Autor Thema: RANT: Warum interessiert euch bei Filmen und Serien die Meinung von Muggeln  (Gelesen 2637 mal)

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Offline tarinyon

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Angestoßen aus der aktuellen Diskussion im Starfleet-Academy-Thread über Rankings einer TV-Serie.

Also was mich krass wundert ist, warum hier so viel drüber diskutiert wird, ob jetzt eine Serie / ein Film erfolgreich ist. Wieso wollt ihr unbedingt belegen, dass viele andere Leute eure Meinung zu einem für die Bevölkerungsmehrheit total irrelevanten Nerd-Thema teilen? Das ist mir auch schon bei so Sachen wie dem D&D-Film aufgefallen, wo einige fast schon verzweifelt erzählt haben, wie viele Leute im Kino ja gelacht haben und von wegen "die Zahlen bei den Blue-Ray-Verkäufen schauen gut aus". Die Wahrheit ist doch: die Masse interessiert sich einen Scheiß für Star Trek, D&D und Konsorten. Und das ist doch gut so. Man sieht doch, was aus Star Wars und Marvel geworden ist durch die totale Verwurstung. Wie könnt ihr euch da wünschen, dass Hinz und Kunz sich mit euch über die neusten Furz-Witze aus Star Trek unterhalten? Meine Eltern haben auch einige Marvel-Filme geschaut. Aber die haben doch davon nix gecheckt. Glaubt ihr, ich unterhalte mich jetzt mit ihnen darüber, ob es gerechtfertigt war, dass die Avengers den Hulk damals bei "Planet Hulk" auf den Planeten verbannt haben? Die haben diese Comics doch nicht gelesen und würden sie auch niemals lesen, weil sie keine Nerds sind, niemals waren und niemals sein werden. Ist es nicht der Reiz des Nerd-Fandoms, dass wir uns in Sachen einnerden, wo der Rest die Achseln zuckt? Der Reiz einer Nerd-TV-Serie wie Star Trek oder Firefly ergibt sich doch nicht daraus, dass das super Zuschauerratings hatte (hatten diese Serien doch gar nicht). Und es ergibt sich auch nicht aus irgendwelchen pseudo-objektiven Kriterien. Mal ehrlich: die meisten Star-Trek-Folgen sind doch nicht supergut gemacht. Es ist vielleicht nicht auf Stargate-ich-filme-alles-imWald-nebenan-Niveau, aber oft immer noch superbillig. Und trotzdem kann es cool sein und ernsthaft, wenn man sich darauf einlässt. Weil es eben einen gewissen Typus von Zuschauer anvisiert hat und nicht die breite Masse.

Zurück zu meinem Starship Troopers-Vergleich in diesem Thread (der Vergleich zu Star Fleet Academy bietet sich übrigens an, weil in diesem Film ja auch die Teenie-Beverly-Hills-902010-Generation in den Fleischwolf geworfen wird): das ist mein absoluter Lieblingsfilm. Ich schaue den jedes Jahr. Und wenn mich jemand fragt, dann sage ich, dass ist mein Lieblingsfilm. Aber das sage ich zu Muggeln in der Erwartung, dass sie das nicht checken. Und das ist doch Ok. Weil in echt hat der krass geflopped und ist natürlich aus einer Mainstream-Perspektive absoluter Trash. Warum soll ich versuchen, irgendwelchen Normalos zu erklären, warum ich etwas cool finde???

P.S. Noch eine Ergänzung: wer sich gern mit der breiten Masse identifizieren will - folgende "Meisterwerke" gehören zu den erfolgreichsten Kinofilmen aller Zeiten: Ne Zha 2, Zootopia 2, Inside Out 2, Furious 7, Top Gun: Maverick, Barbie, Frozen II, The Super Mario Bros Movie, The Fate of the Furious, Incredibles 2. Alles absolute Meisterwerke der Filmgeschichte. Man wird noch lange darüber sprechen...

Achja und übrigens: der erste erfolgreichste Film aller Zeiten war "Birth of a Nation" - yay!! Ich halte es da lieber mit KMFDM: counterculture und kein Mitleid für die Mehrheit.

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Zitat
Meine Eltern haben auch einige Marvel-Filme geschaut. Aber die haben doch davon nix gecheckt.
Zitat
Aber das sage ich zu Muggeln in der Erwartung, dass sie das nicht checken. Und das ist doch Ok. Weil in echt hat der krass geflopped und ist natürlich aus einer Mainstream-Perspektive absoluter Trash.
Zitat
Achja und übrigens: der erste erfolgreichste Film aller Zeiten war "Birth of a Nation" - yay!! Ich halte es da lieber mit KMFDM: counterculture und kein Mitleid für die Mehrheit.

Okay, ich weiß wirklich nicht, was es da auch noch zu cheeren gibt. :-\

In all diesen Zitaten steckt eine geekige Abwertung anderer Filmschauenden, die wir als Fantasy- und Science-Fiction- und Horror- und Action-Freunde nun wirklich nicht zu haben brauchen. Es ist mitnichten so, dass "Muggel" das "nicht checken". Sie empfinden unseren ganzen Nerdkram nämlich vielfach auch als das, was er ist: Dumb fun. Und sie haben da vielleicht andere Interessen. Meine Mutter kann auch nichts mit Fantasy anfangen (Zitat: "Ja, aber das gibt es doch nicht."). Sie hat aber als Jugendliche in den 70ern auch eine Filmzeitschrift abonniert gehabt und steht auf Filme mit Bette Davis... und davon sind viele halt auch mal wirklich gut!

Sorry, aber ein durchschnittlicher Superheldenfilm oder eine durchschnittliche SciFi-Satire ist jetzt auch nicht besser als eine durchschnittliche romantische Komödie oder ein durchschnittlicher Politthriller. Die sind dann nämlich alle... durchschnittlich. Wenn wir uns hier wirklich über Kino unterhalten wollen würden, dann müssten wir aber schon ein bisschen mehr über "Ein einfacher Unfall" oder "The Zone of Interest" oder "Nebraska" oder sowas reden (Beispiele zufällig gewählt). Machen wir aber nicht. Ist nämlich für dieses Forum hier nicht genug "Pew Pew" und "Hex Hex" drin! Stattdessen kriegt doch auch noch das cashgrabbigste Remake irgendeiner 80s-IP seinen eigenen Thread. Egal wie dümmlich eigentlich die Vorlage war ("He-Man", anyone?).
Aber klar... ist alles nur ironisch gemeint. Und Trash ist ja auch cool, solange es "unser Trash" ist.

Stimmt, ist auch cool. Gilt dann aber eben auch für allen Trash. "Bridgerton" oder "The Summer I Turned Pretty" ist genauso Edel-Trash wie "He-Man" oder "Supernatural" oder so... ist halt nur eine andere Art von Trash. Und ich meine "Trash" hier wirklich im positivsten möglichen Sinne. Es macht halt Spaß... aber auch nicht mehr oder weniger als unser Phantastik-Shit. "Nerd" ist vor allem ein wahnsinnig dehnbarer Begriff. Oben über "Inside Out 2" zu spotten, als sei das der übelste Mist, ist halt auch eine hochnäsige Haltung. Der Film ist nämlich völlig in Ordnung. Und: Disney- und Pixar-Nerdtum ist auch Nerdtum.

Und Barbie btw. auch: Als ich den Film seinerzeit im Kino gesehen habe, war der ganze Saal voller Frauen und Mädchen (mitunter drei Generationen) und sie alle konnten aus dem Ärmel Fakten über ihre Puppen oder die ganze IP droppen. Das war beeindruckend nerdig. Und bevor jetzt jemand mit "bäh, der Barbie-Film ist ja reiner Kommerz" anfängt: Glaubt einer hier ernsthaft, dass sei bei einem beliebigen 80s-Animationsfranchise was anderes? Transformers, He-Man, die Turtles, die Marvel-Serien usw. sind auch nur so, wie sie sind, weil man Actionfiguren damit verkaufen kann. Und die Unterschiede zwischen einer Barbie und einer Warcraft-Vitrinenfigur, einer Anime-Waifu-Statuette oder einer Space-Marine-Miniatur sind auch eher vernachlässigbar – ist alles irgendwo Spielzeug.

Will heißen, die Nase über den sogenannten "Mainstream" zu rümpfen, um sich den eigenen Filmgeschmack zu vergolden... davon sollten wir getrost absehen. Zumal ich denke, dass eines doch über die letzten anderthalb Dekaden klar geworden sein sollte: Nerdkrams ist bereits der Mainstream. Sich "Starship Troopers" oder "Star Trek" reinzuziehen oder "D&D" zu spielen, hat mit Counterculture nix zu tun. Überhaupt: Gegen welche "Kultur" begehren wir denn hier auf, wenn wir uns eine halbnischige, grimm&gritty HBO-Serie über einen idealistischen Ritter oder eine langsam erzählte SciFi-Show über Politik in einer Raumstation angucken? Oder eine Serie über Zombies? Was ist denn bitte das "Konternde" daran? Wir sind genauso kapitalistisch und konsumistisch und angepasst unterwegs wie der Rest der Kinogänger:innen. Ist ja nicht so, als würde man sich hier über das wirklich obskure Zeug unterhalten, das mal bei irgendeinem Fantasy-Filmfestival gelaufen ist oder viel über die gesellschaftspolitischen Implikationen gewisser Horror- oder SciFi-Filme sprechen. Das ist nämlich dann zu politisch.

Stattdessen soll dann der Eskapismus für sich selbst schon die Counterculture sein. Aber es sind nicht mehr die 80er, wo man noch in die Mülltonne gestopft wurde, weil man in der Pause "Perry Rhodan" gelesen hat oder im Geschichtsunterricht die Jahreszahl der Verfassung der Goldenen Bulle richtig nennen konnte (allegedly... ich ziehe als Kind der 90er viele dieser Nerd-Verarschungserzählungen inzwischen in Zweifel). 

Ich komm auch bei der Wahl der Seiten im "Nerdkulturspektrum" nicht ganz mit. Auf der einen Seite sind wir ja ach so besonders, weil wir "checken" ja dieses ganze Superheldenzeugs und hebt uns ab von der breiten Masse. Auf der anderen Seite sind aber grade die populärsten Filme niemals die Besten, weil das Publikum ist ja dumm und so.

Und dann guckt man halt auf die Liste der Highest Grossing Films und stellt fest: Da ist eigentlich nur nerd-anschlussfähiger Kram drauf. Außer "Titanic". Und "Titanic" war tatsächlich gut (wird heut nicht gern zugegeben, weil igitt Beziehungskisten... oder, noch unverzeihlicher, igitt "Logiklücken"... dabei hab ich bei dem Moment, wo der Orchesterdirigent zu den anderen Musikern sagt "Gentlemen, es war mir eine Ehre mit ihnen zu spielen." mehr geheult als beim Tod von Tony Stark.)



(Hmmm, auffällig hohe Platzierung für "Harry Potter", dafür, dass die ganzen Mainstream-Kinogänger alle Muggel sind. Und ernsthaft: "Star Wars" hat Mainstream-Appeal, seit es das Franchise gibt.)

Große Teile des Publikums lieben unseren Scheiß. Und dass Filme wie "Frozen II" drauf sind, die ich auch nicht gut nennen würde, liegt daran, dass die Vorgängerfilme halt wirklich gut waren (ja, ich halte "Frozen 1" für einen wirklich guten Film... dasselbe gilt für "Inside Out" oder für "Zootopia" und ja wohl gewiss für "Top Gun") und damit mehr Leute ins Kino gezogen haben, weil die die Filme dann vorher nicht unbedingt im Kino gesehen haben, aber den Nachfolger jetzt im Kino sehen wollen. Soweit keine Überraschung. Zumal in einer Zeit, wo immer mehr Menschen im Stream gucken, die Ticketverkäufe keine so große Aussagekraft mehr haben. Bei den Serien ist grade ein raunchy Liebesdrama über zwei homosexuelle Eishockeyspieler das Gebot der Stunde. Go figure.

Wie gesagt: Wir sollten bitte nicht so tun, als seien die Sachen, die wir hier lieben, irgendwie so viel hochwertiger oder intellektuell herausfordernder, als das, was sonst so geschaut wird. Es gibt intelligente Stoffe und wirklich einfältiges Zeugs in unseren präferierten Genres. Und wenn wir unser Genre lieben, dann lieben wir das irgendwie beides. Und sind nicht besser oder schlechter als jemand, der halt ein anderes Genre liebt.

In diesem Sinne kaufe ich mir jetzt ein Ticket für "Wuthering Heights". Der Trailer sieht aus wie ein Imagefilm für eine Fashion-Zeitschrift. Ich bin gehookt, auch wenn ich jetzt vielleicht eine Nerdkarte abgeben muss. Geeeez.  :P

« Letzte Änderung: 20.02.2026 | 15:05 von Jiba »
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“Es ist wichtig zu beachten, dass es viele verschiedene Arten von Rollenspielern gibt, die unterschiedliche Vorlieben und Perspektiven haben. Es ist wichtig, dass alle Spieler respektvoll miteinander umgehen und dass keine Gruppe von Spielern das Recht hat, andere auszuschließen oder ihnen vorzuschreiben, wie sie spielen sollen.“ – Hofrat Settembrini

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Warum brauchen wir denn diese Selbstexaltierung? Unser Hobby ist nichts Besonderes. Wir lieben es und haben Freude daran. Alles cool.
Aber weswegen brauchen wir das so zwingend als Identitätsmarker? Ich bin mehr als meine Liebe für Satoshi-Kon-Filme, Mantel-und-Degen-Streifen, LEGO-Minifiguren und "Die Simpsons". Wir sind alle einfach normale Leute. Ich bin dieses ganze Othering von Leute, die zufällig Fantasy nicht so gerne mögen, auch super leid.
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Ich Rante, also bin ich … doch stärker emotional involviert.
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Natürlich gibt es die. Genau wie es eine Schlagerbubble, eine Fußballbubble usw gibt.
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Es ist ein Rant.

Den muss man nun auch nicht auf die Goldwaage legen.

Die grundsätzliche Aussage: "Was interessiert mich, ob irgendwer meine Lieblingsserie gut findet oder nicht?!" halte ich für unterstützenswert.
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Ich Rante, also bin ich … doch stärker emotional involviert.
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Natürlich gibt es die. Genau wie es eine Schlagerbubble, eine Fußballbubble usw gibt.

Nein.

Fußballbubble, die mag es geben. Denn Fußball ist hinreichend sauber abgegrenzt. Bei Schlager wird's schon schwieriger (Zählt Ballermann dazu? Ist Santiano schon Schlager? Ist Udo Jürgens noch Schlager?)

Und Nerdstuff ist so facettenreich und breit, dass da alles und nichts zugehören soll. Zombies? Ja! Disney-Filme? Klar! Miniaturen bemalen? Definitiv! Indie-Rollenspiel? Sicher! Romantasy-Fiction? IM LEBEN NICHT!
Es gibt eigentlich keine Nerdbubble. Es gibt einen Haufen Leute mit diversen Interessen, die sich zufällig alle als Nerds verstehen. Aber viele davon haben außer einem generellen Grundinteresse einfach keine Berührungspunkte. Jeder kann sich "Nerd" nennen und was völlig anderes damit meinen.
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Stimme ich völlig zu. Ich bin einfach nur ganz normaler Rollenspieler -- die Nerds, das sind immer die anderen. Insbesondere natürlich die, die sich lang und breit über Systeme auslassen, die mich nicht die Bohne interessieren. ~;D

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Nein.

Fußballbubble, die mag es geben. Denn Fußball ist hinreichend sauber abgegrenzt. Bei Schlager wird's schon schwieriger (Zählt Ballermann dazu? Ist Santiano schon Schlager? Ist Udo Jürgens noch Schlager?)

Und Nerdstuff ist so facettenreich und breit, dass da alles und nichts zugehören soll. Zombies? Ja! Disney-Filme? Klar! Miniaturen bemalen? Definitiv! Indie-Rollenspiel? Sicher! Romantasy-Fiction? IM LEBEN NICHT!
Es gibt eigentlich keine Nerdbubble. Es gibt einen Haufen Leute mit diversen Interessen, die sich zufällig alle als Nerds verstehen. Aber viele davon haben außer einem generellen Grundinteresse einfach keine Berührungspunkte. Jeder kann sich "Nerd" nennen und was völlig anderes damit meinen.

We'll have to agree to disagree. Zumal ich mich nicht selbst als nerd bezeichne.
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Die grundsätzliche Aussage: "Was interessiert mich, ob irgendwer meine Lieblingsserie gut findet oder nicht?!" halte ich für unterstützenswert.

Nur, dass das halt oft nicht die eigentliche Aussage ist. Wenn ich das nämlich denke, brauche ich erst gar keinen Rant zu schreiben. Interessiert mich nämlich doch, denn Nerdtum ist dann doch eine Identitätskategorie und die Abgrenzung von den "Muggeln" dient so schön dem Distinktionsgewinn.
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“Es ist wichtig zu beachten, dass es viele verschiedene Arten von Rollenspielern gibt, die unterschiedliche Vorlieben und Perspektiven haben. Es ist wichtig, dass alle Spieler respektvoll miteinander umgehen und dass keine Gruppe von Spielern das Recht hat, andere auszuschließen oder ihnen vorzuschreiben, wie sie spielen sollen.“ – Hofrat Settembrini

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Du nimmst das imho viel zu ernst.
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Dann meint also der Threadersteller das alles nicht so?
Also soll ich ihm nicht glauben, was da steht?
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Entschuldigt bitte meinen Sinn für Humor, aber liest das sonst jemand mit Jiba als Tyler Durden-Cosplay?
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Machen wir doch Mal nen Test. Die ersten Star Wars Filme, die Indiana Jones-Trilogie, Zurück in die Zukunft, E.T., den Exorzisten und Terminator 2: Alle Mainstreamkacke? Sind schliesslich alles Filme, die in ihrem Jahr die meiste Kohle eingespielt haben.

Ansonsten: Mich interessiert durchaus was Andere zu den Filmen und Serien sagen, die mir gefallen. Kann durchaus neue Einblicke auf Filme und Serien bringen. Ich kann aber auch zwischen sinnvolle Einblicke und Unsinn unterscheiden.
Ich bin viel lieber suess als ich kein Esel sein will...
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Nicht Sieg sollte der Zweck der Diskussion sein, sondern
Gewinn.

Joseph Joubert (1754 - 1824), französischer Moralist

Offline Jiba

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Entschuldigt bitte meinen Sinn für Humor, aber liest das sonst jemand mit Jiba als Tyler Durden-Cosplay?

Pscht! Was ist die erste Regel!
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Habe ich auch nicht behauptet. Aber ich stelle sehr oft fest das mir dinge gefallen die innerhalb und außerhalb der "nerd bubble" als nicht gut angesehen werden.

Als der mehrfach ausgegrenzte "Normalo" (mit abfälligem Ton, bitte) auf Cons, Stammtischen und anderen nerdigen Veranstaltungen, LARPs oder oder oder ..., kann ich Dir sagen, dass diese Nerd-Bubble auch echt anstrengend sein kann  ;D  davon ab geht es mir auch so, dass ich mit Menschen, die gewisse Filme, Serien, Themen nicht so intensiv abfeiern, wie ich, eher selten darüber spreche. Da ist der Informationsgewinn für beide Seiten meist so lala, und das kann man sich dann auch sehr gut sparen.

Beruflich zB rede ich gar nicht über Fantasy, Rollenspiel und Co. Meine berufliche Realität ist ungefähr 180 Grad von meinem Hobby entfernt  ~;D  aber das ist nicht schlimm, bin eh ein Separator  :d
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Offline Schleicher

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Nischenpublikums-Geschmack ungleich Mainstream-Geschmack. Klar jedoch wertfrei.

ABER: Wenn man mehr "davon" will, muss es insgesamt erfolgreich/beliebt sein. Kein Publikum=kein Geld = Keine Fortsetzung.

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Ich muss ja sagen, dass ich diese heftige Verbissenheit mit der einige irgendwelche Serien verfolgen absolut nicht nachvollziehen kann. Sogar wenn mir eine Serie wirklich gefällt, warte ich z.B. nicht schwitzend auf die nächste Folge. Filme sind bei mir sowieso meistens see-and-forget (bei vielen kann ich mich nach einem Jahr nicht mehr erinnern, den schon gesehen zu haben - fällt mir dann oft nach den ersten Minuten auf).

Was die Meinung anderer angeht: die ist mir bei 99% der Menschheit in jedem Belang egal. Weshalb ich z.B. auch keinen Influencern folge.

Ich verstehe auch nicht, wie man sich Sitcoms anschauen kann, oder sowas wie Grey's Anatomy. Gefällt aber offensichtlich vielen Leuten. Denen ist meine Meinung auch egal.
Aktiv: Dragonbane
Vergangene: Runequest, Cthulhu, Ubiquity, FFG StarWars, The One Ring, 5e, SotDL, LevelUp! A5e, Vaesen
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Offline YY

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ABER: Wenn man mehr "davon" will, muss es insgesamt erfolgreich/beliebt sein. Kein Publikum=kein Geld = Keine Fortsetzung.

Zum Einen hat die Nischenbesatzung auf den breiten Erfolg keinen nennenswerten Einfluss.
Und zum Anderen ist 90% von allem Mist. Auch die Fortsetzungen von Zeug, das man mag.

Letztlich ist es unterm Strich mehr oder weniger Zufall, wann die Sterne für ein Projekt mal richtig stehen und was rundum Gutes dabei rauskommt.
"Kannst du dann bitte mal kurz beschreiben, wie man deiner Meinung bzw. der offiziellen Auslegung nach laut GE korrekt verdurstet?"
- Pyromancer

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Ich als Gorillageneral finde es affig sich zu sehr über sein Hobby zu definieren, vor allem gegenüber Primaten, die dieses Jobby nicht teilen (oder widerlich minderbehaart sind).

Rollenspiele sind seit 43 mein Hobby, Superheldenrollenspiele auch, Superheldenfilme nicht (finde die okay, langsam hängen sie mir zum Hals raus), kenne kein "Star Wars"-Franchise (außer die drei Filme - gab dann ja keine mehr - und das D6 und D20 Rollenspiel ...), und höre gerne Hörbücher und -spiele. Und falle gern zum Plündern ins Gibbonreich ein.

Ich finde mich sehr normal und meine Ärzte auch, wenn ich brav meine Pillen nehme.
Also ... worum ging's?
Ist es ein Vogl?
Ist es ein geflügelter Gorilla?
Ist es eine fliegende fette Banane?
NEIN! ES IST SUPERKONG!

(Könnte aber auch eine fette fliegende Banane sein ...)

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Ich finde taryinions Rants ja meistens sehr sympathisch und kann gut mitfühlen, auch wenn ich die Dinge meist anders sehe.

Ich verstehe bei dem Eingangsposting nicht, dass einerseits die Klage erhoben wird, Marvel wäre "verwurstet", also zu sehr mainstreamig vermarktet, dass man sich aber mit Mainstream-Leuten wie der Mutter (oder war's die Tante) nicht über einen Marvelfilm unterhalten kann. Was denn nun? Ist Marvel Nische oder Mainstream? Wenn Marvel tatsächlich Mainstream ist, weil verwurstet, dann stünde ja die Mutter (Tante?) für die Nische.

Und Jiba hat da natürlich schon viel Richtiges gesagt. Was wir hier machen, hat mit counter culture nur in seltenen Ausnahmefällen etwas zu tun. Star Wars und Manga sind inzwischen quasi die kulturelle Muttermilch, mit der Kids aufwachsen, und alleine schon über Mangas werden so gut wie alle Tropes unserer "Nische" massenhaft verbreitet. Der Herr der Ringe wurde vor einigen Jahren vom ZDF als das beliebteste Buch der Deutschen ermittelt. 1999 schon, also noch vor den Kinofilmen, ermittelten Fnac und Le Monde die 100 besten/wichtigsten Bücher des 20. Jahrhunderts. Auch da steht natürlich selbstverständlich der Herr der Ringe mit drin (zum Glück immerhin im Ranking nicht vor, sondern eine Stelle nach Primo Levis "Ist das ein Mensch", das hätte mir sonst schon zu schaffen gemacht).

Es gibt in Deutschland knapp 30 Elbenwald-Filialen, und auch ins nischigere Rollenspiel krakt der Trend zum Mechandise, zum Paraphernaliabloat. Bei zig Crowdfunding-Projekten kriegst Du noch T-Shirt, Dice-Trays, Stickers, Plastikgedöns dazu, das folgt derselben Logik wie Actionfiguren, Legamis und dergleichen, aber nach counter culture sieht mir das gar nicht aus. Was für die Jocks Deo, Antipickelgesichtswasser und Pomade in großen Mengen ist, ist für die Nerds ein eigener Würfelsatz für jeden Char und stabiles Internet. Wo die einen die PS ihrer Motorräder oder Autos oder die Gewichte an ihren Trainern zählen, machen die anderen Minmaxing und zählen ihre Variantcover oder wie viele Versuche sie bis zum dritten Level brauchten. Es ist anderes Kolorit, aber die Kultur unterscheidet sich zumeist zu wenig, um wirklich "counter" zu sein.

Für so ein authentisches Nischengefühl empfehle ich statt Star Trek, Marvel und D&D die Oper als Nerdgebiet, vielleicht gar mit einem hübschen Schwerpunkt wie französische Barockoper oder Zwischenkriegsmoderne. Da ist die Welt dann wirklich fast ausschließlich mit Muggeln bevölkert, von einer derartigen Einsamkeit kann Hulk nur träumen.

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Offline HAL 40000

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Ok, ich gebe gleich mal zu nicht alles von jedem gelesen zu haben.

Aber das hört sich für mich stark nach "Hier sind wir und dort sind die anderen" an. Warum, lass sie doch. Was ist denn so geil daran ein Nerd zu sein? Ist auch nicht anders als Fußballfan oder Autonarr oder Gourmet zu sein. Und was ist so schlimm an Mainstream. Kann man mögen, muss man aber nicht.

Einwurf:

Brian: „Ihr seid alle Individuen!“
Menge: „Ja, wir sind alle Individuen!“
Brian: „Ihr seid alle anders!“
Menge: „Ja, wir sind alle anders!“
Einzelner Mann: „Ich nicht.“ (wird von der Menge ausgebuht)


Ich meine, ich kann verstehen das sich Leute darüber aufregen wenn ihr Lieblingsfranchise (oder Setting) stark verändert wird. Beispiel Star Trek. Ja, das hat sich schon immer verändert und war auch früher schon progressiv. Das neue Zeug ist auch nicht mehr für son alten Sack wie mich gedacht. Finde ich es schade? JA! Warum? Nun, ich sehe so viele verschenkte Möglichkeiten (und ich denke gerne an die Chance einer Möglichkeit). Es passt irgendwie nicht zum Ton der vorherigen Sachen.
Ja, nun ja, das ist nun mal meine Meinung, man.

Offline KWÜTEG GRÄÜWÖLF

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Online Swanosaurus

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Mich interessiert die Meinung von allen anderen Leuten in meinem Umfeld, die sich für die gleichen Filme und Serien interessieren, egal, ob es "Muggel" sind oder nicht. (Und wenn überhaupt jemand die Bezeichnung "Muggel" verdient hat, dann sind es Harry-Potter-Fans). Irgendein Kulturprodukt wirklich nur für mich alleine zu rezipieren, ohne jeglichen Austausch darüber, fände ich traurig, und ein Austausch auf der Grundlage "deine Meinung interessiert mich eh nicht" ist auch traurig.
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Offline korknadel

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Andrerseits stimmt das Argument, das hier schon mal genannt wurde, auch wieder: Damit Filme und Bücher überhaupt in Umlauf kommen und bleiben, braucht es halt mehr als nur diese eine Person. Deshalb ist die Meinung zumindest einer Gruppe eben doch auch nicht ganz uninteressant allein schon für die Produktion.

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Offline KhornedBeef

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Endlich mal wieder ein schöner Rant-Thread! Ich finde da darf man auch schmissig "NEin, hanebüchen!" und "Jawohl ihr Nullen!" ohne Netikette herumpupen und ohne das sauber begründen zu müssen. Wie sollte man bitte auch zu einer Meinungsvielfalt kommen, wenn alles stichhaltig sein muss  ;D DAS ist der Kern von Popkultur-Nerd-sein, "Hulk hätte Thor nie geschafft, der hatte da schon die Odinforce!!!!" "JA aber stärker ist er trotzdem". DAS ist ist es, was deine Tante nicht nachvollziehen kann, ob man das jetzt auf Gatekeeping oder ihre eigene Realness schiebt. Wovon reden wir denn da bittteeeeee!!?! Natürlich will das keiner vor aller Welt mit einem einzigen Hochglanzfilm festgenagelt haben, die Unverfrorenheit!
Und natürlich ist die Oper Nerdtum, aber eins dass IIIICCHH ablehnen darf (tue ich ja gar nicht, aber jetzt für das Argument), weil da ja echtes wirtschaftliches Gatekeeping für die oberen 1% stattfindet mit dem ich gar nichts zu tun habe (jaja, so teuer ist es nicht mehr, aber der vibe...).
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...ich wußte ja nicht, daß du derart unterm Pantoffel stehst. ~;D

Offline KWÜTEG GRÄÜWÖLF

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...ich wußte ja nicht, daß du derart unterm Pantoffel stehst. ~;D

Endlich jemand, der meinen Schmerz fühlt....  ;D

Ernsthaft: ich höre mir durchaus gerne die Meinungen und Interpretationen anderer Leute an, da sind meistens interessante Ansichtspunkte dabei, oder auch ... öhöm ... sagen wir mal faszinierende Subjekte, die prima Vorlagen für nervige NSC sein können.
Aber: noch nie in meinem Leben hat mir eine negative Sichtweise eines von mir geliebten Mediums dieses verhunzt, oder umgekehrt noch nie hat eine euphorische Lobeshymne auf etwas, das mir überhaupt nicht abging, mich zu einem Fan desselben gemacht. Dazu habe ich viel zu viel Respekt vor meinem eigenen Geschmack.
Den ich aber auch nicht versuche, anderen aufzuschwatzen.

Auf dieser Grundlage kann man sich ganz brauchbar austauschen. Mich fasziniert durchaus, was Freunde von mir an Die Ringe der Macht (ich verabscheue dieses Machwerk) gut finden, kann es theoretisch dann auch nachvollziehen.
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Offline Alter Weißer Pottwal

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Bei mir auch. Zum Glück hat meine Frau einen guten Geschmack  >;D

Edit: nobody@home war schneller  ~;D
« Letzte Änderung: 23.02.2026 | 12:49 von Alter Weißer Pottwal »
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Offline Grey

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Offline KWÜTEG GRÄÜWÖLF

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Offline tarinyon

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Zur Frage, wo ist der Unterschied zwischen Nerdtum und Mainstream-Kultur bzw. Nicht-Nerds.

So Sachen wie Star Wars (war ich mal Riesenfan) und Marvel (bin ich kein Riesenfan) schauen natürlich viele Leute, aber sie bleiben an der Oberfläche. Vielleicht stellen sie sich ihr Haus mit LEGO-Sets usw. zu. Aber sie nerden sich nicht rein, weil sie das komisch finden würden bzw. mit ihrer Zeit lieber was sinnvolles anstellen. Exemplarisch kann man das mit der Szene in der Serie "Clerks" veranschaulichen, wo sie darüber philosophieren, ob die Zerstörung des Zweiten Todessterns moralisch problematisch war, weil da ja die ganzen Bauarbeiter gestorben sind. Objektiv ist das einfach Zeitverschwendung und Quatsch. Aber das ist es, was es für mich ausmacht.

Zum Thema "wir gegen die" - lolol, ich habe meine Eltern als Beispiel genommen - wer sich da jetzt drüber aufregt, dem kann ich auch nicht mehr helfen. Und wenn ich sage, Leute "checken es nicht", dann heißt das nicht, dass ich denke, dass sie dumm sind. Sie verstehen nur nicht den Appeal, den die Sachen für mich haben.


Und das bringt mich eigentlich zum zentralen Kern meines Anliegens: mir ist nämlich total bewusst, dass unter "objektiven" Standards die Sachen, die wir so rezipieren, keine "Meisterwerke" sind. Und genau da liegt des Pudels Kern. Ich will überhaupt nicht, dass die Mehrheit auf diese Nischensachen schaut. Ich will nicht, dass so Sachen wie Warhammer etc. in die Öffentlichkeit gezerrt werdne, wo es dann Riesendrama gibt. Seit wann ist Marvel denn Mainstream? Doch erst seit es mit "Iron Man" und Nachfolgern auf cool getrimmt wurde. Vorher wärst du ausgelacht worden, wenn du irgendwelche lächerlichen Superhelden von annodazumal cool gefunden hättest. Diese Öffentlichkeit führt aber dazu, dass die Sachen einer Bewertung unterzogen werden, der sie einfach nicht standhalten können. Dazu kommt, dass sich die Muggel nicht mit Franchises identifizieren. Ob jetzt Vin Diesel über die Leinwand düst oder irgendein noname-Actor die xte Iteration von Captain Kirk gibt, das ist den Leuten doch scheißegal.  Mir ist es aber nicht egal. Daher gibt es keine Übereinstimmung zwischen meinem Bewertungsraster und dem Bewertungsraster der breiten Öffentlichkeit.


P.S. Ich erinnere mich übrigens noch an die späten 90er, wo ich in Deutsch ein Referat gehalten habe über "Der Herr der Ringe" und die Leute nix gecheckt haben (auch wegen meinem wirren Referat lol), aber am Ende hat mich dann jemand gefragt: "hEy, dA gIbTs dOcH jETzT bAlD eInEn kInOfILm, oDeR?" - und ich nur: "raaage"!!!!
« Letzte Änderung: 24.02.2026 | 10:45 von tarinyon »

Offline First Orko

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Ich antworte mal mit einem provokanten Gegen-Rant auf die konkrete Frage  8]:

Weil Nerd-Filme schlecht sind!

ALLE! IMMER!  ;D Nee, ist so natürlich Quatsch  >;D Aber ein kleines bisschen vertrete ich die Meinung mittlerweile. Haltet ein, bevor ihr den Druck von eurer Halsschlagader in die Tasten haut, liebe mitlesenden Nerd!  ^-^ Ich erkläre mich:

Ich habe in meinem Leben einen guten (aber weit weg von vollständigen) Teil des typischen Nerd-Kanons in meinem Leben konsumiert, sei es Fantasy von Zauberer von Oz, Goonies, Willow über Masters of the Universe bis zu Goonies, im SciFi-Bereich von Forbidden Planet, Silent Running und Alien, 2001 über Star Wars bis zu Marsianer und Interstellar oder im Superheldenbereich über Superman (der mit Richard Donner) über Blade, Liga der außergewöhnlichen Gentleman bis zu den ersten Ironman-Filmen und zu Into the Spiderverse. Ich habe also meinen fair share of Nerdom-Filme in mir, erkenne Referenzen usw. und würde mich nicht im Sinne des Threads als "Muggel" einstufen  8) Mit Vielen - aber längst nicht allen- davon hatte ich Spaß und ein paar gucke ich immer wieder gern. Andere davon habe ich gesehen, weil Nerds sie mir empfohlen haben - meist mit einem dezenten "WAAAS DEN KENNST DU NICHT??!" - und ich wurde massiv enttäuscht, weil ich eben nicht die für den Genuss notwendige Nostalgie mitgebracht habe sondern den Film halt insinktiv mit aktuellen oder gar guten Filmen aus derselben Zeit verglichen und festgestellt habe: Ist schlecht gealtert. Parallel dazu ging die Marvel-Reihe los mit ihren immer dichter werdenden Netz aus Andeutungen, Anspielungen, Querverweisen, Pre-Teaser und Post-Credit-Scenes mit augenzwinkernden Referenzen an die Comiclesenden im Publikum... während die Filme nach einem immer ähnlicher werdenden Muster verliefen.

Rücksprung in die späten 80er: Ich bekomme ein großes A4-Buch in Hochglanz geschenkt Die 100 besten Filme aller Zeiten (die Ausgabe findet man nicht mehr online, nur den Neudruck) , kuratiert von einer relativ beliebigen Auswahl damaliger großer Regisseure, Produzenten und Schauspielenden voller bunter und für mich angehenden Teenager beeindruckender Bilder! Diese Buch begleitet mich seitdem und immer wieder mal habe ich Filme daraus gesehen, per Zufall oder absichtlich. Manchmal habe ich auch einen Film, der im TV lief erkannt und deshalb geschaut. Und immer wieder habe ich gemerkt: Die Filme sind alle zu recht darin. Vielleicht sind sie nicht (mehr) alle die "Besten" aller Zeiten (sowieso ein ebenso anmaßender, wie vergänglicher Titel) aber sie sind alle auf ihre Art zeitlos gut. Das habe ich mit der Zeit erst zu schätzen gelernt, als ich immer mehr gelernt habe, einen (sehr) alten Film im Rahmen des Zeitkontext zu betrachten, in dem er erschien und nicht direkt mit dem neusten Marvel-Machwerk zu vergleichen. Außerdem habe ich mich immer mehr mit dem Hintergrunden der Filmkunst beschäftigt, vor allem Tricktechnik und Kamera interessieren mich bis heute und das hat mir einen anderen Blick beschert und eine andere Herangehensweise an Filme per se. Meine Freizeit ist aktuell sehr sehr knapp bemessen und wenn ich mit mich hinsetze und mir 2h Zeit für passiven Konsum reserviere, dann will ich diese Zeit möglichst nicht mehr mit Mittelmäßigkeit verschwenden.

Und mit diesem Blick verlieren tatsächlich viele Filme aus dem Nerd-Kanon an "objektiver" Qualität, wenn man sie bewusst nochmal guckt - was nicht heißt, dass mich ein Starship Troopers nicht doch noch unterhalten könnte, trotz seiner Schwächen! Aber so eine Art von Filmen wird mich kaum noch gleichermaßen unterhalten können, wie die Meisten aus dem Beste-Filme-Buch, einfach weil sich mein Anspruch (Ha! DA ist es das Pfuiba-Wort  ;D) verändert hat und ich (Oftmals - nicht immer!) mehr von einem Film erwarte, als kurzweilige Unterhaltung mit möglichst vielen augenzwinkernden Referenzen und ein paar klug gesetzte Stellen, an denen ich wissend vor mich hin giggeln kann. Und da gibt es außerhalb der Nerd-Geek-Blase eben einen ganzen Haufen an wirklich exzellenten Meisterwerken, die völlig zu recht eine breite Masse an Menschen anspricht - weil sie eben auf breiter Linie und nicht nur in einem Nischenbereich Anknüpfunkte anbieten und dazu noch auf allen Ebenen (Erzählung, Schauspiel, Musik, Kinematografie usw) einfach handwerklich sehr gut gemacht sind.

Vor nunmehr >10 Jahren habe ich die damalige IMDB Top 250-Filme-Liste heruntergeladen (Die Liste ist ja dynamisch) und seitdem ~70% davon geguckt. Dazu schau ich immer mal wieder in die aktuelle Liste und vergleich und habe mittlerweile ein paar Erkenntnisse gewonnen:

  • je älter der Film, desto zeitloser seine Qualität
  • sehr alte Filme kann man nur im Kontext ihrer Zeit sehen, dafür muss man einen gewisse Art des Filmschauens entwickeln (wollen), dafür können Sie aber eine ganz eigene Art von Faszination mit sich bringen
  • Film die ungefähr in den letzten 10 Jahren zum Zeitpunkt des Downloads der Liste dort sind, sind meist sehr gute Filme des Zeitgeschehens von denen einige, wenige ein paar der alten Klassiker in den unteren Rängen bald verdrängen werden, die Meisten davon fliegen in den nächsten 10 Jahren raus von den besten Filmen des späteren Zeitgeschehens verdrängt
  • die Qualität der Filme dort entspricht einer Breite des Filmgeschmacks des Publikums auf IMDB - man wird da Filme abseits des Mainstreams eher weniger finden - dafür gibt es wieder andere Listen
  • Von 10 Filmen dort unterhalten mich ~9 sehr gut, und ca 2-3 begeistern mich
  • keinen der alten Filme von dort, die mich enorm überrascht und begeistert haben, hätte ich ohne diese Liste entdeckt
  • die Wenigsten der Filme von dort, die mir am Nachhaltigsten in Erinnerung geblieben sind, werden oder wurden hier im Filmbereich mal diskutiert

Mit "Muggel" sind wohl Leute gemeint, die mit Filmen aus der Geek-Nerd-Blase nix anfangen können. Doch nur weil Muggel in dieser Hinsicht unbedarft sind, heißt das nicht, dass so ein Muggel keine Ahnung von Filmen hat. Umgekehrt ist ein Geek-Filmfan nicht unbedingt jemand, der einen "neutralen" Blick auf filmische Qualitäten hat und zum Beispiel mehr Fehler bereit ist zu übersehen, wenn das eigene Lieblingsfranchise auf der reinen Faktenebene gut bedient wird (andererseits aber wiederum sehr empfindlich bzwl Veränderung dieser Fakten zugunsten von Zugeständnissen für andere Aspekte des Films, auf denen er trotzdem sehr gut sein kann..ist aber egal, wird verrissen weil die Frisur des Bruders des Antagonisten der Hauptfigur, gezeigt in Ausgabe 43991 der Comicvorlage, falsch ist).

Und trotzdem gibt es nicht wenige Überschneidungen zwischen sehr guten Mainstream-Filmen und sehr guten Geek-Nerd-Filmen - weil diesen neben dem Abfeiern von Insider-Wissen und einer vorlagetreuen Umsetzung der Vorlage eben exzellentes Filmhandwerk in sich haben und auf breiterer Ebene überzeugen.

Weil Nerd-Filme auch gut sind!
... aber eben nicht nur. Und schon gar nicht sind sie zwingend die besten Filme, die man finden kann.

Und deshalb interessiert mich zumindest die breite, langfristige Meinung von Film-Nerd-Muggeln eben doch mehr als die aus den althergebrachten Nerd-Kreisen - weil es mir für meine des Filmgenusses in der Tendenz auf lange Sicht sicherere Ergebnisse geliefert hat.
« Letzte Änderung: 26.02.2026 | 09:56 von First Orko »
It's repetitive.
And redundant.

Dir ist schon klar, dass es in diesem Forum darum geht mit anderen Leuten, die nix besseres mit ihrem Leben zu tun haben, um einen Tisch zu sitzen und sich vorzustellen, dass wir Elfen wären.

Offline KWÜTEG GRÄÜWÖLF

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First Orko: Du weißt, was mit Leuten passiert, die unangenehme Wahrheiten, die keiner wissen will, laut aussprechen?   ^-^

Ich habe selber gerade erst die Filme von Wes Anderson entdeckt, hab inzwischen auch eine schöne Sammlung an Stummfilmen der 20er (Nibelungen! Golem! Metropolis! Caligari! Nosferatu! WOOOHOOOO!), und mutiere immer mehr zu einer Mischung aus kulturellem Snob und Schmock.
Da kommst du mit deiner Tirade gerade richtig, ich kann nicht wirklich widersprechen.  :)

Insgesamt bin ich der Meinung, wir sollten es mal bleiben lassen, das Nerdtum zu einer elitären Gruppe zu erklären, uns weniger ernst nehmen, und auch mit den Imperfektionen von Dingen gut zu leben, die wir trotzdem lieben.
« Letzte Änderung: 26.02.2026 | 11:51 von KWÜTEG GRÄÜWÖLF »
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Hey, manche meiner eigenen Lieblingsfilme fallen definitiv wenigstens ein Stück weit in die Kategorie "So schlecht, daß sie schon wieder gut sind" -- und dazu stehe ich auch! :D

Und ja, das Sich-selbst-zu-ernst-Nehmen ist definitiv eine der Hauptkonfliktquellen der Weltgeschichte schlechthin. Ich erwische mich zwar durchaus immer mal wieder auch dabei, aber für eine gute Gewohnheit halte ich es auch bei mir nicht.

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Ich finde ja Stummfilme sammeln deutlich nerdiger als Star Wars und MCU-Filme auswendig können.
Nichts Bessers weiß ich mir an Sonn- und Feiertagen
Als ein Gespräch von Krieg und Kriegsgeschrei,
Wenn hinten, weit, in der Türkei,
Die Völker aufeinander schlagen.
Man steht am Fenster, trinkt sein Gläschen aus
Und sieht den Fluß hinab die bunten Schiffe gleiten;
Dann kehrt man abends froh nach Haus,
Und segnet Fried und Friedenszeiten.

J.W. von Goethe

Offline KWÜTEG GRÄÜWÖLF

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Ich finde ja Stummfilme sammeln deutlich nerdiger als Star Wars und MCU-Filme auswendig können.

Verdammt, komme ich aus diesem Loch denn nie raus?  :)
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Offline korknadel

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Vor nunmehr >10 Jahren habe ich die damalige IMDB Top 250-Filme-Liste heruntergeladen (Die Liste ist ja dynamisch)

Ich habe die aktuelle List nicht komplett durchgeguckt, aber finde es echt erstaunlich, wie viele Nerdfilme dabei sind, gerade auf den ersten paar Dutzend Plätzen. Da hätte ich eigentlich deutlich mehr Fellini, Pasolini, Allen, Truffaut, Bunuel, Lang, Ray, Kurosawa und dergleichen erwartet. Ich finde es auch erstaunlich, dass ich tatsächlich den einen oder andere der dort gelisteten Filme gesehen habe. Ich habe immer den Eindruck, ich kenne nix. Und immerhin einer meiner persönlichen Top-5-Filme hat es in die Liste geschafft, gerade so, derzeit auf Platz 246.

Was mich bei Nerdfilmen übrigens auch manchmal anstrengt, ist die Verschwendung von Talent. Da spielt eine Scarlett Johanssen in so einem Superheldenfilm mit, ich glaube es war irgendwas mit Winter Soldier oder so, und hat nichts anderes zu tun als zu posen und superheldisch zu gucken. Beinahe noch schlimmer, dass Natalie Portman in der Zeit, in der sie Star Wars gedreht hat, nix Vernünftiges machen konnte. Ihnen sei die Gage gegönnt, und die brauchen sie vermutlich auch, um hinterher wieder weniger lukrative, aber gute Rollen spielen zu können, aber aus Konsumentensicht -- oder zumindest meiner -- ist es schon bedauerlich. Die Figuren in diesem Winter-Soldier-Ding sind ja auch so dürftig, dass kein Schauspieltalent der Welt da noch groß was retten könnte. Da hätten's wirklich auch die Mannequins aus der Werbung getan.
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Die Figuren in diesem Winter-Soldier-Ding sind ja auch so dürftig, dass kein Schauspieltalent der Welt da noch groß was retten könnte. Da hätten's wirklich auch die Mannequins aus der Werbung getan.

Oder ein paar überzeugte Marvel-Fans vom nächsten Superheldenrollenspieltisch? :D