Jetzt hab ich mal ein bißchen mit der DSA-Wiege rumgespielt. Echt ein sehr praktisches Programm, daß die Charaktererschaffung durchaus handhabbar macht. Also hab ich wie gesagt mal ein paar Sachen ausprobiert.
Ich hatte dabei vorneweg einen bestimmten Verdacht, der sich dann nach einigen Durchläufen auch bestätigt hat:
Der ganze Zinnober mit Rasse, Kultur und vor allem die Profession ist alles nur Fluff, zumindest wenn die "Wiege" die Regeln korrekt abbildet, was mir aber der Fall zu sein scheint.
Sagen wir, du willst einen besonders fähigen Schwertkämpfer erschaffen. Z.B. Anderthalbhänder, oder auch normales Schwert, eigentlich total egal. Such dir eine Waffe aus.
Nun ist der nächste Schritt, aus den Professionen diejenige rauszusuchen, die die größtmöglichen Boni auf deine gewählte Waffe gibt. Richtig?
Falsch.
Es ist total scheißegal, ob du einen Krieger der Akademie hastunichgesehen für 20GP oder, sagen wir, einen Botenreiter für 0GP erschaffst. Du verteilst deine Attribute (14/10/12/10/10/14/14) und wählst ein paar Vorteile und Sonderfertigkeiten. Dann gleichst du das Konto mit Nachteilen aus. Dann gehst du weiter zur Talentverteilung, und dumpst deine ganzen Punkte in die gewählte Waffe.
Egal ob Krieger, Soldat, Koch oder Botenreiter, im Endeffekt hast du TaW 17 und AT16/PA15.
In DSA3 gab es hier noch die Begrenzung, daß bei der Erschaffung jedes Talent nur um soundsoviele Punkte gesteigert werden durfte. Das fällt beim 4er wohl weg. Mir ist schon klar, daß man das nicht machen soll -- aber ist es nicht etwas albern, daß es überhaupt _möglich_ ist, als Briefträger genausogut kämpfen zu können wie die besten Krieger?
(Wiewohl auch damals mein DSA3-Streuner mit seiner Waffe genauso gut kämpfen konnte wie jeder beliebige Krieger oder Söldner.)
Wieso sich überhaupt den Streß mit den Professionen und ihren hundertachtzig Modifikatoren machen? Da kann man sich doch genausogut alle Werte frei verteilen, wenn hinterher sowieso alles aufs Selbe rauskommt. Nötig wie ein Kropf. Sinnvoll wäre das nur, wenn das System gewährleisten würde, daß jede Profession ihre Stärke hat, an die keine andere rankommt.