es zeigen ja auch Leute wie Critical Role das mehr geht.
Unterstützt D&D Leute die fürs Häckeln eine eigene Regel brauchen oder fürs flirten. Nein.
Ich bin aber auch die Ansicht das man dafür keine Regel im Regelbuch brauch (und wenn, dann mach ich halt n Reaktionswurf für die Barfrau).



SL: Labyrinth Lord
Spieler:
Genres: Pulp, (Dark) Fantasy, Horror, Steampunk

"Falls du mich meinst: Ich spiele Regelwerke und Settings, keine Bilder" - Weltengeist

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Also ich hab persönlich nicht viele Bekannte die in den USA unterwegs sind, aber ich spiel schon laaange nur noch OSR Mischmasch und verfolge die entsprechenden Blogger ( l cast Light !, Methods and Madness, ten foot polemic, wrathofzombie etc.)
Ich habe nie den Eindruck das die nur Kampfbetontes Spiel kennen und die sind ja D&D sozialisiert.
Ich halte das auch für Quatsch das D&D nur Kampf kann, weil wir in unserer Runde auch nicht so spielen und ich auch im Verein nicht so leite.
Ich genieße die Freiheit eines regelleichten Systems mit altem D&D Grundgerüst, das genau das verregelt hat was ich brauche um als SL frei atmen zu können.

Klar können manche Leute von viel Kampfregeln auf nur Kampf schließen. Aber es zeigen ja auch Leute wie Critical Role das mehr geht.
Unterstützt D&D Leute die fürs Häckeln eine eigene Regel brauchen oder fürs flirten. Nein.
Ich bin aber auch die Ansicht das man dafür keine Regel im Regelbuch brauch (und wenn, dann mach ich halt n Reaktionswurf für die Barfrau).

Adoptivamerikaner halt. ~;D