Autor Thema: Solarpunk - what do the Characters do?  (Gelesen 3228 mal)

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Offline Wonko

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Re: Solarpunk - what do the Characters do?
« Antwort #50 am: 30.03.2026 | 00:37 »
Einfach nur immer dasselbe Theaterstück mit immer anderen Kostümen braucht in der Tat niemand.

1001 Theaterregisseure begehen gerade enttäuscht Seppuku...

Nur weil die Kerngeschichte nicht auch in einem anderem Zusammenhang funktionieren würde, heißt doch nicht, dass für die Geschichte die Details des Settings nicht sehr relevant sind. Wenn eine Detektivgeschichte in Baldurs Gate spielt, wird sie fast zwangsläufig zu einer eigenen Geschichte. Jedenfalls, wenn es eine gute Geschichte ist. Plötzlich wird eben relevant, dass es bestimmte Zauber gibt. Oder gewisse Charaktere. Selbst wenn ich einen Sherlock-Holmes-Fall ziemlich 1:1 nacherzählen würde, nur dass Sherlock eben ein 400-jähriger Elf ist, der seine ganz eigene Weltsicht auf die Dinge hat, wäre das, wenn sie gut geschrieben ist, eine Art von Fantasy-Geschichte.


Ich glaube, warum ihr euch gerade so schwer tut, liegt nicht an Solarpunk (von dem ich übrigens immer noch nicht verstehe, was es eigentlich ist), sondern eher daran, dass es wirklich schwierig ist, einen Plot zu definieren, der nur in einem bestimmten Setting funktioniert. Ich glaube, man muss einigermaßen konkret werden, so wie
Man denke sich z.B. eine große Naturkatastrophe: Vulkane brechen aus, Aerosole trüben die Atmosphäre, es wird auf dem ganzen Globus kälter, viele Talsperren sind durch Erdbeben zerstört worden und ausgerechnet jetzt liefern die Solarzellen und Sonnenkollektoren nicht genug Energie.

Dann erst versteht man, was dieses Setting jetzt eigentlich besonders macht.

Offline nobody@home

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Re: Solarpunk - what do the Characters do?
« Antwort #51 am: 30.03.2026 | 00:48 »
Ich erinnere mich gerade an Shakespeares berühmtes Spätwerk "Der König der Löwen"...okay, für diese Nacht reicht's. ;)

Online Waldviech

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Re: Solarpunk - what do the Characters do?
« Antwort #52 am: 30.03.2026 | 08:24 »
Vielleicht kann der Gedanke helfen, dass das Genre "Solarpunk" bislang, als relativ junges Genre, nur wenig mehr tut als die Rahmenbedingungen der verwendeten Technologie abzustecken und dem Setting eine Art "Grundstimmung" zu verpassen:

- Die technische Zivilisation, die existiert, basiert auf nachhaltigen Quellen (ich beschränke das absichtlich nicht nur auf die Solarzelle) und die Folgen heutiger Umweltprobleme haben sich als lösbar erwiesen oder man hat sich in einer Art und Weise mit ihnen arrangieren können, dass die Zukunft in der das Setting spielt, eine lebenswerte ist.
- Die Gesellschaft, die abgebildet ist, ist ebenfalls eine in weiten Teilen eher nette.

Das wars. Darüber hinaus ist "Solarpunk" ja irgendwie eher schwammig. Alles andere hängt davon ab, wie der Rest des Settings um diese beiden Grundpfeiler herum aufgebaut ist. Die pulsierende, grüne Megametropole einer Solarsatteliten betreibenden Raumfahrergesellschaft bietet völlig andere Abenteuermöglichkeiten als eine Agrargesellschaft, die sich nach der Apokalypse mit Hilfe von Windrädern und Solarzellen von "Mad Max" zu "Unsere kleine Farm" gerettet hat.
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Offline Boba Fett

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Re: Solarpunk - what do the Characters do?
« Antwort #53 am: 30.03.2026 | 08:38 »
Muss die Solarpunk Zivilisation eigentlich 100% des Planeten übernommen haben, oder kann es auch Gegenentwürfe anderer Zivilisationkonzepte geben?
Ich mach ein kurzes Beispiel: Die EU hat sich nach schweren Umweltkatastrophen zu einer Solarpunk-Zivilisation entwickelt und bietet nach ausser Untestützung und Förderung an, das selbe zu tun. Es gibt bestimmte Voraussetzungen dafür (Demokratie und so). Die Russische Seite hat die Oligarchen und die Amerikanische den Turbokapitalismus. Alle drei Systeme kämpfen um globalen Einfluss...

Wäre das schon ein Solarpunk-Setting? Wenn ja, dann haben wir da ja genug Konfliktpotential geschaffen.
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Offline GIR

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Re: Solarpunk - what do the Characters do?
« Antwort #54 am: 30.03.2026 | 09:27 »
Ich sehe zwei Möglichkeiten für Abenteuer:

Die externe Bedrohung
Das kann alles sein, was die vermeintliche Utopie stört. Naturkatastrophen, Seuchen, Kreaturen, rivalisierende Kommunen.
Die Charaktere sind also eine Art Troubleshooter, die für den Forbestand der utopischen Gesellschaft kämpfen.

Die interne Bedrohung
Das funktionier nur, wenn die Utopie nicht perfekt ist. Dann können die Charaktere die Schattenseiten aufdecken. Soylent Green ist hier ein nettes Beispiel. Oder Equilibrium. Selbst 1984 ist (aus sicht der herrschenden Klasse) eine Utopie: Keine Arbeitslosigkeit, keine Armut, ...
Da ist also genug Spannungspotential da, um als ausgebeuteter Arbeiter in der Solarzellenfabrik gegen "die da oben" aufzubegehren

Viele Utopien haben auch faschistoide oder darwinistische Tendenzen. Was also, wenn man nicht zu den Reichen und Schönen gehört, die in grünen Arcologies leben und nachhaltige Bioprodukte verspeisen? Wenn man (aus welchem Grund auch immer) zu den Ausgestoßenen gehört, die keinen Zugriff auf die Technologie haben und sich mit einem alten Dieselgenerator über Wasser halten (was sie wiederum zum Ziel macht, da sie ja die Umwelt verschmutzen).

Nur, weil es oberflächlich eine Utopie zu sein scheint, heisst das ja nicht, dass es keine Konflikte geben kann.
Auch im wahren Leben hat sich bisher jede selbsterklärte utopische Gesellschaft selbst zerlegt, sei es der Sozialismus oder der Gottesstaat oder wer auch immer meinte, die eine wahre Gesellschaftsform gefunden zu haben.
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Re: Solarpunk - what do the Characters do?
« Antwort #55 am: 30.03.2026 | 10:18 »
Ich sehe zwei Möglichkeiten für Abenteuer:

Die externe Bedrohung
Das kann alles sein, was die vermeintliche Utopie stört. Naturkatastrophen, Seuchen, Kreaturen, rivalisierende Kommunen.
Die Charaktere sind also eine Art Troubleshooter, die für den Forbestand der utopischen Gesellschaft kämpfen.

Die interne Bedrohung
Das funktionier nur, wenn die Utopie nicht perfekt ist. Dann können die Charaktere die Schattenseiten aufdecken. Soylent Green ist hier ein nettes Beispiel. Oder Equilibrium. Selbst 1984 ist (aus sicht der herrschenden Klasse) eine Utopie: Keine Arbeitslosigkeit, keine Armut, ...
Da ist also genug Spannungspotential da, um als ausgebeuteter Arbeiter in der Solarzellenfabrik gegen "die da oben" aufzubegehren

Viele Utopien haben auch faschistoide oder darwinistische Tendenzen. Was also, wenn man nicht zu den Reichen und Schönen gehört, die in grünen Arcologies leben und nachhaltige Bioprodukte verspeisen? Wenn man (aus welchem Grund auch immer) zu den Ausgestoßenen gehört, die keinen Zugriff auf die Technologie haben und sich mit einem alten Dieselgenerator über Wasser halten (was sie wiederum zum Ziel macht, da sie ja die Umwelt verschmutzen).

Nur, weil es oberflächlich eine Utopie zu sein scheint, heisst das ja nicht, dass es keine Konflikte geben kann.
Auch im wahren Leben hat sich bisher jede selbsterklärte utopische Gesellschaft selbst zerlegt, sei es der Sozialismus oder der Gottesstaat oder wer auch immer meinte, die eine wahre Gesellschaftsform gefunden zu haben.

Na ja, im Sinne von "Alle SF schreibt nur noch Dystopien und Solarpunk ist Punk, weil es dagegen aufbegehrt" wäre "Höhö, machen wir aus dem Setting halt doch bloß wieder eine Dystopie mit dünner Tünche..." natürlich systematisch in die falsche Richtung gedacht. Damit würde ich also schon mal ausdrücklich nicht arbeiten wollen. :)

(Außerdem läßt sich natürlich jedem "In Utopien gibt's nichts mehr zu abenteuern!" ein "In hinreichend dystopischen Welten gibt's doch nichts mehr, wofür einzutreten sich überhaupt noch lohnt!" entgegenhalten.)

Aber wie schon gesagt: allein davon, daß sich die Welt und vielleicht auch die Gesellschaft mal konkret ein bißchen verbessert hat, muß ja von Perfektion noch lange nicht die Rede sein -- speziell der Mensch an sich wird da immer noch weitgehend sein wie du und ich, wenn auch im Schnitt vielleicht ein bißchen an- und selbständiger erzogen und sozialisiert als heute. Unter anderem das Problem, daß nicht jeder, der es gut meint, am Ende auch tatsächlich Gutes tut, werden auch die meisten Solarpunk-Gesellschaften mit recht guter Sicherheit noch nicht los.

Offline WeepingElf

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Re: Solarpunk - what do the Characters do?
« Antwort #56 am: 30.03.2026 | 10:56 »
Vielleicht kann der Gedanke helfen, dass das Genre "Solarpunk" bislang, als relativ junges Genre, nur wenig mehr tut als die Rahmenbedingungen der verwendeten Technologie abzustecken und dem Setting eine Art "Grundstimmung" zu verpassen:

- Die technische Zivilisation, die existiert, basiert auf nachhaltigen Quellen (ich beschränke das absichtlich nicht nur auf die Solarzelle) und die Folgen heutiger Umweltprobleme haben sich als lösbar erwiesen oder man hat sich in einer Art und Weise mit ihnen arrangieren können, dass die Zukunft in der das Setting spielt, eine lebenswerte ist.
- Die Gesellschaft, die abgebildet ist, ist ebenfalls eine in weiten Teilen eher nette.

Das wars. Darüber hinaus ist "Solarpunk" ja irgendwie eher schwammig. Alles andere hängt davon ab, wie der Rest des Settings um diese beiden Grundpfeiler herum aufgebaut ist. Die pulsierende, grüne Megametropole einer Solarsatteliten betreibenden Raumfahrergesellschaft bietet völlig andere Abenteuermöglichkeiten als eine Agrargesellschaft, die sich nach der Apokalypse mit Hilfe von Windrädern und Solarzellen von "Mad Max" zu "Unsere kleine Farm" gerettet hat.

Genau! Das sind die Rahmenbedingungen; alles andere ist noch im Fluss - wie gesagt, das Genre ist noch sehr jung, und einen "Kanon" gibt es noch nicht.

Na ja, im Sinne von "Alle SF schreibt nur noch Dystopien und Solarpunk ist Punk, weil es dagegen aufbegehrt" wäre "Höhö, machen wir aus dem Setting halt doch bloß wieder eine Dystopie mit dünner Tünche..." natürlich systematisch in die falsche Richtung gedacht. Damit würde ich also schon mal ausdrücklich nicht arbeiten wollen. :)

(Außerdem läßt sich natürlich jedem "In Utopien gibt's nichts mehr zu abenteuern!" ein "In hinreichend dystopischen Welten gibt's doch nichts mehr, wofür einzutreten sich überhaupt noch lohnt!" entgegenhalten.)

Aber wie schon gesagt: allein davon, daß sich die Welt und vielleicht auch die Gesellschaft mal konkret ein bißchen verbessert hat, muß ja von Perfektion noch lange nicht die Rede sein -- speziell der Mensch an sich wird da immer noch weitgehend sein wie du und ich, wenn auch im Schnitt vielleicht ein bißchen an- und selbständiger erzogen und sozialisiert als heute. Unter anderem das Problem, daß nicht jeder, der es gut meint, am Ende auch tatsächlich Gutes tut, werden auch die meisten Solarpunk-Gesellschaften mit recht guter Sicherheit noch nicht los.

Eben! Die perfekte Gesellschaft wird es nie geben, weil Menschen nun mal Menschen und keine Engel sind, und unterschiedliche Vorstellungen von "Glück" haben. Insofern wird es auch in einer Gesellschaft, die Nachhaltigkeit erreicht hat, Raum für Abenteuer geben.
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Online Waldviech

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Re: Solarpunk - what do the Characters do?
« Antwort #57 am: 30.03.2026 | 12:49 »
Zitat
Aber wie schon gesagt: allein davon, daß sich die Welt und vielleicht auch die Gesellschaft mal konkret ein bißchen verbessert hat, muß ja von Perfektion noch lange nicht die Rede sein -- speziell der Mensch an sich wird da immer noch weitgehend sein wie du und ich, wenn auch im Schnitt vielleicht ein bißchen an- und selbständiger erzogen und sozialisiert als heute. Unter anderem das Problem, daß nicht jeder, der es gut meint, am Ende auch tatsächlich Gutes tut, werden auch die meisten Solarpunk-Gesellschaften mit recht guter Sicherheit noch nicht los.

Danke! Ich denke, dem ist wenig hinzuzufügen. Man darf halt nicht in so eine Falle tappen, die Dinge nur aus Extremen heraus zu betrachten. Star Trek wird beispielsweise keine Dystopie, nur weil es auf Deep Space 9 noch Taschendiebe gibt. (Und umgekehrt kriegt 1984 keine utopischen Züge, nur weil der Parteiführung die Zigarrenvorräte nicht ausgehen.. ~;D)
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Offline Gorilla

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Re: Solarpunk - what do the Characters do?
« Antwort #58 am: 30.03.2026 | 13:12 »
Ich glaube, warum ihr euch gerade so schwer tut, liegt nicht an Solarpunk (von dem ich übrigens immer noch nicht verstehe, was es eigentlich ist), sondern eher daran, dass es wirklich schwierig ist, einen Plot zu definieren, der nur in einem bestimmten Setting funktioniert. Ich glaube, man muss einigermaßen konkret werden, so wie

Zitat
Man denke sich z.B. eine große Naturkatastrophe: Vulkane brechen aus, Aerosole trüben die Atmosphäre, es wird auf dem ganzen Globus kälter, viele Talsperren sind durch Erdbeben zerstört worden und ausgerechnet jetzt liefern die Solarzellen und Sonnenkollektoren nicht genug Energie.

Dann erst versteht man, was dieses Setting jetzt eigentlich besonders macht.

Ich glaube, ich verstehe, was du meinst. Aber dieses Beispiel ist ja nicht wirklich konkret, sondern lediglich der Anstrich. Der Plot lässt sich 1:1 so bespielen, wenn statt Solarzellen die magischen Energiekristalle versagen.

Ich erinnere mich gerade an Shakespeares berühmtes Spätwerk "Der König der Löwen"...okay, für diese Nacht reicht's. ;)
Das ist doch ein hervorragendes Beispiel.
Der Plot von König der Löwen ist: Bösewicht tötet Anführer. Sohn des Anführers erfährt diese Wahrheit. Sohn zieht Bösewicht zur Rechenschaft.
Maximal banaler Plot.
Richtig geiles und bewegendes Drama wird es dann mit viel Schmalz und Spaß, mit witzigen NPC. Ein Knaller wird es indem es in ein ganz konkretes Setting mit anthropomorphizierten Tieren übersetzt wird.

Bösewicht tötet Anführer. Sohn des Anführers erfährt diese Wahrheit. Sohn zieht Bösewicht zur Rechenschaft.
Diesen Plot kann ich auch in ein Solarpunk-Setting setzen. Und dann gilt es das Abenteuer um diesen Plot so auszugestalten, dass das Setting eine relevante Rolle spielt. Das ist dann die konkrete Geschichte, mit der wir diesen Plot umsetzen - und die konkrete Geschichte ist sehr spezifisch und absolut geprägt vom Setting (sollte es zumindest sein).

Genau dieses Ausgestalten einer konkreten Geschichte rund um die immer gleichen Plots vollziehen wir eigentlich jedes Mal, wenn wir TTRPG spielen. Warum sollte es bei einer Solarpunk-Setting anders sein?

Offline Gorilla

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Re: Solarpunk - what do the Characters do?
« Antwort #59 am: 30.03.2026 | 13:25 »
Ich greife ein Beispiel von mir noch einmal auf:

Plot ist:
Die Heimat von X ist bedroht von Y. X erfährt, dass die Lösung Z lautet. Auf der Suche nach Z findet X Mitstreiter und stößt auf Gegner. Schlussendlich erlangt X Z und rettet seine Heimat.

Ein Solarpunk-Abenteuer wird jetzt daraus, wenn für die Variablen entsprechend passende Elemente eingesetzt werden:

1) X
- kann sein: Der Solarpark-Ingenieur, der für eine ganze Region verantwortlich ist; die Meteorologin, die die Wolkenbewegungen vorhersagt, um die Auslastung von Solarpanelen zu optimieren; die Tierärztin, die sich um die Tiere kümmert, die unter den riesigen Solarpanelen weiden; etc.

- darf nicht sein: Die elfische Hochmagierin auf der Suche nach einem legendären Artefakt; der Streetsam auf Rachefeldzug; die orkische Barbarin auf Läuterungsquest

2) Y
- kann sein: ein nie dagewesener Sonnenwind, der die Elektronik der Solaranlage dauerhaft beschädigen könnte; ein militärischer Konflikt in der Nähe; ein Erdbeben, das einen Weiterbetrieb der Anlagen unmöglich machen könnte; eine Gruppe Verrückter Fossiljünger, die einfach nur Alles vernichten wollen, weil ihr Kult von ihnen verlangt, möglichst viele tote Dinosaurier zu verbrennen

- darf nicht sein: eine nomadische Goblinhorde angeführt von Lot-Har, dem Doppelkopfoger; eine wiederkehrende magische Erscheinung, die in alten Legenden angekündigt wird; der machtgierige Nekromant Zom Bieg, der alle Menschen der Region in untote Sklaven verwandeln will

Das lässt sich dann für alle Variable so durchdeklinieren, dann hat man die konkrete Geschichte.
Gleicher Plot. Und unterschiedlichste Geschichten, die genau so nur in der jeweiligen Spielwelt funktionieren.

Offline Maarzan

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Re: Solarpunk - what do the Characters do?
« Antwort #60 am: 30.03.2026 | 13:56 »
Und was machen die dann so im Spiel?
Wobei ich weidende Tiere für unwahrscheinlich halte, die verursachen ja CO2 und wenn man eh fleischlos geworden ist.

Aber wie wäre es mit Einsatzkommandos, welche die letzten Haus- und Nutztierhalter jagen und ihrer gerechten Strafe zuführen?
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Offline Feuersänger

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Re: Solarpunk - what do the Characters do?
« Antwort #61 am: 30.03.2026 | 14:04 »
Zitat
Viele Utopien haben auch faschistoide oder darwinistische Tendenzen. Was also, wenn man nicht zu den Reichen und Schönen gehört, die in grünen Arcologies leben und nachhaltige Bioprodukte verspeisen? Wenn man (aus welchem Grund auch immer) zu den Ausgestoßenen gehört, die keinen Zugriff auf die Technologie haben und sich mit einem alten Dieselgenerator über Wasser halten (was sie wiederum zum Ziel macht, da sie ja die Umwelt verschmutzen).

Dann ist es keine Utopie. Luxus für eine kleine Oberschicht haben wir auch heute schon. Ebenso wie mich ratlos lässt, wieso du ausgerechnet Soylent Green als Beispiel für eine "vermeintliche Utopie" nennst. Die Story geht afaik mit Hungerrevolten im Hintergrund los. WP fasst das Setting zusammen:
Im Jahr 2022 hat der Mensch seine natürlichen Lebensgrundlagen fast vollständig zerstört. In New York City leben 40 Millionen Menschen. Dem Großteil der Menschen mangelt es an Wasser, Nahrung und Wohnraum. Lediglich einige Politiker und reiche Bürger können sich sauberes Wasser und natürliche Lebensmittel zu horrenden Preisen leisten. Zu den Wohnungen der Wohlhabenden gehören in der Regel Konkubinen (im Film „Inventar“ genannt), die dem Mieter als Sklavinnen dienen.

Also wie um Himmels Willen kommt man da auf die Idee, das auch nur ansatzweise in die NÄHE einer Utopie zu rücken? oÔ Das ist eine absolute, unverhohlene Dystopie in klinischer Reinform!
Der :T:-Sprachführer: Rollenspieler-Jargon

Zitat von: ErikErikson
Thor lootet nicht.

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Offline WeepingElf

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Re: Solarpunk - what do the Characters do?
« Antwort #62 am: 30.03.2026 | 14:14 »
Dann ist es keine Utopie. Luxus für eine kleine Oberschicht haben wir auch heute schon. Ebenso wie mich ratlos lässt, wieso du ausgerechnet Soylent Green als Beispiel für eine "vermeintliche Utopie" nennst. Die Story geht afaik mit Hungerrevolten im Hintergrund los. WP fasst das Setting zusammen:
Im Jahr 2022 hat der Mensch seine natürlichen Lebensgrundlagen fast vollständig zerstört. In New York City leben 40 Millionen Menschen. Dem Großteil der Menschen mangelt es an Wasser, Nahrung und Wohnraum. Lediglich einige Politiker und reiche Bürger können sich sauberes Wasser und natürliche Lebensmittel zu horrenden Preisen leisten. Zu den Wohnungen der Wohlhabenden gehören in der Regel Konkubinen (im Film „Inventar“ genannt), die dem Mieter als Sklavinnen dienen.

Also wie um Himmels Willen kommt man da auf die Idee, das auch nur ansatzweise in die NÄHE einer Utopie zu rücken? oÔ Das ist eine absolute, unverhohlene Dystopie in klinischer Reinform!

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Offline Gorilla

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Re: Solarpunk - what do the Characters do?
« Antwort #63 am: 30.03.2026 | 14:15 »
Dann ist es keine Utopie. Luxus für eine kleine Oberschicht haben wir auch heute schon. Ebenso wie mich ratlos lässt, wieso du ausgerechnet Soylent Green als Beispiel für eine "vermeintliche Utopie" nennst. Die Story geht afaik mit Hungerrevolten im Hintergrund los. WP fasst das Setting zusammen:
Im Jahr 2022 hat der Mensch seine natürlichen Lebensgrundlagen fast vollständig zerstört. In New York City leben 40 Millionen Menschen. Dem Großteil der Menschen mangelt es an Wasser, Nahrung und Wohnraum. Lediglich einige Politiker und reiche Bürger können sich sauberes Wasser und natürliche Lebensmittel zu horrenden Preisen leisten. Zu den Wohnungen der Wohlhabenden gehören in der Regel Konkubinen (im Film „Inventar“ genannt), die dem Mieter als Sklavinnen dienen.

Also wie um Himmels Willen kommt man da auf die Idee, das auch nur ansatzweise in die NÄHE einer Utopie zu rücken? oÔ Das ist eine absolute, unverhohlene Dystopie in klinischer Reinform!

Bei den Beispielen stimme ich dir völlig zu: Das sind ausdrückliche Utopien.

Gleichzeitig ist es insbesondere in der SciFi-Literatur sehr oft so, dass hinter den Kulissen der utopischen Gesellschaft nur eine dünne Decke von einer Dystopie trennt und sich das oft auch schon zeigt.
Utopie/Dystopie ist ja keine Dichotomie, das ist ein Kontinuum.
Um es mit Hannah Arendt zu sagen: Jede Ideologie kann sich in eine Tyrannei verwandeln (lassen).
Was für die Einen Utopie ist, ist für die Anderen Dystopie. (Um es an einem besonders plakativen Beispiel der Geschichte festzumachen: Die Nazis hielten ihr Gesellschaftsmodell für eine Utopie.)
Ein gelöstes Problem bedeutet nicht zwangsläufig, dass alle Probleme gelöst sind.

Auch in einem Solarpunk-Setting, in dem grundsätzlich eine positive(re) Stimmung herrscht, die (heute) drängenden Probleme der nächsten Zukunft gelöst sind, bestehen sehr sicher die üblichen Konflikte (des menschlichen Zusammenlebens auf unterschiedlichsten Ebenen) weiter, ohne dass es dadurch zu einem dystopischen System werden muss.

In der Folge ist es dann aber u.U. auch schwieriger, die typischen Abenteuer durch zu deklinieren, weil in einer Welt, die in Graustufen beschrieben wird, der klassisch plakative Gut/Böse-Konflikt (à la LotR, Star Wars etc.) entfällt.

Offline Maarzan

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Re: Solarpunk - what do the Characters do?
« Antwort #64 am: 30.03.2026 | 14:25 »
Die große Masse an Konflikten basiert auf Verteilungskämpfen für limitierte Ressourcen.
Manchmal gibt es auch abstrakte ideologisch/religiöse Gründe, aber auch da beginnt der Konflikt dann typischerweise damit, daß direkt oder nachträglich damit "Umverteilung" gerechtfertigt wird, weil sonst wäre die einfache Lösung, jeder macht eine eigene autonome Gesellschaft nach seinem Gusto anderswo auf. 

Die Kernfrage ist also meist: Wer will da alles noch umverteilen und mit welchen Mitteln treten die einzelnen Fraktionen dabei an.
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Offline GIR

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Re: Solarpunk - what do the Characters do?
« Antwort #65 am: 30.03.2026 | 14:54 »
Also wie um Himmels Willen kommt man da auf die Idee, das auch nur ansatzweise in die NÄHE einer Utopie zu rücken? oÔ Das ist eine absolute, unverhohlene Dystopie in klinischer Reinform!

Kommt drauf an, wen du fragst, die Politiker an der Spitze oder die hungernde Meute. Da würde die Antwort sehr unterschiedlich ausfallen  ;D

Setzt eine Utopie denn voraus, dass für 100% der Bevölkerung alles maximal geil ist ohne irgendwelche Problemchen?
Wenn das die Definition ist, dann sehe ich da auch keinen Ansatz für Abenteuer.

Wenn man annimmt, das eine Utopie nie alle betrifft bzw. dass es da durchaus auch Probleme, gesellschaftliche wie auch extern, gibt, dann schon wieder ja.

Gleichzeitig ist es insbesondere in der SciFi-Literatur sehr oft so, dass hinter den Kulissen der utopischen Gesellschaft nur eine dünne Decke von einer Dystopie trennt und sich das oft auch schon zeigt.
Utopie/Dystopie ist ja keine Dichotomie, das ist ein Kontinuum.
Danke Gorilla, das wollte ich sagen, aber du hast es besser formuliert als ich.
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Offline Gorilla

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Re: Solarpunk - what do the Characters do?
« Antwort #66 am: 30.03.2026 | 15:00 »
Die große Masse an Konflikten basiert auf Verteilungskämpfen für limitierte Ressourcen.
Manchmal gibt es auch abstrakte ideologisch/religiöse Gründe, aber auch da beginnt der Konflikt dann typischerweise damit, daß direkt oder nachträglich damit "Umverteilung" gerechtfertigt wird, weil sonst wäre die einfache Lösung, jeder macht eine eigene autonome Gesellschaft nach seinem Gusto anderswo auf. 

Die Kernfrage ist also meist: Wer will da alles noch umverteilen und mit welchen Mitteln treten die einzelnen Fraktionen dabei an.
Steile These. Meist geht es um Machtanspruch. Das kann auch mit Ressourcen zu tun haben, aber muss so gar nicht der Fall sein.
Meistens geht es darum, wer über wen wie verfügen/bestimmen kann - also um eine soziale und nicht so sehr um ökonomische Dimension. Sozialdarwinismus ist kein akzeptiertes Erklärungsmodell mehr. Schon lange nicht mehr.

Aber die Frage, welche Mittel als gerechtfertigt gelten, ist auf jeden Fall absolut relevant.

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Re: Solarpunk - what do the Characters do?
« Antwort #67 am: 30.03.2026 | 15:09 »
Steile These. Meist geht es um Machtanspruch. Das kann auch mit Ressourcen zu tun haben, aber muss so gar nicht der Fall sein.
Meistens geht es darum, wer über wen wie verfügen/bestimmen kann - also um eine soziale und nicht so sehr um ökonomische Dimension. Sozialdarwinismus ist kein akzeptiertes Erklärungsmodell mehr. Schon lange nicht mehr.

Aber die Frage, welche Mittel als gerechtfertigt gelten, ist auf jeden Fall absolut relevant.

Selbst wenn es dem einen Psychopathen um Macht an sich gehen würde, müßte er doch denjenigen, welche ihn Unterstützen etwas anzubieten haben, was sie so sonst nicht bekommen.
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Offline Gorilla

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Re: Solarpunk - what do the Characters do?
« Antwort #68 am: 30.03.2026 | 16:18 »
Selbst wenn es dem einen Psychopathen um Macht an sich gehen würde, müßte er doch denjenigen, welche ihn Unterstützen etwas anzubieten haben, was sie so sonst nicht bekommen.
Äh, nein? Sie haben nur die Hoffnung, dass sie ihr Ziel mit/unter dem Psychopathen leichter erreichen als andernfalls. Bzw. es geht ihnen selbst auch um die Verfügungsgewalt über Andere (Hegseth unter Trump anybody?).
Das ist der klassische Fall "charismatische Führerschaft" nach Weber. Aus irgendeinem Grund glauben manche Menschen anderen Menschen einfach und folgen ihnen. Begrenzte Ressourcen müssen dabei überhaupt keine Rolle spielen.

Diese Reduktion auf rein transaktionale soziale Beziehungen wird heute nicht einmal mehr in der BWL regelmäßig als Erklärungsmodell herangezogen.

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Re: Solarpunk - what do the Characters do?
« Antwort #69 am: 30.03.2026 | 16:32 »
Wobei das ja eine Hoffnung wäre, die mit dem optimistischen Ansatz von Solarpunk ganz gut einhergehen könnte: in der Zukunft werden ausdrückliche Psychopathen und Leute mit ähnlichen ernsten Problemen öfter rechtzeitig erkannt und, soweit nicht sinnvoll therapierbar, von den Hebeln der Macht eben zumindest bewußt möglichst ferngehalten (ähnlich, wie man einen ernsthaft Alkoholabhängigen hoffentlich auch nicht einfach so mit in die nächste Bar nimmt). Anderen Probleme bereiten könnten sie dann allemal immer noch, aber eben nicht mehr so leicht im ganz großen Maßstab.

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Re: Solarpunk - what do the Characters do?
« Antwort #70 am: 30.03.2026 | 16:33 »
Bei den Beispielen stimme ich dir völlig zu: Das sind ausdrückliche Utopien.

Gleichzeitig ist es insbesondere in der SciFi-Literatur sehr oft so, dass hinter den Kulissen der utopischen Gesellschaft nur eine dünne Decke von einer Dystopie trennt und sich das oft auch schon zeigt.
Utopie/Dystopie ist ja keine Dichotomie, das ist ein Kontinuum.
Um es mit Hannah Arendt zu sagen: Jede Ideologie kann sich in eine Tyrannei verwandeln (lassen).
Was für die Einen Utopie ist, ist für die Anderen Dystopie. (Um es an einem besonders plakativen Beispiel der Geschichte festzumachen: Die Nazis hielten ihr Gesellschaftsmodell für eine Utopie.)
Ein gelöstes Problem bedeutet nicht zwangsläufig, dass alle Probleme gelöst sind.

Ja - des einen Utopie ist des anderen Dystopie. So finde ich beispielsweise Thomas Morus' Utopia nicht sonderlich attraktiv. Ich will nicht sagen, Dystopie, aber die dort geschilderte Gesellschaft kommt mir kalt und starr vor. Ein wenig wie der "real existierende Sozialismus", der ein besseres Beispiel als das Naziregime ist dafür, wie eine gut gemeinte Utopie in eine finstere Dystopie umschlagen kann. In der Science Fiction sind auch Geschichten beliebt, wo die geschilderte Gesellschaft auf dem ersten Blick utopisch zu sein scheint, sich aber hinter der schicken Fassade tiefe Abgründe verbergen, es sich also in Wahrheit um eine Dystopie handelt.

Auch in einem Solarpunk-Setting, in dem grundsätzlich eine positive(re) Stimmung herrscht, die (heute) drängenden Probleme der nächsten Zukunft gelöst sind, bestehen sehr sicher die üblichen Konflikte (des menschlichen Zusammenlebens auf unterschiedlichsten Ebenen) weiter, ohne dass es dadurch zu einem dystopischen System werden muss.

In der Folge ist es dann aber u.U. auch schwieriger, die typischen Abenteuer durch zu deklinieren, weil in einer Welt, die in Graustufen beschrieben wird, der klassisch plakative Gut/Böse-Konflikt (à la LotR, Star Wars etc.) entfällt.

In jeder differenzierten Gesellschaft gibt es konfligierende Interessen. Einfaches Beispiel: Frag einen Milchbauern und eine arbeitslose alleinerziehende Mutter nach dem fairen Preis für einen Liter Milch, und Du wirst zwei deutlich voneinander verschiedene Antworten bekommen. Eine gute Gesellschaft unterscheidet sich von einer schlechten darin, dass solche Konflikte partnerschaftlich ausgehandelt werden (im Beispiel des Milchpreises etwa über den Marktmechanismus). Und Technologien, die null Impakt auf die Natur haben, wird es nie geben. Zwar belasten erneuerbare Energien die Umwelt weit weniger als fossile Brennstoffe oder Kernenergie, aber ihre Umweltbelastungen sind nicht gleich Null. Wo ein Windrad steht, kann kein Baum stehen, und wo ein Haus mit Photovoltaik auf dem Dach steht, auch nicht.

Wobei das ja eine Hoffnung wäre, die mit dem optimistischen Ansatz von Solarpunk ganz gut einhergehen könnte: in der Zukunft werden ausdrückliche Psychopathen und Leute mit ähnlichen ernsten Problemen öfter rechtzeitig erkannt und, soweit nicht sinnvoll therapierbar, von den Hebeln der Macht eben zumindest bewußt möglichst ferngehalten (ähnlich, wie man einen ernsthaft Alkoholabhängigen hoffentlich auch nicht einfach so mit in die nächste Bar nimmt). Anderen Probleme bereiten könnten sie dann allemal immer noch, aber eben nicht mehr so leicht im ganz großen Maßstab.

Ja. Es wird immer Leute geben, die Probleme machen, es ist nur die Frage, wie die Gesellschaft damit umgeht. In einer guten Gesellschaft wird eben ein Hitler oder ein Trump (ich will die beiden aber nicht gleichsetzen) einer geeigneten Therapie unterzogen, bevor er zum Regierungschef gewählt werden kann, und ein Alkoholsüchtiger kommt nicht so leicht an eine Flasche Schnaps. Wenn ich mir die Geschichte der Menschheit ansehe, bin ich da durchaus zuversichtlich, wir haben im Grunde genommen immer bessere Möglichkeiten gefunden, mit solchen Problemen umzugehen, auch wenn es immer wieder Rückschläge gab.
« Letzte Änderung: 30.03.2026 | 16:38 von WeepingElf »
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Offline Maarzan

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Re: Solarpunk - what do the Characters do?
« Antwort #71 am: 30.03.2026 | 16:35 »
Äh, nein? Sie haben nur die Hoffnung, dass sie ihr Ziel mit/unter dem Psychopathen leichter erreichen als andernfalls. Bzw. es geht ihnen selbst auch um die Verfügungsgewalt über Andere (Hegseth unter Trump anybody?).
Das ist der klassische Fall "charismatische Führerschaft" nach Weber. Aus irgendeinem Grund glauben manche Menschen anderen Menschen einfach und folgen ihnen. Begrenzte Ressourcen müssen dabei überhaupt keine Rolle spielen.

Diese Reduktion auf rein transaktionale soziale Beziehungen wird heute nicht einmal mehr in der BWL regelmäßig als Erklärungsmodell herangezogen.

Was für ein Ziel denn, wenn alles paletti ist?
Und zum "Folgen" muss ja auch erst einmal ein wohin stehen.
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Offline Feuersänger

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Re: Solarpunk - what do the Characters do?
« Antwort #72 am: 30.03.2026 | 16:44 »
Die Definition einer Utopie ist aber nicht, dass es eine Schauergeschichte mit dünnem Lack drüber ist, sondern eine wohldurchdachte Gesellschaft, in der die Bedürfnisse _Aller_ bestmöglich bedient werden. Wenn auch ursprünglich noch auf ein einzelnes Land beschränkt.

In der Originalvorlage "Utopia" von Thomas Moore (um 1500 iirc) bedeutete das, unangenehme Arbeiten werden gleichmäßig aufgeteilt, jeder muss nur 6 Stunden am Tag schuften, dafür muss beim Ackerpflügen jeder mal ran. Und so weiter.

Wobei ich gerade lese, Moore hat diesem Kind lediglich als erstes den Namen Utopia gegeben, entsprechende Beschreibungen hab es aber schon vorher. Letzten Endes geht wohl alles auf Platons Idealstaat zurück, nur dass es da halt noch Sklaven gab, aber immerhin keine Griechen, naja.

Denke, heute hat sich der Anspruch an eine Utopie dahin gewandelt, dass sie für die ganze Menschheit gelten muss, und nicht wie bei den früheren Vertretern nur für 1 Land.
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Offline WeepingElf

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Re: Solarpunk - what do the Characters do?
« Antwort #73 am: 30.03.2026 | 16:48 »
Die Definition einer Utopie ist aber nicht, dass es eine Schauergeschichte mit dünnem Lack drüber ist, sondern eine wohldurchdachte Gesellschaft, in der die Bedürfnisse _Aller_ bestmöglich bedient werden. Wenn auch ursprünglich noch auf ein einzelnes Land beschränkt.

In der Originalvorlage "Utopia" von Thomas Moore (um 1500 iirc) bedeutete das, unangenehme Arbeiten werden gleichmäßig aufgeteilt, jeder muss nur 6 Stunden am Tag schuften, dafür muss beim Ackerpflügen jeder mal ran. Und so weiter.

Wobei ich gerade lese, Moore hat diesem Kind lediglich als erstes den Namen Utopia gegeben, entsprechende Beschreibungen hab es aber schon vorher. Letzten Endes geht wohl alles auf Platons Idealstaat zurück, nur dass es da halt noch Sklaven gab, aber immerhin keine Griechen, naja.

Denke, heute hat sich der Anspruch an eine Utopie dahin gewandelt, dass sie für die ganze Menschheit gelten muss, und nicht wie bei den früheren Vertretern nur für 1 Land.

Und wieder einmal vermisse ich den Like-Button ;) Du bringst es auf den Punkt, und ich stimme Dir in allen Punkten zu.
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Offline Gorilla

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Re: Solarpunk - what do the Characters do?
« Antwort #74 am: 30.03.2026 | 17:41 »
Wir sind halt seit der Moderne mit der Individualisierung und Ausdifferenzierung an einem Punkt, wo es solche altertümlich idealtypischen Lösungen nicht mehr geben kann, bzw. wo uns diese nicht mehr als Utopien erscheinen. Weder in Platons noch Moores Modell ist in praktischer Ausprägung viel Platz für die sogenannte Entfaltung des Individuums und für Demokratie. Ganz einfach weil der Mehrheitswille und/oder Individualwille nicht immer der rational besten Lösung entsprechen muss. Auch diese "rational beste Lösung" ist bereits diskutabel, weil auch das unterschiedlich bewertet werden kann.

Die Annahme, eine Utopie müsse zwangsläufig rundum tippitoppi sein, um als Utopie gelten zu dürfen, ist also sehr naiv.
Mit dieser Definition kann es ein plausibles utopisches Setting für ein RPG gar nicht geben.

Also bleibt eine eher optimistische Grundstimmung als Ausgangspunkt und darunter/davor spielen sich all die großen und kleinen Dramen des Alltags ab.