Die Wahrheit ist leider auch, dass ich selbst 500€ für Bilder nicht in dieses Projekt stecken könnte. Und ob ich damit selbst das Minimalbedürfnis nach Bildern decken könnte, ist vermutlich eher fraglich. Gibt es Künstler die bereit sind, sagen wir mal um die 30 Bilder, für ein paar Euro zu zeichnen und dann noch obendrauf kommerzielle Nutzungsrechte einräumen, ohne die eine mögliche Printausgabe nur schwer umsetzbar wäre? - Auch hier eine ehrlich gemeiten Frage, denn in der Tat weiß ich es nicht.
Nein.
Das muss man dann doch ganz klar sagen. Nicht "für'n paar Euro".
Wobei ich sagen würde: Rein vom künstlerischen Aspekt aus (Umwelt, Politik, Ethik mal außen vor gelassen), hätte ich keine Probleme damit, wenn du dein Regelwerk AI-bebilderst (würde nicht "illustrierst" schreiben), solange – wichtige Einschränkung! – du diese Printausgabe zum reinen Selbstkostenpreis anbietest. Das heißt, wer sie haben will, gibt dir genau soviel Geld dafür, wie es kostet, das Ding extern zu drucken und zu verschicken. Höchstens eine winzige Aufwandsentschädigung in Höhe dessen, was man bei z.B. itch.io auch für einen blanken, ausgestalteten Text verlangen würden. So 2-3€ maximal. Alles andere hätte ein wahnsinniges Geschmäckle für mich und fühlte sich nach Umgehung des geschäftlichen Risikos für maximalen Gain an.
Ein anderer Punkt ist, dass ich persönlich leider ganz schelcht darin bin, Kontakte aufzubauen und Menschen anzusprechen. - Und wenn das nur den Hobbybereich beträfe, wäre ich froh, ist leider aber nicht der Fall. Zeichen kannst du bei mir übrigens vergessen, ich bin handwerklich total unbegabt und die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass die Stifte nach einer Weile durchs Zimmer fliegen würden.
Bei beidem zu sagen "ich bin halt schlecht" bringt dich als angehender Autor leider nun einmal überhaupt nicht weiter. Das bremst dich nur aus. Klar ist das hart! Klar bringt es einen auch mal an den Rand der Verzweiflung. Aus dem Team des "Malmsturm"-Rollenspiels ist der Spruch überliefert "Das Spiel ist erst fertig, wenn jeder im Team dreimal über das Regelwerk gekotzt hat." Sehr bildhaft, klar. Aber wahr. Ein kreatives Projekt durchzuziehen, ist teilweise einfach emotionale Knochenarbeit. Und damit es dich nicht völlig fertigmacht, brauchst du die Fähigkeit zum Kompromiss. Diese Fähigkeit kann man entwickeln. "Done is better than perfect" ist ein Satz, der da seinen Sinn hat.
Und das Ding ist auch: Du brauchst Kontakte zur Szene. Du musst in der Lage sein, mit anderen in Kontakt zu treten. Das muss ja nicht einmal persönlich geschehen. Du setzt dich ja hier im Forum bereits mit Leuten auseinander und bringst dein Werk nach vorne. Da sind die ersten Schritte halt schon getan. Aber diese Zusammenarbeit mit anderen Rollenspielschaffenden (anderen Autoren, Spieldesignern, Künstlern) wird dein Projekt überhaupt erst großartig machen.
Man muss sich auch, was ich auch erst lernen musste, von dem Gedanken verabschieden, dass Künstler irgendeine abgehobene Elite darstellen, die man nur ansprechen darf, wenn man selbst irgendwie Stephen King oder Hideo Kojima ist, oder so (eine Vorstellung, die einigen respektfreieren Äußerungen im LLM-Thread wohl zugrunde liegt). Diese Leute sind normale Menschen. Mit denen kann man sich auch als Laie gut unterhalten und sogar ins Professionelle vorstoßen.
Wichtig ist da halt auch eine gewisse Bescheidenheit über das eigene künstlerische Verständnis. Ich will da ganz ehrlich sein: Einerseits zu sagen "Ich bin handwerklich beim Zeichnen völlig untalentiert" und "Ich kann mit Künstlern nicht reden", andererseits aber zu sagen "Ich muss unbedingt mein Buch illustrieren und will leeren Raum im Buch vermeiden, indem ich Illustrationen noch und nöcher da reinhaue"... das geht für mich nur so semi zusammen. Warum? Du hältst dich für untalentiert genug, selbst nichts zeichnen zu wollen, aber für talentiert genug, einem Künstler sehr, sehr klare Vorgaben machen zu wollen, dass Bilder so und nicht anders aussehen.
Nicht falsch verstehen. Klar, wir wissen schon, was uns gefällt. Welche Stile wir mögen, etc. Und vielleicht können wir argumentieren, warum. Aber der Schritt darüber hinaus ist halt, Kunst auch pitchen zu können. Und die Frage zu beantworten: Was soll die Kunst in meinem Buch eigentlich erzählen? Und zwar nicht die Story auf dem Bild, sondern die Verwendung eines bestimmten Art Styles.
Du kannst nicht zeichnen? Cool. Kann ich auch nicht. Ich habe mich da als Jugendlicher ausprobiert, war aber zu schnell zu frustriert, um weiterzumachen. (Riesenfehler, übrigens. Hätte ich die Frustration ausgehalten, könnte ich heute viel coolere Sachen machen.) Aber ich habe mich halt in digitale Bildbearbeitung reingearbeitet. In Layout. In Pixelart auch ein bisschen. Und deshalb glaube ich schon, dass ich mehr über eine Illu in einem Regelwerk sagen kann, als jemand, der einfach auf ChatGPT einen Prompt zusammenhackt, um das eigene Gesicht wie eine Ghibli-Version aussehen zu lassen.
Nicht falsch verstehen: Ich sage nicht, dass du so jemand bist. Was ich damit sagen will, ist: Es lohnt sich, sich zu fragen, ob es Workarounds gibt oder ob man vielleicht wen kennt, der die Art im eigenen Buch besser beurteilen kann, als man selbst. Wenn man mit einem Künstler zusammenarbeitet, passiert diese Rückkopplung ganz automatisch. Wenn man nur mit einem LLM rumspielt, dann nicht.
Und wenn du zu viele leere Räume im Buch hast, gibt es andere Möglichkeiten. Erst einmal kannst du da eine Menge im geometrische Formen oder farbliche Ausgestaltung von Texten etc. damit die Seite auch ohne Illu optisch ansprechend aussieht. Und: Keine Angst vor Weißraum. Der kann für sich selbst genommen schon stylisch aussehen.
Beispiel aus einem meiner Projekte: Ich arbeite aktuell immer mal wieder an einem Indie-Rollenspiel, bei dem die SCs zusammen ein Restaurant führen (denkt an "The Bear" oder "Chef" oder "Overcooked" oder sowas). Da habe ich Playbooks für geschrieben und hatte keine Illustrationen oder anderen grafischen Elemente. Also, Workaround: Ich habe die Playbooks so gelayoutet, als wären es Menükarten eines fancy Sternerestaurants. Und habe dann Vektor-Illustrationen von Gewürzen gekauft, und die den einzelnen Rollen zugewiesen. So hat das Playbook "The Innovator" den Pfeffer, "The Veteran" hat das Salz, "The Barkeeper" hat die Minze, usw. Für die grafische Auflockerung reicht das aus. Vor allem wenn man, wie du, ein Indieprojekt macht.
Und darüber hinaus funktioniert mein Gehirn leider so, dass es mir extrem schwer fällt, die Kontrolle zu verlieren, selbst wenn es nur gefühlt sein sollte.
Gut, darauf kann ich jetzt natürlich auch nichts erwidern. Ich bin als ADHS-Betroffener auch neurodivers, aber deutlich anders als du vielleicht. Was ich nur zu bedenken geben möchte: Kreative Projekte sind Kontrollverlust. Sie sind nicht dann fertig, wenn sie fertig sind. Sie sind fertig, wenn du emotional an dem Punkt bist, zu sagen: "Was auch immer daran noch nicht stimmt... ich ertrage das jetzt. Ich gebe die Kontrolle ab."
Burgen sind aber vielleicht doch ein andere Anwendungsfall als Raumhäfen, oder?
Und in vielen Fällen war es ja gerade der Vorteil, dass die KI auch auf total verrückte Idee kam. Das war ja bewusst oder zumindest unbewusst auch gesucht. - Und wie schon gesagt: Natürlich kann man nichts davon 1:1 übernehmen, aber es liefert einen Ausgangspunkt. Für dich hat es zur Recherche geführt, weil du historische Vorbilder berücksichtigen wolltest, ich habe freiweg die Ideen weiter gesponnen oder tatsächlich auch mal lediglich "Settingkonform" gemacht.
Ja, klar, KI kann Inspiration liefern, stelle ich nicht in Abrede. Aber bitte sieh davon ab, zu sagen, ein Large-Language-Modell sei auf "Ideen gekommen". So funktionieren die nicht. Du kannst sicher sein: Alles, was die KI dir über Raumhäfen gesagt hat, stand im Netz schon einmal irgendwo anders.
Ähm, ich habe gesagt, dass man der KI Kategorien vorgeben muss, wenn man ganz konkret kombinierbare Tabellen haben will. Und genau das habe ich gemacht. Ich habe überlegt, welche Themen meine Tabellen behandeln sollen und zu diesen Themen nach Vorschlägen gefragt [...]
Deine Ausführungen machen es mir jetzt klarer, zu verstehen, wie du KI benutzt. Darauf muss ich jetzt auch nicht eingehen. Ist völlig in Ordnung, wie du das tust. Danke für die Klarstellung
Im "Schlechte Cover"-Thread mit KI-Illus rumzuspringen, die angeblich besser sind (sie waren tatsächlich nur auf andere Weise schlecht), kann genau als so eine Respektlosigkeit gegenüber menschlicher, künstlerischer Arbeit, aufgefasst werden. Dass du dir da bei einem gewissen Anteil an kreativen Menschen hier im Forum keine Freunde machst, sollte dich nicht wundern.
Punkt 1) Es war eine sehr konkrete Antwort auf einen Vorredner, der ausdrücklich Bezug auf KI Bilder nahm.
Punkt 2) Wenn es nicht ersichtlich genug war, dass es scherzhaft gemeint war, tut es mit leid und ich entschuldige mich dafür, es nicht deutlicher gemacht zu haben.
Aber bedenke doch einmal für einen Moment den Kontext. Da geht es darum, dass ein Künstler, der tatsächlich echte händische Arbeit reingesteckt hat, eine Illustration gemacht hat. Und du flext, indem du zeigst "Oh, KI hat auch mal ein Cover gemacht"... mit der subtilen Annahme, die sei irgendwie besser. Dabei ist nicht einmal klar, ob dieses Cover wirklich aus Unverständnis heraus so schlecht ist, oder ob es, nun ja, mit voller Absicht so schlecht hingebastelt wurde. Der Gag, den du da versucht hast, war für Leute mit einem bestimmten künstlerischen Verständnis schon unfunny. Besonders, weil sich das in einem Thread ereignete, der zum Lästern über menschliche Illustratoren und deren Werke gebraucht wurde.
Vieles ist halt nicht alles.
Wie du über meine Arbeit urteilst, ist mit herzlich egal. - Achtung: Konstruktive Kritik ist mir hingegen absolut nicht egal! - Aber auf persönlicher Ebene angegangen zu werden, ist in meinen Augen etwas völlig anders und so einige Äußerungen habe ich so empfunden, auch wenn sie allgemein gehalten wurden. - Ohne einen speziellen User dabei im Kopf zu haben. - Und sma hat ähnliche Eindrücke geschildert, so völlig subjektives Fehlempfinden kann es also nicht sein.
Ja. Meine Kritik ist hart. Weil ich nicht denke, dass es etwas bringt gerade bei etwas so fundamental menschlichem wie kreativem, künstlerischem Ausdruck um den heißen Brei herumzureden. Ich habe jetzt in meiner beruflichen Laufbahn in verschiedenen, kreativen Berufen gearbeitet und da kriegt man manchmal auch echt harte Kritik zu hören – am Freitag meinte meine Guild Lead noch zu mir "Die Texte sind scheiße." Nehme ich ihr nicht krumm. Weil ich weiß, dass sie da Recht hatte.
Nimm den Fast Food-Vergleich. Ich könnte mich jetzt sofort ins Auto setzen und zum KFC fahren. Fänd ich richtig geil. Aber: Ist auf die Dauer nicht gut für mich und nicht zu vergleichen mit wirklich gutem Essen. Aber KFC tut ja, was er soll. Er wird halt nur nie besser sein als das, was er sein soll. Und ich glaube halt auch, dass du in dem, was du da machst, besser werden kannst (For the love of God, ditch that f***ing headline font!).
Ich meine, du sagst ja selbst, dass du Vieles noch nicht kannst, Vieles nicht an Skills nicht ausprobieren möchtest. Soll ich mich jetzt hinstellen und sagen: Hey, was du machst, ist ganz ganz super und dein kreativer Ansatz ist auch voll wertvoll und ja, du hast ja Recht: Das "bestmögliche Ergebnis" ist wirklich, wenn in jeder Lücke eine KI-Illu sitzt?
Das bringt dich doch nichts. Einfach weil das "bestmögliche Ergebnis" im Schaffen jeglicher Art von Kunst ein defizitäres, Ergebnis ist, das man nicht bis ins letzte My kontrollieren kann. Wenn ich hoffe mit einer Sache zu dir durchzudringen, dann ist es diese: Kreative Projekte zu machen... das ist immer ein chaotischer Kompromiss. Ich gehe daher auch nicht von einer Idealvorstellung aus. Ich gehe davon aus, dass man nie alles haben kann, was man möchte und dass das okay ist. Und dass das Weglassen von Sachen unausweichlich ist. Ein kreatives Projekt durchzuziehen bedeutet eben, die Kontrolle abgeben zu können.
Und ich bin jetzt auch mal ganz ehrlich: Ich bin auch unabhängig von der KI-Nummer nicht der größte Fan deines Spiels. Ich finde dafür, dass du von Space-Western schreibst, ist mir einfach zu wenig "Western" drin. Das, was ich lese, wirkt auf mich viel mehr wie ein Militärpolizei-Rollenspiel, bei dem alle Leute zufällig Cowboyhüte tragen. Es ist nicht so sehr "Fistful of Dollars" in Space als vielmehr "Walker: Texas Ranger" in Space. Und ich bevorzuge den "Fistful of Dollars". Da ist unser Zugang auch einfach zu unterschiedlich.
Ich wünsche dir trotzdem – und das meine ich ganz ehrlich – dass du mit deinem Spiel glücklich wirst. Dass du es zu einem für dich zufriedenstellenden Abschluss bringst. Dass du ein gutes Spiel machst, an dem andere Spaß haben.
Ich glaube eben: Du könntest schon ein besserer Autor und ein besserer Spieledesigner werden. Und sogar kunstdirektorische Skills entwickeln. Dich zu sehr auf die AI-Kunst zu fokussieren (weil die auch, seien wir ehrlich, am meisten Dopamin ins Hirn kickt), scheint mir der falsche Weg. Dein Spiel hat andere Baustellen, die dringender deiner Aufmerksamkeit bedürfen:
- Das Layout (Fontwahl, Umgang mit Weißraum (sei mutig genug, die Hintergrundtextur viel subtiler zu machen).
- Der Text (Aufbau, Fehlen wichtiger Informationen (wie sehen die Gesetze, die die Star Reeves durchsetzen, konkret aus und wer bestimmt darüber), Eindeutigkeit... und ich persönlich würde mir etwas ausgefallenere Alienspezies wünschen als diese Tiermenschen-Nummer).
Die kannst du noch verbessern. Das kann alles noch supergut werden, mit deinem Spiel. Da steckt ja doch auch eine Menge Potenzial drin, denn das Genre "Space Western" ist so übersättigt eben tatsächlich nicht.
Du hast da was an der Angel, was richtig gut werden kann. Aber damit das passiert, liegt halt noch ein holpriger Weg vor dir.
Ich wünsche dir, dass du ihn meisterst. Und ich will auch um Verzeihung bitten. Einige Punkte kamen bestimmt etwas zu hart rüber. Der ganze KI-Kram regt mich einfach nur maßlos auf, weil er so gerne dazu benutzt wird, menschliche künstlerische Arbeit zu entwerten. Ob du jetzt mein Feedback interessant findest oder nicht... es ist dein Spiel, du musst das wissen. Ich glaube halt einfach das, was du hier machst, könnte so viel besser sein.