Autor Thema: Mondpreise  (Gelesen 164460 mal)

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Offline Dr. Beckenstein

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Re: Mondpreise
« Antwort #950 am: 14.08.2026 | 18:03 »
Und ich möchte Dir widersprechen. Rollenspiel ist kein Luxus. Rollenspiel ist, summiert in allen Ausprägungen, ein tolles gesellschaftliches Thema für alle Altersgruppen.

Doch, ist es. Niemand "braucht" Hobbyzeug wirklich.
„Spielen ist eine Tätigkeit, die man gar nicht ernst genug nehmen kann.“ - Jacques Yves Cousteau

Offline unicum

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Re: Mondpreise
« Antwort #951 am: 14.08.2026 | 18:10 »
Auf dem Weg nach "Rollenspiel und Gesellschaft": Die Kapitalismuskritik.


Offline Torsten (Donnerhaus)

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Re: Mondpreise
« Antwort #952 am: 14.08.2026 | 18:11 »
Also als Rollenspielverleger kann ich nur ganz uneigennützig sagen, dass es eine tolle Sache ist, wenn gierige Spekulanten von jedem Rollenspielprodukt mindestens 4-5 Exemplare erwerben, nur um sie für 10-15 Jahre unangetastet und ungeöffnet zu lagern und sie dann gewinnbringend zu verkaufen. Und ich wünsche ihnen da auch ordentliche Spekulationsgewinne.
~;D

Offline Luxferre

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Re: Mondpreise
« Antwort #953 am: 14.08.2026 | 18:20 »
Doch, ist es. Niemand "braucht" Hobbyzeug wirklich.

Niemand braucht Hobbys wirklich?
Die Psychologie wird Dir da vehement widersprechen.
Bei Interesse kann ich dazu gern auch etwas ausführen, inklusive Quellen.
Oder Du schaust selbst nach ;)
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Offline Luxferre

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Re: Mondpreise
« Antwort #954 am: 14.08.2026 | 18:21 »
Auf dem Weg nach "Rollenspiel und Gesellschaft": Die Kapitalismuskritik.

Kapitalismus ist mitnichten Schuld daran.
Meine Kritik trifft eher Gier ;)
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Online Chaos

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Re: Mondpreise
« Antwort #955 am: 14.08.2026 | 19:37 »
Kapitalismus ist mitnichten Schuld daran.
Meine Kritik trifft eher Gier ;)

Und Kapitalismus ist in ein System gegossene Gier.

Beziehungsweise in ein System gegossenes Gewinnstreben, was auch nur ein neutraler Begriff für "Gier" ist.
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Offline tarinyon

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Re: Mondpreise
« Antwort #956 am: 14.08.2026 | 20:07 »
Leude! Sind wir hier im Proseminar Frankfurter Schule oder was? Macht euch mal locker. Ohne Kapitalisten wie Gary Gygax gäbe es dieses Forum überhaupt nicht.

PS passend zum Derailing des Threads: ich habe heute zwei OVP Ausgaben vom M5 Kodex zum normalen Preis in einem Laden erworben. OVP! Die könnte ich jetzt verhökern und dabei ca 200 Euro Gewinn machen. Aber werde ich nicht tun, weil ich das für meine Spieler gekauft habe. Bin ich jetzt ein radikaler Antikapitalist? Nö.
« Letzte Änderung: 14.08.2026 | 20:16 von tarinyon »

Offline Prisma

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Re: Mondpreise
« Antwort #957 am: 14.08.2026 | 23:42 »
Und ich möchte Dir widersprechen. Rollenspiel ist kein Luxus. Rollenspiel ist, summiert in allen Ausprägungen, ein tolles gesellschaftliches Thema für alle Altersgruppen.
Das kannst Du gern tun. :) Doch wie bereits festgestellt, wirklich "brauchen" tut man es in der Tat nicht. Es gibt auch andere Beschäftigungen. Das Leben wäre aber leerer ohne Spiele.

Nur weil man ein (1!) out of print Produkt sein eigen nennt, welches man für füffzich Pfennig in den 90ern aufm Ramschtisch ergattert hatte, ist das noch lange kein Grund das jetzt für achtundelfzig Dollares zu verhökern. Mich befremdet das.
Denn wenn Leute da bewusst und vorsätzlich mitmachen, machen genau die den Markt für Normalos kaputt. Und das wegen paar Euronen, die keinen privaten Verkäufer auch nur ansatzweise reicher machen. Die Marge ist so absurd gering, dass ich (Dipl Ökonom) nur mitm Kopf schütteln kann.
Na ja, man wird schon "reicher". Wenn man das Buch damals für 50 DM gekauft hat und heute für 2000 Euro verkauft (Noble Knight hat z.B. so ein Angebot auf Ebay). Dann ist man "reicher" als vorher und die Marge ist auch hoch. Oder man denke an diesen Typ der die Spielkarte für eine Million verkauft hat. Ich denke, der beschwert sich auch nicht über seine Marge.
Man macht da auch nichts für "Normalos" kaputt. Die sind bei solchen Angeboten nie die Zielgruppe gewesen. Aber kommen wir zum Grund: Nehmen wir mal an eine Person hat ein seltenes Buch/eine seltene Spielkarte. Sie entschließt sich zum Verkauf für 50 Euro, obwohl sie weiß, da ginge wesentlich mehr. Eine Privatperson oder ein Händler kauft das und stellt das nun für 2000 Euro rein und verkauft das irgendwann auch. Wer ist nun ökonomisch der Gewinner und wer der Verlierer? Liegt doch auf der Hand, oder?
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Offline Megavolt

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Re: Mondpreise
« Antwort #958 am: Gestern um 00:51 »
Die Sachen sind alle genau das wert, was gezahlt wird. Und der Markt liefert, woran ein Bedarf besteht. Darin besteht sein Zauber.

Niemand hat ein Recht darauf, dass ihm ein seit 12 Jahren vergriffenes Produkt in makellosem Sammlerzustand aufgehoben wird. Wer so ein luxuriöses Objekt dennoch haben möchte, der muss sich eben preismäßig gegen die anderen Interessenten durchsetzen.
Einen zukünftigen Bedarf erahnen, die Ware einkaufen, lagern und auf Vorrat halten, investieren und das Risiko tragen, dafür wird man eben vergütet, wenn man es richtig macht.

Wer der Meinung ist, das sei irgendwie (zu) leicht verdientes Geld oder so, der kann sich ja problemlos selbst engagieren und dann z.B. 2038 seinen Gewinn mitnehmen. 
« Letzte Änderung: Gestern um 00:56 von Megavolt »

Offline Sashael

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Re: Mondpreise
« Antwort #959 am: Gestern um 06:30 »
Bei den hier gezeigten Mondpreisen sind genügend Produkte dabei, die keine OVP Sammlerstücke in Mintkondition sind. Das hat auch nichts mit Nachfrage zu tun, die dann die Preise bestimmt. Da werden auch viele Sachen gar nicht verkauft, weil der Preis eben ein Mondpreis ist, den sich der Verkäufer aus den Fingern gesogen hat. Anstatt dann den Preis aber an den Markt anzupassen, wird weiter der Mondpreis verlangt und irgendwann kommt dann vielleicht mal ein Mensch, der aus welchen Gründen auch immer so viel Geld übrig hat, dass er sich sagt "Ach scheiss drauf. Was soll ich sonst damit machen?" und das Produkt zu dem überzogenen Preis nimmt.
Und damit das Signal setzt, dass sich so ein Verkaufsverhalten tatsächlich lohnt.

Und dann kommen die Leute, die sagen "Hat der Verkäufer ja alles richtig gemacht", anstatt zu realisieren, dass das weiterhin einfach nur miese Abzocke ist.
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Offline Prisma

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Re: Mondpreise
« Antwort #960 am: Gestern um 09:59 »
[...] anstatt zu realisieren, dass das weiterhin einfach nur miese Abzocke ist.
Ich bin nicht der Meinung das es Abzocke ist. Das ist einfach der Markt. Abzocke findet statt, wenn man hart übervorteilt wird. Beispielsweise wenn es das Produkt wo anderes deutlich günstiger gibt. Oder man für eine aktuelle Standarddienstleistung eine klar überhöhte Rechnung erhält. Bei den Mondpreisbücher ist das aber nicht der Fall. Die sind einfach selten. Die gibt es nicht einfach so woanders zu kaufen. Wenn sie dann noch OVP usw. sind, steigert das den Wert bloß.
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Offline Sashael

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Re: Mondpreise
« Antwort #961 am: Gestern um 10:02 »
Ich bin nicht der Meinung das es Abzocke ist.
Wir haben einfach unterschiedliche Ansichten, was "Abzocke" ist.
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Offline Megavolt

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Re: Mondpreise
« Antwort #962 am: Gestern um 10:13 »
Abzocke findet statt, wenn man hart übervorteilt wird. Beispielsweise wenn es das Produkt wo anderes deutlich günstiger gibt.

Das ist keine Kritik an dir, sondern nur ein allgemeiner Gedanke: "Abzocke" ist ein sonderbares  Wort. Wenn es die Ware anderswo günstiger gibt, dann kauft man eben da. Am Ende finden sich Käufer und Verkäufer und das ist dann der korrekte Preis der Ware.

Ich finde es bemerkenswert, wie Foristen hier ein halbes Jahrhundert und älter werden konnten und immer noch nicht realisiert haben, dass ein Naserümpfen über die Gesetze von Angebot und Nachfrage ziemlich genau so sinnvoll ist wie ein Naserümpfen über die Schwerkraft. Wenn man das nicht irgendwann einmal innerlich abhakt, dann hat man erhebliche Nachteile, macht ordentliche Verluste und trifft sehr schädigende Entscheidungen.

Um den Bogen zum Rollenspiel zurückzuschlagen:
Wer die hohen Preise für PnP-Material allen Ernstes bezahlt (würde ich nie machen), der hat sich mMn vor allem in einer irrationalen Markentreue verheddert. Oder er bewertet den Genuss, der sich aus einer vollständigen Bücherreie im Regal ergibt, als sehr sehr hoch. Zum Glück ist so ein Verhalten zu 100% freiwillig und wer sich hier etwas gönnen möchte und gönnen kann, der soll das mMn ohne Reue tun. Ich persönlich freue mich darüber, wenn sich Sammler über ihre Sammlungen freuen.
« Letzte Änderung: Gestern um 10:15 von Megavolt »

Offline Prisma

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Re: Mondpreise
« Antwort #963 am: Gestern um 12:02 »
Wir haben einfach unterschiedliche Ansichten, was "Abzocke" ist.
Völlig in Ordnung. Magst Du erklären wo Du die Abzocke siehst? Bitte deutlicher als nur "das Buch war früher billiger". Mir geht es darum, Deinen Standpunkt zu verstehen, nicht ihn anzugreifen.
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Offline Sashael

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Re: Mondpreise
« Antwort #964 am: Gestern um 13:12 »
Ein Buch für den 10fachen (oder noch höheren) Preis anzubieten, ist halt keine "markttechnische" Überlegung, sondern die (in meinen Augen ethisch fragwürdige) Ausnutzung eines Mangels.

Nicht "Das ist es wert" sondern "Ihr habt keine Alternative". Und so eine sprichwörtliche Pistole auf der Brust ist für mich halt Abzocke.

Dass das eine gängige Praxis im Kapitalismus für nahezu alles ist, ist in meinen Augen auch keine Entschuldigung.
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Offline tarinyon

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Re: Mondpreise
« Antwort #965 am: Gestern um 13:20 »
Ein Buch für den 10fachen (oder noch höheren) Preis anzubieten, ist halt keine "markttechnische" Überlegung, sondern die (in meinen Augen ethisch fragwürdige) Ausnutzung eines Mangels.

Nicht "Das ist es wert" sondern "Ihr habt keine Alternative". Und so eine sprichwörtliche Pistole auf der Brust ist für mich halt Abzocke.

Dass das eine gängige Praxis im Kapitalismus für nahezu alles ist, ist in meinen Augen auch keine Entschuldigung.


OK, vielleicht handelt es sich hier um ein Missverständnis. Primär geht es in diesem thread doch um lächerliche Preisvorstellungen.

Klar,wenn ich selbst was zum zocken habe will, dann ärgern mich hohe Preise auch. Aber das Problem ist ja durch PoD fast gelöst. Und wenn ich ein Original haben will, dann schaue ich durch die Sammlerbrille. Und da gibt es halt Sachen, die sind seriös geschätzt wertvoll. Zum Beispiel OD&D Originaleditionen aus den 70ern. Da reden wird halt schon von Preisen, die in den Bereich des Kunstmarkts hineinreichen. Als Anlage würde ich es nicht empfehlen, aber das sind dann halt keine Mondpreise nach meiner Definition.

Ob das nun Gier ist oder Abzocke. Ja mei. So ist das Leben.

Online LeoNiceland

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Re: Mondpreise
« Antwort #966 am: Gestern um 13:54 »
"Der Begriff Abzocke ist ein umgangssprachlicher Ausdruck für Betrug, Wucher oder unfaire Geschäfte, bei denen Menschen durch überhöhte Preise, Täuschung oder miese Maschen um ihr Geld gebracht werden."

Das kann ich nicht erkennen. Und eine Notlage wird auch nicht ausgenutzt.

Und Gier? Die meisten Menschen sind gierig. Oder zeig mir eine Person, die eine Gehaltserhöhung etc. ablehnt.

Online Chaos

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Re: Mondpreise
« Antwort #967 am: Gestern um 13:59 »
Nicht "Das ist es wert" sondern "Ihr habt keine Alternative". Und so eine sprichwörtliche Pistole auf der Brust ist für mich halt Abzocke.

"Kein Alternative"? "Pistole auf der Brust"?

Wenn wir von Sprit reden, oder Strom, oder Insulin, ja. Aber wir reden hier von Rollenspielprodukten. Nicht nur gibt es jede Menge preiswertere Alternativen, sondern man kann auch komplett drauf verzichten, wenn´s zu teuer ist.
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Offline gunware

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Re: Mondpreise
« Antwort #968 am: Gestern um 14:17 »
sondern man kann auch komplett drauf verzichten, wenn´s zu teuer ist.
Ich verstehe auch nicht, warum das Abzocke sein sollte. Da bin ich bei Chaos. Als ich mich noch auf ebay herumgetrieben habe, schaute ich mir das Angebotene an. Wenn ich es wollte, habe ich meinen Preis eingetragen, für den ich bereit war es zu kaufen. Und das war's. Gab es keine höhere Angebote, bekam ich es (günstiger oder für soviel, wie viel ich bereit war zu zahlen). Und ob es jetzt in einer Auktion oder nur so angeboten ist, ist doch vollkommen egal. Ich bin bereit Summe x zu zahlen und wenn jemand meint, x+y zu verlangen, dann kommen wir nicht zusammen. Wo findet die Abzocke statt?
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Offline felixs

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Re: Mondpreise
« Antwort #969 am: Gestern um 16:04 »
Klar gibt es einen Unterschied zwischen Wucher bei lebenswichtigen Dingen und bei Dingen, ohne die man auch leben kann.

Trotzdem bleibt es Wucher, Spekulation etc.

Man kann natürlich grundsätzlich darüber diskutieren, ob es legitim sein soll, auf die eigene Gerissenheit oder glückliche Zufälle gestützt anderen übertrieben hohe Summen für dringend gewünschte Dinge abzunehmen. Mir gefällt das vom grundsätzlichen Prinzip her nicht. Eine Lösung habe ich auch nicht anzubieten.
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Offline Dr. Beckenstein

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Re: Mondpreise
« Antwort #970 am: Gestern um 16:49 »
Niemand braucht Hobbys wirklich?
Die Psychologie wird Dir da vehement widersprechen.

Da hast du mich falsch verstanden. Natürlich braucht der Mensch ein Hobby (oder was anderes um sich die Zeit zu vertreiben / runterzukommen / whatever), aber er braucht dazu den ganzen Tand nicht.

Unser Hobbyzeug kann man im Prinzip auch mit Bleistift und Zettel selber stricken.
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Offline Lyonesse

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Re: Mondpreise
« Antwort #971 am: Gestern um 17:26 »
Man kann natürlich grundsätzlich darüber diskutieren, ob es legitim sein soll, auf die eigene Gerissenheit oder glückliche Zufälle gestützt anderen übertrieben hohe Summen für dringend gewünschte Dinge abzunehmen. Mir gefällt das vom grundsätzlichen Prinzip her nicht. Eine Lösung habe ich auch nicht anzubieten.
Die Lösung ist: sich einfach nichts dringend zu wünschen. ;) Gibt sogar eine Weltreligion, die daraus eine Tugend gemacht hat.

Offline Megavolt

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Re: Mondpreise
« Antwort #972 am: Gestern um 17:57 »
Man kann natürlich grundsätzlich darüber diskutieren, ob es legitim sein soll,
Rare und gleichzeitig nachgefragte Dinge sind teurer als reichlich vorhandene, die wenig Interesse generieren. Das ist immer und zu jeder Zeit und in jeder Situation so.

"Legitimität" ist keine sinnvolle Kategorie. Man könnte, überspitzt gesagt, ebensogut über "Schönheit" diskutieren, aber das wäre im Kontext ebenfalls nicht sinnvoll.

Zitat
übertrieben hohe Summen
Ein Preis ist dann korrekt, wenn er bezahlt wird.

Die (unendlich oft ausprobierte und schauerliche Ergebnisse zeitigende) Alternative ist die willkürliche Festlegung von Preisen. Im besten Fall verschwindet einfach nur das Angebot.

Was die genannten "Notlagen" angeht, das ist auch so eine Sache, bei der man schnell moralisch wird und sich in irgendeinem Recht wähnt. Wenn man aber ein bisschen darüber nachdenkt, dann ist es eigentlich immer sehr viel komplexer.

Bogenschlag zum Rollenspieltrading: Ich besitze ein "Am Großen Fluss", mint. Würde ich das für einen Fuffi hergeben, dann würde es ein rationaler Käufer sofort für 150 weiterverkaufen. Also könnte ich auch gleich selbst die 150 abrufen. Weil am Ende ist es auch Latte, irgendwo schwimmt der reale Wert eben hin, solange das Buch nicht im Papiermüll landet.

Genug von meiner Seite. :) Spart an, leiht euch die Sachen aus, seid happy. :)

Online 6

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Re: Mondpreise
« Antwort #973 am: Gestern um 18:18 »
Rare und gleichzeitig nachgefragte Dinge sind teurer als reichlich vorhandene, die wenig Interesse generieren. Das ist immer und zu jeder Zeit und in jeder Situation so.
Naja. Allgemein gesprochen: Eigentlich ist der interessante Fall dieser hier: Rare und gleichzeitig nachgefragte Dinge sind auch teurer als reichlich vorhandene und gleichzeitig nachgefragte Dinge. Da ist dann der Anreiz da, diese reichlich vorhandenen Dinge rar zu machen.
Und genau da sind wir dann beim möglichen Wucher und bei einer Stelle, die beim Kapitalismus bei wichtigen Gütern reguliert werden sollte und auch regelmässig wird. Und natürlich hilft es da auf solche Missstände hinzuweisen (oder "Nasezurümpfen" wie Du es ausgedrückt hast.)
Ob das jetzt zutrifft bei Rollenspielprodukten, kann und will ich nicht entscheiden. Mir sind die ganzen alten Regelwerke und Module völlig wumpe. Ich weiss auch von daher nicht, wie der Markt anderweitig mit den Spielmodulen, die zu Sammelobjekten mutiert sind, gesättigt ist (z.B. durch RPGdrivethru). Aber ich finde es sehr schwierig diese Situation als "Naturgesetz" oder ähnliches abzutun...
Ich bin viel lieber suess als ich kein Esel sein will...
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Nicht Sieg sollte der Zweck der Diskussion sein, sondern
Gewinn.

Joseph Joubert (1754 - 1824), französischer Moralist

Offline Megavolt

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Re: Mondpreise
« Antwort #974 am: Gestern um 18:28 »
Aber ich finde es sehr schwierig diese Situation als "Naturgesetz" oder ähnliches abzutun...

Ich kann das nicht sinnvoll kommentieren, ohne mich im Kreis zu drehen.

Vielleicht sehr positiv gewendet: Mit deinem Zweifel an der Naturgesetzlichkeit des Zusammenwirkens von Angebot und Nachfrage bist du gerade in Deutschland in sehr, sehr zahlreicher Gesellschaft. :d

Dies schließt die Subgruppe der Rollenspieler augenscheinlich mit ein, wie man gut an diesem Thread hier sehen kann.