Auf Papier: Matthew Kressel, Queen of Static (Band 2 von Worldmender): Mehr Höllen-Hopping, diesmal aber auch ein langer Handlungsstrang auf der Erde, in dem der ghoulifizierte Protagonist unter anderem die Ukraine kurz vor dem zweiten Überfall durch Russland bereist (das Buch ist 2022 erschienen, wahrscheinlich wurden die entsprechenden Passagen also wirklich noch vor Kriegsausbruch geschrieben). Ein anderer Handlungssrang geht um ein Pop-Starlet, das in Wirklichkeit eine Botschafterin der Höllenwelt Sheol ist, da werde ich noch nicht so ganz mit warm, zu viele Popstar-Klischees.
Trotzdem bin ich begeistert von dieser Reihe und wünsche mir bereits sehnlichst Band 3 (leider noch nicht in Sicht).
Als Hörbuch: Terry Brooks, The Voyage of the Jerle Shannara 1: Ilse Witch: Damit habe ich mich selbst überrascht: Terry Brooks habe ich das letzte Mal angefasst, als vor vielleicht 30 oder 25 Jahren die Scions of Shannara-Reihe in der deutschen Übersetzung abgeschlossen wurde. Die habe ich zu Ende gelesen und weiß sogar noch, dass sie mir durchaus gefallen hatte, aber danach dachte ich: Nie wieder Terry Brooks. Jetzt hatte ich spontan Lust auf diese Art herzensgute Fantasy und höre deshalb jetzt neben der Hausarbeit den nächsten Band, mit dem es damals weitergegangen wäre. Finde ihn bisher gar nicht schlecht. Brooks beschreibt sehr visuell, wenn auch nicht besonders kreativ - hört sich alles an wie eine Mischung aus meist eher ruhigen Filmszenen und Innenschau. Die Figuren wirken bisher nicht übermäßig komplex auf mich, aber funktionieren tun sie schon. Männliche Figuren sind ein bisschen zu oft broad-shouldered. Ansonsten passt das schon alles, auf dem Papier hätte ich vielleicht nicht die Geduld dafür und empfände das als zu viele Worte um zu wenig Substanz, aber wenn es so nebenher dahindudelt, ist es ganz wunderbar. Nervig allerdings: Die Erzählerstimme spricht mehrere Figuren in rauer Seebären-Tonlage, und Walker Boh spricht komischerweise mit etwas, das wohl ein russischer(?) Akzent sein soll ...