Finde auch, dass es Aufgabe der Spieler ist, den Einstieg in das Szenario mitzutragen und das Szenario dann auch entlang der gesteckten Marken zu spielen.
Argumentiere ja auch regelmäßig dafür, dass der SL sehr viel "dürfen" sollte, damit das Spielleiten einfacher wird. Bis hin zu Dingen, die andere als "Railroading" bezeichnen würden. (Warum schreibe ich das: Damit meine Position zwecks Kontextgebung für den Teil unten klar ist).
Hier klingt in einigen Beiträgen an, dass es zwei mögliche Probleme gibt:
1) Der Spieler meint, dass die Spielfigur "sowas nicht machen würde". Das kann manchmal so sein, dürfte in vielen Fällen aber (aus meiner Sicht) eher "Gezicke" sein.
2) Das Szenario beinhaltet Inhalte, welche ein Spieler aus ethischen oder ästhetischen Gründen nicht bespielen will. Das muss man ernst nehmen. Wir haben hier im Forum häufig festgestellt, dass die Ansicht bezüglich (ethisch-ästhetisch) spielbarer Inhalte weit auseinander geht. Auch hier ist natürlich wieder etwas Raum für "Gezicke", aber ich würde dieses Problem viel ernster nehmen.
Ich finde, dass es einen Unterschied macht, ob man "mal keinen Spaß hat", oder - ganz anderer Fall - man Schwierigkeiten hat, zu ertragen, was da gerade passiert. (Gleichzeitig ist es natürlich auch OK, aus einem Szenario auszusteigen, nachdem man eine gewisse Höflichkeitsspanne gewartet hat und dann festgestellt hat, dass einem das wirklich keinen Spaß macht).
Beispiele: Der grummelige DSA-Druide kommt halt mit auf das Stadtabenteuer; meinetwegen grummelt er dort besonders viel, aber er beteiligt sich am Spiel. Das ist dem Spieler zuzumuten und der Figur ist es egal. Andererseits finde ich es völlig akzeptabel, wenn Spieler ein Szenario nicht mitspielen wollen, bei dem sie sich an irgendwelchen Grausamkeiten beteiligen sollen. Oder wenn solche eine sehr große Rolle spielen oder sehr plastisch dargestellt werden.
Kurz: Auf die Befindlichkeiten der Spieler muss man Rücksicht nehmen. Auf die der Figuren weniger.