Autor Thema: Wie gehe ich mit dem "The instant Expert" Trope um?  (Gelesen 1431 mal)

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Offline Templar

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Also wenn man gerne effektive Charackere spielt, fangen Charaktere halt oft auch viel kompententer an als der Durchschnittstyp in der Spielwelt und von da an geht es aufwärts. Und oft auch unglaubhaft steil. Und das oft ohne jedwelche Erklärung. z.B. Warum werden Vampire der Spieler soviel schneller Mächtiger als die Jahrhunderte alte Ordnung und die Player in der Stadt? Warum wird Thorwaler Thorulf immer besser im Axt schwingen und schnappt das Axt werfen auf und wird scher schnell ein Meister in seinem gebiet während andere Söldner kaum besser werden? usw.

Das ist der Instant Expert. Und ich überlege wie man es besser darstellen oder vielleicht vermeiden kann.

Klar wenn man irgendwie Erwählt ist der 7. Sohn eines 7. Sohns oder Champion der Götter oder einen Fluch geerbt hat, also von vorne herein offiziell oder im Geheimen was besonderes ist , dann ist das alles viel besser zu erklären.
"Besonders Schicksal" als Zwangsvorteil/Merit/Edge wäre vielleicht eine gute Idee?

Dann wäre die andere Idee die mir Einfällt, wenn man für den Anfang erstmal den Mentor des eigentlichen Charackters spielt. Sprich man hat 2 Charaktere. Der Mentor wird nach x Sitzungen oder wenn der Schüler gut genug ist, "entfernt". Oder vom aktiven Mentor zum passiven Mentor. Oder vom Unterdrücker zum besiegten durch seinen Untergebenen. Usw.
Ich weiß allerdings nicht wie gut es klappt eine Runde zusammen zustellen die aus lauter Mentor Schüler Paaren besteht.
Gut ein Ritter reist mit hat seinen knappen, auch Druiden mägen Schüler im Schlepptau haben. Hexen ihre Töchter...Vampire einen zögling oder Ghul. Aber ich denke mal das es keine universelle lösung für jedes Charackterkonzept gibt...vor allem weil ich außer "Defenders of the Earth" sowas in keiner anderen "Serie" kenne.

Ich denke mal Pendragon hat sowas( klärt mich auf) aber ich suche halt nach vielen Ansätzen zum verpacken des instant Expert Tropes.
Wie habt ihr das gemacht?
Wie würdet ihr das machen?
Stört es euch einfach kein bisschen? (Bei mir war das bis vor kurzem so.)

Offline Feuersänger

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Re: Wie gehe ich mit dem "The instant Expert" Trope um?
« Antwort #1 am: 27.07.2026 | 18:57 »
Ich finde das alles gar nicht tragisch. SCs müssen gar nicht "auserwählt" oder sowas sein, sie sind halt einfach aus anderem Holz geschnitzt als der Durchschnittsalrik. Ich versteh auch ehrlich gesagt schon lange nicht mehr, warum man eine steile Lernkurve zum Problem hochstilisieren wollen würde. Rollenspielsysteme sind halt keine 1:1 Realitätssimulation, deal with it.  :) ->  8)

Und wenn's wirklich ein großes Problem für die SoD ist, dann definiert man halt einfach alle SC per se als "latent magisch begabt", Stichwort Earthdawn, und beim Thorwaler Thorulf äußert sich das halt nicht im rezitieren magischer Formeln sondern dass er seine Äxte mit traumwandlerischer Sicherheit schwingt und wirft.
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Offline Sashael

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Re: Wie gehe ich mit dem "The instant Expert" Trope um?
« Antwort #2 am: 27.07.2026 | 19:01 »
Es stört mich prinzipiell erst mal kein bißchen. Für mich bleibt Rollenspiel auch immer zunächst ein Spiel und in dem gelten einfach andere Regeln als im RL.

Allerdings würde ich mich für den Fall, dass starkes und schnelles Kompetenzwachstum nicht zur Geschichte passt, auch nach einem System umsehen, wo das dann halt auch nach Möglichkeit nicht vorkommt. Da wirds dann natürlich gerade bei Kampagnenspiel ziemlich dünn in der Auswahl.

Wobei ich mich bei meiner letzten Kampagne (Pulp Cthulhu) am Ende nicht wirklich mächtiger gefühlt habe als zu Beginn. Der Zuwachs war da imo echt überschaubar.
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Offline nobody@home

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Re: Wie gehe ich mit dem "The instant Expert" Trope um?
« Antwort #3 am: 27.07.2026 | 19:12 »
Persönlich stört mich so was tatsächlich nicht wirklich, sonst würde ich vielleicht schön hartwurstig GURPS mit seinen diversen Lernzeit- und Fertigkeitserhaltungsregeln (200 Stunden für jeden Charakterpunkt Fortschritt, zusätzlich modifiziert durch die Umstände...) spielen. ;) In der Praxis sind meine eigenen Vorstellungen davon, wie schnell sich irgendetwas prinzipiell lernen läßt, wahrscheinlich ohnehin recht schwammig (wobei ich allerdings nicht unbedingt überzeugt bin, daß es Leuten mit pessimistischeren Ansätzen da konkret besser geht), und im Spiel kommt dann noch ein Stück weit das schlichte Prinzip Wunschtraum dazu -- natürlich darf mein Charakter schnell lernen können, das hilft mir nur, ihn toll zu finden, und läßt außerdem mehr Zeit fürs "eigentliche" Spiel!

(Das läßt sich dann auch leicht etwas verallgemeinern, so nach dem Motto "Alle Spielercharaktere sind qua Protagonistenstatus automatisch 'besonders', ohne daß es sie etwas extra kostet, und der eine oder andere NSC, aber eben die große anonyme Mehrheit nicht, darf dasselbe Recht für sich in Anspruch nehmen.")

Offline Skyrock

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Re: Wie gehe ich mit dem "The instant Expert" Trope um?
« Antwort #4 am: 27.07.2026 | 19:44 »
Das StarCluster-System könnte für dich einen Blick wert sein. SCs und wichtige NSCs verbessern sich da mit einem für alle gleichen Lifepath-System, wo es pro Jahr einen Skillpunkt gibt, auswählbar je nach Bildungsweg/Karriere. (Besonders in den militärischen StarCluster-Ablegern gibt es spezielle militärische Ausbildungen, die mehr als einen Standardskillpunkt bringen, aber die sind i.d.R. einmalig bevor der Charakter seine eigentliche Karriere startet.)

Mit dieser groben Gleichmachkelle der rein zeitbasierten Charakterverbesserung fällt natürlich Charakterverbesserung als Belohnungssystem weg - und man hat den Traveller-Effekt, dass die großen Alten grundsätzlich sehr viel fähiger sind als jedes noch so talentierte Wunderkind.
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Offline Feuersänger

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Re: Wie gehe ich mit dem "The instant Expert" Trope um?
« Antwort #5 am: 27.07.2026 | 20:02 »
Oooooder man darf halt keine zeitkritische Kampagne spielen, bei der in wenigen Tagen Ingame-Zeit mehrere Levelups fällig werden.
(Beispiel bei mir gerade aktuell: Red Hand of Doom -- die ganze D&D 3.5 Kampagne läuft auf einem Timer von ca 30-40 Tagen, mit der Option deutlich früher fertig zu werden, und die SC werden in dieser Zeit ungefähr von Level 5 auf 10 aufsteigen. Und bei einem reinen Dungeoncrawl kann man auch durchaus alle 1-3 Tage ein Level machen.)

Sondern dann muss man halt eher episodisch spielen mit eher kurzen "Abenteuerchen", zwischen denen die SC dann immer wochenlang Leerlauf haben, um den Kompetenzzuwachs per Trainung oder Studium zu rechtfertigen.
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Offline Ainor

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Re: Wie gehe ich mit dem "The instant Expert" Trope um?
« Antwort #6 am: 27.07.2026 | 23:03 »
Es stört mich prinzipiell erst mal kein bißchen. Für mich bleibt Rollenspiel auch immer zunächst ein Spiel und in dem gelten einfach andere Regeln als im RL.

Es geht ja nicht unbedingt um RL. Alte Erzmagier sind irgendwie schon eine Genrekonvention und die funktioniert nich wirklich wenn man auch schon mit 25 Erzmagier werden kann.

Das andere Problem ist dass es sich etwas merkwürdig anfühlt wenn gefährliche Gegner in 2 Wochen zur Lachnummer werden.
Bedeutet effektiv dass Abenteuer einen sehr engen Zeitplan haben müssen.
Es wird zu viel darüber geredet wie gewürfelt werden soll, und zu wenig darüber wie oft.
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Offline nobody@home

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Re: Wie gehe ich mit dem "The instant Expert" Trope um?
« Antwort #7 am: 27.07.2026 | 23:54 »
Es geht ja nicht unbedingt um RL. Alte Erzmagier sind irgendwie schon eine Genrekonvention und die funktioniert nich wirklich wenn man auch schon mit 25 Erzmagier werden kann.

Wäre halt vielleicht zu hinterfragen, ob alte Erzmagier nun so sind, weil man so alt sein muß, um überhaupt Erzmagier zu werden, oder nicht am Ende doch, weil junge Schon-Erzmagier einfach bessere Chancen haben, auch ein gehobenes Alter zu erreichen als ihre weniger begabten gleichaltrigen Kollegen im Noch-Lehrlingsstadium. :)

Aber allgemeiner betrachtet stimmt natürlich schon, daß Aufstiegstempo seinerseits eine Genrekonvention ist, die nicht unbedingt in jedem Genre (und Medium) gleich behandelt wird. Klassische Comicsuperhelden beispielsweise sind ja auch oft Leute, die an einem Tag plötzlich unerwartete übermenschliche Kräfte entwickeln und am nächsten bereits kompetent mit ihnen umgehen können, obwohl es für Fertigkeiten wie "Laserstrahlen aus den Augen abfeuern, ohne dabei die ganze Gegend oder auch 'nur' die eigenen Klamotten in Brand zu setzen" bestimmt kaum professionelle Ausbilder gibt (und genau diese Art von Situation beschreibt der "Instant Expert"-Eintrag auf TV Tropes denn ja auch)...
« Letzte Änderung: 27.07.2026 | 23:57 von nobody@home »

Offline Quaint

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Re: Wie gehe ich mit dem "The instant Expert" Trope um?
« Antwort #8 am: Gestern um 05:10 »
Es gäbe ja schon Systeme die ohne Instant Expert auskommen, wenn einem das wichtig ist. Auch in unterschiedlichen Graden. Ich stör mich da aber nicht so massiv dran. DnD und seine Derivate sind da halt oftmals besonders krass, weil man halt sehr niedrig einsteigt bei der Kompetenz und dann einen geradezu Kometenhaften Aufstieg hinlegt. Bei anderen Systemen ist das mitunter sehr anders.
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Offline Taktikus

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Re: Wie gehe ich mit dem "The instant Expert" Trope um?
« Antwort #9 am: Gestern um 06:57 »
Verglichen mit der Realität, in der es reale Jahre dauert, eine Fertigkeit zu meistern, ist das sowieso alles kaum unterschiedlich. Wenns schnell geht mit einem lvl im Spiel dauert es ca. 4-12h real, wenns lange dauert, mit gespielten Pausen etc., 20 - 40h real. Dabei hat ein Jahr 8.760 Stunden. Es geht also in allen Systemen sowieso schneller, die Frage ist nur, wieviel schneller. Aber Instant Expert sind im Grunde alle, mit sehr geringen Unterschieden verglichen mit der Realität.
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Offline Sashael

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Re: Wie gehe ich mit dem "The instant Expert" Trope um?
« Antwort #10 am: Gestern um 07:26 »
Spielzeit mit Ingame-Zeit gleichzusetzen ist extrem merkwürdig und verfehlt imo komplett den Punkt, um den es hier geht.

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Offline Raven Nash

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Re: Wie gehe ich mit dem "The instant Expert" Trope um?
« Antwort #11 am: Gestern um 07:35 »
Die Grundfrage ist ja: "Wie kompetent kann der SC überhaupt werden?"
Wenn man - wie bei z.B. Dragonbane - ein Cap hat, das immer noch normales Scheitern ermöglicht (plus Patzer), ist ein schneller Aufstieg nicht wirklich schlimm. Zusätzlich kann der Char immer noch von jedem Goblin gekillt werden.

Hingegen hat man bei D&D eben schnell Bereiche erreicht, in denen man praktisch gegen "Normalos" nicht mehr scheitern kann und von denen auch keine Gefahr mehr ausgeht.
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Offline ArneBab

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Re: Wie gehe ich mit dem "The instant Expert" Trope um?
« Antwort #12 am: Gestern um 07:59 »
Ich finde das Lerntempo gerade am Anfang nicht so schlimm, weil auch im echten Leben die Lerngeschwindigkeit anfangs viel höher ist (weil der Trainingseffekt oft logarithmisch zur Lernzeit läuft).

Bei einem System, das Fibonacci-Zahlen fürs Lernen verwendet, kann als Erklärung für so schnelles Lernen schon ein konstanter Vorteil reichen (ein magisches Schwert, ein Amulett der Geschicklichkeit, der Segen einer Gottheit, Vorerfahrung in verwandten Bereichen o.ä.).

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Offline Weltengeist

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Re: Wie gehe ich mit dem "The instant Expert" Trope um?
« Antwort #13 am: Gestern um 08:00 »
Ich gehöre schon zu den Leuten, die sich an einem zu schnellen Anstieg der Kompetenzen stören. Ich frage mich dann immer, (1) warum wichtige NSCs nicht viel mächtiger sind (da gilt ja die Ausrede nicht, dass die im Vergleich zu den SC wenig draufhatten - die sind ja nicht geworden, was sie sind, weil sie nichts können oder nicht begabt sind), und (2) warum die SC selbst nicht viel früher kompetent geworden sind (viele haben ja Vorgeschichten, die darauf hindeuten, dass sie nicht bis zum Kampagnenbeginn unter einem Stein gelebt haben).

Übrigens neigen Systeme mit solchen schnellen Stufenanstiegen ja gerne dazu, diese selbst wieder zu entwerten, indem sie zu Beginn Stadtwachen der Stufe 1, Hofmagier der Stufe 5 und Drachenhorte für 300 GS haben, während sie später plötzlich Stadtwachen der Stufe 10, Hofmagier der Stufe 15 und Goblinschätze für 10.000 GS auffahren. Das macht den Stufenanstieg der SC dann eher zur Scheinkompetenz und nervt.

Meine persönliche Lieblingslösung ist eine, die man auch in den meisten Roman- und Filmvorlagen antrifft, die nicht über viele Jahre angelegt sind: Man verändert das Kompetenzlevel während der Kampagne gar nicht so stark, aber man fängt auch nicht auf Stufe 1 an. Ich sehe überhaupt keinen Grund, warum SC nicht schon zu Kampagnenbeginn überdurchschnittlich oder sogar übernatürlich sind, wenn das das Spielgefühl ist, das angestrebt ist.
Aktive Tischrunden (als SpL): Agenten von Nomikos (Eana - Savage Worlds)
Aktive Onlinerunden (als Spieler): Das Windkammtal (Barsaive - Earthdawn), Die Grauen (Shadow World - Rolemaster), The Price of Arrogance (Théah - 7te See)
Solo (in Planung): Mythic Suns (Fading Suns - M-Space)

Offline Sashael

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Re: Wie gehe ich mit dem "The instant Expert" Trope um?
« Antwort #14 am: Gestern um 08:43 »
Übrigens neigen Systeme mit solchen schnellen Stufenanstiegen ja gerne dazu, diese selbst wieder zu entwerten, indem sie zu Beginn Stadtwachen der Stufe 1, Hofmagier der Stufe 5 und Drachenhorte für 300 GS haben, während sie später plötzlich Stadtwachen der Stufe 10, Hofmagier der Stufe 15 und Goblinschätze für 10.000 GS auffahren. Das macht den Stufenanstieg der SC dann eher zur Scheinkompetenz und nervt.
Das ist dann aber einfach schlechtes Worldbuilding.

Zu Beginn hat man im Dorf den Wächter der Stufe 3, den Wald-Wiesen-Zauber-Zausel der Stufe 5 und den Goblinschatz mit 513 Silbermünzen.

Auf der Stufe legt man sich halt noch nicht mit den Stadtwachen der Hauptstadt an, die Stife 10 haben, während der königliche Hofmagier auf Stufe 15 herumzaubert und der Beholder in der Kanalisation den Schatz von 12.831 Goldmünzen bewacht.

Das ist wie beim RL Fussball.
Man startet in der E Jugend vom Kreisverband, steigt in die Bezirksiiga auf und träumt von Bundesliga und Champions League. Und die jeweils höheren Ligen wischen mit einem ziemlich oft den Boden auf, wenn man zu früh gegen sie antritt.

Dass man bei D&D von Kreisliga bis Weltmeisterschaft nur 2-3 Monate ingame benötigt, ist davon unbetroffen.  ;)
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Offline Ainor

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Re: Wie gehe ich mit dem "The instant Expert" Trope um?
« Antwort #15 am: Gestern um 09:13 »
Wäre halt vielleicht zu hinterfragen, ob alte Erzmagier nun so sind, weil man so alt sein muß, um überhaupt Erzmagier zu werden, oder nicht am Ende doch, weil junge Schon-Erzmagier einfach bessere Chancen haben, auch ein gehobenes Alter zu erreichen als ihre weniger begabten gleichaltrigen Kollegen im Noch-Lehrlingsstadium. :)

Glaube kaum dass die Genrekonvention auf solchen Überlegungen basiert. Es ist doch so dass in der Vorstellung Magie akademisch ist, und man nur durch sehr langes Studium wirklich mächtig wird. Und wenn Magier sowieso schon selten und besonders sind dann passt es halt nicht so wirklich dass alle NPC Magier einfach Luschen sind.

Andererseits läuft die Karriere für Krieger ja auf einer ganz anderen Zeitlinie (Vergleich mit Fussballspieler dürfte hinkommen), und ein 70 Jähriger Held ist da eher eine Karikatur.
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Offline Boba Fett

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Re: Wie gehe ich mit dem "The instant Expert" Trope um?
« Antwort #16 am: Gestern um 09:20 »
Ich würde erst einmal hinterfragen, in welchen Bereichen des Powerlevel gespielt werden soll.
Vielleicht möchten die Mitspieler nicht jedesmal als Noob beginnen…
Vielleicht möchte ich als Spielleiter nicht immer nach dem dritten Abenteuer in die Superheldenkategorie abdriften.
Also sollte man abchecken, mit welchem Kompetenzlevel man beginnt und wie schnell es nach oben geht und wie weit.

Und dann sucht man sich das am besten geeignete Regelwerk, die dazu am besten geeignete Spielwelt und regelt mittels Hausregeln, mit wie vielen  Erfahrungspunkten man beginnt, wie schnell man etwas dazu gewinnt und ab wann man sich eben nicht mehr verbessert, sondern nur noch Erfahrungspunkte umverteilen kann.
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Offline unicum

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Re: Wie gehe ich mit dem "The instant Expert" Trope um?
« Antwort #17 am: Gestern um 09:22 »
Also wenn man gerne effektive Charackere spielt, fangen Charaktere halt oft auch viel kompententer an als der Durchschnittstyp in der Spielwelt und von da an geht es aufwärts. Und oft auch unglaubhaft steil. Und das oft ohne jedwelche Erklärung. z.B. Warum werden Vampire der Spieler soviel schneller Mächtiger als die Jahrhunderte alte Ordnung und die Player in der Stadt? Warum wird Thorwaler Thorulf immer besser im Axt schwingen und schnappt das Axt werfen auf und wird scher schnell ein Meister in seinem gebiet während andere Söldner kaum besser werden? usw.

Das ist der Instant Expert. Und ich überlege wie man es besser darstellen oder vielleicht vermeiden kann.

Da gibt es zwei Sachen:

1. Das System ist das Problem
2. Das Setting ist das Problem

Bezüglich des Systemes gibt es tatsächlich solche die das eher ausbremsen und Figuren eher in die Breite zwingen als Figuren mit Inselbegabung zu erzeugen. Da sind wohl solche Systzeme wo man EP in Fertigkeiten investiert eher dazu geeignet als solche die nur mit Levelsystem arbeiten die eher zu linearität neigen.
Bezüglich der geschwindigkeit etwas zu lernen: schau dir mal an wie ein kleinkind noch Sachen aufsaugt und lernt. Dahingehend muss ein alter Sack da vergleichsweise viel Zeit reinstecken (die er als alter Sack schon einfach nicht mehr hat denn er muss sich ums Kleinkind kümmern, arbeiten, kochen,...)

Das Setting - oh jeh - also ja bei mir sind Settings auch ein greul die "mitwachsen". Wenn bei mir als SLs die Gruppe gleich zu beginn in die Drachenberge ziehen will weil da ein Uralter Drache sitzt ja gut dann gibts halt wieder (ich weiß garnicht wie lange mein letzter her ist, ewigkeiten, letztes Jahrtausend oder so) einen TPK. Denn klar die Gegener welche die Gruppe am Ende der Kampange legen soll sind natürlich zu beginn dieser schon irgendwo da, trifft man sich gff zu früh wird es halt doofig. In der regel machen aber intelligente Spieler sowas nicht.

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Re: Wie gehe ich mit dem "The instant Expert" Trope um?
« Antwort #18 am: Gestern um 10:15 »
Glaube kaum dass die Genrekonvention auf solchen Überlegungen basiert. Es ist doch so dass in der Vorstellung Magie akademisch ist, und man nur durch sehr langes Studium wirklich mächtig wird. Und wenn Magier sowieso schon selten und besonders sind dann passt es halt nicht so wirklich dass alle NPC Magier einfach Luschen sind.

Andererseits läuft die Karriere für Krieger ja auf einer ganz anderen Zeitlinie (Vergleich mit Fussballspieler dürfte hinkommen), und ein 70 Jähriger Held ist da eher eine Karikatur.

Ich glaube nicht, daß die Genrekonvention erstens überhaupt auf längeren Überlegungen basiert (daß mit dem Alter die Weisheit kommen soll, ist zwar ein alter Hut, hat aber erst mal mit Magie nicht viel zu tun und wird dann in der Praxis gerne auch mal schon vom richtigen Leben selbst widerlegt) oder zweitens so allumfassend ist -- dazu variieren die Vorstellungen davon, was Magie und Zauberer überhaupt sein und können sollen, dann doch zu sehr, und einen langen Bart und Zipfelmütze (wenn man darauf denn bestehen will ;)) kann allemal auch ein Mittzwanziger haben.

Daß speziell so was wie D&D gerne mal "Probleme" mit zu schnellem SC-Aufstieg haben mag, bleibt davon unberührt, ist aber irgendwie auch zu erwarten; das war halt schon immer ein unrealistisches Machtfantasiesystem (was man allein schon daran ein Stück weit sieht, daß Lernprozesse im richtigen Leben normalerweise keine plötzlichen umfassenden Kompetenzsprünge von einer "Klassenstufe" zur nächsten beinhalten und man durch sie allein auch nicht einfach mal eben so pauschal besser einstecken kann) und wird es wahrscheinlich auch immer bleiben, weil sich Aufstiegserlebnisse und Powerups nun mal gut verkaufen lassen. Wenn ich so etwas nicht will, nehme ich also andere Systeme, und die müssen dazu nicht mal besonders kompliziert sein.

Offline First Orko

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Re: Wie gehe ich mit dem "The instant Expert" Trope um?
« Antwort #19 am: Gestern um 10:30 »
Also ich kann grad kaum fassen, dass ich dafür jetzt in die Bresche springe aber: War DnD nicht genau das System, was in der ersten Edition eben genau deshalb Regeln dafür hatte, dass zwischen den Sitzungen die Ingame-Zeit weiterläuft? Das kam natürlich aus einer Zeit, als 1 Abend = 1 Dungeon war und man nicht mitten in einem Szenario aufhören musste, weil normal arbeitende Menschen ab einem gewissen Alter nicht die Nacht bis 4:00 durchspielen können... aber so ganz grundsätzlich würde man damit dem Effekt entgegenwirken.

Es gibt sicher gute Gründe, warum man das jetzt anders handhabt. Aber letztlich wird jedes System, was im Grund auf DnD zurückzuführen ist, aber eben nur ganz bestimmte Teile übernommen hat, in dieses Trope fallen. DSA hatte ja immerhin versucht seinerzeit mit der 4. Edition und den Lehrmeister-Steigerungen und diversen Zusatzregeln das Ganze wie üblich mit Bürokratie zu erschlagen und ist dabei übers Ziel hinausgeschossen.

Ich persönlich habe damit kein großes Problem. Für mich liegt das auf der Ebene der.. ich nenne es mal "Zeitverknappung": SCs haben bis zu einem Zeitpunkt in ihrem Leben kaum was erlebt.. und dann fängt die wirklich unglaublich stressige, hektische und massiv gefährliche Zeit der "Abenteuer" an wo sie in ein paar Hundert Tagen (wenn man übliche Fertigabenteuer spielt) unglaublich viel erleben, verdienen und irre viel Gold, Gegenstände und Erfahrungen sammeln  ;D Und zwar, wenn man zwischen Abenteuern keinerlei Zeit vergehen lässt und Reisezeiten außen vor lässt (wie es viele Gruppen in meiner Erfahrung gern mal tun)....
It's repetitive.
And redundant.

Dir ist schon klar, dass es in diesem Forum darum geht mit anderen Leuten, die nix besseres mit ihrem Leben zu tun haben, um einen Tisch zu sitzen und sich vorzustellen, dass wir Elfen wären.

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Re: Wie gehe ich mit dem "The instant Expert" Trope um?
« Antwort #20 am: Gestern um 11:40 »
Für mich ist das letzten Endes wohl tatsächlich erst mal eine Systemfrage. Ich meine, mein eigenes internes Referenzsystem ist Fate und da wird man per Regelvorlage erst mal nicht so einfach von jetzt auf gleich dramatisch besser. Das dem Instant-Experten Nächste wäre da wohl noch der kleine Meilenstein, mit dem ich von einer Sitzung zur nächsten meinen Charakter in jeweils einer Hinsicht mechanisch verändern darf, und rein theoretisch könnte diese Veränderung beispielsweise auch mal darin bestehen, zwei weit auseinanderliegende Fertigkeitswerte kurzerhand zu vertauschen, so daß etwa ein Diplomat mit nur Anstandskampferfahrung plötzlich zum tollen Schwertkämpfer mit radikal reduziertem Charme mutieren könnte...aber in so einem Fall darf die Spielleitung dann prinzipiell auch wieder ihr Veto einlegen, wenn ich für diese drastische Veränderung keinen überzeugenden Grund anführen kann (speziell in einer frischen Kampagne mag dazu freilich z.B. ein "Ich hatte nicht gecheckt, daß wir derart kampflastig spielen würden..." schon reichen -- das wäre dann wieder der Spielgesichtspunkt), und dann müßte ich mich notfalls eben anders entscheiden.

Offline BobMorane

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Re: Wie gehe ich mit dem "The instant Expert" Trope um?
« Antwort #21 am: Gestern um 11:52 »
Das ist dann aber einfach schlechtes Worldbuilding.

Zu Beginn hat man im Dorf den Wächter der Stufe 3, den Wald-Wiesen-Zauber-Zausel der Stufe 5 und den Goblinschatz mit 513 Silbermünzen.

Auf der Stufe legt man sich halt noch nicht mit den Stadtwachen der Hauptstadt an, die Stife 10 haben, während der königliche Hofmagier auf Stufe 15 herumzaubert und der Beholder in der Kanalisation den Schatz von 12.831 Goldmünzen bewacht.

Das ist wie beim RL Fussball.
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Dass man bei D&D von Kreisliga bis Weltmeisterschaft nur 2-3 Monate ingame benötigt, ist davon unbetroffen.  ;)

Stimmt und wenn es Systemseitig passt müssen die Stadtwachen in der hauptstat auch nicht Stufe 10 sein sondern halt 5 und die Leibgarde des Königs ist dann 8+.

Was die Taktung der Kreisliga bis WM angeht ist das eine Frage der Aufstiegsgeschwindigkeit. man kann das oben angesprochene Red Hand of Doom auch ohne 5 Stufenaufstiege spielen. Ess zwingt einen ja niemand, das man da 5 mal Leveln muss.

Das ist ja lediglich eine Konvention, die sich mit D&D3 eingebürgert hat. D&D 3 hat sich von PC spielen inspierieren lassen wo man halt alle 5 Minuten leveln muss, weil die Spieler sich sonst langweilen.
Ich habe zum 50 jährigen D&D Jubiläum mal eine Runde mit den Regeln aus der roten Box geleitet. Die Scs haben mit 4000EP andgefangen und nach 5 Samstagabenden hatten wir weitere 4000 EP erspielt. Es sind in der Zeit also alle SCs früher oder später einmal aufgestiegen.

Offline Haukrinn

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Re: Wie gehe ich mit dem "The instant Expert" Trope um?
« Antwort #22 am: Gestern um 12:01 »
Ich gebe zu, mir erschließt sich schon nicht warum man das vermeiden will.

Entweder man spielt etwas, was genau darauf ausgelegt ist, nämlich dass die Charaktere sich früher oder später (bisweilen) drastisch aus der Masse abheben bzw. vielleicht sogar schon von Anfang an schon kompetenter sind als der ganze Rest. Was ich absolut legitim finde, denn erstens spielt man die Spiele doch auch genau deswegen und zweitens gehen die Charaktere nun einmal auch durch extreme Herausforderungen, denen sich sonst niemand stellen würde.

Oder man will das alles nicht. Dann spielt man halt was, wo die Charaktere in ihrem Kompetenzlevel eher statischer sind (da fallen mir jetzt zum Beispiel Hârnmaster und Traveller ein) oder wo die Sprünge nicht so extrem sind. Oder wo die veränderlichen Spielwerte sich überhaupt nicht so sehr um die Kompetenz an sich drehen.
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Offline Ainor

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Re: Wie gehe ich mit dem "The instant Expert" Trope um?
« Antwort #23 am: Gestern um 12:53 »
Ich glaube nicht, daß die Genrekonvention erstens überhaupt auf längeren Überlegungen basiert (daß mit dem Alter die Weisheit kommen soll, ist zwar ein alter Hut, hat aber erst mal mit Magie nicht viel zu tun

Naja, eine "fantasy wizard" Bildersuche ergibt vor allem ältere Magier, woran Gandalf sicher einen gewissen Anteil hatte (für Hexen gelten wiederum andere Gesetze). Es ist ja auch irgendwie naheliegend dass man wenn man nicht grade dement wird mit der Zeit immer mehr Wissen und Macht anhäuft, so dass die mächtigsten Magier quasi immer alt sind.

zweitens so allumfassend ist -- dazu variieren die Vorstellungen davon, was Magie und Zauberer überhaupt sein und können sollen, dann doch zu sehr

Ich habe nichts von allumfassend gesagt. Aber die Idee ist verbreitet. Und D&D hat dem Magier
mit Zauberbüchern etc einen sehr akademischen Character verliehen (bis dann die Sorceror kamen).
Es wird zu viel darüber geredet wie gewürfelt werden soll, und zu wenig darüber wie oft.
Im Rollenspiel ist auch hinreichend fortschrittliche Technologie von Magie zu unterscheiden.
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Offline Maarzan

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Re: Wie gehe ich mit dem "The instant Expert" Trope um?
« Antwort #24 am: Gestern um 13:05 »
Man könnte das sicher über Lernstunden und Praxismarkern modellieren. (Leider) scheint der allgemeine Leidensdruck da nicht soo hoch zu sein für. Und wenn müßte man sich die jeweiligen "Leistungen" genauer anschauen und ich denke dann käme viel uninteressanter Basisstoff und Elemente, welche den Machtzuwachs nicht nur zeitbezogen limitieren sondern auch was dazu an der Mehrheit vermutlich langweilig erscheinenden Elemente wären notwendig machen würden. Von der dann auch noch deutlicheren und "modern" wohl eher ungern gesehenen Diskrepanz zwischen Neulingen, Erfahrenden und Profis ganz zu schweigen.
Storytellertraumatisiert und auf der Suche nach einer kuscheligen Selbsthilferunde ...