Autor Thema: Backstory oder nein?  (Gelesen 4072 mal)

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Offline Just_Flo

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Re: Backstory oder nein?
« Antwort #100 am: 14.07.2019 | 15:01 »
Vielleicht bin ich seltsam. Eine kleine Beispielinteraktion, ein paar typische Sätze oder Eigenheiten oder Spleens, Ziele, ein paar Freunde / Feinde, einschneidende Erlebnisse, was dem Char wichtig ist was er nicht mag und Co bringen mich viel mehr in den Charaker rein und ermöglichen es mir deutlich besser auf ihn einzugehen als die xte Hintergrundgeschichte, die was ganz anderes erzählt als der Spieler sich vorstellt, hinten und vorne nicht zu den Werten passt und niemals so vom Spieler rübergebracht wird.   
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Offline Doc-Byte

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Re: Backstory oder nein?
« Antwort #101 am: 14.07.2019 | 18:56 »
Langsam wird das Thema etwas unübersichtlich finde ich. Wäre es nicht viel anschaulicher, mit ein paar konkreten Beispielen (anhand vorhandener Charaktere) zu arbeiten, was ihr abgesehen von den Spielwerten noch auf den Bogen eines neuen Charakteres schreibt? Vielleicht stellt sich dann auch heraus, dass die Ansichten größtenteils garnicht so weit auseinanderliegen, wie es teilweise klingt.

Offline Lichtschwerttänzer

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Re: Backstory oder nein?
« Antwort #102 am: 14.07.2019 | 19:19 »
Definiere Spielwerte

Stats, Vor/Nachteile, Persönlichkeit, Teint/Fell, Augen - Haare, Cyber - Biotech.....
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Offline Doc-Byte

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Re: Backstory oder nein?
« Antwort #103 am: 14.07.2019 | 20:21 »
Argh! :o Es wäre ja auch zu leicht gewesen. Müssen wir jetzt einen neuen Thread starten "Was gehört alles zu den Spielwerten"?  :think: Ich würde das so trennen wie in diesem Beispiel: https://www.dropbox.com/s/kcruf35iliplu4v/Beispiele.pdf?dl=0 (Seite 2 bis 7 jeweils rechte Spalte) Wobei die Einordnung von "Beziehungen" unter "Spielwerte" teilweise wohl Systemabhängig ist.

Anderes (altes) Beispiel: https://www.dropbox.com/s/2wu764k64ow8620/The_Alpha_Crew_v.1.0.pdf?dl=0 (Seite 2 Hintergrundinfos, Seite 3 & 4 Spielwerte)


Hinweis: in beiden Fällen handelt es sich um vorgefertigte Charaktere, die ich als Spielleiter an Spieler ohne eigenen SC rausgeben kann. Für eigene Charaktere schreibe ich tendenziel etwas mehr Hintergrund auf, allerdings ist das hier ein Ausnahme- und Extremfall, der einfach durch wirklich langjähriges Spielen dieses SCs entstanden ist und bei weitem nicht so zu Spielbeginn ausgebaut war. - Ja gut, wirklich viel mehr schreibe ich auch nicht, wenn ich eherlich bin und mir das hier auf Seite 2 ansehen. (War allerdings nur aus einer Forums-Diskussion heraus entstanden und nicht wirklich zum Spielen von mir vorgesehen, aber in diese Richtung gehen meine Hintergrundgeschichten zu Spielbeginn.)

Ich bin mir nicht sicher, was ich davon halten soll, dass es scheinbar Spieler und auch Spielleiter gibt, die selbst so ein absolutes Minimum wie in 3 der 4 Beispiele an Charakterhintergrund für überflüssig oder nutzlos halten oder sich gar weigern würden, das überhaupt zu lesen. - Ich meine, letztlich ist natürlich alles okay, worauf man sich am Tisch einigt, aber für mich gehört ein gewisser Hintergrund einfach irgendwie zu meiner "Rolle" dazu bzw. macht halt den Unterschied zwischen Rollenspiel und Tabletop aus. Aber klar, natürlich kann man das auch anders sehen und die Rolle rein aus den Spielwerten ziehen. - Aber was jetzt genau wieder da drunter fällt, ist halt die nächste Baustelle.  ;D

Offline Issi

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Re: Backstory oder nein?
« Antwort #104 am: 14.07.2019 | 20:29 »
Langsam wird das Thema etwas unübersichtlich finde ich. Wäre es nicht viel anschaulicher, mit ein paar konkreten Beispielen (anhand vorhandener Charaktere) zu arbeiten, was ihr abgesehen von den Spielwerten noch auf den Bogen eines neuen Charakteres schreibt? Vielleicht stellt sich dann auch heraus, dass die Ansichten größtenteils garnicht so weit auseinanderliegen, wie es teilweise klingt.
Ich zeichne ein Bild. ~;D
Ne kein Witz, mache ich wirklich.
(Vielleicht schreibe ich noch die Größe, Gewicht, Gestalt und  Augenfarbe auf, den gesellschaftlichen Stand, ggf. Volk und Beruf)
Falls ich Lust habe, eine kurze Vorgeschichte in fünf Sätzen.
Aber meist sag ich  dem SL einfach mündlich, was mir einfällt.

Mal ein kurzes Beispiel: Meine letzte Figur war vom Stand her unfrei- also war Leibeigne von einem NSC.
Da war Freiheit natürlich erstmal das Hauptziel.
Mittlerweile hat sie (dank Freiheit) ganz andere Motivationen und Ziele.

Da müsste ich ja jedesmal auf meinem Charakterbogen rumradieren. Also mache ich das lieber mündlich. Bzw.merke mir das.
Weil sich die Charaktere, bei uns zumindest, doch recht stark verändern bzw. entwickeln.



« Letzte Änderung: 14.07.2019 | 20:31 von Issi »

Offline Lichtschwerttänzer

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Re: Backstory oder nein?
« Antwort #105 am: 14.07.2019 | 20:51 »
Argh! :o Es wäre ja auch zu leicht gewesen.
Natürlich, wäre nicht das erstemal ich rede von Persönlichkeit, Moral, Motiven und mein Gegenüber von Stats.

Wie gesagt mir sind normalerweise diese wichtiger, als das wie und eine Seite fokussiert es aufs wesentliche und ggf sind Teile des Hintergrundes einfach irrelevant fürs Charakterkonzept, von der Entwicklung gar nicht erst anzufangen
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Offline Xemides

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Re: Backstory oder nein?
« Antwort #106 am: 14.07.2019 | 21:21 »
Ich finde es übrigens ziemlich frech, vom SL zu fordern, er soll sich außer um die Ausarbeitung von Abenteuern/Szenarien und der Welt auch noch um frühere Feinde und Freunde der SCs zu kümmern, weil man als Spieler keine Lust dazu hat. Wahrscheinlich damit man sich als Spieler hinter her noch drüber aufregen kann.

Wenn man keine Idee selber hat und sagt man will nur das sich das im Spiel ergibt, die also gespielt auftauchen okay, solange die anderen Spielern da kein Problem mit haben.

Aber zu sagen, ich habe da keinen Bock drauf, soll der SL das doch mache, halte ich für ziemlich dreist. Der SL soll sich gefälligst um alles kümmern, aber ich habe keinen Bock, mir um irgendetwas Gedanken zu machen. Das ist der Tenor so einer Aussage.

Ja das war nun mal provokant von mir formuliert.

« Letzte Änderung: 14.07.2019 | 21:40 von Xemides »
Evolution is just a theory? Well so is gravity but I don't see you jumping off of buildings.

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Re: Backstory oder nein?
« Antwort #107 am: 14.07.2019 | 21:23 »
Ja das war nun mal provokant von mir formuliert.
Aber treffend, siehe auch https://www.tanelorn.net/index.php/topic,110000.0.html  :)

Offline Lichtschwerttänzer

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Re: Backstory oder nein?
« Antwort #108 am: 14.07.2019 | 22:50 »
Ich finde es übrigens ziemlich frech, vom SL zu fordern, er soll sich außer um die Ausarbeitung von Abenteuern/Szenarien und der Welt auch noch um frühere Feinde und Freunde der SCs zu kümmern,
Es gibt "SLs"  die kriegen schon nen Rappel, wenn der Mitspieler nur festlegt was er in der Taverne zu essen bekommt
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Re: Backstory oder nein?
« Antwort #109 am: 15.07.2019 | 01:05 »
Auch wenn ich inzwischen Abstand von Fate selbst genommen habe, nutze ich gerne noch dessen Aspektsystem um meine Charaktere kurz und bündig in Worte zu fassen. Drei bis Sechs Aspekte geben mir eigentlich immer das Gefühl einen Charakter mit Ecken und Kanten zu haben, dazu noch ein paar Notizen zu Aussehen und ggf. einen kurzen Abriss zu seiner Vorgeschichte. Wichtig sind Lücken, denn die kann man später spontan mit interessanten Hintergründen in Gesprächen füllen.

Als SL verlange ich keine Backstory aber ein paar Notizen, Ideen und vielleicht ein bis zwei NSC, die der Spieler einbringt (Freund, Feinde, Rivalen, Lehrer, Mentoren, Kollegen, etc.), damit ich mir als SL ein Bild vom SC machen kann. Eine lange Backstory hat bei mir sowieso immer das Problem, das ich sie aus den Augen verliere, darum lieber kurz halten.

Zu meinem storyorientierten Stil passt das meist ganz gut aber ich könnte mir vorstellen das Spieler, die eher Taktiker oder Hack'n'Slayer sind, oftmals sparsamer an die Sache herangehen, da ja der Fokus ganz anders liegt. Charakterorientierte Spieler hingegen, werden wohl deutlich mehr schreiben als ich. Und ganz sicher gibt es auf allen Seiten auch Ausnahmen, so dass man immer wieder mal überrascht wird.  :D

Offline tartex

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Re: Backstory oder nein?
« Antwort #110 am: 15.07.2019 | 01:29 »
Ich finde es übrigens ziemlich frech, vom SL zu fordern, er soll sich außer um die Ausarbeitung von Abenteuern/Szenarien und der Welt auch noch um frühere Feinde und Freunde der SCs zu kümmern, weil man als Spieler keine Lust dazu hat. Wahrscheinlich damit man sich als Spieler hinter her noch drüber aufregen kann.

Der gewiefte Spielleiter nimmt dann doch einfach NSCs aus dem nächsten Szenario und verwendet die als Freund oder Feind, oder?
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Online Lord Selis

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Re: Backstory oder nein?
« Antwort #111 am: 15.07.2019 | 01:33 »
Was haltet Ihr von solchen SL?
Fordert Ihr denn Backstorys? Oder findet Ihrs entbehrlich? Warum kann ein SC nicht einfach Gedächtnisverlust haben?


Ich nenne diese Dinger mal Charaktergeschichte.
Ja, so früher als ich noch geleitet habe, da wollte ich in meiner großen Fantasy Runde  Charaktergeschichten haben.
Das ging dann von einem Einzeiler: "Mein Charakter will mal sehen" über Ausreden: "Oh, ja bin eigentlich fertig. Das nächste Mal versprochen", zu gar keiner Reaktion.
Nun damit hatte ich das aufgegeben.

Was wollte ich mit dem Krempel?

Eigentlich, das warum wir uns heute immer noch Dinge über den Charakter ausdenken, damit der SL diese Geschichten verwursten kann und sie ins Abenteuer mit einfließen.

Mir persönlich ist das sehr wichtig, damit bekommt die Teilnahme meines Charakters eine ganz neue Motivation und wenn man dann noch die Charaktere miteinander verknüpft, dann entwickelt sich auch auf der zwischenmenschlichen Ebene eine ganze Menge.

Ich selbst sehe mich als Charakterspieler, will heißen bei mir funktioniert ein Spiel nur gut, wenn ich mir Gedanken über den Charakter gemacht habe und ich weiß, wie ich ihn spielen soll. Ein Spiel, das nur aus Stats besteht, ist für mich eher langweilig und mein Charakter stellt sich sehr schnell die Frage, warum er/sie/es eigentlich hier mit rennt und sich diesen Krampf antut.

Demnach ist es für mich aber auch sehr enttäuschend, wenn ich eine Geschichte abliefere und diese konsequent ignoriert wird und der SL an mehren Stellen beweißt, das er den Charakter nicht kennt und nicht verstanden hat oder verstehen will.

Offline Greifenklaue

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Re: Backstory oder nein?
« Antwort #112 am: 15.07.2019 | 02:56 »
Ich selbst sehe mich als Charakterspieler, will heißen bei mir funktioniert ein Spiel nur gut, wenn ich mir Gedanken über den Charakter gemacht habe und ich weiß, wie ich ihn spielen soll. Ein Spiel, das nur aus Stats besteht, ist für mich eher langweilig und mein Charakter stellt sich sehr schnell die Frage, warum er/sie/es eigentlich hier mit rennt und sich diesen Krampf antut.

Demnach ist es für mich aber auch sehr enttäuschend, wenn ich eine Geschichte abliefere und diese konsequent ignoriert wird und der SL an mehren Stellen beweißt, das er den Charakter nicht kennt und nicht verstanden hat oder verstehen will.
Ich tendiere dazu, es andersrum zu machen: Also einen Grund finden, mitzulaufen und sich das "antun", der Rest findet sich im Abenteuer. Ich bin dann daran interessiert, das Abenteuer zu schaffen und nicht mich möglichst viel darzustellen, das ist eher sich ergebendes Beiwerk.
"In den letzten zehn Jahren hat sich unser Territorium halbiert, mehr als zwanzig Siedlungen sind der Verderbnis anheim gefallen, doch nun steht eine neue Generation Grenzer vor mir. Diesmal schlagen wir zurück und holen uns wieder, was unseres ist.
Schwarzauge wird büssen."

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Offline Issi

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Re: Backstory oder nein?
« Antwort #113 am: 15.07.2019 | 06:34 »
Der gewiefte Spielleiter nimmt dann doch einfach NSCs aus dem nächsten Szenario und verwendet die als Freund oder Feind, oder?
Genau.
Außerdem macht das manchen SL doch riesen Spaß sich persönliche Feinde, Konkurrenten,  Vorgesetze, Diener, Freunde, Liebhaber  usw. für eine Figur auszudenken.
Mir z. B. Und auch meinen SL.

Das ist wie "Spannung - Spiel und Schokolade " und gehört bei uns zumindest zum ganz normalen SL Service.
Man will als Spieler die wirklich interessanten Dinge mit seiner Figur im Spiel noch erleben. Und man will sich auch mal überraschen lassen, wer einem noch so an persönlichen Figuren begegnet.

D.h. ja nicht, das man sich am Anfang gar nichts ausdenkt. Aber ich fände es schon arg schade, wenn die Vorgeschichte das " Persönlichste" war, was eine Figur je erlebt hat. (Denn die Vorgeschichte kann vom SPL nicht miterlebt werden).

Edit. Aber.... und das muss ich auch sagen: Ich würde das jetzt nicht von SL einfordern, die das weder können noch wollen. Von daher ist das vermutlich ein kostbarer Extraservice.
« Letzte Änderung: 15.07.2019 | 06:47 von Issi »

Offline Issi

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Re: Backstory oder nein?
« Antwort #114 am: 15.07.2019 | 07:01 »

Ich nenne diese Dinger mal Charaktergeschichte.
Ja, so früher als ich noch geleitet habe, da wollte ich in meiner großen Fantasy Runde  Charaktergeschichten haben.
Das ging dann von einem Einzeiler: "Mein Charakter will mal sehen" über Ausreden: "Oh, ja bin eigentlich fertig. Das nächste Mal versprochen", zu gar keiner Reaktion.
Nun damit hatte ich das aufgegeben.

Was wollte ich mit dem Krempel?

Eigentlich, das warum wir uns heute immer noch Dinge über den Charakter ausdenken, damit der SL diese Geschichten verwursten kann und sie ins Abenteuer mit einfließen.

Mir persönlich ist das sehr wichtig, damit bekommt die Teilnahme meines Charakters eine ganz neue Motivation und wenn man dann noch die Charaktere miteinander verknüpft, dann entwickelt sich auch auf der zwischenmenschlichen Ebene eine ganze Menge.

Ich selbst sehe mich als Charakterspieler, will heißen bei mir funktioniert ein Spiel nur gut, wenn ich mir Gedanken über den Charakter gemacht habe und ich weiß, wie ich ihn spielen soll. Ein Spiel, das nur aus Stats besteht, ist für mich eher langweilig und mein Charakter stellt sich sehr schnell die Frage, warum er/sie/es eigentlich hier mit rennt und sich diesen Krampf antut.

Demnach ist es für mich aber auch sehr enttäuschend, wenn ich eine Geschichte abliefere und diese konsequent ignoriert wird und der SL an mehren Stellen beweißt, das er den Charakter nicht kennt und nicht verstanden hat oder verstehen will.
Kann ich verstehen.
Ich finde ja es ist immer ein Zusammenspiel von SPL und SL.
Als Spieler weiß man vor dem Spiel vielleicht was in naher Zukunft für Abenteuer anstehen. Die ferne Zukunft weiß ein SL vermutlich selbst oft nicht.
Von daher muss so eine Motivation eigentlich erst mal nur für den Anfang reichen, nicht für tausend Abenteuer.

Sowas wie: Ich will aus diesem Kaff raus.
Ich brauche dringend was zum " Essen, Trinken, Anziehen, ein Dach über dem Kopf, jmd. der meine Wunden versorgt, jmd. der mir nen Job anbietet, der mich vor der Obrigkeit versteckt, mich vor Gefahren beschützt whatever, ist meist schon ausreichend. Neue Motivationen ergeben sie dann evtl. auch im Spiel.
Es muss nicht immer so theatralisch sein wie: Ich bin der letzte meiner Art, ich muss den heiligen Gral suchen, meinen Erzfeind finden und töten.. sonst finde ich keinen Frieden...
Eine Gruppe voller Figuren wo jede ihre ultimative Bestimmung sucht, ist ja auch ein Bisschen ulkig.
Denn wenn jede Bestimmung, Motivation so ultra mega dringend ist, würden sie vermutlich gar nicht zusammen abhängen. Sondern jeder würde seiner eigenen mega wichtigen Quest nachgehen.

Auch motivierte SL könnten das höchstens nach und nach abhandeln. A la... OK dann suchen wir erst mal den Erzfeind von X, danach die Artgenossen von Z, und später gibts dann den Gral für Y.

Und wenn die letzten Artgenossen nicht zufällig auch die Erzfeinde mit dem Gral sind, dann sind das halt drei verschiedene Quests.
Und wenn die erledigt sind, was kommt dann? (Dann fallen die SC erstmal in ein riesiges Motivationsloch... ~;D)

Von daher finde ich situative Motivationen anfangs oft praktikabler.
Die großen Dinger ergeben sich dann schon noch.
« Letzte Änderung: 15.07.2019 | 07:22 von Issi »

Offline Caranthir

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Re: Backstory oder nein?
« Antwort #115 am: 15.07.2019 | 07:28 »
Ich hatte mal in einer Runde einen SL, der jedem Spieler einen mehrere Seiten langen Charakterhintergrund gab und außerdem noch Hintergrund zur Welt und dem Abenteuer. Die enthaltenen Namen der NSCs sollte man kennen und wurden vor Spielbeginn abgefragt.

Und dann hab ich mal als SL eine Runde Dungeonslayers geleitet, in der der Charakterhintergrund wirklich wurscht war und wir von Anfang an gesagt hatten, wir wollen Monster totkloppen und unseren Spaß haben.

Zwischen diesen beiden Extremen liegt irgendwo mein Weg, wenn es um den Hintergrund für meine Charaktere geht. Normalerweise würde ich mir kurze Stichpunkte dazu notieren, was der Held eigentlich will, woher er kommt, wie er aufgewachsen ist, warum er den Beruf erlernt hat, dem er jetzt nachgeht und warum er jetzt mit dieser Gruppe rumhängt und was er über die Leute denkt, mit denen er Abenteuer bestreitet. Diese Stichpunkte können schnell auf eine Seite kommen, sind aber noch keine ausformulierte Geschichte. Sie geben dem SL aber Aufhänger für Abenteuer, und nur darum geht's mir.

Kommt eine Hintergrundgeschichte nicht im Abenteuer vor bzw. hat keinerlei Auswirkungen auf die Geschichte, kann man sie auch weglassen. Was bringt es mir, wenn ein Mitspieler das Verhalten seiner Figur einem Blick auf seine Hintergrundgeschichte unterstreicht, wenn diese nie erklärt wird?

Also nochmal kurz: Backstorys gerne, aber nur, wenn sie eine Aufgabe erfüllen, die fürs Abenteuer relevant ist und mir direkt zeigt, was das für ein Charakter ist.
Lese: Fate of Cthulhu, Fate Horror Toolkit, Dragon Age RPG, The Expanse RPG

Leite: Der Eine Ring (Kampagnen in Wilderland und Rohan)

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Offline Issi

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Re: Backstory oder nein?
« Antwort #116 am: 15.07.2019 | 07:45 »
Nachvollziehbarkeit ist tatsächlich  auch so ein Ding.
Erklärt die Vergangenheit, warum die Figur so ist, wie sie ist?

Der platte Spruch : "Na, du hattest wohl ne ganz miese Kindheit, was?"
Ist vielleicht etwas abgedroschen aber kann erklären warum ein SC es als Erstgradler anders haben will.
Man will was erreichen, hoch hinaus, etwas finden, was man nicht hatte, möglichst viel haben usw.
Vielleicht erklärt es auch die Macken der SC. " Bitte lieber um Verzeihung als um Erlaubnis " oder " Traue niemandem" oder die Vorurteile: " Alle Elfen sind doof" usw.  ~;D



Offline unicum

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Re: Backstory oder nein?
« Antwort #117 am: 15.07.2019 | 07:56 »
Langsam wird das Thema etwas unübersichtlich finde ich. Wäre es nicht viel anschaulicher, mit ein paar konkreten Beispielen (anhand vorhandener Charaktere) zu arbeiten, was ihr abgesehen von den Spielwerten noch auf den Bogen eines neuen Charakteres schreibt? Vielleicht stellt sich dann auch heraus, dass die Ansichten größtenteils garnicht so weit auseinanderliegen, wie es teilweise klingt.

Ich führe in etwa ein characterinterview - das ist ein Konzept aus der romanschreiberei, etwas das aber auch im Rollenspiel schon verwendet wird, WARHAMMER hat etwa das System der "10 Fragen":
Woher kommst du? Was ist deine Familie? Wie war deine Kindheit? Warum hast du dein Zuhause verlassen? Wer sind deine Freunde? Was ist dein größter Wunsch? Was sind deine besten und schlechtesten Erinnerungen? An was glaubst du? Wem gegenüber bist du loyal? Warum gehst du auf Abenteuer?
Ich meine das aber auch bei anderen Spielsystemen schon gesehen zu haben.

Ich zeichne ein Bild. ~;D

Tja mangels eigener Zeichenkünste ist es tatsächlich eher so das ich meine Bilderdatenbank aufmache und mir auch visuelle Reize dazu suche.

Offline Evil Batwolf

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Re: Backstory oder nein?
« Antwort #118 am: 15.07.2019 | 08:08 »
...
Auch motivierte SL könnten das höchstens nach und nach abhandeln. A la... OK dann suchen wir erst mal den Erzfeind von X, danach die Artgenossen von Z, und später gibts dann den Gral für Y.

Und wenn die letzten Artgenossen nicht zufällig auch die Erzfeinde mit dem Gral sind, dann sind das halt drei verschiedene Quests.
...
Na ja, wenn's gut gemacht ist, entwickeln sich die verschiedenen "Fronten" parallel, d. h. es ist immer für jeden Spieler was dabei, mal mehr, mal weniger. Und ja, wenn es gut gemacht ist, sind die einzelnen Questen sinnvoll miteinander verknüpft, auch wenn das vielleicht anfangs noch gar nicht klar ist.


...Und wenn die erledigt sind, was kommt dann? (Dann fallen die SC erstmal in ein riesiges Motivationsloch... ~;D)...


Dann kommt die nächste Kampagne. Kampagnen ohne ein gescheites Ende gibt es doch wahrlich schon genug  ;).

Offline Issi

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Re: Backstory oder nein?
« Antwort #119 am: 15.07.2019 | 08:30 »
Na ja, wenn's gut gemacht ist, entwickeln sich die verschiedenen "Fronten" parallel, d. h. es ist immer für jeden Spieler was dabei, mal mehr, mal weniger. Und ja, wenn es gut gemacht ist, sind die einzelnen Questen sinnvoll miteinander verknüpft, auch wenn das vielleicht anfangs noch gar nicht klar ist.
Genau es ist weder den Spielern klar, noch ihren Figuren.
Trotzdem reisen sie zusammen, als hätten sie den selben Weg,  bzw. das gleiche große Ziel. Was ja gar nicht so ist. (Hat ja jeder sein eigenes ultra wichtiges Ziel)

Das macht die Figuren uU. ein wenig unplausibel.
Dass der SL das so hinbiegen und verknüpfen  kann, dass es von außen betrachtet Sinn macht, keine Frage.

Edit.
Oder um es mal anders zu sagen: Solche Questen sind Stoff der Literatur, wo es idR. einen Hauptcharakter gibt.
Wenn das jeder Spieler so am Anfang setzt, haben wir eine Gruppe von einzelnen Romanhelden, die zufällig in ein und der selben Gruppe gelandet sind.

Wenn man sich jetzt aber  Heldengruppen anschaut, dann gibt es idR. eine Hauptquest für alle. Und eventuell noch interessante Nebenstränge, für einzelne Charaktere.
« Letzte Änderung: 15.07.2019 | 08:49 von Issi »

Offline Zupfmeister

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Re: Backstory oder nein?
« Antwort #120 am: 15.07.2019 | 08:41 »
Also ich hör so raus dass die SL gerne eine Backstory hätten. Aber maximal ne halbe Seite weil den ganzen Kram lesen will der SL doch nicht. Ich halte übrigens nichts von der gezielten Verweiblichung einer gebräuchlichen Abkürzung wie "der Spielleiter" (GM/DM) in "die SL" (die Spielleitung"?).

Ich finde den Ansatz nicht gut, wenn SL damit barmen wieviel Mühe sie sich machen und dann von Spielern dasselbe einfordern!
Hey ihr seid SL weil euch das Spass machr, wir sind Spieler, weil uns das kein Spass macht. Ein erfahrener SL leitet ne Runde im Schlaf.
Ich finde auch nicht dass sich aus der Rolle des SL Pflichten der Spieler ergeben. Kenne jedoch genügend SL die das so interpretieren und find das nicht gut. Ihr habt keinen Anspruch auf bestimmte Leistungen denn dann sind wir wieder in der Schule und es hört auf Spass zu machen!
« Letzte Änderung: 15.07.2019 | 08:43 von Zupfmeister »

Online Antariuk

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Re: Backstory oder nein?
« Antwort #121 am: 15.07.2019 | 08:56 »
Also ich hör so raus dass die SL gerne eine Backstory hätten. Aber maximal ne halbe Seite weil den ganzen Kram lesen will der SL doch nicht. Ich halte übrigens nichts von der gezielten Verweiblichung einer gebräuchlichen Abkürzung wie "der Spielleiter" (GM/DM) in "die SL" (die Spielleitung"?).

Das grammatikalische Femininum hat nichts mit "Verweiblichung" zu tun, so funktioniert die deutsche Sprache in diesem Fall einfach. Und "die Spielleitung" ist ein wertneutraler Begriff, der auch diejenigen mitnimmt, die keine Kerle sind ;)

Ich finde den Ansatz nicht gut, wenn SL damit barmen wieviel Mühe sie sich machen und dann von Spielern dasselbe einfordern!

Das klingt nach einer ungesunden Haltung. Wenn ein Spielleiter sich Mühe macht - und wenn es ihm noch so viel Spaß macht - kann durchaus von Spielern fordern, dem entgegenzukommen. Spieler, die sich nur an den Tisch setzen um bedient werden zu wollen, ohne sich selber in dem Maße einzubringen, wie die Kampagne oder das Abenteuer das vorsehen, würde ich nicht haben wollen.

Hey ihr seid SL weil euch das Spass machr, wir sind Spieler, weil uns das kein Spass macht. Ein erfahrener SL leitet ne Runde im Schlaf.

Der zweite Satz ist hanebüchener Unsinn, mit Verlaub, und hat nichts mit der vorigen Aussage zu tun. Ich selber z.B. kann Numenera wirklich im Schlaf leiten, aber trotzdem spiele ich gerne mit Spielern, deren Charaktere einen Hintergrund oder wenigstens ein Konzept haben, das es mir erlaubt, sie gezielt mit den Inhalten des Abenteuers herauszufordern. Dazu reicht die weiter oben genannte halbe Seite (oder weniger) absolut aus.

Ich finde auch nicht dass sich aus der Rolle des SL Pflichten der Spieler ergeben. Kenne jedoch genügend SL die das so interpretieren und find das nicht gut. Ihr habt keinen Anspruch auf bestimmte Leistungen denn dann sind wir wieder in der Schule und es hört auf Spass zu machen!

Ich weiß ehrlich gesagt nicht so richtig, wie ich mit dieser Einstellung umgehen soll...  :o

Ein Rollenspiel spielt man mit anderen Leuten zusammen, die alle eigene Vorlieben und Abneigungen haben und irgendwo muss man sich aufeinander einlassen. Dass man der Spielleitung das Leben nicht unnötig schwer macht, wäre für mich persönlich allein schon aus Anstandsgründen selbstverständlich. Und als Spieler sehe ich mich in der Pflicht, den anderen ihren Spaß nicht zu verderben, die Runde nicht mit Sachen zu sabotieren, die nichts mit dem Spiel zu tun haben, und zumindest die Basics dessen zu wissen, was ich da gerade spiele und würfele.
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Offline Hotzenplot

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Re: Backstory oder nein?
« Antwort #122 am: 15.07.2019 | 09:15 »
Es gibt keinen Charakter ohne Backstory im Rollenspiel!

Woah! Wie kann der sowas sagen!

1. Bereits die Charakterwahl definiert den Charakter.
"Ich wähle den Barbaren". Damit hast du eine deine Backstory, denn ohne Backstory wäre der Typ ja nicht "Barbar" geworden, nicht wahr? Das, was du dir unter "Barbar" vorstellst, also das Klischee dieses Typus´, wurde ja durch seine Backstory geprägt. Ohne Backstory keine dicken Muskeln, kein Barbarenschrei, keine dicke Axt.
2. Das Charakterblatt ist Backstory
Du hast "Intimidate 12" oder den Aspekt "Meine Hände nennt man ´Würger´ und ´Schraubstock´"? Auf deinem Charakterblatt ist "Abenteurerstarterpack" oder "Vampirdolch +3 gegen Untote" verzeichnet? Dann muss man wohl davon ausgehen, dass der Typ Leute bedrohen kann. Hat er vermutlich nicht gelernt, weil er Muttis liebster war. Seine Hände sind auch nicht so geworden, weil er immer fleißig Nivea gecremt und die Ausrüstung ist ihm auch nicht in die Tasche gefallen.
3. Erlebnisse werden Backstory
Was passiert, wenn du dich nächste Woche wieder zum zocken mit deinen Freunden triffst und ihr die gleichen Charaktere nehmt? Leidet ihr dann alle an einer Amnesie?

Es gibt bestimmt noch weitere Punkte, aber ich höre mal auf. ;)

Mal etwas ernsthafter:

Für mich als Spielleiter sind Backstories übrigens so lange egal, bis sie ins Spiel einfließen. Sie können natürlich trotzdem interessant sein. Einige SpielerInnen können ja auch wirklich interessante und schöne Geschichten schreiben, was völlig unabhängig von deren Nutzen im Spiel ist. Ich versuche, in meinen Kampagnen mit sogenannten Flags zu arbeiten, die sich allerdings auch ändern können und zu denen zum Teil sogenannte Backstories gehören.

Beispiel eines Flag-Formulars:
Charakter:                Spieler:

Was möchte ich mit meinem Charakter erleben (= was möchtest du als Spieler/Spielerin erleben)?
Was ist das oberste Verlangen des Charakters?
Was sind die vorrangigsten Leidenschaften des Charakters (für was hat er Schwächen)?
Wer sind die wichtigsten Personen im Leben des Charakters?
Welchen Platz nimmt der Charakter in der Gruppe ein?
Was ist die schlimmste Erinnerung für den Charakter?
Was ist die schönste Erinnerung für den Charakter?
« Letzte Änderung: 15.07.2019 | 09:22 von Hotzenplot »
ehrenamtlicher Dienstleistungsrollenspieler, Spotlightbitch und Plothure

Mein größenwahnsinniges Projekt - Eine DSA-Großkampagne mit einem Haufen alter Abenteuer bis zur Borbaradkampagne:
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Ich habe die G7 in 10 Stunden geleitet! Ich habe Zeugen dafür!

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Re: Backstory oder nein?
« Antwort #123 am: 15.07.2019 | 10:08 »
Ich hatte mal in einer Runde einen SL, der jedem Spieler einen mehrere Seiten langen Charakterhintergrund gab und außerdem noch Hintergrund zur Welt und dem Abenteuer. Die enthaltenen Namen der NSCs sollte man kennen und wurden vor Spielbeginn abgefragt.

Auch eine Variante aber keine die mir gefällt.
Mein Charakter, meine Geschichte. Der SL (von der Spielleiter), hat da natürlich ein Vetorecht und kann natürlich mit dran beteiligt sein, alles in Ordnung.
Aber jeder wie er mag.

Eine Charaktergeschichte muss ja auch keine 20 Seiten umfassen, sollte sie vielleicht auch nicht. Ich traf mal auf ein Mädel, aus der VTM live Riege. Die benutzte zwar Charaktere wie Wegwerfware, was auch bedeutete, man wusste nie wen sie nun verkörpert. Sie hatte irgendwann eine Geschichte geschrieben, in ein kleines aufgehübschtes A5 Büchlein, in Prosa und meinte es wäre für alle interessante, wenn sie darauf vortragen würde. Nun ja, wir waren jung, sie war hübsch und so ließen wir es über uns ergehen.

Ich habe auch schon längere Geschichten geschrieben. Das kam nicht gut an, obwohl es in fünf Minuten zu lesen war. Leider erklärte es den Charakter sehr gut.

Ich mag detailreiche Geschichten aber sie braucht auch weiße Flecken, mit denen der Spielleiter auch arbeiten kann. Es müssen sicherlich nicht alle Kinder, Eltern, Ehemann/frau, Geschwister und Vorfahren eingebaut werden.

Kann ich verstehen.......
.......
Eine Gruppe voller Figuren wo jede ihre ultimative Bestimmung sucht, ist ja auch ein Bisschen ulkig. Denn wenn jede Bestimmung, Motivation so ultra mega dringend ist, würden sie vermutlich gar nicht zusammen abhängen. Sondern jeder würde seiner eigenen mega wichtigen Quest nachgehen.
.....
Und wenn die erledigt sind, was kommt dann? (Dann fallen die SC erstmal in ein riesiges Motivationsloch... ~;D )


Na ja, man muss es ja nicht gleich übertreiben in der Wichtigkeit der persönlichen Quest und wenn die erledigt ist, was vielleicht auch nicht sofort passieren sollte, haben sich dann tausend andere Dinge ergeben, die das Motivationsloch gar nicht erst erscheinen lassen.

Bei meiner vorletzten Kampagne, war es gar nicht viel. Es erklärte nur, warum mein Charakter (und die Charaktere der anderen Spieler) jetzt da sind, wo sie sind und warum sie sich kennen und bei mir, warum mein Charakter so drauf ist, wie sie es nun war. Die Vorgeschichte selbst, wäre keine halbe Seite lang gewesen.
Jeder Charakter bekam seine persönliche Angelegenheit (um es nicht Quest zu nennen), die damit auch automatisch alle anderen mit hinein zogen.

Die nachfolgende Kampagne griff das nun wieder als Vorgeschichte auf. Daraus resultierte einfach was mein, nun deutlich erwachsenerer Charakter für mittel- und langfristige Ziele hat und eine neue Nemesis gabs noch gleich oben drauf.
« Letzte Änderung: 15.07.2019 | 10:10 von Lord Selis »

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Re: Backstory oder nein?
« Antwort #124 am: 15.07.2019 | 10:18 »
Es gibt keinen Charakter ohne Backstory im Rollenspiel!
Ich erwähne die DCC-Rubbelbögen, wo man tatsächlich blind zugreift, zugegebenermsßen eine seltene Ausnahme.
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Schwarzauge wird büssen."

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