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Autor Thema: Blizzard rezensiert...  (Gelesen 2431 mal)

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Offline Hotzenplot

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Re: Blizzard rezensiert...
« Antwort #25 am: 25.05.2018 | 11:03 »
@Hotze.
Aber Fudge wird doch gar nicht verwendet. FU kommt zum Einsatz.

Ok? Ich hatte das jetzt hier so verstanden, dass es irgendwie eine Mischung ist? Gucke ich mir später nochmal genauer an.
Die (Fudge)-Regeln spiegeln für mich leider so gar nicht das wieder, was ich mir unter einem eher narrativen Regelwerk vorgestellt habe
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Offline Der Narr

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Re: Blizzard rezensiert...
« Antwort #26 am: 25.05.2018 | 11:04 »
FU steht hier für Freeform/Universal. Das gibt es als Pay What You Want bei Drivethrurpg. Eine deutsche Übersetzung gibt es bei https://fu-rollenspiel.de/

Dammi hatte das oben schon verlinkt, aber ausgeschrieben war der Name noch nicht zu sehen.

Nebenbei finde ich die Namenswahl ungeschickt, im Kopf wird das für mich immer zum Fuck You System.

@Just_Flo: Der Ton macht die Musik :P. Du hättest deine Bemerkungen auch weniger herablassend und dafür konstruktiver schreiben können, denke ich. Zumal ich mich frage, ob dir diese peinlichen Fehler überhaupt aufgefallen wären, wenn nicht zufällig direkt Dammi in den Thread gekommen wäre ::).
« Letzte Änderung: 25.05.2018 | 11:07 von Der Narr »
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Offline Blizzard

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Re: Blizzard rezensiert...
« Antwort #27 am: 25.05.2018 | 11:05 »
@Hotze.
Aber Fudge wird doch gar nicht verwendet. FU kommt zum Einsatz.
Das Buch empfiehlt den Einsatz von Fudge-Würfeln. Man kann es aber auch mit ganz normalen W6 spielen.

Sorry, das war mein Fehler, das habe ich nicht klar genug formuliert im Regelteil der Rezension. Ich habe es jetzt noch mal abgeändert und hoffe, dass es nun klarer ist.
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Offline vanadium

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Re: Blizzard rezensiert...
« Antwort #28 am: 25.05.2018 | 11:06 »
@Topic:
Ich fand die Rezension sehr hilfreich, obwohl - oder vielleicht weil - ich Fudge durchaus interessant finde. Vielleicht greife ich bei einer günstigen Gelegenheit doch mal wieder nach Earthdawn (das Setting fand ich schon immer interessant). Andererseits habe ich meine Sammlung zuletzt erst u. a. auch um Earthdawn (alte Edition) verschlankt.  :D

Das ist leider immer noch falsch in der Rezi (die ich ansonsten gut finde - könnte es keinesfalls besser):
Das System ist weder Fate noch Fudge, noch fate-artig.
Freeform Universal ist das verwendete System, da hat man nur einen Würfel* (W6 mit 1-6).
Für die Effekte/Modifikationen können Fudge-Würfel zum Einsatz kommen (das geht aber auch mit normalen W6), da hat Dammi das FU (= Freeform Universal) etwas aufgebohrt. Dadurch hat man eine leichte Glockenkurve - das ist kein bisschen mit der G-Kurve von Fate (mit 4W3 !) vergleichbar.


* Auch das 50/50 von Ubiquity stimmt mitnichten.
Bei Freeform Universal geht es gerade nicht um 50/50 (geschafft / nicht geschafft). Es gibt 6 Ergebnisse:

ja und (6)
ja (4)
ja, aber (2)
nein, aber (5)
nein (3)
nein und (1)

Diese lösen dann entsprechende Effekte aus, die die Erzählung voran bringen.
« Letzte Änderung: 25.05.2018 | 11:14 von vanadium »
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Offline Hotzenplot

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Re: Blizzard rezensiert...
« Antwort #29 am: 25.05.2018 | 11:07 »
Verstanden. Danke für die Aufklärung!
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Re: Blizzard rezensiert...
« Antwort #30 am: 25.05.2018 | 11:19 »
Vielleicht nochmal eine (hoffentlich) letzte Anmerkung dazu von mir...

Nebenbei finde ich die Namenswahl ungeschickt, im Kopf wird das für mich immer zum Fuck You System.
Mir ging es da ähnlich wie Der Narr. Dadurch, dass das Spiel am Anfang den Einsatz von FUdge-Würfeln empfiehlt dachte ich eben, dass FU die Abkürzung für Fudge wäre. Es wird ja aber später im Regelteil auch nicht nochmal extra erwähnt oder gesagt, dass hier jetzt das FU-System zum Einsatz kommt. Sondern lediglich, dass man statt der Fudge-Würfel auch normale W6 verwenden kann. Mehr aber nicht. Das habe ich aber auch schon im Rezensionsthread von Thallion dazubemängelt.

« Letzte Änderung: 25.05.2018 | 11:28 von Blizzard »
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Offline Der Narr

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Re: Blizzard rezensiert...
« Antwort #31 am: 25.05.2018 | 11:24 »
Genau, das ist ja der Renner.

FU System ist Freeform/Universal System.

FUDGE ist Freeform Universal Do-it-yourself Gaming Engine.

Ich halte das Missverständnis für sehr verständlich. Aber zumindest hier im Thread sollte ja nun allen klar sein, was was ist und was was nicht ist :D.
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Re: Blizzard rezensiert...
« Antwort #32 am: 25.05.2018 | 11:36 »
Ok? Ich hatte das jetzt hier so verstanden, dass es irgendwie eine Mischung ist? Gucke ich mir später nochmal genauer an.
Willst du mein Exemplar haben? 8]

und können wir die weitere Diskussion um das FU-System (falls da noch Bedarf sein sollte) bitte auslagern? Es hat den Thread schon genug gehijackt...
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Re: Blizzard rezensiert...
« Antwort #33 am: 25.05.2018 | 18:21 »
Rezis/Meinungen, egal welche,  kann man nie genug haben, auf alle Fälle weitermachen, Blizzard.
Dein Wunsch ist mir Befehl! ;D. Daher kommt jetzt Rezension #2.

Vorweg: Die erste Rezension zu schreiben war-wie gesagt ein erster Versuch. Aber schon da habe ich gemerkt, dass es mir gut getan hat, einfach mal wieder ausführlicher über ein Rollenspielprodukt zu kommunizieren. Ich hatte in den letzten Jahren oftmals eine Leere in mir (auch mangels Spielrunden), eine Lethargie, die dazu geführt hat, dass ich nur noch gelegentlich mal einen tieferen Blick in RPG-Bücher geworfen habe. Aber durch das Rezensieren bzw. Schreiben dieser Rezensionen merke ich, wie die Leere allmählich zurückgeht, und die Motivation, sich wieder mit RPG-Büchern intensiver zu beschäftigen, hat deutlich zugenommen. Von daher bin ich froh, dass ich diesen Schritt gewagt habe.^^ Ich wünschte mir nur jetzt schon, dass ich das mal schon vor vier oder fünf Jahren schon gemacht hätte-aber irgendwas ist ja immer. ;)

Ich habe versucht, die Kritik an meiner ersten Rezension-sofern sie konstruktiv (geäußert) war, zu berücksichtigen. Im Nachhinein bin ich selbst nicht ganz zufrieden damit und habe nun versucht, für die zweite Rezension ein paar Verbesserungen einzubauen, damit die Rezension noch ein Stück übersichtlicher, informativer und transparenter wird.
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Re: Blizzard rezensiert...
« Antwort #34 am: 25.05.2018 | 20:34 »
Rezension #2

                                                                                             Spherechild Introheft (Schnellstarter 2018)



                                                                                                       

Klappentext: "Es war eine Syjar. Bei den Göttern. Ich wünschte, ich wäre verrückt, aber ich habe sie gesehen. In ihrem wabernden Kleid. Das hagere Gesicht überzogen mit kränklich blasser Haut. Und ihre Augen. Rot leuchtend, wütend, gezeichnet vom Wahnsinn. Die Alten haben uns am Lagerfeuer die schaurigen Geschichten über das Kinder raubende Monster erzählt. Wenn das Märchen sind, was ist dann dort draußen?"

Dieses Introheft ist eine Einführung in das Rollenspiel Spherechild. Neben den Kurzregeln für den schnellen Einstieg finden sich im Heft die Beschreibungen der Fantasy-Welt Valcreon und der SciFi-Welt Sol'Thuma. Acht vorgefertigte Charaktere und ein Einstiegsabenteuer ermöglichen das sofortige Losspielen.


Warum habe ich das gekauft?
Das habe ich nicht gekauft, das war ein nette Beilage zu einer Bestellung vom Sphärenmeister (wie thematisch passend ;)). :) Und nach dem Motto "Einem geschenkten Gaul..." habe ich dann eben mal einen (intensiveren) Blick reingeworfen.

Was haben wir hier?
Typ: Schnellstarter, Softcover
Sprache: deutsch
Umfang: ca. 35 Seiten
Genre: SciFi/(High)Fantasy-Mix

Worum geht's?
Es gibt 3 verschiedene Sphären/Welten, die auf fast schon magische Weise miteinander verbunden sind. Die Charaktere verkörpern sog. Sphärenkinder. Charaktere mit besonderen Kräften. Da jeder Charakter an seine Sphäre gebunden ist, es aber sphärenübergreifenden Bedrohungen und Abenteuer gibt, spielen die Spieler mehrere Charaktere (pro Sphäre einen). Erinnert ein wenig an TRI- 3 Welten bzw. Torg ist aber doch ein bisschen anders.

Präludium: Layout&Sprache
Tja, was soll ich da große Worte verlieren? Ich denke ein Blick auf das Titelbild spricht für sich selbst. Ok, da man ja bei einer Rezension etwas ins Detail gehen sollte: Die Grafik ist-durch das gesamte Buch weg, mal richtig, richtig gut geworden. Die durchaus hohe Qualität des Titelbildes hält sich z.B. auch oder grade bei den Charakterzeichnungen. Der Rest des Buches ist gut leserlich, schön strukturiert. Das gesamte Buch ist in Farbe. Die Texte sind klar und gut gegliedert; Besonderheiten oder Tipps werden farblich hervorgehoben. Der Text ist gut verständlich und weist keine Orthographiefehler auf.

Anfang
Am Anfang gibt es zunächst mal einen kleinen Überblick über die Hintergrundstory und das Setting von Spherechild. Auch die Regeln werden ganz kurz angerissen, bevor es auch schon mit der Charaktererschaffung weiter geht. Moment mal: Charaktererschaffung? Haben wir es hier nicht mit einem Schnellstarter zu tun und haben die nicht normaler Weise vorgefertigte Charaktere dabei? Ja, richtig, aber dieser Schnellstarter enthält beides. Und das Schöne daran ist: Es nimmt einen bei der Charakterschaffung an der Hand in der Form, dass einer der vorgefertigten Charaktere hier Schritt für Schritt (vor)gebaut wird. Keine Angst, das ist nicht sonderlich komplex und geht einigermaßen zügig von der Stelle. Das nenne ich mal eine coole Idee! Und vor allen Dingen hat man die Wahl zwischen eigens erstelltem und vorgefertigten Charakter.

Den Abschluss bilden etwas ausführlichere Settingbeschreibungen zu den beiden Welten Valcreon und Sol'Thuma. Beide sind gut geschrieben und auch gut geeignet, um einen erste, etwas detaillierte Vorstellung von den jeweiligen Welten zu erhalten und den Rassen, die dort leben. Die Beschreibung von Sol'Thuma ist etwas umfangreicher ausgefallen und beinhaltet auch Informationen über die bösen Rassen von Spherechild. Dass man die hier beschreibt ist zunächst richtig-für das Setting-Verständnis und für das Abenteuer am Ende. Aber grade weil es sich auch eben um ein Einsteiger-Abenteuer handelt, hätte es bei den beiden Rassen gar nicht so ausführlich sein müssen. Mir wäre da etwas weniger und dafür noch ein bisschen mehr bei Valcreon lieber gewesen.

Mittel-/Hauptteil
Hier haben wir zunächst mal je 4 vorgefertigte Charaktere für die beiden Spielwelten. Die nicht nur richtig gut gezeichnet sind (siehe Layout) sondern auch gut beschrieben sind. Hernach folgt eine Erklärung ,was ein Sphärenkind (Spherechild) eigentlich ist, und was es so besonders macht. Ich persönlich hätte diesen Abschnitt aber eher weiter nach Vorne gepackt, an den Anfang, noch vor die Settingbeschreibungen von Valcreon (klassische Mittelalter-Fantasy; kein Schwarzpulver aber sehr magisch) und Sol'Thumar (Sci-Fi Welt, mit ultra-fortschrittlicher Technologie). Die Sphärenkinder verfügen über spezielle Kräfte, deren Aktivierung K(raft)Punkte kostet. Es gibt dabei Individual-und Gemeinschaftskräfte. Bezahlt werden diese KP aus einem gemeinsamen Pool an KP, der allen Spielern gleichzeitig zu Verfügung steht.

Und dann kommt auch schon der etwas ausführlichere Regelteil. Generell würfelt man mit 1W20+Fertigkeitswert gegen einen bestimmten Schwierigkeitsgrad. Eine 20 ist ein besonderer Erfolg und eine 1 ein kritischer Fehlschlag. D&D-like kann man aber auch die 10 bzw. den Durchschnitt nehmen, wenn das denn reicht und muss gar nicht erst würfeln. Im Kampf gibt es klassisch die INI-Reihenfolge nach der Schnellste zuerst handelt. Man hat einen Angriff pro Runde, kann aber dafür sämtliche Angriffe, derer man sich erwehren muss, parieren. Fernkampfwaffen kann man nicht parieren sondern nur ausweichen.
Der Schaden ist waffenabhängig und Rüstung vermindert den Schaden. Insgesamt erscheinen die Regeln ganz gut zu passen. Hier hat man auf große Experimente verzichtet und lieber auf etwas Bewährtes zurückgegriffen. Auch in Sachen Komplexität hat man sich eher ein bisschen zurückgehalten und geschaut, dass die Regeln eher etwas leichtgewichtig sind. Taktische Optionen in Kämpfen gibt es trotzdem. Ich würde sie in etwa auf eine Stufe mit den Regeln von Shadows of Esteren stellen (das evtl. noch einen kleinen Ticken komplexer ist).

Hierbei ist mir jedoch aufgefallen, dass der Schaden zwar erklärt wird-aber sich zum Thema Heilung/Regeneration/Tod so rein gar nichts wieder findet. Das verwundert schon etwas, weil das doch ein wichtiges Thema ist-zumal auch noch einer der vorgefertigten Charaktere Mediziner ist. Aber auch für einen Magier ist es doch wichtig zu wissen, ob&wie sich seine Manapunkte wieder aufladen. Und auch sonst ist doch bei der klassischen Gruppenzusammenstellung immer ein Heiler mit dabei...Das ist etwas, was sich mir nicht so recht erschließt und trübt den bis dahin guten Gesamteindruck leider ein wenig. Die Regeneration von KP(Kraftpunkten) ist leider auch nicht erklärt.

Fertigkeiten gibt es auch einige-aber ich habe schon weitaus längere Fertigkeitslisten gesehen. Die Anzahl an Fertigkeiten hier ist echt überschaubar. Zudem Fertigkeiten so arrangiert sind, dass sie mehrere Aspekte beinhalten-wofür andere Systeme jeweils eine eigene Fertigkeit draus machen würden. So gibt es z.B. Geheime Fertigkeiten, das beinhaltet Ausspionieren, Lippen lesen, Stimmen immitieren, oder auch das Fälschen von Dokumenten.

Kommen wir zur Magie. Abseits der klassischen D&D-Spruchlisten haben wir es hier mit einem freien Magiesystem zu tun. An und für sich recht einfach-auch vom Probenmechanismus her. Man muss nur das dazugehörige Element beherrschen (wie z.B.) Luft und kann sich dann allerlei Luftzauber selbst ausdenken. Das erlaubt einerseits richtig kreativ zu sein und viel zu experimentieren. Auf der anderen Seite birgt sowas aber eben auch immer Gefahren von Spielern, die den Hals nicht voll kriegen können...Dann doch wieder klassisch: Zauber kosten Manapunkte. In der Hinsicht noch interessant: Man kann Zaubersprüchen nicht ausweichen oder diese abwehren; man kann nur versuchen, ihnen zu widerstehen (kommt aber im Prinzip auf das Selbe raus).

Schluss
Am Ende des Schnellstarters finden wir dann noch das Einstiegsabenteuer "Geheimnisse im Tiefen Raum". Sagen wir mal so: Es ist ein Einstiegsabenteuer, das dazu dient, mal einen ersten Einblick in die beiden Spielwelten zu bekommen. Daher gibt es einen sphärenübergreifenden Plot. Der ist jedoch eher klassisch gehalten und das Abenteuer ist vermutlich in 3-4 Stunden Spielzeit gut abzuhandeln. Das wäre ja soweit in Ordnung, wenn mir da nicht einige Dinge aufgefallen wären , die auftauchen und nicht näher erklärt werden und/oder andere Dinge wie z.B. einige railroadige Abschnitte. Das soll nicht heißen, dass das Abenteuer per se schlecht wäre. Aber es hat dann doch einige Stellen, die man aus-oder verbessern sollte und insgesamt Luft nach oben.

Pro
- richtig gute Grafik
- Auswahl zwischen freier Charaktererstellung und vorgefertigten Charakteren
- freies Magiesystem
- Individual-und Gemeinschaftskräfte der Sphärenkinder
- Sphärenübergreifende Abenteuer problemlos möglich
- Man spielt mehrere Charaktere
- Mehrere Settings in einer Welt, gut verzahnt

Contra
- Settingbeschreibung zu Valcreon könnte etwas tiefgreifender sein
- Heilung/Regeneration (von Mana und KP) nicht beschrieben in den Regeln
- Erklärung zum Hintergrund über die Sphärenkinder wäre bei der Charaktererschaffung sinnvoller
- das Einstiegsabenteuer hat an einigen Stellen Ver-und Ausbesserungsbedarf
_________________________________________________ _________________________________________________ _________________________________________________ __________________
Was bleibt unterm Strich?-Das Fazit:
Insgesamt haben wir es hier mit einem äußerst gelungenen Schnellstarter zu tun. Er überzeugt nicht nur auf grafischer, sondern auch auf inhaltlicher Ebene. Der Regelumfang ist für einen Schnellstarter genau richtig-auch wenn eine solche eminent wichtige Sache wie Heilung/Regeneration gar nicht geregelt ist, natürlich ein echtes Manko darstellt. Auch das Einstiegsabenteuer am Ende hat einige Stellen, die ausgebessert gehören. Ansonsten aber ist der Fluff-Teil größtenteils gut geschrieben und vom Umfang her in Ordnung und vermittelt ein gutes erstes Bild von Valcreon und Sol'Thuma-zwei der Welten der Sphärenkinder, die mit ihren indivdualen und Gemeinschaftskräften ein interessantes Feature besitzen. Auch die Sache mit sphärenübergreifenden Abenteuern hört sich spannend an. Mich hat der Schnellstarter jedenfalls ziemlich angefixt mit/für Spherechild und ich kann den Schnellstarter nur all jenen empfehlen, die sich für eine (klare) Mischung aus Sci-Fi und Fantasy interessieren.

Meine Wertung: 7,5/10
« Letzte Änderung: 30.05.2018 | 17:39 von Blizzard »
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Offline Blizzard

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Re: Blizzard rezensiert...
« Antwort #35 am: 30.05.2018 | 20:55 »
                                                                                                No Return Corebook

                                                                             

Klappentext:

Die Welt von NoReturn

NoReturn ist ein einzigartiges Endzeit Rollenspiel, das in einer ungewissen Zukunft des angeblichen
 55. Jahrhunderts angesiedelt ist.   

Die Welt ist nicht schwarz/weiß sondern dunkelgrau, auch wenn das weltbeherrschende Zentrum, das die Gesellschaft auf einem frühen Technologiestand des 21.Jahrhunderts festhält, es gern so einfach darstellen möchte. Innerhalb der glänzenden High-Tech Zitadellstädte des Zentrums findet sich alles, was das Technologie-Herz sich wünscht. Von Robotik, Biomechanik über Naniten gestützte Ganzkörperpanzerungen, Laser-, Plasma- und Gausswaffen, bis hin zu Thermo-Optischer Tarnung und Antigravitationsantrieben. Das Zentrum hat sich sämtlichen Fortschritt über Generationen hinweg einverleibt. Sprache, Geschichtsschreibung, Religion und der Wissensstand der Bevölkerung, wird von dem totalitären Regime diktiert und kontrolliert. Individuen, die aus der Masse hervorstechen, werden gemäß der Richtlinie „keine Macht dem Einzelnen“ gejagt und aus der Gesellschaft entfernt.   

Außerhalb des Zentrums leben die Menschen unter anderem in von Anarchie geplagten Ruinenstädten, in Burgen aus Schrott oder auch der gepeinigten Natur, trotzend in der verstrahlten Prärie oder mutierten Dschungeln. Jeder Winkel der Erde zeichnet sich durch unterschiedliche Szenarien aus, in denen die Menschheit um ihr Überleben kämpft.

Sei was du willst!

Du hast die Möglichkeit, dich in diesem Spiel frei zu entfalten. Frei von Klassen, Clan, Kult oder anderen Strukturen kannst du dir deinen Charakter zusammenstellen und gemeinsam mit deiner Spielgruppe entscheiden, wo auf der Welt und in was für einem Stil gespielt wird.

Schlagt euch quer durch den Dschungel und kämpft gegen die mutierte Flora und Fauna, plündert verlassene Ruinenstädte auf der Suche nach wertvollen Gütern, nehmt an illegalen und tödlichen Straßenkämpfen teil oder errichtet ein Imperium auf Trümmern und Blut, um die Gesellschaft in eine von euch geprägte Zukunft zu führen.

Ob du ein skrupelloses Gangmitglied sein möchtest, ein Adivasi mit 360 Grad Ultraschall-Wahrnehmung, ein genetisch optimierter und mit biologischen Abnormitäten augmentierter Evo, ein Mutant, mit verschiedensten tierischen Fähigkeiten oder ein Zeneritone der über unglaubliche Psi-Kräfte verfügt, entscheidest du. Gestalte dir deine individuelle Mischung.

Aber denkt stets daran: Bei NoReturn seid ihr keine Helden.


Warum habe ich das gekauft?
Tja. Warum habe ich das gekauft? Eine gute Frage. Weil ich Endzeit mag und es mancherorts als Geheimtipp in Sachen Endzeit gemunkelt wurde. Ein paar RPG-Kollegen waren nach einer Proberunde durchaus angetan davon.

Was haben wir hier?
Typ: Grundregelwerk, Hardcover
Sprache: deutsch
Umfang: ca. 300 Seiten
Genre: Endzeit (dystopisch)

Worum geht's?
Die Menschheit ist mal wieder am Ende. Im Jahre 5407 ist das, was von der Welt übrig blieb, nur noch ein Häufchen Elend, größtenteils bestehend aus Ruinen und Überresten. Meistens geht es einfach nur um das nackte Überleben oder das Erleben des nächsten Tages in dieser von Gewalt dominierten Welt.

Präludium: Layout&Sprache
*Puh* Ich weiß ehrlich gesagt nicht, wann ich zuletzt ein Grundregelwerk in der Hand hielt mit einer derart schwankenden Grafik-sowohl was Quantität als auch Qualität anbelangt. Sagen wir es mal so: Es gibt Grafiken die sind ganz gut. Dann gibt es Grafiken die sind so...naja. Durchschnitt(lich)oder leicht drüber eben. Und dann gibt es Grafiken, die sind...sagen wir mal: unterer Durchschnitt. Wie fällt man bei sowas ein Gesamturteil über die Grafik? Ich habe lange überlegt, und dann beschlossen, meine Werteskala dafür zu nehmen.
Für die guten, gelungenen Grafiken gebe ich: 7/10
Für die ganz ordentlichen Grafiken geben ich: 6/10
Für die unterdurchschnittlichen Grafiken gebe ich: 4/10
--------------------------------------------------------------
Macht unterm Strich: 17/30. Oder 17:3 = 5,67 =>aufgerundet auf 6.

Neben wie gesagt auch gelungenen Grafiken gibt es dann aber immer wieder Sachen, die sehr schwer zu lesen und zu erkennen sind, wie z.B. machen Karten. Wenn die Karten dunkelgrau/anthrazitfarben sind, und mann dann ein Rot dazu nimmt für Namen, das genau so dunkel ist, dann sind die Namen einfach verdammt schwer zu erkennen. Und das ist mir aber nicht nur bei den Karten sondern auch bei einigen anderen Stellen unangenehm aufgefallen. Als Leser hat man nun mal keine eingebaute Infrarot-Sicht. Wobei man fairer Weise sagen muss: Das ist hauptsächlich bei den Welt-oder Landkarten so. Bei den Stadtplänen/Stadtkarten ist das nicht der Fall. Die sind gut gemacht und überschaubar, und die Gebietsaufteilung in den jeweiligen Städten ist recht schnell erkennbar.

Das Buch ist zwar durchweg in Farbe gehalten, allerdings überwiegen die Farbtöne grau, schwarz und (dunkel)rot und etwas weiß. Erinnert mit dieser Farbmischung ein bisschen an Degenesis, das aber gerade mit der Rebirth Edition über die weitaus bessere Grafik verfügt. Sämtliche Charakterzeichnungen sind aber schwarz/weiß. Und wo wir grade von Charakteren reden: Es gibt hier überdurchschnittlich viel nackte Haut , grade von Frauen(Stichwort: Titten) zu sehen. Ich habe nichts gegen ein paar freizügigere Bilder in einem Regelwerk-aber hier sind es mir eindeutig zu viele. Das ist mir deutlich zu viel Gun-Porn? Street-Porn? Dystopie-Porn? Nennt es, wie ihr wollt, ihr wisst was ich meine. So was brauche ich wahrlich nicht, um ein möglichst realistisches dystopisches Flair zu erzeugen. Sorry.

Bei all der Grafik darf man die Sprache nicht vergessen: Sprachlich habe ich nichts auszusetzen. Das Buch ist klar formuliert und leicht verständlich und die meisten Dinge sind gut überschau-und lesbar-bis auf die besagten Karten und anderen Dinge , die nur schwer lesbar sind.

Anfang
Am Anfang gibt es zunächst mal ein ausführliches Impressum mit Danksagungen an alle möglichen Unterstützer. Dann kommt auch gleich ein Vorgeschmack auf das Setting: Dystopie rules! Es wird kurz erklärt, was Dystopie eigentlich ist und welche Inspirationsquellen für das Setting Pate gestanden haben-z.B. "1984" von George Orwell. Dann werden verschiedene Spielkonzepte vorgestellt, quasi "Charakterklassen" die man in No Return spielen kann. Es folgt eine 8-seitige Timeline mit historischen Ereignissen, bis zum heutigen Tage im Jahre 5407. Ich meine: So eine Timeline ist ja nett-aber muss die 8 Seiten lang sein? Erinnert so ein bisschen an Jahreszahlen auswendig lernen für die Geschichts-Klausur...

Und dann kommt doch tatsächlich auch schon das Setting. Es werden mehrere Großstädte der USA (oder was davon übrig ist) vorgestellt.Diese unterscheiden sich erstmal nicht groß(artig): So gibt es quasi in jeder der Städte eine mafia-artige Hierarchie. Es gibt kriminelle Kleingruppen und rivalisierende Banden. Es zählt das Recht des Stärkeren. Moral ist ein Fremdwort und quasi nicht vorhanden. Man verdingt sich den Lebensunterhalt hauptsächlich als Händler-wobei Hehler hier eigentlich der passendere Begriff wäre. Oder als (Auftrags)Plünderer in den Ruinen.Die Welt in No Return ist dreckig. So richtig dreckig. Böse und gemein. Wer den Film "Maze Runner-die Auserwählten in der Brandwüste" gesehen hat, hat zumindest mal ein optisches Vorbild des Settings. Aber No Return scheint erscheint selbst im Vergleich dazu noch eine Spur dreckiger, brutaler und ödländischer zu sein.Den Abschluss des Settings bilden dann Firmen und diverse Organisationen, die da ihr Unwesen treiben.
Auf einer "Dystopie-Skala" von 1-10 (1=minimal dystopisch, 10=totale Hoffnungslosigkeit, Totale Zerstörung, total dreckige Ruinenwelt...) würde ich No Return bei 8 oder 9 einordnen.

Mittel-/Hauptteil
Damit wären wir bei den Regeln angelangt. Gewürfelt wird generell mit einer Anzahl an W6, die sich aus der Summe von Attribut und Fertigkeit ergibt. Zusätzlich dazu darf zu den meisten Proben ein Hazard-Digewürfelt werden, ein zusätzlicher W6, der-im Gegensatz zu den anderen W6-explodieren kann. Also quasi wie der Wild Die aus Savage Worlds und ein Schelm ist, wer böses dabei denkt. 8]
Die Schwierigkeitsgrade gibt es jeweils in 5er-Schritten und es gibt noch eine interessante Regel für das Zusammenarbeiten: Zunächst mal muss derjenige, der Unterstützung braucht auch einwilligen, dass ihm geholfen wird. Dann würfelt der mit der 1/2 des Fertigkeitswertes (abgerundet) und muss damit mindestens auf 10 kommen. Das Ergebnis wird zu dem Wurf des Unterstützenden dazu gezählt. Falls es weniger als 10 Punkte sind, dann wird es von dessen Wurf abgezogen.

Weiter geht es zum Kampf. Es gibt: Nahkampf,Waffenkampf und Fernkampf. Der Nah-und der Waffenkampf unterscheiden sich nicht sonderlich. Der Fernkampf nimmt eine Sonderstellung ein, was hauptsächlich mit den Feuerraten der Fernkampfwaffen zu tun hat und den damit verbundenen Aktionen. Ab hier beginnt No Return dann schleichend, simulativer und komplexer zu werden. Den Anfang bilden Trefferzonen...es geht weiter mit Fahrzeugregeln sowie verschiedenen Materialkategorien(?!). Die Regeln scheinen insgesamt aber ganz brauchbar zu sein; wer Savage Worlds kennt dürfte sich vermutlich schnell zurecht finden.

Es folgt das letzte große Kapitel (der Menschheit): Die Charaktererschaffung. Yupp. Wenn ihr staunt, ich tue es auch, denn ich finde die Charaktererschaffung gehört vor die Kampfregeln. Es gibt insgesamt 7 verschiedenen Spezies, die man spielen kann. Die Menschen sind die "Normalos". Die Adivasi sind Wilde, die im Dschungel leben, abstehende große Ohren haben und gegen viele Gifte immun sind. Evo (von "Evolution") sind genetisch veränderte Menschen (durch einen pränatalen Eingriff). Was wäre eine Endzeit-Welt ohne Mutanten? Richtig: Fehlerhaft. Daher gibt es auch hier Mutanten, hier quasi Tier-Menschen. Zeneritone wiederum sind Wesen, bei den das körperliche Wachstum in der Adoleszenz aufhörte, aber dafür die Entwicklung des geistigen Potentials rasant zugenommen hat. Ähnlich groß wie die Menschen, aber mit einem größeren Gehirn ausgestattet sind die Prodigy. Und weil das ein Privileg ist, sind sie sehr selten. Zu guter Letzt gibt es noch die Blendling, eine Mischung aus Mensch+Adivasi oder Evo+Adivasi. Die Auswahl an Rassen ist von der Quantität her ok, und die ein oder andere Spezies klingt tatsächlich interessant. Da gibt es Systeme, die weitaus weniger Auswahlmöglichkeiten anbieten.

Darüber hinaus kann man-wie in Unknown Armies- auf 3 verschiedenen Stufen in das Spiel einsteigen. Das finde ich gut.

Hernach gibt es noch die Auflistung und Erklärung zu Attributen und Fertigkeiten...finde ich an der Stelle etwas seltsam und deplatziert. Am Ende des Mittelteils kommen da noch Chaos-Points(CP) und Justice-Points(JP) ins Spiel. Das sind quasi "Bennies", die der SL verteilen kann. Justice-Points gibt es für ein Verhalten, das auf/von der Spielwelt positiv bewertet wird. Chaos-Points hingegen gibt es für fragwürdig-moralisches Verhalten auf der Spielwelt. Mit diesen Punkten kann man dann sog. Charaktermerkmale kaufen, die eine Veränderung des Charakters wiederspiegeln. Etwas irritierend ist nur, dass man bei der Charaktererschaffung ebenfalls Charaktermerkmale kaufen kann, die CP oder JP kosten (wo diese doch sonst nur während des Spiels verteilt werden). Das Konzept ist nicht neu, klingt aber interessant.

Schluss
Das letzte Drittel des Buches könnte man mit einem Wort zusammenfassen: Sammelsurium. Besser gesagt es ist ein Katalog mit einer wahren Fülle an Auswahlmöglichkeiten. So kann man auch Mischwesen spielen, die mehr oder minder unter dem Einfluss der feindlichen Welt stehen. Biologische Abnormitäten...also man spielt Personen, die sich mit was infiziert haben z.B. Dafür aber wiederum gibt es GP-Kosten, die man bezahlen muss. (Keine Ahnung, wofür GP steht...Genforschungs-Punkte? Gesundheits-Punkte?). Mutanten haben neben veränderten, tierischen Aussehen, Mutantenkräfte, die wiederum MP (Mutanten-Punkte) kosten. Und als ob so ein Mutant mit seinen Mutantenkräften ohnehin eh schon nicht auffällig genug wäre, gibt es noch Auffälligkeiten als Ausgleich für verborgene Mutationen. Und diese Auffälligkeiten wiederum kosten AP (Auffälligkeitspunkte)...

Weiter geht es mit Bio-Mechanik (das brauche ich wohl nicht weiter zu erklären) und der Psionik, die nochmal einen Besonderheit in No Return darstellt, ist sie doch sozusagen der Magie-Ersatz. Da gibt es dann Psionik A und B. Die Psionik A unterteilt sich dabei in 3 verschiedene Hierarchiestufen (Machtstufen) und zudem gibt es 12(!) verschiedene Arten von Kinesen, u.a. Telekinse, Pyrokinese, Elektrokinese,Chronokinese...und eben einige mehr.

Die letzten Kapitel im Buch beschäftigen sich dann noch mit Ausrüstung, der Charakterentwicklung, Fahrzeuge und Kreaturen. Zudem gibt es noch 10 vorgefertigte Charaktere ganz zum Schluss. Die aber teilweise unter der "Porn-Problematik" leiden (ganz besonders einer) und es ist leider auch kein Startabenteuer dabei.

Pro
-teils gute Grafiken und Lesbarkeit
- Stadtkarten in Sektionen unterteilt
- interessante Spezies zur Auswahl
- 3 verschiedene Machtlevel für den Spieleinstieg
- Modell mit Justice und Chaospoints
- Psionik als Magie-Ersatz und Hierarchiestufen
- 10 vorgefertigte Charaktere

Contra
- aber eben auch teils schlechte Grafiken
- Les-/Erkennbarkeit bei Weltkarten sehr schwierig
- verbesserungswürdige Struktur/Aufbau des GRW
- die enorme Auswahl an Möglichkeiten im hinteren Drittel des Buches erschlägt einen eher am Anfang
- kein Startabenteuer
- Setting fokussiert sich auf Großstädte
- Großstädte wirken auf den ersten Blick alle gleich (von den Strukturen her)
----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Was bleibt unterm Strich?-Das Fazit:
*Puh* Nach dem Lesen des GRW von No Return fühle ich mich wie nach einer Achterbahnfahrt mit Höhen & Tiefen. Anders gesagt: Auf die Frage, wie No Return denn nun letzten Endes ist, gibt das Buch selbst die Antwort in Form seines Covers, das an den römischen Gott Janus erinnert. Und diese Auf&Ups ziehen sich durch das ganze Buch. Aber Reihe nach. Also: No Return hat gute aber auch schlechte Grafiken. Die Lesbarkeit des Buches insgesamt ist gut, und die Idee mit der Aufteilung der Städte in Gebiets-oder Sektionszonen ebenfalls. Dafür ist die Les-oder Erkennbarkeit bei den Weltkarten enorm schwierig auf Grund der gewählten Farbkombinationen. Das System mit dem Hazard-Die ist nicht neu, ist aber auch nicht besonders schwer und erfüllt seinen Zweck. Ab den letzten 2/3 des Buches entwickelt No Return eine ungeahnte Komplexität, die ich so zu dem Zeitpunkt nicht erwartet hätte-und die mir im letzten Drittel schlicht zu viel geworden ist. Da musste ich mich durch den "Katalog" wirklich durchquälen. Das Setting ist mir insgesamt eine Spur zu dreckig und zu dystopisch und der übermäßige Anteil an Street-Porn macht den Eindruck nicht unbedingt besser. Ganz im Gegenteil. Dafür gibt es interessante Spezies zur Auswahl und die Sache mit Justice-und Chaospoints hört sich interessant an. Die Psionik mit ihren verschiedenen Machtstufen hört sich spannend an, erschlägt einen aber erstmal mit ihren 12 Kinesen und den damit verbundenen Möglichkeiten. Die Struktur und Aufteilung des Buches ist zuweilen auch verbesserungswürdig. Manche Sachen werden an Stellen erläutert oder erklärt, an denen man es nicht unbedingt erwartet hätte. Dafür warten am Ende 10 verschiedene Archetypen zum Probespielen (wenn auch ohne Abenteuer).

Bleibt die Frage: Mache ich jetzt einen Turnover zu No Return? Nein. Aus den (negativen) Gründen, die ich oben genannt habe, da sie für mich (die positiven) überwiegen. Leute, die Endzeit mögen, und mal in einem so richtig dreckigen, heruntergekommenen, dystopischen und ziemlich "asozialen" Setting spielen wollen und denen auch das Übermaß an Street-Porn nichts ausmacht, können gerne mal einen Blick riskieren-da No Return auch ein paar interessante Dinge an der Angel hat. Ich hingegen bleibe lieber bei den Hezekieliten von Heredium an der Angel und alle anderen, die auf der Suche nach einem Endzeit-Rollenspiel sind, sollten sich anderweitig umsehen. Mit (wie gesagt) Heredium, Deadlands: Hölle auf Erden, Mutant: Jahr Null oder auch Degenesis(Rebirth Edition) (um nur mal ein paar zu nennen) gibt es andere Genre-Vertreter, die in den von mir angesprochenen Punkten einfach besser sind.

Last but not least will ich eine Sache nicht unerwähnt lassen: Ich weiß, wie viel Arbeit und Mühe es macht, ein Rollenspiel zu schreiben. Besonders dann, wenn man es zunächst alleine bewerkstelligen muss und auch keinen großen Verlag hat, der hinter einem sitzt. Von daher habe ich größten Respekt vor dem Buch, das Manni Altenschmidt da auf den Weg gebracht hat und finde, dass ich dies auch nicht unhonoriert lassen kann. Daher schlage ich 0,5 Punkte auf die eigentliche Wertung drauf.

Meine Wertung: 6,5/10
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Offline schneeland

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Re: Blizzard rezensiert...
« Antwort #36 am: 30.05.2018 | 21:31 »
Spielt dieses ominöse Zentrum eigentlich im Buch abseits der Einleitung noch irgendeine Rolle?
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Offline D. Athair

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Re: Blizzard rezensiert...
« Antwort #37 am: 31.05.2018 | 01:06 »
Schöne Besprechung. Deckt sich ziemlich mit meinem Eindruck, dass das Teil Potential hat, aber sich aus dem Heartbreaker-Eck erst noch lösen muss.
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Offline Uwe-Wan

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Re: Blizzard rezensiert...
« Antwort #38 am: 31.05.2018 | 08:52 »
Deine Einschätzung bzgl. der Sprache teile ich nicht, angesichts solcher holprigen Absätze:

Zitat
Schlag euch quer durch den Dschungel und kämpft gegen die mutierte Flora und Fauna, plündert verlassene Ruinenstädte auf der Suche nach wertvollen Gütern, nehmt an illegalen und tödlichen Straßenkämpfen teil oder errichtet ein Imperium auf Trümmern und Blut, um die Gesellschaft in eine von euch geprägte Zukunft zu führen.

Ob du ein skrupelloses Gangmitglied sein möchtest, ein Adivasi mit 360 Grad Ultraschall-Wahrnehmung, ein genetisch optimierter und mit biologischen Abnormitäten augmentierter Evo, ein Mutant, mit verschiedensten tierischen Fähigkeiten oder ein Zeneritone der über unglaubliche Psi-Kräfte verfügt, entscheidest du. Gestalte dir deine individuelle Mischung.
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Offline Blizzard

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Re: Blizzard rezensiert...
« Antwort #39 am: 31.05.2018 | 15:21 »
Deine Einschätzung bzgl. der Sprache teile ich nicht, angesichts solcher holprigen Absätze:
Was soll an diesen Absätzen holprig sein? Gut die Sätze sind vielleicht ein bisschen lang geraten und da hätte man vielleicht auch 2 oder 3 Sätze draus machen können. Das ist aber für mich nichts, was ich als Minuspunkt werten würde. Und auch sonst kann ich da nichts Negatives dran entdecken. No Return hat, weiß Zentrum, andere Dinge die stärker negativ ins Gewicht fallen.
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Offline Uwe-Wan

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Re: Blizzard rezensiert...
« Antwort #40 am: 31.05.2018 | 22:09 »
Die Sätze sind ziemlich unrund und profitieren weder von Länge noch von Syntax. Es macht für mich einen Unterschied, ob ein GRW gut lesbar ist - was hier der Fall sein kann - oder sogar noch herausgehoben wird, dass es gut geschrieben sei.
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Offline Chiarina

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Re: Blizzard rezensiert...
« Antwort #41 am: 31.05.2018 | 22:16 »
Ungünstig ist im vorliegenden Beispiel beispielsweise die Darstellung von alternativen Charakterklassen, der darauffolgende Hinweis, dass sich ein Spieler entscheiden soll und dann aber der Hinweis, dass eine individuelle Mischung hergestellt werden kann. Gibt es da jetzt feste Charakterklassen oder Baukasten? Die Sätze verwirren mehr, als dass sie erklären.

(ich kenne das Regelwerk nicht und kommentiere hier nur das genannte Beispiel).
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Re: Blizzard rezensiert...
« Antwort #42 am: 1.06.2018 | 11:21 »
Die Sätze sind ziemlich unrund und profitieren weder von Länge noch von Syntax. Es macht für mich einen Unterschied, ob ein GRW gut lesbar ist - was hier der Fall sein kann - oder sogar noch herausgehoben wird, dass es gut geschrieben sei.
Ich denke, ich habe zum Thema "Sprache" in dem Buch alles gesagt.

Ungünstig ist im vorliegenden Beispiel beispielsweise die Darstellung von alternativen Charakterklassen, der darauffolgende Hinweis, dass sich ein Spieler entscheiden soll und dann aber der Hinweis, dass eine individuelle Mischung hergestellt werden kann. Gibt es da jetzt feste Charakterklassen oder Baukasten? Die Sätze verwirren mehr, als dass sie erklären.
Ich weiß ja nicht, wie du darauf kommst, dass in dem Satz alternative Charakterklassen dargestellt werden. Es gibt "Spielkonzepte", die so in die Richtung von Charakterklassen gehen. Aber die sind in dem betreffenden Satz gar nicht gemeint. Da geht es um individuelle Gestaltungsmöglichkeiten für den Charakter aus einem recht umfangreichen Baukastensystem zur Charaktererschaffung.
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Re: Blizzard rezensiert...
« Antwort #43 am: 1.06.2018 | 11:29 »
Du musst dich nicht verteidigen und auch die vermuteten Intentionen des Autors nicht erklären. Wer sich als Kritiker betätigt, muss damit rechnen, dass Leser eine Meinung zu seiner Arbeit haben. Kein Grund, da immer drauf eingehen zu müssen ;)
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Offline Chiarina

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Re: Blizzard rezensiert...
« Antwort #44 am: 1.06.2018 | 12:47 »
Zitat von: Blizzard
Ich weiß ja nicht, wie du darauf kommst, dass in dem Satz alternative Charakterklassen dargestellt werden. Es gibt "Spielkonzepte", die so in die Richtung von Charakterklassen gehen. Aber die sind in dem betreffenden Satz gar nicht gemeint. Da geht es um individuelle Gestaltungsmöglichkeiten für den Charakter aus einem recht umfangreichen Baukastensystem zur Charaktererschaffung.

Es heißt einmal "entscheiden" (also A oder B) und dann "Mischung". Das ist das Problem.
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Offline Megavolt

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Re: Blizzard rezensiert...
« Antwort #45 am: 1.06.2018 | 13:02 »
Ich hatte vor zwei, drei Jahren mal einen No Return Flyer in der Hand, da waren in jedem Satz zwei saftige Rechtschreibfehler drin, also so richtig spektakulär viele.

Ich bin mir zu 100% sicher, dass das nur ein Ausrutscher war, dass jemand aus Versehen die erste Fassung der Textdatei zum Drucker geschickt hat oder dass etwas Vergleichbares passiert ist. Aber nur zur Sicherheit einmal nachgefragt: Das Buch ist schon korrekturgelesen worden, oder?

Davon ab: Tolles und interessantes Projekt, absolut unterstützenswert. Total nette Macher.