Autor Thema: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI  (Gelesen 9195 mal)

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Offline Maarzan

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Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
« am: 9.04.2026 | 12:50 »
Um die Diskussion von böse-gut bzw. legal - illegal einmal eher auf die zu erwartende Praxis zu lenken.
Unter der Annahme, daß die KI wie es sich jetzt abzeichnet etabliert bleibt und sich auch rechtlich nichts unabsehbar groß ändert oder Urteile oder neue Gesetze alles kippen:
Wie seht ihr die Zukunft der Rollenspielentwicklung (allgemein, nicht nur als Geschäftsmodel, obwohl das auch dazu gehört, also auch Hobbyisten) und welche Folgen wird das für die einzelnen Teilgruppen (Texter, Zeichner, Editoren, ... ) bei der Erstellung solcher Werke haben?
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Offline Megavolt

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Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
« Antwort #1 am: 9.04.2026 | 12:57 »
Nur ganz schlaglichthaft: Ich könnte mir vorstellen, dass man die Vorzüge der privaten Variation von Texten deutlich mehr nutzt.

Wenn ich die neue SaWo Edition erwerbe und es nervt mich, dass sich diese "schlage bei jedem Monster sieben Sonderfertigkeiten nach"-Praxis ausgeweitet hat, dann würde ich der KI sagen: Schreibe mir doch bitte mal das Monsterhandbuch um, so dass ich nie mehr blättern muss.

Und dann würde ich das bei mir am Spieltisch eben genau so einsetzen.

Das könnte man jetzt in 100 Richtungen weiterdenken, hier sehe ich erhebliche Möglichkeiten.

Offline Ludovico

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Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
« Antwort #2 am: 9.04.2026 | 13:01 »
Da KI an sich nicht selbst entwickelt, erwarte ich eher einen Stillstand in Sachen Rollenspielentwicklung.
Wir werden also eher mehr vom Alten bekommen anstatt neue Systemmechaniken und Spielsettings.

Auf der anderen Seite kann man berechtigt die Frage stellen, wie viele innovative und spielbare (insofern wichtig, als dass es auch manche gibt, die aus meiner Sicht eher einen Wert auf Kunst legen) RPGs es in den letzten Jahren gab und ob der Großteil der Spieler nicht eher altbewährte Dinge haben möchte.

Ich kann mir auch gut vorstellen, dass es mehr Leute geben wird, die in Eigenregie ihre Spiele auf dem Markt bringen (z.B. Dieseldrachen).

Also insgesamt gehe ich davon aus, dass wir viel mehr Spiele sehen werden, die aber den großen Platzhirschen nicht gefährlich werden und sehr wenig Neuerungen.

Offline Dr. Evil

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Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
« Antwort #3 am: 9.04.2026 | 13:12 »
Da geht es mir ähnlich wie Megavolt. Bei manchen Regelwerken lässt sich nunmehr ohne weiteres der „Hausband“ generieren und entsprechend anpassen. Ist letztlich auch Arbeit, aber mit KI um einiges einfacher bei großen Textblöcken. Wollte mich auch mal dran versuchen, da mir einige Sachen in der DnD 2024 auf den Zeiger gehen und ich die fürs Spiel benötigten Mechanismen „einfacher“ strukturieren möchte.

Ansonsten: Ja, die KI wiederholt sich immer wieder selbst und lebt von unserem Input. Insofern erwarte ich da in den nächsten Jahren erstmal keine Wunder für den RPG-Bereich. Sie kann letztlich nur unterstützen, aber nicht meine eigene Kreativität ersetzen.
"That makes me angry, and when Dr. Evil gets angry, Mr. Bigglesworth gets upset. And when Mr. Bigglesworth gets upset... people DIE!"

Offline sma

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Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
« Antwort #4 am: 9.04.2026 | 14:41 »
Unabhängig von KI wird sich die Entwicklung (noch mehr) ins Digitale verschieben. Schon jetzt schreibt glaube ich niemand mehr ohne Computer, zeichnet ohne digitale Unterstützung oder layouted noch mit Schere und Klebestift. Ich würde auch annehmen, dass mindestens mal Excel oder auch dedizierte Programme genutzt werden, um Würfelalgorithmen zu simulieren – falls das dann überhaupt passiert. Durch KI könnte aber auch denen geholfen werden, die Wahrscheinlichkeitsrechnung in der Schule nicht verstanden haben.

Gespielt wird, egal ob allein oder in der Gruppe, entweder direkt online oder aber unterstützt durch mobile Geräte. Man schlägt Regeln nach, erstellt und verwaltet den Charakter, führt Kampagnen-Notizen, lässt sich als SL inspirieren. Ein paar Grognards werden vielleicht auch noch Laptops oder Desktop-Computer benutzen, aber nur Pen & Paper und vielleicht noch ein kunstledergebundenes Notizbuch wird eine Ausnahme sein.

Genau wie gedruckte Bücher. Das werden (teure) Sammlerstücke. Genau wie Würfel es schon sind. Wer echten Zufall will, nimmt eh besser eine App. Nur wenn die Haptik wichtiger ist, sind Würfel ungeschlagen.

Vielleicht schmöckert man in Büchern zum Spaß im Ohrensessel bei einem Glass Wein, aber sie sind nicht das primäre Mittel, um ein System zu lernen. Das erfolgt durch Videos, Podcasts, Mitspielen und dann erst Lesen und das in erster Linie digital.

Wie kommt KI ins Spiel?

Für eine Nische, die 100% Human Content bevorzugt, gar nicht.

Ansonsten erwarte ich, dass ich zukünftig bald jedes Regelwerk in jeder Sprache bekommen werde. Entweder über eine Plattform wie das an Roll20 angeschlossene DriveThruRPG oder direkt vom Hersteller. KI wird die Grundübersetzung übernehmen und schnell so gut sein, dass man das nicht vom begeisterten Fan unterscheiden kann. Damit das klappt, muss das Layout nur noch grob beschrieben werden, so wie es auch bei HTML-Seiten oder EPUBs passiert. Oder KI kann Texte "intelligent" einkürzen oder verlängern, damit ein ästhetisches Gesamtbild entsteht, bei dem alle Seiten gleichmäßig gefüllt und ausgewogen bebildert sind.

Ich kann dann außerdem Aspekte des Regelwerks bzw. des Settings für mich automatisiert und konsistent per KI umschreiben lassen. Ich kann somit das persönliche System erschaffen, inklusive aller Hausregeln. Und das mit der Gruppe teilen. Oder vielleicht auch über eine Plattform wie DTRPG teilen.

Ich kann mich als SL auf der Basis von Zufallstabellen, die dann per KI ausgeschmückt werden, zu Abenteuern inspirieren lassen. Das geht jetzt schon privat, aber ich erwarte, dass diese Form von persönlich zugeschnittenen "Instant Adventures" zukünftigt ein fester Bestandteil von D&D Beyond und ähnlichen Hubs werden.

Und noch ein Punkt: Für's Online-Spiel wird es dank KI normal werden, dass man als sein Charakter zu sehen und zu hören ist. Ein ganzer Markt wird entstehen, wo man ge-rigg-te 2D oder 3D Modelle konfigurieren und kaufen können wird, um exakt so wie der edgy Tiefling der eigenen Vorstellung auszusehen. Und als SL kann man in ein Dutzend verschiedene NSCs schlüpfen.

Und ja, es wird auch den Versuch geben, ohne Mühe an das Geld anderer zu kommen (also den gefürchteten AI-Slop). Dem gegenüber wird es (gegen Geld) kurratierte geschlossene Hubs geben, die sich den Ruf erwerben, hochqualitativen Content anzubieten. Das werden die neuen Verlage werden.

Edit: Um es noch mal mit einem Satz zu sagen, was ich durch Auslassung ausdrücken wollte: Den kreativen Schöpfungsprozess an sich wird das alles nicht betreffen. Ob ich eine Idee habe, die ich per KI bearbeite, ob mir die KI eine Idee präsentiert, die ich dann bearbeite, der Prozess ist der selbe und mein Aufwand ist, was zählt. Die Produktion wird wahrscheinlich einfacher bzw. man kann mit dem jetzigen Aufwand einen größeren Markt erreichen. Ich halte das unter'm Strich für positiv.
« Letzte Änderung: 9.04.2026 | 14:50 von sma »
U+2010 ‐ Viertelgeviertstrich

Offline Maarzan

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Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
« Antwort #5 am: 9.04.2026 | 14:48 »
...

Und ja, es wird auch den Versuch geben, ohne Mühe an das Geld anderer zu kommen (also den gefürchteten AI-Slop). Dem gegenüber wird es (gegen Geld) kuratierte geschlossene Hubs geben, die sich den Ruf erwerben, hochqualitativen Content anzubieten. Das werden die neuen Verlage werden.

Qualitätsclubs quasi? Interessanter Gedanke.
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Offline sma

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Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
« Antwort #6 am: 9.04.2026 | 14:56 »
Qualitätsclubs quasi? Interessanter Gedanke.
Ja. Haben wir jetzt doch auch schon.
Leute kaufen etwas, weil es von Free League ist.
Oder weil Ben "Questing Beast" Milton es empfohlen hat.
U+2010 ‐ Viertelgeviertstrich

Offline unicum

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Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
« Antwort #7 am: 9.04.2026 | 15:00 »
Schwierig.

Ich habe einerseitz einige Hoffnungen das es im ComputerRPG Markt einige coole Dinge geben kann auf der anderen Seite sehe ich aber auch das gute Sachen in einem Meer aus KI Müll untergehen werden.

Einen Online KI-SL? Zukunftsmusik, aber ein Solo Abenteuer könnte ich mir durchaus vorstellen (funktioniert ja zum teil schon). Problematrisch ist eben zur Zeit das Gedächnis solcher KI Systeme, das muss schon ziemlich groß sein um etwas passables abbilden zu können.

Das erscheinen von neuen Regelwerken durch KI oder mit starker KI unterstützung?
Etwas neues und innovatives würde ich da nicht erwarten. Wenn ich mir schon das Midgard 6 anschaue wo ich alle ritt lang mir auffällt "kenne ich von dem System, das von einem anderen,..." will sagen: etwas wirklich neues inovatives ist mir bei den Regeln nicht aufgefallen - und da ist imho keine KI dahinter. Wenn also kreative Köpfe es schon schwer haben kreativ zu sein weil es da draussen eben schon so viele Varianten an Regeln für Rollenspiele gibt, wie soll man dann von KI - die ja auch nur vorhandene dinge "neu" zusammenfügt und damit höchstens Kreativität simulieren kann - wirklich etwas innovatives kommen?

Ja ich denke es wird immer noch etwas neues und kreatives kommen an Regelwerken, aber es wird eben schon schwerer.

Offline Gorilla

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Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
« Antwort #8 am: 9.04.2026 | 15:10 »
Ich packe meinen Post aus dem anderen Faden noch mal hier rein, weil er hier wohl besser aufgehoben ist:

Ich sehe den mindestens mittelfristig nachteiligen Effekt durch Einsatz von KI für konkret unseren Bereich darin, dass zu befürchten steht, dass

a) die Professionalisierung unseres Hobby als Wirtschaftsbereich (und damit die Qualität) eher auf der Strecke bleibt (vgl. Enshittification)
b) durch die in nächster Zukunft zu erwartenden Kosten für KI-Nutzung (die Start-Up Zeiten der KI Giganten nähern sich dem Ende und es will Geld eingenommen werden, um Serverfarmen zu bezahlen - vergesst nicht, dass wir in der Phase sind, wo die zukünftige Nachfrage gerade durch Anfütterangebote generiert wird) eine weitere Konzentration der Marktmacht einzelner Verlage stattfindet
c) die kommerziellen Interessen und Konzentration der Marktmacht in der Folge zu weiteren Markteintrittshürden für potenzielle neue Marktteilnehmende führt und wir viele tolle Produkte dann gar nicht mehr sehen werden

Natürlich kann sich KI auch als Segensbringer beweisen, wenn plötzlich alle Kreativen fleißig beim Veröffentlichen unterstützt werden. (Das was @sma als positiven Ausblick angeboten hat)
Aber das sehe ich aufgrund der aktuellen Entwicklungen rund um das Thema KI, Medien- und Verlagswesen sowie auch Konsumverhalten leider als eher unwahrscheinlich an.

Online Eismann

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Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
« Antwort #9 am: 9.04.2026 | 15:14 »
Ich würde erwarten, dass KI überall dort eingesetzt wird, wo es damit billiger wird und man es der Kundschaft unbemerkt unterschieben kann. Ob das zu einem Qualitätsverlust führt, ist da zweitrangig. Die Frage ist, ob die Kundschaft den Qualitätsverlust hinnimmt. Und da ist durchaus Spielraum.

Offline sma

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Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
« Antwort #10 am: 9.04.2026 | 15:50 »
b) durch die in nächster Zukunft zu erwartenden Kosten für KI-Nutzung (die Start-Up Zeiten der KI Giganten nähern sich dem Ende und es will Geld eingenommen werden, um Serverfarmen zu bezahlen - vergesst nicht, dass wir in der Phase sind, wo die zukünftige Nachfrage gerade durch Anfütterangebote generiert wird) eine weitere Konzentration der Marktmacht einzelner Verlage stattfindet
Ja, KI-Kosten werden im Preis steigen. Aber, wir vergessen gerne, dass das, was jetzt jetzt sehen, nur die Baseline für alle weiteren Entwicklungen ist. Schlechter wird's nicht mehr. Eher besser – wenn man es sich leisten kann.

Tagesaktuell kann ich auf meinem Laptop Gemma4 26B A4E lokal mit 50+ Token/Sekunde betreiben und diese winzige KI hat bereits passable Übersetzungsfähigkeiten (Gemma ist die kleine kostenlose Schwester von Gemini, Googles Flagship-Modells). Mit immer noch für Privatpersonen erschwinglicher Hardware kann ich aber größere Modelle wie Qwen oder GLM betreiben, ohne auf Serverfarmen angewiesen zu sein. Solange niemand kommt und mir die LLMs von der Platte löscht, profitiere ich daher vom Wettstreits der KI-Giganten.

(Und wenn die Schwarz-Gruppe mal einen Zahn zulegt mit ihrem 0,2 GW Rechenzentrum (international winzig, in Deutschland aber groß, 3x 5 Jahre soll der Bau dauern, uff), verspreche ich, dass ich dann auch mal bei Lidl einkaufe. Wir wären dann nicht nur von Amazon, Microsoft und Google abhängig.)
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Offline Ludovico

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Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
« Antwort #11 am: 9.04.2026 | 16:00 »
@Sma
Gedruckte Bücher wurden schon häufig für tot erklärt.
Ich wäre damit vorsichtig.
Mittlerweile gibt es auch sogenannte digitale Müdigkeit, weshalb zum Beispiel auch Tischrunden noch nicht durch Online-Runden abgelöst wurden.

Offline Megavolt

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Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
« Antwort #12 am: 9.04.2026 | 16:09 »
Keine Ahnung, wann immer ich schnell eine Liste mit kleinen Plots brauche für mein Runde am Abend, dann sagt die KI zuverlässig sowas wie "Die Helden wandern durch den Wald, wo sie aufregende Dinge erleben." Ja, vielen Dank auch.

Die KI ist da also genauso nutzlos und lazy wie Fillertexte in schlechten Abenteuern. Wenn man gezielt nachfragt, stellt sich die KI unter spannenden Dingen vor allem "geheime Motive" vor. Auch das ist selten hilfreich.

Vielleicht stelle ich mich aber auch nur blöd an, oder aber der militärisch-industriell-medial-geheimdienstliche Komplex hält die guten KIs irgendwie unter Beschlag und ich bekomme nur die Dummerchen-Versionen in die Hand.

Derzeit: not impressed 

Offline Ludovico

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Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
« Antwort #13 am: 9.04.2026 | 16:13 »
@Megavolt
Ich hab bessere Erfahrungen gemacht.
Als ich neulich mich per KI darüber informieren wollte, was Terroristen so alles mit der Aida Nova anstellen könnten, bekam ich ein paar sehr hilfreiche Vorschläge.

Offline sma

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Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
« Antwort #14 am: 9.04.2026 | 16:18 »
@Sma
Gedruckte Bücher wurden schon häufig für tot erklärt.
Ich wäre damit vorsichtig.
Mittlerweile gibt es auch sogenannte digitale Müdigkeit, weshalb zum Beispiel auch Tischrunden noch nicht durch Online-Runden abgelöst wurden.
Ich erkläre sie nicht für tot. Ich sage, sie sind nicht mehr das Nachschlagewerk und Werkzeug. Auch am Tisch beobachte ich, dass die Leute inzwischen häufiger Handys oder Tablets zücken statt gedruckte Bücher mitzubringen oder rauszuholen, um etwas nachzuschlagen, weil man darin weder suchen kann, noch den Text vergrößern kann (was ab einem gewissen Alter sehr wichtig ist). Beim Online-Spiel habe ich inzwischen immer auch einen Chat-Client auf, sei es für Regelfragen oder wenn man so wichtige Dinge wissen will, wann etwas Bestimmtes erfunden oder entdeckt wurde. Damit ändert sich die Aufgabe der Bücher. Ich erfreue mich an ihnen. Ich sammle sie (GBs auf der Festplatte sind leider nicht das selbe). Ich betrachte sie vielleicht auch mal. Aber damit "arbeiten" - das mache ich persönlich nicht mehr.
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Offline unicum

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Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
« Antwort #15 am: 9.04.2026 | 16:20 »
Wie ich oben schrieb habe ich auch was Solo Abenteuer betrifft gute erfahrungen gemacht, eben bis zu dem Punkt an dem die KI sich nicht mehr an wirklich signifikante Dinge erinnern kann, in dem Moment bricht bei mir dann die immersion völlig zusammen.

Offline Bildpunkt

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Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
« Antwort #16 am: 9.04.2026 | 16:50 »
Nur ganz schlaglichthaft: Ich könnte mir vorstellen, dass man die Vorzüge der privaten Variation von Texten deutlich mehr nutzt.

Wenn ich die neue SaWo Edition erwerbe und es nervt mich, dass sich diese "schlage bei jedem Monster sieben Sonderfertigkeiten nach"-Praxis ausgeweitet hat, dann würde ich der KI sagen: Schreibe mir doch bitte mal das Monsterhandbuch um, so dass ich nie mehr blättern muss.

Und dann würde ich das bei mir am Spieltisch eben genau so einsetzen.

Das könnte man jetzt in 100 Richtungen weiterdenken, hier sehe ich erhebliche Möglichkeiten.

Spieler:innen benutzen inzw zw Sessions die KI um sich inspirieren zu lassen wie sie aus kniffligen Situationen rauskommen  ;D

Auch weil es bei uns eher tödlich ist
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Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
« Antwort #17 am: 9.04.2026 | 16:51 »
Die Spieler könnten natürlich auch die Kommunikation mit dem SL über ChatGPT laufen lassen.

Offline sma

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Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
« Antwort #18 am: 9.04.2026 | 16:56 »
Vielleicht stelle ich mich aber auch nur blöd an, oder aber der militärisch-industriell-medial-geheimdienstliche Komplex hält die guten KIs irgendwie unter Beschlag und ich bekomme nur die Dummerchen-Versionen in die Hand.
Jepp, genau das ist es :)

Ich habe tatsächlich gegensätzliche Erfahrungen. Beispiel.
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Offline Gorilla

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Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
« Antwort #19 am: 9.04.2026 | 17:25 »
(...) Schlechter wird's nicht mehr. Eher besser – wenn man es sich leisten kann. (...)
Es wird sehr wahrscheinlich nur noch schlechter, wenn man die jüngsten Untersuchungen zum Model Collapse und zu Degenerative AI anschaut (vgl. Link 1, Link 2, Link 3, Link 4 solche Artikel - vor allem Fachartikel - die die Thesen bestätigen kommen aktuell fast wöchentlich)
Hardware ist dabei kein Faktor, sondern es geht um die inhärente Systemlogik, nach der die aktuellen LLM aufgebaut sind und die dazu führen, dass sich Fehler kaskadierend aufschaukeln.
Die einzige mögliche Lösung in den jetzigen Modellen, die bisher bekannt sind (laut den Veröffentlichungen, die ich kenne) wäre, die Daten zu kuratieren, aber das ist aufgrund der großen Datenmengen schlicht unmöglich.

Also ja, die KIs werden immer mehr Ergebnisse produzieren können. Aber diese Ergebnisse werden immer schlechter, weil das Grundmodel der aktuellen KI-Modelle halt irgendwie schon von Anfang an der Enshittification-Logik der Tech-Konzerne folgt (etwas überspitzt formuliert - es gibt halt dazu auch noch diverse grundsätzliche Probleme mit dem zugrundeliegenden statistischen Modell (vgl. Wiki).

Die jüngsten Forschungsergebnisse dazu lassen wenig Raum für Optimismus, dass wir außer Unmengen an Slop viel von KI haben werden.

Offline Gorilla

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Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
« Antwort #20 am: 9.04.2026 | 17:41 »
Es wird sehr wahrscheinlich nur noch schlechter, wenn man die jüngsten Untersuchungen zum Model Collapse und zu Degenerative AI anschaut (vgl. Link 1, Link 2, Link 3, Link 4 solche Artikel - vor allem Fachartikel - die die Thesen bestätigen kommen aktuell fast wöchentlich)
Hardware ist dabei kein Faktor, sondern es geht um die inhärente Systemlogik, nach der die aktuellen LLM aufgebaut sind und die dazu führen, dass sich Fehler kaskadierend aufschaukeln.
Die einzige mögliche Lösung in den jetzigen Modellen, die bisher bekannt sind (laut den Veröffentlichungen, die ich kenne) wäre, die Daten zu kuratieren, aber das ist aufgrund der großen Datenmengen schlicht unmöglich.

Also ja, die KIs werden immer mehr Ergebnisse produzieren können. Aber diese Ergebnisse werden immer schlechter, weil das Grundmodel der aktuellen KI-Modelle halt irgendwie schon von Anfang an der Enshittification-Logik der Tech-Konzerne folgt (etwas überspitzt formuliert - es gibt halt dazu auch noch diverse grundsätzliche Probleme mit dem zugrundeliegenden statistischen Modell (vgl. Wiki).

Die jüngsten Forschungsergebnisse dazu lassen wenig Raum für Optimismus, dass wir außer Unmengen an Slop viel von KI haben werden.

Ich relativiere noch einmal ein bisschen für unser Hobby, wo objektive Qualität ja quasi keine Rolle spielt.

Was AI ja sehr gut kann, ist Bullshit produzieren, der Menschen emotional aktiviert (also Slop).
Und genau das ist es ja, was unser Hobby zum Großteil ausmacht: eine Geschichte gemeinsam erleben und das miteinander und mit Hilfsmitteln (hier AI einfügen) ausgestalten sowie dabei Spaß haben. Dafür braucht es weder Shakespeare noch Goethe, weder Bela Lugosi noch Ryan Gosling, weder Picasso noch Giger.
Und dafür kann man AI wahrscheinlich sehr gut einbinden.

Einige Anwendungsbeispiele hat sma (ich glaube im anderen Thread) ja schon aufgezeigt.

Offline Maarzan

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Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
« Antwort #21 am: 9.04.2026 | 19:04 »
Meine Vermutung wäre, daß die größeren Verlage da "ausdümpeln" werden mit hochpreisigen Angeboten für alte Hasen und Liebhaber (und dann handmade auch entsprechend pflegen) und wer dann etwas anderes als D&D haben will wieder selber bauen muss oder sich durch die vielen Hobby und KI-Werke wühlen muss.
Wobei ich die Idee der "Qualitätsclubs" überlegenswert finde. Das würde dann aber vermutlich die Aufteilung des Hobbies in verschiedene, dann zunehmend mehr eigenständige und kontaktlose Teilgruppen führen, welche dann ganz gezielt ihre Wunschspiele/Stile beackern ohne wie die Verlage vorher auf größere, ggf inhomogene Kundengruppen Rücksicht nehmen zu müssen.
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Offline Haukrinn

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Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
« Antwort #22 am: 9.04.2026 | 19:41 »
Die Verlage werden aber mit der Zeit das feststellen, was jetzt auch schon andere Content Creators trifft: Wer meint sein Geschäftsmodell auf KI-generierten Inhalten (oder auch der Inhaltserzeugung durch KI) basieren lassen zu müssen, setzt damit auf ein totes Pferd. Denn genau das kann jeder einzelne Rollenspieler mit nem ChatGPT-Account jetzt auch selbst.
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Offline Schleicher

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Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
« Antwort #23 am: 9.04.2026 | 20:04 »
Ki ist selten (und wenn unabsichtlich) kreativ.
Kann aber Fleißarbeit abnehmen & (mit gelegentlichen Halluzinationen) schnell Wissen vermitteln.

Also:

Good with KI:
Gute menschliche Ideen (von mir aus auch mit KI brainstorming gefunden) durch KI ausformuliert und durch KI mit Details (z.B. Points of Interest in einer Stadt) versehen. Teilweise Details weggelassen und durch "Prompt" Vorlagen/ custom systemanweisungen / etc. direkt im Buch enthalten ersetzt.

Bad with KI:
KI Ideen nur kombiniert und kuratiert durch Menschen.

Good without KI:
"Qualitätsmerkmal" Human Made für (vermeintlich?) besonders innovative indie Projekte

Bad without KI:
Human Made als Ausrede für schlechtes Handwerk.

Offline sma

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Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
« Antwort #24 am: 9.04.2026 | 20:11 »
Vielleicht sind deine Ansprüche auch andere.
Du argumentierst am Punkt vorbei. Es ging darum, dass Megavolt  behauptete, er schaffe es nur, der KI unkonkrete Standardideen "geht mit geheimen Motiven durch den Wald" abzuringen und ich zeigte, dass es konkret mit Namen und in ein adhoc Setting eingebunden geht. Was du mit "durch Hokus Pokus aufgebläht" nennst, nennen andere Fluff und das ist ja, so wie ich Megavolt verstanden habe das, was er nicht bekommen hat.

Ich finde super, dass du das Abenteuer gelesen hast (das habe ich nämlich nicht, ich wollte eigentlich nur wissen, wie lang Claudes Antwort ist – etwa 8000 Wörter) und dich damit auseinander gesetzt hast. Das genau würde man jetzt ja als Kritik zurückspiegeln und solange iterieren, bis man genug Ideen für das Abenteuer zusammen hat. Selbst wenn dabei am Schluss nicht mehr als die Namen, ein NSC und die Zufallstabelle übrig bleibt, war das doch ein Gewinn.

Aber ich habe gelernt, dass ich den zweiten Prompt nicht hätte anfügen sollen, weil ich damit vom eigentlichen Punkt abgelenkt habe. Mein Disclaimer am Anfang des Texts war offenbar immer noch missverständlich. Ein perfektes One-Shot-Ergebnis (ich meine nicht ein Abenteuer für einen Abend, sondern das die erste Ausgabe der KI perfekt ist) war doch gar nicht das Ziel.
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