In meinem SF-Setting ist das am breitesten anerkannte Zahlungsmittel eine Art "Grey Goo"
Hmmh, also sowas wie dieses Omni-Gel in Mass Effect. Wenn sowas im Setting existiert, ist es natürlich nachvollziehbar dass das auch als Währung verwendet wird. Persönlich bin ich mehr als skeptisch, was die technisch-physikalische Machbarkeit von solchen Nano-Assemblern angeht, sodass ich sie aus meinem Setting erstmal ausspare.
Was die Energiewährung angeht, denke ich da eher an schlichte Energie_deckung_. Also du hast ein "Stück Papier in der Tasche" (in Wirklichkeit natürlich elektronisch), das dir ein Anrecht auf zB 100MJ gibt. (Das entspricht so grob 2 Litern Benzin, nur so als Referenz). Und die kannst du eben selber verbrauchen oder gegen andere Dinge eintauschen.
Alternativ sowas wie "Arbeitsstunden" wären natürlich theoretisch möglich, aber sowas funktioniert wohl in der Praxis wirklich nur bei Nachbarschaftshilfen, da in Realitas wohl ein sagen wir mal Automechaniker dir deine Rostmühle nicht für 3mal Rasenmähen reparieren wird, will sagen, Leute verlangen für unterschiedlich komplexe Arbeit unterschiedliche Entlohnung.
Eigentlich müsste man Geld haben das mit jedem Tag an Wert verliert, so das man gezwingen ist umzusetzen wenn man den Wert erhalten will.
Äh ja, das ist so ziemlich jede Währung auf der Welt. Nennt sich Inflation. Wenn du dir jetzt 1000€ ins Kopfkissen stopfst und da liegen lässt, guck mal wieviel du in 10 Jahren noch dafür bekommst.
Umgekehrt, Bitcoin als spezieller Fall von deflationärer Kryptowährung hat gleich mehrere Problemquellen, die schon jede einzeln für sich "schwierig" sind und in Kombination das ganze Konzept als Währung komplett untragbar machen.
Hier ein relativ kurzes und knappes Video zu dem Thema (12 Minuten):
https://www.youtube.com/watch?v=LPJExBAhMtQWas da noch gar nichtmal angesprochen wird: die Validierung einer Transaktion ist ja nicht kostenlos. Der Validator will dafür eine Gebühr haben. Und für die nächste Transaktion auch und für die folgende wieder. Das ist dann nicht einfach "nur" Deflation, das sorgt dafür dass eher über kurz als über lang die komplette (weil begrenzte) Geldmenge von den Blockchainern aufgesogen wird. Als Währung würde es aber schon lange vorher zusammenbrechen.
Wie gesagt: für _irdische_ Währungen kann man meinetwegen auch weiterhin das Fiatprinzip beibehalten, nach dem halt zumindest nominell die Geldmenge durch die Gesamtheit der Waren gedeckt ist, was sich aber nichtmal überprüfen lässt, sodass es in der Praxis reine Vertrauenssache ist. Wenn ich dir zwei Rollenspielbücher für 50€ abkaufe, dann nimmst du die 50€ ja nur an, weil du davon überzeugt bist, dass du dafür morgen 100 Brötchen kaufen kannst, und der Bäcker nicht sagt "Euro interessiert mich nicht, aber schicke Armbanduhr hast du da".
Das funktioniert halt auf dem Planeten Erde, weil die Weltwirtschaft halt so wahnsinnig groß ist und unglaublich viele Teinehmer hat. Da kann man erstens davon ausgehen, dass einem schon _irgendwer_ Brötchen verkaufen wird und zweitens, dass nicht auf einmal 8 Milliarden Menschen gleichzeitig ihr Geld von der Bank abheben wollen.
In einem "harten" Weltraumszenario sieht das halt anders aus. Da ist jede Raumstation ein Mikrokosmos mit begrenzten Ressourcen. Da wird es zum einen harte Limits geben, wieviele lebensnotwendige Güter (wie Luft, Wasser, Nahrung, Energie) man dort überhaupt kaufen _darf_. Geschweige denn, womit. Selbst für 100 Milliarden Erd-Dollar wird man dir nicht sämtliche Lebensmittel verkaufen, aus naheliegenden Gründen. Normale Mengen des täglichen Bedarfs, etwa 1 Space-Espresso und ein Mondhörnchen kannst du vielleicht noch von einem netten Cafébetreiber für Erddollar kaufen, aber womöglich auch schon nur wenn der noch irgendwelche Beziehungen zur Erde hat, worüber er deine Erddollar halbwegs zeitnah wieder ausgeben kann. Ansonsten ist das halt so ein bisschen wie das Szenario, dass ich dir für irgendwas 1000 Papuesische Kina in Münzen anbiete, die du also bestenfalls dann loswerden kannst wenn du mal Urlaub in Papua-Neuguinea machst (und Münzen tauscht einem auch keine Bank um).