Autor Thema: Bezahltes Spielleiten?  (Gelesen 8177 mal)

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Offline Infernal Teddy

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Re: Bezahltes Spielleiten?
« Antwort #25 am: 21.12.2021 | 11:01 »
Ich leite zu gerne als das ich jemand anders dafür bezahlen würde, und ich habe da auch kein Interesse daran Geld dafür anzunehmen - dafür bin ich zu sehr Sozi, und wenn meine Spieler mir was gutes tun wollen wissen welche Kekse ich mag.

Referee ist für mich ein unparteiischer Schiedsrichter, und das bin ich nicht - ich bin zu sehr Fan meiner Spieler und ihrer Charaktere.

Unmoralisch ist in diesem Kontext allerdings höchstens jemanden vorzuwerfen er sei unmoralisch. AAber das kennt man ja von der PESA und ihrr idiologisch veblendeten Kampfsprache
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Teddy sucht Mage

Online Tele

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Re: Bezahltes Spielleiten?
« Antwort #26 am: 21.12.2021 | 11:03 »
Ich finde es gut. Es senkt für Leute, die in das Hobby reinschauen möchten, die Einstiegshürde. Einfach Mal zusammen legen, einen SL für ein paar Sitzungen bezahlen und so den Weg ins Hobby finden.
Ebenso ermöglicht es Gruppen, die zwar spielen möchten, aber keinen haben, der die Zeit aufbringen kann, sich als SL zu engagieren, dem Hobby treu zu bleiben.

Das Hobby kann so nur gewinnen.

Epaminondas

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Re: Bezahltes Spielleiten?
« Antwort #27 am: 21.12.2021 | 11:05 »
@Epaminondas: Wenn ein SL möchte, dass sich die Spieler an den Kosten für Abenteuer, Tokens, VTT-Abo etc beteiligen, ist das eine Sache.
Aber wenn Dienstleister immer das gleiche Szenario leiten, für immer neue Spieler, und das zum Zwecke der Gewinnmaximierung, dann ist das nicht, was ich vom Hobby erwarte.

Ich hatte tatsächlich mal (kurz) bei einem Spielleiter mitgespielt, der meinte "normalerweise würde er sich ja bezahlen lassen". Das war ne Online-Runde und er meinte, wenn er am Tisch bei sich zu Hause leitet, würde er Geld verlangen wegen der ganzen Minis und Utensilien und wegen der Mühe beim Vorbereiten. Weils diesmal online war, hätten wir "Glück gehabt".

Das was der da abgeliefert hat, war so uninspiriert runtergeleiert, dass ich nach der ersten Session raus war. Hätte ich dafür Geld gelatzt, wäre ich noch pissiger gewesen, als mit dem ohnehin schon vergeudeten Abend.

Aber ich hätte ja auch kein Geld gelatzt, wär mir also erspart geblieben.

Insofern filtert die Paywall ja vielleicht auch ganz gut  >;D

Offline 1of3

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Re: Bezahltes Spielleiten?
« Antwort #28 am: 21.12.2021 | 11:11 »
- nimmt auch "Unbekannte" in seiner Runde auf
  = nicht unerhebliches Risiko, nachher mit Klarnamen als Shitstormopfer internetweit
      auf den digitalen Scheiterhaufen verbrannt zu werden

Äh, ja, tu ich auch. Wobei ich sagen muss, dass das Spiel, welches ich online anbiete, generell eine Personengruppe anspricht, die mir genehm ist. Wenn du meinetwegen D&D5 machst, ist da sicherlich eine geringere Vorfilterung.

Zitat
- und dann noch das quälend lange Termin finden, um Zusagen betteln und dann tauchen die Leutchen nicht auf...

Das passt mit der These, dass Spielleiten ein Anbieter-Markt sei, irgendwie nicht zusammen. Ich musste für meine aktuelle Runde, die ich offen ausgeschrieben hatte, Leuten absagen, weil voll, und den Spieltermin hab ich ganz eigenmächtig festgelegt auf den Wochentag, wo meine Frau nie da ist. Natürlich kann es vorkommen, dass Leute dann nicht mehr können und aussteigen. Oder mal zwischendurch nicht können. Habe ich kein Problem mit, wenn man vernünftig absagt. Wer ohne Ankündigung weg bleibt, kriegt eine höfliche Nachfrage. Wer zweimal unangekündigt weg bleibt, möchte offenbar wegbleiben.

Offline aikar

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Re: Bezahltes Spielleiten?
« Antwort #29 am: 21.12.2021 | 11:13 »
Microtransactions wären tatsächlich eine Idee. Na, hättest du  jetzt nicht gerne einen Heiltrank? Für 5€ könnte er dir gehören!  ~;D

Offline Jiba

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Re: Bezahltes Spielleiten?
« Antwort #30 am: 21.12.2021 | 11:17 »
Zwischenmenschliche Beziehungen sind mir nicht egal, s. Spielbericht zu Pavillon Noir: 4 Spielerpersonnagen sind Beziehungen oder Ehen zu NSCs eingegangen.
Von denen du nicht schreibst, was das für Persönlichkeiten sind. Wie sie sich unterscheiden. Wie sie in die Spielwelt eingelassen sind jenseits ihrer Funktion (Ehefrau mit so-und-so-viel Vermögen). Heck, ghoul, ich weiß nicht einmal, wie die aussehen oder was so deren Shtick ist. Auf meine Frage hin, wer die Charaktere bei deiner Exalted-Dragonblooded-Runde sind hast du mir Stichworte präsentiert: Großes Haus, Elementaraspekt... aber kein Wort dazu, wer diese Leute tatsächlich SIND. Als Personen. Was für Schwächen, Stärken, Ängste und Beziehungen die haben. Und du warst mit dem Anspruch da rangegangen, ein "Game of Thrones" zu erzählen. Aber der soziale Unterbau dieser Geschichten, das Gefühl, der Clash der Meinungen und die intimen Momente... die fehlten völlig.

Kann natürlich sein, dass ich was überlas oder du da insgesamt großen Wert drauf legst. Dann entschuldige ich mich und will dir das glauben. Aber in deiner Kommunikation über dein Spiel kommt es für mich halt nicht rüber.

Zitat
Aber Roleplay-Fetisch auf Kosten anderer Spielteilnehmer ist einzudämmen, eines belanglos wird.
...was impliziert, dass andere Spielteilnehmer grundsätzlich genervt davon sind, wenn andere Spielteilnehmer Rollenspiel mit NSCs am Seitenrand betreiben. Was aber gar nicht der Fall sein muss. Es gibt Spieler, die hören auch einer Szene eines anderen Spielers gerne zu. Und auch das Attribut "Belanglosigkeit" ist da völlig subjektiv gesetzt: Solche Gespräche mögen zwar deiner "Rule-of-Belang" widersprechen... was aber letztlich auch wieder eine Entscheidung entgegen der Spielweltkonsistenz ist, denn auch zwischenmenschliche Interaktionen, die außerhalb des Scope der "Geschichte" stattfinden, sind zu modellieren. Ja, allein die Tatsache, dass du eine Unterscheidung zwischen etwas belanglosem und etwas wichtigem am Spieltisch trifft, zeigt, dass du selbst auch mit einer gewissen, angestrebten Dramaturgie arbeitest. Es können Handlungen und Erzählinhalte in deinem Spiel vorkommen, die du nicht zu deinem Spiel gehören lassen willst. Du steckst das Spiel ab. Und da im Rollenspiel Inhalte immer per Erzählung transportiert werden, kommst du gar nicht umhin, dass dein Spiel irgendwann gewissen Dynamiken und Dramaturgien vorschreiben.

Zitat
Damit ist das Spiel Erzählkäse statt RP Game.
Gut, das führt jetzt hier so weit... ich muss das mal in einem längeren Text ausarbeiten. Aber nur so viel, ich bin inzwischen folgender Ansicht zum Thema Rollenspiel:

Rollenspiele sind keine Spiele (Games). In Wirklichkeit sind sie Spielzeuge (Toys).
Man spielt damit wie Kinder mit Legosteinen oder Plüschtieren oder Actionfiguren spielen. Spielzeuge werden benutzt, miteinander kombiniert, es werden ihre Funktionen genutzt und daraus entsteht dann ein Szenario oder Spielerlebnis, dass sich auf die ein oder andere Weise spielerisch in ein befriedigendes Erlebnis verwandelt. Am Ende gibt es in der Regel keinen Sieger oder Verlierer - es gibt nur die gemeinsame (hoffentlich gute) Zeit. Die Regelmechaniken in Rollenspielen sind diese Funktionen, die Spielzeuge haben. Die werden aber erst durch die Gruppe am Tisch zu spielerischen Situationen kombiniert.

Wir mögen dazu aus Traditionsgründen "Game" sagen. RPGs haben sich sogar aus strikteren, dem Brettspiel verwandteren Games entwickelt. Aber das, was wir am Tisch wirklich machen ist "to play", not "to game". Wir spielen, wir betreiben aber kein Spiel im engeren Sinne. Das knüpft Rollenspiel übrigens auch stärker an den "schauspielerischen" Aspekt, der inhärenter Teil der Experience ist, aber von jenen ARS-lern, die Charakterplay für Zeitverschwendung halten, natürlich völlig außer Acht gelassen wird.

Zitat
Und wer bei "Referee" an Fußball denkt und nicht an den DMG, ist irgendwie im falschen Hobby-Forum unterwegs.
Wieso... der Vergleich ist doch nicht schlecht. Ich meine "Referee" betont ja den Aspekt des "Unparteiischseins", darum geht es euch doch... die SL soll Entscheidungen fair, ausgewogen und konsitent treffen ohne eine Seite – die Gegner oder die SCs – zu bevorzugen. Das ist genau das, was man von einem Fußball-Schiri auch verlangt.

Zitat
Aber wenn Dienstleister immer das gleiche Szenario leiten, für immer neue Spieler, und das zum Zwecke der Gewinnmaximierung, dann ist das nicht, was ich vom Hobby erwarte.
Noch so was... es ist nie 100-prozentig dasselbe Szenario. Weil Rollenspiel eine interaktive Tätigkeit ist. Das ist schon bei Brettspielen oder Videospielen oder Bühnenspielen nicht der Fall. Aber im Rollenspiel gilt das umso mehr. Bezahle ich eine SL, dann bezahle ich sie primär für die Dienstleistung des Vorbereitet-Seins gepaart mit der des Improvisierens.

Zitat
Gib zu dass es toll geworden ist, Jiba!
Es ist toll geworden. Man sieht also: Monetäre Entschädigung führt nicht unbedingt dazu, dass etwas mehr wird. Manchmal wird es auch besser.  ;)
« Letzte Änderung: 21.12.2021 | 11:19 von Jiba »
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Offline die andere dame von der tanke

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Re: Bezahltes Spielleiten?
« Antwort #31 am: 21.12.2021 | 11:21 »


Unmoralisch ist in diesem Kontext allerdings höchstens jemanden vorzuwerfen er sei unmoralisch. AAber das kennt man ja von der PESA und ihrr idiologisch veblendeten Kampfsprache

Das ist lustig, weil du offensichtlich nicht richtig gelesen oder verstanden hast, was der ghoul geschrieben hat. :)

Hat der ghoul dich nicht sogar zu den Wilden Gestaden eingeladen? So verblendet und ideologisch scheint er dann irgendwie auch nicht. Hm.

Offline Cormac

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Re: Bezahltes Spielleiten?
« Antwort #32 am: 21.12.2021 | 11:22 »
Würfeldrehen ist eine tatsächliche Gefahr bei bezahlten Storyonkels/-tanten. Damit ist das Spiel Erzählkäse statt RP Game.

Da sind wir wieder beim alten Thema, dass „würfeldrehen“ per se (also unabhängig von der Spielgruppe) „schlecht“ sein soll. Aber gut, dazu gibt‘s ja einen eigenen Thread…..

Ansonsten finde ich die These dass bezahlte SL‘s mit höherer Wahrscheinlichkeit Würfel drehen gewagt. Würde mich interessieren woran du das festmachst…..

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Re: Bezahltes Spielleiten?
« Antwort #33 am: 21.12.2021 | 11:24 »
Ich selbst würde nicht für Geld leiten wollen. Meinetwegen wäre pay what you want ok, aber ich will mir nicht den Druck geben, in meinem Hobby auf einmal Standards der Kundschaft erfüllen und deren Erwartungshaltungen bedienen zu müssen.

Ob das nun generell schlecht fürs Spiel ist, will ich nicht abschließend beurteilen. Konkurrenz könnte sich in diesem Feld als Innovationstreiber erweisen. Mich stören am Kapitalismus zwar die Ausbeutungs- und Herrschaftsmechanismen und ich sehe es als notwendig oder mindestens extrem hilfreich für die Menschheit an, beides zu überwinden, aber echte Markt- und Wettbewerbssituationen führen üblicherweise zu Fortschritt. Wie in den meisten kreativen Branchen wird es aber nur für eine sehr geringe Anzahl an Personen dazu kommen, dass sie von dieser Tätigkeit gut leben können.
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Re: Bezahltes Spielleiten?
« Antwort #34 am: 21.12.2021 | 11:25 »
Ich möchte an dieser Stelle kurz darum bitten, die Diskussion über verschiedene Spielstile und das Wesen des Rollenspiels an anderer Stelle weiterzuführen. Das geht auch bestimmt ohne abwertende Begriffe für nicht-präferierte Spielstile. In diesem Thread bitte zum Thema des bezahlten Spielleitens zurückkommen.
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Re: Bezahltes Spielleiten?
« Antwort #35 am: 21.12.2021 | 11:28 »
Ansonsten finde ich die These dass bezahlte SL‘s mit höherer Wahrscheinlichkeit Würfel drehen gewagt. Würde mich interessieren woran du das festmachst…..

Ist halt eine Frage der Anreizstruktur. Ohne Geld, ist die vermutlich anders gelagert als mit Geld. Scheint mir vor dem Hintergrund also als Hypothese belastbar.

Die Spannbreite für Bezahl-Spielleitung ist vermutlich recht groß. Wer bin ich jemandes Broterwerb zu kritisieren? Aber wenn es sich Richtung Kommidifizierung bewegt, sehe ich das als schlechte Entwicklung.

Offline Hotzenplot

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Re: Bezahltes Spielleiten?
« Antwort #36 am: 21.12.2021 | 11:31 »
Ich sehe das neutral.

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Mein größenwahnsinniges Projekt - Eine DSA-Großkampagne mit einem Haufen alter Abenteuer bis zur Borbaradkampagne:
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Re: Bezahltes Spielleiten?
« Antwort #37 am: 21.12.2021 | 11:32 »
Noch als Anmerkung: wer bei sowas mitmacht, egal ob nun beim Pen and Paper oder sonstwo, ist Teil des Problems. Das gilt für jeden Spieler, der in so einer Runde mitspielt, nicht nur für die, die das Angebot nutzen. Das funktioniert leider viel zu gut und geht ein Stück weit in Richtung des von ghoul verwendeten Korruptionsbegriffs, auch wenn es sich um legale Aktionen handelt. Bevorzugung von Spielern gegen Bezahlung wäre eine absolute Katastrophe für das Spiel.

Tatsächlich schon im RPG Horror Stories Subreddit gelesen, dass es Spielleiter gibt, die magische Gegenstände oder Boni gegen Microtransactions anbieten. The end is nigh  :korvin:
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J.W. von Goethe

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Re: Bezahltes Spielleiten?
« Antwort #38 am: 21.12.2021 | 11:34 »
Ich möchte an dieser Stelle kurz darum bitten, die Diskussion über verschiedene Spielstile und das Wesen des Rollenspiels an anderer Stelle weiterzuführen. Das geht auch bestimmt ohne abwertende Begriffe für nicht-präferierte Spielstile. In diesem Thread bitte zum Thema des bezahlten Spielleitens zurückkommen.

Ist der Zusammenhang zwischen monetären Anreizen und die Auswirkungen auf den Spielstil hier noch diskutierbar oder nicht? Ich bitte um Klarstellung.
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PESA hilft!

Mach mit bei der EGG-Exegese oder schweige zum Thema DMG für immerdar!

Offline die andere dame von der tanke

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Re: Bezahltes Spielleiten?
« Antwort #39 am: 21.12.2021 | 11:36 »
Ich sehe das neutral.

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Komodifizierung führt oft zu einer Verschlechterung  der Qualität des Produkts.

Offline Gunthar

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Re: Bezahltes Spielleiten?
« Antwort #40 am: 21.12.2021 | 11:37 »
Aber andererseits, bedenke doch was das für völlig neue Möglichkeiten eröffnet!
Microtransactions! Lootboxen! Pay 2 Win Elemente!

"Free to Play sind Champion Fighter, Life Cleric, Thief Rogue und Evoker Wizard. Andere Archetypen kosten 5€. Paladin, sagst du? 7,50€, alle Archetypen. Und auf Level 11 kannst du für 17,50€ einen Holy Avenger bekommen, der dir auch nie wieder weggenommen werden kann."
Du hast die Abos vergessen.
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Offline Flietenkicker

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Re: Bezahltes Spielleiten?
« Antwort #41 am: 21.12.2021 | 11:44 »
Spielleiten als prekäre Beschäftigung? Da leite ich lieber umsonst und verdiene mein Geld da, wo wirklich welches zu holen ist ;D

Kostenlos. Nicht umsonst. :)
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Re: Bezahltes Spielleiten?
« Antwort #42 am: 21.12.2021 | 11:46 »
Komodifizierung führt oft zu einer Verschlechterung  der Qualität des Produkts.

Oft, aber nicht immer. Ich würde so einen Spielleitermarkt ja tendenziell als Kundenmarkt ansehen, nicht als Anbietermarkt. Mikrotransaktionen oder Pay2Win finde ich persönlich verachtenswert, aber Leuten durch Bezahlung die Möglichkeit zu geben, ihren regulären Broterwerb teilweise oder vollständig sein zu lassen, um sich besser auf ihre Rollenspielrunden vorzubereiten und Zeit in die Schulung ihrer Fähigkeiten zu stecken, kann definitiv einen Gewinn fürs Hobby darstellen, weil durch Innovationen aus diesem Bereich auch ein Rückfluss in den nichtkommerziellen Sektor statt findet, der in diesem Hobby auch zukünftig dominant sein wird.

Ich glaube auch nicht, dass sich das Angebot in größerem Maß auf den kommerziellen Mainstream beschränkt, als das ohne Bezahlung schon der Fall ist. Potenziell könnte man professionelle Spielleiter sogar dafür bezahlen, sich in neue Systeme einzuarbeiten und die vorzustellen.
« Letzte Änderung: 21.12.2021 | 12:00 von Crimson King »
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Re: Bezahltes Spielleiten?
« Antwort #43 am: 21.12.2021 | 11:58 »
Das ist lustig, weil du offensichtlich nicht richtig gelesen oder verstanden hast, was der ghoul geschrieben hat. :)

Hat der ghoul dich nicht sogar zu den Wilden Gestaden eingeladen? So verblendet und ideologisch scheint er dann irgendwie auch nicht. Hm.

Hat er, etwas über das ich mich sehr gefreut habe. Aber jemanden pauschal unmoral vorzuwerfen finde ich... bisweilen unmoralisch. Weil erstmal geht es bei der Aussage nur um "Jemand leitet, und bekommt geld dafür". Da ist noch keine Aussage darüber ob deshalb "würfel gedreht werden" (Da verstehe ich die Paranoia sowieso nicht, das muss mir mal jemand in ruhe erklären) oder sonst irgendwie "mist" gemacht wird - hier wird erstmal eine Unterstellung getroffen.

Ein pay to win Modell ist auf jeden Fall abzulehnen, aber wenn jemand zum Beispiel sagt "Hey, ich will meine Kasse hier während des Studiums aufbessern, ihr zahlt, ich leite Abenteuer/System euerer Wahl, und wir spielen das so durch, ich mache noch ein wenig aufwand drumherum und so", dann ist das zwar nicht meins, aber definitiv kein moralisches Problem.
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Offline Kurna

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Re: Bezahltes Spielleiten?
« Antwort #44 am: 21.12.2021 | 12:02 »
Microtransactions wären tatsächlich eine Idee. Na, hättest du  jetzt nicht gerne einen Heiltrank? Für 5€ könnte er dir gehören!  ~;D

Wichtig ist da auch das Timing.

"Ihr hört plötzlich ein lautes Rauschen. Ein Schatten fällt auf euch. Ein riesiger Drache schwebt über euch. - Möchte noch jemand einen Heiltrank kaufen? Nur 5$."  ~;D
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Online schneeland

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Re: Bezahltes Spielleiten?
« Antwort #45 am: 21.12.2021 | 12:02 »
Ist der Zusammenhang zwischen monetären Anreizen und die Auswirkungen auf den Spielstil hier noch diskutierbar oder nicht? Ich bitte um Klarstellung.

Ja, wenn Du Auswirkungen besonders auf bestimmte Spielstile siehst, passt das weiterhin in diesen Thread.
Wobei ich es hilfreich fände, neutrale Bezeichnungen auch für nicht von Dir präferierte Spielstile zu verwenden, weil es das für alle Beteiligten leichter macht, eine eskalationsfreie Diskussion zu führen und sich mit den Inhalten Deiner Beiträge auseinanderzusetzen.
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Re: Bezahltes Spielleiten?
« Antwort #46 am: 21.12.2021 | 12:03 »
Ein pay to win Modell ist auf jeden Fall abzulehnen

Warum? Solange es klar kommuniziert ist, hat jede Partei die freie Entscheidung ob sie sich darauf einlässt.

Shadom

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Re: Bezahltes Spielleiten?
« Antwort #47 am: 21.12.2021 | 12:06 »
Ich finde zum Thema die Seite
https://startplaying.games/gm-search
interessant.


Im Gegensatz zu den meisten anderen Plattformen hätte ich hier "reviews" kann mir Systeme wünschen usw.




Insgesamt finde ich die Idee gut.


Ökonomisch: Nicht als regelmäßige Runde auf der Spielerseite (zu teuer) oder als Vollzeitjob auf der SL Seite (zu billig).


Eine coole Idee ist es auf der Spielerseite als besonderes Event. Nicht nur wäre man da mal bereit ein bisschen tiefer in die Tasche zu greifen, sondern da macht es auch Sinn.
Junggesellenabschied für den Übernerd? Erstes mal Rollenspiel und man hat Angst ins kalte Wasser zu springen? Firmenfeier für die nerdige Belegschaft? usw.
Da darf man so einem "Entertainer" auch ruhig mal ein paar hundert Euro geben.


Auf der SL Seite macht es glaube ich nur Sinn im Portfolio eines RPG-Influencers. Ich streame meine geile Kampagne mit super Spielern. Tauche immer wieder auch in anderen Streams zum Thema auf. Ich Interviewe Autoren von Verlagen und veröffentliche unter eigenem Label auch manchmal Bücher (Settingbände zu meiner Kampagne und/oder allgemeine SL Bücher). Vielleicht finde ich auch noch wen, der die Kampagne als Comic oder so aufbereitet.
Dann kann ich für die Runden viel Verlangen, weil ich ja quasi schon C Promi bin, und bin gleichzeitig wegen zahlreichen anderen Einkünften, die aber alle einander zuarbeiten,  nicht von den Runden allein abhängig.


Qualitativ:
Mit einer offensichtlich motivierten Spielertruppe, einem gut vorbereiteten SL, der zudem auch noch verbrieftes Talent für die Sache hat, könnten das ECHT geile Runden werden.
Schwierig wird es nur wenn die Spieler in Konsumentenhaltung rutschen. Also: Ich hab da für bezahlt also unterhalte mich.
Für zweimal im Monat die Lieblingskampagne weiter spielen? Da bezahle ich nicht so viel für. V

Online tartex

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Re: Bezahltes Spielleiten?
« Antwort #48 am: 21.12.2021 | 12:11 »
Ich würde gerne dafür zahlen, dass sich ein Spielleiter die Nischensysteme, für dich ich keine Runde finde, aber nach denen mein Herz dürstet, leitet.

Wenn man vergleicht wieviele Sessions ich D&D5 oder DSA mitgespielt habe, damit in den Runden dann als nächstes ein Spiel nach meinem Geschmack kommt, und das auch nur mit 10% dessen, was ich in der Spielzeit an Verdienstentgang hatte, verrechnet, würde sich das immer noch rentieren.

Und meistens muss ich meine Herzenswunschsysteme dann auch noch selbst leiten anstatt stressfrei als Spieler dabei zu sein.

Aber es stimmt schon: dann erwarte ich auch Mitspieler nach meinem Geschmack.

Schickt mir eure Preisvorstellungen für Dark Conspiracy, Synnibar, Bloodshadows, Nightbane, (Savage) Rifts oder Heroes of Terra!  ;D
Die Zwillingsseen: Der Tanelorn Hexcrawl
Im Youtube-Kanal: Meine PnP-Let's-Plays

Offline Kurna

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Re: Bezahltes Spielleiten?
« Antwort #49 am: 21.12.2021 | 12:12 »
Für mich wäre das nichts. Zum einen wäre ich zu geizig, um dafür Geld auszugeben. Zum anderen bin ich lieber SL als Spieler. Viel wichtiger ist aber, dass ich gar nicht mehr mit Fremden spiele und insofern für ein offenes Bezahlmodell nicht zu haben wäre.

Zwei mögliche Gefahren sehe ich.
- Es könnte zu einer noch stärkeren Konzentration auf die wichtigen Mainstream-Systeme führen. Zum einen findet der SL dort mehr interessierte Kunden. Zum anderen verringert es seinen Aufwand, wenn er sich statt zehn Nischensystemen nur ein oder zwei große aneignen muss.

- Es dürfte schwieriger werden, störende Spieler:innen loszuwerden. In einer normalen Runde würde so eine Person relativ schnell hinauskomplimentiert. Das wird schwieriger, wenn es sich um zahlende Kunden handelt.
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