Autor Thema: Filme und Serien - Smalltalk  (Gelesen 547407 mal)

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Offline Grubentroll

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Re: Filme und Serien - Smalltalk
« Antwort #7500 am: 22.07.2021 | 14:20 »
Puh... ich glaube ich kann es offiziell machen. Quentin Tarantino und ich werden keine Freunde mehr.

Habe Once Upon A Time... in Hollywood gesehen.
Zwischendrin hab ich echt mehrmals überlegt, ob ich den Film einfach ausmache.

Ich glaube, ich war einfach nicht die Zielgruppe für den Film.
Tolle Kulissen, ja.
Schauspielerisch bestimmt großartig, das kann ich nicht wirklich beurteilen. Hab mich an Leo DiCaprio einfach sattgesehen.

Dialoge... gut.

aber irgendwie...
Es gab nichts, was mich wirklich gestört hat (naja, außer dass er Bruce Lee einbauen musste um zu zeigen was für ein toller Hecht Brad Pitt ist... aber naja.). Aber es gab eben auch nichts, was mich irgendwie gefesselt hätte. Die Charaktere fand ich weder sympatisch noch konnte ich mich irgendwie mit ihnen identifizieren, die Handlung... keine Ahnung, könnte ich wahrscheinlich nichtmal wiedergeben, und die letzten ca. 30min sind dann nochmal vollkommen anders, als der Rest des Films.

Quentin, ich weiß du hast Kultstatus und deine treue Anhängerschaft... aber mit uns... das wird nichts mehr.

Ich kann ja auch mit Tarantino nix anfangen. Wirkt auf mich alles wie Fan Fiction mit absurden Splatter-Gewaltfantasien plus einigen Filmzitaten.

Aber "Once Upon A Time... in Hollywood" fand ich schrägerweise richtig gut. Witzig. Schaut toll aus. Schauspieler allesamt perfekt besetzt und spielend.

Und die Gewalt ist natürlich da, aber hat mich bei dem Film nicht so gestört wie bei den anderen.

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Re: Filme und Serien - Smalltalk
« Antwort #7501 am: 22.07.2021 | 17:27 »
Ich finde es sehr angenehm, dass bei Tarantino hier sehr differenziert beurteilt wird. Ich hatte befürchtet, hier kämen jetzt die Verfechter des Tarantino-Kults und flamen jeden, der anders denkt. Für mich ist Tarantino ein Regisseur wie jeder andere auch: Mit guten und mit schlechteren Filmen.

Ich mag ein paar Tarantino Filme: Inglourious Basterdsa, Hateful 8, Django Unchained, manche sind "ok", die man mal gesehen haben kann (Jackie Brown, Once upon a Time in Hollywood, Kill Bill) und für mich der uninteressanteste ist Pulp Fiction. ich sah ihn und fand ihn blöd. Man sagte mir, ich habe ihn nicht verstanden, wenn ich ihn blöd fände. Ich schaute ihn noch Mal. Ich fand ihn immer noch blöd.
Once upon a Time habe ich zuletzt geschaut und der Film hat einige Längen und plätschert oft vor sich hin. Immer wenn man denkt, jetzt passiert etwas, wird es langweilig fortgesetzt und in keinem Tarantinofilm hat mich der Fußfetisch Tarantinos so genervt wie hier. Jedem seine Vorlieben, aber hier hat es mich eben genervt.

Edit: Belehrung verstanden und Änderung vorgenommen.
« Letzte Änderung: 22.07.2021 | 19:54 von PS »

Offline Ein Dämon auf Abwegen

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Re: Filme und Serien - Smalltalk
« Antwort #7502 am: 22.07.2021 | 17:35 »
From Dusk till Dawn ist kein Tarantino Film der ist von Robert Rodriguez.
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Re: Filme und Serien - Smalltalk
« Antwort #7503 am: 22.07.2021 | 17:39 »
Ich war in den 90igern kein Tarantino-Fan, aber spätestens seit Inglorious Bastards finde ich: rein handwerklich, kann niemand so Spannung aufbauen wie er.

Und er schafft es für mich auch oft eine dreifach gewendete Moral so tief im Film-Boden zu verlegen, dass sie höchstens noch in einem Untergrund-Zombie-Streifen eklig mit erhobenem Zeigefinger die Oberfläche durchbrechen könnte, und sich stattdessen eigentlich erst langsam nach dem Verlassen des Kinos in mir ausbreitet.
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Offline Scurlock

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Re: Filme und Serien - Smalltalk
« Antwort #7504 am: 22.07.2021 | 18:23 »
Mit Ausnahme der Episode aus "Four Rooms" haben mir alle Tarantino-Streifen gefallen. Einige fand ich "nur" gut wie "Jackie Brown", "Reservoir Dogs" oder "Death Proof". Die meisten halte ich aber für Ausnahmeproduktionen wie "Django Unchained", "The Hateful 8", "Kill Bill", "Inglourious Basterds" oder "Once upon a time...in Hollywood". "Pulp Fiction" ist in meinen Augen ein Meisterwerk und hat ein eigenes kleines Genre geschaffen. Und im Gegensatz zu den meisten 90er Jahre Filmen ist "Pulp Fiction" hervorragend gealtert. Und das ist es, was den Unterschied zwischen Durchschnittsware und Filmkunst ausmacht. Tarantino polarisiert, wie man hier sieht, und sicher ist seine Filmsprache nicht für jeden. Aber er ist ein Ausnahmeregisseur, ähnlich wie Spielberg oder Kubrick und hat das Kino nachhaltig geprägt.   

Und ich weiß bis heute nicht, warum. Seine Stories sind absurd, seine Gewaltdarstellungen kaum nachvollziehbar, seine Charaktere schwachsinnig. Bei "Jackie Brown" (zu dem mich eine Ex geschleppt hat) bin ich im Kino eingeschlafen. Bei "From Dusk Till Dawn" ist die Serie weit besser als der Film (weil das offenbar unter Drogeneinfluss entstandene Drehbuch mit etwas Story aufgepeppt wird).
Der ist Spitze! Ich würde ihn als härteres 96 Hours definieren. Und "Feingefühl" brauche ich bei einem Rachfeldzug wie dem hier, auch so gar nicht.  ;)
Ich kann ja nachvollziehen, wenn man mit Tarantinos Art der Inszenierung nichts anfangen kann. Aber Tarantino seine Gewaltdarstellungen vorzuwerfen und dann so einen Dreck wie "Xtremo" abzufeiern, ist irgendwie absurd.
« Letzte Änderung: 23.07.2021 | 01:54 von Scurlock »

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Re: Filme und Serien - Smalltalk
« Antwort #7505 am: 22.07.2021 | 22:03 »
rein handwerklich, kann niemand so Spannung aufbauen wie er.

Derartige Sachen hab ich schon mehrfach gelesen, deswegen die ernst gemeinte Frage: Kannst du erklären, was du damit meinst? Denn aus irgendeinem Grund funktioniert das bei mir nicht. Ich finde seine Filme echt nicht spannend.
Hab neulich eine Filmkritik zu Once Upon a Time auf Youtube gesehen, wo einzelne Szenen besprochen wurden und warum sie so klasse sind, und als ich sie gesehen habe, haben sie bei mir nicht ausgelöst.
Nun hab ich auch echt keine Ahnung vom filmischen Handwerk, insofern bin ich da echt kein Gradmesser, aber ich irgendwie würde ich es doch echt gern verstehen.

Achja, und auch von mir: Danke für die sehr freundliche und sachliche Diskussion hier. Freut mich sehr!
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Offline Scurlock

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Re: Filme und Serien - Smalltalk
« Antwort #7506 am: 23.07.2021 | 00:37 »
Derartige Sachen hab ich schon mehrfach gelesen, deswegen die ernst gemeinte Frage: Kannst du erklären, was du damit meinst? Denn aus irgendeinem Grund funktioniert das bei mir nicht. Ich finde seine Filme echt nicht spannend.
Hab neulich eine Filmkritik zu Once Upon a Time auf Youtube gesehen, wo einzelne Szenen besprochen wurden und warum sie so klasse sind, und als ich sie gesehen habe, haben sie bei mir nicht ausgelöst.
Ich habe "Once upon a time...in Hollywood" hinsichtlich Spannungsaufbau gerade nicht so in Erinnerung. Allerdings ist die Eingangssequenz von "Inglourious Basterds" eine Meisterleistung hinsichtlich Spannungsaufbau. Die Spannung der Sequenz, in der Landa den französischen Bauern verhört, wird in erster Linie von Schnitt und Kamera eingefangen. Tarantino inszeniert seine Dialoge wie Duelle, in der jedes Detail wichtig ist und von ihm hervorgehoben wird. Mal ist es der Schweiß auf der Haut, Flüssigkeiten, die verschüttet werden, Staub, der durch Spalten rieselt...Es sind die Details, die bei Tarantino zählen. Und Tarantino weiß genau, welche Kameraeinstellungen dafür notwendig sind und wie er sie im Schnitt zu montieren hat. Meisterliches Handwerk also. Und der Zuschauer weiß so, dass die Situation bedrohlich ist, selbst wenn der Dialog der Schauspieler dem eigentlich widerspricht und allein gesehen harmlos erscheinen müsste. Diese Diskrepanz zwischen Gesprochenem und Gezeigten erzeugt ein Spannungsfeld, das Tarantinos Markenzeichen ist...Das funktioniert allerdings nur, wenn die Schauspieler auch ihr Handwerk verstehen und die Regie/Drehbuch das zu inszenieren weiß.
« Letzte Änderung: 23.07.2021 | 01:54 von Scurlock »

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Re: Filme und Serien - Smalltalk
« Antwort #7507 am: 23.07.2021 | 00:42 »
Klappt aber genau in diesem Film auch nur zweimal.
Und der Rest ist ... unterdurchschnittlich bis lächerlich. Die schlechte und völlig unpassende Komik an diversen Stellen plus die grotesken Rachefantasien an der deutschen Führung machen den Film dann trotz zugegebenermaßen genialen Ansätzen leider ziemlich albern.
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Offline Scurlock

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Re: Filme und Serien - Smalltalk
« Antwort #7508 am: 23.07.2021 | 00:53 »
Klappt aber genau in diesem Film auch nur zweimal.
Und der Rest ist ... unterdurchschnittlich bis lächerlich. Die schlechte und völlig unpassende Komik an diversen Stellen plus die grotesken Rachefantasien an der deutschen Führung machen den Film dann trotz zugegebenermaßen genialen Ansätzen leider ziemlich albern.
Nein, der Film ist genauso wie Tarantino ihn haben will. Er inszeniert seine Filme häufig im Stil der Italowestern und der Pulpfilme der 70er. Er zitiert sich dabei wild durch die Filmgeschichte und daraus folgt meist ein kruder Genremix. Das mag nicht jedem gefallen, aber ist sicher nicht unterdurchschnittlich oder lächerlich.

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Re: Filme und Serien - Smalltalk
« Antwort #7509 am: 23.07.2021 | 08:09 »
Ich schlage mich mal auf Scurlocks Seite: Ich mag Tarantino. Mir gefiel das Understatement, dass "Once Upon A Time in Hollywood" eigentlich ist. Ich halte "Pulp Fiction" und die "Kill Bill"-Filme für Meisterwerke. Ich habe auch Kritik für ihn übrig ("Django" ist im Grunde zu lang, der legt gefühlt noch 20 Minuten drauf, wenn eigentlich das Thema schon auserzählt ist; "The Hateful 8" hat eine tolle Bildersprache, aber auch hier finde ich das letzte Drittel nicht so gelungen).

Letztlich bleibt's aber dabei: Tarantino ist ein talentierter Regisseur, der gute Autorenfilme macht, einige davon sogar genial. Nicht mehr und nicht weniger.
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Re: Filme und Serien - Smalltalk
« Antwort #7510 am: 23.07.2021 | 08:09 »
Tarantino will ja auch nicht den ganzen Film als durchgehendes Spannungsvehikel benutzen, behaupte ich. Es sind bestimmte Szenen, die darauf hingetrimmt sind. Die Bar-Szene in Inglourious Basterds ist ein anderes gutes Beispiel für mich.

Wenn einen nur Action und Spannung interessiert, findet man all die anderen Elemente wahrscheinlich langweilig oder sinnlos. Sind halt doch keine Jugendfilme. Und natürlich geht es Tarantino nicht um historische Authentizität. Er will auch kein perfektes eskapistisches Traumland schaffen, wo man  als Zuseher am besten für 2 Stunde komplett vergisst, das man existiert. Ich würde ja behaupten, dass genau das in Hollywood als handwerkliche Perfektion betrachtet wird... Die Traumfabrik halt.

Tarantino bricht das absichtlich auf und schaut hinter die Kulissen. Wahrscheinlich deshalb, weil er schon als Kind zu aufgeweckt / interessiert war, um nicht andauernd die Produktionsbedingungen durchscheinen zu sehen. Was ja bei seinen trashigen Lieblingsgenres damals auch nicht so schwer war...

Für ihn hat das Filme nicht kaputt gemacht, sondern viel interessanter. Und diesen sehr individuellen Blick zu vermitteln, ist halt seine Handschrift.
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Re: Filme und Serien - Smalltalk
« Antwort #7511 am: 23.07.2021 | 08:14 »
Genau. Außerdem (und das ist eine Erkenntnis, die ich in Filmdiskussionen zu Zeiten von "Cinema Sins" allgemein vermissen) muss nicht jeder Film einen wasserdichten logischen oder psychologisch nachvollziehbaren Aufbau haben. Filmfiguren müssen sich auch nicht verhalten wie Menschen im echten Leben. Manche Filme sind eben als Pastiche angelegt oder als Allegorie oder als Leinwand, auf der etwas thematisch durchexerziert wird, und eben kein aristotelischer Dreiakter abgespult werden soll. Das Medium Film erschöpft sich nicht darin, dass alles irgendwie "spannend" sein muss. Tarantino macht eben keine Filme, die einer typischen Hollywood-Dramaturgie folgen und das macht sie nicht schlechter.
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Re: Filme und Serien - Smalltalk
« Antwort #7512 am: 23.07.2021 | 08:25 »
Ich kann ja nachvollziehen, wenn man mit Tarantinos Art der Inszenierung nichts anfangen kann. Aber Tarantino seine Gewaltdarstellungen vorzuwerfen und dann so einen Dreck wie "Xtremo" abzufeiern, ist irgendwie absurd.
Es geht nicht um die Gewaltdarstellung, es geht um ihre Absurdität. Paradebeispiel "Jackie Brown". Die kleine Schlampe wird gevögelt und dann einfach, so nebenbei, abgeknallt weil sie labert. Da komm ich einfach nicht mehr mit. Das ergibt keinen Sinn.
Und das zieht sich so durch alle seine Filme. Da werden Leute nebenbei abgeknallt, einfach damit das Blut spritzt.

Bei Filmen wie Xtremo hat die Gewalt immer einen Grund. Einen recht einfach nachvollziehbaren. Bei Tarantino ist es einfach ein kranker Drehbuchschreiber.
Zitat
Tarantino ist ein talentierter Regisseur, der gute Autorenfilme macht, einige davon sogar genial. Nicht mehr und nicht weniger.
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Re: Filme und Serien - Smalltalk
« Antwort #7513 am: 23.07.2021 | 08:35 »
Genau. Außerdem (und das ist eine Erkenntnis, die ich in Filmdiskussionen zu Zeiten von "Cinema Sins" allgemein vermissen) muss nicht jeder Film einen wasserdichten logischen oder psychologisch nachvollziehbaren Aufbau haben.
Doch. Also für mich. Ist für mich auch der größte Kritikpunkt an der gesamten StarWars-Saga: klaffende Logiklücken.
Es ist mir völlig latte, was irgendwer für "Kunst" o.ä. hält - war's mir schon zu Schulzeiten. Irgendwelche hochbedeutsamen Dinge wie "Bildsprache" (was soll das sein?) u. dgl. gehen spurlos an mir vorbei. Bei mir reduziert sich alles auf die Story - und die ist bei Tarantino nunmal Mist.
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Re: Filme und Serien - Smalltalk
« Antwort #7514 am: 23.07.2021 | 08:56 »
Es geht nicht um die Gewaltdarstellung, es geht um ihre Absurdität. Paradebeispiel "Jackie Brown". Die kleine Schlampe wird gevögelt und dann einfach, so nebenbei, abgeknallt weil sie labert. Da komm ich einfach nicht mehr mit. Das ergibt keinen Sinn.
Ja, genau. Und das ist das, was ich meine. Tarantinos Schtick ist absurde Gewaltdarstellung. Die Gewalt soll sich absurd, überzeichnet, schräg und gleichzeitig übertrieben drastisch anfühlen. Eben wie sie es auch (oft unfreiwillig) in den Filmen war, die Tarantino zur Vorlage gereichten. Das inszeniert er absichtlich so.

Dass du das nicht magst, steht auf einem anderen Blatt. Aber man kann Tarantino halt nicht vorwerfen, er verstünde sein Handwerk nicht. Das tut er. Und er wird überall zitiert er hat eine ganze Generation junger Filmemacher geprägt. Und seine Filme sind Ereignisse; wenn ein neuer rauskommt, lässt das die Filmszene nicht kalt, egal ob man den Film jetzt für gelungen hält oder nicht.

Zitat
Warum wird eigentlich subjektiver Geschmack gleich zu "Kultur" hochstilisiert?
Ich stilisiere gar nichts. Ich erkenne, wie Scurlock auch, einfach nur an, dass es Tarantino gelingt, das in seinen Filmen auszudrücken, was er ausdrücken will. Du kannst dir einen Film ansehen, ohne zu wissen, dass Tarantino Regie geführt hat und wirst merken: Das ist ein Tarantino-Film. Und du wirst dich an seine Bildersprache erinnern, auch wenn sie dir nicht gefällt. Dasselbe gilt für David Fincher. Oder für Wes Anderson.

Und Tarantino ist nicht "Kultur", weil ich das bestimme, sondern weil seine Filme einflussreich sind und gesehen werden. Und seine Motive, Kameratricks, Themen und Memes verarbeitet und verbreitet werden in anderen Filmen, in anderen Medien. Das kann man Tarantino nicht absprechen. Ob man ihn mag oder nicht, ist eine völlig andere Frage. Ich mag zum Beispiel Michael Bay nicht, aber ich kann anerkennen, dass "Bayhem" eine Ästhetik ist, die in Nicht-Bay-Filmen zitiert wird.
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Re: Filme und Serien - Smalltalk
« Antwort #7515 am: 23.07.2021 | 08:59 »
Da komm ich einfach nicht mehr mit. Das ergibt keinen Sinn.
Und das zieht sich so durch alle seine Filme. Da werden Leute nebenbei abgeknallt, einfach damit das Blut spritzt.

Bei Filmen wie Xtremo hat die Gewalt immer einen Grund. Einen recht einfach nachvollziehbaren.

Was hälst du eigentlich von Cohen-Brüder-Filmen wir Fargo oder Burn After Reading, die gerade darauf abzielen die Absurdität von so etwas wie der Welt darzustellen und zumindest mir dabei das Gefühl geben, dass dadurch eine tiefe Wahrheit ausgedruckt wird, die mich glücklich zurück lässt?
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Re: Filme und Serien - Smalltalk
« Antwort #7516 am: 23.07.2021 | 09:16 »
Doch. Also für mich. Ist für mich auch der größte Kritikpunkt an der gesamten StarWars-Saga: klaffende Logiklücken.
Es ist mir völlig latte, was irgendwer für "Kunst" o.ä. hält - war's mir schon zu Schulzeiten. Irgendwelche hochbedeutsamen Dinge wie "Bildsprache" (was soll das sein?) u. dgl. gehen spurlos an mir vorbei. Bei mir reduziert sich alles auf die Story - und die ist bei Tarantino nunmal Mist.

Woah, langsam. Ein Film erzählt seine Story eben über "Bildersprache" (und über "Klangsprache" auch), weil ein Film ein visuelles (und audatives) Medium ist. Insofern behaupte ich: Nein, natürlich geht die "Bildersprache" eines Film eben nicht spurlos an dir vorbei: Du schaust den Film ja, du nimmst ihn wahr. Wenn dir eine Szene darin gefällt oder nicht, wenn du dir denkst, dass eine Actionszene geil aussieht oder sich die Tränen in ScarJos Augen bei "Marriage Story" auf dich übertragen und du mitfühlen kannst: All das zählt zur Bildersprache. Schnitte, Kameraeinstellungen, Fahrten, Blocking... Filme arbeiten seit ihrer Entstehung damit. Filme erzählen sich so, auch über Dialoge und Handlung, klar. Aber wenn das Mist ist, dann merkt das der Zuschauer, auch wenn er es nicht benennen kann.

Und ich könnte genauso fragen: "Logik" (was soll das sein?)
Selbst wenn wir "Story" als das grundsätzliche Qualitätsmedium wahrnehmen, dann müssen wir halt auch feststellen: Stories werden, seit Menschen erzählen, ganz unterschiedlich erzählt. Die lineare, kausal aufgebaute Geschichte ist nur eine bestimmte Variante von Erzählungen. Geschichten, die Logik oder Linearität brechen gibt es immer schon. Genauso wie Geschichten, in denen die Figuren nicht psychologisch ausdekliniert sind, sondern nur Archetypen oder Konzepte. Manche Geschichten arbeiten auch völlig thematisch: Denen geht es gar nicht darum, eine Handlung wiederzugeben, sondern bestimmte Gedanken oder Emotionen oder Problemstellungen anschaulich oder erfahrbar zu machen.

Psychologisch motivierte Protagonisten gibt es BTW noch gar nicht so lange. Und dass wir als Leser oder Zuschauer Handlung oder Figuren überhaupt (psycho)logisch begreifen wollen, ist auch eine Rezeptionshaltung, die es noch nicht so lange gibt. Und eben nicht die einzelne.
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Offline Scurlock

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Re: Filme und Serien - Smalltalk
« Antwort #7517 am: 23.07.2021 | 09:21 »
Es geht nicht um die Gewaltdarstellung, es geht um ihre Absurdität. Paradebeispiel "Jackie Brown". Die kleine Schlampe wird gevögelt und dann einfach, so nebenbei, abgeknallt weil sie labert. Da komm ich einfach nicht mehr mit. Das ergibt keinen Sinn.
Und das zieht sich so durch alle seine Filme. Da werden Leute nebenbei abgeknallt, einfach damit das Blut spritzt.

Bei Filmen wie Xtremo hat die Gewalt immer einen Grund. Einen recht einfach nachvollziehbaren. Bei Tarantino ist es einfach ein kranker Drehbuchschreiber.Warum wird eigentlich subjektiver Geschmack gleich zu "Kultur" hochstilisiert?
Wie ich schon geschrieben habe, man muss Tarantino nicht mögen. Ihm aber Inkompetenz oder einen kranken Verstand anzudichten, weil seine Filme den eigenen Erwartungshorizont unterlaufen, ist schlicht falsch. Gerade die "Bildsprache" ist für Fotographie und eben auch Film essentiell. Wer sie handwerklich beherrscht und sie auch richtig einzusetzen weiß, hat Kino verstanden. Und Tarantino ist Meister darin, diese Details in seinen Filmen herauszuarbeiten. Er zeigt, er erzählt nicht... 
In "Jackie Brown" muss das Abknallen der "Schlampe" nicht erklärt werden. Die Frau ist kein Charakter, sondern ist einzig allein ein Stilmittel, um Jacksons Figur zu charakterisieren. Er erschießt sie, weil sie ihn nervt. Er ist ein Psychopath, der ohne Skrupel und ohne großen Grund, Leute abknallt. Tarantino etabliert ihn so als den bad Motherfucker, mit dem man sich nicht anlegen sollte. Als Antagonist, der zur Bedrohung von Jackie Brown wird. Und ja, das soll das Publikum auch schockieren...Show, don't tell. Und Gewalt ist bei Tarantino nie grundlos. Sie erfüllt einen Zweck, sie soll schockieren, charakterisieren oder ist wie bei "Inglourious Basterds" auch als Katharsis zu sehen. Die Nazis bekommen das, was sie verdienen.
Sinnloser Gewaltporno ist dann eher bei so einem Film wie "Xtremo" zu sehen. Die Eingangssequenz war einfach nur dumm und stumpf und extra übermäßig mit Blut versehen. Warum? Offenbar weil der Regisseur eine besonders gewalttätige Actionsequenz im Stile von Woo drehen wollte, ohne dessen Eleganz zu erreichen.

Tarantino will ja auch nicht den ganzen Film als durchgehendes Spannungsvehikel benutzen, behaupte ich. Es sind bestimmte Szenen, die darauf hingetrimmt sind. Die Bar-Szene in Inglourious Basterds ist ein anderes gutes Beispiel für mich.

Wenn einen nur Action und Spannung interessiert, findet man all die anderen Elemente wahrscheinlich langweilig oder sinnlos. Sind halt doch keine Jugendfilme. Und natürlich geht es Tarantino nicht um historische Authentizität. Er will auch kein perfektes eskapistisches Traumland schaffen, wo man  als Zuseher am besten für 2 Stunde komplett vergisst, das man existiert. Ich würde ja behaupten, dass genau das in Hollywood als handwerkliche Perfektion betrachtet wird... Die Traumfabrik halt.

Tarantino bricht das absichtlich auf und schaut hinter die Kulissen. Wahrscheinlich deshalb, weil er schon als Kind zu aufgeweckt / interessiert war, um nicht andauernd die Produktionsbedingungen durchscheinen zu sehen. Was ja bei seinen trashigen Lieblingsgenres damals auch nicht so schwer war...

Für ihn hat das Filme nicht kaputt gemacht, sondern viel interessanter. Und diesen sehr individuellen Blick zu vermitteln, ist halt seine Handschrift.


Ja, genau. Tarantino will gar keine großen Geschichten erzählen. Er interessiert sich für die kleinen Dinge. Seine Filme sind deshalb auch meist eine Sammlung von Kurzgeschichten, die fast schon durch Zufall in eine große Rahmenhandlung eingebunden sind. Diese Erzählweise ist sperrig und widersetzt sich weitgehend den Filmkonventionen, die die Zuschauer gewohnt sind. Aber genau diese Erzählweise lässt Tarantino den Raum, den er braucht, um mit den verschiedenen Genres zu spielen. Das gelingt nicht immer, weil Tarantino in seiner Selbstverliebtheit sich auch immer wieder verzettelt und eben auch, weil er auf die Konventionen scheißt. Das ist insbesondere im letzten Drittel von "The Hateful 8" zu sehen. Tarantino verliert sich zum Ende eines sonst grandios inszenierten Kammerstücks und weiß offenbar nicht so richtig, die Geschichte adäquat aufzulösen und wird faul. 
« Letzte Änderung: 23.07.2021 | 09:25 von Scurlock »

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Re: Filme und Serien - Smalltalk
« Antwort #7518 am: 23.07.2021 | 09:36 »
Lustigerweise fand ich das Ende von Hateful 8 wirklich grandios in seinem Symbolismus. Habe seit dem Kinobesuch den Film aber nicht mehr geschaut, weil die erste Hälfte schon sehr getragen daher kommt
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Re: Filme und Serien - Smalltalk
« Antwort #7519 am: 23.07.2021 | 09:41 »
Das ist insbesondere im letzten Drittel von "The Hateful 8" zu sehen. Tarantino verliert sich zum Ende eines sonst grandios inszenierten Kammerstücks und weiß offenbar nicht so richtig, die Geschichte adäquat aufzulösen und wird faul. 

Die Einschätzung finde ich lustig, da das bisher der Film ist, den ich für Tarantinos besten halte (wobei ich zugeben muss Inglorious Bastards, Once up on at time und Jackie Brown noch nicht gesehen zu haben). Am unteren Ende meiner persönlichen Tarantino-Skala rangiert übrigens Pulp Fiction. Ist in meinen Augen einer der langweiligsten Filme die ich je gesehen habe.
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Re: Filme und Serien - Smalltalk
« Antwort #7520 am: 23.07.2021 | 09:45 »
Ich habe kein Problem mit Tarantino. Ich habe kein Problem mit Gewalt. Aber in "Once..." wurde mir durch die Gewalt am Ende des Film jenerwelcher madig gemacht, weil es die Opfer der Gewalt vorführte. Sie lächerlich machte. Das ging für mich nicht. Ansonsten fand ich den Film solide.
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Re: Filme und Serien - Smalltalk
« Antwort #7521 am: 23.07.2021 | 09:55 »
Die Einschätzung finde ich lustig, da das bisher der Film ist, den ich für Tarantinos besten halte.

Ich mag "The Hateful 8" und er steht auch bei mir in der Tarantino-Liste weit oben. Vor allem, weil er als Western mit "The Thing" ein Meisterwerk des Horrors zitiert. Und das muss man wirklich schaffen. Nur bin ich halt nicht glücklich mit dem letzten Akt, weil Tarantino da auf sein "Pulp Fiction"-Stilelement zurückgreift. Nur ist "The Hateful 8" eben auch sein stringentester Film, weil Kammerstück. Und da passt die Auflösung dann so gar nicht rein.

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Re: Filme und Serien - Smalltalk
« Antwort #7522 am: 23.07.2021 | 09:57 »
Zustimmung, @Scurlock, ich habe das auch so empfunden. Ich hatte im Kino noch gehofft, er findet eine Möglichkeit das anders aufzulösen.
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Online tartex

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Re: Filme und Serien - Smalltalk
« Antwort #7523 am: 23.07.2021 | 10:05 »
Bei Once Upon A Time in Hollywood konnte ich übrigens bei der abschließenden Flammenwerfer-Szene nicht mit. Die restliche Gewalt fand ich schon passend, auch wenn ich seitdem ein wenig Angst vor Turnübungen vorm Kaminsims habe...

Ich habe zwar oben erklärt, warum es gut ist, dass Tarantino die Filmrealität aufbricht. Aber an der Stelle brach dann trotz allem meine Suspension of Disbelieve zu sehr.

Warum hat der bewusstlos besoffene DiCaprio plötzlich den funktionierenden Flammenwerfer umgeschnallt?

Aber dann muss ich mich doch wieder bei Tarantino bedanken, weil er so zu meiner Völkerverständigung mit den Tarantino-Gegnern beigetragen hat...  ~;D So fühlt es sich also an, wenn man Tarantino nicht fühlt. >;D
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Re: Filme und Serien - Smalltalk
« Antwort #7524 am: 23.07.2021 | 12:02 »
Was hälst du eigentlich von Cohen-Brüder-Filmen wir Fargo oder Burn After Reading, die gerade darauf abzielen die Absurdität von so etwas wie der Welt darzustellen und zumindest mir dabei das Gefühl geben, dass dadurch eine tiefe Wahrheit ausgedruckt wird, die mich glücklich zurück lässt?
Nichts. Ich kann sowas auch nicht nachempfinden. Genauso wenig, wie bei irgendwelche Liebesschnulzen oder Dramen. Wenn Figur X stirbt - ja, dann is sie halt tot.

Nur wenn Tiere sterben - das mag ich nicht. John Wick verstehe ich z.B. völlig.

Und ja, ich "leide" unter Empathiedefizit. Generell. Wird wohl auch die Therapie nicht ändern.
Zitat
Sinnloser Gewaltporno ist dann eher bei so einem Film wie "Xtremo" zu sehen. Die Eingangssequenz war einfach nur dumm und stumpf und extra übermäßig mit Blut versehen. Warum? Offenbar weil der Regisseur eine besonders gewalttätige Actionsequenz im Stile von Woo drehen wollte, ohne dessen Eleganz zu erreichen.
Man kann sich auch "Kunst" einreden, wenn man das will. Ist halt wie bei "Des Kaisers neue Kleider" - alle sagen, es ist toll, also muss man das auch, sonst wäre man ja dumm/gehört nicht zu Kreis X/etc.
Für mich ist da kein Unterschied. Das eine macht Spaß, das andere langweilt mich oder löst Kopfschütteln aus. Aber besser oder schlechter ist rein subjektiv und sagt sonst gar nix aus.
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