Da müssen wir nur einen Wachwechsel abpassen, wenn es ihn denn gibt. Also mache ich mal den Move namens Secure an Advantage. Fearghus würfelt Notice, und Amberlain macht einen Unterstützungswurf dabei. Eine Vier, die durch Support zur Fünf wird; daraus machen uns die Challenge Dice mit einer Sieben und einer Neun jedoch einen Fehlschlag. Der Move Pay the Price folgt also, und die Tabelle des Moves sagt, eine überraschende Entwicklung verkompliziert die Queste. Interessant! Während Fearghus also scharfäugig durch den Schlitz in der Zeltplane nach draußen starrt, entdeckt er also etwas Überraschendes. Was wäre das denn? Darauf antworten die Orakelwürfel Escalate Hate. Oha! Das bedeutet wohl, dass die Schergen der Raubritter nicht etwa unaufmerksam werden gegenüber ihren Gefangenen wie erhofft, sondern im Gegenteil besonderes Augenmerk auf sie richten, getrieben von einem Hass, der nur zur Eskalation führen kann.„… Der Gaeldain, der gehört mir! Von dem hole ich mir verdammich noch eins den Kopf!“, zischt gerade dort draußen jemand. Es wird dabei von einer der Silhouetten mit einem Kurzschwert hantiert!
Amberlain schluckt. Dann jedoch traut er sich zu fragen, „Warst Du wohl unfreundlich zu welchen von denen dort draußen?“
Habe ich mir noch nicht zurechtgelegt. Gibt es womöglich besondere Glâns-Fehden zwischen den Gaeldain und den Caeldir? Die Orakelwürfel kullern, und sagen überraschend, nein, dem ist nicht so! Im Rückschluss muss das ein ganz persönlicher Feind von Fearghus Gaeldain sein. Die Tabellen sagen uns zu dessen Identität: Ein Jäger, der eine Beziehung untergraben will. Uh, schick, der Hass basiert demnach auf Neid, die irische Leidenschaft ist da offensichtlich im Spiel! Das machen wir so:„Svaerin Brannuich!“, zischt Fearghus, als er die blutrünstige Stimme von draußen erkennt.
„Du kennst den?“
„Einer, mit dem ich früher zusammen gejagt habe. Die Brannuich standen lange Zeit gut mit uns Gaeldain. Ich habe Svaerin eine ganze Weile nicht mehr gesehen. Sieht so aus, als hätte er die Seiten gewechselt …“
„… Und dient jetzt den Raubrittern!“, flüstert Amberlain erschrocken, „Was will der von Dir?“
„Na, meinen Kopf, hast Du doch gehört!“, raunt Fearghus mit einem zynischen Lächeln.
„Aber warum! Was hast Du angestellt?“
„Blöde Frage, gar nichts. Svaerin war damals mein Nebenbuhler um eine holde Frau! Sieht so aus, als habe er seine Niederlage immer noch nicht verkraftet!“
„Und er hasst Dich nun so sehr, dass er Dich dafür töten will?! Was ist dort vorgefallen?“
„Geht Dich gar nichts an, Bürschlein. … Nun, der Umstand, dass ich gerade ein Kriegsgefangener seiner neuen Herren bin, macht ihn offensichtlich umso erbitterter! Unter normalen Bedingungen hätte er sich mit weiteren Ränkespielen und vielleicht einem Duell zufrieden gegeben.“
„Du musst unbedingt hier weg, bevor der zuschlagen kann. Und Du bist verletzt, und wahrscheinlich langsam. Ich lenke die für Dich ab! Ich kann Dir ein paar Minuten erkaufen!“
„Halt‘ Dich ja da raus, Ulba! Du machst höchstens alles noch schlimmer mit Deinem Herumgealber!“
„Der will Dich töten, Mann! Obwohl Du verletzt und kampfunfähig bist!“
„Ich bin alles andere als kampfunfähig.“
Sie wechseln einen Blick. Amberlain schaut verstört drein, aber trotzdem bockig; er will sich von Fearghus nicht abbügeln lassen.
Nachdem die Würfel (bei dem gescheiterten Secure-an-Advantage-Move) eben etabliert haben, dass es gerade keine Fluchtgelegenheit durch einen Wachwechsel gibt, wie geht’s also jetzt stattdessen weiter? Das befragen wir mal erneut die Würfel. Die sagen, Oppose Strength. Jemand stellt sich gegen Stärke? Das ist dann ein Charakter aus den feindlichen Rängen. Nicht alle Schergen der Raubritter sind Unmenschen! Das wird jedoch weder die alte Heilerin sein, noch der rachsüchtige Svaerin Brannuich. Wer also sonst? Dieser NSC ist ein Pilger, der einem Rivalen schaden will, sagt das Orakel. Hm! Das machen wir vielleicht mal so:Für ein paar weitere bange Minuten lauschen die beiden Gefangenen auf die gedämpften Stimmen der Streitenden dort draußen, die weiter zu klären versuchen, welchem Schicksal Fearghus zuzuführen sei. Dann hört man ein leises Schnurren, als sich von außen eine Messerspitze durch die Zeltplane arbeitet! Durch den entstandenen Schlitz späht ein einzelnes Auge, und erfasst die Verwundeten.
„He! Teufelsbraten! Kommt hier raus. Rasch! Und seid bloß mucksmäuschenstill, Teufelsbraten!“
Amberlain zögert nur eine Sekunde. Er packt geistesgegenwärtig Fearghus‘ Ellenbogen, und hilft ihm auf die Füße. Beide beißen die Zähne zusammen, als sie ihre Wunden spüren.
„Schnell, Teufelsbraten, bloß schnell! Die kommen gleich rein, von der and‘ren Seite!“
„Wer bist Du?“, flüstert Amberlain, als sie sich durch den Schlitz ducken und ins Freie treten.
Neben ihnen steht ein dürrer Kerl, geradezu asketisch, aber einigermaßen drahtig und zäh, mit langen, geschickten Fingern.
„Fearghus Gaeldain, fürwahr, Du bist‘s“, flüstert der Fremde anstelle einer Vorstellung, „Das ist nicht recht, dass Svaerin Brannuich Dir die Rübe abschneidet. Du hast das eine oder andere getan für die Glâns hier draußen, abseits der Städte. Vergisst man Dir nicht, nee.“
„Wer bist Du?“, raunt Fearghus eilig, „Auf dass ich Dir oder Deinem Glân Deinen Dienst beizeiten danke?“
„Nur ein Reisender, der die Rätsel der Erdgöttin zu verstehen sucht! An die Caeldir bin ich geraten auf meiner Pilgerschaft. In ihre Schuld und somit ihre Knechtschaft bin ich geraten. Aber die olle Uasal ist meine Gegnerin, hier in diesem Kriegshaufen, und sie necke ich, wo ich nur kann! Jetzt lauft, Teufelsbraten, oder Ihr verspielt Eure einzige Chance! Entrichtet den Xaerdunlin meinen verwandtschaftlichen Gruß!“
Ohne ihren Kram werden die beiden Wild Cards aber nicht weit kommen. Liegen ihre erbeuteten Habseligkeiten in Sichtweite, vielleicht auf einem Karren oder so? Die Orakelwürfel gewähren uns diese Fügung!Mit eingezogenen Köpfen eilen die beiden weg vom Zelt, entledigen sich ihrer Handfesseln bei dem Karren, indem sie sie an einer der Schneiden der dort herausragenden Schwerter auftrennen. Dann nehmen sie ihre Habe wieder an sich. Dabei ist schon das Gezeter von Svaerin Brannuich zu hören, der mittlerweile in das Gefangenenzelt gekommen ist!
Fearghus kippt fast vornüber, als er sich seinen Köcher umgehängt hat, weil ihm schlagartig erneut flau wird. Amberlain packt ihn von der Seite, und hilft ihm, sich nicht im Schlamm abzulegen. Sie sehen sich um: Sie befinden sich in einem kleinen Dörfchen, das offensichtlich von der Dienerschar der Raubritter besetzt ist. Alle Straßen sind stockdunkel. Sie eilen in eine der Gassen, und ziehen die Köpfe ein.
Ein von den Caeldir-Schergen besetztes Dorf am Rande des Schlachtfelds„Als dann …!“, flüstert Fearghus, und sieht Amberlain ernst an, offensichtlich will er zu knappen Abschiedsworten ansetzen.
„Du willst mir doch wohl nicht
immer noch erzählen, Du wollest alleine fliehen?!“
„Also gut! Ich nehme Dich mit. Halte Dich genau hinter mir, und tritt‘ nirgendwo hin, wohin ich nicht Fuß setze! Kapiert? Und das gilt doppelt, nachdem wir den Wald erreicht haben!“
Amberlain nickt, hebt seine eine Axt und die Reste seines Rundschilds höher, „Bereit!“, sagt er, aber in dünner Stimme.
Dann spurten sie los, in die Dunkelheit der sternenlosen Nacht.
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AdvancesAuch diese beiden Wild Cards haben mittlerweile genug EXP für ihren ersten
Advance im laufenden Spiel zusammen. Sie bekommen folgendes spendiert:
Amberlain: Fighting ➜ W8 &
Persuasion ➜ W8
Fearghus: Marksman-Vorteil