Autor Thema: Darf ich alles Spielen unabhängig davon ob ich es verkörpern kann?  (Gelesen 3839 mal)

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Offline Luxferre

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So gut wie nie, da gebe ich dir recht.
Wir konstruieren hier, wie von dir geschrieben, in erster Linie Grenzsituationen um daraus Erkenntnisgewinn zu ziehen.
Ich denke die meisten, die sich hier ein Problem vorstellen können, würden nicht so weit gehen zu sagen, dass es ein weit verbreitetes wäre.
Aber Berührungspunkte hatte ich schon damit: Bei manchen Spielern ging Gruppenanspruch und Darstellungswirklichkeit schon so weit auseinander, dass es für Unmut gesorgt hatte - der wurde aber geschluckt und hatte kein Verbot oder etwas ähnliches zur Folge.

Ich kenne genug Spieler aus meiner Vergangenheit, die nicht in der Lage waren sich zu refelktieren und in ihrem übersteigerten "ich-kann-im-Rollenspiel-alles-ausleben" völlig unpassende Rollen ergriffen. Blutrünstige Assassinen, die Gruppenanführer sein wollten. Weichherzige Drow, die ein Haus in Menzo führten.
Und ja, wir haben auch Leute unter uns Rollenspielern, die ihre RL-Defizite ausleben, austoben oder kompensieren wollen/müssen. Ich vermute, dass dies einen nicht kleinen Anteil ausmacht. Aber da ist die Stärke der Ausprägung das Gift. Die Grenzfälle sollten hier nicht der Standard in der Diskussion sein ;)

Ich finde, dass jede/r Spielende in sich gehen sollte und nachdenkt, ob ihm/ihr diese oder jene Rolle wirklich liegt. Dann ausprobieren und notfalls kann man das ja auch abbrechen oder ingame verändern. Das ist ja das fabelhafte an Rollenspiel. Alles kann, nichts muss. Klingt BDSM, ist aber trotzdem passend.
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Offline First Orko

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Ich muss mal ein hartes Beispiel bringen:

Ich habe aktuell eine Online-Runde (ohne näher in Detail zu gehen) wo ein Charakter quasi die Rolle des Ersten Offiziers einnimmt. Der Spieler dieser Figur... spielt faktisch nicht. Er nimmt an der  Runde teil, reagiert aber 70% nur auf konkrete Rückfragen der SL, interagiert von sich aus NULL mit Welt und anderen SC, reagiert überfordert wenn er angespielt wird. WENN er dann agiert, dann kommen durchaus konstruktive Ideen.. aber das ist so 1x am Spielabend. Manchmal habe ich das Gefühl, dass er neben der Runde was Anderes macht und nur mit halben Ohr zuhört.
Ein Mitspieler (den ich wiederum schätze) hat ihn mit in die Runde gebracht.. das ist dann ne soziale Hürde irgendwie zu sagen "Passt nicht rein" und ich tue mich sehr schwer, das irgendwie zu adressieren.

Fakt ist: Dieser eine Mitspieler macht mir durch seine (in meinen Augen) komplette Passivität das Spiel madig. Ich muss ihn irgendwie immer mitdenken (sonst ist er beleidigt)- er hat dafür eine zu zentrale Rolle -  aber kann nicht mit seiner Figur interagieren. Ich weiß noch nicht, wie ich damit umgehe aber das ist so ein Fall wo ich sage: Einer von uns muss langfristig aus der Runde raus oder ER passt sein Spiel an. Ich sehe mich nicht in der Lage, meine Bedürfnisse soweit runterzuregeln um damit leben zu können. Der SL ist klasse und ich spiel gern bei ihm. Aber insgesamt liefert die Runde in Bezug auf den Rollen-Anteil vom Rollenspiel nicht das, was ich mindestens erwarte (und auch selbst liefere!).

Das wäre ein Beispiel von: Die Person hat die falsche Rolle. Wenn er einen Neben-SC spielen würde, den man ignorieren kann und der nur mitmacht, wenn es ihm passt - wäre es deutlich einfacher. Aber sowas kannste halt nicht jemanden ins Gesicht sagen, das würde man selbst auch nicht hören wollen.
« Letzte Änderung: Heute um 10:23 von First Orko »
It's repetitive.
And redundant.

Dir ist schon klar, dass es in diesem Forum darum geht mit anderen Leuten, die nix besseres mit ihrem Leben zu tun haben, um einen Tisch zu sitzen und sich vorzustellen, dass wir Elfen wären.

Offline Quaint

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Naja, das sind ja selten absolute Kriterien im Sinne von kann ich verkörpern/kann ich nicht verkörpern. Sondern man kann ja halt manches besser und manches schlechter. Und nur wenige Sachen absolut top oder total grottenschlecht. Das wissen die Leute selbst auch nicht immer vorher. Im Grunde darf man erstmal alles, solange die Mitspieler (auch SL) damit klarkommen. Ich hab z.B. in Teenagertagen mal einen Teufeltiger Kuei-jin gespielt, muss das wohl auch ganz gut gemacht haben, denn eine Mitspielerin bekam Alpträume davon (Teufelstiger sind so komische Typen die Leute foltern und auf die Probe stellen um sie stärker zu machen unter anderem). Sobald ich davon erfuhr wanderte der Charakter in die Ablage. Ist ja klar, oder?
Ich würd im Zweifel immer erstmal probieren. Und wenn es dann ernstliche Schwierigkeiten gibt kann man immernoch den Charakter austauschen oder anderweitige Problemlösungen suchen. Und man sollte da aber auch etwas kulant sein, wer gestreßt von der Arbeit kommt, ist halt vielleicht nicht 100% da. Es muss nicht immer jeder top performen. Manchmal reichen auch 2 oder 3 von 5 Verkörpern-Sternchen damit das ok ist. Nur wenn es halt massiv hakt und mehrfach, sollte man evtl. überlegen ob man etwas ändern kann.
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Offline Luxferre

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SCHNIPP
Das wäre ein Beispiel von: Die Person hat die falsche Rolle.
SCHNAPP

Ja genau. Aber woran wollen wir das Festmachen?
Ich finde ja, dass Rollen nicht aus Attributen oder Fertigkeiten alleine bestehen.
Führung jedoch ist ziemlich klar mit Charisma verknüpft ... und dem klassischen Handwerkszeug dahinter: Mikromanagement, Misstrauen und Machtmissbrauch  8]
In diesem Fall spielt das nicht Ausspielen von Charisma/Führungskompetenz eine gewichtige Rolle und an sich wäre das Beispiel ein Plädoyer, dass man eben nicht alles spielen/verkörpern kann.
Ingame hart ausgespielt würde der SC seines Ranges enthoben. In nett würde ihm ein passenderer Spieler hierarchisch vorgesetzt befördert werden.
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Offline Haukrinn

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In diesem Fall spielt das nicht Ausspielen von Charisma/Führungskompetenz eine gewichtige Rolle und an sich wäre das Beispiel ein Plädoyer, dass man eben nicht alles spielen/verkörpern kann.

In diesem Fall hast du einen Spieler, der gar nicht aktiv mitspielt. Der Bezug auf Charisma ist hier ziemlich gekünstelt, findest du nicht?
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Offline Femenmeister

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Ist gerade für mich als studierter Schauspieler eine interessante Frage - ich nehme den Begriff „Verkörpern“ in der Fragestellung jetzt einmal sehr wörtlich.

In meinen Runden haben alle Spielenden grundsätzlich das Recht, alles zu spielen - ausdrücklich auch dann, wenn sie große Schwierigkeiten dabei hätten, Teile der Rolle zu verkörpern.

Der erste Teil der Begründung wurde in diesem Thread bereits zur Genüge aufgegriffen: Rollenspiel ist für mich dazu da, in Rollen zu schlüpfen, die nicht meiner eigenen Wesensart oder meinen eigenen Fähigkeiten entsprechen. Dabei ist es völlig legitim, sich mit der dritten Person zu helfen bzw. zu beschreiben, was mein Held gerade tut, anstatt es am Tisch auszuspielen. Die Regeln des entsprechenden Systems helfen wiederum dabei, eine Expertise zu veranschaulichen, von der man ausgeht, dass der Held sie besitzt, selbst wenn der entsprechende Spieler keinen Schimmer davon hat. Insofern sehe ich in der Praxis da keine Probleme.

Der zweite Teil der Begründung trifft meiner Meinung nach den viel gewichtigeren Aspekt: wer entscheidet, wann eine Darstellung „gelungen“ ist? Ich als Theaterschauspieler mit den Maßstäben professionellen Handwerks? Dann dürften wohl die meisten Rollen am Tisch nicht gespielt werden, weil die wenigsten Spielenden diese Maßstäbe erfüllen würden. Und selbst ich müsste Abstand von der Darstellung mancher NSCs nehmen, weil auch meine geschulten Fähigkeiten an ihre Grenzen stoßen, wenn ich das 13-jährige dünkelhafte Burgfräulein darstellen soll, ohne dass es unfreiwillig komisch wird. Wann ist gut, gut genug? Darf dann ein Spielender einen bestimmten Archetypen spielen, ein anderer aus derselben Gruppe den gleichen Archetypen hingegen nicht? Da kommt man doch in Teufels Küche.

Um mal die Perspektive zu wechseln: Es gibt in meinem Beruf selbstverständlich durchaus Kollegen, die für bestimmte Rollen die besseren Voraussetzungen mitbringen als ich: mehr Erfahrung, passenderes Äußeres usw. Sicher würde diese manche Rollen „besser“ spielen als ich. Mich durch diese Vergleiche und Überlegungen von der Darstellung dieser Rollen per se auszuschließen, würde ich dennoch unangemessen empfinden. Deshalb würde ich mir diese Art von Beurteilung auch nicht gegenüber den PnP Spielenden anmaßen - Spielberechtigung wird dementsprechend nicht an Darstellungsfähigkeit geknüpft.

Offline Horsinand

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Ich habe hier nur quer gelesen, meine aber, dass man alles spielen darf. Wenn jemand in der Gruppe ein Problem damit hat, muss man sich halt einigen oder die Gruppe passt halt nicht.

Überhaupt: Was ist der Maßstab? Rechtlich, moralisch, Leistung?

Wir hatten mal jemanden in einer Warhammer Runde, der einen Elfen gespielt hatte. Das war nach mehreren Sitzungen (!) so überraschend für einen Mitspieler, dass der ihm daraufhin erklären wollte, wie man einen Elf richtig spielt. Ich konnte damals als Spielleiter nur darüber schmunzeln. Dem Elfenspieler hat halt sein Charakterblatt mit dem
Elfen gereicht. Ansonsten hat er gerne die Karten für alle mitgezeichnet. Was die Spieler so präferieren, am
Tisch . . .

Online Kaskantor

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Also laut so manchen Aussagen, dürfte bei uns nie jemanden einen Barden spielen…es gab da genau einen, der tatsächlich mal ein paar Lieder und Co. Zusammen geschustert hat…
Aber, der Barde ist in DnD usw. eine echt beliebte Klasse, der halt einige nützliche Zauber für die Gruppe hat und solange man quasi seine Klasse „beherrscht“, würde mir das sowohl als Spieler als auch als SL reichen :)
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Offline Tudor the Traveller

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Ingame hart ausgespielt würde der SC seines Ranges enthoben. In nett würde ihm ein passenderer Spieler hierarchisch vorgesetzt befördert werden.

Wieso denn? Was hat das Ausspielen der Figur damit zu tun, wie sie ingame tatsächlich ist? Das meinte ich eingangs mit "Filter": nur weil der Spieler am Tisch nichts tut, heißt es nicht, dass die Figur auch passiv ist. Dann blende ich da eben geistig drüber, dass da ein Offizier eben unausgesprochen offizierige Dinge tut.

Ich meine, das ist wie bei Alltagsdingen. Nur weil ich nicht ausspiele, dass meine Figur isst und trinkt, heißt das ja nicht, dass sie es ingame nicht tut.

Insofern halte ich die Analyse der Situation für fehlerhaft: nicht die Passivität des Spielers ist das Problem, sondern dass das Spiel nicht zur Erwartungshaltung von Orko passt. Mal angenommen, die anderen Leute in der Gruppe sind fein mit dem Spiel. Was dann?
« Letzte Änderung: Heute um 16:02 von Tudor the Traveller »
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Also laut so manchen Aussagen, dürfte bei uns nie jemanden einen Barden spielen…es gab da genau einen, der tatsächlich mal ein paar Lieder und Co. Zusammen geschustert hat…
Aber, der Barde ist in DnD usw. eine echt beliebte Klasse, der halt einige nützliche Zauber für die Gruppe hat und solange man quasi seine Klasse „beherrscht“, würde mir das sowohl als Spieler als auch als SL reichen :)

Tatsächlich ist der Barde eine Klasse, mit der ich mich generell schwertäte -- so gut kann ich mich in die Unterhalterrolle dann doch nicht einfühlen, geschweige denn auf Kommando. ;) Aber der ist halt für mich allem D&D-Vorbild zum Trotz auch eher kein klassischer "Abenteurertyp", sondern lieber jemand, der zu Hause bleibt und sich von durchreisenden Abenteurern deren Geschichten erzählen läßt, damit er sie weitergeben kann.

(Daß die allgemeine Popkultur das Bardenkonzept ihrerseits schon nicht besonders ernst nimmt, sondern solche Figuren lieber mal als Comic-Relief-Gestalten verwurstet, ist natürlich auch nicht unbedingt hilfreich.)

Offline Luxferre

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In diesem Fall hast du einen Spieler, der gar nicht aktiv mitspielt. Der Bezug auf Charisma ist hier ziemlich gekünstelt, findest du nicht?

Nö.
Sein Spiel, seine Charakterdarstellung. Es spielt einen abwesenden und passiven Anführer. Dessen Disziplin und Wesen sollten allerdings proaktiv, mitreißend und tatkräftig sein. Da sehe ich viele Bausteine im Attribut "Charisma".
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Offline manbehind

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Der zweite Teil der Begründung trifft meiner Meinung nach den viel gewichtigeren Aspekt: wer entscheidet, wann eine Darstellung „gelungen“ ist?

Die Mitspieler. Die Darstellung ist dann "gelungen", wenn sich niemand an ihr stößt. D. h. in der Empirie des Spieltisches lautet die Frage nicht: Wann ist die Darstellung gelungen? Sondern: Wann ist sie problematisch, sprich: Woran genau stoßen sich die Mitspieler bei der Darstellung?

Offline Luxferre

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Wieso denn? Was hat das Ausspielen der Figur damit zu tun, wie sie ingame tatsächlich ist? Das meinte ich eingangs mit "Filter": nur weil der Spieler am Tisch nichts tut, heißt es nicht, dass die Figur auch passiv ist. Dann blende ich da eben geistig drüber, dass da ein Offizier eben unausgesprochen offizierige Dinge tut.

Ich meine, das ist wie bei Alltagsdingen. Nur weil ich nicht ausspiele, dass meine Figur isst und trinkt, heißt das ja nicht, dass sie es ingame nicht tut.

Insofern halte ich die Analyse der Situation für fehlerhaft: nicht die Passivität des Spielers ist das Problem, sondern dass das Spiel nicht zur Erwartungshaltung von Orko passt. Mal angenommen, die anderen Leute in der Gruppe sind fein mit dem Spiel. Was dann?

Wenn man nicht kommuniziert, was getan oder gelassen wird, dann soll man also davon ausgehen, dass das dennoch stattfindet?
Finde ich ne steile These und empfinde Deine Analyse als fehlerhaft.
Rollenspiel ist ein Medium, welches ausschließlich durch Kommunikation lebt.

Du stellst etwas zu trinken mit der Hauptaufgabe eines SC gleich. Ist mir zu dünn. Würde bei einigen anderen Leuten von Strohmann-Argument sprechen, was ich Dir hier aus Respekt nicht unterstellen mag. Wir reden auch nicht von Pipi oder Kaka am Spieltisch. Auch nicht von Grundversorgung, nichtmal von Sex oder anderen intimen Themen. Und natürlich geschieht das "hinter dem Vorhang" auch. Orkos Beispiel ist aber die Haptarbeit des Offiziers, welche mit Fertigkeiten versehen ist und das spiel in gewisse Richtungen bringt.

Ich gehe aber mit Dir d'accord, dass die Gruppenerwartung auch mal mit der der Spielleitung inkompatibel sein kann. Wenn die Spielenden von Orko halt Junkfood wollen und er aber ein mediterranes Dreigängemenü erwartet, dann ist das Problem anders gelagert. Und hat wenig mit dem Ausspielen von unpassenden Charakterkonzepten zu tun.
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Offline Luxferre

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Das Würfelergebnis. Die Spielleitung. Die Mitspielenden. Der gesunde Menschenverstand. Es gibt da einige Schiedsrichter, die entscheiden, was gelungen ist und was nicht.
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Online gunware

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die Rolle des Ersten Offiziers einnimmt. Der Spieler dieser Figur... spielt faktisch nicht. Er nimmt an der  Runde teil, reagiert aber 70% nur auf konkrete Rückfragen der SL, interagiert von sich aus NULL mit Welt und anderen SC, reagiert überfordert wenn er angespielt wird.
Bist du dir sicher, dass du von Rollenspiel sprichst? Die Beschreibung hätte auch aus echtem Leben kommen können, wenn manche ihre Vorgesetzten beschreiben. Vielleicht spielt er seine Rolle nur zu gut.

Oder Wie Luxferre sagt:

.Es spielt einen abwesenden und passiven Anführer.
Ich bin der letzte Schrei der Evolution, als sie mich erschaffen hatte, schrie sie: "Oh Gott, was habe ich denn gemacht?!"

Offline Tudor the Traveller

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Wenn man nicht kommuniziert, was getan oder gelassen wird, dann soll man also davon ausgehen, dass das dennoch stattfindet?
Finde ich ne steile These und empfinde Deine Analyse als fehlerhaft.
Rollenspiel ist ein Medium, welches ausschließlich durch Kommunikation lebt.

Du stellst etwas zu trinken mit der Hauptaufgabe eines SC gleich. Ist mir zu dünn. Würde bei einigen anderen Leuten von Strohmann-Argument sprechen, was ich Dir hier aus Respekt nicht unterstellen mag.

Danke dafür. Aber ich denke, wir haben hier tatsächlich verschiedene Erwartung an Rollenspiel. Allein was eine "Hauptaufgabe" sei, halte ich für diskutabel. Im taktischen Spiel z.B. könnte es sein, dass die Hauptaufgabe einer "Leader" Rolle darin besteht, seine Spielwerte vorteilhaft einzusetzen. Das geht im Prinzip auch völlig einsilbig.
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Ich finde Barde ja großartig!
Sie können perfekt für Ablenkung sorgen, wissen viel, können sich in allerlei magische Gegenstände einfühlen, bauen Kontakte auf und aus, verhandeln, lösen Rätsel und sorgen für die wohlige Lagerfeuerstimmung. Und übrigens ist gerade Letzteres (ich sehe das aus der Perspektive eines alten, ehemaligen Pfadfinders) leider im Rollenspiel total unterrepräsentiert. TOR macht es ganz gut, wenn ich es recht auf der Kappe habe. Aber ansonsten ... Moral aufbauen, für Regeneration und Rekreation sorgen, Wissen vermitteln ... total tolle Fähigkeiten. Eigentlich.

Aber ja, nicht jeder Mensch taugt als Barde. Ein Grund mehr, mal aus sich heraus zu kommen und außerhalb der Komfortzone einen Barden (ohne Geblödel!) spielen.
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Danke dafür. Aber ich denke, wir haben hier tatsächlich verschiedene Erwartung an Rollenspiel. Allein was eine "Hauptaufgabe" sei, halte ich für diskutabel. Im taktischen Spiel z.B. könnte es sein, dass die Hauptaufgabe einer "Leader" Rolle darin besteht, seine Spielwerte vorteilhaft einzusetzen. Das geht im Prinzip auch völlig einsilbig.

Das geht auch mit einem Würfelwurf und tollen Attributen. Sehe ich auch so. Aber es spielt sich in meiner Welt nicht automatisch im Hintergrund ab, wie essen/trinken/Notdurft.
Und ja, meine Erwartungshaltung an einen Leader wäre Proaktivität. Ob nun Ansage plus Würfelwurf im tatischen Spiel oder Ausspielen im ROLLENspiel.
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Aber ja, nicht jeder Mensch taugt als Barde. Ein Grund mehr, mal aus sich heraus zu kommen und außerhalb der Komfortzone einen Barden (ohne Geblödel!) spielen.

Und viele von diesen Sachen sind dann wiederum aus meiner Sicht besonders bardenspezifisch, sondern einfach Dinge, die jede Art von Spielercharakter bei passender Neigung eigentlich können dürfen sollte. Packt halt am Lagerfeuer beispielsweise der Kleriker die Gitarre aus und singt, während der Dieb ihn auf derselben Flöte begleitet, die normalerweise für kurze Signaltöne herhalten muß... :D

Offline Luxferre

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Und mein Zauberer ersetzt alle anderen Klassen, weil ich einen Elementar-Golem beschwöre, eine heilende Pflanze aus dem Nichts herbeirufe, eine magisch verschlossene Tür mit einem Torzauber umgehe und den Wachen am Tor des bösen Grafen sage, dass ich nicht der Druide bin, den sie suchen ...
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Und mein Zauberer ersetzt alle anderen Klassen, weil ich einen Elementar-Golem beschwöre, eine heilende Pflanze aus dem Nichts herbeirufe, eine magisch verschlossene Tür mit einem Torzauber umgehe und den Wachen am Tor des bösen Grafen sage, dass ich nicht der Druide bin, den sie suchen ...

In einem geeigneten System auf hinreichender Stufe -- sicher. Wenn er sich dann auch noch magisch vervielfältigen oder genug Gefolge beschwören kann, um in der Aktionsökonomie nicht allzusehr hinter einer ganzen Gruppe herzuhinken... ;)

Das dürfte aber an vielen Tischen doch eher die Ausnahme sein, während es mir halt eher um mundane "Alltagsfähigkeiten" wie Spielen des einen oder anderen Instruments, Nicht-aufs-Maul-gefallen-Sein, und dergleichen mehr geht. Wenn die verwendeten Regeln schon solche Dinge nur ausgewiesenen Spezialisten zuschanzen...na ja, dann werde ich wahrscheinlich auch noch anderweitig Probleme mit ihnen kriegen.

Offline Selis

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Ich probiere gerne aus und weniger die Klasse in Form von Taktiker (was ich tatsächlich nicht gern spiele) sondern unterschiedlichste Konzepte. Gerne Klischees, die direkt wieder gebrochen werden.

Wenn etwas nicht funktioniert, wie ich das mir vorstelle, dann wird der Charakter halt verändert.
Wenn ich das nie getan hätte, würde ich vermutlich noch die gleichen einheitlichen kaum sich unterscheidenden langweiligen Charaktere spielen, bzw. gar nicht mehr spielen.

In all den Jahren, wo ich experimentiere, wurden nie meine Charaktere als für mich ungeeignet eingestuft und das sicherlich nicht, weil ich so ein überragender Tausendsassa wäre, der einfach alles hinbekommt. Probleme gab es eigentlich nur, wenn ein Alphatierchen sich daran stieß, daß ich Gruppenspiel nicht (mehr) mit nach seiner Pfeiffe zu tanzen verwechselte.
Power Gamer: NaN% | Butt-Kicker: 33% | Tactician: 33% | Specialist: 54% | Method Actor: 96% | Storyteller: 71% | Casual Gamer: NaN%

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