1. Anerkennen, dass man zu einer (kleinen) Minderheit der RPGler gehört, wenn man keine taktischen Kämpfe mag.
Steile These. Würde ich nicht zustimmen wollen!
Also, nicht, dass es nicht jede Menge Rollenspieler gibt, die Spaß am Taktieren im Kampf haben.
Aber ich würde wiedersprechen wollen, dass die "anderen" eine kleine Minderheit sind.
Dazu gibt es zu viele Storyteller und Erlebnisjunkies, sind zu viele Systeme erfolgreich, die keinen taktischen Anspruch haben und dazu wird D&D auch zu häufig eben nicht taktisch gespielt, sondern als Erzählmaschine mißbraucht.
Nicht zuletzt ist D&D4 als sehr taktisches Game nicht so gut angekommen und D&D5, das wieder Rückbesinnung auf AD&D Zeiten lieferte und weniger Fokus auf Taktik lieferte, verkaufte sich wie das geilste seit geschnitten Brot.
Also: Ja, die "Tacticians" sind da draussen und es sind verdammt viele,
aber: Nein, die anderen sind kleine Minderheit, die nur laut sind.
Bei taktischem Gaming brauchst Du "nur" ein taktisches Game, um alle Tacticians glücklich zu machen und je prominenter es wird, desto besser, weil desto mehr Leute findet man zum gemeinsamen Gezocke und Mini-Geschubse.
Die ganze Storyteller-Bande verteilt sich nur immer auf verdammt viele Systeme und Settings, weil es da auf Spielwelt, Ton und Stimmung ankommt. Da spielen die einen Call of Cthulhu, die anderen Vampire und die nächsten Coriolis und keiner von denen spielt Konditor in Aventurien (okay, gemeiner Scherz).
Und ja, die Zahlen von roll20 und anderen Gaming Plattformen zeigen, wie prominent D&D5 aufgestellt ist, nur ist D&D5 kein wirklich taktisches Game und viele Runden zocken es eben so, wie sie es auf YouTube gesehen bei Mercer & Co. (und mit Co meine ich andere Shows, wie Glasscannon Network oder so.) haben und da wird eben nicht lange die Bewegungsweite in Kampf berücksichtigt oder die verschiedenen Angriffsoptionen abgewogen - da wird Handlungsspektakel erzählt, so "Wham, Bam, Thank you, mam!" und alle jubeln "Wow!" und machen es nach.
Und dann ist D&D5 noch ab der 10 Stufe auf dem Wege, lauter Onetrickponies auf die Battlemap zu stellen, wo sich die Gruppe entweder richtig vorbereitet aufstellen konnte und dann ist der Gegner flambierter Toast mit Citro-Jam oder sie haben nix im Hut, das wirkt und dann sind sie ganz schnell der Toast, mal abgesehen davon, dass die D&D5 Gegner im "als angemessen angegebenen Herausforderungsgrad" auch eher eine Lachnummer sind, was wiederum zeigt, dass Taktieren nicht im Sinne des Autors gewesen ist, sondern man sich gefragt hat: Wir machen wir die Buttkicker glücklich?