Autor Thema: Filme und Serien - Smalltalk  (Gelesen 1475287 mal)

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Offline Outsider

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Re: Filme und Serien - Smalltalk
« Antwort #12500 am: 6.03.2026 | 11:19 »
Outsider: Danke für den Amazon-Hinweis! Bin schon fast durch mit dem Film!Und oh, der "The Number of the Beast" singende und tanzende Ralph Fiennes ergibt richtig Sinn! :)

Auch wenn ich den Storyarc um den Doc nicht mag, die Szene ist sehr geil und für seine letzte Forderung habe ich ihn hart gefeiert.  >;D

Auch wenn es erst nicht so ausgegangen ist wie gedacht.
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Offline Grubentroll

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Re: Filme und Serien - Smalltalk
« Antwort #12501 am: 6.03.2026 | 11:30 »
Vorsicht mit solchen Aussagen.

Fühlst du dich jetzt GETRIGGERT? :D

Offline rillenmanni

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Re: Filme und Serien - Smalltalk
« Antwort #12502 am: 6.03.2026 | 13:26 »
Auch wenn ich den Storyarc um den Doc nicht mag, die Szene ist sehr geil und für seine letzte Forderung habe ich ihn hart gefeiert.  >;D

Auch wenn es erst nicht so ausgegangen ist wie gedacht.

Okay, habe den Film nun durch. ... "Selbstverständlich tun wir das." ist mE eigtl der beste Satz, mit dem der Film - und damit die Reihe - enden kann. Das lässt mich im besten Sinne gesättigt zurück.
Der "Pillendreh" (ich verklausliere das, weil ja vielleicht noch jemand gucken möchte) schrammt hart am Suspension of Disbelief, er ist mE wie dargestellt einfach zu wirkungsvoll; ich möchte ihn daher lieber als Metapher verstanden wissen.
Insgesamt kann man die Reihe als Metapher sehen. Es sind eben aufwändig gedrehte Filme und zu dreiviertel von Danny Boyle, der auch einen Anspruch hat, statt einfach B-Movies, denen es um Action und Gore geht. Viele Kritiken der Filme haben mE einen zu starken Fokus auf Genre-bezogene Kritik. Ich bin gespannt, wie sich 28 Weeks langfristig einreiht: Danny Boyle war dort ja nur einer der Executive Producer, dh er hatte nur bedingt Einfluss.

Ich glaube, das einzige, was mir an den beiden 28 Years Later nicht gefallen hat, war die starke - und dann im zweiten Teil im Wesentlichen wieder vergesssene - Evolutionierung der Rage-Zombies. Im ersten Years gab es neben den wenigen Alphas ja noch die Furzer, Kriecher und hasse nicht gesehen. - ich gebe die Bezeichnungen schon falsch wieder, weil ich sie vergessen habe, wie auch der zweite Years sie wieder vergessen hat. Sie sind auch wirklich nicht nötig, die sind eben nur platte Zombie-Monster-Ekel-Show. Hätte man gleich ganz weglassen können, vielleicht die so seltenen Alphas noch etwas stärker mystifizieren. Das wäre weniger Evolutionskeule gewesen.

Meine Güte, ist das eine unhollywoodianische Zombiefilmreihe!
« Letzte Änderung: 6.03.2026 | 13:28 von rillenmanni »
Während die Opfer sich umkrempeln und der Professor nicht zu erreichen ist, reißt Rillen-Manni voller Wut eine Waffe an sich ...

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Offline Outsider

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Re: Filme und Serien - Smalltalk
« Antwort #12503 am: 6.03.2026 | 13:47 »
Die Reihe ist noch nicht zuende. Es wird noch einen dritten Years Film geben  :d der dann hoffentlich wieder ganz im Sinne von Days und Weeks liegt (meine Hoffnung). Aber das Ende deutet es an. Keine Jimmys (also ex Jimmys ja, aber eben keine Akte der Nächstenliebe mehr) sondern einfach nur infizierte auf der Jagd nach was Essbarem.
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Offline Grashoffer

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Re: Filme und Serien - Smalltalk
« Antwort #12504 am: 6.03.2026 | 13:48 »
Gut zu wissen! Ich hatte mir den neuen Film bisher gespart, weil ich gerade erst wieder die Schwarzenegger-Version angeschaut habe.

Die neue Version ist viel näher an der Romanverlage (https://de.wikipedia.org/wiki/Menschenjagd_(Roman)) als die Version mit Arnie. Oder um noch deutlicher zu werden: Als ich den "Bachmann"-Roman las, kannte ich die Verfilmung mit Schwarzenegger schon und musste die Parallelen schon mit der Lupe suchen. ;)

Offline gilborn

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Re: Filme und Serien - Smalltalk
« Antwort #12505 am: 6.03.2026 | 14:23 »
Was mit an 28 Years richtig gut gefallen hat:
Es war mal ein Zombiefilm wo ich während des sehens dachte: Cool, ich weiß mal nicht wie es weitergeht!

Davon ab konnten die beiden Filme bei mir organisch Trauer und Lachen produzieren, was nun auch eher selten bei Zombiefilmen ist.

Offline rillenmanni

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Re: Filme und Serien - Smalltalk
« Antwort #12506 am: 6.03.2026 | 15:04 »
Ja, Gilborn!

Und diese tolle Filmmusik!

Die Reihe ist noch nicht zuende. Es wird noch einen dritten Years Film geben  :d der dann hoffentlich wieder ganz im Sinne von Days und Weeks liegt (meine Hoffnung). Aber das Ende deutet es an. Keine Jimmys (also ex Jimmys ja, aber eben keine Akte der Nächstenliebe mehr) sondern einfach nur infizierte auf der Jagd nach was Essbarem.
WTF?!?! Noch einer! Oh, welch Glück! Welch Froide!
Oh, jetzt hat es der fünfte Teil aber schwer! Ich fand des Ende des vierten doch so abschließend! :)
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Offline Sashael

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Re: Filme und Serien - Smalltalk
« Antwort #12507 am: 6.03.2026 | 15:21 »
Ich bin gespannt, ob „Lady Wick allein zu Haus“ bei Euch aufgeht.  :)
War super! Der Film war wirklich unterhaltsam.

Und Boba Fett als Quartermaster war doch auch nice.  ;D
"Ja natürlich ist das Realitätsflucht. Was soll daran schlecht sein? Haben Sie sich die Realität in letzter Zeit mal angesehen? Sie ist grauenhaft!"


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Offline Alter Weißer Pottwal

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Re: Filme und Serien - Smalltalk
« Antwort #12508 am: 6.03.2026 | 18:03 »
Kylo Ren VS Tanzverbot aka The Last Duel

Ich war positiv überrascht, der Film hat mir sehr gut gefallen. Tragisch, dass der Film wegen Corona so gefloppt ist.
leitet: nix mehr
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Offline Aedin Madasohn

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Re: Filme und Serien - Smalltalk
« Antwort #12509 am: 6.03.2026 | 19:43 »
Ich hab nun Running Man gesehen - also den neuen.
Abgesehen vom Filmtitel und einigen Namen hat der Film praktisch kaum eine Gemeinsamkeit mit dem Streifen von Arnold Schwarzenegger.
Während der alte Film, den ich auch sehr schätze, eher ein Actionfilm ist, ist die Neufassung eher eine Art Thriller/Drama mit Actionelementen.


der Schwarzenegger RunMa hatte wenig von dem Roman, der NewRunMa hingegen sehr viel aus der Romanvorlage.

Offline rillenmanni

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Re: Filme und Serien - Smalltalk
« Antwort #12510 am: 6.03.2026 | 20:50 »
War super! Der Film war wirklich unterhaltsam.

Und Boba Fett als Quartermaster war doch auch nice.  ;D

Ich habe den jetzt auch gemocht. Es ist eben wirklich nichts Neues, einmal abgesehen davon, dass es noch ein bisschen bunter und ein bisschen weiblicher war. Sehr kurzweilig. Ich hatte eine Pause machen müssen und mich auf Wiederaufnahme gefreut.
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Offline Namo

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Re: Filme und Serien - Smalltalk
« Antwort #12511 am: 8.03.2026 | 13:31 »
Wir haben gestern und heute mehr oder weniger a knight of the seven kingdoms durch gebingt. Ursprünglich hatte ich gar kein Interesse mehr an weiterem GoT Material. Aber aufgrund der guten Reaktionen die ich so mitbekommen habe, haben wir dann einen Monat HBO gebucht und das Teil angesehen. Und ich bin unfassbar begeistert. Selten schafft es eine Serie mich innerhalb von vier Folgen dermaßen emotional zu packen. Das war schon ganz fantastisches Kino. Alles klein gehalten, fast ein Kammerspiel. Aber so intensiv, emotional und menschlich. Und dann doch wieder so typisch GoT. Und mit einer Gesamtzeit von rund 3 Stunden auch relativ schnell weg zu schauen. Sollte man gesehen haben, wenn man Spaß an Westeros und/oder Rittertum hat.

Offline Gondalf

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Re: Filme und Serien - Smalltalk
« Antwort #12512 am: 8.03.2026 | 22:44 »
Wir haben gestern und heute mehr oder weniger a knight of the seven kingdoms durch gebingt. Ursprünglich hatte ich gar kein Interesse mehr an weiterem GoT Material. Aber aufgrund der guten Reaktionen die ich so mitbekommen habe, haben wir dann einen Monat HBO gebucht und das Teil angesehen. Und ich bin unfassbar begeistert. Selten schafft es eine Serie mich innerhalb von vier Folgen dermaßen emotional zu packen. Das war schon ganz fantastisches Kino. Alles klein gehalten, fast ein Kammerspiel. Aber so intensiv, emotional und menschlich. Und dann doch wieder so typisch GoT. Und mit einer Gesamtzeit von rund 3 Stunden auch relativ schnell weg zu schauen. Sollte man gesehen haben, wenn man Spaß an Westeros und/oder Rittertum hat.

Wie es der Zufall will, bin damit auch seit gestern durch und würde das direkt so unterschreiben. Die ist wirklich gut!  :d


Und 2. Staffeln Landman:“ Tief im Herzen von West-Texas versuchen Raufbolde und Milliardäre, im Ölgeschäft schnell reich zu werden, als die Bohrinseln den Staat zu dominieren beginnen. Der Krisenmanager Tommy Norris versucht, sein Unternehmen an die Spitze zu bringen.

Seine Frau und die Tochter bekommen oft Raum, was für etwas Humor sorgt, viele Stars und bekannte Gesichter.

Ist nicht so stark, wie der Knight, aber durchaus Unterhaltsam.   ;D
Ich halte mich freiwillig an Tempo 100 – zumindest in geschlossenen Ortschaften.

Offline Andropinis

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Re: Filme und Serien - Smalltalk
« Antwort #12513 am: 9.03.2026 | 22:00 »
Heretic

Hugh Grant als Psychokiller ist mal was Neues, war alles in allem positiv überrascht.
« Letzte Änderung: 9.03.2026 | 22:26 von Andropinis »
A reader lives a thousand lives before he dies. The man who never reads lives only one.

George R.R. Martin

Offline Outsider

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Re: Filme und Serien - Smalltalk
« Antwort #12514 am: 9.03.2026 | 22:23 »
War Machine (NF)

Schwachsinn, aber zumindest für einmal unterhaltsamer Schwachsinn, wenn man nicht drüber nachdenkt. Insgesamt simple Story, oberflächliche Chars gewürzt mit viel War Gore.

Hat bei mir keinen bleibenden Eindruck hinterlassen.

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Offline Seraph

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Re: Filme und Serien - Smalltalk
« Antwort #12515 am: Gestern um 07:12 »
Heretic

Hugh Grant als Psychokiller ist mal was Neues, war alles in allem positiv überrascht.

Fand den auch überraschend gut!
I had a dream, which was not all a dream.
The bright sun was extinguish'd, and the stars
Did wander darkling in the eternal space,
Rayless, and pathless, and the icy earth
Swung blind and blackening in the moonless air;
Morn came and went--and came, and brought no day,
And men forgot their passions in the dread

- Lord Byron: Darkness -

Offline Sashael

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Re: Filme und Serien - Smalltalk
« Antwort #12516 am: Gestern um 08:31 »
Gestern Baby Assassins 2 gesehen.

Der war genauso weird wie der erste Teil, nur anders weird.  :D
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Offline korknadel

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Re: Filme und Serien - Smalltalk
« Antwort #12517 am: Gestern um 09:26 »
Die erste Staffel Beef hat mir gut gefallen. Hat sehr schöne Fiasco-Momente, ist albern und witzig, nimmt die Figuren aber dennoch ernst und hat einen sehr angenehmen Erzählflow.

Ich habe nicht viel erwartet von Joe Wright's Cyrano, als Fan des Theaterstücks wollte ich ihn aber trotzdem schauen und habe wenigstens was fürs Auge erwartet. Das Musical, das hier verfilmt ist, hält sich im Grunde sehr dicht an Rostands Vorlage, ändert hier und da was und lässt vor allem Vieles weg. Das ist schon mal eines der Hauptprobleme des Films, denn wenn man nahe an der Vorlage bleibt, kann man eben nicht Vieles weglassen, ohne dass die Sache verhunzt wird. Da gehen so viele Feinheiten in den Bezügen und Motivationen verloren. Da wäre es besser, das Stück von vornherein freier zu bearbeiten und so ganz eigene Bezüge und Motivationen zu schaffen. Ganz eklatant zu sehen ist das bei der Figur des Grafen de Guiche, der hier zu einem irredeemable Bösewicht wird, im Original aber eine hochinteressante Figur ist. Als Witz wird im Musical eingefügt, dass Christian nicht nur ein schlechter Redner ist, sondern auch ungebildet, denn Cyrano muss ihm Fremdworte erklären. Autsch, zumal Christian mit einem Schwarzen Schauspieler besetzt ist und Peter Dinklage (der den Cyrano spielt) die Darstellung von arroganter Verachtung besonders gut liegt. Diese Änderungen und Striche gehen natürlich alle auf das Konto der scheinbar besseren Verständlichkeit. Aber am Ende ist dem Musical lediglich eine Banalisierung auf ganzer Ebene gelungen. Der ganze barocke Hintergrund mit Musketieren, (Welt)Theater, Preziosentum, Freigeistigkeit, Antikenbegeisterung, Schäferidylle, Salonkultur und dem schriftstellerischen Werk des historischen Cyrano, die der Handlung des Stücks eigentlich erst so richtig Sinn verleihen, wird im Musical großzügig weggelassen.

Leider bekommt man auch keine spektakulären Sets zu sehen, so wirklich bunt ist das Ganze auch nicht. Ich hatte vor allem auf mitreißende Choreografie gehofft, aber was da getanzt wird, ist lustlos bis peinlich -- in Raguneaus Backstube heben vier oder fünf Gesellen je einen Laib Brot über die Köpfe und drehen sich im Kreis. Grundschul-Theater-AG. Einer von mehreren Fremdschämmomenten.

Und dann die Musik. Uff. Schon allein die Texte. Es geht in dem Stück ja um Poesie, aber die Songtexte überbieten sich gegenseitig in prosaischer Banalität, es ist kaum zum Aushalten. Die Texte passen meist schlecht auf die Musik, und letztere hat keinerlei Schmiss, nichts, was irgendwie in Erinnerung bleiben würde. Ich musste fast durchgehend an Gebrauchs-Feelgood-Klänge aus einer Worship Celebration denken. Ich kann kaum glauben, dass man so etwas Schlechtes auf eine Bühne bringt und dann auch noch mit Millionenbudget hochkarätig verfilmt.

Und das, wo es die hervorragende Verfilmung des Rostand-Stücks von Jean-Paul Rappenau gibt. Dass ein gefeierter Regisseur wie Joe Wright da mit nichts Besserem ankommt, verstehe ich absolut nicht. Ein Bankrott.

Es gibt übrigens eine sehr sehenswerte Aufzeichnung des "Cyrano von Bergerac" von Rostand aus dem Burgtheater mit Klaus Maria Brandauer.
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Offline rillenmanni

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Re: Filme und Serien - Smalltalk
« Antwort #12518 am: Gestern um 12:18 »
Ich habe nicht viel erwartet von Joe Wright's Cyrano, als Fan des Theaterstücks wollte ich ihn aber trotzdem schauen und habe wenigstens was fürs Auge erwartet. Das Musical, das hier verfilmt ist, hält sich im Grunde sehr dicht an Rostands Vorlage, ändert hier und da was und lässt vor allem Vieles weg. Das ist schon mal eines der Hauptprobleme des Films, denn wenn man nahe an der Vorlage bleibt, kann man eben nicht Vieles weglassen, ohne dass die Sache verhunzt wird. (...)

Oh! Mein wunder Punkt! Mir ging's ähnlich, auch wenn ich bislang das Stück nicht gelesen hatte/habe, sondern nur den Rappeneau-Film von 1990 kannte. Aber jener Film gehört zu meinen Allzeit-Film-Top5, daher schwankte ich bzgl der Neuverfilmung "Cyrano" zwischen Vorschusslorbeer fürs Werk und - noch viel eher - zu großer Skepsis, denn: Wie soll etwas Perfektes auch nur halbwegs erneut erreicht werden? Ich bin mir nicht mehr sicher, ob ich die 90er Verfilmung gleich zur deutschen Premiere an Weihnachten 1993 oder erst in einer der Wiederholungen in den dritten Programmen ab 1995 kennengelernt hatte. Ich war allerdings im Kino 1993 durch (die deutsche Synchro von) Much Ado About Nothing begeistert und fürs Versmaß aufgeschlossen worden. Und dann kam der dauergereimte "Cyrano de Bergerac", der mich staunend und überwältigt zurückließ und den ich seither wirklich oft geschaut habe. (Ich habe mich sogar in französischen Alexandrinern versucht, um das Schmachten eines DSA-SC darzustellen.) Als sich dann "kürzlich" die Neuverfilmung mit dem kleinen Mann als Cyrano grob vor mein Schmachtfenster schob, sprach ich zweifelnd zu mir: "Herrje, ich fürchte, den musst du bald gucken." Aber vielleicht werde es ja ein Feuerwerk und würdiger Nachfolger.

"Cyrano" wurde 2021 gedreht, als Inklusion mit dem Holzhammer verabreicht wurde. Und das hat dem Film leider geschadet. Übrigens: Dass Christian nun ein Schwarzer ist, ist dabei gar nicht das nennenswerte Detail. (Und ja, Christian hätte ein bisschen klüger sein können.) (Übrigens: Die jüngsten französischen Musketier-Neuverfilmungen der letzten drei Jahre lösen das auch sehr geschickt und ohne Penetranz.) Dieser Film stellt das Sichtbarmachen von Personengruppen über die filmische Qualität. Das hätte man echt anders lösen können. Was mich besonders aufregte:
1) Dass ein Mann mit überlanger Nase in der Fechtkunst überlegen ist, kann einfach so sein. Dass aber ein Mann mit formidablen körperlichen Einschränkungen in Größe, Beweglichkeit und Kraft der beste Fechter weit und breit sein soll, ist einfach nur gewollt. Tut mir leid, aber da es sich bei "Cyrano" mitnichten um einen Fantasy-Stoff handelt, schlug meine Suspension of Disbelief voll an. Ich könnte akzeptieren, dass er erstaunlich gut fechten kann, aber dann ist man schon nicht mehr in der Figur. Die Darstellung wird also schwierig. Man hätte einfach bei der Nase bleiben können, statt inklusiv zu adaptieren. Außerdem steht die Nase sowieso für ein Ausgrenzungsthema. Die Nase ist nun einmal das Thema, und der Stoff bietet diverse tolle Alexandriner dazu.
2) Die tanzenden Menschen in der Bäckerei sind allesamt schwarz und tanzen auf eine Weise (und stets schön betont mit schwarzer Haut und weißem Mehl), dass es sich nicht mehr organisch anfühlt. Das wirkt völlig aufgesetzt. Sollen sich dadurch etwa dunkelhäutige Personen gesehen fühlen? Dadurch? Wirklich? Das geht doch auch ... irgendwie ... besser?
3) Es geht an der Front um zwei Personen: Cyrano und Christian. Wir wissen alle, dass Christian beim nächsten eigenen Ansturm sterben wird, was die Tragik des Ganzen darstellt. Und in dieser Tragik steckt schon alles drin: die Niedertracht des Grafen, die tödliche Grausamkeit des Kriegs. "Cyrano" aber verliert den Fokus komplett, indem ich mir minutenlange Abgesänge [sic!] einzelner Soldaten anhören muss, die ihre Familie vermissen. Über Minuten bekommen da Gestalten ein Gesicht, die zur Geschichte absolut gar nichts beitragen. Die emotionale Tiefe ist auch so schon da und ich brauche in diesem Stoff keine versteckten Belehrungen über Weh und Ach der Welt. (Denn dazu schaue ich mir anderes an.)

Abseits der Holzhammerinklusion habe ich Probleme "Cyrano" als Musical. Musical-Filme, die derzeit leider in Mode sind, haben es bei mir ohnehin etwas schwer, wenn es nicht gerade das (originale) "We Will Rock You"-Musical ist, und ich oute mich als Banause, wenn ich sage, dass ich die besten Musical-Melodien im Zeichentrickfilm "die Eisprinzessin" - mit Elsa und Anna, yay! - gefunden habe, und dann dort in der deutschen Synchro (ich kenne auch das Original zu genüge), weil mE die Singstimmen besser als die amerikanischen sind. In "Cyrano" wurde ich von der Singerei nur selten berührt, aber klar, ich habe auch meinen großen 90er Bias: "Wieso können sie nicht einfach genau die gleichen Reime sprechen wie früher?!" :) Naja, andererseits hätte ich bekennender Banause mich ja durch ein Musical auch positiv überraschen lässen können, wenn gemeinhin dazu schon die Stimmgewalt einer Blondbezopften beim Häuslezaubern genügen kann. Meine Latte liegt ja offensichtlich nicht sehr hoch. Aber Cyrano hat es nicht geschafft. Ich kann nicht behaupten: "Aber wenigstens die Musical-Teile sind beeindruckend."

Die Abschlusszene des 90er Films mit Roxane und Cyrano ist gigantisch. Nein, nicht gigantisch. Sie geht mir einfach unter die Haut, auch die musikalische Untermalung ist ein Volltreffer. Gewiss war ich beim 21er Film zu dem Zeitpunkt schon verloren, aber auch die Szene konnte ich nicht in gleichem Maße goutieren: "Yo, he's dead now." Ich müsste sie mir noch einmal anschauen, um in wohlfeile Worte fassen zu können, was der Szene für mich da abging.
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Offline korknadel

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Re: Filme und Serien - Smalltalk
« Antwort #12519 am: Gestern um 13:35 »
Aber jener Film gehört zu meinen Allzeit-Film-Top5,
Das finde ich doch sehr erstaunlich. Ich dachte, ich wäre, zumindest in einem RPG-Forum wie dem Tanelorn, der Einzige, der den Rappenau-Film zu seinen Top-5-Filmen zählt. (Zu denen ich übrigens auch "Die siebente Saite/Tous les matins du monde" rechne.)

Eine Sache zum Thema Inklusion: Mich stört es gar nicht, dass Christian mit einem Schwarzen besetzt wurde. Aber wenn man das tut, warum ändert man dann die Vorlage so, dass man die Figur zum Zwecke der Komik ungebildeter macht, als sie im Original ist? Dort sieht Christian super aus, ist dumm, aber eben nicht ungebildet. Ich reagiere empfindlich drauf, wenn ausgerechnet die von einem Schwarzen gespielte Figur ohne Not als weniger gebildet dargestellt wird. Da möchte man Inklusion, bedient aber gleichzeitig Vorurteile, ohne dass es für die Geschichte oder die Psychologie der Figuren nötig wäre. Nur für ein paar halbgare, schadenfrohe Lacher.

Das Soldatenlied, das Du da ansprichst, ist tatsächlich auch so ein Fremdschämmoment.

Allerdings habe ich an der Stelle, also im Soldatenlager, auch eine Kritik am Rappenau-Film, und zwar am Soundtrack. Dort lässt Cyrano den Hirt Betrandou mit der Flöte aufspielen, und ich nehme es dem Soundtrack bei jedem neuerlichen Schauen aufs Neue übel, dass in das Flötenspiel nach ein paar Tönen der spätromantische Orchesterbrei reingemischt wird. Wäre es nicht viel stärker gewesen, wenn die schwache Flöte alleine weitergespielt hätte? Und dann von den Trommeln unterbrochen würde? Ich bin in solchen Dingen ein beckmesserischer Purist -- immerhin der andere genannte Film in meiner Top-5 lässt beim Soundtrack auch bei mir keine Wünsche offen.

Aber zurück zum Soldatenlager: Es ist schon verblüffend, wie viel Potenzial das Musical an dieser Stelle einfach liegen lässt, indem hier so viele der besten und dramatischsten Szenen und Wendungen einfach weggestrichen werden. Der Tod Christians wird doch erst durch Roxanes Anwesenheit und den Umstand, dass Cyrano kurz davor steht, ihr zu beichten, tragisch. Das Musical macht nichts draus. Und dass de Guiche hier freiwillig in seine eigene Todesfalls tappt aus Ritterlichkeit, ist doch auch so unvergleichlich viel stärker als der Murks im neuen Film. Ich bin fassungslos.
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Offline Swanosaurus

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Re: Filme und Serien - Smalltalk
« Antwort #12520 am: Gestern um 15:23 »
Okay, habe den Film nun durch. ... "Selbstverständlich tun wir das." ist mE eigtl der beste Satz, mit dem der Film - und damit die Reihe - enden kann. Das lässt mich im besten Sinne gesättigt zurück.
Der "Pillendreh" (ich verklausliere das, weil ja vielleicht noch jemand gucken möchte) schrammt hart am Suspension of Disbelief, er ist mE wie dargestellt einfach zu wirkungsvoll; ich möchte ihn daher lieber als Metapher verstanden wissen.
Insgesamt kann man die Reihe als Metapher sehen. Es sind eben aufwändig gedrehte Filme und zu dreiviertel von Danny Boyle, der auch einen Anspruch hat, statt einfach B-Movies, denen es um Action und Gore geht. Viele Kritiken der Filme haben mE einen zu starken Fokus auf Genre-bezogene Kritik. Ich bin gespannt, wie sich 28 Weeks langfristig einreiht: Danny Boyle war dort ja nur einer der Executive Producer, dh er hatte nur bedingt Einfluss.

Ich glaube, das einzige, was mir an den beiden 28 Years Later nicht gefallen hat, war die starke - und dann im zweiten Teil im Wesentlichen wieder vergesssene - Evolutionierung der Rage-Zombies. Im ersten Years gab es neben den wenigen Alphas ja noch die Furzer, Kriecher und hasse nicht gesehen. - ich gebe die Bezeichnungen schon falsch wieder, weil ich sie vergessen habe, wie auch der zweite Years sie wieder vergessen hat. Sie sind auch wirklich nicht nötig, die sind eben nur platte Zombie-Monster-Ekel-Show. Hätte man gleich ganz weglassen können, vielleicht die so seltenen Alphas noch etwas stärker mystifizieren. Das wäre weniger Evolutionskeule gewesen.

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Ich überlege immer noch, ob ich mir "Years" mal antue ... ich habe ja den ersten Film der Reihe gehasst und dann auch kurz darauf noch Sunshine von Danny Boyle, die habe ich beide als aufgeblasen, arrogant, pseudophilosophisch und noch dazu unangenehm sexistisch empfunden (und in beiden Fällen gibt es deutlich bessere trashige Genre-Vorbilder). Damit war Danny Boyle für mich dann auch erst mal abgehakt (Ja, Trainspotting ist nicht schlecht ...).

Aber alles, was ich über Years/Bone Temple lese, klingt interessant, und vielleicht ist der Mann ja mit zunehmendem Alter weiser und bescheidener geworden ...
Ehemals Rumpel/Achamanian

Meine Veröffentlichungen:
Season of the Snail für Troika!: https://www.drivethrurpg.com/de/product/524068/season-of-the-snail
Lover's Gaze für Cloud Empress: https://www.drivethrurpg.com/de/product/515643/lover-s-gaze-for-cloud-empress
Hidden Depths für Ashen Stars: https://www.drivethrurpg.com/de/product/300541/hidden-depths

Offline Outsider

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Re: Filme und Serien - Smalltalk
« Antwort #12521 am: Heute um 00:20 »
The Lincoln Lawyer S4 (NF)

Ich bin begeistert, auch die vierte Staffel der Serie ist durchweg Sehenswert. Diesmal aus einer anderen Perspektive, da der "Lincoln Lawyer" diesmal selbst auf der Anklagebank sitzt. Micky muss am eigenen Leib erfahren muss wie es ist "im System" festzustecken, auch wenn die Anklage bei genauer Betrachtung mehr als dürftig ist.

Die vierte Staffel hat etwas von der Leichtigkeit der ersten drei verloren, sieht man doch wie der Hauptcharakter systematisch demontiert wird. Das ändert aber nichts an der guten Mischung der Charaktere und deren Handlungssträngen. Während Haller auf der Anklagebank sitzt tut Lorna alles um Geld für die Kanzlei hereinzubekommen. Cisco reibt sich auf zwischen den Fällen seiner Frau und der Hilfe die Haller braucht um gegen die Staatsanwaltschaft zu bestehen.

Von mir eine glatte 10/10

Angenehme Unterhaltung und das beste, eine fünfte Staffel wurde bestätigt.
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