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Autor Thema: OSR Smalltalk  (Gelesen 19570 mal)

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Offline Coltrane

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Re: OSR Smalltalk
« Antwort #325 am: 10.12.2018 | 21:29 »
Ja, hab ich dann auch gelesen und entsprechend oben editiert. Hätte nur nicht gedacht, dass der Begriff wirklich existiert und bin von einem Tipfehler ausgegangenen,aber man lernt ja bekanntlich nie aus. Ich gestehe, dass ich aufgrund des Wortklanges andere Assoziationen hatte und die selbst schon daneben fand.
« Letzte Änderung: 10.12.2018 | 21:31 von Coltrane »

Offline Rhylthar

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Re: OSR Smalltalk
« Antwort #326 am: 10.12.2018 | 21:33 »
Hatte ich das erste Mal, als ich von Negamagiern in SR gehört habe, auch.  :)
“Never allow someone to be your priority while allowing yourself to be their option.” - Mark Twain

"Naja, ich halte eher alle FATE-Befürworter für verkappte Chemtrailer, die aufgrund der Kiesowschen Regierung in den 80er/90er Jahren eine Rollenspielverschwörung an allen Ecken wittern und deswegen versuchen, möglichst viele noch rechtzeitig auf den rechten Weg zu bringen."

Für alle, die Probleme mit meinem Nickname haben, hier eine Kopiervorlage: Rhylthar.

Offline rillenmanni

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Re: OSR Smalltalk
« Antwort #327 am: 11.12.2018 | 09:03 »
Ah, was für mich auch noch ein Faktor bzw. ein Unterschied ist: Random Encounter.

Aber erstmal zu Manni:
4x99 Beserker treten halt bei 3.5 nur dann auf, wenn man als SC derbe Mist gebaut hat.  ~;D

Nun zu den Random Encounter Tables:
Für mich ist es total OSR, wenn diese Table so einen richtigen "WTF?  :o"-Moment verursachen (was sie in anderen Editionen wie 3.5 nicht zwingend machen, es sei denn, es ist ein "Weird Encounter"):
Zweimal gehabt, Low-Level-Abenteurer stapfen durch den Sumpf, mal eben gewürfelt, weil Zeit vergangen: 00...Schwarzer Drache! Anderes Mal Marschlandschaft: Eine Herde(!) Catoblepas!

War lustig!  :gasmaskerly:

Nebenbei zu 4x99 Berserker: Ich hoffe, man hat die Referenz erkannt! ~;D

Zu den RET: Klar, die sind auf jeden Fall ein Indiz dafür, dass man es mit OSR zu tun hat. Man bekommt solche quasi-tödlichen Encounter aber per Zufallstabelle auch (und in voller Design-Absicht) in Systemen geliefert, für die man derlei auf den ersten Blick nicht erwartet hätte: die Splittermond-Reisetabellen (Kategorie: Feind) der Regionalbände.
Während die Opfer sich umkrempeln und der Professor nicht zu erreichen ist, reißt Rillen-Manni voller Wut eine Waffe an sich ...

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Online Der Oger

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Re: OSR Smalltalk
« Antwort #328 am: 18.12.2018 | 17:34 »
Das wichtige bei den 4x99 Berserkern ist m.E. doch ( und wird gerne übersehen): Das man 1 Häuptling,  1 Unrerhäuptling pro 100 Berserkern,  sowie 1 Kleriker der Stufe X-y hat, dazu noch mal genau so viele Frauen und doppelt soviele Kinder wie Erwachsene.
Also,  ein Dorf aus einem Guss. Warum es jetzt ausgerechnet hinter der Tür und auf dieser Ebene des tausende Kammern, Höhlen,  Räume,  Tunnel, Hallen, Stollen etc. umfassenden Verlieses zu finden ist... Ist der spannende Teil. Hierher geflohen? Vor was? Hierher gelockt?  Von wem? Kann man mit ihnen reden? Kann man sie auf die eigene Seite ziehen? Oder wollen sie einen nur essen? Und wie findet man das rechtzeitig raus? Gab es vorher schon Anzeichen,  platziert in vermeintlich leeren Räumen?
Oger ist jetzt nicht mehr traurig. Oger darf jetzt seinen Blog in die Signatur aufnehmen: www.ogerhoehlen.blogspot.com


Welche Lösung bleibt da noch? - Ruft die Murderhobos!

Offline felixs

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Re: OSR Smalltalk
« Antwort #329 am: 7.01.2019 | 18:26 »
The Black Hack 2nd Ed. verspätet sich noch mehr... Hoffe, dass es tatsächlich keine grundsätzlichen Schwierigkeiten gibt.

Obwohl ich das bisher Gezeigte ästhetisch grauenhaft finde, hätte ich es doch allmählich gern mal in der Hand.
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Offline D. Athair

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Re: OSR Smalltalk
« Antwort #330 am: 11.01.2019 | 14:37 »
[...] , dass OSR für eine "herausforderungsorientierte" Spielweise steht. Abenteuer sind gefährlich, Balancing muss es nicht geben, Out-of-the-Box-Thinking bzw. Mobilisierung aller Synergien und Fähigkeiten ist nicht nur erlaubt, sondern oft auch geboten.
Hmmm ... ich mag den Begriff "herausforderungsorientiert" im Zusammenhang mit der OSR nicht so gern. Er ist nicht ganz falsch, aber doch durch 3.X & Co. (Combat as Sport) korrumpiert. Dazu kommt, dass die Formulierung "Herausforderung" dazu verleitet an "schaffbare Herausforderungen" zu denken. Altes D&D ist nicht soo gamistisch veranlagt. Simulation - in der Tradition des Kriegsspiels - war immer auch ein Bestandteil.

"Explorationsbasierte Spielweise" oder auch "bewältigungsorientiertes Spiel" würd ich lieber nehmen. Da wird aber die Abgenzung von den viel spielweltfokussierteren und spielprozessorientierteren W100-Spielen (RuneQuest, Cthulhu, Maelstrom) dann schnell schwierig. (In der britischen Tradition fließt es dann eh ineinander - vgl. WFRP1.) 


Megavolt: Und LotFP ist mE auch wiederum nur eine besondere Spielart des Ganzen, die sich auf die Fahne schreibt, nicht rundheraus "OSR" zu sein bzw eine OSR-Spielart zu sein. Stichworte hier: Weirdness, Negadungeon, Einzigartigkeit von Artefakten/Monstren.
+1

Lamentations hat leicht und locker eine Ausschuss-Quote von 50%. Für mich ist das okay, ich verbuche das unter "Künstler müssen sich austoben können, ohne Risiko keine Überraschungserfolge" oder so.
LotFP wird mMn von Vertretern der "reinen Lehre"TM oft auch deswegen nicht ganz verstanden, weil das Spiel im Kern viele britische osr-Einflüsse mitrein nimmt. Das sind W100/RQ-Paradigmen ("monsters are people, too"), Spielbuch-Anleihen ("dein Leben und dein Abenteuer enden hier") und eine spezielle weirdness (WFRP, Gormenghast) . Dafür sind puritanisches Sendungsbewusstsein, Landnahme/In-Beseitz-Nehmen und Borderland/Wild-West-Romantik weniger ausgeprägt. Das merkt man mMn nicht nur am Artwork.

(Die kulturellen Unterschiede beachtend wundert es mich z.B. gar nicht, dass The Cthulhu Hack, Crypts & Things oder auch Barbarians of Lemuria eben keine US-Produkte sind.)
« Letzte Änderung: 11.01.2019 | 15:47 von D. Athair »
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Offline General Kong

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Re: OSR Smalltalk
« Antwort #331 am: 20.01.2019 | 14:55 »
Was ich bisweilen an LotFP zu bemängeln habe:
1. Thematiken und Titel, die mir persönlich dann doch puritanisch-amerikanisch "Er hat FUCK! geschrieben und "Pussy" gesagt erscheinen = pubertäres Kacka-Getue um des "Schockierens" willen.
Ich habe Raggi auf der letzten Spiel, als er mir ein Buch mit "schockierenden" Zeichnungen andiente, weil die ja so schockierend seien (stimmte - waren grenzwertig), feststellend gesagt "Sir, you are a sick man." und dann vieles anderes von ihm gekauft. Er gucke irgendwie ... unerfreut. Tja ...
2. Abenteuer sollen wohl immer nur als Einschüsser gespielt werden. Wofür benötige ich die Regeln für höhere Stufen dann? - 1.-3. würde LANG ausreichen.
3. Manche sachen sind mir zu gewollt "Avantgarde", aber da sist sicherlich eine Geschmackfrage. Ich kann mit teuren "Künstler"-sachen jedenfalls am Spieltisch nichts anfangen.

Insgesamt sind die Abenteuer aber immer einen Blick wert und die Illus in der Regel (abgesehen von den "Avantgarde"-Sachen) sehr gut (insbesondere die Titelbilder) und passen stimmungsvoll ins jeweilige Abenteuer.

Und eien Schwäche für historische Settings udn besonders das 16./17. Jahrhundert habe ich sowieso.
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Offline D. Athair

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Re: OSR Smalltalk
« Antwort #332 am: 20.01.2019 | 17:07 »
Die Kritikpunkte teile ich.

Beim immer mal wieder auftretenden "Avantgardismus" ... gibt es für mich zwei Richtungen:
1) Gewollt und auch gekonnt und 2) erzwungen und misslungen. Jeweils inklusive aller möglichen und partikulären Mischungen.

Bei den Stufen/Abenteuern ... da fehlt mir auch das Verbindende. Nicht mal kleine Kampagenenangebote o.ä. (vgl. DCC RPG: Punjar-Abenteuer oder Chained-Coffin-Box + Hefte) gibt es. Auch Abenteuer, welche den niederstufigen Bereich sicheren Tritts verlassen fehlen.

Und bei den Thematiken: Auch in der bewussten Ablehnung/Verballhornung puritanischer Vorstellungen und der Wild-West-Grandiosiät bleiben diese doch irgendwie als Referenzen und Hintergrundfolien bestehen. Trotzdem ist es für mich eher ein Fortschritt gegenüber der bloßen, oft auch unterschwelligen Tradierung (was generell bei D&D-Sachen ein Thema ist) .
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Offline ghoul

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Re: OSR Smalltalk
« Antwort #333 am: 20.01.2019 | 18:00 »
Super, Kong, endlich sagt das mal jemand.  :d

Raggi und Co haben viele originelle Ideen, aber dann mischen sie so viel krankes Zeug rein, einfach weil, dass es manchmal nicht mehr spielbar ist bzw. etwas, das man spielen möchte.  :o
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Offline Fezzik

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Re: OSR Smalltalk
« Antwort #334 am: 20.01.2019 | 18:30 »
Mit LotfP hab ich persönlich das Problem das die Hausregel Ansätze die Raggi nutzt bzw. in das Regelwerk eingeflossen sind, gar nicht die sind die ich bevorzuge.
Die Szenarios sind ziemlich cool und ich will unbedingt mal Death Love Doom leiten  >;D . Aber ich sag ganz ehrlich, das würde wohl mit CoC oder FTHAGN geschmeidiger ablaufen, als das auf biegen und brechen mit einem System wie D&D zu spielen. Raggis Szenarios spielen deshalb in den unteren Stufen, weil ein Stufe 8 Krieger oder Zwerg sich beim Anblick von Zombieomas kaum einnässt. Horror kann D&D als System halt nicht so gut.
Die Schere bei den Illustrationen geht teilweise stark auseinander, das war für mich aber eh nie kaufentscheidend.
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Offline felixs

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Re: OSR Smalltalk
« Antwort #335 am: 20.01.2019 | 18:54 »
Ich kann mit grenzwertigen, bewusst provozierenden, "künstlerisch" ambitionierten Rollenspielpublikationen nichts anfangen.

Dieser ganze abgefuckte Sch... geht mir auf die Nerven. Das ist ein persönliches Geschmacksurteil und man kann anderer Meinung sein.
Wenn man aber Sachen geil finden möchte, gerade weil sie so abgefuckt sind, dann wird das m. E. erklärungsbedürftig.

Kann man meinetwegen im Rahmen künstlerischer Freiheit etc. alles gern machen, ich hätte aber gern vorher eine Warnung, was die da vorhaben. Das wäre sowohl seitens des Autors als auch seitens empfehlender Rezensenten und Mitforumisten nett. Wenn etwas eher abseits üblicher Geschmackslagen liegt, sollte man darauf hinweisen.

Mir ist übrigens Tomb of Annihilation schon viel zu abgedreht und teilweise auch zu morbide.
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Offline Megavolt

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Re: OSR Smalltalk
« Antwort #336 am: 20.01.2019 | 19:13 »
Raggi und Co haben viele originelle Ideen, aber dann mischen sie so viel krankes Zeug rein, einfach weil, dass es manchmal nicht mehr spielbar ist bzw. etwas, das man spielen möchte.  :o

Davon profitiert in meinen Augen letztlich der Sense of Wonder, weil einfach alles passieren kann.
Ich finde es eigentlich schlimmer, dass manche Abenteuer einfach nicht gut funktionieren, aber das liegt vielleicht an der breiten Palette der Autoren, die sich teilweise erheblich unterscheiden.

Zitat
Die Schere bei den Illustrationen geht teilweise stark auseinander, das war für mich aber eh nie kaufentscheidend.

Immerhin versuchen sie ja innerhalb der Werke einen durchgängigen Stil hinzukriegen, und sie trauen sich was. Immer mal wieder ist der Stil dann halt auch Mist (wie der Punk-Comic-Stil von Twin Towers). Trotzdem halte ich das letztlich für einen richtigen Ansatz.

Ich kann mittlerweile eigentlich zuverlässig voraussagen, dass ich die eher lyrische Schreibe vom Zak S. nicht ab kann. Aber so ist das halt. Der Macher von Veins of the Earth ist dafür ein brillanter Schreiber, und so gleicht sich das letztlich wieder aus.

Weird ist super und mutige, bzw. künstlerisch-originelle Ansätze sind auch super, ich bleibe dabei, dass das für den Ausschuss voll entschädigt und deshalb grundsätzlich zu unterstützen ist. Und was die Schockeffekte angeht: Sonst schimpfen immer alle über die Biederkeit und Tüdeligkeit von Fantasy-Kitsch, und wenn dann aber mal Gore und Genitalien gezeigt werden, dann passts auch wieder nicht.

Offline felixs

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Re: OSR Smalltalk
« Antwort #337 am: 20.01.2019 | 19:18 »
Davon profitiert in meinen Augen letztlich der Sense of Wonder, weil einfach alles passieren kann.

Mir kommt dieser Begriff ("Sense of Wonder") sehr überstrapaziert vor.
Es muss doch möglich sein, sich überraschen lassen zu können, ohne dass das auf (übrigens unplausibel) abgefahrene und eklige Arten passiert.
Außerdem erschließt sich mir nicht, worüber man sich wundern soll, wenn ohnehin alles passieren kann und man damit dann ja auch rechnet. Abgefahrenes Zeug wird dann (zumindest für mich) schnell abgenutzt.
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Offline Megavolt

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Re: OSR Smalltalk
« Antwort #338 am: 20.01.2019 | 19:26 »
Mir kommt dieser Begriff ("Sense of Wonder") sehr überstrapaziert vor.
Es muss doch möglich sein, sich überraschen lassen zu können, ohne dass das auf (übrigens unplausibel) abgefahrene und eklige Arten passiert.
Außerdem erschließt sich mir nicht, worüber man sich wundern soll, wenn ohnehin alles passieren kann und man damit dann ja auch rechnet. Abgefahrenes Zeug wird dann (zumindest für mich) schnell abgenutzt.

Klar, das ist ein Standpunkt, den ich nachvollziehen kann. Weird muss man mögen, das kann man nicht gegen den Strich bürsten.

Der Gegengedanke geht ungefähr so: Pans Labyrinth ist einer der besten Filme dieses Planeten. Er profitiert stark davon, dass zu Beginn relativ überraschend und unmotiviert jemandem  mit einer Flasche das Gesicht zermatscht wird, was unglaublich beklemmend ist (und ich bin niemand, der üblicherweise von sowas getriggert wird). Nach dieser Szene weiß man: Uh-oh, solche Dinge sind ab sofort immer möglich. Keine Szene danach ist jemals wieder unschuldig.

So ist das halt auch bei Lamentations. Auf nix ist Verlass, es gibt keinen Schonraum, alles ist gefährlich und spannend.

Offline felixs

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Re: OSR Smalltalk
« Antwort #339 am: 20.01.2019 | 19:36 »
Der Gegengedanke geht ungefähr so: Pans Labyrinth ist einer der besten Filme dieses Planeten.

Ich würde an der Stelle aussteigen.

Und bezüglich des Arguments würde ich meinen, dass ein gleichbleibend hohes Gefährlichkeitsniveau Abstumpfung fördert. Es braucht ein gewisses Maß an Normalität und Vorhersehbarkeit, mit dem man Überraschungen konstrastieren kann.
Zustimmen würde ich darin, dass ein Durchbrechen dieser Normalität ein mächtiges Stilmittel ist.

Und ja, ich habe bisher nichts gelesen oder gesehen, was sich selbst als weird bezeichnet und mir gefallen hätte.
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Offline Megavolt

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Re: OSR Smalltalk
« Antwort #340 am: 20.01.2019 | 19:39 »
Ich würde an der Stelle aussteigen.

Finde ich gut! Denn das heißt ja nix anderes, als dass du noch nicht abgestumpft bist. Schau dir den Film trotzdem mal an, der ist auf der Weltrangliste der Filme irgendwie auf Platz 15 oder so, das ist ein unglaubliches und ein unglaublich intelligentes Meisterwerk. 

Offline felixs

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Re: OSR Smalltalk
« Antwort #341 am: 20.01.2019 | 19:56 »
Finde ich gut! Denn das heißt ja nix anderes, als dass du noch nicht abgestumpft bist. Schau dir den Film trotzdem mal an, der ist auf der Weltrangliste der Filme irgendwie auf Platz 15 oder so, das ist ein unglaubliches und ein unglaublich intelligentes Meisterwerk.

Du hast es falsch verstanden. Was ich meinte, ist, dass ich den teilweise gesehen habe und ihn nicht gut finde.
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Offline General Kong

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Re: OSR Smalltalk
« Antwort #342 am: 20.01.2019 | 20:34 »

Ich kann mittlerweile eigentlich zuverlässig voraussagen, dass ich die eher lyrische Schreibe vom Zak S. nicht ab kann. Aber so ist das halt. Der Macher von Veins of the Earth ist dafür ein brillanter Schreiber, und so gleicht sich das letztlich wieder aus.

Weird ist super und mutige, bzw. künstlerisch-originelle Ansätze sind auch super, ich bleibe dabei, dass das für den Ausschuss voll entschädigt und deshalb grundsätzlich zu unterstützen ist. Und was die Schockeffekte angeht: Sonst schimpfen immer alle über die Biederkeit und Tüdeligkeit von Fantasy-Kitsch, und wenn dann aber mal Gore und Genitalien gezeigt werden, dann passts auch wieder nicht.

Zak S. als Autor heißt für mich, dass ich mir das Geld sparen kann.

G & G finde ich nicht schlimm, WENN das  zum Abenteuer passt, den Plot voranbringt und nicht das Abenteuer IST, also nicht zum Selbstzweck verkommt wie in:
"Guck mal, Mami! Wir haben Pimmel, F**zen, Menstruationsblut, Kinderschändung, Sodomie und Kannibalismus! Mit Bildah! Und wir hören auch Häwi Mätall und rauchen hinter der Garage! Sind wir cool und abgefahren oder was?"

Dafür bin ich schon zu lange erwachsen.

"Biederkeit" hat auch ihren Wert: Leichte Spielbarkeit und Wiedererkennungswert, hohe Massenverwendbarkeit (wenige Spieler lehnen ein Setting mit Orkd, Elfen und ZAuberern ab, weil es zu langweilig ist). Klar, per semper ist es etwas fade - aber wer will schon immer was Feurig-Exotisches essen? Häufig trifft ne Erbsensuppe oder eine Pommes-Schranke mit Extra-Majo und ner Bratwurst genau den Punkt.
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Re: OSR Smalltalk
« Antwort #343 am: 20.01.2019 | 20:45 »
Raggis "weird" ist nicht mein "weird". Aber gut, man kann vermutlich problemlos "Splatter/Gore-Punk" mit "weird" verwechseln. Wenn man will.
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Re: OSR Smalltalk
« Antwort #344 am: 20.01.2019 | 21:01 »
Raggis "weird" ist nicht mein "weird". Aber gut, man kann vermutlich problemlos "Splatter/Gore-Punk" mit "weird" verwechseln. Wenn man will.

Weil es mich interessieren würde: Kannst Du ein Deiner Meinung nach gelungenes Beispiel für weird geben? (Das ist keine Falle, es interessiert mich wirklich. Und auch wenn Du kein Beispiel geben kannst, weil es vielleicht immer nur einzelne Elemente innerhalb eines Gesamtwerks sind, die einem gefallen, wäre das völlig ok).
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Re: OSR Smalltalk
« Antwort #345 am: 20.01.2019 | 21:06 »
Weil es mich interessieren würde: Kannst Du ein Deiner Meinung nach gelungenes Beispiel für weird geben? (Das ist keine Falle, es interessiert mich wirklich. Und auch wenn Du kein Beispiel geben kannst, weil es vielleicht immer nur einzelne Elemente innerhalb eines Gesamtwerks sind, die einem gefallen, wäre das völlig ok).

Im Rollenspiel? Eher weniger, wobei da Warhammer schon in die Richtung gehen kann. Aber manches vom Werk von Michael Moorcock fällt da rein, ebenso China Miéville (Da vor allem die Bas-Lag Romane).
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Re: OSR Smalltalk
« Antwort #346 am: 20.01.2019 | 21:14 »
Im Rollenspiel? Eher weniger, wobei da Warhammer schon in die Richtung gehen kann. Aber manches vom Werk von Michael Moorcock fällt da rein, ebenso China Miéville (Da vor allem die Bas-Lag Romane).

Danke. China Miéville muss ich mir wirklich mal anschauen.
Von Moorcock habe ich den Elric-Zyklus zwei Mal gelesen und bin leider überhaupt nicht reingekommen. Ein paar schöne und irgendwie auch weirde Ideen sind aber drin - unter anderem ja Tanelorn  :)
Warhammer als Assoziation kann ich gut nachvollziehen. Wären "Warp, Skaven, Chaos, verwinkelte Gassen, verschrobene Figuren" Stichwörter, die in Richtung "Deiner" weirdness gehen?
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Re: OSR Smalltalk
« Antwort #347 am: 20.01.2019 | 21:17 »
Viele - nicht alle - Sachen von LotFP haben im Kern gute Ideen. Man muss sich halt nur trauen diese überbordende Weirdness, die auch zum Teil mit schlechtem Geschmack und Ekel gewürzt ist, ggf. rauszuwerfen. Von Weirdness-Niveau ist für mich Planescape oder Spelljammer vollkommen ausreichend.

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Re: OSR Smalltalk
« Antwort #348 am: 20.01.2019 | 21:18 »
Danke. China Miéville muss ich mir wirklich mal anschauen.
Von Moorcock habe ich den Elric-Zyklus zwei Mal gelesen und bin leider überhaupt nicht reingekommen. Ein paar schöne und irgendwie auch weirde Ideen sind aber drin - unter anderem ja Tanelorn  :)
Warhammer als Assoziation kann ich gut nachvollziehen. Wären "Warp, Skaven, Chaos, verwinkelte Gassen, verschrobene Figuren" Stichwörter, die in Richtung "Deiner" weirdness gehen?

Kommt immer drauf an wie sie umgesetzt worden sind.
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Re: OSR Smalltalk
« Antwort #349 am: 20.01.2019 | 21:24 »
Viele - nicht alle - Sachen von LotFP haben im Kern gute Ideen. Man muss sich halt nur trauen diese überbordende Weirdness, die auch zum Teil mit schlechtem Geschmack und Ekel gewürzt ist, ggf. rauszuwerfen. Von Weirdness-Niveau ist für mich Planescape oder Spelljammer vollkommen ausreichend.
+1...und Sword & Planet allgemein würde ich noch dazu packen. Deswegen will ich endlich ein Wizardry RPG.  :-\
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