Interessant. Mir geht es ziemlich genau andersherum. Zumindest was Fantasy angeht.
Nach Jahrzehnten von Fantasy merke ich immer öfter, dass die Geschichten dann schlussendlich immer die gleichen. Selbes Zimmer, nur andere Tapete. Und da schalte
ich dann ziemlich schnell ab.
Was mir im Bereich Fantasy noch etwas bringt, sind interessante und ordentlich verregelte Kämpfe. Und an der Stelle muss ich leider sagen, dass D&D 5 mit seinem (in meinen Augen) Wischiwaschi mir so gar nichts mehr gibt. Ich finde z.B. die so beliebte Vorteil/Nachteil-Mechanik vorsichtig ausgedrückt ... Müll.
Es wurde hier schon gesagt, dass man doch Brettspiele spielen könnte. Jetzt das Lustige: Die gibt es nicht. Brettspiele haben vollkommen andere Zielsetzungen in Sachen Pacing, Figurenentwicklung, Konfliktabhandlung, Regelanwendung etc., sodass sich das alles dann eben doch nicht wie die Kämpfe in einem Rollenspiel anfühlt, sondern wie etwas komplett anderes.
Als SL war ich in D&D 4 schwer verliebt. Weil das System die Möglichkeiten bot, völlig unterschiedliche Kämpfe anzubieten, die auch allesamt ordentlich verregelt waren und keinen "Rulings"-Schmu erforderten.
Die Stories, die in Fantasy angeboten werden, sind mir durch Bücher, Filme, Serien, Comics und Rollenspiel bereits grundlegend bekannt. Been there, seen/done that. Was auch auf seine Art völlig okay ist. Man muss nicht bei jedem Mal, wenn sich eine Gruppe an einen Tisch setzt, eine Pulitzer verdächtige Originalstory hervorzaubern, die mir mit ihrer Präsentation und ihren Wendungen den Atem raubt. Manchmal wäre zwar schon wünschenswert, aber ich würde mich auch mit 08/15 Einheitsbrei zufrieden geben, wenn denn wenigstens die Kämpfe spannend wären. Dummerweise brauche ich für spannende Kämpfe ein gutes Fundament und vernünftige Regeln und kein "Das System ist so robust, da kann man unbesorgt in nicht abgedeckten Situationen ein paar Rulings machen, das klappt schon". Handwedelei zerstört mir den Spaß an der spielerischen Herausforderung.
Aber die Charaktere und das Auspielen der Rollen!?
Joa, das hab ich lieber in Systemen, die ohne Schwerter und Magie auskommen.
Wenn es um Fantasy geht, hätte ich
gerne lieber komplexe Kämpfe. Lieber "Final Fantasy Tactics" mit einer Story, die eben so als Erklärung für das Zustandekommen des nächsten Kampfes taugt, als ein "episches" Intrigantenstadl, das auch nur eine Kopie von den üblichen Verdächtigen ist.
Und falls jetzt jemand einwenden möchte, dass Kämpfe ja auch nur Kopien von irgendwas sind: Ja, und bei Schach spielt man immer wieder und wieder das exakt gleiche Spiel im exakt gleichen Rahmen mit den exakt gleichen Bedingungen und trotzdem gibt es davon immer noch Weltmeisterschaften. Duh!
