Autor Thema: Tegres' Bewertungen + Tipps - [DSDDF] Heart of Winter  (Gelesen 10788 mal)

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Offline Tegres

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Diener der Schlange
 
Titel: Diener der Schlange
System: Call of Cthulhu 6
Veröffentlichung: Cthulhu Mittelalter – Die dunklen Jahre
Autoren: Ole Christiansen, Thomas Plischke
Verlag: Pegasus Press
Spieldauer: ein Spielabend (wir haben ca. 2,5 Stunden benötigt)
vorgefertigte Charaktere: ja
Handouts: 0
 
Ort: Island
Zeit: 1000
Antagonisten/Kreaturen: Schlangenmenschen, niedere Schlangenwesen
NSCs: wenige
Einstieg: Die Investigatoren sehen, wie ein Mönch von einem anderen durch Zauberei getötet wird.
kampagnentauglich: ja
Besonderheiten: keine
 
Zusammenfassung: Die Investigatoren sehen, wie ein Mönch von einem anderen durch Zauberei getötet wird. Der Mörder ist ein Schlangenmensch, der ein Mythosartefakt an sich reißen wollte. Die Spur führt nach Hoefn, wo es ein Kloster gibt, in dem tatsächlich ein weiterer Schlangenmensch und niedere Schlangenwesen leben. Gegebenenfalls flieht ein Schlangenmensch in eine Höhle, um dort mit dem Mythosartefakt weitere Artgenossen zu erwecken.
Genre: Mythos-Horror, historische Fantasy
Stil: pulpig
 
Positiv:
  • Das Szenario verspricht actionbetont zu sein und ist es auch.
  • Das Szenario eignet sich als Positivbeispiel für Verfolgungsjagden.
  • Das Szenario ist zwar linear, aber es funktioniert sowohl, wenn die jeweiligen Antagonisten früh oder spät besiegt werden.
  • Der zweite Dungeoncrawl bietet viel Potential, vor allem die Flucht.

Neutral:
  • Der Kampf im Kloster ist extrem schwer.
  • Der Dungeon im Kloster ist sehr simpel und linear. Er ist aber auch nicht für einen Dungeoncrawl gedacht.
  • Die Zauber der Schlangenmenschen sind potentiell sehr mächtig und machen die Investiagtoren beinahe chancenlos, allerdings können sie die meisten Zauber mit einem MA-Kräftemessen abwenden.

Negativ:
  • Das Szenario sieht nicht vor, die Schlangenmenschen gefangenzunehmen. Hier muss man als Spielleiter gut improvisieren.
  • Das Szenario hat das Problem, dass die Spieler zu wenig über die Zeit wissen und daher Schwierigkeiten bekommen können ihre Charaktere auszuspielen. An was genau haben zum Beispiel die heidnischen Isländer geglaubt.
  • Das Szenario fühlt sich mehr nach Fantasy als nach Cthulhu an. Ich muss allerdings gestehen, dass ich das nicht gut begründen kann.

Anmerkungen und weitere Tipps:
  • Ich habe hier einen Spielbericht geschrieben.
  • Ich habe hier etwas zu den Verfolgungsjagdregeln in Cthulhu 7 geschrieben und warum sich dieses Szenario gut als Positivbeispiel eignet.

Fazit: Ein lineares, aber nicht railroadiges, dafür actionbetontes Mittelalter-Abenteuer, das sich mehr nach Fantasy als nach Cthulhu anfühlt.

Offline Tegres

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Re: Tegres' Bewertungen + Tipps - [Dungeon World] Grauenfeld
« Antwort #51 am: 21.07.2019 | 16:37 »
Grauenfeld
 
Titel: Grauenfeld
System: Dungeon World
Veröffentlichung: Grauenfeld
Autor: David Guyll
Verlag: System Matters
Spieldauer: ein Spielabend (ich habe 3,5 Stunden gebraucht, wobei der eigentliche vom Szenario beschriebene Teil nur 1 bis 1,5 Stunden ausgemacht hat)
vorgefertigte Charaktere: nein
Handouts/Karten: 0
 
Ort: Grauenfeld (Stadt)
Antagonisten/Kreaturen: Ankläger (nahkämpfende Untote), Wächter (fernkämpfende Untote, können Feuer aus ihren Augen schießen), Scharfrichter („Zwischenbosse“), Flüsterer (wahnsinnig machende Untote), Hexe,
NSCs: sehr wenig
Einstieg: Die Stadt Grauenfeld wird Opfer eines Feuersturms und Untote streifen durch die Straßen, nachdem eine Hexe auf dem Scheiterhaufen hingerichtet wurde.
kampagnentauglich: ja
Besonderheiten: keine
 
Zusammenfassung: Die Stadt Grauenfeld wird Opfer eines Feuersturms und Untote streifen durch die Straßen, nachdem eine Hexe auf dem Scheiterhaufen hingerichtet wurde. Wenn die Charaktere den Flammen, den Untoten und dem wahnsinnig machenden Flüstern entkommen wollen, müssen sie sich durch Stadt kämpfen, um schließlich die Hexe richtig zu töten, die in einer Kirche wiedererstanden ist.
Genre: Dark-Fantasy
 
Positiv:
  • Das Szenario ist kompakt und das Ziel für die Charaktere sehr klar.
  • Die Kulisse der brennenden Stadt und die passenden Gegner sorgen für eine dichte, nachvollziehbare Atmosphäre.

Positiv bis neutral:
  • Die Gegner sind kreativ (Flüsterer) bis 08/15 (Ankläger).

Neutral bis negativ:
  • Das Szenario ist von den Herausforderungen größtenteils recht eindimensional. Im Prinzip muss man sich nur durch die Stadt kämpfen oder schleichen, um dann in der Kirche gegen die Hexe zu kämpfen. Einzige Auflockerung bietet das Rätsel. Soziale Interaktion gibt es maximal mit anderen Überlebenden.

Negativ:
  • Es gibt nur einen vom Szenario vorgesehenen Weg in die Kirche.

Anmerkungen und weitere Tipps:
  • Ich habe hier einen Spielbericht geschrieben.

Fazit: Interessante Prämisse, die etwas eintönig umgesetzt ist, aber dennoch ein kurzweiliges und atmosphärisches Abenteuer ergibt.

Offline Tegres

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Im Angesicht des Grauens
 
Titel: Im Angesicht des Grauens
System: Der Schatten des Dämonenfürsten
Veröffentlichung: Im Angesicht des Grauens
Autor: Clarke Wilkes
Verlag: System Matters
Spieldauer: ein Spielabend (ich habe 3,5 Stunden gebraucht)
vorgefertigte Charaktere: nein
Handouts/Karten: 0
 
Ort: Irgendwo an der Küste des Imperiums
Antagonisten/Kreaturen: Krankheit, infizierte Möwen, infizierte Tintenfische, Gesichtsdieb, ggf. Grausiger Chor
NSCs: wenige bis einige
Einstieg: Die Charaktere kommen in ein Fischerdorf, in dem bald ein Muschelfest ansteht.
kampagnentauglich: ja
Besonderheiten: keine
 
Zusammenfassung: Die Charaktere kommen in ein Fischerdorf, in dem bald ein Muschelfest ansteht. Sie stellen fest, dass es infizierte Tiere in der Gegend gibt. Auch ein paar Dorfbewohner sind von einer Krankheit infiziert. Außerdem geht ein Gesichtsdieb um. Die Krankheit hat ihren Ursprung in einer Veränderung des Wassers, was die Muscheln zu Überträgern einer dämonischen Krankheit macht.
Genre: Dark-Fantasy
 
Positiv:
  • Das Szenario ist kompakt und das Ziel für die Charaktere sehr klar.
  • Das Szenario macht die düstere Grundstimmung des Settings deutlich.
  • Das Szenario ist sehr offen für verschiedene Herangehensweisen.
  • Das Szenario bietet interessante Nichtspielercharaktere, wie den Wirt, die Bedienung oder Krummes Holzbein und auch die örtliche Herrin hat aufgrund ihrer Herkunft etwas besonderes an sich. Die NSCs drängen sich aber nicht auf, sondern spielen nur eine Rolle, wenn es die Charaktere wollen.
  • Das Szenario ist zur Abwechslung nicht kampflastig.

Neutral:
  • Der Gesichtsdieb ist zwar kein richtiger roter Hering, da er tatsächlich eine Bedrohung darstellt, aber er kann von der Hauptbedrohung abweichen.
    Tipp: Ich würde den Gesichtsdieb nur einsetzen, wenn viel Zeit zur Verfügung steht oder die Charaktere sehr schnell auf des Rätsels Lösung kommen.
  • Eine dauerhafte Lösung ist in dem Abenteuer selbst nicht vorgesehen, sondern es wird auf Folgeabenteuer verwiesen.
    Tipp: Gegebenenfalls einen mittelgroßen Dämon als zusätzlichen Gegner einbauen, der an der Quelle der Goldenen Flut sitzt. Wenn dieser besieht oder verbannt wird, versieht auch die Goldene Flut.

Anmerkungen und weitere Tipps:
  • Ich habe hier einen Spielbericht geschrieben.

Fazit: Ein düster-ekliges Szenario, das eine gute Abwechslung zu den meist kampflastigeren Abenteuern von DSDDF bietet.

Offline Tegres

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Die Morde des Herrn S.
 
Titel: Die Morde des Herrn S.
Veröffentlichung: Cthulhus Ruf 3
Autor: Ralf Sandfuchs
Verlag: Deutsche Lovecraft Gesellschaft
Spieldauer: zwei bis drei Spielabend (ich habe 2 + 3 + 3,5 Stunden benötigt)
vorgefertigte Charaktere: nein
Handouts und Karten: 2 Karten
 
Ort: Berlin
Zeit: 1925 (aber auch andere Jahre in den 1920ern sind möglich)
Antagonisten/Kreaturen: Werksschutz, Schlangenmenschen, degenerierte Schlangenmenschen
NSCs: einige
Einstieg: Die Investigatoren werden von einem Teilbesitzer einer Chemiefabrik gebeten, die Morde an zwei Wissenschaftlern, die für die Firma geforscht haben aufzuklären. An beiden Tatorten ist ein mit Blut gemaltes S zu finden.
kampagnentauglich: ja
Besonderheiten: keine
 
Zusammenfassung: Die Investigatoren werden von einem Teilbesitzer einer Chemiefabrik gebeten, die Morde an zwei Wissenschaftlern, die für die Firma geforscht haben aufzuklären. An beiden Tatorten ist ein mit Blut gemaltes S zu finden. Bei den Recherchen stellen sie fest, dass es noch einen weiteren Toten, einen Chemielaboranten, gab, der angeblich bei einem Unfall gestorben ist. Außerdem können sie bei der Besichtigung des Werksgeländes und der Untersuchung der Leiche des ersten Toten einige Ungereimtheiten entdecken. Schließlich gibt es noch einen verschwundenen katholischen Pfarrer, dessen Arbeit vertretungsweise von einem italienischen Priester übernommen wurde.
Es stellt sich heraus, dass die Wissenschaftler Schlangenmenschen sind, die mit dem anderen Besitzer der Fabrik gemeinsame Sache machen. Der Chemielaboranten entdeckte die wahre Natur der Wissenschaftler und beichtete seinem Pfarrer. Kurz darauf starb er bei einem Experiment der Schlangenmenschen. Der Pfarrer suchte die Schlangenmenschen auf und tötete zwei von ihnen und malte das S auf den Boden als Warnung. Dann musste er untertauchen. Der italienische Priester kam aufgrund einer Warnung des Pfarrers und ist Wahrheit Teil der Inquisition, die Jagd auf die Schlangenmenschen macht.
Genre: Ermittlung, Mythos-Horror
Stil: puristisch bis pulpig
 
Positiv:
  • Es gibt stets viele Hinweise, sodass die Ermittlungen nie ins Leere laufen.
  • Es gibt zwei NSCs, die sehr variabel eingesetzt werden können, und es so den Charakteren einfacher oder schwerer machen.
  • Die Gegner sind nicht passiv, sodass die Zeit gegen die Charaktere arbeitet.
  • Die Charaktere genießen absolute Handlungsfreiheit.

Neutral:
  • Auf den Tod des Chemielaboranten gibt es nur wenig Hinweise, auch wenn diese Information hilfreich ist.
    Tipp: Die Wirtin der Herberge, in der die Charaktere absteigen, könnte auch Teil der katholischen Gemeinde sein und Informationen zum Tod des Chemielaboranten als auch vom Verschwinden des Pfarrers weitergeben.

Negativ:
  • Es ist fest vorgesehen, dass der Pfarrer stirbt. Das ist unnötig. Außerdem ist es durchaus möglich, dass die Charaktere den Pfarrer finden und schützen können.
  • Der erste Tote, also der vom Pfarrer ermordete Wissenschaftler, wird ausgerechnet vom italienischen Pfarrer beerdigt. Dies ist natürlich praktisch für die Charaktere, dieser Zufall wird aber nicht weiter erläutert.
    Tipp: Hier sollte man einfach davon ausgehen, dass der Priester als Abgesandter des Vatikan einfach über Mittel verfügte, eine Beerdigung unter seinen Fittichen sicherzustellen.

Anmerkungen und weitere Tipps:
  • Ich habe einen Spielbericht in drei Teilen (Teil 1, 2, 3) geschrieben.

Fazit: Ein gelungenes investigatives Szenario mit viel Freiheit, vielen Hinweisen und Flexibilität, was das Ende anbetrifft, denn dies kann sehr düster, aber auch sehr pulpig ausfallen.

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Re: Tegres' Bewertungen + Tipps - [DSDDF] Heart of Winter
« Antwort #54 am: Gestern um 11:09 »
Heart of Winter
 
Titel: Heart of Winter
System: Der Schatten des Dämonenfürsten
Veröffentlichung: Heart of Winter
Autor: Chris Sims
Verlag: Schwalb Entertainement
Spieldauer: ein Spielabend (ich habe 3,5 Stunden gebraucht)
vorgefertigte Charaktere: nein
Handouts/Karten: 0
 
Ort: Irgendwo in einem Gebirge im Imperium
Antagonisten/Kreaturen: Schattenweber, Gruftskarabäenschwärme, Eisdrache, Schatten, Dämon in Form eines Rieseneiswurms
NSCs: keine
Einstieg: Es gibt eine Reihe von Wetteranomalien, die für einen heftigen Wintereinbruch sorgen, unabhängig von der tatsächlichen Jahreszeit. Die Spur führt ins Gebirge zu einer Ruine.
kampagnentauglich: ja
Besonderheiten: keine
 
Zusammenfassung: Es gibt eine Reihe von Wetteranomalien, die für einen heftigen Wintereinbruch sorgen, unabhängig von der tatsächlichen Jahreszeit. Die Spur führt ins Gebirge zu einer Ruine. Auf dem Weg dorthin begegnet die Gruppe weiteren Wetteranomalien und seltsamen Monstern, die die Gruppe verderben wollen. Kurz vor der Ruine begegnen sie außerdem einem Eisdrachen. Die Ruine selbst gehörte zu einem Kult und wird von weiteren unheimliche Verderbnis-Monstern bewohnt. In einer Höhle unter der Ruine haust schließlich ein Dämon in Form eines großen Eiswurms, der für die
Genre: Dark-Fantasy
 
Positiv:
  • Der Endgegner ist wahnsinnig gefährlich und bietet heftige Umgebungseffekte, sodass die Charaktere und Spieler passend zum Anspruch eines Meisterabenteuers gefordert werden.

Negativ:
  • Alle Monster greifen sofort an, sind nicht gesprächsbereit und kämpfen bis zum Tod. Das ist langweilig.
  • Der Dungeon ist zu klein, um wirkliche Erkundung und verzweigte Wege zu bieten. Immerhin kann man den Weg zum Endgegner sehr abkürzen, meiner Meinung nach aber wiederum zu sehr.
  • Der Drache ist ganz schön schwach auf der Brust, vor allem, was seine Odemwaffe anbetrifft, denn diese wirkt erst mit Verzögerung, erlaubt zwei Würfe, um ihrem Effekt zu entgehen und hat an sich nur einen schwachen Effekt. So wirkt der Drache eher lächerlich als bedrohlich.

Anmerkungen und weitere Tipps:
  • Ich habe hier einen Spielbericht geschrieben.

Fazit: Ein zu eintöniges und kampflastiges Abenteuer mit einem eher langweiligen Dungeon.