Jetzt auch mal mein Aufschlag im ersten Quartal:
1 Konstantin Kisin - An Immigrant’s Love Letter to the West
Das Buch ist eine humorvolle Verteidigung westlicher Werte und Institutionen. Kisin, ein in der Sowjetunion geborener Comedian und Podcaster, argumentiert leidenschaftlich gegen den aktuellen Kulturkampf, die Cancel Culture und überzogene politische Korrektheit, die er als Bedrohungen für die Errungenschaften des Westens sieht. Er zieht Vergleiche zu seiner Kindheit und den Zuständen im Osten, um seine Thesen zu untermauern. Gut zu lesen und regt zum Nachdenken an. Oft neigt der Autor zu Verallgemeinerungen und Übertreibungen, um seine Pointen zu setzen.
09/15
2 Anthony Beevor - Stalingrad
Der Autor beleuchtet die Schlacht um Stalingrad in großer Detailtiefe, basierend auf umfassenden Archivrecherchen und Augenzeugenberichten. Beevor präsentiert die Ereignisse nicht nur aus der Perspektive der militärischen Strategen, sondern auch der einfachen Soldaten und der Zivilbevölkerung.
11/15
3-6 John Gwynne - Die Getreuen und die Gefallen (4 Bände)
Band 1
Nach längerer Zeit mal wieder eine Fantasyreihe, auf die ich mich gut einlassen konnte, einfach erstmal, weil ich die Hauptfiguren spannend und die Konstellation der Charaktere sehr vielversprechend finde. Ich finde die Coming of Age Geschichte des Protagonisten ziemlich gut erzählt. Die Geschichte baut langsam Spannung auf und das Worldbuilding ist gut gelungen, auch wenn manche Nebenfiguren noch etwas blass bleiben. Plotmäßig setzt der Autor eher auf bekannte Tropen (dunkle Bedrohung; gut vs. böse; Omen und Zeichen…)
12/15
Band 2 - 4
Es haben sich nicht alle Erwartungen erfüllt, aber trotzdem bin ich bis zum Ende am Ball geblieben. Man kann der Erzählung weiterhin immer gut folgen, obwohl es sehr sehr viele Charaktere werden. Außerdem ist die Geschichte spannend erzählt. Für meinen Geschmack werden es ab Band 2 zu viele Kampfszenen. Diese sind an sich detailreich geschildert, aber durch die Vielzahl an Kämpfen wird es irgendwann redundant. Es muss einem klar sein, dass es sich um die Art Fantasy handelt, bei welcher Helden und Bösewichte über ein hohes (für mich nervig-hohes) Maß an Plot-Armor verfügen, wobei es trotzdem immer wieder mal zu Todesfällen kommt. Es gibt weitere Schattenseiten: viele Momente, in denen Figuren in letzter Sekunde entkommen, entgegen aller Wahrscheinlichkeit in eine Falle laufen oder gefangen genommen werden. Das ist für mich “lazy writing”. Zudem fühlen sich manche Entscheidungen von Figuren nicht nachvollziehbar an. Bis zum bitteren Ende werden Dinge nicht erkannt, dumme Richtungen eingeschlagen usw. Trotz alledem am Ende eine, mit Abstrichen, gute Reihe mit einem sehr guten Auftakt.
10/15
7 Robin Hobb - Der Schattenbote (Weitseher 2)
Das Buch knüpft nahtlos an den ersten Band an und führt die Geschichte von Fitz und seinen Abenteuern am Hofe der Weitseher fort. Der Schreibstil ist gewohnt charmant und einfühlsam. Der Fokus liegt stark auf der Charakterentwicklung des Protagonisten und den komplexen, oft subtilen Intrigen und Beziehungen am Königshof.Wer den ersten Band mochte und sich auf eine tiefgründige Fortsetzung mit starkem Fokus auf innere Konflikte und zwischenmenschliche Dynamiken freut, wird hier gut bedient. Der Protagonist ist nachvollziehbar gezeichnet und eine liebenswerte Person. Für meinen Geschmack zieht sich die Erzählung an manchen Stellen etwas in die Länge und die großen Konflikte bauen sich sehr gemächlich auf. Dafür mit fulminantem, spannenden Ende!
11/15
8 Robin Hobb - der Nachtmagier (Weitseher 3)
Es wird zunehmend psychedelisch und abgefahren. Meins war es nicht mehr so.
08/15
9 Michael Palin - Erebus
Erzählt die Geschichte des Expeditionsschiffs, könnte allerdings spannender und interessanter sein.
08/15
10 - 13 Mick Herron - Slow Horses 1 - 4
Kurz, knackig, toll geschrieben mit sehr britischem Humor. Sehr ähnlich wie die TV-Serienumsetzung aber die Charaktere sind nochmal etwas zugespitzter dargestellt. Verworrene aber schlüssige Plots.
13/15
14 Jack Mars - Primärziel
Military-Thriller mit sehr plakativ gezeichneten Figuren. Größtes Manko ist die Erzählerstimme, die dermaßen unnatürlich wirkt, dass man auf KI tippen könnte.Ich hab es trotzdem bis zum Ende geschafft.
05/15
15 Timothy Snyder - Bloodlands
Der Autor erzählt die Geschichte von Polen, Weißrussland, Ukraine, Baltikum und Westrussland in den 1930er und 1940er Jahren. Es geht um die Gebiete die durch beide Großmächte, also Deutschland und Russland besetzt waren und die blutigen Mordtaten, die dort stattfanden. Besonders interessanter Gedanke des Autors: in Deutschland fokussiert man sich hinsichtlich Erinnerungskultur zu sehr auf (deutsche) KZ, die eigentlichen Orte der Massenmorde lagen eher nicht in Deutschland und die Taten waren viel viel blutiger, brutaler und von Menschen an Menschen begangen. Ein Geschichtsbuch, aber absolut packend geschrieben und auch exzellent gelesen.
15/15