An Alle: Vielen Dank für die vielen guten Beiträge und die bestärkenden Worte. Tanelorn isch oyfach beschdde!
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Ich versuche mich mal in die Position des Spielers hinein zu versetzen.
In einer kindlich naiven Welt sollte es keinen angedrohten Weltuntergang geben.
Wenn du da nicht noch mehr zu beschrieben hast als hier, dann hast du meinem Empfinden nach die Leitwirkung damit bereits auf 0 gesetzt, beides ist möglich.
Optimistisch sagt für mich eher "Das schaffen wir" und bunt ganz viele seltsame Konzepte sind OK.
Es gibt -zumindest für uns hier - kein Wort zum Setting, die beteiligten Kräfte oder auch die Bedrohung. Entsprechend schwierig ist es auch da koordiniert vor zu gehen und sich gezielt und konstruktiv einzubinden sondern muss wild spekuliert werden.
Die Spielis haben ausführliche Infos zum Setting und haben die Welt zu einem erheblichen Teil auch mitgestaltet. Sie haben Teaser zum Plot. Sie selbst haben sich dafür entschieden, kein Metawissen zum Handlungsbogen haben zu wollen, was ich dann natürlich respektiert habe (ich stelle das in meinen Runden auch immer zur Diskussion), d.h. sie wollten diesbezüglich ausdrücklich (auch) explorativ spielen.
Sie kennen aber die Ausgangslage und die wichtigsten Grundkonflikte der Welt (haben von denen sogar einige selbst erfunden bzw. ausformuliert). Sie haben sehr spannende und vielschichtige SC gebaut mit viel Hintergrund. Auch der betreffende Spieler hat zum Hintergrund viel beigetragen.
Variante:
Ich bin Xerultastes, Paladin des Asmodeus und von meinen im Untergrund operierenden (feigen und dummen...) Bossen geschickt ihren und aller Arsch gegen die ChaotischDestruktive Zerstörung zu retten. Und dabei unter dem Deckmantel des imaginären neuen Gottes Belquatar (Herrschaft und Ordnung) erst Reputation und dann Macht auszubauen um die gerettete Welt zumindest als Macht hinter dem Thron zu beherrschen. (und wenn ich das richtig mache, dann dürfte es mit der Gunst und Vorherrschaft der Herren im Dunkel auch zu Ende sein und ich als der neue offizielle Hohepriester Belquatars der (geheime) Repräsentant und rechte Hand von Asmodeus auf dieser Welt sein.)
Dazu ist es allerdings erst einmal nötig diese Welt zu retten sowie genügend positive Reputation aufzubauen um die gesellschaftliche Macht anzuhäufen ohne mich vorher entsprechend zu disqualifizieren oder einem Komplott zum Opfer zu fallen, sei es von Agenten der guten Idioten und Versager oder aber wenn meine lahmen Bosse mitbekommen, dass ihr Zug zur Macht bald abgefahren ist.
Jeder Grund bei der Weltenrettung mit zu machen, die Gruppe zu unterstützen und was zurechenbare Schandtaten angeht zumindest Deckung und Umsicht zu bewahren.
Auf so etwas in der Art hatte ich gehofft und dazu auch einige Angebote gemacht, die die betreffende Person leider (bisher?) komplett ignoriert hat.
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Ich bin aktuell geneigt dem SC und Spieler eine Chance zu geben, weil der Spieler am Tisch auch eher passiv ist. Insofern ist das Risiko also vielleicht sogar recht gering, dass viel oder überhaupt etwas von den bösen Charakterzügen beim aktiven Spielen zum Tragen kommt. Der Spieler scheint am Tisch eher zu konsumieren und einen Großteil seines Spiels in seinem eigenen Kopf zu genießen - völlig legitim in meinen Augen.
Ich will aber vorbereitet sein.
Für euch als Info zu meinem aktuellen Stand:
Ich habe mir über Nacht die vielen Anregungen von euch noch einmal durch den Kopf gehen lassen und bin bisher zu folgendem Ergebnis gekommen:
- Ich habe die Spieler:innen dazu aufgefordert, "open roleplay" zu betreiben (Shoutout an gilborn) und mir (und den anderen Spielenden) ausführliche Informationen zur Motivation und zu den Geheimnissen ihrer SC zukommen zu lassen. In meinen etablierten Runden machen wir das fast immer so, ich hatte aber einige Vorbehalte für diese Runde, weil es sich vornehmlich um Einsteiger:innen ins Hobby handelt. Aber warum ihnen nicht zutrauen, damit gut umzugehen?
- Wir werden das Thema beim nächsten Treffen, an dem Alle teilnehmen können, noch einmal auf die Tagesordnung setzen und wir werden die Grenzen als Gruppe möglichst eindeutig verbindlich festlegen. Das wird natürlich nur bedingt funktionieren können, weil eine Formalisierung von "Gesellschaftsverträgen" nur begrenzt möglich ist, aber vielleicht regt das ja ein bisschen Reflexion an.
Kommentare, Hinweise, Rückfragen, Anregungen, Gedanken von eurer Seite sind weiterhin sehr willkommen.
Danke noch einmal für den fruchtbaren Austausch.