Autor Thema: [DSA] und "Barbie"-Spiel  (Gelesen 39359 mal)

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Offline Grubentroll

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Re: [DSA] und "Barbie"-Spiel
« Antwort #150 am: 13.09.2011 | 15:39 »
@Dark_Tigger:

Echt, du schliesst also kategorisch aus, dass jeder deiner Mitspieler sich niemals seinen Charakter gedanklich mit irgendwas ausgeschmückt hat, von dem du und der Rest der Runde nichts weiss?

Haha. No way. Sorry, das nehm ich dir nicht ab.


und zum Begriff "Barbie". Meine Assoziationen sind da die Farbe rosa, kitsch, Mädchen, Ponies/Pferde. Was all das mit dem ausschmücken eines Charakters zu tun haben soll, ist mir nicht klar.

Und der Gegensatz zu "He-Man"-Spiel will mir auch nicht in den Kopf. Ich habe mit Masters-Figuren gespielt als Kind, und mir da haufenweise Zeugs rund um die Figuren ausgedacht. Und dem Skeletor auch mal seinen Roton spendiert, und dem He-Man nen Battle-Ram oder ne neue Rüstung.

Wie gesagt, für mich einfach ein dumpfer-Quatsch-Begriff, der leider auch nicht ganz wertungslos ist.

Offline gunware

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Re: [DSA] und "Barbie"-Spiel
« Antwort #151 am: 13.09.2011 | 15:42 »
Wer Barbiespieler ist, kann keine Aspekte bilden.Stimmt die These?
Daran könnte etwas wahres sein. Wobei ich eher sagen würde: "Wer Barbiespieler ist, den macht Aspekte bilden kein Spaß", weil ich mit der Aussage "kann keine" nicht unbedingt übereinstimme, aber es geht schon eher in die Richtung.
Weil ich mich als Barbie-Spieler erkannt habe, kann ich die These (mindestens für mich) so bestätigen. Mit Aspekten kann man nur Freude beim Tisch-Spiel generieren, aber die restliche Zeit ist es totes Material. Wenig, womit man spielen könnte. Der Unterschied zwischen einer Barbie-Puppe mit ihrer Unmenge an Kleider und einfach nur mit dem Foto einer angezogenen Puppe. Schön anzuschauen, aber nichts, womit man spielen möchte. Oder im besten Falle vielleicht mit einer Barbie-Puppe, die in ihrem Karton bleibt und zum Spielen nur rausgeholt wird, wenn die olle Tante, die die Puppe geschenkt hatte, zum Besuch kommt. Zeitlich sehr begrenztes Vergnügen.  
Ich bin der letzte Schrei der Evolution, als sie mich erschaffen hatte, schrie sie: "Oh Gott, was habe ich denn gemacht?!"

Offline Jiba

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Re: [DSA] und "Barbie"-Spiel
« Antwort #152 am: 13.09.2011 | 15:56 »
Daran könnte etwas wahres sein. Wobei ich eher sagen würde: "Wer Barbiespieler ist, den macht Aspekte bilden kein Spaß", weil ich mit der Aussage "kann keine" nicht unbedingt übereinstimme, aber es geht schon eher in die Richtung.
Weil ich mich als Barbie-Spieler erkannt habe, kann ich die These (mindestens für mich) so bestätigen. Mit Aspekten kann man nur Freude beim Tisch-Spiel generieren, aber die restliche Zeit ist es totes Material. Wenig, womit man spielen könnte. Der Unterschied zwischen einer Barbie-Puppe mit ihrer Unmenge an Kleider und einfach nur mit dem Foto einer angezogenen Puppe. Schön anzuschauen, aber nichts, womit man spielen möchte. Oder im besten Falle vielleicht mit einer Barbie-Puppe, die in ihrem Karton bleibt und zum Spielen nur rausgeholt wird, wenn die olle Tante, die die Puppe geschenkt hatte, zum Besuch kommt. Zeitlich sehr begrenztes Vergnügen.  

Hmm, glaube ich nicht so ganz... Die meisten Aspekte müssen irgendwie erklärt werden und daher muss man sich viele Gedanken außerhalb des Spieltisches machen, warum ein Aspekt so und nicht so ausgeschrieben wird... "Malmsturm" ist mit den Aspekten, die auf Charakterfacetten der Persönlichkeit oder der Vergangenheit eines SCs basieren, ein wirklich gutes Beispiel dafür, dass auch Aspekte von einem Barbiespieler genutzt werden können, den Charakter auszudefinieren - vor allem, weil Aspekte sich ja verändern können und sollen. Aber es stimmt schon, dass da irgendwie doch das harte Material fehlt.

@ Grubentroll:
Die Assoziation hinter Barbie ist, dass es darum geht, sie mit vielen neuen Kleidern auszustatten, die man alle kaufen kann, ebenso wie die Traumhäuser, die Sportwagen, etc. Außerdem beschreibt Barbie eine tendenziell konfliktlosere Spielweise als He-Man, bei dem es auch einem 5-jährigen klar ist, dass Skelletor als der Böse angelegt ist, der von He-Man mit seinem Schwert bezwungen werden muss. Barbies stellen hingegen den Ausstattungswahn in den Vordergrund und das Finden von passenden Ascessoires für die Barbie, wie ich sie haben will. He-Man bietet da IMHO nicht so dieselben Möglichkeiten.

Die Assoziation finde ich gelungen, weil z.B. die große Software-Version des Barbiespiels, die Sims eigentlich ziemlich genau das beschreibt. Sims-Fans machen sich, glaube ich, kaum Gedanken über Ziele oder Punkte, wenn sie das spielen - auch hat das Spiel keine Action und ist auch nicht strategisch fordernd. Der Spaß am Spiel kommt vom Bauen von Häusern und dem Erschaffen von Sims, sowie dem finden von exakt zur Geschichte des Sims passenden Beziehungen. Den Sim mit einer Geschichte ausstatten, die sich in Haus, Garten, Beziehungen und Lebenszielen wiederfindet - das ist Barbiespiel!

Und sind "Mädchen" und "rosa" jetzt sowas Furchtbares, dass man sich schämen müsste, Barbiespieler zu sein... mir ist sowas leicht Ironisches wesentlich lieber als noch so ein gestelzter Theoriebegriff, der dann doch nicht hängenbleiben will

Über den "Postkutscheneffekt" oder "Schrödingers Katze" beschwert sich ja auch keiner, das geht begrifflich in eine ähnliche Richtung...
« Letzte Änderung: 13.09.2011 | 16:02 von Jiba »
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Re: [DSA] und "Barbie"-Spiel
« Antwort #153 am: 13.09.2011 | 16:02 »
Wie wäre es denn mit den Sims (tm) als Analogie zu dem Spielverhalten?
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Offline gunware

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Re: [DSA] und "Barbie"-Spiel
« Antwort #154 am: 13.09.2011 | 16:10 »
Hmm, glaube ich nicht so ganz... Die meisten Aspekte müssen irgendwie erklärt werden und daher muss man sich viele Gedanken außerhalb des Spieltisches machen, warum ein Aspekt so und nicht so ausgeschrieben wird...
...
Aber es stimmt schon, dass da irgendwie doch das harte Material fehlt.
Ja, und das ist eben das Problem.
Der Unterschied wie bei einer Barbie und einer Playmobil Figur. Der Playmobil Figur kannst Du nur ein paar Accessoires geben, aber nicht die schönen Kleidchen wechseln.

und zum Begriff "Barbie". Meine Assoziationen sind da die Farbe rosa, kitsch, Mädchen, Ponies/Pferde. Was all das mit dem ausschmücken eines Charakters zu tun haben soll, ist mir nicht klar.
Wie bereits Jiba schrieb:
Und sind "Mädchen" und "rosa" jetzt sowas Furchtbares, dass man sich schämen müsste, Barbiespieler zu sein...
Ob jetzt Mädchen oder Jungs mehr mit Barbies spielen ist doch egal. Es geht um die Spielweise, die Art, wie man mit dem Spielzeug umgeht. Und wenn ich mich mit dem Chara beschäftige, damit er für mich schön und hübsch ist (sprich, damit er die richtigen Werte im Sinne Barbie-Spieler hat), dann ist es halt das Spiel mit dem kitschigen Spielzeug namens Chara. Ich habe schon vor Jahrzehnten über unsere Spielweise gesagt, dass wir Soap Opera machen - und da passt das Barbie-Spielen super dazu.  8]
« Letzte Änderung: 13.09.2011 | 16:13 von gunware »
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Offline Blechpirat

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Re: [DSA] und "Barbie"-Spiel
« Antwort #155 am: 13.09.2011 | 16:17 »
Was ist ein "aliud"?
Entschuldige. Ein Aliud (lateinisch für oder) ist etwas völlig anderes.

Offline Dark_Tigger

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Re: [DSA] und "Barbie"-Spiel
« Antwort #156 am: 13.09.2011 | 16:19 »
@Dark_Tigger:

Echt, du schliesst also kategorisch aus, dass jeder deiner Mitspieler sich niemals seinen Charakter gedanklich mit irgendwas ausgeschmückt hat, von dem du und der Rest der Runde nichts weiss?

Haha. No way. Sorry, das nehm ich dir nicht ab.

Doppelte verneinung FTW :D

Aber nein das habe ich nicht gesagt. WAS ich sage ist das die Spielweise um die es hier geht, bei den meisten NICHT statt findet.
Lies mal wie gunware seine Barbies beschreibt. Sowas machen meine Mitspieler nicht. (Ich will diese Spielweise nicht schlecht reden,
tät mir eigentlich sogar besser gefallen wenn die so drauf wären.)
Wenn man ihnen etwas cooles in die Handdrückt (vor kurzem eigenes Raumschiff) werden die mal außerhalb aktiv, um das aussehen davon auszuarbeiten, oder wenn das letzte Abenteuer mit einem Cliffhanger endete gibt es noch Taktikdisskusionen.
Aber DAS ist nicht Barbie-Spiel.
Zitat
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Offline Grubentroll

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Re: [DSA] und "Barbie"-Spiel
« Antwort #157 am: 13.09.2011 | 16:30 »
Doppelte verneinung FTW :D
Hehe, zu komplizierte Satzbauten ziehen sowas irgendwie an wie ein Zwetschgndatschi die Fliegen.

Zitat
Aber nein das habe ich nicht gesagt. WAS ich sage ist das die Spielweise um die es hier geht, bei den meisten NICHT statt findet.
Lies mal wie gunware seine Barbies beschreibt. Sowas machen meine Mitspieler nicht. (Ich will diese Spielweise nicht schlecht reden,
tät mir eigentlich sogar besser gefallen wenn die so drauf wären.)
Wenn man ihnen etwas cooles in die Handdrückt (vor kurzem eigenes Raumschiff) werden die mal außerhalb aktiv, um das aussehen davon auszuarbeiten, oder wenn das letzte Abenteuer mit einem Cliffhanger endete gibt es noch Taktikdisskusionen.
Aber DAS ist nicht Barbie-Spiel.

Kann also purer Fluff nicht "Barbie-Spiel" sein? Muss es eine Crunch-Komponente in Verbindung geben?

Wenn ich also meinen Helden insgeheim eine "Angst vor Elfen" andichte, die ich zwar subtil ausspiele, aber von der kein anderer Mitspieler(bzw dessen Charakter) wissen soll, dann ist das kein Barbiespiel, aber wenn ich das Ganze in einen Wert oder ein Ausrüstungsstück verpacke, dann schon?

Wie nennt man dann die reine Fluff-Variante? "Schlumpfspiel"?

Humpty Dumpty

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Re: [DSA] und "Barbie"-Spiel
« Antwort #158 am: 13.09.2011 | 16:30 »
"Barbie-Spiel" ist doch vollkommen offensichtlicher Weise im Rollenspielkontext abwertend. Ich fänd den Begriff "Puppet Master" beispielsweise viel positiver besetzt und besser geeignet. Da steckt der Bezug zu Spielfiguren drin und eine gewisse Leidenschaft fürs Thema auch, aber es wird die Verniedlichung, Marginalisierung und Verachtung, die selbstredend bei der Bezugnahme auf eine hohle, spießige, oberflächliche, billige und letztendlich sinnlose Plastikfigur mitschwingt, vermieden. Wenns einen POWER GAMER gibt, passt der PUPPET MASTER doch wunderbar dazu.

Also: ich bin sehr gerne ein PUPPET MASTER und manchmal zusätzlich auch ein POWER GAMER >;D


EDIT: Eine selbstironische Note wäre beim Barbie-Spiel nur dann lustig, wenn Erzählspieler im letzten Jahrzehnt gerade in Deutschland nicht systematisch und in ausgesprochen feindselig-aggresiver Form in die Ecke quasi-psychopathischer Betrüger gerückt worden wäre. So jedoch wirkt ein zusätzlicher, abwertender Begriff weder freundlich noch angemessen, sondern einfach nur abwertend. Und das sollte ja nicht Sinn der Sache sein, wenn ich es richtig verstanden habe.
« Letzte Änderung: 13.09.2011 | 16:35 von TAFKAKB »

Offline Grubentroll

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Re: [DSA] und "Barbie"-Spiel
« Antwort #159 am: 13.09.2011 | 16:33 »
"Barbie-Spiel" ist doch vollkommen offensichtlicher Weise im Rollenspielkontext abwertend. Ich fänd den Begriff "Puppet Master" beispielsweise viel positiver besetzt und besser geeignet. Da steckt der Bezug zu Spielfiguren drin und eine gewisse Leidenschaft fürs Thema auch, aber es wird die Verniedlichung, Marginalisierung und Verachtung, die selbstredend bei der Bezugnahme auf eine hohle, spießige, oberflächliche, billige und letztendlich sinnlose Plastikfigur mitschwingt, vermieden.

Also: ich bin sehr gerne ein PUPPET MASTER >;D

Gern auch "Puppenspielen", ums deutscher zu halten.

Sogar mit "Sims-Spiel" könnte ich mich noch anfreunden. Aber Barbie hat eine für mich seltsame Konnotation, die dem Thema nicht gerecht wird.

Offline Blechpirat

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Re: [DSA] und "Barbie"-Spiel
« Antwort #160 am: 13.09.2011 | 16:38 »
Ich fänd den Begriff "Puppet Master" beispielsweise viel positiver besetzt und besser geeignet.
Für mich ist ein Puppet Master schon belegt. Als Spieler, der gerne durch andere handelt - seien es (die anderen) PCs oder NPCS.

Offline SPR'ler

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Re: [DSA] und "Barbie"-Spiel
« Antwort #161 am: 13.09.2011 | 16:41 »
@Blechpirat:
Deine Hypothese scheitert m.E. daran, dass für Leute wie mich die Aspekte zu abstrakt sind. Es fehlt die intuitive aber "harte" Herangehensweise an die Form eines SCs (in Form von Fertigkeiten, Talenten, etc.). Ich will eine harte Form (Puppe) über die ich die Kleider ziehen kann, die ich hübsch finde. Aspekte sind mir zu sehr die Verbindung zwischen Kleid und Puppe.

Von daher kann meine Antwort auf Deine Hypothese nur lauten: "unter Umständen... "  ~;D

Humpty Dumpty

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Re: [DSA] und "Barbie"-Spiel
« Antwort #162 am: 13.09.2011 | 16:44 »
Für mich ist ein Puppet Master schon belegt. Als Spieler, der gerne durch andere handelt - seien es (die anderen) PCs oder NPCS.
Naja, der Tactician beispielsweise dürfte ebenfalls noch ein paar mehr Gebrauchsvarianten haben als alleinig die von Laws. Insofern ist das sicherlich ein Gegenargument, aber nach meiner Ansicht kein so wahnsinnig entscheidendes.


EDIT: Vielleicht bin ich da paranoid, aber wenn im Bereich der Taktikspiele Begrifflichkeiten wie "Powergamer", "OldSchooler",  "Sandboxer" oder "Abenteuerrollenspieler" auftauchen, die Erzählspieler jedoch mit "Erzählonkel", "Taschenlampenfallenlasser" oder "Barbie-Spieler" abgespeist werden, dann sagt das viel über aktuelle Modeerscheinungen, Deutungshoheit und Meinungsmache aus. Siehe auch: Entscheidungsfreiheit und Herausforderungsorientierung versus Railroading und Spielleiterwillkür. Ich kann den Unfug nicht mehr hören. Also bitte: spart Euch wenigstens den "Barbie-Spieler". Danke.
« Letzte Änderung: 13.09.2011 | 16:52 von TAFKAKB »

Offline Grubentroll

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Re: [DSA] und "Barbie"-Spiel
« Antwort #163 am: 13.09.2011 | 16:56 »
Vielleicht bin ich da paranoid, aber wenn im Bereich der Taktikspiele Begrifflichkeiten wie "Powergamer", "OldSchooler",  "Sandboxer" oder "Abenteuerrollenspieler" auftauchen, die Erzählspieler jedoch mit "Erzählonkel", "Taschenlampenfallenlasser" oder "Barbie-Spieler" abgespeist werden, dann sagt das viel über aktuelle Modeerscheinungen, Deutungshoheit und Meinungsmache aus. Siehe auch: Entscheidungsfreiheit und Herausforderungsorientierung versus Railroading und Spielleiterwillkür. Ich kann den Unfug nicht mehr hören. Also bitte: spart Euch wenigstens den "Barbie-Spieler". Danke.

Dem schliesse ich mich an. Den Gedanken hatte ich ehrlich gesagt auch mal wieder.

Offline Blechpirat

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Re: [DSA] und "Barbie"-Spiel
« Antwort #164 am: 13.09.2011 | 17:00 »
Vielleicht bin ich da paranoid, aber wenn im Bereich der Taktikspiele Begrifflichkeiten wie "Powergamer", "OldSchooler",  "Sandboxer" oder "Abenteuerrollenspieler" auftauchen, die Erzählspieler jedoch mit "Erzählonkel", "Taschenlampenfallenlasser" oder "Barbie-Spieler" abgespeist werden, dann sagt das viel über aktuelle Modeerscheinungen, Deutungshoheit und Meinungsmache aus. Siehe auch: Entscheidungsfreiheit und Herausforderungsorientierung versus Railroading und Spielleiterwillkür. Ich kann den Unfug nicht mehr hören. Also bitte: spart Euch wenigstens den "Barbie-Spieler". Danke.
Okay, Sandboxer ist auch nicht so schmeichelhaft (Hat mal jemand ein Förmchen für mich? Wo ist mein Schäufelchen?), aber die Tendenz ist schon da. Wobei einerseits Powergamer in einigen Kreisen auch als Beleidigung dient, und "Taschenlampenfallenlasser" ein ziemliches Extrem, keinen Spielstil beschreibt. Hoffe ich.

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Re: [DSA] und "Barbie"-Spiel
« Antwort #165 am: 13.09.2011 | 17:01 »
Also, der Erzählspieler hat den StoryTeller und den MethodActor.

Letztes kann man sogar sein, wenn man Sandboxer ist, erstes wenn man OldSchooler ist.

Man kann Powergamer und Barbiespieler gleichzeitig sein (halte ich sogar für eine recht sinnvolle Symbiose, weil beide sich viel zwischen dem Spiel mit dem Char beschäftigen, und der Powergamer ja schließlich auch logische Begründungen braucht)

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Re: [DSA] und "Barbie"-Spiel
« Antwort #166 am: 13.09.2011 | 17:05 »
Ich hab kein Problem mit dem Barbie-Begriff. Ich hab früher mit Barbies gespielt, und das hat auch Spaß gemacht. :) Wem das immer noch nicht gefällt, kann ja auch MP-Spieler sagen, das klingt doch hart und männlich.  ;)

@Blechpirat: Deine These stimmt nicht. Was meinst du, wie ich zu den besten Aspekten komme? Indem ich mich mit dem Char beschäftige, mir kleine Stories ausdenke und die Aspekte ca. 10mal umbenenne, bis sie endlich richtig passen.

Allerdings könnte ich mir vorstellen, dass MP-Spieler in einer so frickeligen Umgebung wie DSA Schwierigkeiten damit haben, ihren Charakter durch Entwicklungen im Abenteuer spontan signifikant zu verändern. Eben weil sich eine solche Veränderung ja dann auch in den Werten niederschlagen muss, was aber nicht immer regelgerecht geht - daher muss der goldgierige Charakter eben goldgierig bleiben, auch wenn eine Entwicklung weg davon vielleicht viel interessanter wäre.
Oder sehe ich das falsch?
Zitat von: William Butler Yeats, The Second Coming
The best lack all conviction, while the worst are full of passionate intensity.

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Ein Pao ist eine nachbarschaftsgroße Arztdose, die explodiert, wenn man darauf tanzt. Und: Hast du einen Kraftsnack rückwärts geraucht?

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Re: [DSA] und "Barbie"-Spiel
« Antwort #167 am: 13.09.2011 | 17:06 »
Zumindest zwingen Aspekte nicht so sehr zu Barbie-Spiel wie ellenlange Fertigkeitslisten bei DSA. Aspekte kann man auch relativ schnell aus dem Ärmel schütteln (wobei die dann zugegeben etwas quick and dirty sind).

Offline Blechpirat

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Re: [DSA] und "Barbie"-Spiel
« Antwort #168 am: 13.09.2011 | 17:09 »
@Blechpirat: Deine These stimmt nicht. Was meinst du, wie ich zu den besten Aspekten komme? Indem ich mich mit dem Char beschäftige, mir kleine Stories ausdenke und die Aspekte ca. 10mal umbenenne, bis sie endlich richtig passen.
Meine These wäre widerlegt, wenn du BEIDES gerne tätest. Aspekte ausdenken UND mit dem DSA-Charakterbau spielen.

Offline Jiba

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Re: [DSA] und "Barbie"-Spiel
« Antwort #169 am: 13.09.2011 | 17:12 »
Okay, Sandboxer ist auch nicht so schmeichelhaft (Hat mal jemand ein Förmchen für mich? Wo ist mein Schäufelchen?), aber die Tendenz ist schon da. Wobei einerseits Powergamer in einigen Kreisen auch als Beleidigung dient, und "Taschenlampenfallenlasser" ein ziemliches Extrem, keinen Spielstil beschreibt. Hoffe ich.

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Re: [DSA] und "Barbie"-Spiel
« Antwort #170 am: 13.09.2011 | 17:13 »
...mich schreckt die ellenlange Liste bei DSA (oder anderen Spielen mit ellenlangen Listen) völlig ab; aber mir den Aspekt zu überlegen, der den Charakter genau trifft und genau das sagt, was ich sagen will - das fordert mich wesentlich mehr heraus.  :)

@Blechi: Ich hatte das so verstanden, dass du meinst, dass sich MP-Spiel und Aspekte ausschließen. Und MP-Spiel ist ja nicht ausschließlich auf DSA begrenzt - ich hatte das als "Beschäftigung mit dem Char abseits der Spielrunde, sowohl auf Regel- als auch auf persönlicher Ebene" verstanden.

Zitat von: William Butler Yeats, The Second Coming
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Re: [DSA] und "Barbie"-Spiel
« Antwort #171 am: 13.09.2011 | 17:14 »
Eine selbstironische Note wäre beim Barbie-Spiel nur dann lustig, wenn Erzählspieler im letzten Jahrzehnt gerade in Deutschland nicht systematisch und in ausgesprochen feindselig-aggresiver Form in die Ecke quasi-psychopathischer Betrüger gerückt worden wäre. So jedoch wirkt ein zusätzlicher, abwertender Begriff weder freundlich noch angemessen, sondern einfach nur abwertend. Und das sollte ja nicht Sinn der Sache sein, wenn ich es richtig verstanden habe.
Warum sollte Barbie-Spiel eine feindselige Form für Erzählspieler sein? Ich sehe mich zwar als Barbie-Spieler, aber als Erzählspieler? Nö, nicht wirklich. Oder habe ich wieder irgendwelche Definitionen durcheinander gebracht?  wtf?

Allerdings könnte ich mir vorstellen, dass MP-Spieler in einer so frickeligen Umgebung wie DSA Schwierigkeiten damit haben, ihren Charakter durch Entwicklungen im Abenteuer spontan signifikant zu verändern. Eben weil sich eine solche Veränderung ja dann auch in den Werten niederschlagen muss, was aber nicht immer regelgerecht geht - daher muss der goldgierige Charakter eben goldgierig bleiben, auch wenn eine Entwicklung weg davon vielleicht viel interessanter wäre.
Oder sehe ich das falsch?
Gerade bei DSA kann der Barbie-Spieler eher glänzen. Da kann er aus Tausenden Kleidchen auswählen. Im Abenteuer wurde gekämpft. Der Powergamer steigert Stärke, damit er mehr Buff macht, der MinMaxer steigert Schwerte, weil er sie gerade jetzt billiger steigern kann, der Regelfetischist steigert noch nichts, weil er noch nicht genügend Zeiteinheiten für eine Steigerung angesammelt hatte und der Barbie-Spieler überlegt, dass die EP aus dem Abenteuer am besten zwischen Zwergisch und Kriegskunst aufgeteilt werden, weil der Kampf im Zwergenlande stattfand und von dem Anführer konnte man während des Kampfes ein paar Kniffe abgucken - obwohl er weiß, dass in den nächsten x-Jahren kein Abenteuer bei den Zwergen stattfindet und solange der Anführer lebt, wird er die Kriegskunst nicht benutzen müssen.
So verstehe ich es. Oder bin ich da jetzt auf dem Holzweg?
« Letzte Änderung: 13.09.2011 | 17:25 von gunware »
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Re: [DSA] und "Barbie"-Spiel
« Antwort #172 am: 13.09.2011 | 17:30 »
Außerdem gibt es bei den Taktikspielern noch die "Pöppelschubser"...
Naja das kommt aber von der Selbstbezeichnung in manchen TT-Kreisen.

Warum sollte Barbie-Spiel eine feindselige Form für Erzählspieler sein? Ich sehe mich zwar als Barbie-Spieler, aber als Erzählspieler? Nö, nicht wirklich. Oder habe ich wieder irgendwelche Definitionen durcheinander gebracht?  wtf?

Nope hast du nicht. Zmd nicht so wie die Disskusion hier läuft. Ich zitiere einfach den Anfangsbeitrag:
Ich vermute ebenfalls, dass die Darstellung in meinem letzten Post einen Extremfall darstellt und dass sich wohl im tatsächlichen Spiel noch andere Ebenen hineinmengen. Entweder je nach Situation - man schaltet nach Bedarf in den "Kampfmodus" oder den "Entscheidungsmodus" - oder abhängig von den Spieler - es sind doch Leute in der Runde, die heiß auf einen taktischen Kampf sind z.B. Zu den vielen faszinierenden Dingen am "Barbie-Spiel" gehört ja auch, dass es frei mit anderen Ebenen des Rollenspiels kombinierbar ist - ein bisschen machen wir das glaube ich alle - und dass sogar Spieler, die es hauptsächlich bevorzugen, eigentlich mit fast jeder anderen Art des Rollenspiels gutmütig mitgehen, so lange man sie nicht über Gebühr unter Druck setzt, d.h., ihnen aggressiv Entscheidungen abverlangt, die über den Rahmen des Charakters hinausgehen (Plotverlauf, Scene Framing, taktische Entscheidungen mit großem Risiko für das Leben des Chars und andere Figuren).
[...]
 (d) - und das finde ich am Witzigsten - keine andere Ebene des Rollenspiels prinzipiell ausgeschlossen wird. Man kann also Regeln bauen, die durchaus auch eine Beteiligung am Spielverlauf ermöglichen, klar, passiert ja in DSA-Runden auch. Eingebettet ist aber die Möglichkeit zum "barBARBIEsieren", und wer darauf steht, stürzt sich sofort drauf.
[...]
 Ich meine aber nicht, dass die "Barbies" alle gestörte Kellerkinder sind, die im Spiel ausleben, was sie sich sonst nicht trauen, sondern eher positiv, dass man im Rahmen eines Spiels mit solchen Wunschrollenbruchstücken spielen kann, und zwar anders als im "Story Now!" nicht im Spielverlauf, sondern erstmal für sich - und dann mit anderen.
[...]
Irgendwer der hier NICHT ließt, dass es nicht um Erzählspieler geht?
Zitat
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Re: [DSA] und "Barbie"-Spiel
« Antwort #173 am: 13.09.2011 | 17:36 »
@gunware: Genau darum geht es mir nicht. Es geht mir um einschneidende Veränderungen an der Persönlichkeit des Charakters - der rachedurstige Sohn, der seine Rache genommen hat und jetzt mit den Konsequenzen klar kommen muss; der überzeugte Pazifist, der jetzt eben doch jemanden umgebracht hat; der goldgierige Händler, der einen profitablen Handel aus moralischer Überzeugung ausgeschlagen hat...

Mich interessiert die innere Entwicklung des Chars, nicht die äußere. Dass DSA die äußere Entwicklung in der von dir beschriebenen Weise begünstigt, will ich nicht bestreiten - wobei ich da ein Stufensystem etwas ungünstig finde, weil man die gemachten Erfahrungen ja nicht unmittelbar umsetzen kann (bei Ars Magica z.B. kriegt man nach jedem Abenteuer Erfahrungspunkte, die man auf verwendete Fertigkeiten verteilen muss; dadurch kann man da Erlebte sofort in Werte umsetzen).
Zitat von: William Butler Yeats, The Second Coming
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Re: [DSA] und "Barbie"-Spiel
« Antwort #174 am: 13.09.2011 | 17:45 »
Mich interessiert die innere Entwicklung des Chars, nicht die äußere.
Und ich gehe davon aus, dass den theoretischen Barbie-Spieler in Reinform (wie es ihn in der Praxis selbstverständlich nicht gibt, weil in der Praxis noch andere Sachen reinspielen) beides interessiert. Sowohl die innere als auch die äußere Entwicklung (und harte schön mit EP bezahlte sowieso). Es ist das Spiel mit dem Spiel, würde ich meinen, obwohl ich jetzt nicht weiß, ob es genug verständlich ist, wie ich es meine.
Ich bin der letzte Schrei der Evolution, als sie mich erschaffen hatte, schrie sie: "Oh Gott, was habe ich denn gemacht?!"