Habe mir "Jason und die Argonauten" (der von 1963, mit Todd Armstrong in der Titelrolle, und Bond-Girl Honor Blackman als Hera) angeschaut. Hatte ihn schon als kleiner Stöpsel im Fernsehen gesehen, und da ich noch etwas auf die Odyssee warten muss (wenn ich für 3h im Kino verschwinde, erkennt mich meine Familie hinterher nicht wieder) hatte ich wieder Lust auf etwas mythisches. Leider ist der Film nicht besonders gut gealtert. Als generischer Abenteuerfilm ist er OK (auch wenn ein Großteil der Schauspieler immer noch nicht besonders gut sind), als Umsetzung der Sage um das Goldene Vlies ist es eine mittelschwere Katastrophe. Der Film pickt sich vollkommen willkürlich ein paar Elemente der Sage heraus (allerdings ohne auf deren Grundlage und Bedeutung einzugehen - wo das Vlies herkommt, und warum es wichtig ist, wird z.B. komplett ausgespart). Dafür werden komplett neue Elemente hereingebracht, etwa eine Hydra, Talos, und die "Kinder der Drachenzähne" werden zu generischen Skeletten uminterpretiert (und statt sie - wie in der Originalsage - durch einen Trick zu besiegen, läuft Jason einfach mit Medea davon, während seine Kameraden masakriert werden; und dann ist der Film abrupt zu Ende). Die Argonauten sind generisch bis zum Gehtnichtmehr, und haben kaum definierende Eigenschaften (die Chance markantere Gestalten aus der Sage, wie Orpheus oder Atalante, einzubauen, wurde leider verpasst). Die einzigen Figuren, welche einigermaßen herausstechen sind Herkules (der leider vom schlechtesten Schauspieler in diesem Film gespielt wird - gegen den wirkt sogar Sorbo besser in der Rolle, hätte nicht gedacht, dass ich dass mal sagen würde), sowie Hylas, der auf der ersten Insel welche sie anlaufen total unspektakulär getötet wird (weswegen Herkules todtraurig ist und die Gruppe verlässt, obwohl die beiden im Film kaum zwei Sätze miteinander gewechselt haben).
Insgesamt nichts, was man sich unbedingt anschauen muss.