Sehr nachvollziehbar Ludovico!
Ich wollte auch noch ein paar Gedanken zum Thema Bringschuld einbringen, weil sich ein paar daran gestoßen haben würde ich gerne den Begriff noch etwas verteidigen:
Soweit ich überblickt habe, ist Bringschuld negativ konotiert, weil es etwas von Zwang hat, weil es eine Forderung enthält, die von außen an mich herangetragen wird - das erzeugt dann sowohl einen gewissen Widerstand und eine gewisse Schwere.
Ich würde die Bringschuld jedoch intrinsich verorten:
Ich als Spieler sehe mich selbst in der Bringschuld, die Vorbereitung des Spieleiters bestmöglich zu unterstützen und ihm zu helfen, dass das, was er sich überlegt hat, für alle zu einem richtig geilen Erlebnis wird.
Denn das Vorbereiten hat vielleicht auch nicht nur Spaß gemacht.
Und so rum wird dann auch ein Schuh draus für mich - es ist eine Form von Dankbarkeit.
Das heißt zum Beispiel, dass ich meine Regeln kenne und zwischen den Session verinnerliche, selbst wenn ich gerade keinen Bock habe, sie mir reinzuziehen. Das Spielerlebnis wird dadurch für alle besser, weil der Spielfluss gut ist (Und vielleicht auch: Gerade weil ich dafür gearbeitet habe (ja, gearbeitet!), ist es am Ende befriedigender).
Fokus auf die eigenen Pflichten, anstatt auf die Rechte.
Und mit diesem Mindset verbietet es sich, nicht nach Wegen zu suchen, auf das Abenteuer Angebot des Spielleiters einzugehen.
Insofern, auch wenn es nicht in den Zeitgeist der Unverbindlichkeit passt:
Doch, es bleibt für mich eine Bringschuld.
Eine, die ich jedoch aus freien Stücken annehme.
Mitspieler, die aus diesem Holz geschnitzt sind, sind mMn die Basis für eine stabile, erfüllende Runde.