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Autor Thema: [Letzter Envoyer] Analyse des Rollenspiel-Marktes, Artikel von Frank Heller  (Gelesen 25574 mal)

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Offline Jed Clayton

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Hallo,

heute habe ich in meiner Mittagspause kurz Gelegenheit dazu gehabt, mir in der neuesten (und offiziell "letzten") Ausgabe des ENVOYER (Nr. 12/2008) den Artikel über den Niedergang des Rollenspielhobbys von Frank Heller durchzulesen.

Ich wollte hier nun mal interessehalber in die Runde hineinfragen, was ihr so von Hellers Meinungen in diesem Artikel haltet.

Gerade nach den ersten zwei, drei Seiten dieses Artikels müsste man eigentlich ähnlich wie der Verfasser (und andere Autorem auch) zu dem Schluss gelangen, das Pen & Paper Hobby läge unweigerlich in den letzten Zügen, alles werde immer schlimmer und immer schlechter und... überhaupt sterben wir alten Pen & Paper Rollenspieler ja aus.

Hier noch einmal für alle die wesentlichen Punkte aus dem Artikel von Frank Heller:

- Die Rollenspielerszene ist insgesamt eine winzig kleine Welt: Nach Hellers Ausführungen gibt es nur eine niedrige fünfstellige Zahl von richtigen P&P-Rollenspielern in ganz Deutschland, sagen wir mal 20.000 oder 30.000 (?). Wörtlich steht in dem Text, "es würde mich wundern, wenn es mehr als ein paar zehntausend wären". Die richtig aktive Fan-Szene, die auf Cons geht, im Internet postet, usw., beschränkt sich dagegen auf wenige hundert Personen. Angeblich sieht man, laut Heller, "immer nur die gleichen Gesichter" auf Cons.

- Die Rollenspielerszene, einschließlich DSA, ist schon lange nicht mehr "Mainstream": RPGs sind aus den regulären Spielwarengeschäften verschwunden, seitdem Schmidt Spiele sie nicht mehr unterstützt. Demzufolge entdeckt fast niemand mehr ein RPG einfach so durch Zufall...
Auch sind die tollsten und engagiertesten Erzeugnisse im Rollenspiel-Journalismus von vornherein sehr inzestuös: Rollenspiel-lastige Magazine werden nur von Leuten gelesen, die ohnehin schon Rollenspieler sind (und zwar eingefleischte Rollenspieler, die oft schon seit Jahren im Hobby sind). Ebenso werden Rollenspiel-Websites (wahrscheinlich auch dieses Forum) nur von Leuten frequentiert, die ohnehin schon Rollenspieler sind... und auf Fan-Treffen gehen dann Leute, die ohnehin... na ja, das wisst ihr ja schon.  ;)
Im Übrigen werden natürlich auch alle Indie- und Kleinverlags-Rollenspiele von Personen produziert, die selber passionierte Hobbyspieler sind und auch nie ernsthaft vor hatten, ganz von Rollenspielen zu leben oder eine Firma allein auf RPGs aufzubauen. Also auch wieder eine "inbreeding" Situation, wenn man es genau nimmt.

- Ähnlich wie es um 1994/95 einen deutlichen "Knick" durch das Aufkommen von Magic: The Gathering gab, gab es 2005 einen World of Warcraft-Knick in den Verkaufszahlen der RPGs: Online-Rollenspiele wachsen immer weiter, die Verkäufe von Pen & Paper gehen immer weiter zurück. Wenn jemand heute in ein Fantasy-bezogenes Hobby einsteigen möchte, greift er oder sie nach aller Wahrscheinlichkeit gleich zu WoW!

- Die jungen Kids und auch erfahrenere Spieler wollen MMORPGs online spielen, gerade weil man wesentlich schneller mitten im Spiel ist als bei einem herlömmlichen Pen & Paper. Die üblichen Argumente werden aufgelistet: nicht erst riesige Regelbücher kaufen und durchlesen, keine jahrelange Arbeit, um sich mit der Spielwelt vertraut zu machen, man hat sofort einen spielbereiten Charakter, man braucht keinen Spielleiter und keine festen Zeitfenster zum Spielen, und es gibt eine lebendige und weltweit aktive Fan-Community, etc. Wieso dann überhaupt (noch) Pen & Paper spielen?

- Viel schlimmer noch als die Tatsache, dass die jüngere Generation halt WoW spielt, ist wohl, dass die ALTEN Gamer jetzt quasi auf WoW (oder auf ein anderes MMORPG) umsteigen: Die Zeit, die man in das Online-Hobby steckt, fehlt dann eben für das P&P-Hobby; das Geld, das man ansonsten vielleicht in Pen & Paper investiert hätte, fließt jetzt auch in Online-Sachen. Um mal eine persönliche Anmerkung machen zu dürfen: Ich habe einen guten Bekannten, Ex-Rollenspieler, der zu Hause ständig vor der PS2-Konsole sitzt oder Computer-Kram zockt, und er hat auch nie Zeit, zu seinem alten Rollenspiel-Hobby zurückzufinden. Bekannteste Ausrede, "Das kostet doch bloß alles so viel Zeit..."

- Die Rollenspielszene macht sich selbst immer mehr Konkurrenz. Es gibt eigentlich "zu viele" Verlage mit zu vielen verschiedenen neuen Produkten. Wer jetzt ein neues RPG herausbringt, macht praktisch den älteren etablierten Verlagen das Geschäft kaputt... weil es nur so wenige Rollenspieler gibt, und was der Rollenspieler eben für das eine Spiel ausgibt, kann er parallel nicht auch noch für ein anderes Spiel ausgeben. Oder wie Heller es suggeriert: Veröffentliche ich hier und heute ein neues Indie-Rollenspiel, mache ich die Situation für das P&P-Hobby insgesamt eigentlich nur schlimmer anstatt besser und sorge dafür, dass die Umsatzzahlen insgesamt gerechnet noch weiter sinken.

Na ja, fürs erste werde ich die Schwarzseherei hier nicht weiter ausbreiten. Ich wollte eigentlich nur erzählen, was in dem Artikel steht.

Richtig interessant finde ich an der allerletzten Envoyer-Ausgabe übrigens etwas Anderes: Da kann ich auch nicht sagen, das Magazin hätte mich im letzten Jahr seines Bestehens nicht noch mal überrascht. André "Lodland" Wiesler hat ein eigenes Abenteuer verfasst, und das ist außerdem für das über 17 Jahre alte Spiel "TORG - The Possibility Wars" aus den Früh-90ern. Passt zu keinem gegenwärtigen Trend, keinem Film, keiner Modewelle, noch nicht mal einer besonders angesagten Spielwelt. Zudem ist es endlich mal ein Kurzabenteuer, das im Envoyer auf deutlich weniger als 20 Seiten passt. Und ich werde es bei nächster Gelegenheit gern lesen!
"Somewhere there is danger, somewhere there's injustice, and somewhere else the tea is getting cold."

(Doctor Who, Survival, 26th season, serial 4, part 3)

Kleiner 4. Mann

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- Die Rollenspielerszene ist insgesamt eine winzig kleine Welt: Nach Hellers Ausführungen gibt es nur eine niedrige fünfstellige Zahl von richtigen P&P-Rollenspielern in ganz Deutschland, sagen wir mal 20.000 oder 30.000 (?). Wörtlich steht in dem Text, "es würde mich wundern, wenn es mehr als ein paar zehntausend wären". Die richtig aktive Fan-Szene, die auf Cons geht, im Internet postet, usw., beschränkt sich dagegen auf wenige hundert Personen. Angeblich sieht man, laut Heller, "immer nur die gleichen Gesichter" auf Cons.
Woran macht der denn das fest?
Ich meine, ich gehe nicht auf viele Cons. Vielleicht so einer pro Jahr, dafür meistens an verschiedenen Orten. Und ich treffe da äußerst selten Leute, die ich schon kenne. Wenn die "aktive Szene" nur ein paar hundert Leute wären, hätte ich die, glaube ich, schon alle kennengelernt. Und wie gesagt, ich gehe selten auf Cons.
Was Foren angeht: DSA4forum und DnD-Gate, um mal zwei Beispiele zu nennen, haben 5000 bzw. 3500 Mitglieder. Daß nur ein Bruchteil von denen seine Zeit so wie ich jetzt mit irgendwelchen Meta-Diskussionen verschleudert und die Foren nur als gelegentliche Informationsquelle, wenn überhaupt nutzt, ist unerheblich. In so einem Forum auch nur anmelden würde sich wohl kaum jemand, der kein starkes Interesse an dem betreffenden Rollenspiel hat. Aber umgekehrt gibt es sicher viele stark interessierte, die nicht angemeldet sind (in unserer DnD-Runde nur ca. die Hälfte der Spieler.)

Online Woodman

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Zitat
- Die jungen Kids und auch erfahrenere Spieler wollen MMORPGs online spielen, gerade weil man wesentlich schneller mitten im Spiel ist als bei einem herlömmlichen Pen & Paper. Die üblichen Argumente werden aufgelistet: nicht erst riesige Regelbücher kaufen und durchlesen, keine jahrelange Arbeit, um sich mit der Spielwelt vertraut zu machen, man hat sofort einen spielbereiten Charakter, man braucht keinen Spielleiter und keine festen Zeitfenster zum Spielen, und es gibt eine lebendige und weltweit aktive Fan-Community, etc. Wieso dann überhaupt (noch) Pen & Paper spielen?
Das kann so eigentlich nur jemand behaupten, der entweder noch nie ernsthaft ein MMORPG gespielt hat, oder das ganze nich objektiv betrachtet, die zeit, die ich bei pen and paper mit regelbüchern lesen verbringe muss ich bei den online spielen aufwenden um die mechanismen und konventionen zu analysieren, weil man sonst kaum erfolgreich an diesen spielen teilnehmen kann, und spätestens beim 2. oder 3. char hat man realisiert das der richtige spaß erst anfängt wenn man irgendwelchen highlevel events teilnehmen kann und der weg dahin wird zum lästigen hinderniss, und damit hat sich dann auch das zeitfenster fast erledigt, weil diese events nur in gruppen zu bestehen sind und schon muss man sich wieder verabreden.

Offline der.hobbit

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Habe den Artikel gerade einmal gelesen, und muss sagen, dass ich die Analyse für nicht falsch halte. Außerdem sagt Frank Heller am Anfang, dass er bewusst überspitzt.

@Szenengröße: Ich traue den echten Absatzzahlen der Verlage mehr, als subjektiven Eindrücken. Wenn ich mal Hochrechne, wie viele Rollenspieler ich hier kenne. Grob geschätzt, 20? Die meisten davon nicht mehr so aktiv. Jetzt nehmen wir mal an, dass ich nur einen Bruchteil wirklich kenne, und dass zehn Mal mehr in dieser Stadt leben. 200 Rollenspieler also, macht ein Promill auf die Bevölkerung hochgerechnet. Auf Deutschland übertragen sind wir dann bei 80.000 Rollenspielern. Wenn man jetzt noch bedenkt, dass der Studentenanteil hier bei 1% liegt, dann lässt das vermuten, dass hier überdurchschnittlich viele Rollenspieler wohnen.

@MMORGS: Ja, auch beim MMORG brauche ich Zeit, um "richtig" spielen zu können. Aber ich investiere einen großen Teil dieser Zeit im Spiel. In einem Tutorial spiele ich bereits. Ich kriege direkte Erfolgserlebnisse. Ich erweitere meinen Horizont direkt im Spiel. Bis ich den Highlevel habe, der mich zu Verabredungen zwingt, habe ich schon so viel Zeit darein verblasen, dass ich bereits integriert bin. Es geht ja um die Einstiegshürde, nicht um den Gesamtaufwand.
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Offline Greifenklaue

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@Cons: Hmm, völlig klar, dass da immer die gleichen Gesichter sind, die z.B. in den Cthulhu-Workshop gehen oder die er an den verschiedenen Verlagsständen sieht. Aber gerade bei den Besuchern dürfte es da doch einiges an Fluktuationen geben.
"In den letzten zehn Jahren hat sich unser Territorium halbiert, mehr als zwanzig Siedlungen sind der Verderbnis anheim gefallen, doch nun steht eine neue Generation Grenzer vor mir. Diesmal schlagen wir zurück und holen uns wieder, was unseres ist.
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Offline Feuersänger

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Wörtlich steht in dem Text, "es würde mich wundern, wenn es mehr als ein paar zehntausend wären"

Einfach so hingesch(m)issen ist das eine völlig wertlose Behauptung. Ebenso stichhaltig können wir die Anzahl intelligenter Spezies im Universum bestimmen, indem ich sage "Es würde mich wundern, wenn es mehr als eintausend wären". Da muss man sich vielmehr die Verkaufs- bzw Auflagenzahlen der Verlage anschauen, dann wird da schon eher ein Schuh draus. Und selbst da kommen nur sehr grobe "Lower Limits" als Ergebnis raus:
Auf jedes verkaufte Grundregelwerk kommen schonmal bis zu 5 oder 6 Leute, die dieses System spielen, da nicht jeder Spieler die Regeln selber besitzt. Sagen wir mal, hier könnte die Quote etwa 3:1 betragen. Betrachten wir die diversen Systeme, gibt es wiederum Überschneidungen, weil viele Rollenspieler mehr als ein System spielen. Und dann noch die Eigenimporte fremdsprachiger RPGs, die vom deutschen Handel gar nicht erfasst werden.

Rasches Google-Fu ergibt z.B. dass die erste Auflage von DSA4 schon 20.000 Einheiten umfasste und im Nullkommanix ausverkauft war. Das macht also nach meiner vorsichtigen Schätzung schon allein 60.000 DSA4-Spieler (wenn wie gesagt jeder dritte die Regeln kauft). Dann gibt es noch die DSAler, die den neumodischen Kram nicht mitmachen, und nochmal eine ganze Menge komplett anderer Spieler, die überhaupt kein DSA spielen. Ich glaube nämlich nicht, dass DSA an deutschen Spieltischen noch annähernd 50% "Marktanteil" hat.

Anhand dieser Zahlen und Schätzungen würde ich eher sagen, dass es vermutlich etwa 150.000 oder mehr deutschsprachige Rollenspieler geben könnte. Das ist zwar jetzt auch noch viel Guesswork, aber wohl schon fundierter als eine "es-würde-mich-wundern" Aussage, die sich auf ein paar subjektive Con-Erlebnisse stützt.
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Zitat von: ErikErikson
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Offline Dom

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Zitat
Ich glaube nämlich nicht, dass DSA an deutschen Spieltischen noch annähernd 50% "Marktanteil" hat.

 ::)
Zitat
Einfach so hingesch(m)issen ist das eine völlig wertlose Behauptung.

PS: Ich habe gerade mal in der "Spielerzentrale" bei mir im Landkreis und Umgebung nach Rollenspielern gesucht. Insgesamt haben sich 86 Leute eingetragen, 69 davon können/wollen DSA spielen. Das sind ca. 80%.
« Letzte Änderung: 22.11.2008 | 06:17 von Dom »

Online Roland

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Wobei, zumindest bei den mir bekannten Spielern, die Tendenz dazu geht, alle Spiele einzutragen, die sie Spielen könnten. Mit DSA ist fast jeder schon mal in Kontakt gekommen.
Wenn ich dagegen die Zahl der aktiven DSA Spieler bei meinen ca. 30 momentanen Mitspielern betrachte, liege ich da wieder bei wesentlich unter 50%. Aber selbst wenn wir nur die verkauften DSA4/4.1 Regelwerke nehmen und die Zahl mal 4 rechnen, sollten wir schon bei wesentlich über 100.000 sein.
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Ein

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Und selbst wenn es nur 30.000 sind, heisst das noch lange nicht, dass das Hobby ausstirbt:
 - nur weil es nicht Mainstream ist: es wird einfach nur wieder ein Außenseiterhobby (was es sowieso immer war)

 - nur weil weniger gekauft wird: die Leute haben nur einfach genug Material im Regal stehen - und ein Hobby fällt sicherlich nicht mit der Dekommerzialisierung

 - ähnliches gilt für die Streuung der Verkäufe: bitter für die Verleger, aber irrelevant für das Hobby

 - ich bezweifle, dass Heller eine fundierte Einsicht in die deutsche Jugendkultur hat

 - in meiner Runde spielt meines Wissens niemand mehr WoW und wenn die Leute keine Zeit haben, liegt das eher an echten Gründen wie Familie und Arbeit

 - nur weil immer dieselben Leute auf Cons gehen: ich persönlich finde Cons sinnfrei und auch aus meiner Runde gehen die meisten nur auf die lokale Con - sowieso man braucht auch nicht auf Cons zu gehen, um Rollenspiel zu spielen

 - selbes gilt für Rollenspielforen

Offline tartex

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Auf jedes verkaufte Grundregelwerk kommen schonmal bis zu 5 oder 6 Leute, die dieses System spielen, da nicht jeder Spieler die Regeln selber besitzt. Sagen wir mal, hier könnte die Quote etwa 3:1 betragen. B

Du solltest aber nicht vergessen, dass viele Leute Systeme kaufen, aber nie spielen. Das kann jemand sein, der so viel zu Hause hat, dass er nie alles ausprobieren könnte, aber auch ein Einsteiger, der sich mal eine Box/ein Regelbuch kauft und dann nie Mitspieler findet/ erkennt, dass es doch nix für ihn ist, etc...

Gerade bei kleineren und Nischen-Systemen nehme ich an, dass die zum Großteil bei Sammlern landen, die evtl. nie vorhatten sie jemals zu spielen. Sowas kann sich ja für Verlage ja auch rentieren. Ich denke, dass z.B. Lizenzspiele erst deshalb finanziell Sinn machen. Sind ja oft auch bessere Bilderbücher/ Photobände.
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Offline Merlin Emrys

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Nach Hellers Ausführungen gibt es nur eine niedrige fünfstellige Zahl von richtigen P&P-Rollenspielern in ganz Deutschland
Was sind denn eigentlich "richtige" Rollenspieler? Und was sind die anderen - "falsche"?

Wieso dann überhaupt (noch) Pen & Paper spielen?
Aus demselben Grund, aus dem manche Leute irgendwann aufhören, Comics zu lesen, und zu Büchern übergehen, nehme ich an. Comics lesen sich leichter und schneller, trotzdem können sie manches nicht bieten, was Bücher möglich machen.


Offline TerraNova

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Vorneweg: Ich habe den Artikel im Envoyer nicht gelesen, da mich die Borniertheit und Arroganz des Blattes schon vor lange Zeit vertrieben hat.

Was das "Rollenspiel stirbt aus" angeht: Nein. Ich halte das Rollenspiel am Tisch allerdings für ein Phänomen, das niemals wirklich massencharakter erreichen wird. Es braucht, ohne all zu arrogant auftreten zu wollen, nunmal eine gewisse Art Mensch, und davon nicht nur einen, sondern gleich mindestens mal 3-4 am gleichen Platz. Das allein sorgt für einen verhältnismäßig kleinen Kundenkreis. Ob der nun expandiert oder kontrahiert - schwer zu sagen. Aber ich glaube nicht das er implodiert - dafür sind doch noch zu viele Spieler im Feld, und zu viele Kreative in der Szene.

Auch kleine Kundenkreise sind Kundenkreise. Ich würde mal vermuten, das es ähnlich viele Rollenspieler gibt, wie Briefmarkensammler oder Eisenbahn-Modellbauer. Vieleicht in anderen Alters- und Einkommensklassen, aber im Grunde vergleichbar: Randerscheinungen der Gesellschaft, die nie "Mainstream" werden werden.

WoW und andere Computerspiele würde ich auf einer ganze anderen Ebene sehen. Es ist ein Genre, das viel mehr mit Sammlertrieb und Sofortiger (später, verzögerter) Belohnung zu tun hat, als mit Rollenspiel. Es mag ab und an passieren, das es der Rollenspiel-Szene ab und an mal dienlich ist, indem es Rekruten "rüber schiebt", und das es einen gewissen Prozentsatz des Einkommens der Rollenspieler bindet - aber auch Autos binden Einkommen, das sonst für RPG draufgehen könnte. Schielt die RPG-Szene auf die Autoproduzenten, und wünscht ihnen (teilweise) die Pest an den Hals?

Offline Samael

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20.000 - 30.000 Leute sind deutlich zu wenig. Ich habe hier in Bonn ca. 100 Einträge bei www.spielerzentrale.de. Hochgerechnet kommt man da deutschlandweit schon auf 25.000+ Rollenspieler, die sich bei www.spielerzentrale.de registriert haben. Wenn man die Zahl dann mal mit 10 multipliziert, ist man vielleicht in der richtigen Größenordnung. Gut, in Bonn hats viele Studenten, aber ich hab die Einwohnerzahl (von Deutschland) auch großzügig abgerundet.

Wenn man von 100.000+ Rollenspielern ausgeht, ist das konservativ geschätzt denke ich. 250.000 sind vermutlich näher an der Wahrheit.

EDIT:
Allein, dass es wohl in jeder größeren Stadt in Deutschland noch immer einen Rollenspiel-/Fantasyladen gibt, trotz Konkurrenz durch amazon, Dragonwworld & Co, spricht wohl sehr deutlich gegen die Zahlen von Herrn Heller.
« Letzte Änderung: 22.11.2008 | 12:27 von Samael »
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Offline Feuersänger

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Ja, der Rollenspieleranteil unter Studenten ist allgemein relativ hoch. Es gibt aber auch eine ganze Menge Universitätsstädte in Deutschland. In Erlangen z.B. ist der Studentenanteil fast 20%, weil es da ausser Uni und Siemens absolut gar nichts gibt.

Und wo wir gerade bei der Spielerzentrale sind: die Trefferquote da hat nichts zu sagen, weil die Auswahl an Systemen dort stark beschränkt ist, und man als Suchender nach dem Schrotflintenprinzip alles Mögliche ankreuzt. Selbst ich habe da mangels Auswahl auch DSA angegeben, obwohl ich mit einer kurzlebigen Ausnahme seit über 10 Jahren kein DSA mehr gespielt habe und auch eine ganze lange Liste Systeme lieber spielen würde als DSA.
(Immerhin danke für den Hinweis, hab jetzt mal mein Profil aktualisiert und DSA gelöscht.)

Drittens ist das mit dem Internet wie gesagt sone Sache; wenn ich mir meine Runden so anschaue, bin ich da jeweils der einzige, der wirklich online aktiv ist, das taugt also auch nur ganz schlecht als Maßstab.
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Zitat von: ErikErikson
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Offline der.hobbit

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Upps, habe wohl zu lange nicht in den Thread geschaut, daher jetzt einige Quotes, die alle wohl auf folgendem Problem basieren:

Vorneweg: Ich habe den Artikel im Envoyer nicht gelesen, da mich die Borniertheit und Arroganz des Blattes schon vor lange Zeit vertrieben hat.
Man kann vom Envoyer halten, was man will, aber über einen Artikel zu diskutieren, den man nicht gelesen hat, ist auch ... unklug.

Einfach so hingesch(m)issen ist das eine völlig wertlose Behauptung. Da muss man sich vielmehr die Verkaufs- bzw Auflagenzahlen der Verlage anschauen, dann wird da schon eher ein Schuh draus.
Die Aussage ist nicht "einfach so hingeschmissen", sondern genau das Gegenteil: Im Artikel wird genau das kritisiert, was hier gerade geschieht: Dass subjektiv von Rollenspielern (!) die Größe geschätzt wird, und diese die Anzahl der aktiven Spieler überschätzen, weil sie in dieser Welt leben. Über den Markt heißt es:
Zitat von: Artikel
Das (Anzahl der aktiven RPG Spieler) kann kann man natürlich nur vorsichtig anhand der verkauften Grundregelwerke der verschiedenen Systeme schätzen.
Genau dieses macht Frank Heller, indem er die Auflagen von Feder&Schwert, Pegasus und Ulysses erfragt hat, und zudem noch die Absatzzahlen von Pegasus als Großhändler betrachtet.

Was sind denn eigentlich "richtige" Rollenspieler? Und was sind die anderen - "falsche"?
Im Artikel wird nie von richtigen oder falschen Rollenspielern geredet, sondern nur von aktiven. Unter diesem Gesichtspunkt sollte man sich auch die Zahlen aus Spielerbörsen und ähnlichem anschauen: Ein großer Teil werden Karteileichen sein. Ebenso wie bei Foren, in denen es so viele wirklich aktive Schreiber nicht gibt. Gibt's irgendwo eine Statistik von  :T:, wie viele unterschiedliche Rechner pro Monat auf das Forum zugreifen? Den Wert halbieren (Arbeit / Daheim) und wir dürften bei einer realistischen Zahl sein.

- ähnliches gilt für die Streuung der Verkäufe: bitter für die Verleger, aber irrelevant für das Hobby
Genau diese Aussage findet sich im Artikel wieder:
Zitat von: Artikel
Als Rollenspieler finde ich es toll, wenn es viele verschiedene Systeme gibt und ich viel Auswahl habe. Aus Sicht eines Verlages, der von Rollenspielen leben muss, ist die Zersplitterung des Marktes dagegen eher problematisch als hilfreich.
Die Argumentation ist aber, dass diese Problematik dazu führt, dass die "großen" wirtschaftlich arbeitenden Verlage (hier als "dient dem Inhaber als Broterwerb" zu verstehen, dass auch die kleinen Verlage schwarze Zahlen schreiben ist hoffentlich so, aber eben nicht groß genug, dass man davon leben könnte), dass diese "großen" Verlage sich ggf. aus dem RPG Sektor zunehmend zurückziehen, zumal keiner nur von RPG leben kann und weitere Standbeine hat.
Nun muss es ja nicht schlimm sein, wenn die "großen" Verluste zugunsten von "kleinen" erleiden. Darin mag aber ein Problem enthalten sein:
Zitat von: Artikel
Diese ["kleinen"] Verlage publizieren genau so lange, bis der Verantwortliche die Lust verliert oder ihm das Geld ausgeht. Das heißt auch, dass die "kleineren" Rollenspile niemals so beständig und dauerhaft am Markt sein werden wie dei "großen".
Was wird z.B. mit Ratten! geschehen, wenn Grasi kein Interesse mehr daran haben sollte, oder - oh Schreck - die Karriereleiter hinaufklettert und plötzlich keine Zeit mehr dafür hat? Auch Familiengründungen können sich dahingehend auswirken. Ratten! ist ein beachtenswertes Projekt, vor dem ich riesigen Respekt habe - aber ohne Grasi ist es vorbei. Punkt. Bei den mittelgroßen Systemen, z.B. Arcane Codex oder Traveller usw. gibt es nicht eine Person, sondern mehrere. Was geschieht, wenn diese sich zerstreiten? Erinnert sich noch jemand an einen kürzlich hochgekochten Prozess? Das sind erste Anzeichen für interne Konflikte, an denen solche Verlage leicht zerbrechen können, gerade weil es Liebhaberprojekte und eben keine (rein) kommerziellen Projekte sind.

Was das "Rollenspiel stirbt aus" angeht: Nein.
Sagt ja auch niemand. Oder um hier einfach mal den Artikel zu zitieren:
Zitat von: Artikel
Wir müssen uns keine Sorgen machen, dass unser Hobby stirbt, aber sollten uns auch bewusst sein, dass die Szene eher überschaubar ist und vermeintlich "großen" Verlage unbedingt darauf angewiesen sind, dass wir ihre Produkte erwerben, da sie davon leben müssen.
Das kann man jetzt gerne als (vielleicht sinnvolle, s.o.) Werbung für den Mainstream sehen, aber sicherlich nicht als Totsagung für das Hobby.



Das war jetzt erstens lang, wofür ich mich entschuldige, und zweitens auch in einem gewissen Rahmen wahllos, wofür ich mich noch mehr entschuldige. Ich will dem Artikel nicht das Wort reden, aber bevor man ihn kritisiert, sollte man ihn doch bitte, bitte mindestens einmal gelesen haben. Zumal es seit geraumer Zeit einer der wenigen Beiträge im Envoyer ist, der zu mehr dient als im Fitnesscenter die Zeit totzuschlagen ohne sich Sorgen über die Schweißflecken auf dem Heft machen zu müssen.
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Offline Kardinal

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Offline TerraNova

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Man kann vom Envoyer halten, was man will, aber über einen Artikel zu diskutieren, den man nicht gelesen hat, ist auch ... unklug.

Ich denke ich habe den Artikel eher zum Anlass genommen, meine Meinung zum Thema des "verfallenden Hobbies" zu sagen. Da ich ausdrücklich darauf hinwies, sehe ich mich hier eigentlich zu unrecht gescholten. Oder hätte ich lieber vortäuschen sollen, ihn gelesen zu haben?

Die Aussage ist nicht "einfach so hingeschmissen", sondern genau das Gegenteil: Im Artikel wird genau das kritisiert, was hier gerade geschieht: Dass subjektiv von Rollenspielern (!) die Größe geschätzt wird, und diese die Anzahl der aktiven Spieler überschätzen, weil sie in dieser Welt leben. Über den Markt heißt es: Genau dieses macht Frank Heller, indem er die Auflagen von Feder&Schwert, Pegasus und Ulysses erfragt hat, und zudem noch die Absatzzahlen von Pegasus als Großhändler betrachtet.

Da unterschätzt du aber ganz gewaltig. Ich persönlich gebe pro Monat für Rollenspielbedarf vorsichtig geschätzt 50 Euro aus - und ich habe seit 5 Jahren nichts deutschsprachiges mehr gekauft. Ähnliches gilt für recht viele meiner regelmässigen Mitspieler. Die deutschsprachigen Rollenspiele mögen vieleicht aussterben, und ich werde ihnen keinen Träne nachweinen - qualitativ spielen die Amis uns einfach vollkommen und chancenlos an die Wand.

ChristophDolge

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Wieso? Wenn du keine deutschsprachigen Publikationen kaufst, bist du auch kein Element des deutschsprachigen Marktes. So einfach ist das.

Offline Feuersänger

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Nochmal Stichwort Spielerzentrale: auf der Hauptseite seh ich grad, ist die Rede von über 10.000 eingetragenen Spielern (Bereich D/A/CH soweit ich das sehe). Nun kann ja niemand sagen, welcher Prozentsatz der deutschsprachigen Rollenspieler auf der SZ eingetragen ist, aber ich wage mal zu bezweifeln, dass es 33 oder 50% sind, wie indirekt von diesem Heini da postuliert. Auf der SZ trägt man sich ja eigentlich meines Erachtens nur ein, wenn man nicht ausgelastet ist, und es soll ja gerüchteweise doch hier und da noch funktionierende, regelmäßig spielende Gruppen ohne Personalmangel geben...
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Offline Falcon

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@totgesagte Leben länger.
es geht doch so viel ab im RPG wie schon lange nicht mehr.
RPC anyone?
Die Zahl 20.000 habe ich schon vor 4-5 Jahren auf der RatCon gehört, ich glaube von Florian Don-Schauen, er bezog das aber meiner Erinnerung nach nur auf DSA Spieler.

aber ums mit Tenacious D zu sagen

talking
TCGs tried to kill the RPG
But they failed, as they were smite to the ground

MMOs tried to kill the RPG
But they failed, as they were striken down to the ground

Game Consoles tried to kill the RPG, Ha,ha,ha,ha,ha,ha
They failed, as they were thrown to the ground

refrain - singing-
No-one can destroy the RPG
The RPG will strike you down with a vicious blow
We are the vanquished foes of RPG
We tried to win for why we do not know 
« Letzte Änderung: 22.11.2008 | 19:54 von Falcon »
Roll and ROCK! GetSavaged!
             still counting: "... dieses EINE Mal stimme ich Falcon zu..."
hoch ist gut Sowas wie'n Blog

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@der.hobbit
Nur um das jetzt noch einmal kurz zu kommentieren, denn ich finde das Thema eigentlich ziemlich sinnfrei.

Die Existenz des Hobbies Rollenspiel hängt nicht davon ab, dass Produzent XY Rollenspiel AB vertreibt, sondern allein davon ab, dass Rollenspieler weiter spielen. Und das ist allein dadurch gegeben, dass Rollenspiele sich kaum mit der Zeit abnutzen. Im Grunde hat man mit 100 Euro Investition für sein gesamtes Rollenspiel-Leben ausgesorgt. Punkt. Ende.

Wenn die deutschen Rollenspielverleger untergehen: Schade, ABER: NICHT das Ende unseres Hobbies!

Offline der.hobbit

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Ich denke ich habe den Artikel eher zum Anlass genommen, meine Meinung zum Thema des "verfallenden Hobbies" zu sagen. Da ich ausdrücklich darauf hinwies, sehe ich mich hier eigentlich zu unrecht gescholten. Oder hätte ich lieber vortäuschen sollen, ihn gelesen zu haben?
Sorry, das sollte nicht gescholten rüberkommen, aber anhand meiner Formulierung musstest du es so verstehen - mea culpa.
Du hast es richtigerweise gesagt, andere nicht, daher konnte ich nur dich zitieren. ;)

@der.hobbit
Die Existenz des Hobbies Rollenspiel hängt nicht davon ab, dass Produzent XY Rollenspiel AB vertreibt, sondern allein davon ab, dass Rollenspieler weiter spielen. Und das ist allein dadurch gegeben, dass Rollenspiele sich kaum mit der Zeit abnutzen. Im Grunde hat man mit 100 Euro Investition für sein gesamtes Rollenspiel-Leben ausgesorgt. Punkt. Ende.
Wenn die deutschen Rollenspielverleger untergehen: Schade, ABER: NICHT das Ende unseres Hobbies!
Welchen Teil von
Wir müssen uns keine Sorgen machen, dass unser Hobby stirbt, aber sollten uns auch bewusst sein, dass die Szene eher überschaubar ist und vermeintlich "großen" Verlage unbedingt darauf angewiesen sind, dass wir ihre Produkte erwerben, da sie davon leben müssen.
hast du nicht verstanden? Wie gesagt, es kann einem egal sein, ob die großen Verlage sterben. Das ändert aber nichts daran, dass sie sich aus dem RPG Bereich zurück ziehen wenn sie dort nicht mehr genug verkaufen.
« Letzte Änderung: 22.11.2008 | 21:52 von der.hobbit »
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Offline Merlin Emrys

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Die Existenz des Hobbies Rollenspiel hängt nicht davon ab, dass Produzent XY Rollenspiel AB vertreibt, sondern allein davon ab, dass Rollenspieler weiter spielen.
Jein... Es gehen immer Rollenspieler 'an die Umstände verloren' - Arbeit, Familie, andere Hobbies, den Tod. Damit "das Rollenspiel" weitergeht, braucht es also irgendwoher auch wieder Nachwuchs. Und genau dafür ist es dann nicht egal, ob es Schmidt Spieler oder ein Ein-Mann-Verlag ist, der ein Rollenspiel vertreibt. Man mag noch so sehr darüber klagen, daß es nicht gerechtfertigt sei, aber der Werbefaktor des Namens "Schmidt Spiele" ist ein anderer als der eines Ein-Mann-Verlags oder eines unbekannten kleineren, und was bei einem Verlag wie Schmidt im Programm ist, kann man auch eher unkompliziert beschaffen. (Es gibt Rollenspielmaterial, das ich längst gekauft hätte - wenn es einen Weg gäbe, die Bezahlung zu regeln, aber leider sind die angebotenen Bezahlwege mit hohen Gebühren oder unzumutbaren Risiken verbunden. Ein Spiel eines großen Verlags kann ich in einem deutschen Laden bestellen und bezahle am Ende nur den normalen Preis.) 
Mundpropaganda mag das eine oder andere wieder wettmachen, aber der Name großer Verlage würde den Wert der Mundpropaganda ja nicht schmälern, dafür aber zusätzlich Menschen gewinnen können, die von Mundpropaganda eben nicht erreicht werden.

ClemLOR

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Servus:

Rollenspielszene: Klein und überschaubar. Gewiss. Viele Menschen, mit denen ich spreche, ist Rollenspiel nach wie vor etwas unbekanntes.
Mainstream/ Indie: In dieser kleinen Sparte RPG Hobby gibt es Mainstream und Indie; die Indies dafür verantwortlich machen zu wollen, dass sich der Mainstream zurückzieht ... gewagt, sehr gewagt. Denn Mainstream wird von extrem vielen Rollenspielern gespielt (DuD, DSA, SR, WoD, CoC).
Dass sich die Verlage, kleine und große, reduzieren, vielleicht schubweise, vielleicht geplant, vielleicht auch spontan, würde ich eher davon abhängig machen, dass viele (Mainstream) Verlage diese Unart entwickeln, neben den Grundregeln und Grundboxen noch Tonnen an Zusatzkram verkaufen zu wollen, der nicht immer Anklang und Zuspruch bei den RPGlern findet. Selber schuld, wenn sie ihre Produktionskosten unnötig hochschrauben. Beste Mainstream Beispiele, dass das schief gehen kann: AD&D 2nd Ed, Call of Cthulhu - beide deswegen schon totgesagt und doch noch immer (in veränderter Form) am Leben; und bei eBay werden die AD&D Artikel mittlerweile zu ähnlichen Preisen gehandelt, obwohl alt und gebraucht, wie zu damals im Laden.
Hobby am Sterben: Nö, bestimmt nicht. Und wenn es mal keine Verlage gibt, dann wird es RPGler geben, die andere Medien (Internet) nutzen, um neues zu schaffen und zur Verfügung zu stellen.

Also: Mit Blick auf den Markt gewiss poessimistische Einschätzungen, die begründet oder begründbar sind; aber bezogen auf die, die das Hobby ausmachen (wir RPGLer) ganz bestimmt alles i.O. ... :)

Grüße
ClemLOR

Fehler darf der Finder behalten ...

Kleiner 4. Mann

  • Gast
Ich traue den echten Absatzzahlen der Verlage mehr, als subjektiven Eindrücken.
Dann mal her damit.