Autor Thema: Spielbericht - Was wurde vor kurzem gespielt.  (Gelesen 292070 mal)

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Offline Dreamdealer

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Re: Spielbericht - Was wurde vor kurzem gespielt.
« Antwort #2275 am: 18.05.2026 | 09:51 »
Letzte Woche war nochmal Voidfall dran, nachdem wir uns die Koop-Regeln jetzt verinnerlicht hatten, sollte es ja eigentlich schneller gehen.
Nach 5h waren wir durch und wir haben wieder auf mittlerer Stufe verloren. Am Ende sah es so aus Voidborne 245 und wir 238/227/171. Ich bin
mir ziemlich sicher, dass Strategien, die auf Wirtschaft ausgerichtet sind im Koop-Modus nicht klappen. Man kann zwar gut Punkte machen (227),
aber man erobert deutlich weniger Sektoren und somit bekommen die Voidborne mehr Punkte, was sich auf alle Spieler auswirkt. Ich hätte im
letzten Zug nochmal gerne erobert und ordentlich Punkte einkassiert, aber es war dann doch sinnvoller den letzten Safehaven zu aktivieren, was
für die Voidborne -20 Punkte bedeutet. Ich würde es nochmal als Koop probieren, aber wenn es wieder ähnlich ausgeht, dann auf den normalen
konfrontativen Modus umschalten. Gerade, weil es außer den 4 Joint Focus Cards (die für den Nutzer mehr kosten und meistens weniger bringen)
kein wirkliches Gemeinschaftsspiel gibt.

Sonst kam das alte Dresden Files Coop-Cardgame auf den Tisch, heimlich still uns leise gab es wohl im letzten Jahr eine print on demand
Erweiterung - es gibt neue Kartentypen, die Hybridkarten sind zum Beispiel Obstacle/Advantage - diese können mit beiden Kartentypen aktiviert
werden. Hat uns aber auch nix geholfen, haben zweimal die Hucke voll bekommen. Dennoch mach es Spaß und einer der neuen Charaktere ist
Sir Waldo! (der andere leider Shoulder Rivers der Yeti).
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Offline felixs

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Re: Spielbericht - Was wurde vor kurzem gespielt.
« Antwort #2276 am: 18.05.2026 | 13:47 »
Agricola war uns dieses Wochenende zu zweit zu destruktiv. Es ist irgendwie unschön, wenn einer der Spieler überhaupt nicht aus dem Quark kommt, weil Holz fehlt. Das kann man als den Reiz des Spiels empfinden, bei uns ist es nicht so. Werden wohl demnächst mal eine kooperative Variante ausprobieren. Bei Arler Erde geht das ganz gut.

Jambo war mal wieder sehr gut. Hat auch viele kleine Gemeinheiten, die sind aber meist nicht langfristig destruktiv.

Framework ist nach wie vor mein Favorit unter den Legespielen von Uwe Rosenberg. Im direkten Vergleich zu Applejack sehe ich kaum, warum ich letzteres spielen sollte.

Briscola und Scopa machen immer wieder Spaß. Briscola kann man auch sehr gut mit einem Skatblatt spielen, wird dadurch noch etwas schneller und fetziger.

Battle Line war auch wieder gut. Eigentlich erstaunlich, weil ziemlich konfrontativ. Andererseits: Mit offener und direkter Konfontation habe ich weniger Probleme; Spiele mit indirekter Konfrontation (Blockieren beim Worker-Placement) etc. stören mich mehr. Agricola fühlt sich "gemeiner" an als Battle Line .

Bei Res Arcana hat sich für uns in letzter Zeit die Variante bewährt, statt dem Drafting an jeden Spieler 12 Karten auszugeben, aus denen der sich dann acht Karten aussucht. Geht schneller und fühlt sich produktiver an. Vereinfacht auch das Spiel ein wenig, weil man keine Karten nehmen "muss", die dem anderen Spieler nutzen würden - vor allem aber vereinfacht es die Sache dahingehend, dass man nicht so stark antizipieren muss, was der Mitspieler da gerade bauen will. Das Resultat ist ein etwas einfachereres, etwas glückslastigeres Spiel.
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Online ghoul

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Re: Spielbericht - Was wurde vor kurzem gespielt.
« Antwort #2277 am: 18.05.2026 | 13:57 »

Bei Res Arcana hat sich für uns in letzter Zeit die Variante bewährt, statt dem Drafting an jeden Spieler 12 Karten auszugeben, aus denen der sich dann acht Karten aussucht. Geht schneller und fühlt sich produktiver an. Vereinfacht auch das Spiel ein wenig, weil man keine Karten nehmen "muss", die dem anderen Spieler nutzen würden - vor allem aber vereinfacht es die Sache dahingehend, dass man nicht so stark antizipieren muss, was der Mitspieler da gerade bauen will. Das Resultat ist ein etwas einfachereres, etwas glückslastigeres Spiel.

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Re: Spielbericht - Was wurde vor kurzem gespielt.
« Antwort #2278 am: 18.05.2026 | 14:04 »
Tudor
Gefällt mir ganz gut, obwohl es ein Eurogame mit Worker Placement (Höflinge) ist. Tatsächlich ist das Thema (Hof Heinrich VIII.) gut umgesetzt, mit Höflingen in Audienzzimmern (Worker) und intrigierenden Höflingen im Thronsaal. Der Clou ist, dass man durch Hofämter Ringe sammelt, deren Anordnung auf den Fingern der Sichtschirm-Hand Zusatzfunktionen der normalen Aktionen der Höflinge in den Audienzzimmern freischaltet.
Durch variable Szenario- und Punktekarten ergeben sich unterschiedliche Partien.
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Offline Dreamdealer

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Re: Spielbericht - Was wurde vor kurzem gespielt.
« Antwort #2279 am: 21.05.2026 | 09:16 »
So Voidfall die dritte Partie im Koopmodus, diesmal wieder ein 2-Spieler-Szenario, die Spiel-Routine (gerade bei der Ikonographie) hat sich deutlich bemerkbar gemacht. Auch wenn die wie von Ian O'Toole da wirklich extrem gute Arbeit geleistet hat. Ohne Aufbau (der schon 30min dauert) haben wir 2h 45min gespielt und es war sehr knapp. Wir haben die Voidborne geschlagen mit 205/218/246 - es war beim Auszählen echt spannend. Die Voidborne bekommen halt für unterschiedliche Dinge am Ende Punkte und hier muss man dann tatsächlich überlegen, ob man das prestigeträchtige System erobert, oder ihnen lieber das Rift wegnimmt. Das eigene Ergebnis wird dadurch nicht besser, aber die Gegnerpunkte sinken dann für alle. Wir haben beide diesmal mehr auf Eroberungen gespielt, was schon letztes Mal meine Kritik am Koop-Modus war.
Man kann zwar mit einer Wirtschaftsstrategie gut Punkte machen, aber dadurch nimmt man halt den Voidborne keine Punkte weg, was einen dann hinterher in den Allerwertesten beißt. Fazit nach 3 Spielen (circa 10h) Voidfall Koopmodus - nett aber der konfrontative Modus ist einfach besser!

Mittlerweile ist auch Regicide Legacy bei uns eingetrudelt - das Spiel macht schon was her, aber ich bin auch ein Sucker für Neopren-Matten und coole Ausstattung. Ist Bockschwer und die Twists, die wir schon in der ersten Abenteuerbox hatten, machen Lust auf mehr. Kein absoluter Brainburner, aber ausreichend kniffelig für einen schönen Spieleabend.
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Offline Megavolt

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Re: Spielbericht - Was wurde vor kurzem gespielt.
« Antwort #2280 am: 24.05.2026 | 10:28 »
SETI gestern als drittes (und letztes) großes Spiel bei einem 16 Stunden Boardgaming-Day  ~;D :

Ich fand es geradezu bizarr, wie sich das auf mich zunächst hieroglyphisch wirkende Spiel so ab der zweiten bis dritten Runde ganz langsam in meinem Gehirn zu einem irgendwie lesbaren Etwas fortentwickelt hat. Am Anfang habe ich schlicht gar nichts geblickt und konnte auch mit diesem überbordend vollgekritzelten Brett nichts anfangen. Am krassesten waren diese Tech-Tree-Stapel. Ich bin wirklich sehr lange und sehr konzentriert davorgesessen und habe wirklich überhaupt nicht verstanden, was die Symbolhäufen bedeuten sollen und wie sie sich wo zuordnen (Auflösung: es sind Verbesserungs-Effekte / Erstkauf-Prämie / Kaufprämie. Ich schreibe das hier nur deshalb hin, um es innerlich noch ein wenig mehr verarbeiten zu können.).

Meine Einschätzung lautet wie folgt, ich beginne mit dem Positiven:

- Das Spiel ist cool. Das Thema ist stark, es ist ein Hingucker, es ist interessant.
- "Enginebuilder plus" sind klasse. Das funktioniert einfach bewährt gut, da hat jeder Spaß daran.
- Die Optionsvielfalt und Kombinatorik ist krass. Da ist schon echt richtig viel Freiraum, das ist super.
- Wir hatten gleich so ein scary cthulhoides Alien, das eigentlich nur aus drei Beobachtungsspiegeln bestand, die jemand um die Erde herum aufgestellt hat. Das war thematisch sehr überraschend für mich, das hat mir außerordentlich gut gefallen.

Negativ:

- Du musst eine Spielrunde, schlimmer noch: einen Spielerpool, für SETI meiner Meinung nach erst mühsam anlernen. Es ist fraglich, ob es den Aufwand wert ist. Die Auf-den-Tisch-Bringbarkeit von SETI ist niedrig. Das ist heutzutage eigentlich nicht mehr okay.
- Das Spiel hat schon auch downtime. War für mich nicht so schlimm, weil ich ultra viel nachzudenken und zu erschließen hatte, aber ich ahne, dass das schlimmer wird, je besser man sich auskennt.
- Die vielen Karten, die alle spannend sind und viele Handlungsmöglichkeiten anbieten, wirken auf mich sehr stark nach 'nasse Nudeln an die Wand werfen'. Sehr random, sehr beliebig, sehr glücksbasiert. Das passt nicht zu einem Engine-Builder.
- Ich spiele per se nur mit flott spielenden Spielern, wir sind also zügig durchgekommen, dennoch ist die Spielzeit mMn erheblich. Ich bezweifle, dass man SETI unter der Woche abends mal schnell spielen kann.

Am Negativsten (und für mich eigentlich ein K.O. Kriterium):
Der wirklich beschissene point salad, dieses saudumme Siegpunkte-Grind-Minispiel, die damit verbundene Geheimwissenschaft des Wo-gibts-die-meisten-Punkte? und dann noch so grausige Sachen wie Sonder-Endwertungstableaus für bizarre Kombinationen oder sowas.

Für mich macht das ein Spiel kaputt. Ich will Aliens erkunden, wegen mir bekämpfen, die Erde retten oder was auch immer. Aber am Ende dann ein 172 zu 151 zu 149 zu 122 festzustellen, das gibt mir einfach gar nichts. Es ist so fremd und verkehrt. Ich hätte gestern irgendwie beinahe sogar fast noch gewonnen, und das als (ziemlich betrunkener) Erstspieler, das kanns nicht sein und das ist doch total unwitzig.

Ich werde SETI gerne noch einmal oder zweimal spielen, aber das wird für mich kein Dauerbrenner.

(Ich könnte nun noch sehr viel darüber reden, wie man so ein Spiel neuen Spielern idealerweise erklären müsste (nämlich: WAS machen wir hier überhaupt? WAS ist wichtig? WIE erreichen wir es? Dann muss ein erster exemplarischer Zug gespielt werden.), aber ich schenke es mir. Man kann kein hinreichend komplexes Spiel erklären, indem man zuerst alle Regeln laut in den Raum hinein sagt. Das funktioniert einfach nicht und es kann auch den Abend zerstören. Ich hatte vorbereitend ein Regelvideo geschaut und mein Kumpel, der Knallvogel, der dieses Spiel liebt, wollte uns die Erstpartie freilich gleich mit einer Erweiterung reindrücken.  ~;D )
« Letzte Änderung: 24.05.2026 | 10:43 von Megavolt »

Offline felixs

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Re: Spielbericht - Was wurde vor kurzem gespielt.
« Antwort #2281 am: 25.05.2026 | 13:57 »
Der wirklich beschissene point salad, dieses saudumme Siegpunkte-Grind-Minispiel, die damit verbundene Geheimwissenschaft des Wo-gibts-die-meisten-Punkte? und dann noch so grausige Sachen wie Sonder-Endwertungstableaus für bizarre Kombinationen oder sowas.

Für mich macht das ein Spiel kaputt. Ich will Aliens erkunden, wegen mir bekämpfen, die Erde retten oder was auch immer. Aber am Ende dann ein 172 zu 151 zu 149 zu 122 festzustellen, das gibt mir einfach gar nichts. Es ist so fremd und verkehrt. Ich hätte gestern irgendwie beinahe sogar fast noch gewonnen, und das als (ziemlich betrunkener) Erstspieler, das kanns nicht sein und das ist doch total unwitzig.

Habe SETI noch nicht gespielt und Deine Kommentare machen auch nicht so recht Lust darauf; die von Dir bemängelten Probleme würden mich vermutlich auch stören.

Hat insgesamt wohl was mit der Tendenz hin zu "Eurospielen" und weniger "Ameritrash" zu tun. Thematisch schöne Umsetzung reicht nicht, es muss auch irgendwelche mechanischen Kniffe geben und das ganze Ding muss am besten auch mehr oder weniger berechenbar sein. Kann funktionieren, führt aber - für meinen Geschmack - viel zu oft dann doch zu recht unbefriedigenden Spielerlebnissen, wenn man ein Spiel des Themas wegen mögen möchte.
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Re: Spielbericht - Was wurde vor kurzem gespielt.
« Antwort #2282 am: 25.05.2026 | 14:14 »
Hat insgesamt wohl was mit der Tendenz hin zu "Eurospielen" und weniger "Ameritrash" zu tun. Thematisch schöne Umsetzung reicht nicht, es muss auch irgendwelche mechanischen Kniffe geben und das ganze Ding muss am besten auch mehr oder weniger berechenbar sein. Kann funktionieren, führt aber - für meinen Geschmack - viel zu oft dann doch zu recht unbefriedigenden Spielerlebnissen, wenn man ein Spiel des Themas wegen mögen möchte.

Auf jeden Fall. Dass SETI nix für Megavolt ist, überrascht mich auch in keinster Weise. Für mich vermutlich auch nicht.
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Re: Spielbericht - Was wurde vor kurzem gespielt.
« Antwort #2283 am: 25.05.2026 | 14:29 »
(Ich könnte nun noch sehr viel darüber reden, wie man so ein Spiel neuen Spielern idealerweise erklären müsste (nämlich: WAS machen wir hier überhaupt? WAS ist wichtig? WIE erreichen wir es? Dann muss ein erster exemplarischer Zug gespielt werden.), aber ich schenke es mir. Man kann kein hinreichend komplexes Spiel erklären, indem man zuerst alle Regeln laut in den Raum hinein sagt. Das funktioniert einfach nicht und es kann auch den Abend zerstören. Ich hatte vorbereitend ein Regelvideo geschaut und mein Kumpel, der Knallvogel, der dieses Spiel liebt, wollte uns die Erstpartie freilich gleich mit einer Erweiterung reindrücken.  ~;D )

Ich finde es immer wieder erstaunlich, wie schlecht manche Leute Spiele erklären. Ich kann mich noch daran erinnern, wie ich Arche Nova erklärt bekommen habe. Das waren einfach die fünf Aktionen, die man machen kann. Keine Sieg- und Abbruchbedingungen, keine Limitierungen etc. Ich hab dann haushoch gewonnen, weil ich unfassbar viel Glück hatte. War irgendwie lustig.
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Re: Spielbericht - Was wurde vor kurzem gespielt.
« Antwort #2284 am: 25.05.2026 | 15:28 »
Falls Ihr dem Spielerklärer was zur Hand geben wollt, wie man Spiele erklärt, kann ich Quinns Video dazu empfehlen:
How To Teach Board Games Like a Pro
Ich bin viel lieber suess als ich kein Esel sein will...
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
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Re: Spielbericht - Was wurde vor kurzem gespielt.
« Antwort #2285 am: 25.05.2026 | 15:36 »
Richtig erklären kann man studieren.
Das nennt sich dann "LehrerIn".

Dinge Menschen sinnvoll beibringen ist eine Kunst und manche Menschen haben die Gabe. Andere haben den Phantomskill "Spiel erklären".  >;D
"Ja natürlich ist das Realitätsflucht. Was soll daran schlecht sein? Haben Sie sich die Realität in letzter Zeit mal angesehen? Sie ist grauenhaft!"


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Offline felixs

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Re: Spielbericht - Was wurde vor kurzem gespielt.
« Antwort #2286 am: 25.05.2026 | 15:59 »
Zum Thema:
Das Wochende war sehr ergiebig.
Im direkten Vergleich mag ich das Spielgefühl von Lost Cities etwas lieber als das von Battleline. Ersteres empfinde ich als eleganter und leichter zu überblicken, zweiteres ist knobeliger und erfodert mehr Analyse. Mag aber beide.
Scopa kann ich nur immer wieder loben. Enorm, wieviel Emotion, Dynamik und Freude da drin steckt. Es hilft natürlich, schöne Spielkarten zu verwenden (dieses Wochenende Trevigiane-Karten und Genovese-Karten).
Cribbage ist als entspanntes Spiel auf dem Balkon ganz hervorragend geeignet. Auch hier machen Materialästhetik und Haptik wieder einen Unterschied und ich hätte gern ein schöneres Brett. Aber das hat Zeit bis ich mal wieder in den UK bin.
Framework spiele ich auch immer wieder gern, ebenso Rummikub.
Alles natürlich sehr kurze und tendentiell auch leichtgewichtige Spiele. Bei einem wirklich perfekten Spielewochenende wären auch noch ein oder zweit längere, "größere" Spiele dabei gewesen.

Richtig erklären kann man studieren.
Das nennt sich dann "LehrerIn".

Das nennt man dann wohl Optimismus  ;)

Aber ja, ich bin auch oft erstaunt, wie schlecht manche Leute erklären. Und (sehr viel seltener) sehr überrascht, wie gut das klappen kann.

Versuche selbst immer, Spiele "von hinten her" zu erklären; also mit dem Ziel anfangen und dann erklären, wie man sich dorthin spielt. Manche Spiele sind aber auch einfach zu erklären (wenn geradlinieg) und manche ganz schlimm (wenn aufeinander aufbauende Aktionsfolgen mit vielen Abzweigungen).

Was für mich überhaupt nicht gut funktioniert, sind Erklärvideos. Ich muss die Anleitung lesen.
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Offline Megavolt

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Re: Spielbericht - Was wurde vor kurzem gespielt.
« Antwort #2287 am: 25.05.2026 | 16:07 »
Auf jeden Fall. Dass SETI nix für Megavolt ist, überrascht mich auch in keinster Weise. Für mich vermutlich auch nicht.

Also es ist definitiv kein schlechtes Spiel. Ich habe auch hart Bock auf noch eine weitere Partie, jetzt, wo ich weiß, wie es funktioniert.

Aber: Ich würde es zu zweit spielen und mich vorrangig daran erfreuen, das Spiel zu erkunden, denn da gibt es viel zu sehen. Der Sieg interessiert mich nur sehr nachrangig.

Das Spiel ist nur falsch abgebogen (oder musste diese Abbiegung nehmen, damit es irgendwie einen spielerischen Abschluss findet nach vier Stunden, was weiß ich). Ich wiederhole mich: Lasst mich doch die Zerstörung der Erde abwenden oder die Aliens besänftigen oder was auch immer, dann ist alle super. Aber: "Nach Runde 5 ist Schluss und wer noch den korrekten Multiplyer für 'Scannen' als erster besetzt hat, der gewinnt', das ist einfach Quark.

Was für mich überhaupt nicht gut funktioniert, sind Erklärvideos. Ich muss die Anleitung lesen.
Das kann ich nachvollziehen. Bei mir hat es diesmal auch gar nicht funktioniert, weil der Michael vom Channel "Michael will spielen" mir das Spiel eben AUCH nicht abgerundet erklären konnte.  ~;D

Es ist aber schon gut, wenn man vorbereitend seine Leute zum Regelvideoschau verdonnert, weil das die Einstiegshürde normalerweise signifikant abflacht. Und es ist auch etwas Gutes, dass es diese Möglichkeit überhaupt gibt, man denke mit Grausen zurück an die 90er oder so. Da war ein Mann mit seiner Spielanleitung noch alleine im Wald gestanden.
« Letzte Änderung: 25.05.2026 | 16:52 von Megavolt »

Offline Megavolt

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Re: Spielbericht - Was wurde vor kurzem gespielt.
« Antwort #2288 am: 25.05.2026 | 16:14 »
Nachtrag:

Es gab, während wir gegrillt haben, eine längere Diskussion darüber, dass wir uns vielleicht gerade in einem sehr seltsamen Brettspiele-Spot befinden. Irgendwie hatten wir jetzt (in den letzten 6 bis 18 Monaten oder so) eine wahrnehmbare Flut von umfangreichen Euros, die alle nicht so krass gezündet haben, wiewohl sie alle pfiffig aufgezogen, vermarktet und fehlerfrei serviert worden sind.

SETI ist ein gutes Beispiel: Irgendwie spielt das kaum einer, oder? Obwohl es wie ein ziemliches winner-game wirkt, jetzt mal von möglichen Holprigkeiten in der Praxis großzügig abgesehen.

Ein ähnlicher Kandidat wäre Galactic Cruise. Sieht aus wie krasses Spiel, kann man sicherlich ernst nehmen und es tüchtig bespielen, aber spielen tut es in meiner Wahrnehmung kaum einer.

Also keine Ahnung, ob es stimmt: Unser Bauchgefühl war jedenfalls, dass die heavy Euros vielleicht irgendwann gepeaked sind und dass sich da erst einmal kein weiteres durchschlagend durchsetzen wird, auch wenn die Spiele alle gut sind und die Themen und Mechaniken vielleicht immer nochmal ein bisschen ausgefeilter werden.
« Letzte Änderung: 25.05.2026 | 16:51 von Megavolt »

Offline Crimson King

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Re: Spielbericht - Was wurde vor kurzem gespielt.
« Antwort #2289 am: 25.05.2026 | 16:31 »
Gab es bei euch denn schon mal ein Experten-Level Euro, das so richtig gezündet hat?
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Re: Spielbericht - Was wurde vor kurzem gespielt.
« Antwort #2290 am: 25.05.2026 | 16:50 »
Eher nicht, aber es geht ja auch nicht um meine privaten Brettspielkreise.

Und vielleicht hat doch eines gezündet, nenn mir doch mal die drei (besser fünf) der deiner Meinung nach besten, die einigermaßen aktuell sind, so dass ich sie gespielt haben könnte, wenn du magst.

Ist Spirit Island ein Euro? Ich hasse es mit großer Leidenschaft. :) Aber: Alle (außer mir) spielen es rauf und runter. Nenne trotzdem bitte ein anderes.
« Letzte Änderung: 25.05.2026 | 16:53 von Megavolt »

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Re: Spielbericht - Was wurde vor kurzem gespielt.
« Antwort #2291 am: 25.05.2026 | 17:39 »
Eher nicht, aber es geht ja auch nicht um meine privaten Brettspielkreise.

Und vielleicht hat doch eines gezündet, nenn mir doch mal die drei (besser fünf) der deiner Meinung nach besten, die einigermaßen aktuell sind, so dass ich sie gespielt haben könnte, wenn du magst.

Expertenspiele sind auch nicht mein Metier. Ich kann da nur an bgg verweisen, was denke ich ein guter Indikator dafür ist, was passionierte Experten-Eurogamer so gut finden, und da ist SETI sehr schnell sehr weit nach vorne durchgestartet. Hegemony und Age of Innovation sind aus den letzten Jahren noch recht weit vorne, aber letzteres ist ein Remake von Terra Mystica und somit nur bedingt zu bewerten.

Ich denke auch, dass diese Spiele generell keinen so riesigen Markt haben. Ist ja nicht so, als wäre die bgg-Bestenliste voll mit Expertenspielen. Auch bei den älteren Jahrgängen haben da nur wenige den Test of Time bestanden.

Ist Spirit Island ein Euro? Ich hasse es mit großer Leidenschaft. :) Aber: Alle (außer mir) spielen es rauf und runter. Nenne trotzdem bitte ein anderes.

Spirit Island würde ich als Hybrid bezeichnen. Ist außerdem ein Coop, also in doppelter Hinsicht ein Sonderfall. Vor allem ist es aber 9 Jahre alt und damit schon eher ein Klassiker als ein aktuelles Spiel.
« Letzte Änderung: 25.05.2026 | 17:41 von Crimson King »
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Re: Spielbericht - Was wurde vor kurzem gespielt.
« Antwort #2292 am: 25.05.2026 | 19:43 »
Hegemony habe ich gespielt.

An und für sich ein krasses Spiel, aber ich bin (zu) schnell an einen Punkt gestoßen, der komplett gamebreaking war und leider gar nicht irgendwie zu lösen oder zu umgehen. Ich kann daher jetzt nicht sagen, ob ich das Spiel unterm Strich positiv oder negativ erlebt habe. Vielleicht ist der Nachfolger, wo man die Weltmächte spielt, ein mega Hit.

Ja gut, aber Hegemony spielt meiner Wahrnehmung nach auch keiner. Meine Wahrnehmung mag aber täuschen.

Ist Arnak ein Euro? Das ist doch ein landauf landab vielgespielter Hit.
« Letzte Änderung: 25.05.2026 | 19:51 von Megavolt »

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Re: Spielbericht - Was wurde vor kurzem gespielt.
« Antwort #2293 am: 25.05.2026 | 19:55 »
Ist Arnak ein Euro? Das ist doch ein landauf landab vielgespielter Hit.

Ja, aber ne ganz andere Gewichtsklasse von der Komplexität her.
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Re: Spielbericht - Was wurde vor kurzem gespielt.
« Antwort #2294 am: 7.06.2026 | 16:47 »
Mal wieder Troyes. Hat wieder viel Spaß gemacht und desto öfter ich das spiele, desto mehr fällt mir auf, wie originell das alles ist und mit was für kühnem Duktus das Spiel zusammenkomponiert worden ist. Vor allem kommt es weitgehend ohne Zwänge aus und es hängt sehr viel an der richtigen Nutzung der ausliegenden Aktionsfeldkarten.

Außerdem Jambo, immer wieder gut.

Und Cribbage ist auch für bereits ein Klassiker bei uns. Das einzige, was ich an dem Spiel nicht verstehe, ist, wie man das über mehrere Runden spielen kann. Sooo kurz ist es ja auch nicht; ein Durchgang dauert durchaus 20, auch mal 30 Minuten. Allein das sehr häufige Mischen nimmt doch einiges an Zeit in Anspruch.
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Re: Spielbericht - Was wurde vor kurzem gespielt.
« Antwort #2295 am: 10.06.2026 | 13:26 »
Ich habe viele Runden Mindbug gespielt.

Es handelt sich dabei um eine Magic-the-Gathering-To-The-Motherfucking-Core Variante vom Garfield himself. Ich finde es klasse. Im Prinzip spielt man wirklich Magic, aber das Spiel löst eine Reihe von Problemen mega elegant: Man hat nur schlappe drei Lebenspunkte, jedes Deck ist zufällig gebaut, jedes Deck besteht nur aus zehn Karten. Es gibt keine Mana-Economy. Die Runden sind kurz und sehr abwechslungsreich, trotzdem angenehm herausfordernd. Es fängt den Spirit von MTG voll ein und wirft 90% vom ganzen Ballast über Bord. Wenn man die Kosten für MTG als Vergleichspunkt heranzieht, dann ist Mindbug quasi gratis.  ~;D Ich kann es sehr empfehlen, auch wenn das kinderfreundliche Artwort und der etwas bemühte Humor für mich einen Minuspunkt darstellen.

Weiterhin habe ich viel Herr der Ringe - das Stichspiel gespielt. Grundsätzlich eine solide Sache, aber es lebt zu sehr vom Thema. Im Kern sind die erforderlichen Stichmuster, die man (immerhin kooperativ) erzielen muss, sehr random. Alle freuen sich, wenn man eine Mission schafft und man kann schön an schweren Missionen herumkniffeln. Das Spiel ist mehrgenerationentauglich und völlig nicht-edgy. Stichspiele sind aber nur selten meins, ich würde es jetzt nicht weiterempfehlen. Ein paar gepflegte Runden Schafkopf oder so um Geld zu spielen würde ich persönlich bevorzugen (und müsste ich auch mal wieder machen, wo ich so darüber nachdenke).
« Letzte Änderung: 10.06.2026 | 13:46 von Megavolt »

Offline felixs

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Re: Spielbericht - Was wurde vor kurzem gespielt.
« Antwort #2296 am: 10.06.2026 | 13:39 »
Mindbug finde ich auch total gut, braucht allerdings einen Gegner auf ähnlicher Wellenlänge, sonst wird das anstrengend. Zu dem Magic-Gefühl (jedenfalls ein Kampf gegen die gegnerischen Lebenspunkte und mit Kämpfen mit Kreaturen) kommt noch ein starkes psychologisches Element und das kann auch anstrengend werden. Die namengebenden "Mindbugs" sind ja der geniale Faktor, welcher das - ansonsten sehr zufällige Spiel - auf der Metaebene ausbalanciert. Allerdings hat man nicht sehr viel Information und das ganze ähnelt teilweise einer Pokerpartie - Risikomanagement, Bluff, und auch das "Lesen" des Gegners. Letzeres kann unangenehm werden; muss man ausprobieren.
Der Vergleich mit Magic funktioniert für mich nur teilweise. Es gibt keinen Deckbau, es gibt kein Ressourcenspiel, es gibt keine langfristige Strategie (überlappt mit Deckbau), es ist sehr situativ. Und vor allem: Die psychologische Komponente spielt eine sehr große Rolle.
Für mich ist das ein Spiel, welches ich mit manchen Leuten gern, mit anderen auf keinen Fall spielen möchte.

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Offline Megavolt

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Re: Spielbericht - Was wurde vor kurzem gespielt.
« Antwort #2297 am: 10.06.2026 | 13:45 »
Ja, kann man so sagen.

Mein Filius liegt aktuell 7 Siegspiele in Serie gegen mich in Führung, obwohl ich alles gebe, das ist natürlich für mich nochmal ein massiver Meta-Pluspunkt. :)

MTG hat auch eine Poker-Komponente: Hat der Gegner noch einen Denial auf der Hand? Oder blufft er beim Aufsparen des Manas? Solche Sachen. Aber ich verstehe, was du meinst.

Offline felixs

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Re: Spielbericht - Was wurde vor kurzem gespielt.
« Antwort #2298 am: 12.06.2026 | 16:56 »
Gestern noch zwei Partien Memoir 44. Das hat wirklich Spaß gemacht.
Finde das Spiel zwar nach wie vor nicht besonders hübsch und als Simulation taugt das auch nichts (wenig überraschend), aber es ist durchaus emotional, packend und mit viel Spannung und ausreichend taktischem Potential.

Falls jemand Erweiterungen zu zivilen Preisen abgeben möchte, gern per PN...
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Offline PzVIE

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Re: Spielbericht - Was wurde vor kurzem gespielt.
« Antwort #2299 am: 15.06.2026 | 12:40 »
Habe am Gebrauchtmarkt eine Kickstarter Edition von Sword & Sorcery: Immortal Souls erstanden, inklusive Arcane Portal, Darkness Falls, und Vastaryous' Lair.

Wifey & ich haben jetzt die ersten drei Questen durch - großartiger Dungeon Crawler, mit allem, was man so braucht. Bedient sich der klassischen Mechanismen (Heroes turn, Monster Turn, Events), hat eine großartige AI für Monsterverhalten, und eine wunderschöne Tischpräsenz.

https://boardgamegeek.com/boardgame/170771/sword-and-sorcery-immortal-souls